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FILMKRITIK |
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98V01LR |
Der Herr der
Ringe – Albträume in Ewigkeit |
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etika.com Filmkritik 98V01LR:
Der
Herr der Ringe - Alpträume in Ewigkeit
Reich
der Schatten - Magie statt Gott
Eine Passage auf einer
christlichen Internet-Seite hatte uns angelockt: "Dass Tolkien Christ war,
das wusste ich bereits, dass er sogar C.S. Lewis, einen der bekanntesten und
meistgelesenen christlichen Autoren des 20. Jahrhunderts (Anmerkung
etika.com: Wir empfehlen seine "Dienstanweisungen für Unterteufel")
zum Glauben an Jesus geführt hatte, war mir auch bekannt...", schreibt ein
Rolf Schwärzel. (www.jesus.de 6.1.2002)
Über 100 Millionen
Menschen haben die 1954 und 1955 erstmals erschienenen Bücher des englischen
Autors John Ronald Reuel Tolkien (1892 - 1973) gelesen, die damit die
erfolgreichste Fantasy-Saga ist (JÖ, Dezember 2001), und 200 Millionen Dollar
wurden für die drei Filme ausgegeben. Der erste Teil "Die Gefährten"
wurde vom Amerikanischen Film-Institut (AFI) als "bester Film des Jahres
2001" ausgezeichnet, wegen seiner digitalen Effekte und weil er
"Maßstäbe für künftige Heldendramen" setzt. Wir haben ihn gesehen.
Hier unsere Eindrücke:
Das, werte Herren von
der christlichen Internet-Seite, ist unchristlich und nicht minder
antichristlich wie die meisten Produkte, die in der Hexenküche von Hollywood
gebraut werden. Unsichtbare Drahtzieher überschwemmen die Welt seit einem
halben Jahrhundert mit Albernheiten und Sex, mit Blut und Grauen - um Profite
zu machen, um die Menschen durch Verführungen aller Art von Gott und seiner
Botschaft abzulenken, um sie aus dem sicheren Hort der christlichen Ordnung in
das Chaos und den Wahnsinn zu treiben, bis sie Beute der Mächte der Finsternis
werden. Das zu Hollywood.
Jeder hat die Freiheit,
zu tun, was er will. Wer in seinem künftigen Leben gern von Alpträumen geplagt
werden möchte, besuche dieses auf Neuseeland gedrehte, drei Stunden dauernde
Monumentalwerk "Der Herr der Ringe".
Eltern, die den
sogenannten Fantasy-Film gesehen haben, halten es freilich für strafbar, daß
dieser Streifen mit seinen vielen Horrorszenen schon für Kinder freigegeben
ist. Furchterregende Gestalten und Zauberer hinterlassen unauslöschliche
Eindrücke in den Gehirnen. Wer kann vergessen, wie der Troll durch die
verrammelte Tür bricht, wie die schwerbewaffneten Orks mit ihren grässlichen
Gesichtern anstürmen?
Die Techniker in den
Filmstudios wenden immer raffiniertere Tricks an. Unheimliche Botschaften
werden in den Herzen verankert. In diesem Fall nehmen die Filmemacher von den
Höllendarstellungen apokrypher und anderer christlicher Schriften kräftige
Anleihen. Auch in der wirklichen Hölle gibt es solche Abgründe, wimmelt es von
angsteinflößenden Dämonen. Manche Szenen werden den Zuschauer nicht mehr so
schnell loslassen - und einige Leute überhaupt nicht.
Die Handlung ist im
Grunde oberflächlich, die innere Welt muß den Action-Szenen Platz machen; die
Tränen am Schluß, als der Freund zum Titelhelden zurückkehrt, wirken kaum echt.
Das größte Plus: Der Film ist sexfrei. Und schmunzeln kann man darüber, daß
"Die Gefährten" (der erste Film aus der dreiteiligen Serie) mit ihren
Schwertern so lange Zeit große Scharen von Ungeheuern erlegen, ohne daß sie
selbst Schaden nehmen. Aber das ist in den meisten Filmen so.
Einer der Höhepunkte:
Der Zauberer Gandalf vermag es, auf schwankender Steinbrücke stehend, so lange
das furchterregende Ungeheuer Balrog fernzuhalten, bis er schließlich in den
Abgrund stürzt. Seine Zauberkraft reicht nicht aus, dies zu verhindern, obwohl
er schon einmal auf Adlersrücken geflogen ist. Sonst führen die beiden Zauberer
alle möglichen Kunststückchen auf (Anmerkung: wir werden das noch selbst
erleben, sobald der Prophet des Antichrist auftritt): Feinde werden auf
wundersame Weise abgewehrt, ein Berg wird gesprengt, ein Codewort öffnet eine
Tür. Der Sturz des Zauberers erinnert immerhin daran, daß der Antichrist und
sein Prophet (ebenfalls von der genannten Berufsgruppe) am Ende der
Zeiten vom Erzengel Michael in den Abgrund der Hölle geschleudert werden.
Hier die für uns
eindrucksvollste Szene:
Die Gefährten stehen in einer Höhlenwelt auf einer schmalen
steinernen Brücke über einem tiefen Abgrund. Immer mehr Teile der Brücke
bröckeln ab, sie wankt, zerteilt sich, Teile fallen in die Finsternis, alles
schwankt und bebt, die Lage scheint aussichtslos, bis auf einmal ein Teil der
Brücke wieder mit dem anderen zusammenfällt und die Gefährten sich retten
können (ein Meisterstück der Spannung und Dramaturgie). Der "gute"
Zauberer Gandalf ist der letzte und bleibt zurück. Allein steht er der
Schattengestalt Balrog (im Film einem feuerspeienden Drachen ähnelnd) gegenüber
und ist drauf und dran, verschlungen zu werden. Doch er besinnt sich auf seine
Macht (wir zitieren aus J.R.R. Tolkien: Der Herr der Ringe, Band 1, Die
Gefährten, Klett Cotta Verlag, 10. Auflage, 2002, Seiten 426f.):
"Du kommst nicht durch", sagte er. Die Orks blieben stehen, und es
wurde totenstill. "Ein Diener des geheimen Feuers bin ich und walte der
Flamme Anors. Du kommst nicht durch. Das dunkle Feuer wird dir nicht helfen,
Flamme von Udûn! Geh zurück in den Schatten! Du kommst nicht durch!" Die
Brücke knackte. Genau unter den Füßen des Balrogs brach sie, und der Stein, auf
dem es stand, stürzte in die Tiefe, während der Rest bebte, aber stehen blieb
wie eine ins Leere herausgestreckte steinerne Zunge. (Anmerkung: Dies
erinnert uns an "Das versteinerte Gebet" von Karl May.) Mit einem
wüsten Schrei stürzte das Balrog vornüber und verschwand mitsamt seinem
Schatten. Aber noch im Fallen schwang es die Peitsche, und die Riemen
prasselten und wickelten sich dem Zauberer um die Knie und zerrten ihn zum
Rand. Er verlor den Halt und fiel, vergebens nach dem Stein greifend, in die
Tiefe. "Flieht, ihr Narren!" rief er noch, und weg war er.“ (Anmerkung:
"Flieht, ihr Narren!" rufen auch wir jenen zu, für die solche
Geschichten zur Sucht geworden sind. Vielleicht legte Tolkien dem Zauberer
bewusst diese Worte in den Mund - doppelsinnig.)
Hauptfigur ist der junge
Hobbit (Halbling) Frodo Baggins aus dem Auenland, gespielt von dem nicht gerade
übermäßig kleinen Elijah Wood. Diesem wird der goldene Ring von den Völkern der
Mittelerde anvertraut, den er verstecken muß, damit ihn die Verbündeten des Bösen
nicht finden, denn der Böse, Sauron, das rote Auge, ist nur Geist und kann ohne den Ring keine Gestalt annehmen.
Sobald er den Ring in seinen Besitz bekommt, wird er die Welt unterjochen.
Zauberer Gandalf liest die Worte vor, die in den Ring eingraviert sind (S. 332
f.):
Ash nazg durbatulûk, ash nazg gimbatul,
ash nazg thrakatulûk agh burzum-ishi krimpatul.
Ein Ring, sie zu knechten, sie alle zu finden,
Ins Dunkel zu treiben und ewig zu binden.
So ist dieser Ring zum
Fluch für alle Lebenden geworden. Saruman der Weiße, der Oberste des Ordens der
Zauberer, wechselt die Fronten und versucht vergeblich, den „guten“ Zauberer
Gandalf auf die Seite Saurons zu ziehen:
„Es beginnen die Jüngeren Tage. Die Zeit der Elben ist vorüber,
aber unsere Zeit bricht an: in der Welt der Menschen, die wir regieren müssen.
Aber dazu brauchen wir Macht, Macht, um alle Dinge nach unserem Willen zu ordnen, zu jenem
höchsten Zweck, den nur die Weisen zu sehen vermögen. Wir können uns mit dieser Macht
verbünden.“ (S. 338f.)
Als Gandalf nicht
mitmacht, versucht Saruman vergeblich, ihn zu vernichten. Wie „Harry Potter“
nährt "Der Herr der Ringe" den Glauben an die Kraft von
Zaubersprüchen (zum Beispiel „Annon edhellen, edro hi ammen! Fennas
nogothrim, lasto beth lammen!“, S. 398). Doch in der Bibel steht:
Vielleicht war Tolkien
Christ, bevor er die rund 1200 Seiten schrieb, oder er bekehrte sich danach zum
Christentum. Jedenfalls schrieb er sie nicht in christlichem Geiste; seine
Eingebungen erhielt er mit Gewissheit nicht von guten Geistern. Immer und
überall auf dieser Erde werden die Menschen getäuscht vom Vater der Lüge und
seinen Spießgesellen.
Auf Fehlbesetzungen
mancher Rollen wollen wir die Produzenten lieber nicht aufmerksam machen.
Zum Erfolg trug die
verwendete Sprache bei. Tolkien war Sprachwissenschaftler, Professor für altes
Englisch. Er verwendete vorwiegend Ausdrücke, die altertümlich, ja altgermanisch
klingen wie Gondor, Fernmark, Schneeborn, Steinkarrental, Ostfold, Sirith,
Rohan , Druadan-Wald, Rhudaur, Enedwaith, Nindalf, Anorien, Ithilien; dunkle
Begriffe wie Totensümpfe, Walstatt, Schattengebirge, Düsterwald vermitteln
Atmosphäre. Und die Gedichte:
Die Welt ist grau, der Berg ist alt,
Die Essen leer, die Aschen kalt,
Kein Harfner singt, kein Hammer fällt;
das Dunkel herrscht in Durins Welt,
Sein Grab liegt unter Schatten da,
in Khazad-dûm, in Moria.
Manche Leute, die wenig zu
tun haben, werden die zur Mittelerde vorgedrungenen Elbenworte vielleicht sogar
auswendiglernen:
Si man i yulma nin enquantuva, Namárië! Nai
hiruvalye Valimar. Nai elye hiruva. Namárië! (S. 488)
Das
"Ringgedicht" kennen wahre Fans selbstverständlich auswendig,
schreibt die Jugendzeitschrift JÖ (Dez. 2001):
Drei Ringe den Elbenkönigen hoch im Licht,
sieben den Zwergenherrschern in ihren Hallen aus Stein.
Den Sterblichen, ewig dem Tode verfallen, neun.
Einer dem dunklen Herrn auf dunklem Thron
im Lande Mordor, wo die Schatten drohn.
Ein Ring, sie zu knechten, sie alle zu finden,
ins Dunkel zu treiben und ewig zu binden
im Lande Mordor, wo die Schatten drohn.
Zweifellos hat der Film
für Leinwand-und-Bildschirm-Dauerkonsumenten großen Unterhaltungswert. Vieles
von dem, was wir hier kritisiert haben, trifft schließlich auf das ganze Genre
zu. Womöglich nimmt auch ein großer Teil der Jugend, die systematisch von früh
auf an Gewalt und Horror gewöhnt wurde, an der Seele keinen so großen Schaden
wie wir befürchten. Die Routine läßt sie Szenen des Schreckens lange nicht so
empfinden wie etwa Menschen, die ohne Fernsehen aufgewachsen sind, erstmals ein
Kino betreten und beim Anblick der Monster vielleicht einen Schock erleiden.
Trotzdem ein klares
Fazit. Die Welt Tolkiens ist eine gefährliche künstliche Scheinwelt:
|
FILMWELT |
WIRKLICHE, CHRISTLICHE WELT |
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Der Mächtigste: |
Der Allmächtige: |
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Mittel zur Erlösung: |
Mittel zur Erlösung: |
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Handelnde: |
Handelnde: |
Fazit:
Gott kommt bei Tolkien nicht
vor. Der Autor will zwar, daß das Gute das Böse besiegt, benutzt christliche
Tugenden wie Tapferkeit und Treue, missbraucht sie aber, weil er seine Helden
ohne Gott handeln lässt. Sie wenden weiße Magie an. Aber auch diese ist dem
Christen verboten. "Was aber nicht aus dem Glauben geschieht, ist
Sünde." (Römer 14,23)
So ist alles eine große
Täuschung. Den wirklichen Endkampf gewinnen nicht irgendwelche Kino- und
TV-Figuren, sondern die Heere Gottes. Alle werden staunen, wie unüberwindbar
die jetzt noch verborgenen Streitmächte des Guten sind.
Mensch, unterscheide:
·
Dort
sind die Scheinwelt von Hollywood-Kino und Fernsehen und die virtuelle Welt des
Internet mit ihren Hexenküchen. Hier aber ist der Ort der Pflicht und Bewährung
und Prüfung, hier ist die Geisterschmiede von Kutub (lies Karl May: Ardistan
und Dschinnistan).
·
Dort
hinter den Kulissen wird der Gifttrank gebraut, der auf dem Wege der
Massenmanipulation alle verderben soll. Hier im Alltag entsteht unter Leiden
und Schmerzen der neue Mensch, der zu christlicher Vollkommenheit berufen ist.
Er wird sein wie die Apostel, die schon damals sprechen konnten: "Herr,
auch die bösen Geister sind uns untertan in deinem Namen" (Lukas 10,17)
Hoffen wir, daß
möglichst viele Medien-Konsumenten aus dem Reich der Schatten wieder
herausfinden, vom Dunkel des Aberglaubens zurück ins Licht des Glaubens.
Als kulturellen Ausgleich, Kontrapunkt oder Alternativ-Tipp zu
diesem Horrorfilm empfehlen wir etwas Unbeschwertes, die Sinne Erhebendes, zum
Beispiel einen Operettenabend mit Werken von Roman Pola,
"Zwei Herzen im Schnee", "Kathi", "Die schöne
Boznerin". Am 12. und 13. Januar erfreuten die Heimat-Bühne Branzoll und
der Deutsche Theaterverein Margreid mit diesen Meisterwerken in Branzoll und am
19. und 20. Januar 2002 in Margreid ein dankbares Publikum. Unsterbliche,
wunderschöne Melodien waren zu hören. Unter den hervorragenden Sängerinnen
brillierte Sabine Brusinelli. Wer will, kann sich auch die CD besorgen von
Roman Pola: Die schöne Boznerin. Operette in 3 Akten, großer Querschnitt.
Mitwirkende: ein Bozner Operettenorchester, Singkreis Runkelstein, Böhmische
der Stadtkapelle Bozen, Inszenierung Erich Innerebner, Dirigent Gottfried Veit,
Produzentin Haidi Romen. Bestellung bei: 0039/0471/354256, Fax +39/0471/3633647,
heidir@tin.it
Ganz nebenbei: Lieber 100 Euro für einen Operettenabend mit Werken des 1908
geborenen Roman Pola ausgeben als einen Euro für 100 Songs von Madonna, Britney
Spears ound Maria Carey.
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