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1-1G3

Der Gerechtigkeitswunsch des hl. Franziskus

22.10.2013

Eine Erklärung für die Milde des Franziskus von Assisi im Umgang mit Brüdern, welche die Ordensregeln übertraten, ‒ es gibt freilich erschreckende Ausnahmen! ‒ finden wir in einer von Spiritualenkreisen verbreiteten Aussage des Heiligen:

„Wenn ich die Sünden (der Brüder) nicht mehr durch Predigt und Ermahnung bekämpfen und ausrotten kann, verzichte ich darauf, wie ein Henker die Brüder zu bestrafen und zu züchtigen, wie die Obrigkeiten dieser Welt es tun.

Denn ich vertraue auf den Herrn, daß die unsichtbaren Feinde, welche vom Herrn beauftragt sind, in dieser und in der zukünftigen Welt die Sünden zu bestrafen, die Rache an denen nehmen, welche die Gebote des Herrn und ihr Gelübde übertreten, und dafür sorgen, daß sie zu ihrer Schmach und Schande von den Menschen dieser Welt bekämpft werden und dadurch zu ihrer Berufung und zu ihrem Gelübde zurückkehren.“

Darauf macht P. DDR. Sophronius Clasen OFM verdienstlicher Weise in seinem empfehlenswerten Buch „Franziskus – Engel des sechsten Siegels“, Dietrich-Coelde-Verlag Werl, 1962, S. 58, aufmerksam.

Vergleiche: Streit im Orden, Chronik der Minderen Brüder Kap. 101A

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