ETIKA

MARIA - ÖKUMENE

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10.3.2003

1-4A11

Martin Luther:
Das Magnifikat u. a.

Im Anhang Texte von Papst Johannes Paul II. und Bonaventur Meyer

Viele evangelische Christen wissen nicht, daß Martin Luther zeitlebens Maria Verehrung entgegengebracht hat. Er hat um 1521 das Magnifikat, den Lobpreis Mariens nach Lukas 1, 46-55, verdeutscht und ausgelegt. Noch 1533 sagte er: "Creatura Maria non potest satis laudari" - "Maria kann nicht genug gelobt werden". Das Buch, Teil der Calwer Luther-Ausgabe (Siebenstern Taschenbuch-Verlag München), wurde nachgedruckt vom katholischen Herder-Verlag Freiburg (125 Seiten, Bestellnummer 01675, Herder-Bücherei Band 175).
Im Vorwort geht Dr. Albert Brandenburg auf das neue Klima im ökumenischen Dialog ein und schreibt: "Wir geben uns der begründeten Hoffnung hin, daß wir in einigen Jahren - wenn auch bei uns inzwischen unbiblische, unkirchliche, untraditionelle Übertreibungen abgebaut sind - von einer evangelisch-biblischen Wiederentdeckung Marias sprechen, welche ist die Magd und Dienerin Gottes, die Mutter unseres Herrn und damit das Urbild der Kirche, wovon Luther so oft gesprochen hat."

Martin Luther: Das Magnifikat

Vorrede und Eingang: Das Magnifikat als Zeugnis der Erfahrung von Gottes Wirken.

1. Die Erfahrung lehrt: Gott erhöht das Niedrige, erniedrigt das Hohe.

2. Diese Erfahrung von Gottes Art machen alle Christen.

b) Auch Maria lobt Gott, weil er sie in niedrigem Stande ansah: so machte es auch hier die liebliche Mutter Christi und lehrt uns durch das Beispiel ihrer eigenen Erfahrung und durch Worte, wie man Gott anerkennen, lieben und loben soll.

Denn mit fröhlichem (freudig) springenden Geist rühmt sie sich hier und lobt Gott, er habe sie angesehen, obwohl sie niedrig und nichts gewesen sei; darum muß man annehmen, daß sie arme, verachtete, geringe Eltern gehabt hat. Und um es anschaulich zu machen für die einfachen Leute: es sind ohne Zweifel die Töchter der obersten Priester und Ratsherren in Jerusalem reich, hübsch, jung und gebildet gewesen und in den Augen des ganzen Landes aufs ehrenvollste geachtet, wie es jetzt die Töchter der Könige, Fürsten und reichen Leute sind; ebenso ist´s auch noch in vielen anderen Städten gewesen. Auch zu Nazareth, in ihrer Vaterstadt, ist sie nicht Tochter der obersten Regenten, sondern eines gewöhnlichen, armen Bürgers gewesen, auf welche niemand viel gesehen noch achtgehabt hat. Und sie ist unter ihren Nachbarn und (deren) Töchtern ein schlichtes Mägdlein gewesen, das das Vieh und das Haus besorgt hat, ohne Zweifel nicht mehr als jetzt eine arme Hausmagd sein mag, die tun muß, was man sie im Haus tun heißt.

Auslegung, Erster Teil, II 2 d) Maria überwindet die große Versuchung zum Selbstruhm: Sie sieht sich als Gottesmutter über alle Menschen hinausgehoben und bleibt doch so einfältig und gelassen dabei, daß sie deshalb nicht eine geringe Dienstmagd für unter ihr angesehen hätte. Oh, wir armen Menschen! Wenn wir ein wenig Gut, Gewalt oder Ehre haben, ja ein wenig hübscher sind als andere, sind wir nicht imstande, uns einem Geringeren gleichzustellen, und gibt´s im Ansprüchemachen kein Maß; was wollten wir erst tun, wenn wir große, hohe Güter hätten? Darum läßt uns Gott auch arm und unglücklich bleiben... Aber dies Herz Marias steht fest und gleich zu aller Zeit: sie läßt Gott in sich wirken nach seinem Willen und nimmt (für sich) nicht mehr daraus als einen guten Trost, Freude und Zuversicht in Gott. So sollen wir es auch machen...

Dritter Teil, II 2 c) Der wirklich Dankbare lobt Gott über viel oder wenig Gütern: Ein Vogel singt und ist fröhlich in dem, was er kann, und murrt nicht, daß er nicht reden kann. Ein Hund springt fröhlich und ist zufrieden, obwohl er keine Vernunft hat. Alle Tiere lassen lassen sich genügen und dienen Gott mit Lieben und Loben. Nur das böse, eigennützige Auge des Menschen, das ist unersättlich.

Fünfter Teil, 5 b) Maria ... lehrt uns die Werke, die Art, die Natur und den Willen Gottes recht erkennen.

 


Maria führt zu Christus

Maria vereinigt in ihrer Person das ganze Mysterium der Kirche, sie ist die "erwählte Tochter des Vaters", die das Gnadengeschenk Gottes frei angenommen und ihm bereitwillig zugestimmt hat. Als "Tochter" des Vaters war sie würdig, die Mutter Seines Sohnes zu werden: "Mir geschehe, wie du es gesagt hast" (Lk 1,38). Sie ist die Mutter Gottes, weil sie ganz die Tochter des Vaters ist.

Nur ein Wunsch erfüllt ihr Herz, sie möchte die Christen in ihrem Bemühen, als Kinder Gottes zu leben, unterstützen. Als liebevolle Mutter führt Maria sie unablässig zu Christus, damit sie, Ihm nachfolgend, lernen, ihre Beziehung zum Vater des Himmels zu vertiefen. Wie bei der Hochzeit zu Kanaan fordert Maria sie auf, das zu tun, was der Sohn ihnen sagt (Joh 2, 5), in der Gewißheit, daß das der Weg zum Haus des "Vaters des Erbarmens" (2 Kor 1, 3) ist.

Johannes Paul II. in seiner Botschaft zum XIV. Weltjugendtag
in: das neue Groschenblatt 3/1999


Die Unbefleckt Empfangene

Das auserwählteste aller Geschöpfe ist die Gottesmutter Maria. Ihr gnadenvolles Leben und Wirken war im ewigen Ratschluß Gottes vorgesehen und beschlossen. Gott hat sie durch ein besonderes Privileg ausgenommen von der Erbsünde, welche vom Ungehorsam der Stammeltern durch Zeugung auf alle übrigen Nachkommen vererbt wird. So überragt sie als Unbefleckt Empfangene alle Geschöpfe. Sie gab Gott ihr Jawort für seinen Heilsplan, wissend um die schrecklichen Martern, wie sie der greise Simeon voraussah (Lk 2, 35) und wurde von Gott zur Miterlöserin und Fürsprecherin bestimmt.

(Auf Wunsch stellen wir Ihnen darüber gerne weitere Informationen zu.)

Dagegen wütet der Drache, den SIE - wie es das 12. Kapitel der Geheimen Offenbarung beschreibt - als Frau mit den zwölf Sternen um ihr Haupt - nach dem Willen ihres Sohnes überwunden hat.

So wird sie von den gläubigen Katholiken und seit jeher in der Ostkirche hochverehrt, indes sie durch falsche Sicht und Aufklärung heute in eigenmächtiger Interpretation der Bibel von vielen erniedrigt und entwürdigt wird. Jetzt, wo der Geruch des sich ausweitenden Krieges, Naturkatastrophen und Seuchen, das drohende Strafgericht Gottes ankündigen, ist eine Neubesinnung geboten!

Die spanische Äbtissin Maria von Agreda (1602 - 1665), eine demütige Sühneseele, war auserwählt, erhabene Einsichten über die große Gestalt der Gottesmutter der Welt zu künden. Die Angriffe auf ihr Werk waren wohl die schlimmsten je gekannten, weil darin der Sturz Luzifers und seines Anhanges in allen Phasen geschildert ist. Große Heilige und Theologen haben schließlich dieses Werk als die erhabenste Offenbarung über Maria empfohlen.

Eher als die Erschaffung aller andern Geschöpfe, ja als des Himmels mit der geistigen Engelwelt und des ganzen Weltalls war Maria im Plan Gottes, weil durch SIE die Zweite Person der allerheiligsten Dreifaltigkeit, der Erlöser, seinen menschlichen Leib annehmen sollte.

Ihr gebührt nach Gottes Plan große Verehrung, denn sie ist auch die Mutter und Fürbitterin aller Menschen.

Bonaventur Meyer

Vergleiche dazu Maria von Agreda:
Leben der Jungfrau und Gottesmutter Maria, vier Bände, à Franken 25.-, zu beziehen durch: Marianisches Schriftenwerk, CH-4632 Trimbach.

Maria, die gütige, hat geholfen! Maria, die getreue, wird helfen!
(Votivtafel in Maria Weißenstein)

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