ETIKA

MARIA

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11.10.2002

1-4A15

Maria, warum weinst Du?

Antwort katholischer Christen auf die vielen Angriffe gegen die Jungfrau und Gottesmutter Maria, von H. W.

Vorab ein Wort an alle außerhalb der katholischen Kirche Stehenden:

Jene, die

·        ohne ihre Schuld außerhalb der katholischen Kirche stehen,

·        aufrichtig die Wahrheit suchen,

·        nach bestem Wissen die Gebote halten,

gehören zwar nicht äußerlich, aber innerlich zur Kirche und können selig werden.

Marien-Verehrung ist nicht verpflichtend!

Der katholische Christ ist im allgemeinen heute nicht mehr imstande, klar und deutlich sein Bekenntnis zu formulieren und anderen gegenüber höflich und bestimmt zu bekunden.

Zuerst ist bei Diskussionen oder persönlichen Gesprächen zu fragen, ob der Gesprächspartner an Gott glaubt, was meist bejaht wird. Die zweite Frage nach der Allmacht Gottes wird mit Unsicherheit, mit Forderungen, Anschuldigungen und Ausflüchten oder Schweigen beantwortet.

Da ist leider keine weitere Darlegung möglich, weil sie nur im Streit endet.

Toleranz ist zu gewähren – aber auch zu verlangen.

Bitte, achten Sie meine Überzeugung!

Bitte, beleidigen Sie mich nicht!

Danken wir Gott für alles Gute!

Oder ablenken: Heute ist herrliches Wetter! Welch herrliche Blumen in diesem Schaufenster, in diesem Garten ... oder was immer passend und neutral.

Wollen Sie sich genau informieren?

Darf ich Ihnen das Buch ... leihen?

Und viele andere Möglichkeiten, Streit und Unfrieden zu vermeiden, ohne zustimmend zu nicken oder den anderen zu meiden.

Wer uns in aller Ruhe anhören will, dem sei erklärt:

„Empfangen vom Heiligen Geist

Geboren aus Maria der Jungfrau“

Gott hat alles erschaffen, den Menschen als Mann und Weib Zeugungskraft und Empfängnisbereitschaft gegeben. ER bedarf keiner Materie, keines Körpers, um die Zeugungskraft wirken zu lassen. So bleibt Maria Jungfrau und kann Christus den menschlichen Körper schenken. Sie ist echte Mutter nach Gott gegebenen Gesetzen, und Gottes Sohn ist echter Mensch, Person mit Namen, ausgewiesen als Angehöriger eines Volkes, registriert nach Vorschrift, eine geschichtliche Person. Von Gott her gesehen: Gott-Mensch. Von Maria her gesehen: Menschen-Sohn.

Christus konnte nicht mit dem Körper des ersten Menschen in die damalige Welt direkt aus Gottes Hand kommen, da der Körper Adams anders war: rein, strahlend, leidensunfähig und nicht vom Tod bedroht.

Christus nahm den Körper der Menschen nach dem Sündenfall an: schwer, leidensfähig, vergänglich. ER nahm nicht die Erbsünde an, aber die nach der Erbsünde veränderte Materie (ER wurde uns in allem gleich, außer der Sünde).

Auch Maria war von der Erbsünde befreit, da aus ihrem Körper der Körper des Gottessohnes hervorgehen sollte. Wie Adam und Eva einst im Paradies aus Gottes Hand ohne Sünde hervorgegangen waren, so war die neue Eva sündelos durch Gottes Allmacht, da der neue Adam aus ihm hervorgehen sollte.

Der Menschensohn konnte versucht werden, als Gottmensch aber nicht sündigen, da SEINE göttliche Natur über dem Teufel stand und ER den menschlichen Leib freiwillig dem Tod anheimgeben musste.

Maria war, blieb und ist Mensch, keine Göttin, und musste die Probe der Eva bestehen, sich ganz Gott zu unterwerfen, auf IHN zu vertrauen, auch als ihr Sohn, der Gottessohn ihr tot in den Schoß gelegt worden ist.

„Ich glaube an die Auferstehung des Fleisches.“

Sie litt, zweifelte und verzweifelte nicht.

Da sie auch aus eigenem Willen sündelos war, ging auch ihr Körper nach der Entschlafung in das Reich Gottes ein, zu Seiten ihres Sohnes als erster aller Menschen. Ein Trost für uns arme Evaskinder, die Tod und Verwesung erleiden müssen, bis zum Endgericht, wenn auch die Materie von Gott erneuert und erlöst wird.

So sind die beiden Dogmen von der Vernunft her anzunehmen.

Maria, ohne Sünde empfangen.

Maria, mit Leib und Seele in die Herrlichkeit Gottes, die ewige Seligkeit eingegangen.

Wer es fassen kann, fasse es.

Der andere glaube es liebend.

Das Gebet zu Maria ist in erster Linie Gruß – Gruß des Engels laut Evangelium.

Viele Menschen können sich zwar einen predigenden und heilenden, ja einen leidenden Jesus vorstellen – aber kein Jesuskind, das von SEINER Mutter abhängig ist, gepflegt, ernährt, gehegt, liebkost werden muß, auch belehrt, geführt bis zur Volljährigkeit.

„Ihr werdet ein Kind finden, das in Windeln gewickelt ist und in einer Krippe liegt.“

Ohne Mutter ist dieses Kind nicht zu denken. Die Liebe zum Jesuskind kann ohne Liebe zu Maria nicht gedacht werden. Eine menschliche Mutter kann nicht gerade das Gefallen und die Freude ihrer Umgebung sein, aber um ihres kleinen Kindes wollen wird man auch ihr freundlich entgegenkommen und helfen. Wie viel mehr wird man die bescheidene liebliche Mutter Jesu um Seinetwillen ehren und lieben.

Wie ist es aber mit dem Gebet, das nicht nur Verehrung und Lobpreis darstellt, sondern Bitte? Dürfen wir Maria bitten?

„Maria, bitt bei Deinem Sohn“

Kann sie Fürsprache einlegen, kann sie, darf sie vermitteln?

„Heilige Maria, bitte für uns Sünder, jetzt und in der Stunde unseres Todes.“

Jeder Mensch kann Fürsprache für einen anderen einlegen, also auch Maria. Da sie als Mutter Gottes, Mutter des Erlösers eine besonders hohe Stellung einnimmt, ist ihre Fürsprache besonders wichtig.

Es besteht dazu aber kein Zwang. Aber wer meint, er dürfe sich nur an Jesus selbst wenden, liest über die Hochzeit zu Kana, wie Jesus SEINE Mutter aufmerksam macht, dass SEINE Zeit noch nicht gekommen ist, ihren Wunsch aber dann doch erfüllt.

Johannes hätte kaum den Mut gefunden, Jesus auf dem Kreuzweg zu begleiten, wenn er es nicht selbstverständlich gefunden, die Mutter Jesu zu begleiten, zu schützen und zu stützen. Von Christus wurde er ihr an SEINER Stelle als Sohn anvertraut. So dürfen auch wir sie als Kinder lieben, verehren und bitten.

Jesus und Maria kann man nicht trennen. Die einen kommen durch Maria zu Jesus, die anderen müssten eigentlich durch Jesus zu Maria, SEINER Mutter gern kommen.

Maria weint, weil wir, ihre Kinder Gott beleidigen, und nicht, weil viele Menschen sie vergessen und nicht genügend ehren.

Ikone von Roca Bon

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