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ETIKA |
MARIA |
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Der Name Maria, ein glänzender Schild in des Lebens Gefahren |
Alfred Schauhuber, Oberhollabrunn, in: Unsere Fahne, Sodalen Korrespondenz für Studierende, IV. Jahrgang, 5. Heft, 1. Mai 1914 |
Sahst
Du, lieber Leser, wie eine sorgsame Mutter ihr liebes Kindlein beten lehrt?
Sanft faltet sie seine Hände und spricht ihm andächtig und innig die süßen
Worte vor: "Jesus, Maria". Und wenn des Kindes Rosenmund zum
ersten Mal: "Jesus, Maria" stammelt, dann drückt es die
hocherfreute Mutter an ihre Brust und herzt und küßt es. Täglich empfiehlt sie
ihr Kind der Mutter, der Königin des Himmels. Sie gibt ihm den süßen Namen
Maria mit auf den dornenvollen Lebensweg und dieser Name ist des Kindes Schutz
in Gefahr und Versuchung.
Ein
süßer, herrlicher Name singt und klingt in seinem Herzen, der trostreiche Name
Maria. Und wenn das Kind zum Studenten herangewachsen ist, wenn es das Band des
Sodalen trägt, dann möchte es "Maria" hinausrufen über Berg und Tal.
Doch nein! Leise flüstert der Knabe den Namen, in des Herzens tiefstem Grunde
bewahrt er ihn, im Gebet spricht er ihn aus, innig und andächtig. Maria, dieses
süße, heilige Wort, es ist ihm ein glänzender Schild in des Lebens Kämpfen.
Wenn
des Verleumders giftige Zunge ihr häßliches Gift auf den Sodalen spritzt, wenn
er fast verzweifeln möchte, dann denkt er wieder an Maria. Tränen dringen in
sein Auge und er verzeiht.
Und
wenn er zu versinken droht in den Wogen und Wellen des Lebens, wenn sein
Schifflein bedenklich an eine Klippe getrieben wird, wenn er unter der
Kreuzeslast zusammenzubrechen droht, dann ruft er mit bebenden Lippen den
heiligen Namen: "Maria". Die Last wird ihm dann süß. Leichten Herzens
geht er dann durchs Leben. Sein Auge richtet das Marienkind auf Maria, das
Steuerruder seines Schiffleins aufs Jenseits.