ETIKA

MARIA

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9.9.2002

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Der Name Maria, ein glänzender Schild in des Lebens Gefahren

Alfred Schauhuber, Oberhollabrunn, in: Unsere Fahne, Sodalen Korrespondenz für Studierende, IV. Jahrgang, 5. Heft, 1. Mai 1914

Sahst Du, lieber Leser, wie eine sorgsame Mutter ihr liebes Kindlein beten lehrt? Sanft faltet sie seine Hände und spricht ihm andächtig und innig die süßen Worte vor: "Jesus, Maria". Und wenn des Kindes Rosenmund zum ersten Mal: "Jesus, Maria" stammelt, dann drückt es die hocherfreute Mutter an ihre Brust und herzt und küßt es. Täglich empfiehlt sie ihr Kind der Mutter, der Königin des Himmels. Sie gibt ihm den süßen Namen Maria mit auf den dornenvollen Lebensweg und dieser Name ist des Kindes Schutz in Gefahr und Versuchung.

Ein süßer, herrlicher Name singt und klingt in seinem Herzen, der trostreiche Name Maria. Und wenn das Kind zum Studenten herangewachsen ist, wenn es das Band des Sodalen trägt, dann möchte es "Maria" hinausrufen über Berg und Tal. Doch nein! Leise flüstert der Knabe den Namen, in des Herzens tiefstem Grunde bewahrt er ihn, im Gebet spricht er ihn aus, innig und andächtig. Maria, dieses süße, heilige Wort, es ist ihm ein glänzender Schild in des Lebens Kämpfen.

Wenn des Verleumders giftige Zunge ihr häßliches Gift auf den Sodalen spritzt, wenn er fast verzweifeln möchte, dann denkt er wieder an Maria. Tränen dringen in sein Auge und er verzeiht.

Und wenn er zu versinken droht in den Wogen und Wellen des Lebens, wenn sein Schifflein bedenklich an eine Klippe getrieben wird, wenn er unter der Kreuzeslast zusammenzubrechen droht, dann ruft er mit bebenden Lippen den heiligen Namen: "Maria". Die Last wird ihm dann süß. Leichten Herzens geht er dann durchs Leben. Sein Auge richtet das Marienkind auf Maria, das Steuerruder seines Schiffleins aufs Jenseits.

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