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ETIKA |
Pedro Varela |
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1-4M1 |
Eine Überzeugung |
Übersetzung: Rainer
Lechner |
Das Thema meines heutigen
Briefes tritt aus dem Rahmen des Gewohnten heraus. Ich schreibe das Folgende,
weil ich mir bewußt bin, daß es, nach den Worten von Meinvielle, in unserer
Epoche keinen heiligen Ort, keine heilige Zeit gibt.
Vor acht oder neun Jahren
hörte ich das erstemal von Medjugorje, ein Name, der mir vollkommen unbekannt
war, entfernt und fremd, und der mir am Anfang nichts sagte. Durch eine Serie
von kettenartigen Zufällen erreichten mich bald ausgiebige Informationen, die
ich gar nicht angefordert hatte, aus N. Auch ein Freund in S. hatte mir
gegenüber das Geschehen kommentiert, nicht ohne mich zu warnen, daß es sich um
eine Fälschung handeln könnte.
Erst im Januar 1989,
als ich den Bericht einer hispanoamerikanischen Gruppe las, gelangte ich zum
Schluß und zur Überzeugung, daß das, was sich in Medjugorje abspielte, wahr war
und daß vor allem die Botschaft der Jungfrau wichtig und dringend war.
Seit damals habe ich nie
aufgehört, mich mit dem Thema zu beschäftigen. Ich habe mit Wonne all das
gelesen, was in meine Hände kam, und war bemüht, an Konferenzen und
Pressegesprächen teilzunehmen. Dies ging so weit, daß ich einen Freund bat,
eine kurze Reise nach Kroatien (der Name Hrvatska kommt von Kreuzzug) zu
organisieren, um mit den Sehern zu leben, die Atmosphäre, die sie umgibt, zu
spüren, und Nachrichten aus erster Hand zu erlangen.
Bald entschied ich mich,
die Informationen, die ich besaß und die anscheinend nicht so viele kennen,
zusammenzufassen. Mit großen Pausen, regelmäßig am Tag des hl. Johannes, dem
Jahrestag der Erscheinungen, las ich die vorliegende Übersicht, die ich endlich
Freunden und Interessierten übergebe.
Gewiß stimmt es, daß ich
von vornherein dazu neigte, die Botschaft von Medjugorje für echt zu halten,
zumal ich mich schon sehr früh auf der gleichen geistigen Linie bewegte. Meine
erste Beschäftigung mit dem Thema in den Jahren 1973/74, zu der mir ein in L.
wohnender guter Freund und überzeugter Katholik Anlaß gab, wie auch die
idealistische Erziehung, die ich während meiner ganzen Jugend genoß, bereiteten
das Feld dafür vor.
Ohne Zweifel werden andere
Lebenserfahrungen gemacht haben, die hiervon ganz verschieden sind und in ihrem
Innern jeden Rest von Glauben ausgelöscht haben. Abr wie in dieser Arbeit
gezeigt wird, hat jede Person die Fähigkeit, die Existenz Gottes zu erkennen.
Diese Möglichkeit ist dem menschlichen Wesen angeboren, ist wesenseins mit dem
Menschen.
Die spanische mystische
Tradition, die uns einen heiligen Johannes vom Kreuz gegeben hat, eine heilige
Teresa von Avila, einen Luis von Granada, einen heiligen Franz Xaver, einen
heiligen Ignatius von Loyola, einen heiligen Dominikus und so fort; und die
düstere und asketische Persönlichkeit des spanischen Volkscharakters —
wenigstens in seinem idealistischen und edlen Teil —, der sich treu in unseren
Klassikern widerspiegelt, machen aus dieser Erde und diesem Volk ein so
brauchbares Feld für eine religiöse Sicht der Welt und des Lebens wie umgekehrt
proportional für die soziale Ordnung der Dinge, Geschäfte und irdischen
Angelegenheiten. Gute Soldaten, Krieger und Heilige in Zeiten des Kampfes und
der Schwierigkeiten, sind die Spanier nomalerweise wenig aufgeschlossen für das
Soziale, ja schlaff und nachlässig in Zeiten des Friedens.
Cervantes, Lope de Vega,
Calderón lebten und spiegelten in ihrem Werk die heroische Größe, aber auch das
ganze tragische Schicksal ihres Volkes wider. Wo würden wir heute solche Leute
finden? Es sind die heroischen Dichter und die Dichter des Heroismus. Es sind
die gläubigen Helden, die als lebenswichtige Nahrung die Religion ihres Volkes
aufnahmen und ihr Blut für die heilige Mutter Kirche gaben. Hehre Wandlungen im
Innern bewirkten, daß sie den Dienst an ihren Frauen aufgaben zugunsten des
Dienstes am König und diesen schließlich zugunsten des Dienstes am Höchsten.
Schöpferisch bis zum Ende, angebetet von seinem Volk, lebte Lope wie ein Büßer,
fern von der Welt, die er mit so üppigen Farben beschrieb. Und er starb so wie
er gelebt hatte, mit den Lippen ans Kruzifix geheftet.
"Seid gute
Menschen" — dies ist die letzte Lehre, die Cervantes in "Don
Quijote" seiner Epoche mit überwältigender Einfachheit gab; seine Zeit
konnte, wie die unsere, mit keinem Heldentum wie dem seinen mehr gerettet
werden.
Von Lope wissen wir, daß
er auf dem Totenbett versicherte, er würde seinen ganzen Ruhm als Dichter
eintauschen, wenn er dafür eine gute Tat mehr hätte begehen können; er zog
etwas nicht in Betracht, was wir nicht vergessen wollen: daß sein ganzes
literarisches Werk in sich ein gutes Werk war. So beschreibt es der Forscher
Ludwig Schemann.
Wie bezeichnend ist es
auch, daß fast alle großen spanischen Dichter und Schriftsteller sich in ihrer
zweiten Lebenshälfte in den geistlichen Stand zurückzogen und sich nur noch mit
dem Glauben, der Religion beschäftigten und religiös wurden; darauf weist
richtig Glasenapp hin.
Aber war es etwa anders
bei Verdaguer und Maragall? In der Renaixença? Bei Eiximenis, um nicht zu
sprechen von Ramón Llull, dessen Geist, der der unsrige ist, sich so schön in
dem "Buch des Ritterordens" widerspiegelt? Nein, diese Vision der
Welt, aus der Versenkung in Gott entsprungen, ist die Quintessenz dieses Landes.
Und ich würde wagen zu behaupten, das die Völker Spaniens, mit Europa und in
Europa, ihre Bedeutung darin haben, daß sie katholisch sind, oder sie werden
nicht mehr sein. Wenn sie ihre transzendente Identität aufgeben, wird das der
Anfang sein, daß sie ihre Selbstachtung verlieren, und sie werden aufhören,
ihrer Existenz noch einen Wert beizumessen, denn sie werden auch ihren Norden
und ihren Führer verloren haben.
Niemand darf indessen
behaupten, sein Glaube sei der allein wahre. Und wenn unser Volk ihm große
Beweise der Liebe geliefert hat, so haben es andere vorher und nachher ebenso
getan. Führten sie vielleicht ein anderes Leben, die deutschen Minnesänger, von
Wolfram von Eschenbach bis Walter von der Vogelweide; Ritter, Künstler und
gleichzeitig Diener des religiösen Ideals?
Und innig vereint mit
ihnen allen stößen wir auf die romantische Bewegung, die für sich das
mittelalterliche Ideal der Ritterlichkeit in ihrer edelsten Ausprägung
wiedererlangt hat und, wie um den vermessenen, aber vergeblichen Versuch der
reinen Vernunft, in das Reich des Geistes einzudringen, herausfordern, zur
Natur, zur Religion und zum Vaterland zurückkehrt. Es ist kein Zufall, daß
Liszt seine Tage bendet, indem er das mystische Leben umarmt und daß Wagner uns
den "Parsifal" als Testament eines großen Werkes hinterläßt.
Die Liebe, um zu jener
Welt zurückzukehren — jener von Lope und Calderón, der Minnesänger, Llulls und
Maragalls — war nicht mehr die, welche man einmal platonische Liebe nannte,
sondern jene, welche man noch ritterliche Liebe nennt. Und es ist wichtig
festzustellen, daß die großen Befürworter der ritterlichen Liebe im Menschsein
auch die großen Verteidiger der göttlichen Liebe im Mystischen waren und große
Bewunderer — innerhalb einer Rangordnung von Werten, in der sich der Krieger
dem Beter unterwirft — jener Mönche der Ordensklöster und ihrer Ratschläge zur
Vollkommenheit, die in den Gelübden der Keuschheit, Armut und des Gehorsams
Gestalt annahmen, außerweltlichen Zielen, mit denen lange Zeit ein großer Teil
der Welt zivilisiert wurde. Die Mönche hatten das Volk pflügen und säen wie
auch lesen und schreiben gelehrt. Sie hatten sie alles gelehrt, was sie wußten.
Man kann wirklich sagen, daß die Mönche strenge, harte Praktiker waren, in dem
Sinne, daß sie nicht nur Praktiker waren, sondern auch streng; wenn sie sich
auch streng mit sich selbst zeigten und den übrigen dienten, wie Chesterton
richtig bemerkt.
Es ist nicht unbegründet,
daß — obwohl man es boshafter Weise das finstere Zeitalter nannte — drei
Viertel der größten Menschen, die es je in der Welt gegeben hat, aus jenen
kleinen mittelalterlichen Städten stammten.
Es erscheint begreiflich,
daß heute die neuen Barbaren des Kinos und der Massenmedien versuchen können,
die Ritterlichkeit in der Liebe zu zerstören, wie gewisse Barbaren der Politik
die Ritterlichkeit im Kriege zerstört haben.
Gewiß, je weniger ein
Mensch an sich selber denkt, umso mehr denkt er an sein Glück und an alle guten
Gaben Gottes.
Auf der anderen Seite
dürfen wir nicht vergessen, daß die Selbstaufopferung der Christen Osteuropas,
die drei Viertel des Jahrhunderts der Dünger für die neue, kommende Ära waren,
ein Martyrium darstellte in einem Ausmaß, das es nicht einmal in den alten
Zeiten gab, und wo das leidende russische Volk Zeugnis von diesem Glauben, der
nie erlischt, abgelegt hat, trotz aller seiner Henker.
Jemand wird sagen, daß das
hier Dargelegte nicht ernstzunehmen ist, andere werden mich in ihrer trotzigen
Verblendung der klerikalen Propaganda bezichtigen, wieder andere werden — und
das ist ihr Recht — sich entschließen, kein Komma dieses Artikels für wahr zu
halten.
Jeder handle gemäß seinem
Gewissen.
Ich kann nur eine
Überzeugung bestätigen, und zwar die meine.
Zu ihr bin ich nicht durch
wissenschaftlich–minutiöse, verstandesmäßige und methodische Forschung gelangt,
sondern einfach durch Intuition, innere Gewißheit, vielleicht durch das, was
ich transzendente Intelligenz nenne. Aber in keinem Fall kann ich mich selbst
verleugnen, und deshalb bekräftige ich das, was ich glaube.
Chesterton, der gefeierte
Dichter und scharfsinnige britische Schriftsteller, der zur katholischen Kiche
übergetreten ist, hat dies wie andere vortreffliche Engländer wie Bernard Shaw
erkannt, als er schrieb: "Die Leute glauben nicht, weil sie nicht über das
Gewohnte hinausdenken wollen".
Eine gute Freundin sandte
mir das "Buch vom Gottesfreund"; der katalanische Schriftsteller
Ramon Llull tat gut daran, es uns zu schenken.
Eines Tages dachte ich
darüber nach, ob ich nicht einen Bericht — den hier vorliegenden — über all das
verfassen sollte. Man würde ihn eher von einem Kirchenmann, nicht von jungen
Leuten erwarten. Würden normale Menschen an so etwas Interesse haben?
Mit Ramon Llull dachte
ich, "daß die Kraft der Liebe kein Maß kennt, wenn der Gottesfreund Ihn
innigst liebt". Und ich las weiter.
"Sie fragten den
Gottesfreund: Welches sind deine Schätze? Er erwiderte: Die Armut, die ich um
Gottes willen ertrage. — Und was ist deine Ruhe? — Die Mühe, die mir die Liebe
macht. — Und wer ist dein Arzt? — Das Vertrauen, das ich in meinen Geliebten
habe. — Und wer ist dein Meister? — Er antwortete und sagte daß die Geschöpfe
Gott widerspiegelten und er darin seinen Meister erkenne."
Ich zweifelte. Werden
jene, die sich für den politischen Idealismus begeistern, der immer weltlich
ist, Verständnis aufbringen für ein ausschließlich religiöses Thema? Das
Religiöse und das Weltliche vermischt, vereint, das eine vielleicht dem anderen
unterworfen, oder beide voneinander geschieden? Welches wird die richtige
Antwort sein? Das ist die große Frage, welche sich die Welt der Politik und
allgemein die gesamte westliche Gesellschaft seit der französischen Revolution
stellt und noch nicht gelöst hat. Und ich fahre fort mit der Lektüre:
"Gott sprach, daß der
Freund wenig von der Liebe verstünde, wenn er sich schäme, seinen Herrn zu
loben, und dort, wo er am meisten beleidigt würde, fürchte man sich, ihn zu
ehren; und wenig und wenig liebe derjenige, der sich über sein Mißgeschick
ärgere; und wer verzweifle an seinem Geliebten, erreiche den Einklang von Liebe
und Hoffnung nicht."
"Sag, Einfältiger,
was ist die Liebe? — Er antwortete: Liebe ist Übereinstimmung zwischen Theorie
und Praxis auf ein Ziel hin, das der Wille des Freundes anstrebt, damit die
Leute Gott ehren und ihm dienen... Und man erörtert die Frage, wer schuldiger
ist: die Menschen, die Gott schmähen, oder der Gottesfreund, der schwieg und
seinen Herrn nicht verteidigte.
Ich für meinen Teil
glaube, das das einfachste ist: "Mach dir nichts daraus, wenn jemand für
oder gegen dich ist; sei mehr darum besorgt, daß Gott in allem, was du tust,
mit dir ist".
Wenn wir mit dem Lesen
dieser Abhandlung fertig sind, mag es sein, daß uns nach den klaren Ermahnungen
Liebe oder Furcht erfaßt.
Anna Katherina Emmerich,
die von der Existenz von Wundern überzeugt war, ergänzt: "Ein lebendiges
Gottvertrauen, unschuldig und einfach, verwirklicht alles, alles nimmt Gestalt
an". Diese Erkenntnis lehrt uns, daß jedes Übel vermeidbar und erträglich
ist, wenn wir vollständig vertrauen.
Chesterton läßt keinen
Zweifel daran, daß es für einen Gläubigen ebenso logisch ist, Wunder zuzugeben,
wie für einen Atheisten, sie in Abrede zu stellen.
In anderen Worten: Es gibt
nur einen vernünftigen Grund, warum man nicht an Wunder glauben kann, und
dieser besteht darin, daß man an den Materialismus glaubt. Der größte Teil der
Zweifel diesbezüglich schlägt sich in Kleinigkeiten wieder.
Wir, die wir die Gnade
haben zu glauben, können ahnen, was es für viele bedeutet, wenn sie anfangen zu
glauben.
Tatjana Goritschewa, eine
vom Kommunismus überzeugte sowjetische Intellektuelle, die zum Glauben gefunden
hat, beschreibt es uns anhand des großen Prozesses der religiösen Erneuerung in
Rußland, der vor mehr als zehn Jahren begonnen hat: "Wenn mich jemand fragt,
was für mich die Rückkehr zu Gott bedeutet, was diese Bekehrung für mich an
Neuem gebracht und wie sie mein Leben geändert hat, so kann ich in aller
Schlichtheit und Kürze sagen: Es bedeutet alles. Alles hat sich in mir und in
meiner Umgebung geändert. Und, um es mit noch größerer Genauigkeit zu sagen:
Mein Leben hat erst angefangen, nachdem ich Gott begegnet bin".
Wenn es uns mit den
folgenden Seiten gelingt, die Botschaft Unserer Frau in das Herz auch nur eines
Menschen zu bringen und ihn zu ermutigen, ein Treffen mit Gott für das ganze
Leben zu vereinbaren, sind wir mehr als zufrieden.
In einem Augenblick, in
dem der Westen Zuflucht sucht in der Wiedergeburt, in der Hinwendung zum
Orient, in der Magie, der Esoterik, im Horoskop, in der Scientology–Sekte, im
Außerirdischen und bei den Ufos, in den Sekten, im Okkultismus oder in was weiß
ich für pseudointellektuellem und pseudospirituellem Plunder, der sich
angesammelt hat in der Rumpelkammer der herrschenden geistigen
Umweltverschmutzung, können wir nicht länger schweigen.
Es gibt Leute, die fähig
sind, Nächte an einem Ort zu verbringen, wo sie auf die Erscheinung eines Ufo
warten, wozu man großen "Glauben" braucht. In geheimnisvollem Ton und
zu Dummheiten anregend wird in der Werbung wie in Kino von "Jeans"
gesprochen, die uns einen Weg öffnen, von Seife in Pulverform, die für die
Kleidung unerläßlich ist, von einem Auto, das uns das Glück bringt, von einer
exklusiven Champagnermarke, als ob es sich um die wichtigsten und
unentbehrlichsten Dinge handle.
Andererseits ist das
Sprechen über andere Dinge, die tatsächlich für alle unentbehrlich sind — wie
die Seele, der Sinn des Lebens, die Erlösung — etwas, das die Leute in der
Öffentlichkeit nicht wagen, und sogar die Geistlichen schämen sich, es zu tun.
Es ist eine pervertierte und tolle Welt!
Das aufs Kommerzielle und
auf die Sicherung der Macht ausgerichtete Pressewesen vergißt die wichtigen
Dinge und belästigt uns mit dem scheinbar Sensationellen, dem Vergänglichen und
dem Schmutzigen. Die kleinen Dinge, die das Leben schön machen, die
Nachrichten, die das Herz erfreuen und sogar die wirklich wichtigen Neuigkeiten
— eine davon wäre, daß die Muttergottes der Welt eine neue Botschaft gebracht
hat — werden lapidar verschwiegen.
Daher die große
Notwendigkeit, daß die Menschen den Sinn des Lebens erkennen, einen lebendigen,
nicht von Ideologien vereinnahmten Gott, der persönlich erfahren werden kann.
Man muß den einen wie den anderen antworten, und zwar mit der Einfalt jener
vielen, die glauben, daß diese vielen bescheidenen und einfachen Personen, die
als unkultiviert, rückständig und geistig zurückgeblieben gelten,
wahrscheinlich die glücklichsten Menschen der Welt sind. Ich denke an sehr
feine Menschen, die in ihrer großen Einfachheit und noch größeren Herzensgüte
geistig viel höher stehen sind als jene, die sich verschanzen hinter der
"Vernunft", den "Kenntnissen" und der Wissenschaft, wenn
nicht hinter dem Geld und der Macht, und glauben, jemand zu sein.
"Das Törichte in der
Welt hat Gott erwählt, um die Weisen zuschanden zu machen, und das Schwache in
der Welt hat Gott erwählt, um das Starke zuschanden zu machen. Und das Niedrige
in der Welt und das Verachtete hat Gott erwählt: das, was nichts ist, um das,
was etwas ist, zu vernichten." (1. Korinter 27f).
Das sind die Personen, die
Gott ganz gehören. "Selig die Einfalt, die die rauhe Bahn der rastlosen
Frage– und Streitsucht verläßt und auf dem ebenen, festen Wege der Gebote
Gottes mutig fortgeht. Viele haben alles Gefühl der Andacht in sich verloren,
indem sie Höheres erforschen wollen. Du sollst glauben und recht leben, das ist
deine Pflicht; hohe Erkenntnis und tiefen Blick in die Geheimnisse Gottes, das
fordert Gott nicht von dir.
Wenn du nicht verstehst
und nicht begreifst, was unter dir ist: Wie wirst du begreifen, was über dir
ist?... Gott betrügt dich nicht; aber wer sich selbst zuviel glaubt, wird von
sich selbst belogen.
Gott wandelt mit denen,
die ein einfältiges, gerades Herz haben; er offenbart sich den Demütigen; er gibt
Verstand den Unmündigen... Die menschliche Vernunft hat wenig Kraft und kann
leicht irren; aber der rechte Glaube an Gott irrt ewig nicht.
Alle menschliche Vernunft
und alle vernünftige Erforschung soll dem Glauben demütig nachfolgen, soll ihm
nicht voranlaufen, noch weniger ihn brechen. Gott wandelt mit den Einfältigen,
offenbart sich den Demütigen und gibt Verstand den Kleinen; er öffnet den Sinn
reinen Seelen und verbirgt seine Gnade vor der Neugierde und dem Stolze der
Menschen" . Daran erinnert uns Kempis (in: Nachfolge Christi, IV, 18).
Dies hat Peradejordi sehr
gut erkannt, als er schrieb, "daß man nicht glauben solle, daß man sehr
intelligent oder gebildet sein müsse, um Gott suchen zu können... ihn zu finden
ist ein Geschenk, das nur er uns gewähren kann".
Was verschwiegen wird: die
Grausamkeit des Lebens, das in einen täglichen Kampf entartet ist, um zu
überleben und Steuern zu zahlen, und das angeblich keine Zeit für ein nach
geistig–seelischen Werten ausgerichtetes Leben läßt. Willi Reichert faßt es in
so einfachen Worten zusammen: "Ruhe suchen kann man an mancherlei Orten,
Ruhe finden nur bei sich selbst".
Daher ist es so wichtig,
die Jugend im Westen aufzuwecken und sie zum Übernatürlichen hinzuführen. Denn
diesem Mystizismus liegt es ferne, sie schwermütig werden zu lassen oder sie
ihrer Menschlichkeit zu entkleiden, im Gegenteil, er macht den Menschen
fröhlich und menschlich, wie es uns der heilige Franziskus von Assisi und der
ganze Sinn seiner Botschaft an die Menschheit bestätigen.
Der Sinn für Humor, mit
dem alle Episoden aus seinem Werdegang geschmückt sind, hat ihn daran
gehindert, sich zur ehernen Figur sektiererischer Rcehtschaffenheit zu
verhärten. Er war nicht nur ein Humanist, sondern auch ein Humorist; ein
Humorist nach ganz und gar altem englischen Verständnis; ein Mensch, der immer
guter Laune ist, der seinen Weg geht und das tut, was niemand tun würde. Was
diesen wirklich echten Demokraten von einem simplen Demagogen unterscheidet,
ist, daß er nie betrog und auch sich selbst nie betrog um einer
Massensuggestion willen. Für ihn war ein Mensch immer ein Mensch, und er
verschwand nie in der dichten Menge, wie er auch nie in der Wüste verschwand.
Wir sehen es genauso wie
wir es nicht sehen, daß nämlich die Wahrheit in diesem Rätsel eingeschlossen
ist: die ganze Welt ist eine gute Sache und eine böse Schuld.
Und wie Anna Katherina
Emmerich sagt: "Alles ist in den Kindern der Kirche, die glauben, die
hoffen und lieben".
Eine Person, die mein
Vertrauen genießt, fragt mich, warum diese lange Einleitung zur Botschaft
Unserer Frau. Für den Leser von heute, der nicht gewöhnt ist an all das, was
wir uns unter dem Jenseitigen vorstellen, und der fest an das Diesseitige
gebunden ist, kann es nützlich sein zu wissen, daß es in allen Epochen Personen
gegeben hat, die mit ihrer Kunst, ihrem Wissen und ihrem besseren Sachverstand
versucht haben, den Glauben den übrigen mitzuteilen; sie gehörten den
verschiedensten Ständen an und waren erfüllt vom Glaubenseifer, von Sorge um
das Seelenheil der anderen, und es waren dies Dichter, Krieger, Politiker,
Musiker, Ritter, Heilige, Philosophen oder einfache Leute.
Die Jugend zu Anfang des
21. Jahrhunderts hätte an solchen Vorbildern großen Bedarf. Francis Parker
Yockey, der geniale Dichter und Philosoph der nordamerikanischen Geschichte,
kündigte hellsichtig an: "Die Aufgabe dieser Generation ist die
schwierigste, der sich eine Generation des westlichen Kulturkreises je
gegenübergesehen hat. Sie muß den Terror, der sie lautlos umlagert, brechen,
muß nach vorne schauen, muß glauben, wenn es dem Anschein nach keine Hoffnung
gibt, muß seinen inneren Regungen gehorchen, auch wenn dies den Tod bedeutet,
muß kämpfen bis an die Grenze des Möglichen, bevor sie sich unterwirft. Sie muß
sich stärken mit dem Bewußtsein, daß gegen den Geist des Heroismus keine
materialistische Kraft die Oberhand gewinnen kann".
Wenn auch die Entscheidung
im Innern, sich diesem Heer von Gläubigen anzuschließen, keinen Augenblick des
Zweifels erforderte, so bedurfte doch das Vorhaben, die Botschaft Unserer
Lieben Frau in politischen Kreisen zu verbreiten, einer Überlegung: Auf der
einen Seite ist es weise, die allzugroße Vertrautheit mit den Menschen zu
vermeiden und allein mit Gott vertrauten Umgang zu pflegen. Aber in der
heiligen Kirche herrscht die Dynamik vor, das heißt die Bewegung, die Aktion,
das kämpferische Moment, wie wir es bei den Aposteln sehen, zum Beispiel beim
heiligen Jakob, aber auch bei der andauernden Pilgerfahrt unseres Herrn durch
die Lande Palästinas, bei den Reisen des heiligen Paulus, bei den Missionaren
des 20. Jahrhunderts, in den Ländern, die in unserer Zeit Unsere Liebe Frau von
Fatima besucht hat, die die Welt mit neuen Hoffnungen und Verheißungen erfüllt
hat.
Ja, hier siegt die Dynamik
über die unbewegliche, stumme, taube Statik, die Sünde aus Unterlassung ist,
weil sie es nämlich unterläßt, Gutes zu tun, was auf das gleiche hinausläuft
wie wenn man Böses tut — was man oft tut, wenn man statisch, unbeweglich,
gleichgültig oder feig ist, eingeschüchtert durch das, was die Feinde der
Kirche sagen. Kempis zitiert als weiteren wichtigen Grundsatz für die
Nachahmung Christi: "die Seele vor der Apathie oder Gefühllosigkeit
bewahren; denn es gibt Leute, die im Fehlen jeglicher Versuchung die
Vollkommenheit erblicken, und daß es deshalb nicht böse an sich ist, versucht
zu werden", und er fügt hinzu — ganz im Einklang mit Schopenhauer:
"Die höchste Weisheit besteht darin, nach dem Himmelreich vermittelst der
Verachtung der Welt zu streben".
Auf der anderen Seite ist
es sicher, daß alte Gewohnheiten nur mit Schwierigkeiten aufgegeben werden und
daß niemand sich gern von seiner eigenen Art zu denken trennt. So will ich —
fern davon, jemanden zu überzeugen zu versuchen — nur Vermittler sein, stelle
in die Reichweite eines jeden, der es möchte, das, was in meinen Händen ist und
was ich weiterzugeben in der Lage bin, getreu dem Grundsatz, daß derjenige, der
die Menschen nicht zufriedenstellen möchte, aber auch nicht fürchtet, ihnen zu
mißfallen, sich tiefen Friedens erfreuen wird. Der Leser schenke mir sein
Wohlwollen, denn jener, der die Dinge so einschätzt, wie sie sind und nicht,
wie sie scheinen oder wie man von ihnen sagt, wird wahrhaft mehr von Gott als
von den Menschen belehrt.
Für jene, die sich noch
fragen, warum zum Teufel ich von all diesen Dingen rede, gibt es eine bessere
Antwort als die meine: "Wes das Herz voll ist, des geht der Mund
über" (Matthäus 12,34).
EINFÜHRUNG
Obgleich nach der
Offenbarung Jesu Christi die jüngsten Offenbarungen nichts anderes tun können
als uns an die erste zu erinnern, die einzig und wesentlich ist, will das nicht
heißen, daß die letzteren unbedeutend seien. Wenn man etwas vergessen hat, kann
dies "Erinnern" etwas unendlich Wertvolles sein.
Und die Botschaft von
Medjugorje hat ihren Sinn darin, daß sie es zum Leuchten bringt. Auf der
anderen Seite lädt uns die Jungfrau in Medjugorje ein, zu glauben, ohne zu
hoffen, weil, es, wie sie sagt, morgen zu spät sein wird.
Die kirchliche Obrigkeit
kann die Gläubigen nicht verpflichten, an das zu glauben, was nicht in der
Offenbarung enthalten ist, die in der Zeit der ersten Apostel abgeschlossen
wurde. Nichtsdestotrotz kann sie erklären, daß eine neue Offenbarung nicht im
Widerspruch zur Gesamtheit des christlichen Glaubens steht und demzufolge
zulässig ist.
In Medjugorje gibt es zwei
verschiedene Arten von Erscheinungen:
Bei der einen handelt es
sich um die Erscheinungen im engeren Sinn, das heißt, sechs junge Leute (vier
Mädchen un zwei Burschen) sahen Unsere Liebe Frau, wie sie andere Personen
sehen, dreidimensional, können sie berühren, sprechen mit der Jungfrau, singen,
beten... Es gibt eine wirkliche Beziehung, die von 1981 bis in unsere Tage
(Weihnacht 1995) dauert.
Das andere sind die
Botschaften.
Und die erste Botschaft,
die sie den Menschen gab, war die Botschaft des Friedens. Diese Botschaft ist
die wesentliche Botschaft, und um sie kreist alles. Der Inhalt dieser Botschaft
lautet:
"Die Welt mit diesen
Spannungen geht den Weg des Verderbens. Sie muß Frieden halten, wenn sie sich
retten will; aber den Frieden besitzt man nur, wenn man Gott begegnet. Die, die
Gott begegnen, finden in ihren Herzen eine Freude, von welcher der Friede
kommt".
DIE EXPERTEN SPRECHEN
René Laurentin,
theologischer Experte für die Erscheinungen von Lourdes und allgemein für marianische
Erscheinungen und unbestrittene Autorität auf diesem Gebiet, gab sein Urteil in
einigen Erklärungen gegenüber der Tageszeitung "La Vanguardia"
(Barcelona, 31.1.1988) ab: "Die Untersuchungen, die wir nach den Kriterien
der Kirche vorgenommen haben, machen deutlich, daß es in Medjugorje
(Ex–Jugoslawien) soviele Gründe wie in Lourdes — und vielleicht mehr — gibt, um
die Erscheinungen für echt zu halten. Und bis jetzt gibt es nichts Negatives zu
berichten (...) Ich glaube, daß es eine Aktion Gottes in Medjugorje gibt. Aber
das will nicht heißen, das alle Worte der Seher echt sein müssen. Sie können
sich irren in einigen Einzelheiten, wie viele Heilige und Seher sich in
Einzelfragen geirrt haben. Aber der Kern erscheint mir völlig echt zu sein, und
zwar aus wissenschaftlichen und geistigen Gründen.
Wir haben die
wissenschaftlichen, theologischen und medizinischen Aspekte mit größtmöglicher
wissenschaftlicher Strenge untersucht und wollen dies auch weiterhin tun."
Der kürzlich verstorbene
Urs von Balthasar bekräftigte: "Ich habe keinerlei Zweifel an der Echtheit
der Geschehnisse in Medjugorje. Insgesamt betrachtet ergibt alles ein
einheitliches Bild: die Schlichtheit der Botschaften, der Gehorsam gegenüber diesen
Botschaften, die eine Fortsetzung der vorhergehenden Erscheinungen der Jungfrau
sind...".
Unterdessen ist die Zahl
der Personen, die nach Medjugorje gepilgert sind, zwischen 1981 und 1990, vor
dem Aufbruch des Krieges, auf zehn Millionen zu beziffern.
DIE ERSTE ERSCHEINUNG
Wir befinden uns auf dem
Hügel Podbrdo, am Mittwoch, dem 24. Juni 1981, Tag des hl. Johannes, zwischen
vier und fünf Uhr nachmittags.
Ivanka Ivankovic und
Mirjana Dragicevic, deren Familien in dem Weiler Bijakovici wohnen, kommen vom
Gebirge. Plötzlich sieht Ivanka eine leuchtende Gestalt auf dem Hügel und sagt:
"Schau, die
Gospa!" (kroatische Bezeichnung für die Jungfrau Maria).
Ihre Gefährtin schaut
nicht einmal hin und erwidert:
"Geh! Uns erscheint
doch nicht die Jungfrau!".
Aber sie haben doch Angst
und eilen nach Hause. Si teilen Vicka mit, was geschehen ist. Und sie treffen
Milka, die sie um Hilfe beim Einfangen der Herde bittet. Sie kehren zum Fuß des
Hügels zurück. Ivanka hält an und sagt, die Augen zum Gebirge gerichtet:
"Schaut, die Gospa ist wieder dort!"
Jetzt sehen auch Mirjana
und Milka die Jungfrau Maria, die diesmal etwas höher am Hang steht und etwas
in den Armen hält, was ein kleines Kind sein könnte. Als Vicka ankommt, sagen
sie ihr sehr aufgregt, sie solle näherkommen. Als sie die Erscheinung sieht,
ergreift sie solche Furcht, daß sie barfuß die Flucht ergreift und so schnell
wie möglich davonrennt. Aber dann denkt sie, wenn es die Jungfrau ist, habe sie
nichts zu befürchten, und sie kommt zurück. Unterwegs hat sie zwei Buben
getroffen, Ivan Dragicevic und Ivan Ivankovic, die Äpfel tragen. Sie erzählt
ihnen von der Erscheinung und lädt sie offenbar ein, sie zu begleiten, denn mit
den zwei Burschen würden sie sich sicherer fühlen.
Als die beiden Buben mit
den Apfelsäcken auf dem Rücken bei den anderen sind, machen sie Ivanka,
Mirjana, Milka und Vicka auf die Erscheinung aufmerksam. Ivan Dragicevic ist
daraufhin so geschockt, daß er den Sack mit den Äpfeln wegwirft, die über den
Boden rollen, und davonrennt.
Keines der Mädchen wagt
es, das Wort an die Erscheinung zu richten. Als sie nach Hause kommen und
erzählen, was vorgefallen ist, glaubt ihnen niemand.
Sonntag, 28. Juni 1981:
Seit dem Morgengrauen versammelt sich eine Menge von Menschen, die von
überallher gekommen sind, an dem Ort der Erscheinungen. Bis Mittag sind es
15.000. Es ist ein sonniger Tag.
Der Pfarrer, Pater Jozo
Zovko, hat die Heranwachsenden über alles gefragt, was sie an den
vorangegangenen Tagen gesehen haben, aber er sagt nichts. Er fürchtet, daß es
sich um einen Trick der Polizei handeln könnte, um sein Wirken als Pfarrer,
besonders seine Jugendarbeit, zu behindern, oder vielleicht eine
Drogengeschichte, zumal Mirjana und Ivanka gelegentlich in Sarajevo
beziehungsweise Mostar wohnen.
Die Gospa erscheint wieder
zur gewohnten Stunde. Die Kinder beten gemeinsam mit ihr und stellen ihr einige
Fragen:
"Welche Wünsche hast
du an unsere Priester?".
"Daß sie fest
glauben und den übrigen helfen zu glauben".
"Warum erscheinst Du
nicht in der Kirche, damit dich alle sehen können?"
"Selig jene, die
glauben, ohne gesehen su haben", antwortet sie.
SECHSTE ERSCHEINUNG
Montag, 29. Juni 1981:
Heute werden die Seher von der Polizei festgenommen und nach Citluk und danach
nach Mostar gebracht. Sie werden neuen ärztlichen Untersuchungen unterzogen,
wobei die Behörden die Absicht haben, sie in eine Klinik einzuweisen, aber die
Ärzte erklären sie für völlig gesund.
Dies wirkt sich so aus,
daß so viele Leute zum Berg der Erscheinungen kommen wie nie zuvor.
Sobald die Kinder zu dem
üblichen Ort kommen und zu beten anfangen, erscheint ihnen die Jungfrau. Sie
richtet einen Aufruf an die Menge und sagt:
"Die Leute sollen
fest glauben und nichts fürchten."
Die Seher fragen sie:
"Werden wir die
Verfolgungen ertragen können?"
"Ihr werdet es ertragen,
meine Engel, habt keine Angst, ihr werdet alles ertragen. Ihr müßt mir glauben
und Vertrauen zu mir haben".
Auf eine Frage, was sie
von den Leuten erwarte, gibt sie zur Antwort:
"Es gibt nicht
mehr als einen Gott und einen Glauben. Glaubt fest und habt Furcht vor
nichts".
ALLGEMEINE BOTSCHAFTEN
Der Friede: Am Ende
des dritten Tages teilte die Jungfrau Maria die erste und wichtigste Botschaft
mit. Sie lautet folgendermaßen: "Friede, Friede, Friede, und nur
Friede!" Und anschließend wiederholt sie: "Der Friede muß herrschen
zwischen Gott und Mensch, und unter den Menschen".
Der Glaube: Die
zweite Botschaft der Jungfrau bezieht sich auf den Glauben. Ohne den Glauben
ist es nicht möglich, den Frieden zu erringen. Indem der Mensch die Worte
Gottes aufnimmt, wird der Mensch zum "neuen Menschen", nimmt mittels
Christus Anteil an der göttlichen Natur.
Die Bekehrung: Die
wahre Bekehrung besteht in der Reinigung des Herzens. Ein verdorbenes Herz
schafft und nährt gesellschaftliche Konflikte, ungerechte Gesetze und Gefüge
von Sklaven. Ohne einen Wechsel in unserem Herzen gibt es keinen Frieden. Die
Jungfrau María ermahnt zur häufigen Beichte, denn "es gibt nicht einen
Gerechten, nicht einen einzigen".
Das Gebet: Sie
ermahnt, ständig zu beten. Das Gebet bewegt und stärkt den Glauben des
Menschen; ohne das Gebet gibt es keine geordnete Beziehung weder zu Gott noch
zu den Menschen. Mittels des Gebets legt der Mensch Zeugnis ab von seiner
lebensnotwendigen Verbindung mit Gott: Er erkennt ihn an, er dankt ihm für die
erhaltenen Gaben und hofft vertrauensvoll darauf, alle Dinge zu bekommen, die
er notwendig braucht, besonders für sein Seelenheil.
Das Fasten: Die
Jungfrau María empfiehlt auch das Fasten. Mit diesem erreicht der Mensch die
Selbstbeherrschung. Nur der Mensch, der sich selbst beherrscht, wird frei sein
können und fähig, sich Gott und dem Nächsten hinzugeben wie es der Glaube
verlangt. Darüber hinaus hilft das Fasten dem Menschen, den Wunsch nach
zügellosen Vergnügungen, die leicht zum maßlosen Genuß der zeitlichen Güter
führen, zurückzuweisen.
ZEICHEN AM HIMMEL
Die Erscheinungen von
Medjugorje wurden begleitet von einer Serie von Phänomenen, die die Jungfrau
als Zeichen beschreibt, welche den Glauben der Gläubigen bekräftigen und jenen
helfen sollen, die ihn nicht haben.
Am 6. August 1981
erscheint am Himmel eine leuchtende Inschrift, wie von Hand gezeichnet: MIR
(Frieden). Diese Schrift erscheint mehrmals und dauert jedesmal ungefähr zehn
Minuten.
Am 2. August 1981 sahen
alle Personen dort den "Tanz der Sonne". Dieses Schauspiel kehrte
mehrere Male wieder, aber nicht für aller Augen.
Am gleichen Tag hatten die
Seher noch ein Erlebnis. Während sie in einem Wald mit 40 oder 50 Personen
beteten, erschien Unsere Liebe Frau, und als die Leute die Seher in Ekstase
sahen, fragten einige der Anwesenden: "Dürfen wir Unsere Liebe Frau
berühren?".
Die Seher fragten, ob
diese Leute Unsere Frau berühren dürften, und die Heilige Jungfrau erwiderte:
"Ja". Einer nach dem anderen näherte sich daraufhin. Einige Personen
spürten deutlich die Gegenwart eines Wesens.
Nach der Vision begann die
Seherin Maria zu weinen.
Ein Mann fragte sie, warum
sie weine. Sie antwortete: "Weil ihr Unsere Herrin schmutzig gmacht
habt".
Die Seherin erklärte:
Einige Personen hatten das Kleid beschmutzt, als sie sich Unserer Herrin
näherten und sie berührten. Daraufhin fragte die Seherin Maria: "Wie haben
sie dir so das Kleid beschmutzt? Unsere Frau gab zur Antwort: "Schmutzig
gemacht haben mich jene, die in Sünde leben. Sag diesen, sie sollen beichten
und ihre Sünden wiedergutmachen".
Am 1. September 1981
kündigt die Jungfrau an, daß am Ende der Erscheinungen ein Zeichen gegeben
wird, über das man Schweigen bewahren solle.
Am 28. Oktober 1981 sieht
man deutlich ein Feuer auf dem Berg Podbordo von den ersten Erscheinungen, das
nichts verbrannte, Feuerwehr und Polizei finden keine Spuren davon.
Am 23. Februar 1982
kündigen ein Kreuz in Form eines "T" und leuchtende Wolken die
Gegenwart der Heiligsten Jungfrau an; davor hatte man Sternschnuppen gesehen.
Am 18. und 19. Juni 1982
fand ein Schauspiel statt, das die Anwesenden "Sternenregen" nannten.
Am 25. Dezember 1983,
Weihnachten, erschien die Heilige Jungfrau mit dem Jesuskind.
Die Serie von Heilungen
setzte sich fort, bis im Jahr 1990 mehr als 320 Fälle registriert wurden. Aber
das Wichtigste ist der Wandel, der im Innern der Menschen erfolgte.
Vor einigen Monaten (1995)
brachte das Fernsehen die Nachricht, daß ein nordamerikanischer Pilot in
Bosnien verschollen sei, nachdem sein Kampfflugzeug F–16 abgeschossen worden
sei. Nun gut, dieser Pilot namens Scott O'Grady überstand das dramatische
Abenteuer auf wunderbare Weise unbeschadet. Er erzählt selbst: "Ich
verdanke meine Rettung Unserer Frau von Medjugorje". Es handelt sich um
keine Aussage im privaten Kreis, sondern O'Grady machte seine sensationelle
Mitteilung in Washington, während eines in die ganze Welt übertragenen
Interviews mit dem Fernsehsender CNN. Zusammengefaßt sagte er folgendes:
"Während der sechs Tage, die ich in Bosnien vermißt war, hatte ich eine
Reihe geheimnisvoller Erscheinungen, die mir die Kraft gaben, auszuharren und
die härtesten Augenblicke zu überstehen, jene, in denen die Spannung mir fast
den Atem abschnürte. Ich sah etwas wie einen großen Lichthof und hörte eine
harmonische wohlklingende Stimme, die mir Mut machte und in meinem Herzen eine
außergewöhnliche Heiterkeit hinterließ. Plötzlich erlangte ich den Glauben
wieder, den ich als Kind hatte."
Am Donnerstag, 1. Oktober
1981, wird María gefragt, ob alle Religionen gut seien. Sie antwortet:
"Ihr seid es, die
auf der Erde in Spaltungen lebt. Die Moslems und die
Orthodoxen sind ebenso wie die Katholiken gleich vor meinem Sohn und mir.
Es ist nicht genug, in der katholischen Kirche zu bleiben, um sich zu retten;
man muß die Gebote halten und dem Gewissen folgen. Jene, die nicht katholisch
sind, sind gleichermaßen Geschöpfe, die nach dem Bild Gottes geschaffen und
dazu bestimmt sind, eines Tages ins Haus des Vaters zu gelangen. Das Heil wird
allen ohne Ausnahme angeboten. Nur jene verdammen sich, die Gott bewußt
ablehnen. Wem wenig gegeben worden ist, von dem wird man wenig verlangen. Wem
viel gegeben wurde, von dem wird man viel verlangen. Nur Gott in seiner
unendlichen Gerechtigkeit legt den Grad der Verantwortlichkeit fest und spricht
das Urteil".
EINIGE BOTSCHAFTEN
7. Oktober 1981: Die Seher
fragen sie:
— "Gibt es außer
Jesus noch andere Vermittler zwischen Gott und den Menschen?"
— "Es gibt nur
einen einzigen Vermittler zwischen Gott und den Menschen, und das ist
Jesus", antwortet sie.
Dienstag, 8. Dezember
1981: Sie nimmt Bezug aufs Fasten:
— "Wenn ihr keine
Kraft habt, um zu fasten bei Brot und Wasser, könnt ihr auf einige Dinge
verzichten. Es wäre gut, wenn ihr aufs Fernsehen verzichten würdet, schon
deshalb, weil ihr nach dem Anschauen der Programme zerstreut seid und unfähig
zum Gebet. Ihr könnt auch auf Alkohol, Zigaretten und andere Vergnügungen
verzichten. Ihr wißt es schon selbst, was zu tun ist. Es ist kein radikales,
sondern ein mäßiges Fasten".
14. April 1982: Mirjana
hat an diesem Tag eine besondere Erscheinung. Während sie auf die Jungfrau
wartet, kommt Satan, der wie sie gekleidet ist. Mirjana beschreibt später ihren
Eindruck: "Er war häßlich, ausnehmend häßlich. Fast fiel ich in Ohnmacht.
Er sagte zu mir: "Du mußt Gott und die Gospa verlassen; sie werden dich
leiden lassen, komm mit mir, ich werde dich glücklich machen in der Liebe, im
Leben!" Und mein Herz tönte: Nein, nein, nein!. Da entfernte sich der
Satan und die Gospa kam, die sagte:
— "Verzeih mir
dies, aber du mußt wissen, daß Satan existiert und daß er Gott um Erlaubnis
gebeten hat, die Kirche eine Zeitlang zu prüfen, um sie zu zerstören. Gott
erlaubte ihm ein Jahrhundert und sagte ihm: "Du wirst sie nicht
zerstören". Dieses Jahrhundert, in dem ihr lebt, ist unter der Gewalt des
Satans. Aber wenn sich die Geheimnisse erfüllt haben, die euch anvertraut sind,
wird seine Macht zerstört sein. Er hat schon begonnen, seine Macht zu
verlieren, und ist aggressiv geworden: Er zerstört Ehen, ruft Trennungen unter
den Geistlichen hervor, ergreift Besitz von Personen, stachelt zu Morden auf.
Ihr müßt euch vor ihm schützen mittels Fasten und Gebet: vor allem mit dem
gemeinschaftlichen Gebet. Tragt geweihte Gegenstände bei euch. Stellt sie auf
in euren Häusern. Benutzt wieder Weihwasser".
Sonntag, 2. Mai 1982:
Vielleicht bezieht sie sich auf La Salette, Lourdes, Fátima und jetzt
Medjugorje, als sie sagt:
— "Ich bin
gekommen, um zum letzten Mal die Welt zur Umkehr aufzurufen. Danach werde ich
nicht mehr auf der Erde erscheinen".
16. Juni 1982: Die Heilige
Jungfrau sagt:
— "Ich bin
gekommen, um der Welt zu sagen, daß Gott die Wahrheit ist, die Fülle der
Wahrheit. Er existiert, in Ihm finden wir das Glück. Ich zeige mich hier als
Königin des Friedens, um der Welt zu sagen, daß der Friede notwendig ist für
die Rettung der Welt. In Gott findet sich die wahre Freude, von der der wahre
Friede ausgeht".
Dienstag, 31. August 1982:
Wir erhalten einen verklärten Leib. Antwort auf diesbezügliche Fragen:
— "Wir gehen in
den Himmel (beim Sterben) mit vollem Bewußtsein, wie wir es heute haben. Im
Augenblick des Todes sind wir uns der Trennung von Körper und Seele bewußt. Es
ist falsch, die Leute zu lehren, daß wir mehr als einmal wiedergeboren werden
und daß wir in verschiedenen Gestalten oder Körpern weiterleben werden. Man
wird nur einmal geboren. Der Körper, der aus der Erde genommen ist, zerfällt
nach dem Tod. Er wird nicht mehr wiederbelebt. Der Mensch erhält einen verklärten
Körper. Jeder, der viel Böses getan hat im Leben, kann geradewegs in den Himmel
kommen, wenn er beichtet, bereut, was er getan hat und am Ende seines Lebens
die Kommunion empfängt".
24. April 1984: Eine der
Botschaften an Elena lautete:
— "Bei verschiedenen
Gelegenheiten, vor der Göttlichen Gerechtigkeit und euren Sünden, bin ich oft
von eurer Seite weinend zurückgekehrt. Ich konnte kein einziges Wort sprechen.
Ich bin eure Mutter und muß euch warnen.
26. April 1984:
— "Wenn ihr
glücklich sein wollt, lebt einfach und bescheiden; betet viel und verliert euch
nicht in den Sorgen; laßt euch von Gott führen".
25. Oktober 1990:
— "Heute rufe ich
euch auf, auf besondere Weise zu beten, Opfer und gute Taten für den Frieden in
der Welt darzubringen. Der Satan ist stark und will mit allen Kräften den
Frieden zerstören, der von Gott kommt".
25. Juli 1991:
— "Liebe Kinder ,
ich wünsche, daß ihr den Ernst der Lage begreift und daß ein wenig von dem, was
geschehen muß, von eurem Gebet abhängt. Ihr betet wenig... Ich bin mit euch und
rufe euch auf, zu fasten und zu beten, und zwar mit demselben Eifer, den ihr in
den ersten Tagen meines Kommens hattet".
25. April 1992:
— "Der Krieg kann
nur mit dem Gebet und dem Fasten vermieden werden".
25. November 1994:
— "Liebe Kinder,
ohne das Gebet könnt ihr weder leben noch sagen, daß ihr zu mir gehört. Das
Gebet ist Freude. Das menschliche Herz verlangt nach dem Gebet".
25. Januar 1995:
— "Ihr könnt
nicht, liebe Kinder, Frieden machen, wenn ihr nicht im Frieden mit Jesus seid,
deshalb lade ich euch ein zur Beichte, damit Jesus eure Wahrheit und euer
Frieden werde. Deshalb betet, liebe Kinder, damit ihr Kraft habt, das zu tun,
was ich euch sage".
25. Februar 1995:
— "Gott hat mir
erlaubt, solange bei euch zu sein, und deshalb, Kindlein, rufe ich euch auf,
mit Liebe die Botschaften zu leben, die ich euch gebe, und sie der ganzen Welt
mitzuteilen, damit sie wie ein Fluß sind, der zwischen jenen fließt, die voller
Haß und ohne Frieden sind".
18. März 1995:Wie jedes
Jahr erscheint die Jungfrau Mirjana auch diesmal an ihrem Geburtstag, dem 18.
März, wie sie es ihr versprochen hatte. "Diesmal war die Jungfrau nicht
fröhlich wie bei anderen Erscheinungen an meinem Geburtstag", sagt sie.
"Sie sprach zu mir von den Geheimnissen, obwohl ich über diese nichts
sagen kann... Ich habe verstanden, daß dies eine Botschaft des Trostes ist und
daß wir nichts zu fürchten haben, wenn wir lieben. Dies ist die Botschaft der
Jungfrau:
— "Liebe Kinder,
seit so vielen Jahren zeige ich euch als Mutter den Weg des Glaubens und der
Liebe zu Gott. Aber ihr habt euch nicht dankbar erwiesen und habt dem Lieben
Vater nicht den Ruhm gegeben. Euer Herz hat sich in Härte, Leere und
Lieblosigkeit verwandelt... Er hat seinen eigenen Sohn für eure Rettung
geopfert. Solange ihr nicht fähig seid zu lieben, werdet ihr die Liebe, die
euer Vater zu euch hat, nicht kennen. Ihr werdet sie nicht kennen, weil Gott
die Liebe ist. Wenn eure Herzen sich dem Vater öffnen und voller Liebe zu ihm
sind, warum habt ihr dann Angst, daß er kommen wird? Angst haben diejenigen,
die nicht lieben, denn sie erwarten Züchtigungen und wissen, wie hart und leer
sie innerlich sind. Ich führe euch zur Liebe zum geliebten Vater. Ich führe
euch zum ewigen Leben. Das ewige Leben ist mein Sohn. Empfangt ihn und ihr
werdet die Liebe empfangen haben".
25. Juni 1995:
_"Heute bin ich
glücklich, weil ich sehe, daß ihr so zahlreich seid, daß ihr geantwortet habt
und daß ihr gekommen seid, um meine Botschaften zu leben. Ich rufe euch auf,
meine fröhlichen Träger des Friedens in dieser unruhigen Welt zu sein. Betet
für den Frieden, damit bald eine Zeit des Friedens herrsche, die mein Herz in
Geduld erwartet".
25. August 1995:
—"Eine Familie,
die nicht betet, kann nicht sagen, daß sie den Frieden hat. Deshalb beginne
euer Tageslauf mit dem Morgengebet und ende in der Nacht mit einem Dankgebet.
Ihr könnt nicht in meinen Armen Zuflucht nehmen, wenn ihr nicht bereit seid,
jeden Tag zu beten".
25. Oktober 1995:
—"Heute lade ich
euch, in die Natur zu gehen, denn dort werdet ihr Gott, den Schöpfer, finden.
Ich rufe auf, Gott Dank zu sagen für alles, was er euch gibt. Indem ihr ihm
dankt, werdet ihr den Höchsten entdecken und alles Gute, was euch umgibt.
Kinder, Gott ist groß, und groß ist seine Liebe zu jeder Kreatur. Betet deshalb
darum, daß ihr die Liebe und die Güte Gottes verstehen könnt. In der Güte und
Liebe Gottes, unseres Schöpfers, befinde auch ich mich als Gabe".
Ein andermal drückte die
Jungfrau ihr Mitleid mit den Bewohnern der großen Städte aus und segnete sie.
DIE ZEHN GEHEIMNISSE
Von 1981 an hat die
Jungfrau Maria den Sehern einige Geheimnisse enthüllt. Nur Mirjana kennt
derzeit die zehn Geheimnisse — das zehnte wurde ihr an Weihnachten 1982
enthüllt– und das Datum, an dem sie sich erfüllen. Die übrigen Seher kennen sie
nicht alle, sondern werden nach und nach in sie eingeweiht. Man weiß nicht, ob
die zehn Geheimnisse die gleichen für alle Seher sind. Nicht einmal sie selber
wissen es.
Diese Geheimnisse sind
dazu bestimmt, veröffentlicht zu werden, aber im Augenblick dürfen sie nicht
bekanntgegeben werden — erst dann, wenn die Jungfrau Maria es wünscht.
Mirjana vertraute einigen
italienischen Pilgern an, wie die Geheimnisse offenbart werden: "Die
Jungfrau Maria hat mir ein einfaches, besonderes Blatt gegeben, auf dem die
zehn Geheimnisse geschrieben stehen. Es ist aus einem Material, das man nicht
beschreiben kann: Es ist weder Papier noch Stoff. Man sieht die Schrift nicht
darauf. Zur gegebenen Zeit werde ich das Blatt dem ausgewählten Priester geben,
der die Gnade haben wird, nur das erste, aber nur dieses, Geheimnis lesen zu
können; später die anderen. Sieben Tage später wird er sie bekanntmachen
dürfen, drei Tage bevor das Angekündigte eintritt.
Mirjana vertraut Pater
Tomislav Vlasic in einem späteren Gespräch folgendes an:
— Vor dem sichtbaren
Zeichen, das der Welt gegeben wird, wird es drei Warnungen für die ganze Welt
geben. Die Warnungen werden sicher Geschehnisse auf der Erde sein. Mirjana wird
ihr Zeuge sein. Drei Tage vor den Ermahnungen wird sie einen Priester, den sie
frei wählt, benachrichtigen. Das Zeugnis Mirjanas wird eine Bestätigung der
Erscheinungen sein und ein dringender Appell an die Welt zur Umkehr.
— Nach der Ermahnungen
wird das Zeichen über dem Erscheinungsort in Medjugorje für die ganze Welt
sichtbar sein. Das Zeichen wird gegeben werden als Beweis für die Erscheinungen
und als Aufruf zum Glauben.
— Das neunte und zehnte
Geheimnis sind schwerwiegend. Sie stellen eine Strafe für die Sünden der Welt
dar. Die Bestrafung ist unvermeidlich, zumal nicht auf die Bekehrung der ganzen
Welt gewartet werden kann. Die Züchtigung kann milder ausfallen aufgrund der
Bittgebete und Bußübungen; aber wegfallen kann sie nicht. Ein Übel, das die
Welt bedrohte, ist laut siebtem Geheimnis dank Bittgebet und Fasten
verschwunden. Deshalb fährt die Jungfrau fort, zu Gebet und Fasten aufzurufen.
— Nach der ersten
Ermahnung werden die anderen in recht kurzer Abständen folgen. So werden die Menschen
Zeit zur Bekehrung haben.
— Diese Zeit ist eine
Gnade und Bekehrung. Nach dem sichtbatren Zeichen werden jene, die noch leben,
wenig Zeit für die Bekehrung haben. Deshalb ruft die Jungfrau zur raschen
Bekehrung und Versöhnung auf.
— Die Aufforderung zum
Gebet und Buße hat den Zweck, die Übel und den Krieg fernzuhalten, und vor
allem die Seelen zu retten.
— Nach Mirjana stehen wir
kurz vor den Ereignissen, die von der Jungfrau vorausgesagt werden. Aufgrund
dieser Erfahrung wendet sich Mirjana an die Menschheit:
"Bekehrt euch so
schnell wie möglich, öffnet eure Herzen für Gott".
Am 13. September 1984
erschien die Jungfrau wieder Mirjana und teilte ihr den Tag mit, an dem sie die
ersten Geheimnisse dem Priester anvertrauen sollte. Und sie sprachen über die
Geheimnisse.
Die Seherin kann
diesbezüglich nichts sagen, aber aus ihrem Verhalten kann man viele Dinge
ableiten.
In erster Linie zeigte
sich die Seherin sehr ernst, was die Zukunft angeht. Als der Priester sie
fragte: "Du hast Unsere Liebe Frau gesehen und kennst die Zukunft; du
wirst sehr zufrieden sein", erwiderte sie: "So ist es nicht; wenn ich
mich daran erinnere, genügt ein Wort, und ich weine den ganzen Tag".
Am gleichen Tag sagte sie:
"Unsere Frau ist sehr traurig, weil es so viele Ungläubige auf der Welt
gibt".
Der Priester fragte:
"Welche Ungläubigen? Diejenigen, die zur Kirche kommen und nicht nach dem
Glauben leben, oder diejenigen, die Gott nicht kennen?". Sie gab zur
Antwort: "Beide gleichermaßen".
Aber wie können sie gleich
sein, wenn eine Person dem Glauben noch nicht begegnet ist? Die Seherin
antwortete: Unsere Frau sagte:
–"Alle Erwachsenen
haben die Fähigkeit zu erkennen, daß Gott existiert. Die Sünde der Welt besteht
darin: Sie interessieren sich nicht für Gott. Die Städte, die Regionen sind
voller Kirchen und Moscheen, aber die Leute gehen dort nicht hinein, um zu
fragen: Wie soll ich leben? Darin genau liegt die Sünde der Welt: Sie
interessiert sich nicht für Gott".
Danach äußerte sich die
Seherin zum siebten Geheimnis: "Das Geheimnis gilt nicht mehr, es hat
seine Bedeutung verloren".
Aber unsere Frau sagte
uns:
–"Bittet nicht
darum, daß alle Geheimnisse zurückgezogen werden. Gott hat sein Programm. Ihr
sollt euch bekehren und euren Glauben leben".
Daraus kann man auf ernste
Erwartungen hinsichtlich der Zukunft schließen.
Ein Zweites bekräftigt die
Seherin: "Man muß der Welt die Hoffnung verkünden, aber zugleich die
Wirklichkeit, das heißt, den Ernst der Ereignisse dieser letzten Monate".
Aus der Botschaft, die wir gehört haben, können wir die Schlußfolgerung ziehen:
"Die Sünde der Welt besteht darin: Sie sucht Gott nicht, sie interessiert
sich für Gott nicht".
In einem Interview gab
Mirjana bekannt, daß sie 1987 privat mit dem Papst sprach. Er weiß, daß sie
zehn Geheimnisse empfangen hat, obgleich sie ihm diese nicht enthüllte, wie sie
niemandem enthüllt hat, so wie die Jungfrau es von ihr verlangt hat. Im
vergangenen Monat Februar (1995) gewährte der Papst einigen kroatischen
Bischöfen eine Audienz, unter denen sich Monsignore Zanic befand, der
emeritierte Bischof von Mostar. Er fragte Seine Heiligkeit, wann er Sarajevo
besuchen würde. Der Papst sah ihn eine Weile an und antwortete: "Ah! Ich
dachte, daß Sie mich fragen würden: Heiliger Vater, wann werden Sie nach
Medjugorje kommen?" Dies erlaubt uns den Gedanken, daß Medjugorje
beständig im Herzen Johannes Paul II ist.
ERSCHEINUNG DES GROSSEN
ZEICHENS
In einer der Erscheinungen 1983
sagt die Jungfrau Maria den Sehern:
–"Das Zeichen wird
kommen, Ihr braucht euch keine Sorgen zu machen. Das einzige was ich euch sagen
wollte, ist: Kehrt um! Laßt dies so schnell wie möglich alle meine Kinder
wissen. Keine Qual, kein Leid ist mir zuviel, um euch zu retten. Ich werde
meine Sohn anflehen, die Welt nicht zu züchtigen, aber ich bitte euch
inniglich: Bekehrt euch! Ihr könnt euch nicht vorstellen, was geschehen wird,
noch das, was der Ewige Vater zur Erde senden wird. Verzichtet auf alles, tut
Buße! Drückt meinen Dank allen aus, die gebetet und gefastet haben. Ich trage
dies alles zu meinem göttlichen Sohn, um zu erreichen, daß er seine
Gerechtigkeit gegenüber den Sünden der Menschheit mildere".
4.April 1983, Ostermontag:
Worte, die Jelena in ihrem Inneren empfangen hat:
–"Beeilt euch,
umzukehren. Wartet nicht auf das große Zeichen. Für die Ungläubigen wird es zu
spät sein. Für euch, die ihr Glauben habt, stellt diese Zeit jetzt eine große
Gelegenheit dar, umzukehren und euren Glauben zu vertiefen".
16. Juni 1983:
–"Ich bin gekommen,
um zur Welt zu sagen: Gott ist da."
15. Februar 1984,
Mittwoch: Das Wetter ist sehr kalt, ein eisiger Windt bläst. Die Jungfrau sagt
ihnen:
–"Der Wind ist
mein Zeichen. Ich werde im Wind kommen. Wenn der Wind bläst, wißt ihr, daß ich
bei euch bin. Ihr habt verstanden, daß das Kreuz Christus darstellt, es ist
sein Zeichen. Das ist der Fall beim Kruzifix, das ihr in eurem Haus habt. Bei
mir ist es nicht ebenso. Wenn es kalt ist, kommt ihr in die Kirche, wollt Gott
alles opfern. Dann bin ich bei euch. Ich bin bei euch im Wind. Habt keine Furcht".
5. August 1984, Jahrtag
der Geburt der Jungfrau vor 2000 Jahren. Antwort der Jungfrau Maria auf zwei
Fragen von P. Tomislav Vlasic:
–"Bist Du gekommen,
um die geistigen Bewegungen zu reinigen, von denen es immer mehr gibt?".
–"Genau", antwortet sie.
"Was sagt die
Jungfrau zur Methode der östlichen Meditationen (Zen, Transzendentale
Meditation, usw.)?"
–"Warum werden sie
Meditationen genannt, wenn es sich um rein menschliche Werke handelt? Die wahre
Meditation ist eine Begegnung mit Jesus, dem Heiland: In Ihm wird man die
Freude und den Frieden finden. Ihr müßt wissen, daß es nicht mehr als einen
Gott gibt und einen einzigen Vermittler, Jesus Christus".
24. April 1984, Dienstag:
–"Ich werde euch
noch etwas sagen: Wenn ihr eure Zeit für Gott verbringt, wird Gott Zeit für
euch verbringen, für eure Kinder. Und viele Probleme werden verschwinden. Wenn
ihr betet, kommt nicht, um Gnaden zu erbitten, sondern daß die Gnaden zu eurem
Haus kommen. Wenn ihr das Bittgebet auf ein Mindestmaß verringert, werdet ihr ein
Mindestmaß erhalten: Nach Eurem Maß wird euch gemessen werden".
30. Mai 1984, Mittwoch. Zu
Jelena:
–"Die Priester
sollten die Familien besuchen, besonders jene, die nicht mehr religiös sind und
die Gott vergessen haben. Die Priester müßten das Evangelium von Jesus ins Volk
tragen und ihm zeigen, wie man betet. Und die Geistlichen selbst sollten mehr
beten und auch fasten; sie sollten den Armen das geben, was sie selbst nicht
benötigen".
20. Februar 1985,
Aschermittwoch:
–"Ich gebe euch
einen Rat: Ich wünsche, daß ihr versucht, jeden Tag einen Fehler auszumerzen,
eine Schwäche zu besiegen. Wenn euer Fehler darin besteht, euch über alles zu
ärgern, versucht einen Tag lang, euch weniger zu ärgern. Wenn euer Fehler darin
besteht, daß ihr nicht gehorchen könnt, oder wenn ihr jene nicht ertragen
könnt, die euch mißfallen, versucht einen Tag, mit ihnen zu reden. Wenn euer
Fehler darin besteht, daß ihr eine stolze Person nicht ertragen könnt, müßt ihr
versuchen, euch ihr zu nähern. Wenn ihr wollt, daß sie demütig sei, dann seid
auch ihr demütig. Zeigt, daß die Demut mehr wert ist als der Stolz. Versucht so
jeden Tag, ein Laster eures Herzens zurückzulassen oder zurückzuweisen. Sucht,
welches die Laster sind, die ihr verbannen sollt. Während dieser Fastenzeit
müßt ihr versuchen und wirklich wünschen, daß sie in Liebe vorübergeht. Strengt
euch an, soviel möglich ist".
25. Oktober 1985,
Donnerstag. Die Jungfrau Maria macht sich in einer besonderen Erscheinung für
Mirjana sichtbar. Sie erzählt es so:
"Sie hat mich gegrüßt."
— "Gelobt sei
Jesus."
"Danach hat sie von
den Nichtgläubigen gesprochen."
— "Sie sind meine
Kinder. Ich leide ihretwegen: Sie wissen nicht, was sie erwartet. Man muß mehr
für sie beten".
"Wir haben mit ihr
für die Schwachen, die Unglücklichen, die Verlassenen gebetet. Nach dem
Bittgebet hat sie uns gesegnet, und sie hat mir, wie in einem Film, die
Verwirklichung meines ersten Geheimnisses gezeigt. Die Erde war verwüstet.
"Eine Landschaft der
Welt ist von einem Beben erschüttert worden", sagte sie.
"Ich habe geweint.
Und ich habe gefragt: Warum so bald?"
— "In der Welt
gibt es zu vielen Sünden".
"Wie kann Gott ein so
hartes Herz haben?"
— "Gott hat kein
hartes Herz. Schau in deine Umgebung, und du wirst sehen, was die Menschen tun,
dann wirst du nicht mehr sagen, daß Gott ein hartes Herz hat... Sehr wenige
(Leute gehen mit Ehrfurcht, einem festen Glauben und im Geist der Umkehr ins
Haus Gottes). Dies ist eine Zeit der Gnade und der Bekehrung. Man muß sie gut
nutzen".
Die Jungfrau María sagt,
zu Mirjana:
— "Betet viel für
den Pater Pero, dem ich einen besonderen Segen schicke" (der Pater
Pero (Petar) Ljubicic würde von Mirjana ausgewählt, um der Welt die ersten drei
Warnungen bekanntzugeben, drei Tage vor dem Ereignis).
7. Dezember 1985, Samstag.
Die Jungfrau warnt:
— "Geht nicht auf
die Suche nach außergewöhnlichen Wegen; ergreift vielmehr das Evangelium und
lest es: Dort ist alles klar".
17. April 1986,
Donnerstag. Zu Marija für die Pfarrei:
— "Jetzt seid ihr
so sehr um die materiellen Dinge besorgt und dadurch in die Gefahr gereten, all
das zu verlieren, was Gott euch schenken möchte. Ich lade euch ein, liebe
Kinder, betet um die Gaben des Hl. Geistes, die ihr jetzt sehr nötig habt...
Überläßt euch mir, damit ich euch in allem führen kann. Macht euch nicht so
große Sorgen um materielle Dinge".
25. Februar 1987,
Donnerstag. Monatliche Botschaft an Marija:
— "Liebe Kinder,
heute will ich euch erneut zum Gebet aufrufen und dazu, euch völlig Gott
hinzugeben... Liebe Kinder, Satan ist sehr stark. Deshalb bitte ich euch, daß
ihr mir eure Bittgebete aufopfert zur Errettung jener, die unter seinem Einfluß
stehen. Gebt Zeugnis mit eurem Leben und bietet eure Leben an zum Opfer für die
Rettung der Welt... Habt deswegen, liebe Kinder, keine Angst. Wenn ihr betet, kann
euch Satan nicht schaden, zumal ihr die Kinder Gottes seid und Gott für euch
wacht. Tragt den Rosenkranz immer in der Hand. Für Satan wird das ein Zeichen
sein, daß ihr mir gehört".
25. März 1987, Freitag:
— "Kindlein,
vergeßt nicht, daß dieses Leben vergänglich ist wie die Blumen im Frühling, die
heute wunderbar sind, an die aber morgen schon niemand mehr denkt. Betet
deshalb, daß euer Gebet und eure Hingabe an Gott wie ein Führer auf eurem Weg
seien. So wird euer Zeugnis einen Wert haben, nicht nur für euch in diesem
Zeitabschnitt, sondern für die ganze Ewigkeit".
11. April 1987, Montag. An
Marija:
"Die Jungfrau Maria
führt mich ein in das Geheimnis der Liebe und des Leidens, das das Fundament
der Gemeinschaft darstellt. Ich muß es aufschreiben und werde es bekanntmachen
können, wenn die Jungfrau María es mir sagt (...) Das Programm der Gemeinschaft
gründet auf den Botschaften, besonders jener vom 25. Februar".
25. April 1987, Montag. An
Marija:
–"Es ist nötig,
daß ihr begreift, daß die Kirche der Palast Gottes ist, der Ort, wo ich euch
versammle und euch den Weg zeigen will, der zu Gott führt. Kommt hierher und
betet, schaut nicht auf die anderen. Gebt ihnen keine bösen Antworten, vielmehr
sei euer Leben ein Zeugnis dessen, der den Weg der Heiligkeit geht. Die Kirchen
verdienen Ehrfurcht, sind geheiligt, schon weil der menschgewordene Gott in
ihnen Tag und Nacht wohnt".
25. November 1987:
— "Ich bete für
euch zu Gott und bitte ihn, daß ihr euch ihm ganz überlaßt".
9. November 1989. An
diesem Tag fällt die Mauer von Berlin. Die Gospa weilt in Deutschland, sie
erscheint Vicka, die sich in München befindet, und Ivan in Frankfurt.
1989: Jelena fragt die
Jungfrau María während eines innerlichen Gespräche mit ihrer kindlichen
Unschuld:
"Warum bist du so
hübsch?"
Die Antwort lautete:
— "Ich bin so
hübsch, weil ich liebe. Wenn ihr schön sein wollt, dann liebt".
1989: Jelena erklärt:
"Sie sagte mir
irgendetwas, daß ich diesmal eine traurige Vision haben würde, weshalb ich die
Gospa bat, daß sie nicht an jenem Nachmittag erscheinen solle, weil ich nicht
traurig sein wollte.
Aber Sie erwiderte:
–"Du mußt das
Elend dieser Welt sehen. Kommt, ich werde es dir zeigen. Betrachten wir
Afrika"
Und Sie zeigte mir Leute,
die Lehmhäuser bauten. Die Buben brachten Stroh herbei. Danach sah ich eine
Mutter mit ihrem Kind: Sie weinte. Sie stand auf und ging in ein anderes Haus.
Dort bat sie um etwas zu essen, weil ihr Kind an Hunger sterbe. Man antwortete
ihr, daß alles aufgebraucht sei, einschließlich des wenigen Wassers, das sie
noch gehabt hätten.
Als die Mutter zu ihrem
Söhnchen zurückkehrte, weinte sie, und der Bub fragte sie: "Mama, warum
müssen wir Hunger leiden?". Die Mutter weinte nur, und das Kind starb.
Danach erblickte ich ein
anderes Haus, in dem eine andere, ebenfalls schwarze Frau, sah, daß sie nichts
zu essen hatte. Die Kinder hatten die letzten Brotkrümel aufgegessen, und
nichts war mehr übrig. Und alle — es waren viele Leute vor dem Haus — sagten:
"Gibt es jemandem,
der uns lieb hat, gibt es jemand, der uns ein bißchen Brot gibt?"
Die Mutter des Kindes, das
gestorben war, fragte sich, ob es jemandem gäbe, der sie lieb hätte.
Danach sagte mir die
Gospa, daß sie mir Asien zeigen würde. Dort war Krieg. Ich sah große Ruinen und
daneben einen Menschen, der einen anderen umbrachte. Es war schrecklich. Sie
schossen aufeinander, und die Menschen schrien vor Furcht.
Danach sah ich Amerika.
Dort wurden mir ein sehr junger Bub und ein sehr junges Mädchen gezeigt. Sie
rauchten, und die Gospa erklärte mir, daß es Rauschgift war; sie zeigte mir
auch einige Jugendliche, die es sich spritzten. Ich spürte einen großen Schmerz
im Kopf, als ich einen Bruder sah, der einem anderen einen Dolch ins Herz
stach. Das Opfer war ein Soldat.
Am Ende sah ich einige
Leute, die beteten und glücklich waren, und ich war ein wenig getröstet.
Daraufhin segnete die Gospa alle."
Jelena (sie war 18 Jahre
alt, hübsch anzusehen, so wird sie beschrieben) betonte:
"Ich bin überzeugt,
daß das Gute siegen wird. Deshalb bete ich, deshalb lebe ich; dies ist meine
Erfahrung."
Mirjana, eine andere
Seherin, sagte:
"Früher wußte ich
nicht, daß es derartige Dinge wie Marienerscheinungen gibt. Ich hatte nie von
Lourdes, Fatima und ähnlichen Dingen gehört. Am Tag der ersten Erscheinung
dachte ich: Aber so etwas gibt es doch nicht!
Jetzt sehe ich die
gefährliche Lage der Welt in anderer Weise: Besonders die Jugendlichen bereiten
mir Kummer. Ich glaube, daß die meisten von ihnen nie die Gelegenheit hatten,
Gott kennenzulernen.
Ich möchte den
Jugendlichen eine Bitte der Gospa bekanntmachen:
–"Wenn es ihnen
nicht gelingt, an Gott zu glauben, so sollen sie wenigstens fünf Minuten am Tag
in der Stille und mit Meditation verbringen und nachdenken über diesen Gott,
von dem sie sagen, daß er nicht existiere".
Ich bete immer für sie;
sie machen mir Sorge, denn sie sind jung wie ich und denken, daß man sich
schämen müsse, wenn man an Gott glaube. Für mich persönlich ist der Glaube eine
höchst reine und schöne Wirklichkeit".
Zu Jakov hat die Gospa von
der Zukunft der Kirche und der Welt gesprochen:
Wir sollen demnach bereit
sein, demjenigen Zeit zu schenken, der uns braucht; den übrigen helfen und
Freude bringen.
Wenn jemand sagt: Wo nehme
ich die Zeit her, um zu beten? Mancher starke Raucher findet Zeit, um 20, 30
oder 40 Zigaretten am Tag zu rauchen, ganz zu schweigen vom Fernsehen oder von
Gasthausbesuchen. Wenn wir nicht Zeit für das Bittgebet finden, ist es
sinnvoller, wenn wir aufrichtig eingestehen: "Ich sehe keinen Sinn im
Gebet".
Es ist nicht leichter zu
arbeiten als zu beten. Und wir neigen dazu, das zu tun, was uns leichter fällt.
Die Jungfrau María sagt,
daß wir viel erbitten und wenig Antworten geben. Wir müßten zu Gott sagen:
"Herr, was willst du, was ich für dich tun soll? Und nicht: "Gewähre
mir dies" und "Gib mir das". Strebt nach dem Reich Gottes und
seiner Gerechtigkeit, so wird euch das übrige von allein zufallen...
Für Gott zählt die Zeit
nicht: Alles ist für Ihn gegenwärtig: die Vergangenheit und die Zukunft.
DIE WARNUNGEN
Jeder der Seher gibt an,
das Paradies und das Fegefeuer gesehen zu haben. Vier von ihnen sahen die
Hölle; zwei der Mädchen baten die Jungfrau, daß sie hervon verschont würden,
weil sie Angst hätten.
Die Seher ließen wissen,
daß Unsere Frau von Anfang an gesagt hatte, daß sie ihnen zehn Geheimnisse für
die Menschheit anvertrauen würde. Bis jetzt sind Vicka acht Geheimnisse
anvertraut worden, Mirjana zehn und den anderen Sehern neun. (In diesem
Augenblick hat auch die Seherin Ivanka von allen zehn Geheimnissen Kenntnis
erhalten. Seit sie das zehnte Geheimnis erfahren hat, sieht sie Unsere Frau
nicht mehr täglich.) Die Namen der Seher sind: Vicka Ivankovic, Ivanka
Ivankovic, Jakov Colo, Ivan Dragicevic und María Pavlovic.
Die Seher bestätigen, daß
die zehn Geheimnisse sich auf die ganze Welt beziehen und miteinder verbunden
sind wie in einer Kette. Denn es gibt weitere persönliche Geheimnisse, die sich
auf die Seher oder auf andere Personen beziehen, die mit diesen künftigen
Geschehnissen in der Welt in Beziehung stehen. Unter diesen zehn ist eines ein
Versprechen Unserer Frau, über dem Ort der Erscheinungen ein sichtbares Zeichen
zu geben, also über Medjugorje.
Die Seher erklärten,
dieses Zeichen in einer Vision gesehen zu haben. Sie teilten mit, daß es sehr
schön sei, von Dauer, unzerstörbar. Es wird für die ganze Welt gegeben werden,
in Medjugorje, und mit diesem Zeichen werden viele Wunder einhergehen. Fünf der
Seher kennen das Datum, an dem das Zeichen kommt. Alle betonen, daß die Zeit
bis zur Erscheinung des Zeichens eine Zeitspanne der Gnade und der Vertiefung
des Glaubens ist. Betreffs der Geheimnisse und der Zukunft der Welt hat Mirjana
etwas mehr mitgeteilt.
Diese Seherin sagt, daß
vor dem sichtbaren Zeichen drei Geheimnisse für die Welt offenbart werden. Die
drei Geheimnisse werden drei Warnungen für die Welt sein und werden von der
Seherin drei Tage vorher veröffentlicht werden.
Die Seherin wird einem
Priester mitteilen, was geschehen muß. Nach den drei Warnungen wird das
sichtbare Zeichen kommen und nach dem Zeichen, wenn die Welt sich nicht
bekehrt, die Strafe. Die Seherin hat gesagt: "Die Strafe kommt sicherlich,
denn es ist nicht zu erwarten, daß die ganze Welt sich bekehren wird, aber sie
kann abgemildert, verringert werden."
Im Hinblick darauf äußert
sie sich wie folgt: "Das siebte Geheimnis ist schon gestrichen. Das siebte
Geheimnis ist ein Übel, es wurde der Welt für die Sünden auferlegt und es wurde
gestrichen, weil viele Personen fasteten und beteten".
Ab dem 7. Januar 1983
erzählte Unsere Frau allen Sehern einige Begebenheiten aus ihrem Leben. Vicka
erzählt sie jeden Nachmittag aus ihrem Leben. Alles wird bekanntgegeben werden,
wenn Unsere Frau die Genehmigung dazu geben wird.
Seit Mitte Juli 1983
vertraut Unsere Frau Ivanka an, wie die Zukunft der Welt aussehen wird. Die
Seherin muß dies alles ebenso aufschreiben, und danach, wenn Unsere Frau die
Zeit für gekommen hält, wird es der Allgemeinheit kundgetan.
Besonders betonte Unsere
Frau das, was sich auf das Gebet zum Heiligen Geist bezieht. Sie sagte einmal
folgendes:
"Viele Leute beten
auf die falsche Weise, sie bitten um Gnaden, aber wenige erbitten die Gnaden
des Heiligen Geistes. Aber jene, die die Gabe des Heiligen Geistes empfangen,
haben alles empfangen. Erbittet deshalb mehr als alles die Gabe des Heiligen
Geistes."
In diesen Erscheinungen
haben die Worte des Herrn nach dem Evangelium des Matthäus, Kapitel 6, Vers 24,
besondere Bedeutung erlangt. Unsere Frau empfiehlt, diese Stelle jeden
Donnerstag zu lesen und darüber zu meditieren:
"Niemand kann zwei
Herren dienen. Entweder wird er den einen hassen und den andern lieben, oder er
wird zu dem einen halten und den andern verachten. Ihr könnt nicht beiden
dienen, Gott und dem Mammon".
Am 1. März 1984 sagt uns
diese Botschaft:
– "Alle Donnerstage
sollt ihr immer wieder ein Stückchen des Evangeliums von Matthäus (6,24–34)
lesen und es leben, wo es heißt: Man kann nicht zwei Herren dienen. Macht euch
keine Sorgen, schaut auf die Vögel des Himmels. Sucht vor allem das Reich
Gottes..."
Am selben Nachmittag sagt
sie zu Elena:
– "Jeden
Donnerstag sollen jene, die rauchen, aufs Rauchen verzichten, wenigstens diesen
Tag; jene, die Alkohol trinken, sollen darauf verzichten; andere sollen auf
andere Genüsse verzichten, und diejenige, die noch mehr Großmut zeigen wollen,
mögen fasten."
Der Friede ist eine
positive und innere Tätigkeit. Elena sagt, daß unsere Frau ihr sagte:
– "Die Liebe ist
der Friede, der Friede ist die Liebe."
Macht euch das Leben nicht
kompliziert. Was unsere Frau gesagt hat, ist im wesentlichen dies:
– "Wenn ihr
glücklich sein wollt, führt ein einfaches, bescheidenes Leben, betet viel und
grabt nicht in den Tiefen der Probleme, sondern laßt euch von Gott
leiten".
Wenn wir über diese
Botschaft nachdenken, dann erkennen wir etwas Fundamentales, denn die Probleme,
die uns zu schaffen machen, sind die Früchte eines komplizierten Lebens, eines
wirklich komplizierten Daseins, in das wir uns mit verschiedenen Philosophien
und Sonstigem verstricken... Und Unsere Frau führt uns zur Aufrichtigkeit und
Einfachkeit des Lebens.
Am Karfreitag sprach
unsere Frau durch Elena:
– "Ich teile euch
ein geistiges Geheimnis mit, wie ihr vor der Sünde geschützt sein und immer
Gott gehören könnt. Bildet in euch ein aktives Bewußtsein. Betet am Morgen und
lest einen Abschnitt im Evangelium. Bewahrt es im Gedächtnis und im Herzen und
tragt es den ganzen Tag in euch. In den Momenten der Krise denkt erneut nach
und betet zu Gott, damit er diese Worte in eurem Innern verstärke."
Verschiedene Male sagt
Unsere Frau:
–"Wenn ihr stark
im Glauben seid, kann Satan euch nichts anhaben".
DIE HOFFNUNG IST DIE
ZUKUNFT
Die Seherin Elena erzählt, was
Unsere Frau gesagt hat:
–"Die Christen
irren, wenn sie in die Zukunft schauen, denn sie denken an Kriege und an das
Böse. Für den Christen gibt es nur eine Einstellung zur Zukunft: Es ist die
Hoffnung auf Rettung".
Hier ist nicht die Rede
von einem politischen Frieden. Der politische Friede ist die Folge eines
inneren Friedens, wie aus der Wurzel alle Früchte hervorgehen.
Früher oder später, aber
immer zu plötzlich, muß jeder seine Tragödie ertragen... und wir auch. Alle
müssen wir sterben. Das ist unser Drama. Und wir betragen uns wie Personen, die
glauben, eine solche Tragödie würde sie nichts angehen.
Und wir haben den Wunsch,
sicher zu sein auf Erden, als ob uns der Tod nicht treffen würde. Dies ist die
Wurzel vieler unserer Ängste und Probleme.
Wenn wir anfangen, radikal
zu leben, radikal christlich, um uns völlig dem Reich Gottes zu widmen, indem
wir durch diese Welt hindurchgehen und dieses Dasein als Christen leben, werden
wir den geistigen Frieden haben, nicht nur im Jenseits, sondern sogar in diesem
bewegten Leben hier. Deshalb sagt Jesus: "Sucht zuerst das Reich Gottes
und seine Gerechtigkeit, so wird euch das übrige von allein zufallen."
Es gibt eine Sünde, die
nie gebeichtet wird. Zumindest hat man nie davon gehört, daß sie von
irgendeinem Christen gebeichtet worden wäre. Es ist die Sünde, Gott in einer
Rumpelkammer abzustellen als etwas Unnützes, wie einen alten Gegenstand, der
nicht mehr gebraucht wird, ein zerrissener Hut etwa oder eine Telefonnummer,
die sich geändert hat. Und geben wir uns darüber Rechenschaft, was es bedeutet,
sich nicht jeden Tag auf Gott zu stützen, nicht zu Gott zu beten. Das bedeutet,
Gott in einem vergessenen Winkel abzustellen, nicht mit Gott zu rechnen, weder
im Gebet noch in der Danksagung noch mit Bitten.
In der gegenwärtigen
Gesellschaft haben wir einem wissenschaftlich-soziologisch-politischen und
wirtschaftlichen Streit, aber suchen wir gleichzeitig die Kraft Gottes, um das
Böse zu besiegen?
Ein Freund sagte immer
wieder: "Gott ist meine hauptsächliche Kraftquelle und meine
Lebensphilosophie. Ohne ihn wäre ich ohne Zweifel nicht in der Lage gewesen,
alle diese Jahre (im Gefängnis) zu ertragen." (R.H.).
Wir hören von den Sehern
häufig: Betet, fastet und überlaßt die Probleme Gott. Das bedeutet, sich völlig
Gott anzuvertrauen und Gott Tag für Tag zu suchen, um Ruhe in ihm zu finden.
Wenn jede Sache ihren Platz einnimmt, dann gibt es Frieden; das heißt wenn Gott
die erste Stelle einnimmt:
Im Oktober 1983 sagte sie:
–"Ich wäre
glücklich, wenn die Familien anfangen würden zu beten, eine halbe Stunde am
Morgen und eine halbe Stunde am Abend."
Wenn wir einen Freund
haben, der ein Problem, das wir haben, lösen kann, rufen oder suchen wir ihn.
Und an Gott, unseren Heiland, glauben wir zwar, suchen ihn aber nicht; Gott ist
für uns ein verlorener Wert.
Wenn Christen behaupten:
"Ich habe keine Zeit für Gott", muß man ihnen sagen: "Du bist
wie ein Ungläubiger, du hast Zeit, du verfügst alle Tage über 24 Stunden,
nimmst dir Zeit zum Essen, Schlafen, Spielen, Reden, Tanzen, Fernsehen,
Zeitunglesen... aber zum Beten hast du keine Zeit. Wenn Gott in deinem Leben
der letzte Wert ist, dann bist du ein Atheist."
Die Patres Vlasic und
Barberic empfehlen allen, daß es in unseren Familien außer der Gott gewidmeten
Zeit auch einen Platz für Gott braucht. Wenn wir in unsere Häuser zurückkehren,
sollten wir Gott an Stelle des Fernsehapparats aufstellen und das Fernsehgerät
in eine Ecke oder einen Schrank stellen. Es ist wichtig, daß wir für die Kinder
und für alle einen Ort haben, um uns zu sammeln, und daß dort die Gegenwart
Gottes sichtbar wird, durch ein Kreuz, ein Bild... wo man zu Gott in Ruhe und innerlich
gesammelt beten kann.
Wenn wir uns retten und
vom verrückten Rhythmus der Städte befreien wollen, müssen wir eine gewisse
Zeit und einen Raum für Gott bereitstellen.
Viele fragen, ob es
möglich sei, sich in dieser verrückten Welt innerlich sammeln zu können. Die
Antwort: indem sie für Gott Zeit übriglassen, ihn als höchsten Wert unseres
Lebens entdecken.
Vermehren wir unsere
Gebete: Wir können nicht leben, wenn wir jeden Tag nur zwei Minuten essen; wir
können nicht leben, wenn wir nur eine Stunde am Tag schlafen; wir können kein
christliches Leben führen, wenn wir nur fünf Minuten am Tag beten. Man muß sich
schämen, wenn man daran denkt, daß es Christen gibt, die nicht einmal fünf
Minuten am Tag beten und sich doch als Christen bezeichnen. Wie kann Gott der
erste Wert für mich sein, wenn er in meinem Leben der letzte ist?
Wir müssen wieder
begreifen, was der "Tag des Herrn" ist, nicht der Tag des Ausflüge.
Wir haben den Sonntag und die Feiertage in Tage des Urlaubs, des Fressens und
Saufens verwandelt. Und deshalb sind wir arm. Und jeden Tag haben wir weniger
Frieden.
Die Jungfrau gibt weitere
Ratschläge:
–"Liebste Kinder,
der Herr hat mir erlaubt, euch hier zu versammeln. Arbeitet immer im Heiligen
Geist und betet immer vor der Arbeit".
Wir müssen lernen, uns
Gott hinzugeben und uns von ihm führen zu lassen. Unsere Frau weist
nachdrücklich in diese Richtung: Einerseits gut beten und fasten lernen,
andererseits alles Gott überlassen. Sie bittet uns nur, daß wir Gott erlauben,
alles mit uns zu machen, was er möchte.
–"Viele beginnen
zu beten", sagte
Unsere Frau in einer anderen Botschaft, "aber betet mit dem Herzen.
Laßt nicht zu, daß das Gebet und das Fasten zur Gewohnheit, zur Routine werden.
Viele haben nur deshalb angefangen zu beten und zu fasten, weil es die anderen
tun".
Und der Pfarrgemeinde sagt
sie:
–"Sagt Gott Dank,
weil er mir gestattet hat, so lange bei euch zu weilen".
Sie hat gesagt: "Wer
Gott begegnet, findet eine Freude, aus der der Friede geboren wird".
Die Gefahr besteht darin,
die Waffen der Finsternis zu akzeptieren, denn das bedeutet, den Frieden, die
Gelassenheit zu verlieren. Nicht zornig werden, sich nicht von Bitterkeit
überwältigen lassen, nicht die Gerechtigkeit in die eigene Hand nehmen, den menschlichen
Kampf nicht akzeptieren. Dafür weiter lieben, weiter beten.
BEDEUTUNG DER WEIHNACHT
Wie Unsere Frau kundtat:
–"Wenn ihr mir
folgt, wird diese Weihnacht für euch unvergeßlich sein. Ich sage euch: Stellt
eure Fernsehgeräte ab, schaltet eure Radios aus und erfüllt die Programme
Gottes, als da sind Meditation, Gebet, Lesung im Evangelium. Laßt den Glauben
aufblühen!"
Und bei anderer
Gelegenheit:
–"Meine Kinder...,
ich wünsche, daß jedes Familienmitglied eine Blume an der Krippe anbringe.
Damit Jesus kommen und die Verehrung sehen kann, die man ihm entgegenbringt.
Ich lade euch ein, euch auf das Weihnachtsfest mit Gebet, Buße und Werken der
Liebe vorzubereiten. Sie sollen sich nicht sehr um die irdischen Dinge sorgen,
denn sonst sind sie nicht in der Lage, das Weihnachtsfest zu leben... Sie
sollen Träger der Umkehr sein. Sie sollen die wahren Kinder der Jungfrau sein
und von allen Botschaften der Königin des Friedens – mit Liebe – Zeugnis geben.
WIE WICHTIG IST ES; DAS
FERNSEHEN AUS UNSEREM LEBEN ZU VERBANNEN
Vor einiger Zeit hörte ich
von einer Statistik über Frankreich: In einer Woche sieht eine Familie
durchschnittlich 18 Stunden fern. In Spanien beläuft sich die Zeit, die eine
Familie dem Kasten widmet, 25 Stunden! Das sind vier Stunden pro Person und
Tag... Und man sagt: "Ich habe keine Zeit für das Gebet"; wir haben
keine Zeit, bis wir das Gebet entdecken. Es ist schade, daß die Leute diese
gewaltige Zeitspanne nicht dazu verwenden, etwas zu lernen, Musik, ein
Instrument, Malen, Sprachen, oder daß sie in dieser Zeit lesen, meditieren,
eine Konversation führen. Aber es ist noch schlimmer, daß nicht ein Teil dieser
Zeit Gott gewidmet wird. Und jeder Übersetzer weiß, was vier Stunden täglich
bedeuten: eine Unmenge!
Wenn das Fernsehen im
Mittelpunkt unseres Tages steht, kann Gott nicht die Mitte einnehmen.
1984 meinte ein
Amerikaner, der in Medjugorje weilte, zu Pater Tomislav Vlasic: "Unsere
Frau hatte recht, als sie betonte: "Ihr müßt auf die Fernsehsendungen
verzichten", denn unsere Kinder schauen pornographische Filme an".
Darauf sagte der Pater: "Aber das ist nicht eine der schwersten
Sünden." "Was ist es dann?", fragte der Amerikaner. Der Pater
sagte: "Für mich liegt die schwerste Sünde des Fernsehens darin, daß es der
Gott der Familien geworden ist, denn es ist das Fernsehen, das den Ablauf des
Alltags in der Familie bestimmt. Das ist der Gott, den ihr anbetet."
Die größte Sünde unserer
Familien ist, daß das Fernsehen zum Gott unserer Häuser geworden ist. Das
Fernsehen schreibt den Tagesablauf in unseren Wohnungen vor, verpflichtet uns,
einen genauen Stundenplan einzuhalten, und legt die Art und Weise fest, wie wir
uns verhalten müssen, wie wir die Zeit nutzen müssen. Und damit hat Gott kein
Recht in unserer Familie, er bleibt abgesondert. Wenn wir Unsere Frau richtig
verstehen wollen, dann stellen wir Gott in die Mitte und den Fernsehapparat an
den Rand. Das Fernsehen dürfen wir nur dann verfolgen, wenn der Herr es uns
erlaubt, und nicht das Gegenteil: beten, wann es uns das Fernsehen erlaubt. Man
muß die Werte umkehren. Wir müssen Ordnung in unseren Häusern herstellen, wenn
wir beten wollen.
Was das Fernsehen
betrifft, besteht Unsere Frau darauf, nicht zu viel auf den Bildschirm zu
schauen, nicht zu übertreiben, denn es trennt vom Gebet:
–"Meine Kinder...,
verzichtet auf gewisse Fernsehprogramme, die eine Gefahr für die Familien sind.
Nach diesen Darbietungen gelingt es niemandem mehr, zu beten oder sich zu
sammeln... Durch die Schuld des Fernsehens wißt ihr nicht mehr richtig zu beten.
An vielen Orten – es tut weh, es sagen zu müssen, aber es ist wahr – nimmt den
Platz, den Gott einnehmen müßte, das Fernsehen ein. Diesem
"gesegneten" quadratischen Kasten werden täglich Stunden der
Aufmerksamkeit geschenkt, während die Leute für die Sachen Gottes keine Zeit
finden. Sie sollen Gott in den Mittelpunkt ihrer Häuser stellen und den
Fernsehapparat in eine Ecke. Sie sollen das Evangelium öffnen und den Worten
Gottes lauschen. Gott hat uns wirklich viel zu sagen. Seine Worte, seine
Ratschläge, seine Programme sind die besten, sie zerstören nicht, fördern nicht
die Gewalt, sondern im Gegenteil die Liebe, den Frieden und die Gerechtigkeit.
Die Leute sollen darauf verzichten, übermäßig fernzusehen."
BEDEUTUNG DES FASTENS
Fasten bedeutet
"essen" und nicht "nicht essen". Viele denken: man muß
sterben vor Hunger. Wenn man fastet, ißt man nichts. Dem ist nicht so, man ißt
Brot. Unsere Herrin bat um Brot und Wasser.
Unsere Herrin verlangt
nicht, daß wir Hunger leiden, sondern, daß wir ein einfaches, armes Leben
führen, wenigstens einen Tag in der Woche.
Gebet und Fasten sind
unentbehrliche Mittel, um Frieden zu haben, um Glauben zu haben und um sich
selbst aufgeben zu können in Gott.
Im Hinblick darauf sagte
die Jungfrau:
–"Meine Kinder...
Wenn ihr durch das Fasten Gnaden erlangen wollt, so soll niemand wissen, daß
ihr fastet. Wenn ihr durch eine Hilfeleistung oder ein Almosen für einen Armen
Gnaden von Gott erlangen wollt, so soll es niemand wissen, nur ihr und der
Herr. Das beste Fasten ist mit Brot und Wasser, wenn möglich freitags. Nur die
Kranken sind vom Fasten befreit. Das Fasten kann nicht durch Beten ersetzt
werden, es sind verschiedene Dinge. Die Heilung der Kranken, jede Gnade für
Körper und Seele sind unerreichbar ohne Gebet und Fasten. Das Fasten des
Körpers ist notwendig, aber noch notwendiger ist es, sich der Sünde zu
enthalten".
Zu Beginn der
Erscheinungen 1981 sagte die Jungfrau einmal:
– "Mit dem Gebet
und dem Fasten könnt ihr sogar die Kriege fernhalten."
Das Gebet und das Fasten
stehen im Mittelpunkt jeder Religion. Es gibt keinen Heiligen, der dies ohne
Gebet und Fasten geworden ist. Die Kirche hat sich nie im Geist erneuert ohne
das Gebet und das Fasten. Und sogar in der Welt "draußen" sehen
seitgemäße Diätvorschläge ein gelegentliches freiwilliges Fasten an einigen
Tagen vor, um Schlacken und Gifte auszuscheiden. Die großen Moralisten
empfahlen eine strenge Lebensführung einschließlich des Fastens, um den
Charakter zu bilden und den Willen zu stählen. Wenn dies gut für den Leib und
Charakter ist, um wieviel mehr für den Geist! Die Kirche hat ihre Gläubigen
immer zum wöchentlichen Fasten aufgefordert, zumindest freitags zum
Fleischverzicht, mit der Absicht, uns freiwillig der Armut anzunähern.
Der allgemeine Hang zur
Bequemlichkeit und die Schlauheit einiger haben bewirkt, daß das
"Fleisch" durch wahre "Magenüberladungen" von Fisch und
anderen Gerichten ersetzt wurde. Aber der tatsächliche Sinn lag darin, zu
regelmäßigen Zeiten ein Leben in Armut zu führen.
BEDEUTUNG DES GEBETS
Die heilige Teresa von
Avila hat es auf sehr schöne Weise beschrieben: "Das Gebet ist die
Allmacht des Menschen, denn es ist die Schwäche Gottes."
Viele Christen möchten die
Jungfrau und Gott gern verehren und lieben, aber sie beten mit Mühe, wenn sie
es überhaupt tun.
"Ich habe keine
Zeit", ist die geläufige Ausrede. Aber von den 1440 Minuten, die der Tag
hat, benötigen wir nur zehn Minuten, um einen Teil des Rosenkranzes zu beten.
Wenn an einem Tag, an dem du überhäuft bist mit Arbeit, ein guter Freund dich
besucht, bringst du nicht zehn Minuten für ihn auf?
Andere finden eine
Entschuldigung, in dem sie sagen: "Ich werde ihn schon beten, wenn ich alt
bin". Aber was ist, wenn du jung stirbst? Bist du einer von denen, die dem
Dämon das Fleisch der Jugend und Gott die Knochen des Alters geben wollen?
Erinnern wir uns an das,
was Unsere Frau im Herbst 1984 sagte:
– "Vergeßt nicht:
Man lebt nicht nur von der Arbeit, sondern auch vom Gebet. Mit eurer Arbeit ist
es nicht gut bestellt, wenn sie nicht vom Gebet begleitet wird."
Führen wir ein schlichtes
Leben, und wir werden sehen, wie nah uns Gott ist.
Im Nachdenken darüber
entdecken wir, daß wir Christen wie die Kranken sind: Wir verlieren den Appetit
auf Gott. Wir haben Lust aufs Essen, den Drang zum Schlafen, aber wir müssen
uns anstrengen beim Beten. Das Gebet wird zur Anstrengung, weil das Verlangen
nach Gott fehlt, und die Wahrheit ist, daß Gott im Mittelpunkt unseres Lebens
stehen muß.
Schon von Anfang an – so
sagen die Seher – betonte Unsere Frau:
– "Die Christen,
die nicht beten, sind keine Gläubigen mehr."
Wir haben dieses Beispiel
angeführt, um zu erklären, wie viele Dinge es in der Familie gibt, wie viele
Sorgen wir uns machen, wie viele Dinge sich in Götzen verwandelt haben. Hier
passen die Verse von Calderon, dem genialen Dichter unseres klassischen
Theaters: "Was nützt dir das Trachten nach immer mehr Besitz, wenn dies
bei deinem Tode der Ankläger sein wird?"
Wir entdecken folgendes,
wir bemerken ein bedenkliches Anzeichen bei den Christen, das wir als echte
Krankheit bezeichnen müssen: Wir brauchen das Essen, und wenn wir die
Notwendigkeit nicht verspüren, sagen wir, wir seien krank, weil wir keinen
Appetit haben; wir brauchen den Schlaf, und wenn eine Person nicht in der Lage
ist zu schlafen, behaupten wir, sie sei krank.
Aber die Christen machen
nicht die Errfahrung, daß es notwendig ist zu beten; um zu beten, müßen sie
sich anstrengen, und ich glaube, daß das eine Krankheit ist. Wenn Unsere Frau
sagt, daß sie das Gebet vermehren möchte, will sie uns genau dorthin führen.
Bei einem bestimmten Anlaß
sagte Unsere Frau im Februar 1984 zu Elena:
– "Wenn ich sage:
Betet, betet, betet, dann versteht dies nicht einfach als eine mengenmäßige
Erweiterung des Gebets. Ich will euch zu dem tiefen Verlangen nach Gott führen,
einem fortwährenden Sehnen nach Gott."
Wenn sie uns rät, das
Leben nicht zu gründlich zu analysieren, daß wir nicht unnütz ermüden, indem
wir seine Vorhaben erforschen, so will sie, daß der Herr unser Leben lenke. Und
sie empfiehlt: "Reinigt eure Häuser gut, denn sie sind kompliziert, wir
haben zu viele Sachen, und uns bleibt keine Zeit weder für uns noch für Gott,
weil wir unser Leben kompliziert gemacht haben." Geben wir den Armen
und versetzen wir uns in die Lage zu beten, denn nach mein eigener Erfahrung
kann ich nicht meditieren, kann ich mich nicht im Gebet sammeln, wenn in meinem
Zimmer Unordnung herrscht, wenn ich zu viele Dinge habe. Es ist also
unumgänglich, alles zu geben und unsere Herzen zu öffnen.
Eine weitere Angelegenheit
von großer Wichtigkeit, die uns obliegt, ist es, unverzüglich alle Personen zu
einem Minimum von Gebet und Fasten zu bewegen. Die größte Sünde des Christen
ist derzeit wahrscheinlich die Gleichgültigkeit. Die Mehrheit der Gläubigen ist
praktisch ungläubig. Sie beten nicht, sie fasten nicht, es existiert keinerlei
geistige Aktivität, sie lassen sich mitreißen von der Welt und verhalten sich
wie alle anderen. Wenn es uns gelingt, sie wenigstens zu einer Aktivität zu
veranlassen, kommen sie heraus aus dieser Gleichgültigkeit.
Einmal sagte Unsere Frau
zu der kleinen Elena:
Und dafür bedarf es einer
Vorbereitung während des Tages.
Vermeiden wir die Eile und
die freiwilligen Zerstreuungen.
Ernst von Dombrowski, der
geniale deutsche Holzschnitzer, Dichter und Schriftsteller, der kürzlich
verstorben ist, gab einem seiner besten Bücher einen vielsagenden Titel, der
immer gegenwärtig ist: "Gottes ist die Stille, des Teufels ist der
Lärm". Und er beginnt das erste Kapitel eines seiner kostbaren Bücher mit
diesen einfachen Worten: "Am Anfang war die Stille..."
Viele
"gestreßte" Personen versöhnen sich weder mit sich selbst noch mit
dem Nächsten noch mit Gott. Wer mit sich selbst streitet, streitet mit Gott.
Wer mit sich selbst unzufrieden ist, streitet mit den anderen. Wer mit sich
selbst keinen Frieden hat, wer sich nicht selbst annimt, kann auch die anderen
nicht annehmen.
Es gibt eine Botschaft,
die treffend feststellt:
–"Liebe Kinder,
ihr müßt verstehen, daß ihr beten müßt. Das Gebet ist kein Spiel. Das Gebet ist
ein Gespräch mit Gott. Bei jedem Beten müßt ihr auf die Stimme Gottes horchen.
Ohne Gebet kann man nicht leben. Das Gebet ist das Leben." (Botschaft an Elena, am 10. September
1984)
Ein Gläubiger, der zu
beten weiß, weiß Glauben zu haben.
Die Jungfrau fährt bei
anderer Gelegenheit fort:
– "Meine Kinder...
Wenn ihr alle Menschen liebt, wird in euch Friede sein. Ich lade euch ein, an
erster Stelle eure Familie zu lieben, und dann könnt ihr alle übrigen annehmen.
Ich weiß, daß ihr nicht fähig seid, eure Feinde zu lieben. Deshalb sollt ihr
alle Tage fünf Minuten zu meinem Herzen und zum Herzen meines geliebtesten
Sohnes beten, und wir werden euch die göttliche Liebe geben, mit der ihr alle
lieben könnt. Ihr findet die Zeit, um die verlassensten Winkel sauberzumachen,
aber ihr vernachlässigt die Sauberkeit eurer Herzen. Ihr sollt mehr daran
arbeiten, mit Liebe jeden Winkel eures Herzens zu reinigen. Zuerst Friede in
unserem Herzen, dann in unserer Familie und so breitet er sich auf die ganze
Welt aus; aber die Welt findet den Frieden nur, wenn sie zu Gott umkehrt. Der
Friede ist nicht der Friede, der existiert, wenn es keinen Krieg gibt, es ist
der Friede in unseren Herzen. Ihr habt euch von Gott entfernt und habt den
Frieden verloren. Nach Medjugorje bin ich gekommen, um das Wort FRIEDE zu
bringen, und ich will, daß der Papst es in die ganze Welt trägt."
"Es ist unmöglich,
ohne Gebet zum Frieden zu gelangen, denn der geistige Frieden ist nicht mit
menschlichen Methoden zu erreichen. Keine "Technik" gibt uns den
Frieden, keine Konzentrationsübung, sondern nur Jesus Christus, wenn wir uns
mit ihm treffen. Richtet den Frieden Gottes in euren Herzen auf."
"Meine Kinder...
wenn ihr betet, seid ihr viel schöner als die Blumen, die nach dem Winter ihre
ganze unbeschreibliche Schönheit zeigen. Desgleichen zeigt ihr nach dem Gebet –
noch mehr vor Gott –
jene Schönheit, deretwegen Gott an euch Gefallen findet."
BEDEUTUNG DER ARMUT
Die Botschaften und
die Erscheinungen der Jungfrau in Medjugorje oder vorher in Fatima, Lourdes
usw. bringen nichts Neues. Sie laden lediglich dazu ein, die tiefe Botschaft
des Evangeliums wiederzuerlangen, die wir allzu oft und leicht vergessen.
Wir müssen das Evangelium
öffnen und es so leben, wie geschrieben ist. Lesen wir die Kapitel von Matthäus
5–7 gut.
Es genügt, es zu lesen und
in die Tat umzusetzen.
In der Kirche und im
geistigen Leben gibt es eine Gefahr unter den Christen, die
Nichtübereinstimmung zwischen dem Natürlichen und dem Übernatürlichen.
Ich muß ein
"normaler" Mensch sein, mit zwei Autos, meinem Haus und einem Haus
auf dem Lande, dicken Bankkonten, Luxusgütern – und ich kann auch zur Kirche
gehen, um mich sehen zu lassen.
So ist mein Leben in der
Kirche etwas, das getrennt ist von meinem Leben. Ich mache ein Spiel zwischen
dem Himmel und der Erde. Aber für denjenigen, der ganz für Gott leben möchten
in dieser letzten Zeitspanne vor der neuen Epoche, existiert das, was
Franziskus lebte: alles lassen und mit Gott leben.
Wenn wir nicht fähig sind,
"verrückt" zu sein wie der heilige Franziskus, ist es sehr schwer, im
geistigen Leben fortzuschreiten.
In diesem Sinn schärft die
Jungfrau Maria besonders ein:
–"Eure Herzen sind
auf die Dinge der Erde ausgerichtet, und sie beunruhigen euch".
Und Sie fügt hinzu:
– "Ich rufe auch auf, euch vollständig für Gott zu entscheiden, ich bitte euch, liebe Kinder, euch völlig zu übergeben, und ihr werdet fähig sein, alles das zu leben, was ich euch sage."