ETIKA

Pedro Varela

http://www.etika.com
22.11.1997

1-4M1

Eine Überzeugung
Die Botschaft der Jungfrau von Medjugorje

Übersetzung: Rainer Lechner
neu formatiert:  30.11.2003.
6.3.2008. UNIX

Das Thema meines heutigen Briefes tritt aus dem Rahmen des Gewohnten heraus. Ich schreibe das Folgende, weil ich mir bewußt bin, daß es, nach den Worten von Meinvielle, in unserer Epoche keinen heiligen Ort, keine heilige Zeit gibt.

Vor acht oder neun Jahren hörte ich das erstemal von Medjugorje, ein Name, der mir vollkommen unbekannt war, entfernt und fremd, und der mir am Anfang nichts sagte. Durch eine Serie von kettenartigen Zufällen erreichten mich bald ausgiebige Informationen, die ich gar nicht angefordert hatte, aus N. Auch ein Freund in S. hatte mir gegenüber das Geschehen kommentiert, nicht ohne mich zu warnen, daß es sich um eine Fälschung handeln könnte.

 Erst im Januar 1989, als ich den Bericht einer hispanoamerikanischen Gruppe las, gelangte ich zum Schluß und zur Überzeugung, daß das, was sich in Medjugorje abspielte, wahr war und daß vor allem die Botschaft der Jungfrau wichtig und dringend war.

Seit damals habe ich nie aufgehört, mich mit dem Thema zu beschäftigen. Ich habe mit Wonne all das gelesen, was in meine Hände kam, und war bemüht, an Konferenzen und Pressegesprächen teilzunehmen. Dies ging so weit, daß ich einen Freund bat, eine kurze Reise nach Kroatien (der Name Hrvatska kommt von Kreuzzug) zu organisieren, um mit den Sehern zu leben, die Atmosphäre, die sie umgibt, zu spüren, und Nachrichten aus erster Hand zu erlangen.

Bald entschied ich mich, die Informationen, die ich besaß und die anscheinend nicht so viele kennen, zusammenzufassen. Mit großen Pausen, regelmäßig am Tag des hl. Johannes, dem Jahrestag der Erscheinungen, las ich die vorliegende Übersicht, die ich endlich Freunden und Interessierten übergebe.

Gewiß stimmt es, daß ich von vornherein dazu neigte, die Botschaft von Medjugorje für echt zu halten, zumal ich mich schon sehr früh auf der gleichen geistigen Linie bewegte. Meine erste Beschäftigung mit dem Thema in den Jahren 1973/74, zu der mir ein in L. wohnender guter Freund und überzeugter Katholik Anlaß gab, wie auch die idealistische Erziehung, die ich während meiner ganzen Jugend genoß, bereiteten das Feld dafür vor.

Ohne Zweifel werden andere Lebenserfahrungen gemacht haben, die hiervon ganz verschieden sind und in ihrem Innern jeden Rest von Glauben ausgelöscht haben. Abr wie in dieser Arbeit gezeigt wird, hat jede Person die Fähigkeit, die Existenz Gottes zu erkennen. Diese Möglichkeit ist dem menschlichen Wesen angeboren, ist wesenseins mit dem Menschen.

Die spanische mystische Tradition, die uns einen heiligen Johannes vom Kreuz gegeben hat, eine heilige Teresa von Avila, einen Luis von Granada, einen heiligen Franz Xaver, einen heiligen Ignatius von Loyola, einen heiligen Dominikus und so fort; und die düstere und asketische Persönlichkeit des spanischen Volkscharakters — wenigstens in seinem idealistischen und edlen Teil —, der sich treu in unseren Klassikern widerspiegelt, machen aus dieser Erde und diesem Volk ein so brauchbares Feld für eine religiöse Sicht der Welt und des Lebens wie umgekehrt proportional für die soziale Ordnung der Dinge, Geschäfte und irdischen Angelegenheiten. Gute Soldaten, Krieger und Heilige in Zeiten des Kampfes und der Schwierigkeiten, sind die Spanier nomalerweise wenig aufgeschlossen für das Soziale, ja schlaff und nachlässig in Zeiten des Friedens.

Cervantes, Lope de Vega, Calderón lebten und spiegelten in ihrem Werk die heroische Größe, aber auch das ganze tragische Schicksal ihres Volkes wider. Wo würden wir heute solche Leute finden? Es sind die heroischen Dichter und die Dichter des Heroismus. Es sind die gläubigen Helden, die als lebenswichtige Nahrung die Religion ihres Volkes aufnahmen und ihr Blut für die heilige Mutter Kirche gaben. Hehre Wandlungen im Innern bewirkten, daß sie den Dienst an ihren Frauen aufgaben zugunsten des Dienstes am König und diesen schließlich zugunsten des Dienstes am Höchsten. Schöpferisch bis zum Ende, angebetet von seinem Volk, lebte Lope wie ein Büßer, fern von der Welt, die er mit so üppigen Farben beschrieb. Und er starb so wie er gelebt hatte, mit den Lippen ans Kruzifix geheftet.

"Seid gute Menschen" — dies ist die letzte Lehre, die Cervantes in "Don Quijote" seiner Epoche mit überwältigender Einfachheit gab; seine Zeit konnte, wie die unsere, mit keinem Heldentum wie dem seinen mehr gerettet werden.

Von Lope wissen wir, daß er auf dem Totenbett versicherte, er würde seinen ganzen Ruhm als Dichter eintauschen, wenn er dafür eine gute Tat mehr hätte begehen können; er zog etwas nicht in Betracht, was wir nicht vergessen wollen: daß sein ganzes literarisches Werk in sich ein gutes Werk war. So beschreibt es der Forscher Ludwig Schemann.

Wie bezeichnend ist es auch, daß fast alle großen spanischen Dichter und Schriftsteller sich in ihrer zweiten Lebenshälfte in den geistlichen Stand zurückzogen und sich nur noch mit dem Glauben, der Religion beschäftigten und religiös wurden; darauf weist richtig Glasenapp hin.

Aber war es etwa anders bei Verdaguer und Maragall? In der Renaixença? Bei Eiximenis, um nicht zu sprechen von Ramón Llull, dessen Geist, der der unsrige ist, sich so schön in dem "Buch des Ritterordens" widerspiegelt? Nein, diese Vision der Welt, aus der Versenkung in Gott entsprungen, ist die Quintessenz dieses Landes. Und ich würde wagen zu behaupten, das die Völker Spaniens, mit Europa und in Europa, ihre Bedeutung darin haben, daß sie katholisch sind, oder sie werden nicht mehr sein. Wenn sie ihre transzendente Identität aufgeben, wird das der Anfang sein, daß sie ihre Selbstachtung verlieren, und sie werden aufhören, ihrer Existenz noch einen Wert beizumessen, denn sie werden auch ihren Norden und ihren Führer verloren haben.

Niemand darf indessen behaupten, sein Glaube sei der allein wahre. Und wenn unser Volk ihm große Beweise der Liebe geliefert hat, so haben es andere vorher und nachher ebenso getan. Führten sie vielleicht ein anderes Leben, die deutschen Minnesänger, von Wolfram von Eschenbach bis Walter von der Vogelweide; Ritter, Künstler und gleichzeitig Diener des religiösen Ideals?

Und innig vereint mit ihnen allen stößen wir auf die romantische Bewegung, die für sich das mittelalterliche Ideal der Ritterlichkeit in ihrer edelsten Ausprägung wiedererlangt hat und, wie um den vermessenen, aber vergeblichen Versuch der reinen Vernunft, in das Reich des Geistes einzudringen, herausfordern, zur Natur, zur Religion und zum Vaterland zurückkehrt. Es ist kein Zufall, daß Liszt seine Tage bendet, indem er das mystische Leben umarmt und daß Wagner uns den "Parsifal" als Testament eines großen Werkes hinterläßt.

Die Liebe, um zu jener Welt zurückzukehren — jener von Lope und Calderón, der Minnesänger, Llulls und Maragalls — war nicht mehr die, welche man einmal platonische Liebe nannte, sondern jene, welche man noch ritterliche Liebe nennt. Und es ist wichtig festzustellen, daß die großen Befürworter der ritterlichen Liebe im Menschsein auch die großen Verteidiger der göttlichen Liebe im Mystischen waren und große Bewunderer — innerhalb einer Rangordnung von Werten, in der sich der Krieger dem Beter unterwirft — jener Mönche der Ordensklöster und ihrer Ratschläge zur Vollkommenheit, die in den Gelübden der Keuschheit, Armut und des Gehorsams Gestalt annahmen, außerweltlichen Zielen, mit denen lange Zeit ein großer Teil der Welt zivilisiert wurde. Die Mönche hatten das Volk pflügen und säen wie auch lesen und schreiben gelehrt. Sie hatten sie alles gelehrt, was sie wußten. Man kann wirklich sagen, daß die Mönche strenge, harte Praktiker waren, in dem Sinne, daß sie nicht nur Praktiker waren, sondern auch streng; wenn sie sich auch streng mit sich selbst zeigten und den übrigen dienten, wie Chesterton richtig bemerkt.

Es ist nicht unbegründet, daß — obwohl man es boshafter Weise das finstere Zeitalter nannte — drei Viertel der größten Menschen, die es je in der Welt gegeben hat, aus jenen kleinen mittelalterlichen Städten stammten.

Es erscheint begreiflich, daß heute die neuen Barbaren des Kinos und der Massenmedien versuchen können, die Ritterlichkeit in der Liebe zu zerstören, wie gewisse Barbaren der Politik die Ritterlichkeit im Kriege zerstört haben.

Gewiß, je weniger ein Mensch an sich selber denkt, umso mehr denkt er an sein Glück und an alle guten Gaben Gottes.

Auf der anderen Seite dürfen wir nicht vergessen, daß die Selbstaufopferung der Christen Osteuropas, die drei Viertel des Jahrhunderts der Dünger für die neue, kommende Ära waren, ein Martyrium darstellte in einem Ausmaß, das es nicht einmal in den alten Zeiten gab, und wo das leidende russische Volk Zeugnis von diesem Glauben, der nie erlischt, abgelegt hat, trotz aller seiner Henker.

Jemand wird sagen, daß das hier Dargelegte nicht ernstzunehmen ist, andere werden mich in ihrer trotzigen Verblendung der klerikalen Propaganda bezichtigen, wieder andere werden — und das ist ihr Recht — sich entschließen, kein Komma dieses Artikels für wahr zu halten.

Jeder handle gemäß seinem Gewissen.

Ich kann nur eine Überzeugung bestätigen, und zwar die meine.

Zu ihr bin ich nicht durch wissenschaftlich–minutiöse, verstandesmäßige und methodische Forschung gelangt, sondern einfach durch Intuition, innere Gewißheit, vielleicht durch das, was ich transzendente Intelligenz nenne. Aber in keinem Fall kann ich mich selbst verleugnen, und deshalb bekräftige ich das, was ich glaube.

Chesterton, der gefeierte Dichter und scharfsinnige britische Schriftsteller, der zur katholischen Kiche übergetreten ist, hat dies wie andere vortreffliche Engländer wie Bernard Shaw erkannt, als er schrieb: "Die Leute glauben nicht, weil sie nicht über das Gewohnte hinausdenken wollen".

Eine gute Freundin sandte mir das "Buch vom Gottesfreund"; der katalanische Schriftsteller Ramon Llull tat gut daran, es uns zu schenken.

Eines Tages dachte ich darüber nach, ob ich nicht einen Bericht — den hier vorliegenden — über all das verfassen sollte. Man würde ihn eher von einem Kirchenmann, nicht von jungen Leuten erwarten. Würden normale Menschen an so etwas Interesse haben?

Mit Ramon Llull dachte ich, "daß die Kraft der Liebe kein Maß kennt, wenn der Gottesfreund Ihn innigst liebt". Und ich las weiter.

"Sie fragten den Gottesfreund: Welches sind deine Schätze? Er erwiderte: Die Armut, die ich um Gottes willen ertrage. — Und was ist deine Ruhe? — Die Mühe, die mir die Liebe macht. — Und wer ist dein Arzt? — Das Vertrauen, das ich in meinen Geliebten habe. — Und wer ist dein Meister? — Er antwortete und sagte daß die Geschöpfe Gott widerspiegelten und er darin seinen Meister erkenne."

Ich zweifelte. Werden jene, die sich für den politischen Idealismus begeistern, der immer weltlich ist, Verständnis aufbringen für ein ausschließlich religiöses Thema? Das Religiöse und das Weltliche vermischt, vereint, das eine vielleicht dem anderen unterworfen, oder beide voneinander geschieden? Welches wird die richtige Antwort sein? Das ist die große Frage, welche sich die Welt der Politik und allgemein die gesamte westliche Gesellschaft seit der französischen Revolution stellt und noch nicht gelöst hat. Und ich fahre fort mit der Lektüre:

"Gott sprach, daß der Freund wenig von der Liebe verstünde, wenn er sich schäme, seinen Herrn zu loben, und dort, wo er am meisten beleidigt würde, fürchte man sich, ihn zu ehren; und wenig und wenig liebe derjenige, der sich über sein Mißgeschick ärgere; und wer verzweifle an seinem Geliebten, erreiche den Einklang von Liebe und Hoffnung nicht."

"Sag, Einfältiger, was ist die Liebe? — Er antwortete: Liebe ist Übereinstimmung zwischen Theorie und Praxis auf ein Ziel hin, das der Wille des Freundes anstrebt, damit die Leute Gott ehren und ihm dienen... Und man erörtert die Frage, wer schuldiger ist: die Menschen, die Gott schmähen, oder der Gottesfreund, der schwieg und seinen Herrn nicht verteidigte.

Ich für meinen Teil glaube, das das einfachste ist: "Mach dir nichts daraus, wenn jemand für oder gegen dich ist; sei mehr darum besorgt, daß Gott in allem, was du tust, mit dir ist".

Wenn wir mit dem Lesen dieser Abhandlung fertig sind, mag es sein, daß uns nach den klaren Ermahnungen Liebe oder Furcht erfaßt.

Anna Katherina Emmerich, die von der Existenz von Wundern überzeugt war, ergänzt: "Ein lebendiges Gottvertrauen, unschuldig und einfach, verwirklicht alles, alles nimmt Gestalt an". Diese Erkenntnis lehrt uns, daß jedes Übel vermeidbar und erträglich ist, wenn wir vollständig vertrauen.

Chesterton läßt keinen Zweifel daran, daß es für einen Gläubigen ebenso logisch ist, Wunder zuzugeben, wie für einen Atheisten, sie in Abrede zu stellen.

In anderen Worten: Es gibt nur einen vernünftigen Grund, warum man nicht an Wunder glauben kann, und dieser besteht darin, daß man an den Materialismus glaubt. Der größte Teil der Zweifel diesbezüglich schlägt sich in Kleinigkeiten wieder.

Wir, die wir die Gnade haben zu glauben, können ahnen, was es für viele bedeutet, wenn sie anfangen zu glauben.

Tatjana Goritschewa, eine vom Kommunismus überzeugte sowjetische Intellektuelle, die zum Glauben gefunden hat, beschreibt es uns anhand des großen Prozesses der religiösen Erneuerung in Rußland, der vor mehr als zehn Jahren begonnen hat: "Wenn mich jemand fragt, was für mich die Rückkehr zu Gott bedeutet, was diese Bekehrung für mich an Neuem gebracht und wie sie mein Leben geändert hat, so kann ich in aller Schlichtheit und Kürze sagen: Es bedeutet alles. Alles hat sich in mir und in meiner Umgebung geändert. Und, um es mit noch größerer Genauigkeit zu sagen: Mein Leben hat erst angefangen, nachdem ich Gott begegnet bin".

Wenn es uns mit den folgenden Seiten gelingt, die Botschaft Unserer Frau in das Herz auch nur eines Menschen zu bringen und ihn zu ermutigen, ein Treffen mit Gott für das ganze Leben zu vereinbaren, sind wir mehr als zufrieden.

In einem Augenblick, in dem der Westen Zuflucht sucht in der Wiedergeburt, in der Hinwendung zum Orient, in der Magie, der Esoterik, im Horoskop, in der Scientology–Sekte, im Außerirdischen und bei den Ufos, in den Sekten, im Okkultismus oder in was weiß ich für pseudointellektuellem und pseudospirituellem Plunder, der sich angesammelt hat in der Rumpelkammer der herrschenden geistigen Umweltverschmutzung, können wir nicht länger schweigen.

Es gibt Leute, die fähig sind, Nächte an einem Ort zu verbringen, wo sie auf die Erscheinung eines Ufo warten, wozu man großen "Glauben" braucht. In geheimnisvollem Ton und zu Dummheiten anregend wird in der Werbung wie in Kino von "Jeans" gesprochen, die uns einen Weg öffnen, von Seife in Pulverform, die für die Kleidung unerläßlich ist, von einem Auto, das uns das Glück bringt, von einer exklusiven Champagnermarke, als ob es sich um die wichtigsten und unentbehrlichsten Dinge handle.

Andererseits ist das Sprechen über andere Dinge, die tatsächlich für alle unentbehrlich sind — wie die Seele, der Sinn des Lebens, die Erlösung — etwas, das die Leute in der Öffentlichkeit nicht wagen, und sogar die Geistlichen schämen sich, es zu tun. Es ist eine pervertierte und tolle Welt!

Das aufs Kommerzielle und auf die Sicherung der Macht ausgerichtete Pressewesen vergißt die wichtigen Dinge und belästigt uns mit dem scheinbar Sensationellen, dem Vergänglichen und dem Schmutzigen. Die kleinen Dinge, die das Leben schön machen, die Nachrichten, die das Herz erfreuen und sogar die wirklich wichtigen Neuigkeiten — eine davon wäre, daß die Muttergottes der Welt eine neue Botschaft gebracht hat — werden lapidar verschwiegen.

Daher die große Notwendigkeit, daß die Menschen den Sinn des Lebens erkennen, einen lebendigen, nicht von Ideologien vereinnahmten Gott, der persönlich erfahren werden kann. Man muß den einen wie den anderen antworten, und zwar mit der Einfalt jener vielen, die glauben, daß diese vielen bescheidenen und einfachen Personen, die als unkultiviert, rückständig und geistig zurückgeblieben gelten, wahrscheinlich die glücklichsten Menschen der Welt sind. Ich denke an sehr feine Menschen, die in ihrer großen Einfachheit und noch größeren Herzensgüte geistig viel höher stehen sind als jene, die sich verschanzen hinter der "Vernunft", den "Kenntnissen" und der Wissenschaft, wenn nicht hinter dem Geld und der Macht, und glauben, jemand zu sein.

"Das Törichte in der Welt hat Gott erwählt, um die Weisen zuschanden zu machen, und das Schwache in der Welt hat Gott erwählt, um das Starke zuschanden zu machen. Und das Niedrige in der Welt und das Verachtete hat Gott erwählt: das, was nichts ist, um das, was etwas ist, zu vernichten." (1. Korinter 27f).

Das sind die Personen, die Gott ganz gehören. "Selig die Einfalt, die die rauhe Bahn der rastlosen Frage– und Streitsucht verläßt und auf dem ebenen, festen Wege der Gebote Gottes mutig fortgeht. Viele haben alles Gefühl der Andacht in sich verloren, indem sie Höheres erforschen wollen. Du sollst glauben und recht leben, das ist deine Pflicht; hohe Erkenntnis und tiefen Blick in die Geheimnisse Gottes, das fordert Gott nicht von dir.

Wenn du nicht verstehst und nicht begreifst, was unter dir ist: Wie wirst du begreifen, was über dir ist?... Gott betrügt dich nicht; aber wer sich selbst zuviel glaubt, wird von sich selbst belogen.

Gott wandelt mit denen, die ein einfältiges, gerades Herz haben; er offenbart sich den Demütigen; er gibt Verstand den Unmündigen... Die menschliche Vernunft hat wenig Kraft und kann leicht irren; aber der rechte Glaube an Gott irrt ewig nicht.

Alle menschliche Vernunft und alle vernünftige Erforschung soll dem Glauben demütig nachfolgen, soll ihm nicht voranlaufen, noch weniger ihn brechen. Gott wandelt mit den Einfältigen, offenbart sich den Demütigen und gibt Verstand den Kleinen; er öffnet den Sinn reinen Seelen und verbirgt seine Gnade vor der Neugierde und dem Stolze der Menschen" . Daran erinnert uns Kempis (in: Nachfolge Christi, IV, 18).

Dies hat Peradejordi sehr gut erkannt, als er schrieb, "daß man nicht glauben solle, daß man sehr intelligent oder gebildet sein müsse, um Gott suchen zu können... ihn zu finden ist ein Geschenk, das nur er uns gewähren kann".

Was verschwiegen wird: die Grausamkeit des Lebens, das in einen täglichen Kampf entartet ist, um zu überleben und Steuern zu zahlen, und das angeblich keine Zeit für ein nach geistig–seelischen Werten ausgerichtetes Leben läßt. Willi Reichert faßt es in so einfachen Worten zusammen: "Ruhe suchen kann man an mancherlei Orten, Ruhe finden nur bei sich selbst".

Daher ist es so wichtig, die Jugend im Westen aufzuwecken und sie zum Übernatürlichen hinzuführen. Denn diesem Mystizismus liegt es ferne, sie schwermütig werden zu lassen oder sie ihrer Menschlichkeit zu entkleiden, im Gegenteil, er macht den Menschen fröhlich und menschlich, wie es uns der heilige Franziskus von Assisi und der ganze Sinn seiner Botschaft an die Menschheit bestätigen.

Der Sinn für Humor, mit dem alle Episoden aus seinem Werdegang geschmückt sind, hat ihn daran gehindert, sich zur ehernen Figur sektiererischer Rcehtschaffenheit zu verhärten. Er war nicht nur ein Humanist, sondern auch ein Humorist; ein Humorist nach ganz und gar altem englischen Verständnis; ein Mensch, der immer guter Laune ist, der seinen Weg geht und das tut, was niemand tun würde. Was diesen wirklich echten Demokraten von einem simplen Demagogen unterscheidet, ist, daß er nie betrog und auch sich selbst nie betrog um einer Massensuggestion willen. Für ihn war ein Mensch immer ein Mensch, und er verschwand nie in der dichten Menge, wie er auch nie in der Wüste verschwand.

Wir sehen es genauso wie wir es nicht sehen, daß nämlich die Wahrheit in diesem Rätsel eingeschlossen ist: die ganze Welt ist eine gute Sache und eine böse Schuld.

Und wie Anna Katherina Emmerich sagt: "Alles ist in den Kindern der Kirche, die glauben, die hoffen und lieben".

Eine Person, die mein Vertrauen genießt, fragt mich, warum diese lange Einleitung zur Botschaft Unserer Frau. Für den Leser von heute, der nicht gewöhnt ist an all das, was wir uns unter dem Jenseitigen vorstellen, und der fest an das Diesseitige gebunden ist, kann es nützlich sein zu wissen, daß es in allen Epochen Personen gegeben hat, die mit ihrer Kunst, ihrem Wissen und ihrem besseren Sachverstand versucht haben, den Glauben den übrigen mitzuteilen; sie gehörten den verschiedensten Ständen an und waren erfüllt vom Glaubenseifer, von Sorge um das Seelenheil der anderen, und es waren dies Dichter, Krieger, Politiker, Musiker, Ritter, Heilige, Philosophen oder einfache Leute.

Die Jugend zu Anfang des 21. Jahrhunderts hätte an solchen Vorbildern großen Bedarf. Francis Parker Yockey, der geniale Dichter und Philosoph der nordamerikanischen Geschichte, kündigte hellsichtig an: "Die Aufgabe dieser Generation ist die schwierigste, der sich eine Generation des westlichen Kulturkreises je gegenübergesehen hat. Sie muß den Terror, der sie lautlos umlagert, brechen, muß nach vorne schauen, muß glauben, wenn es dem Anschein nach keine Hoffnung gibt, muß seinen inneren Regungen gehorchen, auch wenn dies den Tod bedeutet, muß kämpfen bis an die Grenze des Möglichen, bevor sie sich unterwirft. Sie muß sich stärken mit dem Bewußtsein, daß gegen den Geist des Heroismus keine materialistische Kraft die Oberhand gewinnen kann".

Wenn auch die Entscheidung im Innern, sich diesem Heer von Gläubigen anzuschließen, keinen Augenblick des Zweifels erforderte, so bedurfte doch das Vorhaben, die Botschaft Unserer Lieben Frau in politischen Kreisen zu verbreiten, einer Überlegung: Auf der einen Seite ist es weise, die allzugroße Vertrautheit mit den Menschen zu vermeiden und allein mit Gott vertrauten Umgang zu pflegen. Aber in der heiligen Kirche herrscht die Dynamik vor, das heißt die Bewegung, die Aktion, das kämpferische Moment, wie wir es bei den Aposteln sehen, zum Beispiel beim heiligen Jakob, aber auch bei der andauernden Pilgerfahrt unseres Herrn durch die Lande Palästinas, bei den Reisen des heiligen Paulus, bei den Missionaren des 20. Jahrhunderts, in den Ländern, die in unserer Zeit Unsere Liebe Frau von Fatima besucht hat, die die Welt mit neuen Hoffnungen und Verheißungen erfüllt hat.

Ja, hier siegt die Dynamik über die unbewegliche, stumme, taube Statik, die Sünde aus Unterlassung ist, weil sie es nämlich unterläßt, Gutes zu tun, was auf das gleiche hinausläuft wie wenn man Böses tut — was man oft tut, wenn man statisch, unbeweglich, gleichgültig oder feig ist, eingeschüchtert durch das, was die Feinde der Kirche sagen. Kempis zitiert als weiteren wichtigen Grundsatz für die Nachahmung Christi: "die Seele vor der Apathie oder Gefühllosigkeit bewahren; denn es gibt Leute, die im Fehlen jeglicher Versuchung die Vollkommenheit erblicken, und daß es deshalb nicht böse an sich ist, versucht zu werden", und er fügt hinzu — ganz im Einklang mit Schopenhauer: "Die höchste Weisheit besteht darin, nach dem Himmelreich vermittelst der Verachtung der Welt zu streben".

Auf der anderen Seite ist es sicher, daß alte Gewohnheiten nur mit Schwierigkeiten aufgegeben werden und daß niemand sich gern von seiner eigenen Art zu denken trennt. So will ich — fern davon, jemanden zu überzeugen zu versuchen — nur Vermittler sein, stelle in die Reichweite eines jeden, der es möchte, das, was in meinen Händen ist und was ich weiterzugeben in der Lage bin, getreu dem Grundsatz, daß derjenige, der die Menschen nicht zufriedenstellen möchte, aber auch nicht fürchtet, ihnen zu mißfallen, sich tiefen Friedens erfreuen wird. Der Leser schenke mir sein Wohlwollen, denn jener, der die Dinge so einschätzt, wie sie sind und nicht, wie sie scheinen oder wie man von ihnen sagt, wird wahrhaft mehr von Gott als von den Menschen belehrt.

Für jene, die sich noch fragen, warum zum Teufel ich von all diesen Dingen rede, gibt es eine bessere Antwort als die meine: "Wes das Herz voll ist, des geht der Mund über" (Matthäus 12,34).

EINFÜHRUNG

Obgleich nach der Offenbarung Jesu Christi die jüngsten Offenbarungen nichts anderes tun können als uns an die erste zu erinnern, die einzig und wesentlich ist, will das nicht heißen, daß die letzteren unbedeutend seien. Wenn man etwas vergessen hat, kann dies "Erinnern" etwas unendlich Wertvolles sein.

Und die Botschaft von Medjugorje hat ihren Sinn darin, daß sie es zum Leuchten bringt. Auf der anderen Seite lädt uns die Jungfrau in Medjugorje ein, zu glauben, ohne zu hoffen, weil, es, wie sie sagt, morgen zu spät sein wird.

Die kirchliche Obrigkeit kann die Gläubigen nicht verpflichten, an das zu glauben, was nicht in der Offenbarung enthalten ist, die in der Zeit der ersten Apostel abgeschlossen wurde. Nichtsdestotrotz kann sie erklären, daß eine neue Offenbarung nicht im Widerspruch zur Gesamtheit des christlichen Glaubens steht und demzufolge zulässig ist.

In Medjugorje gibt es zwei verschiedene Arten von Erscheinungen:

Bei der einen handelt es sich um die Erscheinungen im engeren Sinn, das heißt, sechs junge Leute (vier Mädchen un zwei Burschen) sahen Unsere Liebe Frau, wie sie andere Personen sehen, dreidimensional, können sie berühren, sprechen mit der Jungfrau, singen, beten... Es gibt eine wirkliche Beziehung, die von 1981 bis in unsere Tage (Weihnacht 1995) dauert.

Das andere sind die Botschaften.

Und die erste Botschaft, die sie den Menschen gab, war die Botschaft des Friedens. Diese Botschaft ist die wesentliche Botschaft, und um sie kreist alles. Der Inhalt dieser Botschaft lautet:

"Die Welt mit diesen Spannungen geht den Weg des Verderbens. Sie muß Frieden halten, wenn sie sich retten will; aber den Frieden besitzt man nur, wenn man Gott begegnet. Die, die Gott begegnen, finden in ihren Herzen eine Freude, von welcher der Friede kommt".

DIE EXPERTEN SPRECHEN

René Laurentin, theologischer Experte für die Erscheinungen von Lourdes und allgemein für marianische Erscheinungen und unbestrittene Autorität auf diesem Gebiet, gab sein Urteil in einigen Erklärungen gegenüber der Tageszeitung "La Vanguardia" (Barcelona, 31.1.1988) ab: "Die Untersuchungen, die wir nach den Kriterien der Kirche vorgenommen haben, machen deutlich, daß es in Medjugorje (Ex–Jugoslawien) soviele Gründe wie in Lourdes — und vielleicht mehr — gibt, um die Erscheinungen für echt zu halten. Und bis jetzt gibt es nichts Negatives zu berichten (...) Ich glaube, daß es eine Aktion Gottes in Medjugorje gibt. Aber das will nicht heißen, das alle Worte der Seher echt sein müssen. Sie können sich irren in einigen Einzelheiten, wie viele Heilige und Seher sich in Einzelfragen geirrt haben. Aber der Kern erscheint mir völlig echt zu sein, und zwar aus wissenschaftlichen und geistigen Gründen.

Wir haben die wissenschaftlichen, theologischen und medizinischen Aspekte mit größtmöglicher wissenschaftlicher Strenge untersucht und wollen dies auch weiterhin tun."

Der kürzlich verstorbene Urs von Balthasar bekräftigte: "Ich habe keinerlei Zweifel an der Echtheit der Geschehnisse in Medjugorje. Insgesamt betrachtet ergibt alles ein einheitliches Bild: die Schlichtheit der Botschaften, der Gehorsam gegenüber diesen Botschaften, die eine Fortsetzung der vorhergehenden Erscheinungen der Jungfrau sind...".

Unterdessen ist die Zahl der Personen, die nach Medjugorje gepilgert sind, zwischen 1981 und 1990, vor dem Aufbruch des Krieges, auf zehn Millionen zu beziffern.

DIE ERSTE ERSCHEINUNG

Wir befinden uns auf dem Hügel Podbrdo, am Mittwoch, dem 24. Juni 1981, Tag des hl. Johannes, zwischen vier und fünf Uhr nachmittags.

Ivanka Ivankovic und Mirjana Dragicevic, deren Familien in dem Weiler Bijakovici wohnen, kommen vom Gebirge. Plötzlich sieht Ivanka eine leuchtende Gestalt auf dem Hügel und sagt:

"Schau, die Gospa!" (kroatische Bezeichnung für die Jungfrau Maria).

Ihre Gefährtin schaut nicht einmal hin und erwidert:

"Geh! Uns erscheint doch nicht die Jungfrau!".

Aber sie haben doch Angst und eilen nach Hause. Si teilen Vicka mit, was geschehen ist. Und sie treffen Milka, die sie um Hilfe beim Einfangen der Herde bittet. Sie kehren zum Fuß des Hügels zurück. Ivanka hält an und sagt, die Augen zum Gebirge gerichtet: "Schaut, die Gospa ist wieder dort!"

Jetzt sehen auch Mirjana und Milka die Jungfrau Maria, die diesmal etwas höher am Hang steht und etwas in den Armen hält, was ein kleines Kind sein könnte. Als Vicka ankommt, sagen sie ihr sehr aufgregt, sie solle näherkommen. Als sie die Erscheinung sieht, ergreift sie solche Furcht, daß sie barfuß die Flucht ergreift und so schnell wie möglich davonrennt. Aber dann denkt sie, wenn es die Jungfrau ist, habe sie nichts zu befürchten, und sie kommt zurück. Unterwegs hat sie zwei Buben getroffen, Ivan Dragicevic und Ivan Ivankovic, die Äpfel tragen. Sie erzählt ihnen von der Erscheinung und lädt sie offenbar ein, sie zu begleiten, denn mit den zwei Burschen würden sie sich sicherer fühlen.

Als die beiden Buben mit den Apfelsäcken auf dem Rücken bei den anderen sind, machen sie Ivanka, Mirjana, Milka und Vicka auf die Erscheinung aufmerksam. Ivan Dragicevic ist daraufhin so geschockt, daß er den Sack mit den Äpfeln wegwirft, die über den Boden rollen, und davonrennt.

Keines der Mädchen wagt es, das Wort an die Erscheinung zu richten. Als sie nach Hause kommen und erzählen, was vorgefallen ist, glaubt ihnen niemand.

Sonntag, 28. Juni 1981: Seit dem Morgengrauen versammelt sich eine Menge von Menschen, die von überallher gekommen sind, an dem Ort der Erscheinungen. Bis Mittag sind es 15.000. Es ist ein sonniger Tag.

Der Pfarrer, Pater Jozo Zovko, hat die Heranwachsenden über alles gefragt, was sie an den vorangegangenen Tagen gesehen haben, aber er sagt nichts. Er fürchtet, daß es sich um einen Trick der Polizei handeln könnte, um sein Wirken als Pfarrer, besonders seine Jugendarbeit, zu behindern, oder vielleicht eine Drogengeschichte, zumal Mirjana und Ivanka gelegentlich in Sarajevo beziehungsweise Mostar wohnen.

Die Gospa erscheint wieder zur gewohnten Stunde. Die Kinder beten gemeinsam mit ihr und stellen ihr einige Fragen:

"Welche Wünsche hast du an unsere Priester?".

"Daß sie fest glauben und den übrigen helfen zu glauben".

"Warum erscheinst Du nicht in der Kirche, damit dich alle sehen können?"

"Selig jene, die glauben, ohne gesehen su haben", antwortet sie.

SECHSTE ERSCHEINUNG

Montag, 29. Juni 1981: Heute werden die Seher von der Polizei festgenommen und nach Citluk und danach nach Mostar gebracht. Sie werden neuen ärztlichen Untersuchungen unterzogen, wobei die Behörden die Absicht haben, sie in eine Klinik einzuweisen, aber die Ärzte erklären sie für völlig gesund.

Dies wirkt sich so aus, daß so viele Leute zum Berg der Erscheinungen kommen wie nie zuvor.

Sobald die Kinder zu dem üblichen Ort kommen und zu beten anfangen, erscheint ihnen die Jungfrau. Sie richtet einen Aufruf an die Menge und sagt:

"Die Leute sollen fest glauben und nichts fürchten."

Die Seher fragen sie:

"Werden wir die Verfolgungen ertragen können?"

"Ihr werdet es ertragen, meine Engel, habt keine Angst, ihr werdet alles ertragen. Ihr müßt mir glauben und Vertrauen zu mir haben".

Auf eine Frage, was sie von den Leuten erwarte, gibt sie zur Antwort:

"Es gibt nicht mehr als einen Gott und einen Glauben. Glaubt fest und habt Furcht vor nichts".

ALLGEMEINE BOTSCHAFTEN

Der Friede: Am Ende des dritten Tages teilte die Jungfrau Maria die erste und wichtigste Botschaft mit. Sie lautet folgendermaßen: "Friede, Friede, Friede, und nur Friede!" Und anschließend wiederholt sie: "Der Friede muß herrschen zwischen Gott und Mensch, und unter den Menschen".

Der Glaube: Die zweite Botschaft der Jungfrau bezieht sich auf den Glauben. Ohne den Glauben ist es nicht möglich, den Frieden zu erringen. Indem der Mensch die Worte Gottes aufnimmt, wird der Mensch zum "neuen Menschen", nimmt mittels Christus Anteil an der göttlichen Natur.

Die Bekehrung: Die wahre Bekehrung besteht in der Reinigung des Herzens. Ein verdorbenes Herz schafft und nährt gesellschaftliche Konflikte, ungerechte Gesetze und Gefüge von Sklaven. Ohne einen Wechsel in unserem Herzen gibt es keinen Frieden. Die Jungfrau María ermahnt zur häufigen Beichte, denn "es gibt nicht einen Gerechten, nicht einen einzigen".

Das Gebet: Sie ermahnt, ständig zu beten. Das Gebet bewegt und stärkt den Glauben des Menschen; ohne das Gebet gibt es keine geordnete Beziehung weder zu Gott noch zu den Menschen. Mittels des Gebets legt der Mensch Zeugnis ab von seiner lebensnotwendigen Verbindung mit Gott: Er erkennt ihn an, er dankt ihm für die erhaltenen Gaben und hofft vertrauensvoll darauf, alle Dinge zu bekommen, die er notwendig braucht, besonders für sein Seelenheil.

Das Fasten: Die Jungfrau María empfiehlt auch das Fasten. Mit diesem erreicht der Mensch die Selbstbeherrschung. Nur der Mensch, der sich selbst beherrscht, wird frei sein können und fähig, sich Gott und dem Nächsten hinzugeben wie es der Glaube verlangt. Darüber hinaus hilft das Fasten dem Menschen, den Wunsch nach zügellosen Vergnügungen, die leicht zum maßlosen Genuß der zeitlichen Güter führen, zurückzuweisen.

ZEICHEN AM HIMMEL

Die Erscheinungen von Medjugorje wurden begleitet von einer Serie von Phänomenen, die die Jungfrau als Zeichen beschreibt, welche den Glauben der Gläubigen bekräftigen und jenen helfen sollen, die ihn nicht haben.

Am 6. August 1981 erscheint am Himmel eine leuchtende Inschrift, wie von Hand gezeichnet: MIR (Frieden). Diese Schrift erscheint mehrmals und dauert jedesmal ungefähr zehn Minuten.

Am 2. August 1981 sahen alle Personen dort den "Tanz der Sonne". Dieses Schauspiel kehrte mehrere Male wieder, aber nicht für aller Augen.

Am gleichen Tag hatten die Seher noch ein Erlebnis. Während sie in einem Wald mit 40 oder 50 Personen beteten, erschien Unsere Liebe Frau, und als die Leute die Seher in Ekstase sahen, fragten einige der Anwesenden: "Dürfen wir Unsere Liebe Frau berühren?".

Die Seher fragten, ob diese Leute Unsere Frau berühren dürften, und die Heilige Jungfrau erwiderte: "Ja". Einer nach dem anderen näherte sich daraufhin. Einige Personen spürten deutlich die Gegenwart eines Wesens.

Nach der Vision begann die Seherin Maria zu weinen.

Ein Mann fragte sie, warum sie weine. Sie antwortete: "Weil ihr Unsere Herrin schmutzig gmacht habt".

Die Seherin erklärte: Einige Personen hatten das Kleid beschmutzt, als sie sich Unserer Herrin näherten und sie berührten. Daraufhin fragte die Seherin Maria: "Wie haben sie dir so das Kleid beschmutzt? Unsere Frau gab zur Antwort: "Schmutzig gemacht haben mich jene, die in Sünde leben. Sag diesen, sie sollen beichten und ihre Sünden wiedergutmachen".

Am 1. September 1981 kündigt die Jungfrau an, daß am Ende der Erscheinungen ein Zeichen gegeben wird, über das man Schweigen bewahren solle.

Am 28. Oktober 1981 sieht man deutlich ein Feuer auf dem Berg Podbordo von den ersten Erscheinungen, das nichts verbrannte, Feuerwehr und Polizei finden keine Spuren davon.

Am 23. Februar 1982 kündigen ein Kreuz in Form eines "T" und leuchtende Wolken die Gegenwart der Heiligsten Jungfrau an; davor hatte man Sternschnuppen gesehen.

Am 18. und 19. Juni 1982 fand ein Schauspiel statt, das die Anwesenden "Sternenregen" nannten.

Am 25. Dezember 1983, Weihnachten, erschien die Heilige Jungfrau mit dem Jesuskind.

Die Serie von Heilungen setzte sich fort, bis im Jahr 1990 mehr als 320 Fälle registriert wurden. Aber das Wichtigste ist der Wandel, der im Innern der Menschen erfolgte.

Vor einigen Monaten (1995) brachte das Fernsehen die Nachricht, daß ein nordamerikanischer Pilot in Bosnien verschollen sei, nachdem sein Kampfflugzeug F–16 abgeschossen worden sei. Nun gut, dieser Pilot namens Scott O'Grady überstand das dramatische Abenteuer auf wunderbare Weise unbeschadet. Er erzählt selbst: "Ich verdanke meine Rettung Unserer Frau von Medjugorje". Es handelt sich um keine Aussage im privaten Kreis, sondern O'Grady machte seine sensationelle Mitteilung in Washington, während eines in die ganze Welt übertragenen Interviews mit dem Fernsehsender CNN. Zusammengefaßt sagte er folgendes: "Während der sechs Tage, die ich in Bosnien vermißt war, hatte ich eine Reihe geheimnisvoller Erscheinungen, die mir die Kraft gaben, auszuharren und die härtesten Augenblicke zu überstehen, jene, in denen die Spannung mir fast den Atem abschnürte. Ich sah etwas wie einen großen Lichthof und hörte eine harmonische wohlklingende Stimme, die mir Mut machte und in meinem Herzen eine außergewöhnliche Heiterkeit hinterließ. Plötzlich erlangte ich den Glauben wieder, den ich als Kind hatte."

Am Donnerstag, 1. Oktober 1981, wird María gefragt, ob alle Religionen gut seien. Sie antwortet:

"Ihr seid es, die auf der Erde in Spaltungen lebt. Die Moslems und die Orthodoxen sind ebenso wie die Katholiken gleich vor meinem Sohn und mir. Es ist nicht genug, in der katholischen Kirche zu bleiben, um sich zu retten; man muß die Gebote halten und dem Gewissen folgen. Jene, die nicht katholisch sind, sind gleichermaßen Geschöpfe, die nach dem Bild Gottes geschaffen und dazu bestimmt sind, eines Tages ins Haus des Vaters zu gelangen. Das Heil wird allen ohne Ausnahme angeboten. Nur jene verdammen sich, die Gott bewußt ablehnen. Wem wenig gegeben worden ist, von dem wird man wenig verlangen. Wem viel gegeben wurde, von dem wird man viel verlangen. Nur Gott in seiner unendlichen Gerechtigkeit legt den Grad der Verantwortlichkeit fest und spricht das Urteil".

EINIGE BOTSCHAFTEN

7. Oktober 1981: Die Seher fragen sie:

— "Gibt es außer Jesus noch andere Vermittler zwischen Gott und den Menschen?"

"Es gibt nur einen einzigen Vermittler zwischen Gott und den Menschen, und das ist Jesus", antwortet sie.

Dienstag, 8. Dezember 1981: Sie nimmt Bezug aufs Fasten:

"Wenn ihr keine Kraft habt, um zu fasten bei Brot und Wasser, könnt ihr auf einige Dinge verzichten. Es wäre gut, wenn ihr aufs Fernsehen verzichten würdet, schon deshalb, weil ihr nach dem Anschauen der Programme zerstreut seid und unfähig zum Gebet. Ihr könnt auch auf Alkohol, Zigaretten und andere Vergnügungen verzichten. Ihr wißt es schon selbst, was zu tun ist. Es ist kein radikales, sondern ein mäßiges Fasten".

14. April 1982: Mirjana hat an diesem Tag eine besondere Erscheinung. Während sie auf die Jungfrau wartet, kommt Satan, der wie sie gekleidet ist. Mirjana beschreibt später ihren Eindruck: "Er war häßlich, ausnehmend häßlich. Fast fiel ich in Ohnmacht. Er sagte zu mir: "Du mußt Gott und die Gospa verlassen; sie werden dich leiden lassen, komm mit mir, ich werde dich glücklich machen in der Liebe, im Leben!" Und mein Herz tönte: Nein, nein, nein!. Da entfernte sich der Satan und die Gospa kam, die sagte:

"Verzeih mir dies, aber du mußt wissen, daß Satan existiert und daß er Gott um Erlaubnis gebeten hat, die Kirche eine Zeitlang zu prüfen, um sie zu zerstören. Gott erlaubte ihm ein Jahrhundert und sagte ihm: "Du wirst sie nicht zerstören". Dieses Jahrhundert, in dem ihr lebt, ist unter der Gewalt des Satans. Aber wenn sich die Geheimnisse erfüllt haben, die euch anvertraut sind, wird seine Macht zerstört sein. Er hat schon begonnen, seine Macht zu verlieren, und ist aggressiv geworden: Er zerstört Ehen, ruft Trennungen unter den Geistlichen hervor, ergreift Besitz von Personen, stachelt zu Morden auf. Ihr müßt euch vor ihm schützen mittels Fasten und Gebet: vor allem mit dem gemeinschaftlichen Gebet. Tragt geweihte Gegenstände bei euch. Stellt sie auf in euren Häusern. Benutzt wieder Weihwasser".

Sonntag, 2. Mai 1982: Vielleicht bezieht sie sich auf La Salette, Lourdes, Fátima und jetzt Medjugorje, als sie sagt:

"Ich bin gekommen, um zum letzten Mal die Welt zur Umkehr aufzurufen. Danach werde ich nicht mehr auf der Erde erscheinen".

16. Juni 1982: Die Heilige Jungfrau sagt:

"Ich bin gekommen, um der Welt zu sagen, daß Gott die Wahrheit ist, die Fülle der Wahrheit. Er existiert, in Ihm finden wir das Glück. Ich zeige mich hier als Königin des Friedens, um der Welt zu sagen, daß der Friede notwendig ist für die Rettung der Welt. In Gott findet sich die wahre Freude, von der der wahre Friede ausgeht".

Dienstag, 31. August 1982: Wir erhalten einen verklärten Leib. Antwort auf diesbezügliche Fragen:

"Wir gehen in den Himmel (beim Sterben) mit vollem Bewußtsein, wie wir es heute haben. Im Augenblick des Todes sind wir uns der Trennung von Körper und Seele bewußt. Es ist falsch, die Leute zu lehren, daß wir mehr als einmal wiedergeboren werden und daß wir in verschiedenen Gestalten oder Körpern weiterleben werden. Man wird nur einmal geboren. Der Körper, der aus der Erde genommen ist, zerfällt nach dem Tod. Er wird nicht mehr wiederbelebt. Der Mensch erhält einen verklärten Körper. Jeder, der viel Böses getan hat im Leben, kann geradewegs in den Himmel kommen, wenn er beichtet, bereut, was er getan hat und am Ende seines Lebens die Kommunion empfängt".

24. April 1984: Eine der Botschaften an Elena lautete:

"Bei verschiedenen Gelegenheiten, vor der Göttlichen Gerechtigkeit und euren Sünden, bin ich oft von eurer Seite weinend zurückgekehrt. Ich konnte kein einziges Wort sprechen. Ich bin eure Mutter und muß euch warnen.

26. April 1984:

"Wenn ihr glücklich sein wollt, lebt einfach und bescheiden; betet viel und verliert euch nicht in den Sorgen; laßt euch von Gott führen".

25. Oktober 1990:

"Heute rufe ich euch auf, auf besondere Weise zu beten, Opfer und gute Taten für den Frieden in der Welt darzubringen. Der Satan ist stark und will mit allen Kräften den Frieden zerstören, der von Gott kommt".

25. Juli 1991:

"Liebe Kinder , ich wünsche, daß ihr den Ernst der Lage begreift und daß ein wenig von dem, was geschehen muß, von eurem Gebet abhängt. Ihr betet wenig... Ich bin mit euch und rufe euch auf, zu fasten und zu beten, und zwar mit demselben Eifer, den ihr in den ersten Tagen meines Kommens hattet".

25. April 1992:

"Der Krieg kann nur mit dem Gebet und dem Fasten vermieden werden".

25. November 1994:

"Liebe Kinder, ohne das Gebet könnt ihr weder leben noch sagen, daß ihr zu mir gehört. Das Gebet ist Freude. Das menschliche Herz verlangt nach dem Gebet".

25. Januar 1995:

"Ihr könnt nicht, liebe Kinder, Frieden machen, wenn ihr nicht im Frieden mit Jesus seid, deshalb lade ich euch ein zur Beichte, damit Jesus eure Wahrheit und euer Frieden werde. Deshalb betet, liebe Kinder, damit ihr Kraft habt, das zu tun, was ich euch sage".

25. Februar 1995:

"Gott hat mir erlaubt, solange bei euch zu sein, und deshalb, Kindlein, rufe ich euch auf, mit Liebe die Botschaften zu leben, die ich euch gebe, und sie der ganzen Welt mitzuteilen, damit sie wie ein Fluß sind, der zwischen jenen fließt, die voller Haß und ohne Frieden sind".

18. März 1995:Wie jedes Jahr erscheint die Jungfrau Mirjana auch diesmal an ihrem Geburtstag, dem 18. März, wie sie es ihr versprochen hatte. "Diesmal war die Jungfrau nicht fröhlich wie bei anderen Erscheinungen an meinem Geburtstag", sagt sie. "Sie sprach zu mir von den Geheimnissen, obwohl ich über diese nichts sagen kann... Ich habe verstanden, daß dies eine Botschaft des Trostes ist und daß wir nichts zu fürchten haben, wenn wir lieben. Dies ist die Botschaft der Jungfrau:

"Liebe Kinder, seit so vielen Jahren zeige ich euch als Mutter den Weg des Glaubens und der Liebe zu Gott. Aber ihr habt euch nicht dankbar erwiesen und habt dem Lieben Vater nicht den Ruhm gegeben. Euer Herz hat sich in Härte, Leere und Lieblosigkeit verwandelt... Er hat seinen eigenen Sohn für eure Rettung geopfert. Solange ihr nicht fähig seid zu lieben, werdet ihr die Liebe, die euer Vater zu euch hat, nicht kennen. Ihr werdet sie nicht kennen, weil Gott die Liebe ist. Wenn eure Herzen sich dem Vater öffnen und voller Liebe zu ihm sind, warum habt ihr dann Angst, daß er kommen wird? Angst haben diejenigen, die nicht lieben, denn sie erwarten Züchtigungen und wissen, wie hart und leer sie innerlich sind. Ich führe euch zur Liebe zum geliebten Vater. Ich führe euch zum ewigen Leben. Das ewige Leben ist mein Sohn. Empfangt ihn und ihr werdet die Liebe empfangen haben".

25. Juni 1995:

_"Heute bin ich glücklich, weil ich sehe, daß ihr so zahlreich seid, daß ihr geantwortet habt und daß ihr gekommen seid, um meine Botschaften zu leben. Ich rufe euch auf, meine fröhlichen Träger des Friedens in dieser unruhigen Welt zu sein. Betet für den Frieden, damit bald eine Zeit des Friedens herrsche, die mein Herz in Geduld erwartet".

25. August 1995:

"Eine Familie, die nicht betet, kann nicht sagen, daß sie den Frieden hat. Deshalb beginne euer Tageslauf mit dem Morgengebet und ende in der Nacht mit einem Dankgebet. Ihr könnt nicht in meinen Armen Zuflucht nehmen, wenn ihr nicht bereit seid, jeden Tag zu beten".

25. Oktober 1995:

"Heute lade ich euch, in die Natur zu gehen, denn dort werdet ihr Gott, den Schöpfer, finden. Ich rufe auf, Gott Dank zu sagen für alles, was er euch gibt. Indem ihr ihm dankt, werdet ihr den Höchsten entdecken und alles Gute, was euch umgibt. Kinder, Gott ist groß, und groß ist seine Liebe zu jeder Kreatur. Betet deshalb darum, daß ihr die Liebe und die Güte Gottes verstehen könnt. In der Güte und Liebe Gottes, unseres Schöpfers, befinde auch ich mich als Gabe".

Ein andermal drückte die Jungfrau ihr Mitleid mit den Bewohnern der großen Städte aus und segnete sie.

DIE ZEHN GEHEIMNISSE

Von 1981 an hat die Jungfrau Maria den Sehern einige Geheimnisse enthüllt. Nur Mirjana kennt derzeit die zehn Geheimnisse — das zehnte wurde ihr an Weihnachten 1982 enthüllt– und das Datum, an dem sie sich erfüllen. Die übrigen Seher kennen sie nicht alle, sondern werden nach und nach in sie eingeweiht. Man weiß nicht, ob die zehn Geheimnisse die gleichen für alle Seher sind. Nicht einmal sie selber wissen es.

Diese Geheimnisse sind dazu bestimmt, veröffentlicht zu werden, aber im Augenblick dürfen sie nicht bekanntgegeben werden — erst dann, wenn die Jungfrau Maria es wünscht.

Mirjana vertraute einigen italienischen Pilgern an, wie die Geheimnisse offenbart werden: "Die Jungfrau Maria hat mir ein einfaches, besonderes Blatt gegeben, auf dem die zehn Geheimnisse geschrieben stehen. Es ist aus einem Material, das man nicht beschreiben kann: Es ist weder Papier noch Stoff. Man sieht die Schrift nicht darauf. Zur gegebenen Zeit werde ich das Blatt dem ausgewählten Priester geben, der die Gnade haben wird, nur das erste, aber nur dieses, Geheimnis lesen zu können; später die anderen. Sieben Tage später wird er sie bekanntmachen dürfen, drei Tage bevor das Angekündigte eintritt.

Mirjana vertraut Pater Tomislav Vlasic in einem späteren Gespräch folgendes an:

— Vor dem sichtbaren Zeichen, das der Welt gegeben wird, wird es drei Warnungen für die ganze Welt geben. Die Warnungen werden sicher Geschehnisse auf der Erde sein. Mirjana wird ihr Zeuge sein. Drei Tage vor den Ermahnungen wird sie einen Priester, den sie frei wählt, benachrichtigen. Das Zeugnis Mirjanas wird eine Bestätigung der Erscheinungen sein und ein dringender Appell an die Welt zur Umkehr.

— Nach der Ermahnungen wird das Zeichen über dem Erscheinungsort in Medjugorje für die ganze Welt sichtbar sein. Das Zeichen wird gegeben werden als Beweis für die Erscheinungen und als Aufruf zum Glauben.

— Das neunte und zehnte Geheimnis sind schwerwiegend. Sie stellen eine Strafe für die Sünden der Welt dar. Die Bestrafung ist unvermeidlich, zumal nicht auf die Bekehrung der ganzen Welt gewartet werden kann. Die Züchtigung kann milder ausfallen aufgrund der Bittgebete und Bußübungen; aber wegfallen kann sie nicht. Ein Übel, das die Welt bedrohte, ist laut siebtem Geheimnis dank Bittgebet und Fasten verschwunden. Deshalb fährt die Jungfrau fort, zu Gebet und Fasten aufzurufen.

— Nach der ersten Ermahnung werden die anderen in recht kurzer Abständen folgen. So werden die Menschen Zeit zur Bekehrung haben.

— Diese Zeit ist eine Gnade und Bekehrung. Nach dem sichtbatren Zeichen werden jene, die noch leben, wenig Zeit für die Bekehrung haben. Deshalb ruft die Jungfrau zur raschen Bekehrung und Versöhnung auf.

— Die Aufforderung zum Gebet und Buße hat den Zweck, die Übel und den Krieg fernzuhalten, und vor allem die Seelen zu retten.

— Nach Mirjana stehen wir kurz vor den Ereignissen, die von der Jungfrau vorausgesagt werden. Aufgrund dieser Erfahrung wendet sich Mirjana an die Menschheit:

"Bekehrt euch so schnell wie möglich, öffnet eure Herzen für Gott".

Am 13. September 1984 erschien die Jungfrau wieder Mirjana und teilte ihr den Tag mit, an dem sie die ersten Geheimnisse dem Priester anvertrauen sollte. Und sie sprachen über die Geheimnisse.

Die Seherin kann diesbezüglich nichts sagen, aber aus ihrem Verhalten kann man viele Dinge ableiten.

In erster Linie zeigte sich die Seherin sehr ernst, was die Zukunft angeht. Als der Priester sie fragte: "Du hast Unsere Liebe Frau gesehen und kennst die Zukunft; du wirst sehr zufrieden sein", erwiderte sie: "So ist es nicht; wenn ich mich daran erinnere, genügt ein Wort, und ich weine den ganzen Tag".

Am gleichen Tag sagte sie: "Unsere Frau ist sehr traurig, weil es so viele Ungläubige auf der Welt gibt".

Der Priester fragte: "Welche Ungläubigen? Diejenigen, die zur Kirche kommen und nicht nach dem Glauben leben, oder diejenigen, die Gott nicht kennen?". Sie gab zur Antwort: "Beide gleichermaßen".

Aber wie können sie gleich sein, wenn eine Person dem Glauben noch nicht begegnet ist? Die Seherin antwortete: Unsere Frau sagte:

–"Alle Erwachsenen haben die Fähigkeit zu erkennen, daß Gott existiert. Die Sünde der Welt besteht darin: Sie interessieren sich nicht für Gott. Die Städte, die Regionen sind voller Kirchen und Moscheen, aber die Leute gehen dort nicht hinein, um zu fragen: Wie soll ich leben? Darin genau liegt die Sünde der Welt: Sie interessiert sich nicht für Gott".

Danach äußerte sich die Seherin zum siebten Geheimnis: "Das Geheimnis gilt nicht mehr, es hat seine Bedeutung verloren".

Aber unsere Frau sagte uns:

–"Bittet nicht darum, daß alle Geheimnisse zurückgezogen werden. Gott hat sein Programm. Ihr sollt euch bekehren und euren Glauben leben".

Daraus kann man auf ernste Erwartungen hinsichtlich der Zukunft schließen.

Ein Zweites bekräftigt die Seherin: "Man muß der Welt die Hoffnung verkünden, aber zugleich die Wirklichkeit, das heißt, den Ernst der Ereignisse dieser letzten Monate". Aus der Botschaft, die wir gehört haben, können wir die Schlußfolgerung ziehen: "Die Sünde der Welt besteht darin: Sie sucht Gott nicht, sie interessiert sich für Gott nicht".

In einem Interview gab Mirjana bekannt, daß sie 1987 privat mit dem Papst sprach. Er weiß, daß sie zehn Geheimnisse empfangen hat, obgleich sie ihm diese nicht enthüllte, wie sie niemandem enthüllt hat, so wie die Jungfrau es von ihr verlangt hat. Im vergangenen Monat Februar (1995) gewährte der Papst einigen kroatischen Bischöfen eine Audienz, unter denen sich Monsignore Zanic befand, der emeritierte Bischof von Mostar. Er fragte Seine Heiligkeit, wann er Sarajevo besuchen würde. Der Papst sah ihn eine Weile an und antwortete: "Ah! Ich dachte, daß Sie mich fragen würden: Heiliger Vater, wann werden Sie nach Medjugorje kommen?" Dies erlaubt uns den Gedanken, daß Medjugorje beständig im Herzen Johannes Paul II ist.

ERSCHEINUNG DES GROSSEN ZEICHENS

 In einer der Erscheinungen 1983 sagt die Jungfrau Maria den Sehern:

–"Das Zeichen wird kommen, Ihr braucht euch keine Sorgen zu machen. Das einzige was ich euch sagen wollte, ist: Kehrt um! Laßt dies so schnell wie möglich alle meine Kinder wissen. Keine Qual, kein Leid ist mir zuviel, um euch zu retten. Ich werde meine Sohn anflehen, die Welt nicht zu züchtigen, aber ich bitte euch inniglich: Bekehrt euch! Ihr könnt euch nicht vorstellen, was geschehen wird, noch das, was der Ewige Vater zur Erde senden wird. Verzichtet auf alles, tut Buße! Drückt meinen Dank allen aus, die gebetet und gefastet haben. Ich trage dies alles zu meinem göttlichen Sohn, um zu erreichen, daß er seine Gerechtigkeit gegenüber den Sünden der Menschheit mildere".

4.April 1983, Ostermontag: Worte, die Jelena in ihrem Inneren empfangen hat:

–"Beeilt euch, umzukehren. Wartet nicht auf das große Zeichen. Für die Ungläubigen wird es zu spät sein. Für euch, die ihr Glauben habt, stellt diese Zeit jetzt eine große Gelegenheit dar, umzukehren und euren Glauben zu vertiefen".

16. Juni 1983:

–"Ich bin gekommen, um zur Welt zu sagen: Gott ist da."

15. Februar 1984, Mittwoch: Das Wetter ist sehr kalt, ein eisiger Windt bläst. Die Jungfrau sagt ihnen:

–"Der Wind ist mein Zeichen. Ich werde im Wind kommen. Wenn der Wind bläst, wißt ihr, daß ich bei euch bin. Ihr habt verstanden, daß das Kreuz Christus darstellt, es ist sein Zeichen. Das ist der Fall beim Kruzifix, das ihr in eurem Haus habt. Bei mir ist es nicht ebenso. Wenn es kalt ist, kommt ihr in die Kirche, wollt Gott alles opfern. Dann bin ich bei euch. Ich bin bei euch im Wind. Habt keine Furcht".

5. August 1984, Jahrtag der Geburt der Jungfrau vor 2000 Jahren. Antwort der Jungfrau Maria auf zwei Fragen von P. Tomislav Vlasic:

–"Bist Du gekommen, um die geistigen Bewegungen zu reinigen, von denen es immer mehr gibt?".

–"Genau", antwortet sie.

"Was sagt die Jungfrau zur Methode der östlichen Meditationen (Zen, Transzendentale Meditation, usw.)?"

–"Warum werden sie Meditationen genannt, wenn es sich um rein menschliche Werke handelt? Die wahre Meditation ist eine Begegnung mit Jesus, dem Heiland: In Ihm wird man die Freude und den Frieden finden. Ihr müßt wissen, daß es nicht mehr als einen Gott gibt und einen einzigen Vermittler, Jesus Christus".

24. April 1984, Dienstag:

–"Ich werde euch noch etwas sagen: Wenn ihr eure Zeit für Gott verbringt, wird Gott Zeit für euch verbringen, für eure Kinder. Und viele Probleme werden verschwinden. Wenn ihr betet, kommt nicht, um Gnaden zu erbitten, sondern daß die Gnaden zu eurem Haus kommen. Wenn ihr das Bittgebet auf ein Mindestmaß verringert, werdet ihr ein Mindestmaß erhalten: Nach Eurem Maß wird euch gemessen werden".

30. Mai 1984, Mittwoch. Zu Jelena:

–"Die Priester sollten die Familien besuchen, besonders jene, die nicht mehr religiös sind und die Gott vergessen haben. Die Priester müßten das Evangelium von Jesus ins Volk tragen und ihm zeigen, wie man betet. Und die Geistlichen selbst sollten mehr beten und auch fasten; sie sollten den Armen das geben, was sie selbst nicht benötigen".

20. Februar 1985, Aschermittwoch:

–"Ich gebe euch einen Rat: Ich wünsche, daß ihr versucht, jeden Tag einen Fehler auszumerzen, eine Schwäche zu besiegen. Wenn euer Fehler darin besteht, euch über alles zu ärgern, versucht einen Tag lang, euch weniger zu ärgern. Wenn euer Fehler darin besteht, daß ihr nicht gehorchen könnt, oder wenn ihr jene nicht ertragen könnt, die euch mißfallen, versucht einen Tag, mit ihnen zu reden. Wenn euer Fehler darin besteht, daß ihr eine stolze Person nicht ertragen könnt, müßt ihr versuchen, euch ihr zu nähern. Wenn ihr wollt, daß sie demütig sei, dann seid auch ihr demütig. Zeigt, daß die Demut mehr wert ist als der Stolz. Versucht so jeden Tag, ein Laster eures Herzens zurückzulassen oder zurückzuweisen. Sucht, welches die Laster sind, die ihr verbannen sollt. Während dieser Fastenzeit müßt ihr versuchen und wirklich wünschen, daß sie in Liebe vorübergeht. Strengt euch an, soviel möglich ist".

25. Oktober 1985, Donnerstag. Die Jungfrau Maria macht sich in einer besonderen Erscheinung für Mirjana sichtbar. Sie erzählt es so:

"Sie hat mich gegrüßt."

"Gelobt sei Jesus."

"Danach hat sie von den Nichtgläubigen gesprochen."

"Sie sind meine Kinder. Ich leide ihretwegen: Sie wissen nicht, was sie erwartet. Man muß mehr für sie beten".

"Wir haben mit ihr für die Schwachen, die Unglücklichen, die Verlassenen gebetet. Nach dem Bittgebet hat sie uns gesegnet, und sie hat mir, wie in einem Film, die Verwirklichung meines ersten Geheimnisses gezeigt. Die Erde war verwüstet.

"Eine Landschaft der Welt ist von einem Beben erschüttert worden", sagte sie.

"Ich habe geweint. Und ich habe gefragt: Warum so bald?"

"In der Welt gibt es zu vielen Sünden".

"Wie kann Gott ein so hartes Herz haben?"

"Gott hat kein hartes Herz. Schau in deine Umgebung, und du wirst sehen, was die Menschen tun, dann wirst du nicht mehr sagen, daß Gott ein hartes Herz hat... Sehr wenige (Leute gehen mit Ehrfurcht, einem festen Glauben und im Geist der Umkehr ins Haus Gottes). Dies ist eine Zeit der Gnade und der Bekehrung. Man muß sie gut nutzen".

Die Jungfrau María sagt, zu Mirjana:

"Betet viel für den Pater Pero, dem ich einen besonderen Segen schicke" (der Pater Pero (Petar) Ljubicic würde von Mirjana ausgewählt, um der Welt die ersten drei Warnungen bekanntzugeben, drei Tage vor dem Ereignis).

7. Dezember 1985, Samstag. Die Jungfrau warnt:

"Geht nicht auf die Suche nach außergewöhnlichen Wegen; ergreift vielmehr das Evangelium und lest es: Dort ist alles klar".

17. April 1986, Donnerstag. Zu Marija für die Pfarrei:

"Jetzt seid ihr so sehr um die materiellen Dinge besorgt und dadurch in die Gefahr gereten, all das zu verlieren, was Gott euch schenken möchte. Ich lade euch ein, liebe Kinder, betet um die Gaben des Hl. Geistes, die ihr jetzt sehr nötig habt... Überläßt euch mir, damit ich euch in allem führen kann. Macht euch nicht so große Sorgen um materielle Dinge".

25. Februar 1987, Donnerstag. Monatliche Botschaft an Marija:

"Liebe Kinder, heute will ich euch erneut zum Gebet aufrufen und dazu, euch völlig Gott hinzugeben... Liebe Kinder, Satan ist sehr stark. Deshalb bitte ich euch, daß ihr mir eure Bittgebete aufopfert zur Errettung jener, die unter seinem Einfluß stehen. Gebt Zeugnis mit eurem Leben und bietet eure Leben an zum Opfer für die Rettung der Welt... Habt deswegen, liebe Kinder, keine Angst. Wenn ihr betet, kann euch Satan nicht schaden, zumal ihr die Kinder Gottes seid und Gott für euch wacht. Tragt den Rosenkranz immer in der Hand. Für Satan wird das ein Zeichen sein, daß ihr mir gehört".

25. März 1987, Freitag:

"Kindlein, vergeßt nicht, daß dieses Leben vergänglich ist wie die Blumen im Frühling, die heute wunderbar sind, an die aber morgen schon niemand mehr denkt. Betet deshalb, daß euer Gebet und eure Hingabe an Gott wie ein Führer auf eurem Weg seien. So wird euer Zeugnis einen Wert haben, nicht nur für euch in diesem Zeitabschnitt, sondern für die ganze Ewigkeit".

11. April 1987, Montag. An Marija:

"Die Jungfrau Maria führt mich ein in das Geheimnis der Liebe und des Leidens, das das Fundament der Gemeinschaft darstellt. Ich muß es aufschreiben und werde es bekanntmachen können, wenn die Jungfrau María es mir sagt (...) Das Programm der Gemeinschaft gründet auf den Botschaften, besonders jener vom 25. Februar".

25. April 1987, Montag. An Marija:

–"Es ist nötig, daß ihr begreift, daß die Kirche der Palast Gottes ist, der Ort, wo ich euch versammle und euch den Weg zeigen will, der zu Gott führt. Kommt hierher und betet, schaut nicht auf die anderen. Gebt ihnen keine bösen Antworten, vielmehr sei euer Leben ein Zeugnis dessen, der den Weg der Heiligkeit geht. Die Kirchen verdienen Ehrfurcht, sind geheiligt, schon weil der menschgewordene Gott in ihnen Tag und Nacht wohnt".

25. November 1987:

"Ich bete für euch zu Gott und bitte ihn, daß ihr euch ihm ganz überlaßt".

9. November 1989. An diesem Tag fällt die Mauer von Berlin. Die Gospa weilt in Deutschland, sie erscheint Vicka, die sich in München befindet, und Ivan in Frankfurt.

1989: Jelena fragt die Jungfrau María während eines innerlichen Gespräche mit ihrer kindlichen Unschuld:

"Warum bist du so hübsch?"

Die Antwort lautete:

"Ich bin so hübsch, weil ich liebe. Wenn ihr schön sein wollt, dann liebt".

1989: Jelena erklärt:

"Sie sagte mir irgendetwas, daß ich diesmal eine traurige Vision haben würde, weshalb ich die Gospa bat, daß sie nicht an jenem Nachmittag erscheinen solle, weil ich nicht traurig sein wollte.

Aber Sie erwiderte:

"Du mußt das Elend dieser Welt sehen. Kommt, ich werde es dir zeigen. Betrachten wir Afrika"

Und Sie zeigte mir Leute, die Lehmhäuser bauten. Die Buben brachten Stroh herbei. Danach sah ich eine Mutter mit ihrem Kind: Sie weinte. Sie stand auf und ging in ein anderes Haus. Dort bat sie um etwas zu essen, weil ihr Kind an Hunger sterbe. Man antwortete ihr, daß alles aufgebraucht sei, einschließlich des wenigen Wassers, das sie noch gehabt hätten.

Als die Mutter zu ihrem Söhnchen zurückkehrte, weinte sie, und der Bub fragte sie: "Mama, warum müssen wir Hunger leiden?". Die Mutter weinte nur, und das Kind starb.

Danach erblickte ich ein anderes Haus, in dem eine andere, ebenfalls schwarze Frau, sah, daß sie nichts zu essen hatte. Die Kinder hatten die letzten Brotkrümel aufgegessen, und nichts war mehr übrig. Und alle — es waren viele Leute vor dem Haus — sagten:

"Gibt es jemandem, der uns lieb hat, gibt es jemand, der uns ein bißchen Brot gibt?"

Die Mutter des Kindes, das gestorben war, fragte sich, ob es jemandem gäbe, der sie lieb hätte.

Danach sagte mir die Gospa, daß sie mir Asien zeigen würde. Dort war Krieg. Ich sah große Ruinen und daneben einen Menschen, der einen anderen umbrachte. Es war schrecklich. Sie schossen aufeinander, und die Menschen schrien vor Furcht.

Danach sah ich Amerika. Dort wurden mir ein sehr junger Bub und ein sehr junges Mädchen gezeigt. Sie rauchten, und die Gospa erklärte mir, daß es Rauschgift war; sie zeigte mir auch einige Jugendliche, die es sich spritzten. Ich spürte einen großen Schmerz im Kopf, als ich einen Bruder sah, der einem anderen einen Dolch ins Herz stach. Das Opfer war ein Soldat.

Am Ende sah ich einige Leute, die beteten und glücklich waren, und ich war ein wenig getröstet. Daraufhin segnete die Gospa alle."

Jelena (sie war 18 Jahre alt, hübsch anzusehen, so wird sie beschrieben) betonte:

"Ich bin überzeugt, daß das Gute siegen wird. Deshalb bete ich, deshalb lebe ich; dies ist meine Erfahrung."

Mirjana, eine andere Seherin, sagte:

"Früher wußte ich nicht, daß es derartige Dinge wie Marienerscheinungen gibt. Ich hatte nie von Lourdes, Fatima und ähnlichen Dingen gehört. Am Tag der ersten Erscheinung dachte ich: Aber so etwas gibt es doch nicht!

Jetzt sehe ich die gefährliche Lage der Welt in anderer Weise: Besonders die Jugendlichen bereiten mir Kummer. Ich glaube, daß die meisten von ihnen nie die Gelegenheit hatten, Gott kennenzulernen.

Ich möchte den Jugendlichen eine Bitte der Gospa bekanntmachen:

–"Wenn es ihnen nicht gelingt, an Gott zu glauben, so sollen sie wenigstens fünf Minuten am Tag in der Stille und mit Meditation verbringen und nachdenken über diesen Gott, von dem sie sagen, daß er nicht existiere".

Ich bete immer für sie; sie machen mir Sorge, denn sie sind jung wie ich und denken, daß man sich schämen müsse, wenn man an Gott glaube. Für mich persönlich ist der Glaube eine höchst reine und schöne Wirklichkeit".

Zu Jakov hat die Gospa von der Zukunft der Kirche und der Welt gesprochen:

Wir sollen demnach bereit sein, demjenigen Zeit zu schenken, der uns braucht; den übrigen helfen und Freude bringen.

Wenn jemand sagt: Wo nehme ich die Zeit her, um zu beten? Mancher starke Raucher findet Zeit, um 20, 30 oder 40 Zigaretten am Tag zu rauchen, ganz zu schweigen vom Fernsehen oder von Gasthausbesuchen. Wenn wir nicht Zeit für das Bittgebet finden, ist es sinnvoller, wenn wir aufrichtig eingestehen: "Ich sehe keinen Sinn im Gebet".

Es ist nicht leichter zu arbeiten als zu beten. Und wir neigen dazu, das zu tun, was uns leichter fällt.

Die Jungfrau María sagt, daß wir viel erbitten und wenig Antworten geben. Wir müßten zu Gott sagen: "Herr, was willst du, was ich für dich tun soll? Und nicht: "Gewähre mir dies" und "Gib mir das". Strebt nach dem Reich Gottes und seiner Gerechtigkeit, so wird euch das übrige von allein zufallen...

Für Gott zählt die Zeit nicht: Alles ist für Ihn gegenwärtig: die Vergangenheit und die Zukunft.

DIE WARNUNGEN

Jeder der Seher gibt an, das Paradies und das Fegefeuer gesehen zu haben. Vier von ihnen sahen die Hölle; zwei der Mädchen baten die Jungfrau, daß sie hervon verschont würden, weil sie Angst hätten.

Die Seher ließen wissen, daß Unsere Frau von Anfang an gesagt hatte, daß sie ihnen zehn Geheimnisse für die Menschheit anvertrauen würde. Bis jetzt sind Vicka acht Geheimnisse anvertraut worden, Mirjana zehn und den anderen Sehern neun. (In diesem Augenblick hat auch die Seherin Ivanka von allen zehn Geheimnissen Kenntnis erhalten. Seit sie das zehnte Geheimnis erfahren hat, sieht sie Unsere Frau nicht mehr täglich.) Die Namen der Seher sind: Vicka Ivankovic, Ivanka Ivankovic, Jakov Colo, Ivan Dragicevic und María Pavlovic.

Die Seher bestätigen, daß die zehn Geheimnisse sich auf die ganze Welt beziehen und miteinder verbunden sind wie in einer Kette. Denn es gibt weitere persönliche Geheimnisse, die sich auf die Seher oder auf andere Personen beziehen, die mit diesen künftigen Geschehnissen in der Welt in Beziehung stehen. Unter diesen zehn ist eines ein Versprechen Unserer Frau, über dem Ort der Erscheinungen ein sichtbares Zeichen zu geben, also über Medjugorje.

Die Seher erklärten, dieses Zeichen in einer Vision gesehen zu haben. Sie teilten mit, daß es sehr schön sei, von Dauer, unzerstörbar. Es wird für die ganze Welt gegeben werden, in Medjugorje, und mit diesem Zeichen werden viele Wunder einhergehen. Fünf der Seher kennen das Datum, an dem das Zeichen kommt. Alle betonen, daß die Zeit bis zur Erscheinung des Zeichens eine Zeitspanne der Gnade und der Vertiefung des Glaubens ist. Betreffs der Geheimnisse und der Zukunft der Welt hat Mirjana etwas mehr mitgeteilt.

Diese Seherin sagt, daß vor dem sichtbaren Zeichen drei Geheimnisse für die Welt offenbart werden. Die drei Geheimnisse werden drei Warnungen für die Welt sein und werden von der Seherin drei Tage vorher veröffentlicht werden.

Die Seherin wird einem Priester mitteilen, was geschehen muß. Nach den drei Warnungen wird das sichtbare Zeichen kommen und nach dem Zeichen, wenn die Welt sich nicht bekehrt, die Strafe. Die Seherin hat gesagt: "Die Strafe kommt sicherlich, denn es ist nicht zu erwarten, daß die ganze Welt sich bekehren wird, aber sie kann abgemildert, verringert werden."

Im Hinblick darauf äußert sie sich wie folgt: "Das siebte Geheimnis ist schon gestrichen. Das siebte Geheimnis ist ein Übel, es wurde der Welt für die Sünden auferlegt und es wurde gestrichen, weil viele Personen fasteten und beteten".

Ab dem 7. Januar 1983 erzählte Unsere Frau allen Sehern einige Begebenheiten aus ihrem Leben. Vicka erzählt sie jeden Nachmittag aus ihrem Leben. Alles wird bekanntgegeben werden, wenn Unsere Frau die Genehmigung dazu geben wird.

Seit Mitte Juli 1983 vertraut Unsere Frau Ivanka an, wie die Zukunft der Welt aussehen wird. Die Seherin muß dies alles ebenso aufschreiben, und danach, wenn Unsere Frau die Zeit für gekommen hält, wird es der Allgemeinheit kundgetan.

Besonders betonte Unsere Frau das, was sich auf das Gebet zum Heiligen Geist bezieht. Sie sagte einmal folgendes:

"Viele Leute beten auf die falsche Weise, sie bitten um Gnaden, aber wenige erbitten die Gnaden des Heiligen Geistes. Aber jene, die die Gabe des Heiligen Geistes empfangen, haben alles empfangen. Erbittet deshalb mehr als alles die Gabe des Heiligen Geistes."

In diesen Erscheinungen haben die Worte des Herrn nach dem Evangelium des Matthäus, Kapitel 6, Vers 24, besondere Bedeutung erlangt. Unsere Frau empfiehlt, diese Stelle jeden Donnerstag zu lesen und darüber zu meditieren:

"Niemand kann zwei Herren dienen. Entweder wird er den einen hassen und den andern lieben, oder er wird zu dem einen halten und den andern verachten. Ihr könnt nicht beiden dienen, Gott und dem Mammon".

Am 1. März 1984 sagt uns diese Botschaft:

– "Alle Donnerstage sollt ihr immer wieder ein Stückchen des Evangeliums von Matthäus (6,24–34) lesen und es leben, wo es heißt: Man kann nicht zwei Herren dienen. Macht euch keine Sorgen, schaut auf die Vögel des Himmels. Sucht vor allem das Reich Gottes..."

Am selben Nachmittag sagt sie zu Elena:

– "Jeden Donnerstag sollen jene, die rauchen, aufs Rauchen verzichten, wenigstens diesen Tag; jene, die Alkohol trinken, sollen darauf verzichten; andere sollen auf andere Genüsse verzichten, und diejenige, die noch mehr Großmut zeigen wollen, mögen fasten."

Der Friede ist eine positive und innere Tätigkeit. Elena sagt, daß unsere Frau ihr sagte:

– "Die Liebe ist der Friede, der Friede ist die Liebe."

Macht euch das Leben nicht kompliziert. Was unsere Frau gesagt hat, ist im wesentlichen dies:

– "Wenn ihr glücklich sein wollt, führt ein einfaches, bescheidenes Leben, betet viel und grabt nicht in den Tiefen der Probleme, sondern laßt euch von Gott leiten".

Wenn wir über diese Botschaft nachdenken, dann erkennen wir etwas Fundamentales, denn die Probleme, die uns zu schaffen machen, sind die Früchte eines komplizierten Lebens, eines wirklich komplizierten Daseins, in das wir uns mit verschiedenen Philosophien und Sonstigem verstricken... Und Unsere Frau führt uns zur Aufrichtigkeit und Einfachkeit des Lebens.

Am Karfreitag sprach unsere Frau durch Elena:

– "Ich teile euch ein geistiges Geheimnis mit, wie ihr vor der Sünde geschützt sein und immer Gott gehören könnt. Bildet in euch ein aktives Bewußtsein. Betet am Morgen und lest einen Abschnitt im Evangelium. Bewahrt es im Gedächtnis und im Herzen und tragt es den ganzen Tag in euch. In den Momenten der Krise denkt erneut nach und betet zu Gott, damit er diese Worte in eurem Innern verstärke."

Verschiedene Male sagt Unsere Frau:

–"Wenn ihr stark im Glauben seid, kann Satan euch nichts anhaben".

DIE HOFFNUNG IST DIE ZUKUNFT

 Die Seherin Elena erzählt, was Unsere Frau gesagt hat:

–"Die Christen irren, wenn sie in die Zukunft schauen, denn sie denken an Kriege und an das Böse. Für den Christen gibt es nur eine Einstellung zur Zukunft: Es ist die Hoffnung auf Rettung".

Hier ist nicht die Rede von einem politischen Frieden. Der politische Friede ist die Folge eines inneren Friedens, wie aus der Wurzel alle Früchte hervorgehen.

Früher oder später, aber immer zu plötzlich, muß jeder seine Tragödie ertragen... und wir auch. Alle müssen wir sterben. Das ist unser Drama. Und wir betragen uns wie Personen, die glauben, eine solche Tragödie würde sie nichts angehen.

Und wir haben den Wunsch, sicher zu sein auf Erden, als ob uns der Tod nicht treffen würde. Dies ist die Wurzel vieler unserer Ängste und Probleme.

Wenn wir anfangen, radikal zu leben, radikal christlich, um uns völlig dem Reich Gottes zu widmen, indem wir durch diese Welt hindurchgehen und dieses Dasein als Christen leben, werden wir den geistigen Frieden haben, nicht nur im Jenseits, sondern sogar in diesem bewegten Leben hier. Deshalb sagt Jesus: "Sucht zuerst das Reich Gottes und seine Gerechtigkeit, so wird euch das übrige von allein zufallen."

Es gibt eine Sünde, die nie gebeichtet wird. Zumindest hat man nie davon gehört, daß sie von irgendeinem Christen gebeichtet worden wäre. Es ist die Sünde, Gott in einer Rumpelkammer abzustellen als etwas Unnützes, wie einen alten Gegenstand, der nicht mehr gebraucht wird, ein zerrissener Hut etwa oder eine Telefonnummer, die sich geändert hat. Und geben wir uns darüber Rechenschaft, was es bedeutet, sich nicht jeden Tag auf Gott zu stützen, nicht zu Gott zu beten. Das bedeutet, Gott in einem vergessenen Winkel abzustellen, nicht mit Gott zu rechnen, weder im Gebet noch in der Danksagung noch mit Bitten.

In der gegenwärtigen Gesellschaft haben wir einem wissenschaftlich-soziologisch-politischen und wirtschaftlichen Streit, aber suchen wir gleichzeitig die Kraft Gottes, um das Böse zu besiegen?

Ein Freund sagte immer wieder: "Gott ist meine hauptsächliche Kraftquelle und meine Lebensphilosophie. Ohne ihn wäre ich ohne Zweifel nicht in der Lage gewesen, alle diese Jahre (im Gefängnis) zu ertragen." (R.H.).

Wir hören von den Sehern häufig: Betet, fastet und überlaßt die Probleme Gott. Das bedeutet, sich völlig Gott anzuvertrauen und Gott Tag für Tag zu suchen, um Ruhe in ihm zu finden. Wenn jede Sache ihren Platz einnimmt, dann gibt es Frieden; das heißt wenn Gott die erste Stelle einnimmt:

Im Oktober 1983 sagte sie:

"Ich wäre glücklich, wenn die Familien anfangen würden zu beten, eine halbe Stunde am Morgen und eine halbe Stunde am Abend."

Wenn wir einen Freund haben, der ein Problem, das wir haben, lösen kann, rufen oder suchen wir ihn. Und an Gott, unseren Heiland, glauben wir zwar, suchen ihn aber nicht; Gott ist für uns ein verlorener Wert.

Wenn Christen behaupten: "Ich habe keine Zeit für Gott", muß man ihnen sagen: "Du bist wie ein Ungläubiger, du hast Zeit, du verfügst alle Tage über 24 Stunden, nimmst dir Zeit zum Essen, Schlafen, Spielen, Reden, Tanzen, Fernsehen, Zeitunglesen... aber zum Beten hast du keine Zeit. Wenn Gott in deinem Leben der letzte Wert ist, dann bist du ein Atheist."

Die Patres Vlasic und Barberic empfehlen allen, daß es in unseren Familien außer der Gott gewidmeten Zeit auch einen Platz für Gott braucht. Wenn wir in unsere Häuser zurückkehren, sollten wir Gott an Stelle des Fernsehapparats aufstellen und das Fernsehgerät in eine Ecke oder einen Schrank stellen. Es ist wichtig, daß wir für die Kinder und für alle einen Ort haben, um uns zu sammeln, und daß dort die Gegenwart Gottes sichtbar wird, durch ein Kreuz, ein Bild... wo man zu Gott in Ruhe und innerlich gesammelt beten kann.

Wenn wir uns retten und vom verrückten Rhythmus der Städte befreien wollen, müssen wir eine gewisse Zeit und einen Raum für Gott bereitstellen.

Viele fragen, ob es möglich sei, sich in dieser verrückten Welt innerlich sammeln zu können. Die Antwort: indem sie für Gott Zeit übriglassen, ihn als höchsten Wert unseres Lebens entdecken.

Vermehren wir unsere Gebete: Wir können nicht leben, wenn wir jeden Tag nur zwei Minuten essen; wir können nicht leben, wenn wir nur eine Stunde am Tag schlafen; wir können kein christliches Leben führen, wenn wir nur fünf Minuten am Tag beten. Man muß sich schämen, wenn man daran denkt, daß es Christen gibt, die nicht einmal fünf Minuten am Tag beten und sich doch als Christen bezeichnen. Wie kann Gott der erste Wert für mich sein, wenn er in meinem Leben der letzte ist?

Wir müssen wieder begreifen, was der "Tag des Herrn" ist, nicht der Tag des Ausflüge. Wir haben den Sonntag und die Feiertage in Tage des Urlaubs, des Fressens und Saufens verwandelt. Und deshalb sind wir arm. Und jeden Tag haben wir weniger Frieden.

Die Jungfrau gibt weitere Ratschläge:

–"Liebste Kinder, der Herr hat mir erlaubt, euch hier zu versammeln. Arbeitet immer im Heiligen Geist und betet immer vor der Arbeit".

Wir müssen lernen, uns Gott hinzugeben und uns von ihm führen zu lassen. Unsere Frau weist nachdrücklich in diese Richtung: Einerseits gut beten und fasten lernen, andererseits alles Gott überlassen. Sie bittet uns nur, daß wir Gott erlauben, alles mit uns zu machen, was er möchte.

–"Viele beginnen zu beten", sagte Unsere Frau in einer anderen Botschaft, "aber betet mit dem Herzen. Laßt nicht zu, daß das Gebet und das Fasten zur Gewohnheit, zur Routine werden. Viele haben nur deshalb angefangen zu beten und zu fasten, weil es die anderen tun".

Und der Pfarrgemeinde sagt sie:

–"Sagt Gott Dank, weil er mir gestattet hat, so lange bei euch zu weilen".

Sie hat gesagt: "Wer Gott begegnet, findet eine Freude, aus der der Friede geboren wird".

Die Gefahr besteht darin, die Waffen der Finsternis zu akzeptieren, denn das bedeutet, den Frieden, die Gelassenheit zu verlieren. Nicht zornig werden, sich nicht von Bitterkeit überwältigen lassen, nicht die Gerechtigkeit in die eigene Hand nehmen, den menschlichen Kampf nicht akzeptieren. Dafür weiter lieben, weiter beten.

BEDEUTUNG DER WEIHNACHT

Wie Unsere Frau kundtat:

"Wenn ihr mir folgt, wird diese Weihnacht für euch unvergeßlich sein. Ich sage euch: Stellt eure Fernsehgeräte ab, schaltet eure Radios aus und erfüllt die Programme Gottes, als da sind Meditation, Gebet, Lesung im Evangelium. Laßt den Glauben aufblühen!"

Und bei anderer Gelegenheit:

"Meine Kinder..., ich wünsche, daß jedes Familienmitglied eine Blume an der Krippe anbringe. Damit Jesus kommen und die Verehrung sehen kann, die man ihm entgegenbringt. Ich lade euch ein, euch auf das Weihnachtsfest mit Gebet, Buße und Werken der Liebe vorzubereiten. Sie sollen sich nicht sehr um die irdischen Dinge sorgen, denn sonst sind sie nicht in der Lage, das Weihnachtsfest zu leben... Sie sollen Träger der Umkehr sein. Sie sollen die wahren Kinder der Jungfrau sein und von allen Botschaften der Königin des Friedens – mit Liebe – Zeugnis geben.

WIE WICHTIG IST ES; DAS FERNSEHEN AUS UNSEREM LEBEN ZU VERBANNEN

Vor einiger Zeit hörte ich von einer Statistik über Frankreich: In einer Woche sieht eine Familie durchschnittlich 18 Stunden fern. In Spanien beläuft sich die Zeit, die eine Familie dem Kasten widmet, 25 Stunden! Das sind vier Stunden pro Person und Tag... Und man sagt: "Ich habe keine Zeit für das Gebet"; wir haben keine Zeit, bis wir das Gebet entdecken. Es ist schade, daß die Leute diese gewaltige Zeitspanne nicht dazu verwenden, etwas zu lernen, Musik, ein Instrument, Malen, Sprachen, oder daß sie in dieser Zeit lesen, meditieren, eine Konversation führen. Aber es ist noch schlimmer, daß nicht ein Teil dieser Zeit Gott gewidmet wird. Und jeder Übersetzer weiß, was vier Stunden täglich bedeuten: eine Unmenge!

Wenn das Fernsehen im Mittelpunkt unseres Tages steht, kann Gott nicht die Mitte einnehmen.

1984 meinte ein Amerikaner, der in Medjugorje weilte, zu Pater Tomislav Vlasic: "Unsere Frau hatte recht, als sie betonte: "Ihr müßt auf die Fernsehsendungen verzichten", denn unsere Kinder schauen pornographische Filme an". Darauf sagte der Pater: "Aber das ist nicht eine der schwersten Sünden." "Was ist es dann?", fragte der Amerikaner. Der Pater sagte: "Für mich liegt die schwerste Sünde des Fernsehens darin, daß es der Gott der Familien geworden ist, denn es ist das Fernsehen, das den Ablauf des Alltags in der Familie bestimmt. Das ist der Gott, den ihr anbetet."

Die größte Sünde unserer Familien ist, daß das Fernsehen zum Gott unserer Häuser geworden ist. Das Fernsehen schreibt den Tagesablauf in unseren Wohnungen vor, verpflichtet uns, einen genauen Stundenplan einzuhalten, und legt die Art und Weise fest, wie wir uns verhalten müssen, wie wir die Zeit nutzen müssen. Und damit hat Gott kein Recht in unserer Familie, er bleibt abgesondert. Wenn wir Unsere Frau richtig verstehen wollen, dann stellen wir Gott in die Mitte und den Fernsehapparat an den Rand. Das Fernsehen dürfen wir nur dann verfolgen, wenn der Herr es uns erlaubt, und nicht das Gegenteil: beten, wann es uns das Fernsehen erlaubt. Man muß die Werte umkehren. Wir müssen Ordnung in unseren Häusern herstellen, wenn wir beten wollen.

Was das Fernsehen betrifft, besteht Unsere Frau darauf, nicht zu viel auf den Bildschirm zu schauen, nicht zu übertreiben, denn es trennt vom Gebet:

"Meine Kinder..., verzichtet auf gewisse Fernsehprogramme, die eine Gefahr für die Familien sind. Nach diesen Darbietungen gelingt es niemandem mehr, zu beten oder sich zu sammeln... Durch die Schuld des Fernsehens wißt ihr nicht mehr richtig zu beten. An vielen Orten – es tut weh, es sagen zu müssen, aber es ist wahr – nimmt den Platz, den Gott einnehmen müßte, das Fernsehen ein. Diesem "gesegneten" quadratischen Kasten werden täglich Stunden der Aufmerksamkeit geschenkt, während die Leute für die Sachen Gottes keine Zeit finden. Sie sollen Gott in den Mittelpunkt ihrer Häuser stellen und den Fernsehapparat in eine Ecke. Sie sollen das Evangelium öffnen und den Worten Gottes lauschen. Gott hat uns wirklich viel zu sagen. Seine Worte, seine Ratschläge, seine Programme sind die besten, sie zerstören nicht, fördern nicht die Gewalt, sondern im Gegenteil die Liebe, den Frieden und die Gerechtigkeit. Die Leute sollen darauf verzichten, übermäßig fernzusehen."

BEDEUTUNG DES FASTENS

Fasten bedeutet "essen" und nicht "nicht essen". Viele denken: man muß sterben vor Hunger. Wenn man fastet, ißt man nichts. Dem ist nicht so, man ißt Brot. Unsere Herrin bat um Brot und Wasser.

Unsere Herrin verlangt nicht, daß wir Hunger leiden, sondern, daß wir ein einfaches, armes Leben führen, wenigstens einen Tag in der Woche.

Gebet und Fasten sind unentbehrliche Mittel, um Frieden zu haben, um Glauben zu haben und um sich selbst aufgeben zu können in Gott.

Im Hinblick darauf sagte die Jungfrau:

"Meine Kinder... Wenn ihr durch das Fasten Gnaden erlangen wollt, so soll niemand wissen, daß ihr fastet. Wenn ihr durch eine Hilfeleistung oder ein Almosen für einen Armen Gnaden von Gott erlangen wollt, so soll es niemand wissen, nur ihr und der Herr. Das beste Fasten ist mit Brot und Wasser, wenn möglich freitags. Nur die Kranken sind vom Fasten befreit. Das Fasten kann nicht durch Beten ersetzt werden, es sind verschiedene Dinge. Die Heilung der Kranken, jede Gnade für Körper und Seele sind unerreichbar ohne Gebet und Fasten. Das Fasten des Körpers ist notwendig, aber noch notwendiger ist es, sich der Sünde zu enthalten".

Zu Beginn der Erscheinungen 1981 sagte die Jungfrau einmal:

"Mit dem Gebet und dem Fasten könnt ihr sogar die Kriege fernhalten."

Das Gebet und das Fasten stehen im Mittelpunkt jeder Religion. Es gibt keinen Heiligen, der dies ohne Gebet und Fasten geworden ist. Die Kirche hat sich nie im Geist erneuert ohne das Gebet und das Fasten. Und sogar in der Welt "draußen" sehen seitgemäße Diätvorschläge ein gelegentliches freiwilliges Fasten an einigen Tagen vor, um Schlacken und Gifte auszuscheiden. Die großen Moralisten empfahlen eine strenge Lebensführung einschließlich des Fastens, um den Charakter zu bilden und den Willen zu stählen. Wenn dies gut für den Leib und Charakter ist, um wieviel mehr für den Geist! Die Kirche hat ihre Gläubigen immer zum wöchentlichen Fasten aufgefordert, zumindest freitags zum Fleischverzicht, mit der Absicht, uns freiwillig der Armut anzunähern.

Der allgemeine Hang zur Bequemlichkeit und die Schlauheit einiger haben bewirkt, daß das "Fleisch" durch wahre "Magenüberladungen" von Fisch und anderen Gerichten ersetzt wurde. Aber der tatsächliche Sinn lag darin, zu regelmäßigen Zeiten ein Leben in Armut zu führen.

BEDEUTUNG DES GEBETS

Die heilige Teresa von Avila hat es auf sehr schöne Weise beschrieben: "Das Gebet ist die Allmacht des Menschen, denn es ist die Schwäche Gottes."

Viele Christen möchten die Jungfrau und Gott gern verehren und lieben, aber sie beten mit Mühe, wenn sie es überhaupt tun.

"Ich habe keine Zeit", ist die geläufige Ausrede. Aber von den 1440 Minuten, die der Tag hat, benötigen wir nur zehn Minuten, um einen Teil des Rosenkranzes zu beten. Wenn an einem Tag, an dem du überhäuft bist mit Arbeit, ein guter Freund dich besucht, bringst du nicht zehn Minuten für ihn auf?

Andere finden eine Entschuldigung, in dem sie sagen: "Ich werde ihn schon beten, wenn ich alt bin". Aber was ist, wenn du jung stirbst? Bist du einer von denen, die dem Dämon das Fleisch der Jugend und Gott die Knochen des Alters geben wollen?

Erinnern wir uns an das, was Unsere Frau im Herbst 1984 sagte:

"Vergeßt nicht: Man lebt nicht nur von der Arbeit, sondern auch vom Gebet. Mit eurer Arbeit ist es nicht gut bestellt, wenn sie nicht vom Gebet begleitet wird."

Führen wir ein schlichtes Leben, und wir werden sehen, wie nah uns Gott ist.

Im Nachdenken darüber entdecken wir, daß wir Christen wie die Kranken sind: Wir verlieren den Appetit auf Gott. Wir haben Lust aufs Essen, den Drang zum Schlafen, aber wir müssen uns anstrengen beim Beten. Das Gebet wird zur Anstrengung, weil das Verlangen nach Gott fehlt, und die Wahrheit ist, daß Gott im Mittelpunkt unseres Lebens stehen muß.

Schon von Anfang an – so sagen die Seher – betonte Unsere Frau:

"Die Christen, die nicht beten, sind keine Gläubigen mehr."

Wir haben dieses Beispiel angeführt, um zu erklären, wie viele Dinge es in der Familie gibt, wie viele Sorgen wir uns machen, wie viele Dinge sich in Götzen verwandelt haben. Hier passen die Verse von Calderon, dem genialen Dichter unseres klassischen Theaters: "Was nützt dir das Trachten nach immer mehr Besitz, wenn dies bei deinem Tode der Ankläger sein wird?"

Wir entdecken folgendes, wir bemerken ein bedenkliches Anzeichen bei den Christen, das wir als echte Krankheit bezeichnen müssen: Wir brauchen das Essen, und wenn wir die Notwendigkeit nicht verspüren, sagen wir, wir seien krank, weil wir keinen Appetit haben; wir brauchen den Schlaf, und wenn eine Person nicht in der Lage ist zu schlafen, behaupten wir, sie sei krank.

Aber die Christen machen nicht die Errfahrung, daß es notwendig ist zu beten; um zu beten, müßen sie sich anstrengen, und ich glaube, daß das eine Krankheit ist. Wenn Unsere Frau sagt, daß sie das Gebet vermehren möchte, will sie uns genau dorthin führen.

Bei einem bestimmten Anlaß sagte Unsere Frau im Februar 1984 zu Elena:

– "Wenn ich sage: Betet, betet, betet, dann versteht dies nicht einfach als eine mengenmäßige Erweiterung des Gebets. Ich will euch zu dem tiefen Verlangen nach Gott führen, einem fortwährenden Sehnen nach Gott."

Wenn sie uns rät, das Leben nicht zu gründlich zu analysieren, daß wir nicht unnütz ermüden, indem wir seine Vorhaben erforschen, so will sie, daß der Herr unser Leben lenke. Und sie empfiehlt: "Reinigt eure Häuser gut, denn sie sind kompliziert, wir haben zu viele Sachen, und uns bleibt keine Zeit weder für uns noch für Gott, weil wir unser Leben kompliziert gemacht haben." Geben wir den Armen und versetzen wir uns in die Lage zu beten, denn nach mein eigener Erfahrung kann ich nicht meditieren, kann ich mich nicht im Gebet sammeln, wenn in meinem Zimmer Unordnung herrscht, wenn ich zu viele Dinge habe. Es ist also unumgänglich, alles zu geben und unsere Herzen zu öffnen.

Eine weitere Angelegenheit von großer Wichtigkeit, die uns obliegt, ist es, unverzüglich alle Personen zu einem Minimum von Gebet und Fasten zu bewegen. Die größte Sünde des Christen ist derzeit wahrscheinlich die Gleichgültigkeit. Die Mehrheit der Gläubigen ist praktisch ungläubig. Sie beten nicht, sie fasten nicht, es existiert keinerlei geistige Aktivität, sie lassen sich mitreißen von der Welt und verhalten sich wie alle anderen. Wenn es uns gelingt, sie wenigstens zu einer Aktivität zu veranlassen, kommen sie heraus aus dieser Gleichgültigkeit.

Einmal sagte Unsere Frau zu der kleinen Elena:

Und dafür bedarf es einer Vorbereitung während des Tages.

Vermeiden wir die Eile und die freiwilligen Zerstreuungen.

Ernst von Dombrowski, der geniale deutsche Holzschnitzer, Dichter und Schriftsteller, der kürzlich verstorben ist, gab einem seiner besten Bücher einen vielsagenden Titel, der immer gegenwärtig ist: "Gottes ist die Stille, des Teufels ist der Lärm". Und er beginnt das erste Kapitel eines seiner kostbaren Bücher mit diesen einfachen Worten: "Am Anfang war die Stille..."

Viele "gestreßte" Personen versöhnen sich weder mit sich selbst noch mit dem Nächsten noch mit Gott. Wer mit sich selbst streitet, streitet mit Gott. Wer mit sich selbst unzufrieden ist, streitet mit den anderen. Wer mit sich selbst keinen Frieden hat, wer sich nicht selbst annimt, kann auch die anderen nicht annehmen.

Es gibt eine Botschaft, die treffend feststellt:

–"Liebe Kinder, ihr müßt verstehen, daß ihr beten müßt. Das Gebet ist kein Spiel. Das Gebet ist ein Gespräch mit Gott. Bei jedem Beten müßt ihr auf die Stimme Gottes horchen. Ohne Gebet kann man nicht leben. Das Gebet ist das Leben." (Botschaft an Elena, am 10. September 1984)

Ein Gläubiger, der zu beten weiß, weiß Glauben zu haben.

Die Jungfrau fährt bei anderer Gelegenheit fort:

– "Meine Kinder... Wenn ihr alle Menschen liebt, wird in euch Friede sein. Ich lade euch ein, an erster Stelle eure Familie zu lieben, und dann könnt ihr alle übrigen annehmen. Ich weiß, daß ihr nicht fähig seid, eure Feinde zu lieben. Deshalb sollt ihr alle Tage fünf Minuten zu meinem Herzen und zum Herzen meines geliebtesten Sohnes beten, und wir werden euch die göttliche Liebe geben, mit der ihr alle lieben könnt. Ihr findet die Zeit, um die verlassensten Winkel sauberzumachen, aber ihr vernachlässigt die Sauberkeit eurer Herzen. Ihr sollt mehr daran arbeiten, mit Liebe jeden Winkel eures Herzens zu reinigen. Zuerst Friede in unserem Herzen, dann in unserer Familie und so breitet er sich auf die ganze Welt aus; aber die Welt findet den Frieden nur, wenn sie zu Gott umkehrt. Der Friede ist nicht der Friede, der existiert, wenn es keinen Krieg gibt, es ist der Friede in unseren Herzen. Ihr habt euch von Gott entfernt und habt den Frieden verloren. Nach Medjugorje bin ich gekommen, um das Wort FRIEDE zu bringen, und ich will, daß der Papst es in die ganze Welt trägt."

"Es ist unmöglich, ohne Gebet zum Frieden zu gelangen, denn der geistige Frieden ist nicht mit menschlichen Methoden zu erreichen. Keine "Technik" gibt uns den Frieden, keine Konzentrationsübung, sondern nur Jesus Christus, wenn wir uns mit ihm treffen. Richtet den Frieden Gottes in euren Herzen auf."

"Meine Kinder... wenn ihr betet, seid ihr viel schöner als die Blumen, die nach dem Winter ihre ganze unbeschreibliche Schönheit zeigen. Desgleichen zeigt ihr nach dem Gebet – noch mehr vor Gott jene Schönheit, deretwegen Gott an euch Gefallen findet."

BEDEUTUNG DER ARMUT

 Die Botschaften und die Erscheinungen der Jungfrau in Medjugorje oder vorher in Fatima, Lourdes usw. bringen nichts Neues. Sie laden lediglich dazu ein, die tiefe Botschaft des Evangeliums wiederzuerlangen, die wir allzu oft und leicht vergessen.

Wir müssen das Evangelium öffnen und es so leben, wie geschrieben ist. Lesen wir die Kapitel von Matthäus 5–7 gut.

Es genügt, es zu lesen und in die Tat umzusetzen.

In der Kirche und im geistigen Leben gibt es eine Gefahr unter den Christen, die Nichtübereinstimmung zwischen dem Natürlichen und dem Übernatürlichen.

Ich muß ein "normaler" Mensch sein, mit zwei Autos, meinem Haus und einem Haus auf dem Lande, dicken Bankkonten, Luxusgütern – und ich kann auch zur Kirche gehen, um mich sehen zu lassen.

So ist mein Leben in der Kirche etwas, das getrennt ist von meinem Leben. Ich mache ein Spiel zwischen dem Himmel und der Erde. Aber für denjenigen, der ganz für Gott leben möchten in dieser letzten Zeitspanne vor der neuen Epoche, existiert das, was Franziskus lebte: alles lassen und mit Gott leben.

Wenn wir nicht fähig sind, "verrückt" zu sein wie der heilige Franziskus, ist es sehr schwer, im geistigen Leben fortzuschreiten.

In diesem Sinn schärft die Jungfrau Maria besonders ein:

"Eure Herzen sind auf die Dinge der Erde ausgerichtet, und sie beunruhigen euch".

 Und Sie fügt hinzu:

– "Ich rufe auch auf, euch vollständig für Gott zu entscheiden, ich bitte euch, liebe Kinder, euch völlig zu übergeben, und ihr werdet fähig sein, alles das zu leben, was ich euch sage."

"Liebe Kinder, ihr seid zu sehr besorgt wegen der materiellen Dinge und verliert alles, was Gott euch geben will."

"Ich wünsche, daß ihr versteht, daß dieses Leben von geringer Dauer ist im Vergleich zu dem des Himmels. Umso mehr, liebe Kinder, sollt ihr euch von neuem für Gott entscheiden."

"Sehet nicht mit Verachtung auf den Armen, der euch um ein Stück Brot anfleht, und stoßt ihn nicht weg von euren überfüllten Tischen. Kümmert euch um ihn, und Gott wird euch gleichermaßen helfen. Und der Segen, den der Arme euch gibt, wird Wirklichkeit: Gott erhört ihn".

"Wendet nicht eure ganze Aufmerksamkeit den kleinen Dingen zu, richtet sie vielmehr auf den Himmel. Ich wünsche, daß jeder von euch hier auf Erden glücklich sei und daß jeder von euch mit mir im Himmel sei. Dies ist, meine Kinder, der Zweck meines Kommens hierher und mein Wunsch".

SATAN EXISTIERT

Die Jungfrau setzt zu einem Stoß an:

"Meine Kinder... Dieses Jahrhundert steht unter der Herrschaft des Teufels, aber wenn die Geheimnisse sich erfüllen, die ich euch anvertraut habe, wird diese besondere Macht zerstört werden. Schon von jetzt an hat er begonnen, seine Macht zu verlieren, und deshalb wütet er umso aggressiver: Er zerstört die Ehen, ruft Spaltungen unter den Geistlichen hervor, bewirkt Besessenheiten und Morde. Ihr müßt euch schützen mit Gebet und Fasten. Tragt geweihte Zeichen bei euch, stellt sie auf in euren Häusern und kehrt wieder zum Gebrauch des Weihwassers zurück. Segnet alles, damit Satan euch weniger versucht, besiegt ihn mit dem Rosenkranz in der Hand. Nichts vermag Satan gegenüber jenen, die Glauben an Gott haben. Ich bitte euch, Gott eure ganze Vergangenheit und alles Böse zu übergeben, was sich in euren Herzen angesammelt hat. Bekehrt euch. Ich werde für euch beten, damit Gott euch nicht prüft."

Das dramatische Spiel, das der Teufel mit dem Menschen spielt, ist der Krieg, der zum Haß führt, zur Zerstörung und zur Tragödie.

Bischof Hnilica betont: "Es handelt sich wahrhaftig um eine Hilfe oder eine übernatürliche Stimme, die das alles begonnen hat und es weiterführt. Wenn unsere Zusammenarbeit besser gewesen wäre, unser Hören und Handeln, vielleicht wäre alles anders gekommen. Es ist nicht die Schuld Marias, die uns ruft, sondern unsere, daß wir nicht auf sie acht gegeben haben... Wenn jemand von Krieg sprach am Anfang der Erscheinungen, wollte niemand glauben, daß die Bedrohung durch einen kriegerischen Konflikt existierte. Wir hatten viele Hoffnungen, daß der Friede kommen würde, vor allem nach dem Fall des Kommunismus. Doch auch so noch kam der Krieg. Es geschieht, daß wir die Botschaften Unserer Frau nicht genügend ernst nehmen, wie im Falle Fatimas, wo man auch den Zweiten Weltkrieg hätte vermeiden können, wenn die kirchlichen Obrigkeiten die Geschehnisse dort ernst genommen hätten.

– Was war Ihrer Meinung nach das Anliegen Unserer Frau von Medjugorje?

– "Was sie wollte? Sie sagte es viele Male! Sie wollte eine Erneuerung der Christen, der Gläubigen, eine geistige Erneuerung und eine Waffenrüstung für den Kampf gegen das Böse, und sie wollte auch die Bekehrung der Sünder. Meiner Ansicht nach betonte sie ausdrücklich, daß Medjugorje die Fortsetzung der Botschaft von Fatima war, und davon ist auch der Heilige Vater überzeugt: Es handelt sich um dieselbe Mutter, dieselbe Situation, und sie hat Angst um ihre Kinder. In Fatima entwarf Unsere Frau bloß das Programm der Erneuerung und des Sieges, am Ende wird Sie triumphieren, es wird der Triumph ihres Herzens sein, der Triumph des Guten über das Böse, der Liebe über den Haß, der Wahrheit über die Lüge... In Fatima umriß Sie einfach ihr Programm und mittels Medjugorje sucht Sie die Apostel, die Missionare, die Personen, die es verwirklichen."

BEDEUTUNG DER PRIESTER ALS VERMITTLER

Die Jungfrau sagte der Seherin Mirjana, sie solle der Welt erzählen, daß viele Menschen ihren Glauben auf das Verhalten der Geistlichen stützen (sie erwähnt besonders die Schweiz, Österreich und Deutschland). Wenn der Pfarrer sich nicht so beträgt, wie es der Höhe seiner Berufung entspricht, dann sagen sie, daß Gott nicht existiere, daß der Glaube nicht existiere. Sie sprach zu Mirjana:

– "Man geht zur Kirche, um zu beten und das Wort Gottes zu hören, das der Priester verkündet."

In einem Interview sprach Pater Peter Ljubicic kürzlich über seine Beziehung zu den Geheimnissen:

"Sie sind der von Mirjana ausgewählte Priester, der einige Geheimnisse drei Tage von ihrer Erfüllung enthüllen soll. Können Sie uns sagen, was Sie tun werden?"

– "Es ist sehr schwierig, davon zu reden, denn für mich setzt dies eine schwere und schwierige Verantwortung voraus. Als Mirjana mir sagte, daß sie mich ausgewählt hatte, hatten andere dies mir gegenüber bereits kommentiert. Am Anfang nahm ich es als einen Scherz auf, aber nach einigen Monaten sagte sie mir ernst: "Du bist der Ausgewählte".

"Und wie reagierten Sie darauf?"

– "Gar nicht, ich sagte gar nichts. Ich bin nichts, aber wenn es so sein soll, sage ich dann Dank. Sein Wille soll geschehen, nicht der meine."

"Aber hat Sie das nicht erschreckt?"

– "Nein, das hat mich nicht erschreckt, wie mich auch dieser wahrhaftig brutale und verrückte und wahrhaft satanische Krieg nicht erschreckt hat."

"Pater Petar, was müssen Sie tun, wenn der Augenblick gekommen ist?"

–"Zehn Tage davor werde ich wissen, was geschehen wird, dann folgen sieben Tage des Gebets und Fastens, und drei Tage vorher werde ich sagen, was, wie und wo geschehen wird."

"Weiß man den Inhalt dieser Geheimnisse?"

– "Es scheint, daß das erste Geheimnis sich auf Medjugorje bezieht, das heißt daß das Ereignis hier stattfinden wird. Aber die ersten beiden Geheimnisse sind Warnungen, wir können nicht sagen, daß es Geheimnisse sind. Es sind Warnungen an uns alle. All jene, die hierherkommen nach diesen Geschehnissen, werden die unbedingte Überzeugung haben, daß die Heiligste Jungfrau hier gegenwärtig gewesen ist und daß die Jugendlichen die Wahrheit gesagt haben. Dies wird offenkundig sein. Alles zeigt an, daß etwas geschehen wird, daß es aber nicht angenehm sein wird. Das dritte Geheimnis besteht in einem Zeichen auf dem Hügel der Erscheinungen und wird Grund zu großer Freude für alle diejenigen, die hierher nach Medjugorje gekommen sind, und für alle, die glauben werden."

"Vor zwei oder drei Jahren sagten Sie, daß Bosnien–Herzegowina frei sein wird. Ist dies in irgendeiner Weise ein Geheimnis?"

– "Vor zehn Jahren wußte ich schon, daß dieser Krieg kommen würde. Mirjana sagte mir eines Tages in Tihaljina: "Die Mutter Gottes hat mir gesagt, daß Kroatien und Slowenien wieder frei sein werden (wobei sie sich auf Bosnien-Herzegovina bezog), daß es aber vorher einen Krieg geben werde. Ich verlangte von ihr keine weitere Erklärung. Aber auf dem Weg zurück nach Medjugorje sagte ich ihr: "Aber weißt du, was ein Krieg bedeutet, Blut und all das andere?" "Ja, ja, ich weiß es! Dies ist es, was ich weiß, und mehr kann ich nicht sagen".

"Ich erinnere mich genau daran, daß sie uns im August 1991 in einer Botschaft sagte, daß wir neun Tage lang beten und fasten sollten. Jeder von uns sollte ein Gelübde zu fasten und zu beten ablegen. Aber wenige nahmen es ernst (und der Krieg nahm seinen Anfang, Anmerkung der Redaktion). Jetzt verstehen wir alle Botschaften und alle Erscheinungen. Es war eine Prüfung, aber Gott liebt uns. Er lenkt die Geschichte der Menschheit wie die Geschichte jedes Individuums im einzelnen... Ich sage immer, daß dieser Krieg keine Strafe für uns ist, sondern mehr ein Aufruf zu unserer Bekehrung, damit wir endlich an Gott glauben können."

INTERVIEW MIT MARIJA PAVLOVIC

 – "Hier in Medjugorje nimmt man den Krieg nicht als solchen wahr, deshalb müßte man an die Front gehen, obwohl es klar ist, daß man die Bomben hört. Aber das hindert mich nicht daran, mich im Frieden zu fühlen, und zwar deswegen, weil ich glaube, daß diese Situation uns hilft, uns Gott mehr zu nähern und nur auf ihn zu warten und zu hoffen", antwortete Marija auf die Fragen von Schwester Emmanuela.

 "Überrascht dich der Krieg in Bosnien–Herzegowina?"

– "Ich habe darauf schon einige Zeit gewartet. Hier haben wir mehr Probleme als in Kroatien wegen der Mischung der Volksgruppen. Dessenungeachtet erfahren die Leute von außerhalb, die hierher kommen, einen großen Frieden. Medjugorje ist wahrhaftig eine Oase des Friedens, und ich glaube, daß die Gospa nicht erlauben wird, daß es zerstört wird... Einen Krieg vergißt man nie, noch weniger einen satanischen Krieg wie diesen, der von satanischen Personen geführt wird, von wichtigen Politikern, zum Beispiel hat die Freimaurerei großen Einfluß auf diesen Krieg... Ich glaube, daß wir mit Medjugorje, mit den Botschaften der Gospa, mit all dem, was hier an uns geschieht, eine Schlacht schlagen...

EINEN ORT FÜR GOTT GESTALTEN

Anläßlich des 13. Jahrestages der ersten Erscheinungen betonte Pater Zovko, daß sie hierher kam, nicht um Schauspiele feilzubieten, sondern um eine neue Stufe im Leben der Kirche vorzubereiten, die in ihr drittes Jahrtausend schreitet. Die Kirche, die bleiben muß bis zum Ende der Zeiten als Licht der Welt...

Sie kam nicht, um der Schrift etwas Neues hinzuzufügen, noch um etwas in der Tradition der Kirche zu ändern. Sie spricht gegen die Priester, sie spricht gegen niemandem, nicht einmal gegen die Sünder.

Der Drache kommt, um sie anzugreifen und auch alle ihre Kinder, aber er kann sie nicht besiegen. Dieser riesige Drache, den die Apokalypse erwähnt, stürzte zur Erde und ist jetzt hier. Die Kriege mit ihm sind unvermeidbar. Er griff besonders diesen Ort an, den Unsere Frau mit ihrem liebreichen weiten Mantel schützt. Sie hat uns dazu aufgerufen, viel mehr zu tun. Sie sagte mit Tränen, daß wir dieses Übel besiegen könnten. Nach zehn Jahren der Erscheinungen haben sich einige an die Gegenwart Unserer Frau gewöhnt und sind dabei "eingeschlafen". Da begann der Krieg.

 "Der Heilige Paulus sagte, daß wir über diesen Bösen triumphieren können, wenn wir unsere Kampfesrüstung anlegen, unser Schild wird unser Glaube sein. Das Schwert ist das Wort Gottes. Unsere Frau bittet uns um das unablässige Gebet, den ständigen Kontakt mit dem Wort Gottes. In diesem Krieg ist niemand unser Feind außer Satan selbst. Seine Achillesferse ist unsere Heimaterde, unsere kroatische Kirche. Diese Ferse wird den Kopf des Drachens zertreten. Die Waffen sind das Gebet, das Wort Gottes. Die Vereinten Nationen haben diese Art von Schwertern nicht, Washington hat nicht den Friedensvertrag. Der Friedensvertrag, die Verständigung über den Frieden – dies muß zwischen uns und unserer Mutter ausgemacht werden, zwischen Gott und dem Menschen. Gesegnet sind alle die Millionen Pilger, die im Verlauf dieser 13 Jahre angefangen haben zu glauben. Wir erinnern uns an die ersten Zeiten, es waren nur sechs Heranwachsende. Gesegnet alle, die ihre alten Lebenswohnheiten aufgegeben haben, ihren Agnostizismus, ihre Gleichgültigkeit und hier die Stimme Gottes gehört haben. Gesegnet alle, die den Weg der Buße angenommen haben, die mittwochs und freitags fasten. Das Bewußtsein der Christen bildet sich nicht vor dem Fernsehschirm. Die Welt wird erlöst werden durch das Kreuz, man muß die Feinde lieben, beten für die, die einen verfolgen, die einen hassen, die einem schaden.

Wenn wir Gott von neuem in unser Leben "einbauen", müssen wir einen völlig neuen Stundenplan zusammenstellen, eine bestimmte Zeit ausschließlich Gott widmen, und dürfen nicht zulassen, daß uns diese Zeit gestohlen wird. So wie man sagt "Zu dieser Stunde wird gegessen", müßten wir sagen: Zu dieser Stunde wird gebetet". Manchmal beten wir schnell, wie wenn wir auf eine Klingel drücken und begehren, alles sofort zu erhalten. Nein, das Gebet erfordert, wie alle wichtigen Dinge, lange Zeit.

Wir müssen im Haus einen Platz für Gott schaffen. Gott müssen wir auch einen Platz in unserer Familie zur Verfügung stellen. Stellen wir Gott an die Stelle des Fernsehapparates. Es ist wichtig für die Erziehung der Kinder und für alle, eine Umgebung zu haben, wo man sich sammeln kann, wo man die sichtbare Gegenwart Gottes erfährt: ein Kruzifix, eine Statue, ein Bild, vor dem sich alle vereinen, um zu beten.

Die Quelle unseres Friedens ist Gott, und der Ort, wo er sich verwirklicht, ist das Herz der Menschen, nie die Schlachtfelder oder die Verhandlungstische der Politiker.

Außerhalb Gottes kann der Friede nie gefunden werden.

Solange es Arme gibt und Hungernde und Vergessene und Gefangene, wird die Welt keinen Frieden haben.

Wer den Frieden durch die Revolution sucht, wird ihn nicht finden, wenn seine Revolution (durch Gott) nicht innerhalb seines eigenen Herzens beginnt".

Die Jungfrau hat gesagt:

– "Ändert euch, bevor es zu spät ist."

Später hat sie hinzugefügt:

– "Vergeßt nicht, daß das Leben sehr schnell dahinschwindet, wie eine Blume, die heute prächtig und morgen verblüht ist."

Die unermüdlichene Aufrufe zum Frieden, welche Unsere Frau an die Menschheit richtet, sind in Wirklichkeit Aufrufe zur Umkehr, zum Gebet, zum Glauben und zum Fasten.

Den Botschaften der Jungfrau ist zu entnehmen, daß der Frieden das höchste Gut ist und daß der Glaube, das Gebet, die Bekehrung und das Fasten die einzigen Bedingungen sind, damit er Wirklichkeit wird.

Pedro Varela -  Spanischer Text -  Index 1