ETIKA

DIE ENGEL

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2-11-2002

1-5A3

Geheimnisse der Engel

 

 

Bei Sonnenuntergang gehen die Engel zu Gott
7. Seht, Menschenkinder, die Schöpfung ist Gott unterworfen; aber das menschliche Geschlecht allein sündigt. Deshalb, ihr Menschenkinder, preiset den Herrn Gott unaufhörlich zu allen Stunden und an allen Tagen, besonders aber bei Sonnenuntergang. Denn zu dieser Stunde gehen alle Engel (später: eines jeden Volkes und jedes Mannes und Weibes)  zum Herrn, um ihn anzubeten und die Werke der Menschen ihm zu bringen, welche ein jeder Mensch von früh bis zum Abend wirkt, seien es gute oder böse.

(Edgar Hennecke: Neutestamentliche Apokryphen in deutscher Übersetzung, 4. Auflage, herausgegeben von Wilhelm Schneemelcher, II. Band, Verlag J. C. B. Mohr (Paul Siebeck) Tübingen, 1971, S. 541)

 

Engel = Winnetous Krieger

Winnetou: "Der große, gute Manitou verlangt, daß man mit ihm rede, denn jedes Kind soll doch mit seinem Vater sprechen. Wenn man in Gefahr ist und ihn um Hilfe bittet, so sendet er seine Krieger herab, die für uns kämpfen. Mein Scharlih nennt diese Freunde Engel, ich sage Krieger, denn das Leben ist nur Kampf. Du hast auch zuweilen nicht Engel, sondern Schutzengel gesagt, ich aber weiß, daß mehrere bei mir sind, sooft ihr Beistand nötig ist.
Du wirst dich wohl schon oft gewundert  haben, daß ich in Gefahren etwas Unerwartetes tat, das keinen Grund zu haben schien und uns dennoch rettete. Du schriebst es meiner Klugheit zu, aber ich handelte nur nach dem Willen derer, die du Schutzengel nennst. Vielleicht kommt die Zeit, daß ich dir mehr über sie sage. Jetzt muß ich selbst noch lernen, denn es ist nicht leicht, sie zu verstehen, und oft irre ich mich noch. Es könnte jeder Mensch empfinden, was Manitou ihm durch die Engel sagt, wenn er mehr auf sich und ihre Stimme achtete und sich befleißigte, sie nicht dadurch zu betrüben, daß er Böses tut."

(Karl May: Am Jenseits. Karl May Taschenbücher im Verlag Carl Ueberreuter, Wien-Heidelberg, ohne Jahr, 230. Tausend der Gesamtauflage, Seite 187. Auch in "Winnetou III". Wir empfehlen wärmstens den Kauf des Originalbandes Nr. 25 aus dem Karl-May-Verlag Bamberg.)

 

Die Zahl der Engel liegt 99-mal höher als die aller Bewohner der Erde in Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft zusammen. So heißt es in einer in der Vergangenheit vom Vatikan erhobenen Studie. (D 17.4.2002 APA/AFP)

 

Zur Bedeutung und Verehrung der Engel

"Die Engel sind irgendwie Finger Gottes, die uns berühren." (ein Mädchen, zitiert von Abt Athanas Recheis O.S.B.: Die Engel sind mächtige Geister. Verlag Kultur in die Familie, Linz, 1988. S. 23)

 

Die Ordnung der Engel nach dem hl. Bernhard von Clairvaux, zusammengefaßt von Recheis 24f.:

An unterster Stelle stehen die Engel, sie schützen das Leben der Menschen. Die Erzengel sendet Gott nur in wichtigen Anliegen, die Mächte walten in den Kräften der Natur. Die Gewalten halten die bösen Gewalten im Zaum, die Fürstentümer regieren die menschlichen Obrigkeiten, die Herrschaften lenken alle Chöre unter ihnen. Die Throne ruhen in tiefstem Frieden, weil Gott Seinen Thron in ihnen aufgeschlagen hat. Die Kerubim trinken aus dem Quell der Weisheit, dem Mundes des Höchsten, und strömen die Flut der Erkenntnis über ihre Mitengel aus. Die Serafim sind  ganz vom göttlichen Feuer entzündet, sie stecken alles in Brand, so daß ihre Mitbürger brennende und leuchtende Lichter werden: brennend von der Liebe, leuchtend durch Erkenntnis. Die Liebe Gottes hat sie so an sich gezogen, daß sie ein Geist mit Gott sind. - Siehe dazu: St. Bernhard und die Engel. Seckauer Hefte 16 (1953) 93 - 97.

 

Konzil von Trient, 25. Sitzung:

"Die Heiligen herrschen zusammen mit Christus, sie bringen ihre Gebete für die Menschen dar. Es ist gut und nutzbringend, sie um Hilfe anzurufen und zu ihren Gebeten, zu ihrer Macht und Hilfe Zuflucht zu nehmen, um von Gott durch Seinen Sohn Jesus Christus, unseren Herrn, der allein unser Erlöser und Heiland ist, Wohltaten zu erbitten..."

Diese Stelle gilt sinngemäß - meint der Jesuit Adolf Rodewyk - sinngemäß auch von den heiligen Engeln. "In diesen Darlegungen des Konzils tritt klar hervor, daß wir den Engeln keine göttlichen Ehren erweisen und sie anbeten."

 

Wenn der Apostel Paulus in Kolosser 2,18-19 sich gegen den Engelskult ausspricht, so bezieht Rodewyk das auf den heidnisch-jüdischen Engeldienst; er will es in einem größeren Zusammenhang sehen. Paulus selbst schrieb einmal: "Ich beschwöre dich vor Gott und Jesus Christus und den auserwählten Engeln" (1 Tim 2,21), erkannte also die Wichtigkeit der Engel an.

(P. Adolf Rodewyk S. J.: Sie stehen ganz im Licht - Von den heiligen Engeln, Christiana-Verlag Stein am Rhein, 1980, Seite 49, www.christiana.ch)

 

Der gute Papst Pius XII. forderte die Christen am 3. 10.1958 wenige Tage vor seinem Tod auf:

 

"... Wir wollten eure gleichsam brüderliche Nähe und Freundschaft zu den Engeln aufs neue anregen. Sie sind so beständig in ihrem Eifer für eure Erlösung und Heiligung. Ihr werdet, Gott schenke es euch, eine Ewigkeit lang voller Freude mit ihnen zusammen sein. Beginnet, sie jetzt schon kennen zu lernen." (zit. Rodewyk 54)

 

 

Das Kirchengebet zur hl. Franziska Romana (+ 1440) beginnt mit den Worten:; "Gott, du verliehest deiner heiligen Dienerin Franziska die Auszeichnung, mit den Engeln vertraut verkehren zu dürfen." (9. März) Sonderbarerweise wurden ihr in drei verschiedenen Lebensabschnitten drei verschiedene Schutzengel gegeben, worüber Rodewyk berichtet:

"Der erste war aus dem Chor der Engel, der zweite aus dem der Erzengel und der dritte aus dem der Mächte. Die Gegenwart des ersten erkannte sie an bestimmten äußeren Zeichen, während sie die beiden anderen in sichtbarer Gestalt bei sich sah. Alle drei waren für sie Freunde und liebevolle Berater, die nicht nur bemüht waren, ihre Seele immer reiner und vollkommener zu machen, sondern sie auch dazu erzogen, ihre Pflichten gegen Gott und ihre Pflichten als Gattin und Mutter mit peinlicher Gewissenhaftigkeit zu erfüllen.

Verfehlte sie sich, so wurde sie gestraft. (Anmerkung: wie wir - und wie du? Wenn ja, sei dankbar.) Der erste Engel strafte sie öfter durch körperlich fühlbare Schläge, deren Niedersausen die Anwesenden wohl hören konnten, ohne jedoch jemanden zu sehen. Der zweite entzog ihr nach einem Fehltritt so lange seine sichtbare Gegenwart, bis sie ihren Fehltritt bereut und um Verzeihung gebeten hatte.

In dem dritten Engel erkannte sie die göttlichen Geheimnisse noch deutlicher als in den beiden ersten. Wenn sie betete, sah sie eine schimmernde Lichtsäule von seinem Haupte zum Himmel steigen als Ausdruck dafür, daß er ihre Gebete zu Gott empor trug. Sie sah auch, wie er ein Gewebe aus goldenen Fäden begann und erkannte, daß mit der Vollendung dieses Gewebes ihre Lebenszeit abgelaufen sei. (Rodewyk 59)

 

Uns werden wohl keine Engel erscheinen, aber sie gehen trotzdem an unserer Seite. Würden wir in echtem Glauben aufschauen mit den Augen eines Peter Faber, so würden wir ihnen überall begegnen. Ob wir sie erkennen und grüßen oder stumm und fremd vorübergehen, ist unsere Sache und bedeutet unser Glück oder unser Unglück. (Rodewyk 62)

 

Papst Pius XI. am 2.9.1934 vor Kindern:

"Nie sollen wir die Gegenwart des Schutzengels vergessen, jenes Himmelsfürsten, der nie über uns erröten soll. Ob Kind oder Erwachsener, nie wollen wir etwas tun, was den mit der Sorge um uns Betrauten beleidigen könnte. Nie wollen wir etwas tun, was nicht auch in Gegenwart unseres Vaters, unserer Mutter oder des geringsten unserer eigenen Gefährten tun dürften, denn überall und in jedem Augenblick ist der Schutzengel zugegen. ... Dieses Vertrauen ist notwendig und muß sich dann bewähren, wenn eine schwere Pflicht der Erfüllung harrt und die Ausführung eines guten Vorsatzes schwer wird. Dann müssen wir ganz besonders auf die Hilfe, auf die Abwehr und den Schutz des Schutzengels hoffen. Das Gebet ist dann der echteste und beste Ausdruck unseres Vertrauens." (Friedrich Ritter von Lama: ein Büchlein von den Engeln, Verlag Reisinger Wels, 1984, Imprimatur 1935, S. 104, 106)

 

 

"... Geisterfüllte konnten es mit ihren Augen sehen, wie ein Engelfürst Dämonen aus einem fastenden Wanderer austrieb."(Eberhard Arnold: Am Anfang war die Liebe - Dokumente, Briefe und Texte der Urchristen, coprint Verlag Wiesbaden, 1986, Neuauflage des 1926  im Eberhard-Arnold-Verlag erschienenen Buches "Die ersten Christen nach dem Tode der Apostel", S. 34; verwiesen wird auf Apophthegmata Patrum P. G. 65, 276, als Erlebnis des Macarius berichtet; von der Gestalt der Dämonen berichtet Epiphan haer 80. etc.)

 

 

Fünftes Gebot: Wenn du geduldig bist, so wird der Heilige Geist, der in dir wohnt, rein bleiben. Er wird nicht durch den Schatten eines entgegengesetzten bösen Geistes verdunkelt werden. In weitem freien Raum wohnend, wird er jauchzen und voll Freude sein. Wenn aber ein Geist des Jähzorns sich neben ihn drängt, so fühlt sich der Heilige Geist, zart, wie er ist, sofort beschnürt. In der Geduld wohnt der Herr. Im Jähzorn wohnt der Teufel. Wenn derartige Geister sich in einem und demselben Gefäß aufhalten, in dem auch der Heilige Geist wohnt, so faßt das Gefäß niemals beide. Es läuft gleichsam über. Der zarte Geist nun ist nicht gewohnt,, mit einem bösen Geist und mit Härte zusammenzuwohnen. Er verläßt einen solchen Menschen und sucht dort zu wohnen, wo gütige Geduld und Ruhe zu Haus sind. (Hirte des Hermas, zit. Arnold S. 228)

 

Sechstes Gebot: Der Engel der Gerechtigkeit ist zart und schamhaft und sanft und ruhig. Wenn er in deinem Herzen aufsteigt, wird er gleich von Gerechtigkeit zu dir sprechen, von Keuschheit, von Heiligkeit, von Selbstbeherrschung, von jeder gerechten Tat und und jeder herrlichen Tugend. Wenn diese Regungen in deinem Herzen aufsteigen, so erkenne daran, daß der Engel der Gerechtigkeit bei dir ist.

Wenn dich aber ein Aufbrausen des Jähzorns oder eine Stimmung der Bitterkeit überkommt, so erkenne daran, daß der Engel der Bosheit in dir ist, ebenso wenn Gelüst nach vielerlei Betriebsamkeit und die Anreize vieler Speisen, Getränke, Rauschzustände und abwechslungsreiche Vergnügungen und wenn Begierden nach Weibern, wenn die Leidenschaften der Geldliebe und die Macht des Hochmuts, der Überhebung, oder Verwandtes und Ähnliches in deinem Herzen aufsteigen, so erkenne daran, daß der Engel der Bosheit in dir ist. (Hirte des Hermas, zit. Arnold S. 228f.)

 

Zwölftes Gebot: Höre nun, mit welchen Taten die böse Begierde die Knechte Gottes zu Tode bringt! Allem anderen voran steht die Begierde nach einem fremden Weib oder Mann, nach reicher Üppigkeit und vielem unnötigen Essen und Trinken und allen anderen dummen Schlemmereien. . (S. 231) ... Kehrt um, die ihr in den Geboten des Teufels lebt. Diese sind schwer, wild und ausschweifend. Der Teufel kann wohl mit den Knechten Gottes kämpfen. Niederringen aber kann er sie nicht. Wenn ihr ihm Widerstand leistet, wird er besiegt und muß voll Scham vor euch fliehen.(S. 231f.)

 

 

Er erbarmt sich über alle, die nach seinem Namen genannt werden. Er hat den Engel der Buße zu uns gesandt, die wir uns gegen ihn vergangen haben. (S. 238)

 

(Hirte des Hermas, Prophetie. In den Jahren 140 und 150. zit. in: Eberhard Arnold: Am Anfang war die Liebe - Dokumente, Briefe und Texte der Urchristen, coprint Verlag Wiesbaden, 1986, Neuauflage des 1926  im Eberhard-Arnold-Verlag erschienenen Buches "Die ersten Christen nach dem Tode der Apostel", S. 226 -240)

 

Die Schutzengel derjenigen Unglücklichen, welche die Herrlichkeit Gottes nicht sehen werden, sind den anderen nicht nachgesetzt. Der gerechte Gott erhöht ihre Freude wie die der anderen, und sie werden speziell der Dienerschaft der Königin der Engel zugeteilt und lobpreisen mit unbeschreiblicher Freude die Gerechtigkeit des Herrn.

(Friedrich Ritter von Lama: ein Büchlein von den Engeln, Nach den Mitteilungen von Ancilla Domini, Verlag Reisinger Wels, 1984, Imprimatur 1935, S. 21)

 

Wenn ein Mensch den Weg der Vollkommenheit wandelt, bekommt er außer dem Schutzengel, dem Angelus, verschiedene andere Engel höherer Stufen, nämlich aus dem dritten und vierten Chor, aus dem der Kräfte und der Gewalten. Ihr zweiter Engel ist aus Gabriels Genossenschaft... (Ritter von Lama, Ancilla Domini 23)

 

Die evangelische Kirche betet am 29. September, dem Tag des Erzengels Michael und aller Engel:

Herr Gott, himmlischer Vater, Du sendest Deine himmlischen Heerscharen in den Kampf gegen die Mächte der Finsternis und behütest uns durch Deine heiligen Engel in allen Gefahren. Wir trauen auf Dich, Du wirst uns nicht dem Tode lassen und den Gewalten des Abgrundes, die Leib und Seele verderben. Wir bitten Dich, Herr: regiere unsere Herzen durch Deinen Geist, daß wir allezeit auf die Stimme Deiner Boten hören, in Deiner Furcht bleiben, nichts wider Deinen Willen tun und uns in aller Not und Anfechtung Deiner Obhut getrösten. Hilf, daß uns durch den Schutz Deiner himmlischen Diener nichts schaden und der Versucher keine Macht über uns gewinnen kann. Erlöse uns aus diesem zeitlichen Leben und erfülle an uns Deine Verheißung, daß wir zum ewigen Leben gelangen und vereint mit den himmlischen Heerscharen in Kraft und Herrlichkeit vollenden, was wir hier in Schwachheit beginnen: zu singen das Lied des Sieges und Deine Majestät zu loben und anzubeten in vollkommener Freude. Amen. (Recheis, 1988, S. 85)

Weitere ev. Gebete:
Herr Gott, himmlischer Vater, wir danken Dir für Deine väterliche Barmherzigkeit, daß du uns durch Deine Engel führest und behütest...

Allmächtiger, ewiger Gott, wir danken Dir, daß Du die heiligen Engel uns zum Dienste bestellt hast ... umgib uns und Deine Kirche auch ferner mit Deinen himmlischen Heerscharen, daß sie uns vor allem Übel beschirmen und aus aller Gefahr erretten. (Recheis, 1988, S. 84)

 

Im "evangelischen Vorwort" zum Büchlein von Abt Athanas Recheis O.S.B. "Die Engel sind mächtige Geister" (Verlag Kultur in die Familie, Linz, 1988) weist Dr. Walter Stökl, Konventältester der evangelischen Michaelsbruderschaft in Österreich darauf hin, daß (im Buch empfohlene) Gebete zu den Engeln "bei uns nie geübt worden" sind. Und er meint: "Aber der evangelische Leser wird zur Kenntnis nehmen müssen, daß es sich hier nicht um eine unstatthafte "Anbetung" eines Engels handelt, sondern um ein Gespräch mit dem uns beigegebenen Gefährten." (Recheis 3f.)

Martin Luther betet selbst in seinem Morgen- und Abendsegen: "... Dein heiliger Engel sei mit mir, daß der böse Feind keine Macht an mir finde." (Recheis 77,79)

 

Der weise Kardinal Newman:

"Vermutlich verdanke ich hauptsächlich der Schule von Alexandrien und der Urkirche meine endgültige Auffassung von den Engeln. Ich sah in ihnen nicht bloß Diener, die vom Schöpfer in der jüdischen und christlichen Auffassung verwendet wurden, wie wir es auf den ersten Blick in der Schrift finden, sondern auch die Vollstrecker der sichtbaren Weltordnung, wovon die Schrift ebenfalls Zeugnis gibt. Ich betrachte sie als die wirklichen Ursachen der Bewegung, des Lichtes, des Lebens und jener elementaren Prinzipien des physischen Universums, die, wenn sie in ihren Entwicklungen unseren Sinnen zugänglich werden, uns den Begriff von Ursache und Wirkung und von dem, was man Naturgesetze nennt, geben. Ich habe diese Lehre in meiner Predigt auf den Tag des hl. Michael, die im Jahre 1831 geschrieben wurde, eingehend behandelt. Darin heißt es von den Engeln: Jeder Luftzug und Lichtstrahl, jede Wärmewelle iund jeder schöne Anblick ist wie der Saum ihres Gewandes, das Wehen der Gewänder jener, die Gott schauen.

Und ich fragte weiter, was wohl ein Mensch denken würde, der eine Blume, eine Pflanze, einen Stein oder Lichtstrahl untersucht und diese Dinge nach ihrer Existenzform als tief unter ihm stehend betrachtet, und der sich dann plötzlich einem mächtigen Wesen gegenübersähe, das unter den sichtbaren Dingen, welche er eben untersuchte, verborgen war und denselben als Werkzeug Gottes Schönheit, Anmut und Vollkommenheit gab, ohne daß seine weise Hand wahrzunehmen war; ja, dessen Gewand und Schmuck die Dinge waren, die er zergliedern wollte. Darum fügte ich bei, daß wir mit den drei Männern im Feuerofen voll Dankbarkeit und Herzenseinfalt sprechen sollten: O all ihr Werke des Herrn ... lobt und preist den Herrn und verherrlicht ihn in Ewigkeit."

 

John Henry Kardinal Newman: Apologia pro vita sua. 1. Kapitel. Deutsche Übertragung aus dem Englischen von M. Knoepfler. Mainz, 1922. Seite 43-44. Zit. Recheis 43f.)

 

Lernen wir von den Engeln gehorchen!

Die Engel ... überragen an Erkenntnis, Willensmacht und Kraft alles Menschenmaß und sind nicht wie wir Menschen an die Grenzen von Raum und Zeit gebunden. Ihr geistiges Auge ist ganz auf GOTT gerichtet, aus dessen Angesicht sie den Willen Gottes in bezug auf die Geschöpfe ablesen. Seinen Willen selbst vollkommen zu erfüllen und mitzuwirken, dass dieser heilige Wille auch von allen Mitgeschöpfen erfüllt werde, ist ihr heißester Wunsch und Lebensvollzug. Jeder Engel hat im Weltganzen seinen Platz und seinen Auftrag, den auszuführen nur er berufen ist, aber kein Engel steht allein, alle sind in heiliger Gemeinschaft miteinander verbunden und ihre Dienste aufeinander abgestimmt. Ihre Gemeinschaft ist nicht ein Kollektiv, kein regellos zusammengewürfelter Haufen, sondern Heilige Ordnung. ... Lernen wir von den Engeln, was heute allzu viele auch in der Kirche verlernt haben – lernen wir wieder gehorchen!
(das Neue Groschenblatt, 9/2001)

 

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