ETIKA

DIE ENGEL

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13-9-2001

1-5A50

Engel für jedes Volk

 

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Nicht nur der einzelne Mensch hat im Engel sein himmlisches Urbild. Jedes Volk und jede Kirche gründet in einem Gedanken Gottes, der als Engel geschaffen ist, ehe das Volk und die Kirche ward. Volk und Kirche stehen in ihren Engeln gleichsam in ihren besten Eigenschaften vor Gott. Nach einer Lesart heißt es im Buch Deuteronomium 32,8:

 

"Als der Höchste den Völkern ihr Erbe gab, als er die Menschenkinder schied, da setzte Er die Gebiete der Völker fest nach der Zahl der Engel."

 

Die Verschiedenheit und Vielfalt der Völker und Gemeinden ist gottgewollt und gehört zur Vollkommenheit der Schöpfung (vgl. Dan 10-12 und Offb 1-3)". (Anm. etika.com: Deshalb ist es ein furchtbares Verbrechen, den Menschen ihre Identität als Volk zu rauben und sie, wie es derzeit mit der Duldung hochstehender Kirchenvertreter geschieht, in multikulturelle Überstaaten und demnächst in ein antichristliches Weltreich zu zwingen.)

 

Freilich hat jede Gemeinschaft auch ihre schlechten Merkmale. Denn wie der einzelne Mensch ist auch die Gemeinschaft auf dem Weg zum Engel oder zum Teufel. Je mehr sie dem Engel naht, desto klarer entfalten sich ihre guten Eigenschaften, je ferner sie ihm ist, desto mehr ist sie den Einwirkungen des Teufels ausgesetzt.

 

Schließlich entspringt alle menschliche Geschichte aus dem Reich der Engel. Die Scheidung zwischen Gut und Bös, die dort für dauernd vollzogen ist, ist Ursprung und Vorbild des in der Zeit sich entfaltenden Kampfes auf Erden, in den gute und böse Mächte einwirken.

(Abt Athanas Recheis O.S.B.: Die Engel sind mächtige Geister. Verlag Kultur in die Familie, Linz, 1988, S. 46f.)

 

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"Aber der Engelfürst des Perserreiches stellte sich mir einundzwanzig Tage lang hindernd in den Weg; es kam indes Michael, einer der ersten Fürsten, mir zu Hilfe... Jetzt muß ich wieder zurück und mit dem Engelfürsten von Persien kämpfen; bei meinem Auszug begegnet mir schon der Engelfürst von Griechenland... Niemand ist mit mir im Bunde gegen jene, außer eurem Engelfürsten Michael" (Daniel 10,1ff.)

Weil Michael und Gabriel Engel sind, sehen die Schrifterklärer in dem "Fürsten der Perser und Griechen" ebenfalls Engel. Jeder von ihnen vertritt die Interessen seines Volkes. Insofern sich nun diese Interessen widerstreiten, widersteht ein Engel dem anderen. Denn auch die Engel wissen die Zukunft nur soweit, als Gott sie ihnen enthüllt. Darum hört der "Streit" auf, sobald ihnen Gott Seine Ratschlüsse über die betreffenden Völker offenbart.

Bei Daniel wird der Erzengel Michael ausdrücklich als "Fürst", d. h. als Schutzengel des israelitischen Volkes bezeichnet (Dan 10,21; 12,1). (Anmerkung etika.com: Merkwürdigerweise ist der hl. Michael auch Schutzpatron des deutschen Volkes.) (Rodewyk S. 38)

 

Der selige Peter Faber, erster Gefährte des hl. Ignatius von Loyola schrieb in seinem geistlichen Tagebuch: "Bei meinem Eintreffen in Spanien (1541) hatte ich besondere Gefühle der Andacht und geistliche Erkenntnisse in betreff der Anrufung der vorzüglichen Erzengel und Engel und Heiligen Spaniens... Ich nahm mir vor, in jedem Reich und Fürstentum mich den Engeln, Erzengeln und Schutzengeln zu empfehlen, die dort vorzüglich verehrt werden..." (Memoriale. In: Monumenta historica S. J., Monumenta Fabri. Die Übersetzung nach Christian Pesch, Die hl. Schutzengel, Freiburg 1917, S. 150f., zit. bei Rodewyk S. 60)

 

(P. Adolf Rodewyk S.J.: Sie stehen ganz im Licht - Von den heiligen Engeln. Christiana Verlag Stein am Rhein, 1980, www.christiana.ch)

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