ETIKA

DIE ENGEL

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13-9-2001

1-5C3

Schutzengel als Diener der göttlichen Weltregierung

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Daß die Schutzengel keinen eigenen Chor bilden, kommt daher, weil das Schutzengel-Amt ein Ehren-Amt ist und der liebe Gott alle Engel einmal dieses heilige Ehren-Amt ausüben läßt. Denn Schutzengeldienst ist Nachfolge Christi für die Engel. So kann auch der höchste Seraph einmal Schutzengel sein. In diesem Amt geht ihm erst die Größe der Erlösertat Jesu Christi auf, wenn er von seinem höchsten Platz vor dem Thron Gottes, wo er in Seligkeit Gott diente, herabsteigen muß in die geringe Hülle eines Engels vom IX. Chor auf Erden und einen Menschen auf dessen Lebensweg begleiten und - scheinbar ohnmächtig - dem Sündigen des Menschen zusehen muß, weil weder Gott noch der Engel den freien Willen des Menschen zwingen. (Seite 10)

 

Die Gerechtigkeit Gottes hat hier schon vorgesorgt, daß alle Schutzengel, mögen sie aus welchem Chor immer sein, die Kraft des IX. Chores der Engel erhalten. Es hat also kein Mensch einen stärkeren Engel zur Seite als der andere. Wohl aber ist die Einwirkung der Engel verschieden, nicht im Grade der Kraft, wohl aber in der Art und Weise. ... Hat doch der Allmächtige in Seiner Weisheit jedem Menschen d e n Schutzengel zugedacht, der in seiner Art am besten zu ihm paßt und ihm auf seinem Weg zu Gott am besten helfen kann. Darum soll der Mensch auf die Stimme seines guten Engels hören. Wer hört, wird rasch auf dem Weg des Guten voranschreiten. (S. 19)

 

Jeder Schutzengel liebt seinen Schützling und verläßt ihn nicht; er ist ihm das Pfund, das er mit Erfolg seinem Herrn und Gott bringen möchte. Durch die Sünde vertreibt der Mensch den Engel aus seinem Wirkungsbereich, der Engel kann nicht mehr ins Innere des Menschen hineinwirken und daher entsteht die Meinung, der Engel würde den Sünder verlassen. Der Engel geht trotzdem dem Sünder nach und wartet, bis ihm durch die Reue des Menschen wieder Einlaß wird. (S. 20)

 

Vergessen wir nicht, daß es in dieser Welt nicht nur Gott und das Gute gibt, sondern daß der Widersacher Gottes mit seinem Millionenheer mehr denn je am Werke ist, den Geist des Menschen zu täuschen, zu trüben und von Gott abzuziehen. Wir können den bösen Geist nicht sehen. Aber der Engel sieht ihn. Er kann uns warnen, kann den bösen Feind abdrängen. Er kann uns immer die Richtung "Gott" vor Augen halten, er kann uns das Wort Gottes aufschließen. (S. 23)

 

Und haben wir uns einmal daran gewöhnt, unser Tagewerk, unsere Pläne und Sorgen mit unserem guten Schutzengel zu bereden, so wird er uns immer mehr zur geradlinigen Treue und zur glühenden Gottesliebe führen. Könnten wir diese begreifen und praktizieren, würde sich unser Leben von Grund auf ändern. Wir würden lernen, einfach zu werden und auf das Wesentliche zu gehen und dadurch kämen wir zu viel mehr Ruhe und Kraft, denn der Komplizierte zersplittert sich. (S. 26)

(Unser Schutzengel, herausgegeben von der Schutzengelbruderschaft, Innsbruck/Tirol. Verantwortlich: Dr. Georg Blasko)

 

Es ist zwar kein Dogma, daß jeder Mensch seinen Schutzengel hat ... (S. 34)

Apg 12,15; Mt 18,10; Mt 11,25: ... Daraus haben viele Kirchenväter und Theologen den Schluß gezogen, daß zum mindesten alle Gläubigen ihren Schutzengel haben. (S. 35)

Der hl. Thomas von Aquino sagt:

"Gott will, daß die Menschen durch dieses Leben hindurchpilgern zur ewigen Seligkeit. Die Menschen sind schwach und unbeständig, die Engel dagegen in der Seligkeit unabänderlich gefestigt. Es ist nun durchaus zweckmäßig, daß das Schwache durch das Starke und das Unbeständige durch das Beständige gestützt wird. Darum geziemt es sich, daß die Menschen durch Engel in der Erstrebung und Erreichung ihres letzten Zieles unterstützt werden. Und zwar jeder Mensch durch einen besonderen Engel. Denn wie die göttliche Weltregierung sich auf jeden einzelnen Menschen erstreckt, so ist es auch vernünftig anzunehmen, daß den verschiedenen Menschen verschiedene Engel als Diener der göttlichen Weltregierung zum Schutz beigegeben werden. Das gilt von allen Menschen ohne Ausnahme; denn alle wandeln auf einem gefährlichen Wege zum Vaterlande.  Auf gefährlichen Wegen aber gibt man den Wanderern Führer mit. So macht es auch Gott mit den Menschen. Solange jemand auf Erden lebt, ist er des Einflusses der Gnade nicht vollständig beraubt, mag er auch noch so böse und ungläubig sein. Darum hat auch jeder seinen Schutzengel, der ihn von der Wiege bis zum Grabe nicht verläßt."

(S. Thomas, S. Th. I, 113. Kurz zusammengefaßt von Christian Pesch, Die hl. Schutzengel, Freiburg 1917, S. 36f. Zitiert von  P. Adolf Rodewyk S.J.: Sie stehen ganz im Licht - Von den heiligen Engeln. Christiana Verlag Stein am Rhein, 1980, S. 35f. http://www.christiana.ch/ )

 

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