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DIE
ENGEL |
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1-5C3 |
Schutzengel
als Diener der göttlichen Weltregierung |
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Daß die
Schutzengel keinen eigenen Chor bilden, kommt daher, weil das Schutzengel-Amt
ein Ehren-Amt ist und der liebe Gott alle Engel einmal dieses heilige
Ehren-Amt ausüben läßt. Denn
Schutzengeldienst ist Nachfolge Christi für die Engel. So kann auch der höchste
Seraph einmal Schutzengel sein. In diesem Amt geht ihm erst die Größe der
Erlösertat Jesu Christi auf, wenn er von seinem höchsten Platz vor dem Thron
Gottes, wo er in Seligkeit Gott diente, herabsteigen muß in die geringe Hülle
eines Engels vom IX. Chor auf Erden und einen Menschen auf dessen Lebensweg
begleiten und - scheinbar ohnmächtig - dem Sündigen des Menschen zusehen muß,
weil weder Gott noch der Engel den freien Willen des Menschen zwingen. (Seite
10)
Die Gerechtigkeit Gottes hat hier schon vorgesorgt, daß
alle Schutzengel, mögen sie aus welchem Chor immer sein, die Kraft des IX.
Chores der Engel erhalten. Es hat also kein Mensch einen stärkeren Engel zur
Seite als der andere. Wohl aber ist die Einwirkung der Engel verschieden, nicht
im Grade der Kraft, wohl aber in der Art und Weise. ... Hat doch der
Allmächtige in Seiner Weisheit jedem Menschen d e n Schutzengel zugedacht, der
in seiner Art am besten zu ihm paßt und ihm auf seinem Weg zu Gott am
besten helfen kann. Darum soll der Mensch auf die Stimme seines guten Engels
hören. Wer hört, wird rasch auf dem Weg des Guten voranschreiten. (S. 19)
Jeder Schutzengel liebt seinen Schützling und verläßt ihn
nicht; er ist ihm das Pfund, das er mit Erfolg seinem Herrn und Gott bringen
möchte. Durch die Sünde vertreibt der Mensch den
Engel aus seinem Wirkungsbereich, der Engel kann nicht mehr ins
Innere des Menschen hineinwirken und daher entsteht die Meinung, der Engel
würde den Sünder verlassen. Der Engel geht trotzdem dem Sünder nach und wartet,
bis ihm durch die Reue des Menschen wieder Einlaß wird. (S. 20)
Vergessen wir nicht, daß es in dieser Welt nicht nur Gott
und das Gute gibt, sondern daß der Widersacher Gottes mit seinem Millionenheer
mehr denn je am Werke ist, den Geist des Menschen zu täuschen, zu trüben und
von Gott abzuziehen. Wir können den bösen Geist nicht sehen. Aber der Engel
sieht ihn. Er kann uns warnen, kann den bösen Feind abdrängen. Er kann uns
immer die Richtung "Gott" vor Augen halten, er kann uns das Wort
Gottes aufschließen. (S. 23)
Und haben wir uns einmal daran gewöhnt, unser Tagewerk,
unsere Pläne und Sorgen mit unserem guten Schutzengel zu bereden, so wird er
uns immer mehr zur geradlinigen Treue und zur glühenden Gottesliebe führen.
Könnten wir diese begreifen und praktizieren, würde sich unser Leben von Grund
auf ändern. Wir würden lernen, einfach zu werden und auf das Wesentliche zu
gehen und dadurch kämen wir zu viel mehr Ruhe und Kraft, denn der Komplizierte
zersplittert sich. (S. 26)
(Unser Schutzengel, herausgegeben von der
Schutzengelbruderschaft, Innsbruck/Tirol. Verantwortlich: Dr. Georg Blasko)
Es ist zwar kein Dogma, daß jeder Mensch seinen Schutzengel
hat ... (S. 34)
Apg 12,15; Mt 18,10; Mt 11,25: ... Daraus haben viele
Kirchenväter und Theologen den Schluß gezogen, daß zum mindesten alle Gläubigen
ihren Schutzengel haben. (S. 35)
Der hl. Thomas von Aquino sagt:
"Gott will, daß die Menschen
durch dieses Leben hindurchpilgern zur ewigen Seligkeit. Die Menschen sind
schwach und unbeständig, die Engel dagegen in der Seligkeit unabänderlich
gefestigt. Es ist nun durchaus zweckmäßig, daß das Schwache durch das Starke
und das Unbeständige durch das Beständige gestützt wird. Darum geziemt es sich,
daß die Menschen durch Engel in der Erstrebung und Erreichung ihres letzten
Zieles unterstützt werden. Und zwar jeder Mensch durch einen besonderen Engel.
Denn wie die göttliche Weltregierung sich auf jeden einzelnen Menschen
erstreckt, so ist es auch vernünftig anzunehmen, daß den verschiedenen Menschen
verschiedene Engel als Diener der göttlichen Weltregierung zum Schutz
beigegeben werden. Das gilt von allen Menschen ohne Ausnahme; denn alle wandeln
auf einem gefährlichen Wege zum Vaterlande.
Auf gefährlichen Wegen aber gibt man den Wanderern Führer mit. So macht
es auch Gott mit den Menschen. Solange jemand auf Erden lebt, ist er des
Einflusses der Gnade nicht vollständig beraubt, mag er auch noch so böse und
ungläubig sein. Darum hat auch jeder seinen Schutzengel, der ihn von der Wiege
bis zum Grabe nicht verläßt."
(S. Thomas, S. Th. I, 113.
Kurz zusammengefaßt von Christian Pesch, Die hl. Schutzengel, Freiburg 1917, S.
36f. Zitiert von P. Adolf Rodewyk S.J.:
Sie stehen ganz im Licht - Von den heiligen Engeln. Christiana Verlag Stein am
Rhein, 1980, S. 35f. http://www.christiana.ch/
)