ETIKA
10BE41

SAKRAMENT DER BUSSE

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11.9.2001

Martin Luther

Wo keine Beichte, da nicht Gottes Volk

 

 

Martin Luther: Die sieben Kennzeichen der Kirche (1539)
in: Freiheit und Bindung. Vier Schriften Martin Luthers,
übertragen und herausgegeben von Günther E. Th. Bezzenberger.
Omega Verlag Kassel, 1983. Seite 119f.

 

Das erste Kennzeichen: das Wort Gottes

Das zweite Kennzeichen: die Taufe

Das dritte Kennzeichen: das Abendmahl

Das vierte Kennzeichen: die Beichte

Das fünfte Kennzeichen: die Ämter (Bischöfe, Pfarrer, Prediger, Priester; Apostel, Evangelisten, Propheten)

Das sechste Kennzeichen: das Gebet

Das siebente Kennzeichen: das Leiden

 

Das vierte Kennzeichen: die Beichte

Gottes Volk erkennt man an dem öffentlichen Gebrauch der Schlüssel, die ihm Christus übergeben hat (Mt 18,18). Wenn ein Christ sündigt, soll er zurechtgewiesen werden, und wenn er sich nicht bessert, soll er gebunden und ausgestoßen werden. (Anmerkung etika.com: Damit hat Luther hundertprozentig auch Pfarrer gemeint, die notorische Ehebrecher sind oder sich homosexuell betätigen oder gar Kinder sexuell missbrauchen.)

 

Bessert er sich aber, soll er losgesprochen werden. Das versteht man unter dem Gebrauch der Schlüssel.

 

Es gibt einen doppelten Gebrauch der Schlüssel: den öffentlichen und den einzelnen. Denn manche sind so verängstigt und verzagt im Gewissen, daß sie sich nicht trösten können, bis sie einzeln vom Pfarrer die Absolution (Anm.: evangelische Christen denken meist, das sei etwas Katholisches, es ist aber die unbedingt notwendige Lossprechung von den Sünden, wenn man in den Himmel will) zugesprochen bekommen.


Andererseits sind etliche so verhärtet, daß sie weder im Herzen noch vor dem Pfarrer um Vergebung bitten und von ihren Sünden nicht ablassen wollen. Darum muß der Gebrauch der Schlüssel einzeln und öffentlich sein. (Anmerkung etika.com: wieso "darum", wenn die Bösen nicht bereuen und Buße tun wollen?) Wo du also siehst, daß man Menschen die Sünden vergibt oder sie zurechtweist, öffentlich oder einzeln, dann wisse, daß hier Gottes Volk ist.

 

Denn wo nicht Gottes Volk ist, da gibt es keinen Gebrauch der Schlüssel, und wo die Schlüssel nicht gebraucht werden, da ist auch nicht Gottes Volk.

 

Christus hat die Schlüssel hinterlassen als ein öffentliches Zeichen und Heilmittel, mit dem der Heilige Geist durch Christi Erlösertod die gefallenen Sünder wieder heiligt, und durch das die Christen bekennen sollen, daß sie ein heiliges Volk unter Christus in dieser Welt sind. Diejenigen aber, die sich nicht bekehren noch heiligen lassen wollen, werden aus dem heiligen Volk ausgestoßen.

 

Kurzkommentar etika.com

Praktisch gesprochen: Wenn die Kirchenleitung dies nicht tut und wenn es die Gemeinde nicht tut, dann stoßen sich die Betreffenden eben selbst aus dem heiligen Volk aus. Wir denken in erster Linie an jene Bischöfe und Pfarrer, die die praktizierte Homosexualität in der Schar ihrer Gläubigen dulden. Es gibt anno 2001 keinen anderen Ausweg mehr als den Zusammenschluß der letzten Getreuen zur einen, heiligen, allgemeinen = katholischen und apostolischen Kirche. In allen Kirchen sitzen selbst in hohen, teilweise sogar höchsten Positionen Verräter, aber in allen Kirchen wirken vereinzelt auch noch Gläubige, die Christus treu sind. Siehe Solowjews Kurze Erzählung vom Antichrist (an anderer Stelle in etika.com, Index 92).

 

Kurzum: Wir schlagen vor, den Fehler oder besser das Verbrechen Luthers wiedergutzumachen und anstelle der völlig verwässerten und in Gottes Augen wohl meist ungültigen Beichte wieder zur Einzelbeichte des reuigen Sünders gegenüber dem Pfarrer zurückzukehren. Welche Wohltat und Befreiung ist doch die Lossprechung bei der Beichte, die Buße, die Wiedergutmachung! Es geht ums Heil von Millionen Seelen!!!

Beichte für evangelische Christen

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