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10EU16 |
Beim Kirchenvater
Basilius Handkommunion |
Mit Anhang: Das
Allerheiligste in aller Finger? |
Hl. Basilius: Laie darf sich
zur Zeit der Verfolgung die Kommunion selbst spenden
Der Wahrheit zuliebe veröffentlichen wir einen Brief des
Kirchenvaters Basilius des Großen, der bei traditionalistisch denkenden
Katholiken keine Begeisterungsstürme auslösen wird. Der Bischof von Cäsarea schrieb
nämlich an die Patrizierin Cäsarea im Jahr 372:
"Täglich zu kommunizieren und am hl. Leibe und Blute Christi teilzunehmen, ist gut und nützlich, da er selbst ausdrücklich sagt:
"Wer mein Fleisch ißt und mein Blut trinkt, der hat das ewige Leben." ((Joh. 6,55))
Wer zweifelt denn daran, daß die stetige Teilnahme am Leben etwas anderes sei, als auf vielfache Weise leben?
Wir wenigstens kommunizieren jede Woche viermal, am Herrntage, am vierten Tage, am Rüsttag und am Sabbat, und auch an anderen Tagen, wenn er ein Gedächtnistag eines Heiligen ist.
Daß aber, wenn in Zeiten der Verfolgung es nötig wird, in Abwesenheit eines Priesters oder Diakons die Kommunion mit eigener Hand zu nehmen, dies keineswegs Sünde sei, brauche ich nicht zu beweisen, weil die lange Gewohnheit das durch die Tatsachen selbst bestätigt. Denn alle, die in den Wüsten, wo kein Priester ist, ein Einsiedlerleben führen, haben die Kommunion zu Hause und empfangen sie aus eigener Hand. Sodann in Alexandrien und Ägypten hat für gewöhnlich auch jeder Laie die Kommunion daheim und reicht sie sich selbst, so oft er will. Wenn nämlich der Priester das Opfer einmal dargebracht und ausgeteilt hat, dann hat doch der, der es ganz auf einmal empfangen hat und täglich davon nimmt, zu glauben, er empfange und nehme es rechtmäßig von dem an, der es gespendet hat.
Denn auch in der Kirche reicht der Priester den Teil nur dar, und wer ihn empfängt, verfügt darüber ganz frei und führt ihn mit eigener Hand zum Munde. Deshalb kommt es in der Wirkung auf dasselbe heraus, ob er aus der Hand des Priesters je nur einen Teil empfängt oder viele Teile zugleich.
(Des heiligen Kirchenlehrers Basilius des Großen,
Bischofs von Cäsarea, Ausgewählte Briefe. Aus dem griechischen Urtext übersetzt
mit Einleitung und Anmerkungen versehen von Dr. Anton Stegmann, Stadtpfarrer in
Heilbronn a. N., Verlag Josef Kösel & Friedrich Pustet K.-G. München, 1925,
Seite 140; Mauriner-Ausgabe Nr. 93)
P. Fridolin Außersdorfer OFM kommentiert die Praxis der Urchristen in
einem Handzettel:
Das Allerheiligste - in
aller Finger?
Noch nie dagewesen!
Oft hört man heute die
Behauptung, der modeme Kommunionempfang: Spendung der heiligen Hostie auf die
Hand - sei schon in der urchristlichen Gemeinde praktiziert worden - also
nichts Neues.
I. Wie war es aber
tatsächlich?
Um der Wahrheit
entsprechend informiert zu sein, muß man folgendes wissen:
1.
Die an den Altar
gebrachte, für die heilige Wandlung bereitgestellte Opfergabe war ein - aus
primitiven Handmühlen stammendes - rauhes Brot.
2.
Um die heilige Gabe
austeilen zu können, mußte sie der Priester auf einer großen tellerförmigen
Patene in Bröcklein brechen. Wie hätte er diese mit eigener Hand ehrfürchtig in
den Mund der Empfänger bringen können? Darum die genaue Weisung:
a) »Mache Deine Linke zu einer Art Thron für die Rechte, die den König
empfangen soll!«Cyrill von Jerusalem (V. MysLKatechese)
b) Die dargereichte heilige Gabe wurde nicht mit den Fingern der rechten Hand
aus der linken zum Munde geführt (wie das heute geschieht), sondern unmittelbar
aus der von der linken gestützten rechten Hand direkt mit dem Munde genommen.
3.
Dazu wurde immer wieder
gemahnt:
»Gib aber wohl acht, daß Dir von der heiligen Gabe (weil >kostbarer als Gold
und Edelstein<) nicht das geringste
entgleite!“ Darum musste jeder Empfänger auch jedes auf der rechten Hand
haftende Krümlein noch mit der Zunge aufnehmen. Welch ein Unterschied zwischen
einst und heute! –
Zusammenfassend: Gewiß
hat man in der Urgemeinde das Allerheiligste den Gläubigen (weil nicht anders
möglich) auf die Hand gegeben, aber nicht in die Finger!
Und sobald man das
Hostienbrot in Scheibchenform herstellen konnte, ist man davon abgegangen, den
heiligsten Leib des Herrn den Gläubigen auf die Hand zu geben.
II. Wer also heute
meint, die moderne Form des Kommunionempfanges mit dem Hinweis auf damals
begründen zu können, sagt nur einen kleinen Teil der Wahrheit! –
Er verschweigt
erstens, daß man heute
(was noch nie der Fall war) die Finger nimmt.
Zweitens, daß man dabei
gegen ein Naturgesetz verstößt, daß nämlich der Mensch, was er in seine Finger
bekommt, mit bestem Willen nicht als etwas Außergewöhnliches, geschweige denn
als etwas Heiliges begreifen kann.
Drittens, daß man es
allem Anschein nach heute überhaupt aufgegeben hat, den Empfängern den in der
Urkirche lebendigen Glauben beizubringen, der Christus, den König, nicht bloß in
der heiligen Hostie, sondern auch in allen Teilen und Teilchen sieht, die heute
bedenkenlos verstreut werden. Wann wird man endlich zugeben, daß diese noch nie
dagewesene Form des Kommunionempfanges vom Unglauben stammt und immerfort zum
Unglauben verführt!
P. Fridolin
Außersdorfer OFM, Höttinger Gasse Nr. 15a, A-6020 Innsbruck