ETIKA

BETEN

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7.5.2001

10G602

Gebetsordnung

Handbuch des einfachen Lebens, Kap. 117, Der Tag

Den Tag sinnvoll gestalten

A TAGESEINTEILUNG

nach den Gebetszeiten des Breviers (anstatt nach Mahlzeiten oder der Arbeit)

B BETEN = SICH SELBST VERWIRKLICHEN

„Beten bedeutet auf GOTT hinhören können, bedeutet sich in der Gegenwart GOTTES wissen. Beten bedeutet sich GOTT anbieten, damit er ins verwirklichen kann, was er schon von Anfang an mit uns vorhatte. Beten heißt lieben, es bedeutet innewerden, dass GOTT uns liebt. Beten bedeutet nicht einfach etwas erwarten, sondern etwas werden. Beten ist Vereinigung mit GOTT. Beten heißt nicht, GOTT dazu bewegen, seinen Willen zu ändern, sondern unsern Willen ändern, damit er dem Willen GOTTES entspricht. Beten bedeutet GOTTES Geist erkennen. Beten ist zu GOTT reden im Namen aller und zu allen reden im Namen GOTTES, bedeutet Werkzeug des Heiles werden in Gottes Hand.“ (P. Aurelio Chini, Maria Weißenstein, 42/1984)

C BETEN OHNE UNTERLASS

„Wenn kein ander gut Werk geboten wäre, wäre nicht das Beten allein genugsam, das ganze Leben des Menschen im Glauben zu üben? Ja es ist freilich kein Christenmensch, der nicht ohne Unterlaß zu beten Zeit habe. Ich mein aber das geistliche Beten, das ist: niemand wird mit seiner Arbeit, so er will, so hart beschwert, er kann in seinem Herzen daneben mit GOTT reden, ihm vorlegen seine oder anderer Menschen Not, Hilf, Begehren, Bitten.“ (Martin Luther: Von guten Werken III 7)

Die Einfachen Gebete aus dem Handbuch des einfachen Lebens (ebenso im Internet unter etika.com deutsch 11) kann man den ganzen Tag über beten, wann immer sich gerade die Gelegenheit ergibt. Man bete nach Möglichkeit langsam, verweile bei jedem Satz. Wer zu schnell betet, wer nur viele Worte macht, ohne mit dem Herzen dabei zu sein, bei dem kann der Wert des Gebets nicht groß sein. Das Einfache Brevier des Franziskus und die einfachen Gebete entfalten eine spürbare Wirkung bei dem, der sie oft mit der gebührenden Andacht und Innigkeit betet. Man kann die einzelnen Verse und Strophen einzeln beliebig oft wiederholen, besonders die kurzen Gebete, was sich vornehmlich bei der Arbeit, beim Spazierengehen, Autofahren usw., ebenso beim innigen Gebet in der Stille anbietet. Die Gebete und Meditationen in diesem Handbuch sollen keineswegs als Verpflichtung verstanden werden; sie sind nur ein Angebot. Für jede Stunde, jeden Wochen- und Jahrestag findet jedermann ein passendes Gebet, eine Schriftstelle, ein Meditationsthema oder zur Vertiefung einladende Verweise auf Werke und Personen.

Lieber weniger, aber langsam und andächtig beten. Statt eines Tagessolls empfiehlt sich eine endlose Gebetskette, das heißt nach dem Beten von wenigen selbst gewählten Pflichtgebeten für die Lieben am Morgen werden bei Gelegenheit

v    fortlaufende Gebete aus selbst angelegten Gebetsbüchlein (Fotomappen im Postkarten-Hochformat, in manchen Fotogeschäften) oder/und

v    jedes Mal frei gewählte verschiedene Gebete gebetet, die gerade zur Hand sind.

Möglichst viele Gebete auswendiglernen, das ist die sinnvollste Freizeitbeschäftigung.

Für so manchen die schönste Freizeitbeschäftigung: beten in der freien Natur, gebetswandern wie Franziskus und der russische Pilger. Auch beim Laufwandern, Laufen, Radfahren usw. kann man beten, ebenso bei vielen anderen Tätigkeiten.

D EIN ANGEBOT FÜR JEDE STUNDE

Wer genügend Zeit hat, kann das Einfache Brevier des Franziskus von Assisi in der ausführlichen Form beten.

Wer nicht soviel Zeit hat, beschränke sich auf einige Teile davon.

Wenigstens einmal am Tag bete man das Vaterunser und das Einfache Gebet für alles (ebenfalls im Handbuch des einfachen Lebens). Es empfiehlt sich, auch das Vaterunser des Franziskus auswendigzulernen.

Das Stundengebet des hl. Franziskus spendet Trost und Kraft in jeder Lebenslage. Es trägt auch den Titel „Offizium vom Leiden des Herrn“. Franziskus hat sein Vaterunser verbunden mit einigen weiteren Gebeten sowie Psalmen, die er selbst zusammengestellt, mit neutestamentlichen und eigenen Gedanken bereichert und täglich zu allen Horen (Stunden, etwa alle drei Stunden) gebetet hat:

v    Matutin (in Erwartung des Tageslichts)

v    Prim (bei Sonnenaufgang)

v    Terz (9 Uhr vormittags)

v    Sext (mittags)

v    Non (15 Uhr)

v    Vesper (bei Sonnenuntergang)

v    Komplet (zum Tagesausklang).

E TAGESPLAN

Tagesbeginn

Einen schönen Tagesanfang bescheren uns vier Gedanken:

v    die Freude, dass GOTT unser Vater ist und uns liebt,

v    der Dank dafür, dass er uns bisher behütet hat,

v    die Bitte, dass er uns heute behüten möge vor Sünden und allem Unheil,

v    der Vorsatz, GOTT zu lieben aus allen Kräften, seine Gebote zu halten, alles aus seiner Hand anzunehmen, Freud und Leid, Arbeit und Pflichten, seinen Willen zu tun, den Nächsten zu ertragen und zu lieben wie uns selbst, nur Gutes zu tun, Barmherzigkeit zu üben, „niemanden mehr zu kränken“, uns „zu beherrschen und ruhig zu bleiben im Gedanken an unseren Herrn“ (Vinzenz von Paul).

„Frühes Aufstehen dient der Gesundheit und der Heiligkeit.“ (Franz von Sales, Philothée III 23)

„Schon bevor wir aufstehen, sollen wir unser Gemüt zu GOTT erheben. (Maria Ward)

„Jeder Morgen ist eine kleine Geburt, jeder Tag ein kleines Leben, jeder Abend ein kleiner Tod.“ (Bischof Keppler)

„Du musst jeden Tag beim Morgengebet darüber nachdenken: Was kann ich heute Jesus zuliebe Besonders tun?“ (Maria Lichtenegger)

Jeder stelle sich seine Morgengebete selbst zusammen, z. B.

GOTT liebt uns, freuen wir uns ...

In JESU Namen steh ich auf;
Herr, lenke meines Lebens Lauf!
Beglücke mich mit Deinem Segen,
behüte mich auf allen Wegen! Amen.

Mein GOTT, heute will ich alles tun und leiden aus Liebe zu Dir. (Bernadette)

Luthers Morgensegen

Morgenmeditation

Innerliches Gebet

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