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31.10.2003

10GB12

Gebote und Auftrag

Handbuch des einfachen Lebens, Kap. 12

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"Würden wir doch Gottes Gebot weniger als Zwang und mehr als Angebot verstehen, um das Gute erkennen und lieben zu können. (Dekan Wolf-Dietrich Hardung im Konstanzer Großdruckkalender 4.11.1984)

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"Stellt die Liebe immer über alle Regeln und macht aus ihr die oberste Regel - das ist das erste und größte Gebot von Jesus." (Sr. Magdeleine de Jésus, zit. Foucauld 179)

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"Warum Gebote notwendig sind, erläutert Karl Jaspers: "Vollkommene Liebe würde kein moralisches Gesetz... brauchen... Da aber der Mensch als sinnliches Verstandswesen der vollendeten Liebe nicht fähig ist..., sie verletzt und schwach werden läßt, so braucht er auch noch in seiner Liebe die Kontrolle durch das Bewußtsein oder das Gewissen."

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"Gott hat einen Schutzwall voll Warnungstafeln aufgestellt, die uns von innen und außen aufrufen, die Wege Gottes zu wandeln, die Grenzen nicht zu überschreiten, denn dahinter gähnt der Abgrund, der Feind." (Haindl, 498. Vinzenzbrief 22.2.1981)

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DIE ZEHN GEBOTE. "Die ersten drei Gebote verpflichten den Menschen, Gott, den Schöpfer und Spender alles Guten an erste Stelle zu setzen und über alles zu lieben und auch für alles zu danken, den Namen Gottes, den allerheiligsten Namen niemals zu mißbrauchen, d. h. zu entwürdigen, und schließlich dem Dreieinigen Gott an allen Sonn- und Feiertagen die gebührende Ehrfurcht, Dankbarkeit und Liebe im Gottesdienst darzubringen. Als 4. Gebot heißt es, wir sollen Vater und Mutter ehren, auf daß es uns wohl ergeht - diese große Achtung den Eltern gegenüber deshalb, weil sie die Stellvertreter Gottes sein sollen. Das 5. Gebot, du sollst nicht töten, schützt das Leben. Interessanterweise ist nicht gesagt, nur das Leben der Menschen, sondern überhaupt das Leben zu schützen. An 6. Stelle, du sollst nicht Unkeuschheit treiben, an 7. Stelle, du sollst nicht stehlen, 8. Gebot, du sollst nicht lügen, und an 9. Stelle, du sollst nicht ehebrechen. 10. Gebot: du sollst nicht begehren deines Nächsten Gut. - Wo ein Mensch in irgendeinem Gebot sich verstößt, muß er gleichzeitig die ihm von Gott zugedachte Sühneleistung vollziehen, d. h. daß jede Sünde gleichzeitig mit einer Sühneleistung gekoppelt ist. (der heiligmäßige P. Petrus Pavlicek, Brief vom 10.11.1975 an uns)

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DAS ERSTE GEBOT. "Das erste und höchste, alleredelste gute Werk ist der Glaube an Christum." Dieses Werk muß laut Martin Luther (Von guten Werken I) alle anderen umfassen, alle anderen müssen sich von ihm herleiten. Gute Werke sind nicht nur Beten in der Kirche, Fasten und Almosengeben. Gott dient nach den Worten des Reformators alles, was im Glauben geschehen, geredet, gedacht werden mag, also auch, wenn die Menschen arbeiten, gehen, stehen, essen, trinken, schlafen und allerlei Werk tun zu des Leibes Nahrung oder allgemeinem Nutzen.
Jeder kann selbst merken, wann er Gutes tut und wann nicht, "denn findet er sein Herz in der Zuversicht, daß er Gott gefalle, so ist das Werk gut, wenn es auch so gering wäre als einen Strohhalm aufheben. Ist die Zuversicht nicht da oder er zweifelt daran, so ist das Werk nicht gut. Das lehrt Sankt Paul: Alles, was nicht im Glauben geschieht, das ist Sünde.
- In diesem Glauben werden alle Werke gleich und ist eins wie das andere", fährt Luther fort, "gleichwie alle Gliedmaßen von dem Haupt leben, wirken und den Namen haben." Martin Luther stellt uns damit folgendes hohe Ziel: "Also ein Christenmensch, der in dieser Zuversicht gegen Gott lebt, weiß alle Dinge, vermag alle Dinge, vermißt sich aller Dinge, was zu tun ist, und tut alles fröhlich und frei, nicht um viel gute Verdienste und Werke zu sammeln, sondern weil es ihm eine Lust ist, Gott auf diese Weise zu gefallen, und dient Gott rein umsonst, zufrieden damit, daß es Gott gefällt."
Dies unterstreicht auch der Franziskaner P. Rudolf Haindl (im 49. Vinzenzbrief): "Es soll zwischen Gott und uns genauo so sein wie unter liebenden Menschen; das Gebotene ist selbstverständlich, Wünsche und Anregungen des Anderen sind Herzensanliegen. Auf diesem tragfähigen Boden wächst der Mensch wesensecht und geborgen heran; er wird der, der er sein soll und im letzten auch sein will."

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"ERFÜLLE DEN AUFTRAG, DEN GOTT DIR GEGEBEN HAT! Nach Franz von Sales müssen wir auch die "besonderen Gebote" beachten, die an jeden von uns gemäß unserer Berufung gerichtet sind.
Dazu P. Haindl (ebenda): "Gottes Wille ist das, was Gott vom Menschen fordert, ja bisweilen nur wünscht. So wenn er den Jüngling frägt: Willst du vollkommen sein? Viele solcher Einladungen, Anregungen sind an den Einzelnen, an mich gerichtet. Es ist der Wille, den Gott hat an mich, wie ich werden soll. Ich bin unvertretbar nach Maßgabe meiner Talente. - Das alles ist der Wille Gottes: Vollendung der Schöpfung, in welcher der Mensch mit seiner Freiheit steht und bestehen soll."

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