ETIKA

MEDITATIONEN

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13.6.2001 – auch UNIX

10M3A

Mittwochmorgen

Fray Luis de Granada: Libro de la oración y de la meditación;
Handbuch des einfachen Lebens

Jesus wird vor die Hohenpriester und Richter geführt, an die Säule gebunden und gegeißelt

Unser Erlöser Jesus Christus wird vor den Hohenpriester Kaiphas geführt, angespien, geohrfeigt, geschlagen und beschimpft. Gott wird so gedemütigt - und du hast deinen Hochmut noch immer nicht abgelegt.

Keinen Vorwurf, keine Klage hörte man von Jesus, als er in jener Nacht schlimmste Qualen auszustehen hatte. Der Retter der Welt wurde für einen Übeltäter, vielleicht sogar für verrückt gehalten, aber er machte sich nichts aus der Meinung der Welt. Mache auch du, Bruder, dir diese Haupttugend des Christen zu eigen und tröste dich jedesmal damit, wenn du von der Welt verachtet wirst.

Petrus weinte bitterlich, nachdem er seinen Meister verleugnet hatte. Lerne, daß es nicht genügt, die Sünde zu beweinen, sondern daß es notwendig ist, auch den Ort und die Gelegenheit zur Sünde zu fliehen; denn die Sünden jedesmal zu beweinen und sie immer zu wiederholen bedeutet, den Zorn des Herrn für immer auf dich zu laden.

Brutale Schlächter entkleiden den Heiland, binden ihn an eine Säule und foltern ihn mit Peitschen und Geißeln. Hunderte, ja Tausende Hiebe, wie Kirchenlehrer schreiben, muß Jesus aushalten. Wunde fügt sich an Wunde, der Rücken blutet immer mehr, überall Striemen und Verletzungen und Blut. Wenn das größte Zeugnis der Liebe ist, Schmerzen für den Geliebten zu ertragen, was ist dann jeder dieser Schmerzen anderes als ein Zeugnis der Liebe? Jede Wunde predigt dir Liebe, fordert Liebe von dir.

 

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APOKALYPSE-SPIEL

Keiner kann ausweichen

10M3B

Mittwochabend

Fray Luis de Granada: Libro de la oración y de la meditación;
Handbuch des einfachen Lebens

Der Tod. Ziele:

1.   die wahre Weisheit erlangen

2.   uns von der Sünde trennen

3.   nicht nur gut leben, sondern auch gut sterben

Erschreckend ist es zu sehen, wie sicher sich die Menschen fühlen und wie leicht es ihnen fällt zu sündigen, obwohl sie wissen, daß sie in der Stunde des Todes die Rechnung zu bezahlen haben.

Caspar David Friedrich: Mönch am Meer, 1808/1809,
Verwaltung der staatlichen Schlösser und Museen, Berlin-Charlottenburg

Beim Sterben erkennt man die Irrtümer, Blindheiten und Täuschungen des vergangenen Lebens. Wie bedauert man dann, falschen Göttern gedient zu haben und trügerischen Gütern nachgelaufen zu sein! Auf dem Weg, auf dem man Ruhe zu finden vermeinte, wandelte man vielleicht ins Verderben! Wie blind sind wir heute, und wie wissend in jener Stunde! Wie anders werden wird dann denken und urteilen! Wir werden merken, wie falsch die Werte dieser Welt sind, wie ihre Wege in die Irre führen, wie ihre Versprechungen nur aus Lügen bestehen, wie bitter ihre Vergnügungen sind und wie kurz ihre Herrlichkeit ist! Zurückblickend begreifen wir, daß ihre Reichtümer nur Stacheln und ihre Lustbarkeiten Gift waren.

Im Leben dienen wir der Welt und im Sterben schreien wir zu Gott. Welche Antwort dürfen wir erwarten? Wird er nicht sagen: So viele Male habe ich dich gerufen, und du hast mich nicht erhört! Was habe ich mit dir zu schaffen? Lauf zu jenen Ratgebern, denen du gefolgt bist, und zu den Götzen, die du geliebt und angebetet und denen du gedient hast, sag ihnen, sie möchten dir den Lohn für deinen Dienst geben. Hier beginnt der Mensch, den Wunsch nach Sühne zu verspüren, und wenn man ihm jetzt noch die Zeit dazu schenken würde, dann würde er sich nicht mit irgendeiner Buße begnügen, sondern würde das strengste und entbehrungsreichste Leben der Welt führen. Und wenn er diese Zeit nicht bekommt und er sich der vergeudeten Kräfte und Jahre bewußt wird, dann bringt ihm der Gedanke an diesen Verlust übergroßen Schmerz.

Was wird die Seele in solcherLage tun? Den Körper verlassen ist unerträglich; in ihm bleiben unmöglich; ein Aufschub der Trennung wird nicht gewährt. Schaut der Mensch nach oben, bedroht ihn das Schwert der Gerechtigkeit; unten erwartet ihn das offene Grab; sieht erin sich hinein, erblickt er das Gewissen, das ihn quält; schaut er um sich, vermutet er Engel und Dämonen, von denen jede Gruppe ihn als Beute haben möchte; und blickt er rückwärts, sieht er die Verwandten und Güter dieses Lebens, die an ihrem Platz bleiben und ihm nicht zu Hilfe eilen, denn er geht allein aus dieser Welt.

Gebet:

Du, guter Jesus, erleuchte die Augen meiner Seele, damit ich nicht im Tod entschlafe und mein Feind nie sage: "Ich habe ihn bezwungen." Amen.

*

Hier fehlt ein Buchstabe:
Ich bin das Alph. ..., spricht Gott, der Herr, der ist und der war und der kommt, der Herrscher über die ganze Schöpfung.
(Offb 1)

Obiger Text enthält eine geheime Botschaft für dich. Notiere sie, präge sie dir ein, wiederhole sie oft in Gedanken: ................................. .................................

Ende
der
siebten
Runde

 

Füge den fehlenden Buchstaben ein.

B........ .... ....... .. ......... ..;
.......... ...;
... .... ......

Detail aus dem Gemälde: Thronende Madonna zwischen Heiligen, Umkreis von Michael Pacher, Südtirol, um 1465; jetzt National Gallery London

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