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ETIKA
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10MW1 |
Alternativmeditation
für modern Denkende, Zweifelnde, Ungläubige |
Der Theologieprofessor
Karl Rahner am 24.11.1983 bei einem der letzten Vorträge vor seinem Tod |
Man
kann sich das Leben nach dem Tod nicht vorstellen, sagte ein weltbekannter
Theologe. "Da hört die Zeit auf, da ist Endgültigkeit und Bleibendheit. Es
geht nicht weiter."
"Das
Tier ist nicht bei sich selber, fragt nicht nach sich selber. Der Mensch aber
fragt über die partikuläre Wirklichkeit hinaus" (immer laut Rahner). Das
Bewußtsein von Wirklichkeiten könne man Seele nennen oder personales
Bewußtsein. Davon sagt die Kirche: Das Bewußtsein hört mit dem Tod nicht
auf. Der Mensch denkt sich: "Ich bin ein freies, personales Subjekt,
erfahre mich als begrenzt, bedingt, aber ich weiß das und stehe dieser
meiner Begrenztheit, über mich hinaus fragend, selber gegenüber. Ich bin
mir selber überantwortet, trage eine ewige Verantwortung. Nur wenn ich die
bejahe, bin ich der Mensch, der ich sein soll." (Rahner)
"Sei
überzeugt, daß du mit deiner Freiheitsexistenz nicht
in nichts zurückfliehen kannst", rief der Professor. Wo der
einzelne die "Ungeheuerlichkeit" , daß es mit dem Tod nicht aufhört,
erfahre, könne sehr verschieden sein: der eine im
Wunder der Liebe, der Selbstlosigkeit, der Treue,
ein anderer in Qual und Dunkelheit.
"Gott
ist unbegreiflich." Dort, wo der Mensch hinkommt, ist laut Rahner eine
unvorstellbare Vollendung. "So etwas muß es geben. Wie es ist, kann ich
mir nicht vorstellen." Der Christ sei aber gehalten, mit der Möglichkeit
zu rechnen, daß er das Jenseits verfehlt durch
eigene Schuld. Diese Möglichkeit der ewigen Verlorenheit gehöre zur
christlichen Lehre. Was aber ist nun das Jenseits? Es ist "das
Unbegreifliche, weil es eben Gott selber ist. Dieses Nach-dem-Tod ist der ewige
Gott selbst."
Auch
wenn wir den Eindruck gewännen, alles sei schäbig
und zerrinne im Nichts, so seien wir doch dazu da, "mit radikalem Optimismus zu denken, mit nichts zufrieden zu
sein als dem ewigen Gott selbst!"
Wir dürfen "in die unendliche Ewigkeit Gottes hineingreifen in Glaube, Hoffnung und Liebe, dann wird das unser
Leben nach dem Tod sein."
Folgerung:
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Laut Vortragendem kann und muß der Christ die
Entscheidung (ja zu sagen zum Liebesangebot Gottes) in diesem Leben
fertigbringen, so armselig und elend dieses auch sein mag. So ziehe jeder für sich selbst das Fazit, "daß ich
ich mich jetzt für ewig für den ewigen Gott entscheiden muß und kann". |