ETIKA

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8.2.2002 – 8.2.2013

10VO2

Die Vorsehung

Handbuch des einfachen Lebens, Kap. 13

10VO2A
"Der Wille Gottes ist nicht nur eine Forderung. Er ist auch ein Wirken, Mitwirken. Alles, wozu Gott die Anregung gibt, hilft er auch vollbringen." (P. Rudolf Haindl im 499. Vinzenzbrief) "Zur Vorsehung Gottes gehört, daß er die Welt erhält und regiert", erklärte der evangelische Prediger Lisco, S. 57.

10VO2B
"Der Schöpfer kennt jedes und alle Geschöpfe, und zwar in allen ihren mannigfachen und aufeinanderfolgenden Zuständen, ihre Bedürfnisse, Wünsche, Gedanken, Gebete, ihre Not, Schuld, Unschuld ... die freien Handlungen der Menschen erkennt er daher zuvor, w e i l sie geschehen werden, nicht aber geschehen sie, weil er sie zuvor erkennt, wodurch die menschliche Freiheit aufgehoben, in Notwendigkeit verwandelt und alles in einen Mechanismus, in ein Uhrwerk verkehrt würde." (Lisco 27)

10VO2C
GOTT ERHÄLT DIE WELT. "Für die Erhaltung des irdischen Lebens und die Befriedigung der irdischen Bedürfnisse des Menschen und aller Geschöpfe sorgt Gott im Naturreich; für den Menschen jedoch nicht ohne dessen Zutun in Fleiß und Arbeit, durch Anwendung der ihm verliehenen Kräfte, (Ausübung) seines Berufs und durch Gebet. Bete und arbeite! (Lisco 57?)

Nach Savonarola sollen wir glauben, "daß, wenn wir einfach leben und uns nur mit den notwendigen Dingen begnügen, die wir heute verwenden können ..., Gott uns nicht in all dem, was unsere Kräfte übersteigt, wird verlassen können; wir können so das Herz vor viel Kummer bewahren und leichter über die göttlichen Wahrheiten nachdenken."
Der Prediger aus Florenz mahnt uns: "Lebt in Einfachheit und hört auf, euch mit dem Gedanken an morgen zu quälen; vertraut vielmehr auf den ..., der euch väterlich ermahnt: ,Suchet vor allem das Reich Gottes und seine Gerechtigkeit, und das übrige wird euch alles zufallen
´." (Vorwort zu: Einfachheit des christlichen Lebens)

Und Maria Ward versichert uns, daß Gott jedem alles gibt, was er zur Erfüllung seiner persönlichen Aufgabe benötigt.

10VO2D
GOTT REGIERT DIE WELT. "Die Wege des großen Gesetzgebers sind unerforschlich, denn sein ewiger Wille und Absicht ist die Segnung und Wohlfahrt aller Seiner Geschöpfe." (Sadhu Sundar Singh) Denen, die Gott lieben, gereicht alles zum Besten. (Römer 8,28)

"Das Böse, welches in der Welt ist und geschieht, ist und geschieht durch Mißbrauch des freien Willens..., nicht nach Gottes Willen, sondern nur unter göttlicher Zulassung; nach seiner Weisheit und Güte hindert er es oft …; oft läßt er es zu und wendet es zum Heile der Menschen, so den Kreuzestod Jesu Christi. Die Übel in der Welt gebraucht er teils als Strafgerichte über die Sünder, teils als väterliches Erziehungsmittel, teils als heilsame Prüfung des Glaubens." (Lisco 59)

Die hl. Gemma Galgani fragte den Herrn nach dem Warum des grausigen Weltkriegsgeschehens (Haindl 496. Vinzenzbrief). Die Antwort lautete sinngemäß: "Kriegs- und Notzeiten sind Zeiten der Barmherzigkeit Gottes, denn die Werke der Bösen werden abgekürzt, auch die Verwerfung hat ihre Abstufung; die Lauen werden erschüttert, denn Not lehrt beten; die Guten vollbringen heroische Werke der Barmherzigkeit, totale Einsatzopfer.

Gott "bewegt die Christen zu einem übernatürlichen Ziel hin" (Savonarola, S I 8), wobei er "für alles seine Zeit" hat (Maria Ward), doch ist "Vorsehung auch unser Mittun" (Haindl), was Katharina von Siena (Dialog, 148. Kapitel) wie folgt veranschaulicht: (Der Herr:)

"Und konnte ich nicht jedem alles geben? Gewiß; aber ich wollte, mittels der Vorsehung, daß einer sich vor dem andern demütige und damit sie gezwungen wären, die Liebe in Tat und Gefühl gemeinsam anzuwenden."

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