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ETIKA |
GRUNDWAHRHEITEN |
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10VO2 |
Die
Vorsehung |
Handbuch des einfachen Lebens, Kap. 13 |
10VO2A
"Der Wille Gottes ist nicht nur eine Forderung. Er ist auch ein
Wirken, Mitwirken. Alles, wozu Gott die Anregung gibt, hilft er auch
vollbringen." (P. Rudolf Haindl im 499. Vinzenzbrief) "Zur
Vorsehung Gottes gehört, daß er die Welt erhält und regiert." (Lisco
57)
10VO2B
"Der Schöpfer kennt jedes und alle Geschöpfe, und zwar in allen
ihren mannigfachen und aufeinanderfolgenden Zuständen, ihre Bedürfnisse,
Wünsche, Gedanken, Gebete, ihre Not, Schuld, Unschuld... die freien Handlungen
der Menschen erkennt er daher zuvor, w e i l sie geschehen werden, nicht
aber geschehen sie, weil er sie zuvor erkennt, wodurch die menschliche Freiheit
aufgehoben, in Notwendigkeit verwandelt und alles in einen Mechanismus, in ein
Uhrwerk verkehrt würde." (Lisco 27)
10VO2C
GOTT ERHÄLT DIE WELT. "Für die Erhaltung des irdischen Lebens und
die Befriedigung der irdischen Bedürfnisse des Menschen und aller Geschöpfe
sorgt Gott im Naturreich; für den Menschen jedoch nicht ohne dessen Zutun in
Fleiß und Arbeit, durch Anwendung der ihm verliehenen Kräfte, (Ausübung) seines
Berufs und durch Gebet. Bete und arbeite! (Lisco 57?)
Nach Savonarola sollen wir glauben,
"daß, wenn wir einfach leben und uns nur mit den notwendigen Dingen
begnügen, die wir heute verwenden können..., Gott uns nicht in all dem, was
unsere Kräfte übersteigt, wird verlassen können; wir können so das Herz vor
viel Kummer bewahren und leichter über die göttlichen Wahrheiten
nachdenken."
Der Prediger aus Florenz mahnt uns: "Lebt in Einfachheit und hört auf,
euch mit dem Gedanken an morgen zu quälen; vertraut vielmehr auf den..., der
euch väterlich ermahnt: ,Suchet vor allem das Reich Gottes und seine
Gerechtigkeit, und das übrige wird euch alles zufallen´."
(Vorwort zu: Einfachheit des christlichen Lebens) Und Maria Ward versichert uns, daß Gott jedem alles
gibt, was er zur Erfüllung seiner persönlichen Aufgabe benötigt.
10VO2D
GOTT REGIERT DIE WELT. "Die Wege des großen Gesetzgebers sind
unerforschlich, denn sein ewiger Wille und Absicht ist die Segnung und
wohlfahrt aller Seiner Geschöpfe." (Sadhu
Sundar Singh) Denen, die Gott lieben, gereicht alles zum Besten. (Römer
8,28) "Das Böse, welches in der Welt ist und geschieht, ist und
geschieht durch Mißbrauch des freien Willens..., nicht nach Gottes Willen,
sondern nur unter göttlicher Zulassung; nach seiner Weisheit und Güte hindert
er es oft, z. B. die Hinrichtung des Petrus; oft läßt er es zu und wendet es
zum Heile der Menschen, so den Kreuzestod Jesu Christi. Die Übel in der Welt gebraucht er teils als Strafgerichte
über die Sünder, teils als väterliches Erziehungsmittel, teils als heilsame
Prüfung des Glaubens." (Lisco 59)
Die hl. Gemma Galgani fragte den Herrn nach
dem Warum des grausigen Weltkriegsgeschehens (Haindl
496. Vinzenzbrief). Die Antwort lautete sinngemäß: "Kriegs- und
Notzeiten sind Zeiten der Barmherzigkeit Gottes, denn die Werke der Bösen
werden abgekürzt, auch die Verwerfung hat ihre Abstufung; die Lauen werden
erschüttert, denn Not lehrt beten; die Guten vollbringen heroische Werke der
Barmherzigkeit, totale Einsatzopfer." Gott "bewegt die Christen
zu einem übernatürlichen Ziel hin" (Savonarola, S I 8), wobei
er "für alles seine Zeit" hat (Maria Ward), doch
ist "Vorsehung auch unser Mittun" (Haindl), was Katharina von Siena (Dialog, 148. Kapitel) wie
folgt veranschaulicht: (Der Herr:) "Und konnte ich nicht jedem alles
geben? Gewiß; aber ich wollte, mittels der Vorsehung, daß einer sich vor dem
andern demütige und damit sie gezwungen wären, die Liebe in Tat und Gefühl
gemeinsam anzuwenden."