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ETIKA |
Philosophie |
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10WA4 |
Was ist wahr?
Gibt es Gott? Beweise |
27.1.2009.
Multilingual |
Wer erkennt die
Wahrheit: der Atheist – der Heide – der Christ? Jeder behauptet dies von sich.
Wer kann es beweisen?
Aktueller Exkurs: Mahatma Gandhi gab seiner
Autobiographie den Titel „Meine Experimente mit der Wahrheit“. Leo Tolstojs letzte
Worte lauteten: „Ich liebe die Wahrheit.“ Heute geht das allgemeine Streben in
eine andere Richtung.
Die meisten Fernsehzuschauer halten die Scheinwelt
des Bildschirms für wahr. Sie setzen ihr Vertrauen in:
· Moderatoren und
Nachrichtensprecher: Die Ergebnisse der Wahlen beweisen es, die am häufigsten
erwähnten Parteien werden gewählt.
· Schauspieler: Diese werden
vergöttert, wie die Illustrierten und die täglichen Gesellschaftsspalten der
Zeitungen beweisen.
· Werbung: Die im TV
angepriesenen Produkte, von Lebensmitteln bis zu Medikamenten, werden am
meisten gekauft.
Den TV-Süchtigen ergeht es
wie Mr. Augustus Bedloe in der Erzählung „Im
Felsengebirge“ von Edgar Allan Poe. Dieser Mann wird
infolge Morphiumkonsum und magnetischer Experimente
in die Vergangenheit entführt und um Gegenwart und Zukunft betrogen.
(Erzählungen. Winkler Verlag München, 1971, S. 370-383)
In ähnlicher Weise
verblendet, verwechseln viele Jugendliche Lärm mit Musik oder Drogen mit Glück.
Und viele Frauen bilden
sich ein, wenn sie mit schamloser Kleidung der Öffentlichkeit, eingeschlossen
Greise, Kinder, Verheiratete und Geistliche, ihre Paarungsbereitschaft
signalisieren, dann würden sie angebetet wie Divas. Sie merken nicht, daß sie in Wirklichkeit ihre Würde verlieren, sich zu
materiellen Sexualobjekten degradieren und der Verachtung der Anständigen
anheimfallen.
Was ist der Grund für
solche milliardenweise vorkommende Dummheit?
Die Menschen haben ihren
gesunden Instinkt verloren. Sie wissen Werte und Tugenden nicht mehr zu
schätzen. Diese sind ihnen ausgetrieben worden und werden tagtäglich zerredet
und lächerlich gemacht.
Weil überforderte
Wissenschaftler, undurchsichtige Politiker, Massenverführer, Profitsüchtige und
Betrüger die Welt immer komplizierter machen, hören geistig träge Menschen auf,
selbst nachzudenken, was richtig und was falsch, was wahr und was Lüge, was gut
und was böse ist. Sie sind ein gefundenes Fressen für die falschen Propheten
und das alles verschlingende Ungeheuer Leviathan.
Die einen lassen sich
prägen von guten Büchern wie von Reimmichl und Karl May, die anderen vom
Fernsehen. Jeder gestaltet sich so sein zukünftiges Leben selbst. Wer nicht mit
verschluckt werden will (siehe Darstellungen des Mittelalters), schiebe die
Ablenkungen beiseite, nehme sich Zeit und denke selbst.
Denke logisch, mit Scharfsinn, den du durch Lebenserfahrung sowie durch das Lesen
guter Bücher, auch der klassischen Kriminalromane, erwerben kannst! Nachstehend
unsere Aufgliederung des Themas mit Antworten. Ergänze, übe Kritik!
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Frage |
Atheist,
Aufklärer (A) |
Heide (B) |
Christ ( C) |
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I Warum die
Wahrheit suchen? |
Neugier; Suche nach dem Sinn des Lebens; Suche
nach Rechtfertigung, um gegen das Gewissen Dinge tun zu können, die Gott verbietet.
Suche nach Strategie, um zu überleben oder besser zu leben. |
Neugier; Suche nach dem Sinn des Lebens, nach höherer Offenbarung. Suche nach
Strategie, um zu überleben oder besser zu leben. |
Frage nach Gottes Willen, um ihn zu erfüllen. |
Anmerkung zu I C, Suche
nach Gottes Willen: „6 … gib mir alle Wege der Wahrheit. 7 Entferne von mir,
Herr, den ungerechten Geist und (den Geist) der bösen Gedanken. Und Hurerei und
Hochmut wende von mir ab. 8 Zeige mir, Herrscher, den heiligen Geist. Und Rat
und Weisheit und Erkenntnis und Stärke gib mir, 9 damit ich das dir
Wohlgefällige tue und vor dir Gnade finde und deine Worte … lobe, Herr.“ (Testament der 12 Patriarchen, Zusatz des MS
E zu TL 2,3a; Skriptum Apokryphen-Vorlesung, Brixen, 15.3.2007)
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Fragen |
Atheist, Aufklärer
(A) |
Heide (B) |
Christ ( C) |
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II Ist die
Wahrheit zu erkennen? Gibt es Gott? |
Der Mensch erkennt die Wahrheit, löst das
Welträtsel. (Kant, Cassirer) Gott gibt es nicht. Schopenhauer:
“Sobald Einer von Gott redet, weiß ich nicht wovon er redet.“ (Der handschriftliche Nachlaß,
hg. von Arthur Hübscher, München, 1985, IV, 2, S.
12, 37) Friedrich
Nietzsche: Gott ist tot. Umberto Eco:
„Die Wahrheit ist eine Erfindung,
es existiert nur das, was wir glauben.“ (Agnostiker,
hält Gott für nicht erkennbar, laut Kath. Sonntagsblatt, Bozen, 21.1.2007, S.
18) |
Es gibt Gott bzw. Götter. Sie sind die Wahrheit.
In ihnen liegt die Lösung aller Rätsel. Z. B. Bhagavadgita.
Tora der Juden. Koran. Die Wahrheit ist gefährlich, ja tödlich. Friedrich
Schiller steht zwischen den Lagern. Er warnt mit seinem Gedicht „Das
verschleierte Bild zu Sais“ vor Erkenntnis der Wahrheit. Ein Jüngling fällt
ohnmächtig zu Boden, als er die Wahrheit erblickt. M. K. Gandhi:
“Ich halte es für falsch, Sicherheiten in dieser Welt zu erwarten, |
Es gibt Gott. Er ist die Wahrheit. In ihm liegt
die Lösung zu allen Rätseln. Jesus Christus: „Ich bin der Weg und die
Wahrheit und das Leben“. Albert
Schweitzer: „Wahrheit im höchsten Sinne ist, was im Geiste Jesu ist.“ (Geschichte der Leben-Jesu-Forschung,
Verlag J. C. B. Mohr, Tübingen, 1906, 6. Auflage 1951,S. XVIII, zit. im 25.
Rundbrief für den Freundeskreis von Albert Schweitzer, Heidenheim, 14.1.1965,
S. 72) Es kann nur eine Wahrheit geben, sagt der
Christ. (Siehe unten Leserbrief aus Karneid.) |
II A
“Ernst Cassirer affirmait que “l´idée fondamentale et commune à tous les courants de Lumières” (des
sciences naturelles à la morale, de la philosophie, de la religion à l’histoire,
du droit à la politique) se
trouve dans “la conviction que l´intelligence est capable,
sans recourir à la moindre
aide surnaturelle, de comprendre
le système du monde, et
que cette nouvelle
comprehension aurait conduit à une
nouvelle manière de le dominer”.
(E. C., “Enlightenment”, dans Encyclopedia of the Social
Sciences, New York, 1931, pp. 547 – 552)
La notion de domination sur le monde découlait tout naturellement pour Cassirer de la célèbre répons(e?)
de Kant à la demande
“quest-ce que les Lumières?”. “Les Lumières
sont la sortie de l’homme
de l’immaturité qu’il doit à lui-même. L’immaturité (Unmündigkeit) est l’incapacité de se server de la raison sans la conduite d’autrui”. (Immanuel Kant, “Beantwortung der Frage: Was ist Aufklärung?” (décembre 1784), dans Kants
gesammelte Schriften VIII, Berlin-Leipzig, 1923, pp 33-42, surtout
p. 35.)
cit. de: Adalberto Mainardi:
La Philocalie et les Lumières,
in: Irénikon, Revue des Moines de Chevetogne,
Belgique, No. 2-3/2006, p.
229)
„Perché
non c’è il
nulla? Questa celebre domanda di Leibniz… Rispetto a Parmenide
o a Platone, noi non ci siamo avvicinati
di un centimetre a una qualsiasi soluzione
verificabile dell’enigma della natura – o dello scopo, se ce n’è uno
- della nostra esistenza in
questo universo probabilmente multiplo, alla determinazione della definitivività o meno della morte
e alla possible presenza o assenza di Dio.
…In ultima analisi, comunque, non andiamo da nessuna parte. … Per quanto riguarda
… la summa di Tommaso, il voodoo e Plotino sulle amanazioni …, comunicano miti …Non producono alcuna prova. … La scienza non può dare alcuna risposta alle questioni
quintessenziali …Wittgenstein
la ha sottolineato con insistenza.
La scienza può soltanto negarne la legittimità.” (George Steiner: La grande
sconfitta. Religione, filosofia e scienza hanno fallito.
L’enigma della
vita e di Dio resta lo stesso. Corriere della Sera,
Milano, 8 marzo 2007)
Ecco, die heutige Wissenschaft
kann anscheinend nur negieren, etwas verneinen, aber die Wahrheit nicht
ergründen. Deshalb braucht es den Glauben, und den kann man verlieren. Denn ich
glaube, dass Gott ihn jedem Menschen bei der Geburt geschenkt hat. Deshalb ist der
Untertitel im „Corriere“ falsch. Nur Philosophie und
Wissenschaft haben versagt. Die Religion kennt ja die Wahrheit. Und Gott
enthüllt sich dem, der an ihn glaubt, weil er es liebt, wenn seine Kinder
demütig sind; erst beim Jüngsten Gericht wird er sich allen offenbaren. Was die
Dämonen und Verdammten wissen, die Philosophen und Atheisten sind die letzten,
die es nicht wissen.
Dies ist die Kapitulation:
Wir wissen nichts.
Aber Schopenhauer täuscht
das Gegenteil vor. Im Winter 1824/25 sagte er mit höhnischem Gelächter zu
Tieck: „Was? Sie brauchen einen Gott?“ (Karl
v. Holtei, Nachlese, Erzählungen und Plaudereien, 1.
Bd., Breslau, 1870, S. 42f)
„Schopenhauer war als
Philosoph der erste eingeständliche oder unbeugsame
Atheist, den wir Deutschen gehabt haben.“ (Friedrich
Nietzsche, Die fröhliche Wissenschaft, V, § 357)
Schopenhauer dachte
wenigstens etwas, wenn auch das Falsche. Aber heute plappert die halbe
Menschheit nach, was ihnen beim Fernsehen vorgespielt wird. Barbara Karlich, ORF-Journalistin: „Den lieben Gott gibt es nicht.“
(„Dolomiten“, 2.3.2007, Schorsch Schauer)
II
C
„Die
Philosophisch-Theologische Hochschule Brixen organisiert … eine Vortragsreihe
zum Thema „Der Wahrheitsbegriff in den asiatischen Religionen“. … Doch in einem
Irrtum ausgerechnet die Wahrheit zu suchen, scheint gewiss eine sonderbare
Vorgangsweise zu sein. Die Logik impliziert nämlich, dass zwei widersprüchliche
Aussagen nicht beide gleichzeitig wahr sein können. Widersprechen sich also
mehrere Religionen in zentralen Punkten, kann n ur eine davon der Wahrheit
entsprechen. Dass nun gerade dem Christentum diese Gnade zukommt, lässt sich
beweisen durch die Wunder, durch die sich Gott gewürdigt hat, dem
Menschengeschlecht die alleinige Wahrheit des Glaubens an Jesus Christus zu
offenbaren. (Leserbrief von Egon Falser, Karneid, „Dolomiten“,
22.2.2007)
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Frage |
Atheist,
Aufklärer (A) |
Heide (B) |
Christ ( C) |
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III Mit
welchen Methoden ist die Wahrheit zu erkennen? |
Mensch erkennt Wahrheit aus eigener Kraft mit
Vernunft = Ratio |
Beschwörung: Anrufung der Götter nach alter
Tradition |
Gott hat uns aus Gnade die Wahrheit offenbart.
Wir sollen auf seine Stimme hören. |
III C
“… explique
Nicodème (l’Hagiorite): “la
prière continuelle à notre Seigneur Jésus Christ Fils de Dieu,
je veux dire, pas simplement par l’intellect … mais après avoir tourné l’intellect tout entire vers l’homme
intérieur… dans la profondeur meme du Coeur. Ils invoquent le très saint nom du Seigneur et recherchent sa miséricorde, attentifs auxs mots nus
de la prière et à eux seuls“ (Dobrotoljubie, Moscu 1793, Bucarest 1994)
cit. de: Adalberto Mainardi:
La Philocalie et les Lumières,
in: Irénikon, Revue des Moines de Chevetogne,
Belgique, No. 2-3/2006, p.
245)
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Frage |
Atheist,
Aufklärer (A) |
Heide (B) |
Christ ( C) |
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IV Ist die
Wahrheit zu beweisen? |
Kein Beweis. Nichts. Schopenhauer stellt
überall nur Elend und Ungerechtigkeit fest, sieht nirgends eine Verbindung zu
einem Weltplan. Innere Stimme
wird zum Verstummen gebracht. |
1 ) eine innere Stimme (siehe rechts) 2 ) persönliche Erfahrungen. Gott erhört
Gebete. Also existiert er. 3 )
Erkenntnis von Bruchstücken der
Gerechtigkeit auf Erden. Dem Frommen geht es gut. Bsp.: David besiegt den
Philister Goliath, der vergeblich seine Götzen anruft. 4 ) Hoffnung
auf Gerechtigkeit im Jenseits |
Der Christ
verfügt über folgende Beweise: 1 ) die innere Stimme, die
jedem sagt: Tu das Gute, laß das Böse = Gewissen.
Daraus folgen a) die Liebe zum Guten mit der
Hoffnung auf Belohnung, b) Erschrecken über die schlimmen Folgen des Bösen
mit der Furcht vor Bestrafung. 2 ) Das Hören
auf Gottes Boten enthüllt seinem
Geist die Wahrheit: Heilige Schrift, Gottesdienst, Leben der Heiligen 3 ) Die persönliche Erfahrung bestätigt: Gott lebt, regiert, hilft,
richtet. Wie Franziskus die Spuren Gottes überall in der Natur erkannte, kann
jedermann der Liebe, Gerechtigkeit und Strenge Gottes auf Erden nachspüren.
Nicht wenige Menschen machen die Erfahrung, dass Gott sie für jede Sünde
bestraft. Güte wird belohnt. Gott
erhört Gebete. Also existiert Er. 4 ) Beobachtung der Umgebung,
der Zeitgenossen bestätigt manchmal die Richtigkeit der biblischen
Offenbarung. Erschreckende Gesichtsdiagnose. 5 ) Der Lauf der Welt. Nachrichten von Ereignissen
enthüllen die Wahrheit. Musterbeispiele: Die neuen Gleichnisse von P. Franz
von Ehmig, ähnliche Geschichten von Kist, Pasquali und Keller über
die göttliche Gerechtigkeit in zwei Jahrtausenden. 6 ) Kunst, Literatur, Musik
rühren an unsere göttlichen Saiten, enthüllen uns höhere Welten. Ebenso wie
manche Geschehnisse im Leben rühren Gedichte, Erzählungen, Romane so an unser
Herz, daß uns Zusammenhänge mit der überirdischen
Welt bewußt werden. Es kann sich dabei um Dinge
handeln wie Selbstlosigkeit, Barmherzigkeit, Ehrfurcht, Opfer, Liebe, Tod,
Schönheit (der Schöpfung, Werke der Kunst, Musik). 7 ) Gott
selbst enthüllt allen die Wahrheit im Tod
und beim Jüngsten Gericht |
IV B
3 ) Jude: „6 I went
out to meet the foreigner, and he cursed me by his idols. 7 But I, drawing his
sword from him, beheaded him and removed shame from the sons of Israel.” (Davids Kampf gegen den
Philister Goliath; Non-Masoretic Psalms, Psalm 151;
11Q5, LXX, Peshitta; Fund aus Qumran,
Skriptum Apokryphen-Vorlesung, Brixen, 22.3.2007)
IV C
3 ) Der hl. Toribius von Astorga predigte in Palencia
gegen den Irrglauben der Priszillianisten, „und als
diese das Wort Gottes verachteten, stieg er auf einen hohen Hügel und bat Gott
unter Tränen, er möge sie bestrafen, und in dem Moment trat der Fluß Carrión über die Ufer,
erreichte die Stadt und zerstörte einen Teil von ihr“ (Enrique Campuzano Ruiz: Der Heilige Toribius von Liébana, Gobierno de Cantabria, 2006, S.
14)
Ein Mann aus La Serna, der keine Kinder bekommen konnte: „Kraft der Fürsprache
und der Verdienste des Heiligen Toribius schenkte
Gott ihm einen Sohn.“ Als der Sohn in den Fluss fiel und ertrank, betete seine
Mutter inständig zum hl. Toribius, und er wurde
wieder auferweckt. (aaO S. 23)
Andere Beispiele aus der übersinnlichen Welt
stehen in dem Buch „Tras los pasos
de la Virgen” von Ma Ascensión Herrero
Gracia und Fernando Lecina. ISBN 978-1-4251-4175-2. www.trafford.com/07-1726
5 ) „Denn erhaben ist der Herr
und furchtbar, der große König über alle Welt.“ (Franziskus von Assisi: Offizium vom Leiden des Herrn, Psalm VII,
Vesper) „Sprecht zu Gott: Wie schreckenerregend sind Deine Werke, Herr.“ (Psalm
X, Terz) „Deine Rechte, Herr, zerschmettert den Feind; und mit Deiner Hoheit
Macht stürzt Du meine Gegner.“ (Psalm XIV, Matutin
Advent)
6 ) Schriftsteller und
Dichter, die von Gott reden: Dante, Lesskow, Dostojewski, Karl May, Reimmichl, so viele
Spanier
|
Frage |
Atheist,
Aufklärer (A) |
Heide (B) |
Christ ( C) |
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V Was bringt
die Erkenntnis der Wahrheit? |
Keinerlei
Hoffnung auf gütiges Prinzip, sondern Verzweiflung
wegen des allgemeinen Elends, wie bei Schopenhauer. Giacomo Leopardi:
„Alles ist böse.“ A1 tut das
Böse selbst. A2 hat
unerklärliche Gewissensbisse und empfindet, daß
ethisches Handeln notwendig ist, weil es Vorteile bringt. Natürlich geht das
nur eine Weile. Denn auch in der Brust des Atheisten tobt der Kampf bis zum Ende. |
Hoffnungsschimmer. Vorstellung vom Jenseits,
von Himmel und Hölle bei Juden, Moslems, Hindus, aber nur Fragmente, ungenau
und zum Teil falsch, mit diabolischen Einflüssen |
Sichere Hoffnung auf Gerechtigkeit im
Jenseits. Die ganze Welt ist für den Christen ein Buch, in dem er lesen kann. Er sieht das
Leid, um es zu lindern, und das Böse, um es zu bekämpfen. Er weiß, dass
der Gute im Himmel belohnt und der Böse in der Hölle bestraft wird. |
|
Im Augenblick
des Todes: |
Zweifel, Furcht. Bestsellerautor Johannes Mario Simmel, gestorben am
1.1.2009: „Ich habe gelegentlich schreckliche Angst davor, dass es nach dem
Tod weitergehen könnte. Wenn ich gestorben bin, dann soll verflucht noch mal
Schluss sein.“ (NWZ 3.1.2009) |
Vage Hoffnung |
Sichere
Hoffnung. Als Beispiel nennen wir den sterbenden Lorenzo dei Medici: Als einziger unter
allen Anwesenden gab er „keinerlei Zeichen des Schmerzes, der Verwirrung oder
Trauer, und er bewahrte bis zum letzten Atemzug die gewohnte seelische Kraft,
Standhaftigkeit, Ausgeglichenheit und Würde“. „Am Ende blickte er auf ein
silbernes Kruzifix …, und im Sterben küßte er es.“ (Angelus Politianus
Iacobo Antiquario S. D.,
Da Prosatori Latini del Quattrocento, Torino, 1977,
pp. 886-901, siehe unten) |
V A und C
Alles ohne Sinn? Nietzsche: „Indem wir die christliche Interpretation dergestalt von uns
stoßen…, kommt auf furchtbare Weise die Schopenhauersche Frage zu uns: hat denn das Dasein überhaupt
einen Sinn?“ (Die fröhliche Wissenschaft,
V, § 357)
A2: Normen, um besser zu leben. Stefano Moriggi über
das Buch „Il male“ von Edoardo Boncinelli: „Normen
und Werte sind Instrumente, die uns erlauben, nicht nur zu überleben, sondern
besser zu leben“. („norme e valori sono strumenti che ci consentono
non solo di sopravvivere, ma
di vivere meglio.“ (Corriere della Sera, 27.3.2007, S. 45)
Nietzsche erkennt keinen
Sinn, Tiere schon
Schopenhauer war laut
Nietzsche „der erste eingeständliche und unbeugsame
Atheist, den wir Deutschen gehabt haben“. Nietzsche spricht von „Schopenhauer
mit seinem Pessimismus“ (Die fröhliche
Wissenschaft, V, § 357) Nietzsche hat die Kenntnis nicht:
„Die Natur ansehn, als ob sie ein Beweis für die Güte und Obhut eines
Gottes sei, (Anmerkung ETIKA: sie
spiegelt seit dem Sündenfall den Kampf zwischen Gut und Böse wider)
die Geschichte interpretieren zu Ehren einer göttlichen Vernunft, als
beständiges Zeugnis einer sittlichen Weltordnung und sittlicher Schlußabsichten (Anm.
ETIKA: die Bösen dürfen sich austoben, damit die Guten im Kampf mit ihnen
wachsen und am Ende mit Gottes Hilfe das Böse besiegen);
die eignen Erlebnisse auslegen, wie sie fromme Menschen lange genug ausgelegt
haben, wie als ob alles Fügung, alles Wink (…?) Heil der Seele zuliebe
ausgedacht und geschickt sei: das ist nunmehr vorbei, das hat das Gewissen
gegen sich, das gilt allen feineren Gewissen als unanständig, unehrlich, als
Lügerei, Feminismus, Schwachheit, Feigheit… (Anmerkung
ETIKA: das hat eben nicht mein Gewissen gegen sich, sondern mein Gewissen sagt,
dass es so ist; der Grund: mein Gewissen ist ein anderes wie das von Nietzsche,
ich habe mich Gott unterworfen und meine Sündhaftigkeit erkannt, er will dies
nicht tun) “ (ebenda)
Hat das Leben also einen
Sinn für den, der nicht an Gott glaubt? Diese Erkenntnis entspricht dem Nichts,
bringt niemanden weiter.
Demgegenüber erkennen
Tiere einen Sinn: Delphine helfen einander, ein Hund liebt seinen Herrn.
Also besteht in allen der Wille zum Guten, die
Sehnsucht nach dem Guten, höheren Gütern, dem höchsten Gut. Gott allein ist das
Gute, alles Gute, sagt Franziskus von Assisi. Aber das Böse ist da, es ist „wie
ein störender Mißlaut in jene Harmonie eingedrungen“ (Joseph Görres in seiner Darstellung des
heiligen Franziskus, zitiert von Achim von Arnim, in: Gotthard M. Teutsch (Hrsg.): Da Tiere eine Seele haben, Kreuz-Verlag
Stuttgart, 1987, S. 62).
Zurück zu Gott als
einzigem Ausweg. Alles strebt zu Gott, meint Dostojewskijs
Starez Sossima.
Aber nicht alle, des
Teufels Kinder streben zu ihrem Vater.
Es bleibt die Erfahrung:
Die Philosophen wollen Gott nicht erfahren, sie verschließen sich seiner Güte,
seiner Größe, seinem Anspruch auf Gehorsam und Unterwerfung und Leben nach
Seinen Geboten.
Dies kann dazu führen, daß sich der Ungläubige mithilfe seiner Phantasie eine
Wahrheit erfindet wie der schon erwähnte Edgar
Allan Poe. Weil er nicht glaubt, versteht er
nicht und flüchtet sich in Nebelgebilde, und so ist für ihn „die Wahrheit wiedereinmal seltsamer als alle Erdichtung“ (Im Felsengebirge, 383). Sein Biograph John
O. McCormick nennt ihn „verdreht“: „Die äußeren Tatsachen seines Lebens
widersprechen der Legende des ,poète
maudite´, des Dichters, auf dem ein Fluch lastet; die
inneren Tatsachen allerdings, welche wir in seinen Werken finden, sprechen
dafür.“ (Edgar Allan
Poe: Erzählungen, Winkler Verlag München, S. 748)
Trost vermittelt hingegen
der Bericht über das Verscheiden des Florentiners Lorenzo di Medici: „Sic scilicet unus ex omnibus ipse nullam
doloris, nullam perturbationis, nullam tristitiae significationem dabat. … Postremo sigillum crucifixi argenteum margaritis gemmisque magnifice adornatum defixis usquequaque oculis intuens identidemque deosculans expiravit.“ (Angelus Politianus Iacobo Antiquario S. D. – Angelo Poliziano
a Jacopo Antiquario, Da: Prosatori Latini del Quattrocento, Torino, 1997, pp. 886-901)
Fallbeispiel Scheidung:
Atheist – Christ (ein erfundener Fall, man könnte die Rollen auch vertauschen)
Wäre der Christ N Atheist,
würde er seine ihm – wie er vermutet – untreue und ungehorsame Frau sofort
verlassen und eine andere heiraten. Aber jemand hat N ein Pflichtgefühl ins
Herz gesät und sagt ihm: „Du hast ihr versprochen, ihr ein Leben lang
beizustehen. Und deine Kinder würden an deinem schlechten Beispiel verzweifeln
und selber keine eigene Familie gründen, wenn sie sehen, dass eine solche Ehe
in Scheidung endet.“ Der Atheist hat solche Hemmungen nicht und läßt sich bedenkenlos scheiden, wie das furchtbare Beispiel
Sowjetunion gezeigt hat. Bei dem Christen N kommt hinzu, daß
er mit der ihm unausweichlich erscheinenden Scheidung bzw. Annullierung wartet
aus Furcht vor der Strafe Gottes und der ewigen Verdammnis.
Gäbe es also Gott nicht,
hätte er keine Furcht vor Scheidung und Strafe. Trotzdem hätte er die
Pflichtgefühle gegenüber Frau und Kindern, eine Art Mitleid. Erstaunlicherweise
hat sie auch der kommunistische Atheist. Denn woher kommt dieses Mitleid? Man
kann drei Begriffe gleichsetzen: Mitleid = Barmherzigkeit = das Gute. Es ist
da, überall, auch im Atheisten (nur handelt dieser nicht danach), genauso wie
das Böse, wie Gott und Teufel. Der Mensch kann und muß
wählen, und in ihm ist die Stimme, die sagt: Wähle das Gute, warte auf Gottes
Entscheidung, er hilft dir. Woher kommt die Stimme? Von Gott. Man muß nur auf die Stimme im Innern hören und sie nicht zum
Verstummen bringen oder bringen lassen. Dann werden alle Probleme gelöst.
Am Ende des Artikels
stellen wir die Frage:
Wer hat gesiegt?
· Atheismus und Aufklärung,
denen es nicht gelungen ist, alles zu erklären (Schopenhauer, Nietzsche und Kollegen:
Überall Nichts, Chaos), und die dem Menschen die Hoffnung auf ein besseres Leben im Jenseits rauben?
· die Heiden und Juden mit
ihren bruchstückhaften, verwirrenden
Kenntnissen der Wahrheit?
· die christliche Religion,
die 1. alles mit der göttlichen Liebe
und Gerechtigkeit sowie dem freien Willen des Menschen erklären kann (siehe den
Roman von Vicente F. Delmonte: Jedem nach seinen
Taten, 2007), die 2. das Welträtsel löst, indem sie die Sünde und ihre
Folgen für die Unordnung verantwortlich macht, die 3. dem Menschen Hoffnung macht auf Erlösung (siehe das „Himmels-Abc“ von Rainer Lechner,
2008)?
Wähle selbst! Wer aber zum Abschluß lieber einen
unverbindlichen praktischen Ratschlag wünscht, der höre auf Pallada
Alessandrino (IV. – V. Jahrhundert n. Chr.):
„Viel schwätzest du,
Mensch, während sie dich in kurzer Zeit in die Erde stecken. Schweige, und übe
dich, solange du noch lebst, im Nachdenken
über den Tod.“ (Antologia
Palatina, XI, 300)
Dazu zwei Empfehlungen:
Daniello
Bartoli (1608-1685): Vita di S. Francesco Borgia (1681). Prose scelte di Daniello Bartoli e Paolo Segneri,
Torino, 1967, pp. 388-394 (am Schluß des Artikels
21SE4)
Girolamo Savonarola: Über die Kunst, gut zu sterben.
Dank an M. F. für viele klassische Texte mit den damit verbundenen
geistigen Herausforderungen.
P. S. 20.1.2009
Bei G. K. Chesterton
finden wir unsere These bestätigt:
Father Brown spricht in der Geschichte „Das Auge Apollos“ „von jenen neuen
Religionen, die einem die Sünde vergeben, indem sie erklären, daß man überhaupt nicht gesündigt hat.“ (Father Browns Einfalt. Haffmans Verlag Zürich, 1999, S.
212)
Ebenso berichtet er in „Die
falsche Form“ von einem Mann, der „meinte, daß er
sich selbst genüge wie der Kosmos und daß er weder
einen Gott brauche noch irgendwelche Sünden anerkenne“. (aaO
S. 152)
Die Sünde also ist der
zentrale Begriff für alles Negative und alles Chaotische.
P. S. 30.1.2009
Vertrauen wir auf Gott.
Wie der Krokus durch die Schneedecke, so bricht die Wahrheit überall durch das
Lügengespinst Satans und seiner Diener. Geistliche, Lehrer, Schriftsteller, Journalisten
und Wissenschaftler, etwa Historiker, sind die Hüter der Wahrheit. Wenn sie
sich einspannen lassen für bestimmte politische Richtungen, verstoßen sie gegen
ihre Berufsethik. Sie werden sich dafür verantworten müssen-