ETIKA

Kirche

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14CST10

Zum Glück lebt noch die echte Kirche

13.3.2008

Zum Glück lebt noch die echte Kirche, nicht zuletzt in den Orden und in den Herzen der Gläubigen. Jeder spürt es: Der Heilige Geist weht. Noch immer werden der Leib und das Blut Christi den Gläubigen gereicht. Gehen wir deshalb getrost in die Zukunft!

Vicente F. Delmonte schreibt in seinem Buch „Jedem nach seinen Taten“ (Münster, 2007, S. 249):

„Gäbe es nicht noch viele fromme Ordensleute und Pfarrer sowie viele, viele einfache Christen, die an der Wahrheit der Bibel und der Überlieferung festhalten und mit ihrem Gebet und Opfer das Allerschlimmste aufhalten, wäre die Welt wohl schon untergegangen.“

Wie im vorhergehenden Artikel „Amtskirche enttäuscht“ zuletzt zitiert aus dem Brief des Franziskus an die Gläubigen, müssen wir vor den Priestern Achtung haben. Deshalb zitieren wir einige Abschnitte aus dem Buch von P. Franz Ehmig: Neue Gleichnisse:

Der Priesterstand ist ein ehrenwerther Stand.

In Aegypten und in den heißen Ländern Afrikas leben giftige Schlangen.

Besonders aber lebt im Nil, im Ganges, im Euphrat und in andern Flüssen Afrikas ein großes gefräßiges Ungeheuer, das Krokodil. Eben dort wohnt auch der Ibis, ein Vogel von der Größe und Art des Storches. Dieser tödtet die Schlangen, und sucht die Eier des Krokodils auf, welches sie in den heißen Sand legt und von der Sonne ausbrüten läßt, säuft sie aus und vernichtet diese Ungeheuer, ehe sie noch zum Dasein gelangen. Dies Vogel ist ein Wohlthäter jener Länder, Jedermann liebt ihn dieses Nutzens wegen, Niemand verfolgt oder tödtet ihn, ja die alten Aegypter verehrten ihn wie einen Gott und balsamierten ihn ein. Diese abgöttische Verehrung zeigt, daß man den Vogel seines großen Nutzens wegen schätzte. Nun was ist der Schaden, welchen eine Schlange oder ein Krokodil anrichtet, gegen den Schaden einer Sünde, welche zeitliche und ewige Strafen nach sich zieht.

Was ist also der Nutzen des Ibis gegen den unberechenbaren Nutzen für Zeit und Ewigkeit, welchen der Priesterstand erzeugt, da seine ganze Thätigkeit, das Predigen, die Christenlehre, der Beichtstuhl, die Seelsorgeführung auf Unterdrückung und Ausrottung der Sünde berechnet ist. Wenn man einen nützlichen Vogel ehrt, ist es wohl zu viel, wenn Christus verlangt, daß man die Priester ehre? Er sagt ja ausdrücklich: Wer euch ehret, ehret mich; wer euch verachtet, verachtet mich! (S. 53)

Nothwendigkeit des Priesterstandes.

Die Trüffel riecht bisamartig und wird als Leckerei gegessen; sie findet sich unter dem Boden neben den Wurzeln der Bäume; die unter Eichen wachsenden sind die besten. Um sie aufzufinden, genügen des Menschen stumpfe Sinne nicht; man bedient sich des feinen Geruches der Hunde, und läßt sie durch Pudel aufsuchen. So köstlich die Trüffel für den Gaumen, so beseligend sind die himmlischen Religionswahrheiten für die Seele. Aber die Menschen würden weder diese Wahrheiten finden, noch ihren Sinn entdecken, wenn es keine Priester gäbe, welche Christus ganz eigens dazu bestellt hat, das Volk zu lehren und die Religion zu erklären. Ohne Priester würde alle Religionskenntniß in einigen Generationen wieder vergessen sein. (S. 53f)

Die Priester werden von Lasterhaften gehaßt.

Die Priester müssen gegen Sünde und Laster predigen (Anmerkung: viele Gläubigen können sich anno 2008 nicht erinnern, so etwas gehört zu haben; wo dies nicht der Fall ist, ist auch nicht die Kirche Christi); das regt das Gewissen auf und versetzt die Lasterhaften in einen unbehaglichen Zustand; besonders, da sie sich zu bessern weder den Willen noch den Muth haben; deshalb hassen sie den Priester. Es geht diesem, wie dem Spiegel, der dem eitlen Mädchen, das gerne für schön gelten möchte, ein bockennarbiges, altes, häßliches Gesicht zeigt; das Mädchen wendet sich mit Zorn von dem Spiegel weg, oder zerschlägt ihn wohl gar, als wäre er der Schuldtragende. (S. 54)

Die Priester sind die Herolde Gottes und verlangen Unterwürfigkeit.

Als ein persischer König Griechenland erobern wollte, schickte er Herolde an die griechischen Staaten und verlangte ihre freiwillige Unterwerfung und als Zeichen derselben begehrte er Erde und Wasser aus ihrem Lande; die seine Herolde beschimpften, züchtigte er auf’s Härteste, nachdem er sie mit Waffengewalt unterjocht hatte. Die Herolde Gottes und des Erlösers sind die katholischen Priester; durch sie läßt uns Gott auffordern, Ihm zu dienen. Als Zeichen unserer freiwilligen Unterwerfung und Dienstbarkeit verlangt Er von uns, daß wir die Taufe empfangen, das Wort Gottes hören, dasselbe glauben, dem heiligen Meßopfer beiwohnen, die Gebote Gottes und der Kirche halten. Verachtung der Priester sieht Gott als Verachtung seiner selbst an. (S. 54)

Der katholische Priester muß auf Gehässigkeit der Menschen gefaßt sein.

Der katholische Priester muß als Sittenprediger tadeln, warnen, zurechtweisen. (Anmerkung: Ein Priester, der dies nicht tat, erklärte Laien, die dies für ihn taten, für geisteskrank. Ist ein solcher Geistlicher vor den Augen Gottes noch ein Priester Seiner heiligen Kirche?) Die Getadelten schämen sich, zürnen ihm öffentlich oder heimlich, reden ihm Uebles nach und verfolgen ihn. Es geht ihm wie im Sommer den Mägden des Landmannes, welche aus den jungen Getreiden das Unkraut und namentlich die Disteln ausreiten müssen; sie tragen manchen Stachel in ihren Händen davon, der ihnen das Zugreifen und Arbeiten erschwert und schmerzlich macht. (S 54)

Der katholische Priester ist wegen des Religionsunterrichtes der Unterstützung würdig.

Sokrates unterwies die griechische Jugend in der Tugend. Er wurde in’s Gefängnis gesetzt, weil er die Götter verachte. Der Rath verurtheilte ihn zum Tode, doch mit der Begünstigung, die Todesart selbst zu wählen. Da sprach Sokrates: Da ich mein Leben in dem steten Bemühen zugebracht habe, die Jugend des Vaterlandes zur Tugend zu erziehen, dafür glaube ich nicht weniger verdient zu haben, als die olympischen Sieger, die lebenslänglich auf öffentliche Kosten im Prytaneum erhalten werden. Ein noch größeres Verdienst um die Jugend erwirbt sich der katholische Priester, welcher die Jugend zu Gott führt und tugendhaft erzieht durch seinen Religionsunterricht. (S. 54)

Priesterhaß und Verfolgung zieht Strafe Gottes nach sich.

Der Bischof von Paris hielt sich am Hofe Ludwigs VI. auf und vernachlässigte seine Diözese. Durch die Reden des heiligen Bernard erwachte sein Gewissen, er zog sich zurück und widmete sich ganz seinem Bisthume. Ludwig, der einen gebieterischen, jähzornigen Charakter besaß, und diesen Bischof mit Gunstbezeugungen überhäuft hatte, um ihn an seine Person zu fesseln, zürnte ihm und verwandelte seine Freundschaft in Haß, verursachte ihm immerwährend Verdrießlichkeiten und verfolgte ihn mit immer wachsender Leidenschaftlichkeit. Einige Geistliche, deren Unzufriedenheit der Bischof durch Einführung einer strengen Kirchenzucht erregt hatte, trugen dazu bei, den König gegen ihn aufzubringen und es gelang ihnen endlich durch Ränke und falsche Berichte, daß ihr Bischof der weltlichen Obrigkeit ausgeliefert wurde, die ihn seiner Güter beraubte.

Bis dahin hatte der Bischof Alles mit Geduld ertragen; aber er glaubte, die Güter seiner Kirche nicht der Willkür der weltlichen Macht überlassen zu dürfen und nachdem er sich vergeblich in Gegenvorstellungen und Drohungen erschöpft hatte, schleuderte er den Bann auf die Person des Königs und zog sich nach Sens zu seinem Erzbischof zurück. Die zwei Prälaten begaben sich mit einander nach Citaux, wo damals das Generalkapitel der Aebte des Ordens versammelt war. Sie setzten ihre Beschwerden der ehrwürdigen Versammlung auseinander und baten um ihren Beistand und Schutz gegen die widerrechtlichen Anmaßungen des Königs von Frankreich. Das Kapitel erwog reiflich die Sache des Bischofs von Paris und fand sie gerecht. In Folge dessen wurde beschlossen, im Namen aller Aebte ein Schreiben durch den heiligen Bernard an den König zu senden. Der König ward durch die Bitten und die Festigkeit der Aebte gerührt, auch fürchtete er, der Pabst möchte den Bannfluch des Bischofs bestätigen; darum versprach er, das geraubte Kirchengut herauszugeben.

Indessen dauerte diese gute Gesinnung nicht lange und hatte keine Wirksamkeit, denn der Pabst hob den Bannstrahl auf. Der König, der sich in einer Sache, die der Pabst nicht bestrafte, Nichts vorwerfen zu müssen glaubte, überließ sich auf’s Neue dem ungerechten Rachegefühle gegen den Bischof von Paris, ließ das Kirchengut nicht ausfolgen und gab den lebhaften Vorstellungen der Aebte kein Gehör. Der heilige Bernard unterrichtete den Pabst von dem Zustande der Verhältnisse. Diese Hartnäckigkeit wurde dem König verderblich.

Der heilige Bernard sprach eines Tages mit der Kühnheit eines Propheten zu ihm:

Sie haben durch Verachtung der Bitten der Geistlichkeit den furchtbaren Gott hintangesetzt! Wohlan, erwarten Sie die Strafe, die Ihr Verbrechen verdient; Ihr ältester Sohn wird Ihnen entrissen werden, er wird eines jähen Todes sterben!

Dieser Prophezeiung folgte das vorhergesagte Ereigniß bald nach. Philipp, der Nachfolger Ludwigs VI., der bereits zum König gesalbt worden war und für seinen Vater und für ganz Frankreich ein Gegenstand der Liebe und gerechter Hoffnungen war, starb in Folge eines Sturzes vom Pferde im Jahre 1131. Zwei Jahre nach der ausgesprochenen Prophezeiung machte der junge Prinz, der damals ungefähr sechzehn Jahre alt sein mochte, einen Spazierritt in eine Vorstadt von Paris. Plötzlich warf sich ein Schwein dem Renner in den Weg; dieser schlug wild um sich, schleuderte seinen Reiter an einen Eckstein und erstickte unter dem Gewichte seines Körpers. Man brachte den halbtodten Prinzen in ein benachbartes Haus; beim Anbruch der Nacht gab er seinen Geist auf. Was die Verzweiflung des Vaters, der Mutter und ihrer Freunde anbelangt, so ist keine Feder fähig, dieselbe zu beschreiben. Dieß war die Strafe Gottes für die gehässige Verfolgung des Bischofs von Paris. (S. 55f)

(Kommentar ETIKA: Wohlan, auch das ist die echte Kirche Christi, die wir meinen. Sie lebte im hl. Bernhard, und sie lebt noch heute, wenn auch teilweise nicht vor aller Augen.)

Wegen des Fehltritts Eines Priesters darf man nicht den ganzen Stand verachten.

Der heilige Augustin stiftete einen Orden von Priestern. Einer derselben verfiel in einen Fehler, an welchem Viele Aergerniß genommen haben und weßhalb sie alle Ordensgeistliche ohne Unterschied verdammten. Dagegen spricht sich Augustinus also aus: Ihr verkleinert mich und alle meine Religiosen, weil Einer gesündigt hat- Welche menschliche Gesellschaft könnt ihr mir nennen, deren Mitglieder von jedem Fehler frei sind. In meiner Gesellschaft herrscht Frömmigkeit und Andacht; es ist aber kein Wunder, daß Einer fiel, weil sie Menschen sind. Soll ich vielleicht verlangen und erwarten, daß meine Gesellschaft heiliger und vollkommener sei, als alle, die je in der Welt waren?

In der Familie Adams war einer von zwei Söhnen ein Brudermöder.

In der Familie Noes, die aus acht Personen bestand, verspottete der gottlose Cham seinen Vater und wurde von ihm verflucht.

In der Familie Abrahams mußten Hagar und Ismael fortgejagt werden.

In der Familie Isaaks war Esau Gott verhaßt.

In der Familie Jakobs befleckte Ruben das väterliche Ehebett, die Andern verkauften den unschuldigen Joseph.

In der Familie Davis war Amon ein Blutschänder und Absalon ein Aufrührer.

Was wollte ihr mehr?

In der Gesellschaft Jesu Christi sind unter zwölf Aposteln Jakobus und Johannes ehrgeizig,

Petrus verläugnet den Herrn,

Judas verräth ihn und wird verdammt.

Waget ihr deßhalb alle heiligen Patriarchen und ihre Familien zu verdammen? Auch Jesum Christum selbst und seine apostolische Gesellschaft, weil unter Ihnen Einige waren, welche fehlten und ihren Pflichten entgegen handelten?

Jeder sieht wohl ein, wie ungerecht es wäre, wenn ihr so dächtet und wie unbillig, wenn euere Rede sich auf solche Weise ausspräche. (S. 56)

Aus: Neue Gleichnisse, Beispiele und Erzählungen über die katholischen Glaubens- und Sittenlehren für Religionslehrer, Prediger und Katecheten, zugleich ein nützliches Lesebuch für christliche Familien. Gesammelt und alphabetisch geordnet von P. Franz Ehmig, em. Pfarrer zu Mosern, Leitmeritzer Diözese. Regensburg. Druck und Verlag von Georg Joseph Manz. 1869. Vierter Band. Stichwort Priester.

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