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Moslems und Christen: Was sie verbindet

23.4.2012

Vorausgeschickt : Schlagzeile der Bild-Zeitung vom 23.4.2012:

«Christen und Juden kommen in die Hölle
Hassprediger kriegt 1860 Euro vom Staat
Deutschlands bekanntester Hassprediger, der Millionen Korane verteilen will … (Hartz IV satt

Wenn dieser Prediger das sagt, so ist dies sein gutes Recht und sogar seine Pflicht als Moslem, denn die Drohung mit der Hölle steht in seinem heiligen Buch Koran, das kein Geringerer als Papst Wojtyla ehrerbietig geküsst hat (übrigens nicht deshalb, weil er an die Hölle glaubte). Abgesehen davon, dass es nicht schön ist, wenn jemand die Gastfreundschaft in einem fremden Land missbraucht, welches bisher zum christlichen Abendland gehört hat, um dort Millionen Korane zu verteilen.

Man vergleiche aber die Islam-Kampagne mit dem Besuch des heiligen Franziskus von Assisi beim Sultan von Ägypten sowie Mission und Martyrium der ersten Franziskaner in Marokko (Franziskus reist zum Sultan von Ägypten usw., alles in ETIKA 12FA).

Wir stellen klar, dass uns ein frommer Moslem lieber ist als ein Moslem, der die dekadenten westlichen Sitten annimmt und nur ein „Papier“-Moslem ist (das Schächtproblem, die Vielehe und Zwangsheiraten einmal ausgeklammert).

Wenn die Bundesrepublik Deutschland sich zum Einwanderungsland erklärt und den Islam als eine Art Staatsreligion betrachtet (höchste Repräsentanten sagten: „Der Islam gehört zu Deutschland“), dann wäre es nicht nur ungerecht, sondern auch unverschämt, wenn die Behörden frommen Moslems soziale Leistungen verweigern. Wenn sie zum Beispiel Pädophile mit vielen Hundert Euro Hartz IV beglücken, dann hätte unsrer Ansicht nach ein anständiger radikaler Moslem einen noch viel größeren Anspruch darauf.

Wo enden wir, wenn wir Staatsbürgern oder Einwanderern mit abweichenden religiösen und politischen Überzeugungen staatliche Leistungen verwehren? In der Diktatur, dem Gegenteil der Demokratie, deren tragender Pfeiler die Meinungsfreiheit Aller ist.

Noch eine Randbemerkung aus christlicher Sicht: Jedenfalls gibt es in islamistischen Staaten keine Zeitungen, die Nacktfotos veröffentlichen. Sollte im multikulturellen Deutschland in wenigen Jahren, zumindest in einzelnen Bundesländern, Stadtteilen oder Gemeinden aufgrund demokratischer Abstimmungen die Scharia eingeführt werden, dann hätte diese Entwicklung diesbezüglich auch manche gute Seite: Nicht nur die Kriminalität würde mit härteren Strafen bekämpft, auch die öffentliche Unmoral würde drastisch reduziert. Tatsache ist, dass mit der unheilvollen Sexualisierung des öffentlichen Lebens das Christentum täglich attackiert wird und viele Seelen verdorben werden.

Und wenn „Bild“ dem Prediger die Aussage von der Hölle vorwirft, so ist das nicht so tragisch zu nehmen. Alle christlichen Kirchen sind sich genauso einig, dass Ungläubige, darunter auch Moslems, in die Hölle kommen. Zumindest hat dies bisher zwei Jahrtausende lang gegolten. Wenn es heutzutage freilich Kirchenvertreter gibt, welche die Existenz der Hölle überhaupt bestreiten, dann sind sie ja gar keine Christen mehr. Denn sie haben sich vom Wort Gottes in der Bibel und ihrer Kirchenlehre entfernt.

Insofern haben glaubenstreue Christen mehr mit Moslems und orthodoxen Juden sowie Hindus gemeinsam als mit abgefallenen Christen, welche die Hölle leugnen oder für leer erklären.

Der wahre Christ glaubt, dass die Hölle ein Ort und ein Zustand ist, in dem die Bösen für ihre Sünden bestraft werden, während die Guten im Himmel belohnt werden. Näheres in ETIKA 95 und 15.

Von anderen verbindenden Punkten (Ablehnung der ausländischen Besetzung Afghanistans, Armenfonds) ist in anderen ETIKA-Artikeln die Rede.

Rainer Lechner, etika.com, 23.4.2012

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