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21GT2 |
Gutes
tun |
Handbuch des einfachen Lebens Kap. 30 |
21GT2A
1 An
den Früchten erkennt man den Baum. (Matthäus 12,33) Ein guter
Mensch bringt Gutes hervor aus dem guten Schatz seines Herzens; und ein böser
Mensch bringt Böses hervor aus seinem bösen Schatz. (Mt
12,35)
2 Der Baum
wächst nicht auf den Früchten, sondern es ist umgekehrt, schreibt Martin Luther
(Von der Freiheit eines Christenmenschen). "Also muß zuerst
die Person eines Menschen selbst gut oder böse sein, ehe er ein gutes Werk tut.
Seine Werke machen ihn nicht gut oder böse, sondern er selbst macht seine Werke
gut oder böse." (Ähnliches meint Maria Ward.)
21GT2B
1 Das
Evangelium will "die Welt mit Kräften der Ewigkeit durchdringen" (Heim aaO
102), und unsere Aufgabe ist es, dabei zu helfen.
2
"Keiner von uns ist einzig für sich auf der Welt, er ist auch für alle
andern da." (Gregor von Nazianz)
3 Albert Schweitzer
mahnt: "Nicht darf es für dich heißen: Wie erkläre ich die Ereignisse,
die mir begegnen, sondern: Was mache ich aus ihnen?" (Straßburger
Predigten)
4 Und
Caterina von Siena fordert: "Übt und beweist die Tugend in euch dadurch,
daß ihr dem Nächsten nützlich seid." (Dialogo 7)
21GT2C
1 Don
Bosco wußte: "Es hat keinen Sinn, über die Übel der Welt zu klagen. Wir
müssen mithelfen, sie zu beheben." Er tat es.
2 Albert
Schweitzer auch. "So sehr mich das Problem des Elends auf der Welt
beschäftigte, so verlor ich mich doch nie im Grübeln darüber, sondern hielt
mich an den Gedanken, daß es jedem von uns verliehen sei, etwas von diesem
Elend zum Aufhören zu bringen." (Epilog zu: Aus meinem Leben und Denken)
3 Das
Evangelium will "die Welt mit Kräften der Ewigkeit durchdringen" (Karl
Heim, Das Wesen des evangelischen Christentums, Leipzig 1926, 102)
4 "Der Christ diskutiert nicht, er gibt Zeugnis.
5 Das
Problem des Bösen findet seine Lösung in der Liebestätigkeit jener, die dagegen
kämpfen . . . Die Rettung zeigt sich in dem, was Walter Kern die Eschatopraxis
nennt: die Aktion jener, die mit der auf Gott gesetzten Hoffnung gegen das Böse
kämpfen." (Andres Torres Queiruga,
Recuperar la salvación, Madrid 1979, 141f.)
21GT2D
1
"Das wenige, das wir tun können, ist viel", tröstet Albert
Schweitzer.
2
"Von dem in der Menschheit vorhandenen idealen Wollen kann immer nur ein
kleiner Teil zu öffentlich auftretender Tat werden. Allem übrigen ist es
bestimmt, sich in vielem Unscheinbaren zu verwirklichen." (Albert
Schweitzer)
3 Denken
wir stets daran: "Der Herr sieht nicht so sehr auf die Größe der Werke als
auf die Liebe, mit der sie verrichtet werden." (Teresa
von Avila, ähnlich Meister Eckhardt, Mutter Teresa)
4
"Alles, was der Mensch denkt, spricht und tut, hat in
sich etwas Lebendiges, das fortwirkt zum Guten oder zum Bösen." (Anna Katharina Emmerich, V 48)
5 Dies
soll uns ein Ansporn sein: "Was ein Mensch an Gütigkeit in die Welt
hinausgibt, arbeitet an den Herzen und an dem Denken der Menschen." (Albert
Schweitzer)
21GT2E
1 Unsere Gesellschaft erstickt an der Grausamkeit
und Lieblosigkeit.
2 Heute müssen wir sowohl der geistigen
Umweltverschmutzung als auch der Zerstörung unseres Lebensraumes Einhalt
gebieten.
3 Nur die Rückkehr zum einfachen Leben, Herzen voll
Liebe und Mitleid sowie gerechtes Handeln können die nötige Wende herbeiführen.
4 Unablässiges Gebet muß all unser Tun begleiten.
5 Denn allein von Gott kommt alles Gute, und ohne
ihn gibt es nichts Gutes (Franziskus von Assisi).
6 Wir haben Gott zu sehr beleidigt, indem wir
seine Liebe verschmäht haben.
7 Buße und Verzicht auf alles Überflüssige sind
unumgänglich, um einen Neuanfang zu ermöglichen.