ETIKA

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18.10.2001

21GT2

Gutes tun

Handbuch des einfachen Lebens Kap. 30

21GT2A

1 An den Früchten erkennt man den Baum. (Matthäus 12,33) Ein guter Mensch bringt Gutes hervor aus dem guten Schatz seines Herzens; und ein böser Mensch bringt Böses hervor aus seinem bösen Schatz. (Mt 12,35)

2 Der Baum wächst nicht auf den Früchten, sondern es ist umgekehrt, schreibt Martin Luther (Von der Freiheit eines Christenmenschen). "Also muß zuerst die Person eines Menschen selbst gut oder böse sein, ehe er ein gutes Werk tut. Seine Werke machen ihn nicht gut oder böse, sondern er selbst macht seine Werke gut oder böse." (Ähnliches meint Maria Ward.)

21GT2B

1 Das Evangelium will "die Welt mit Kräften der Ewigkeit durchdringen" (Heim aaO 102), und unsere Aufgabe ist es, dabei zu helfen.

2 "Keiner von uns ist einzig für sich auf der Welt, er ist auch für alle andern da." (Gregor von Nazianz)

3 Albert Schweitzer mahnt: "Nicht darf es für dich heißen: Wie erkläre ich die Ereignisse, die mir begegnen, sondern: Was mache ich aus ihnen?" (Straßburger Predigten)

4 Und Caterina von Siena fordert: "Übt und beweist die Tugend in euch dadurch, daß ihr dem Nächsten nützlich seid." (Dialogo 7)

21GT2C

1 Don Bosco wußte: "Es hat keinen Sinn, über die Übel der Welt zu klagen. Wir müssen mithelfen, sie zu beheben." Er tat es.

2 Albert Schweitzer auch. "So sehr mich das Problem des Elends auf der Welt beschäftigte, so verlor ich mich doch nie im Grübeln darüber, sondern hielt mich an den Gedanken, daß es jedem von uns verliehen sei, etwas von diesem Elend zum Aufhören zu bringen." (Epilog zu: Aus meinem Leben und Denken)

3 Das Evangelium will "die Welt mit Kräften der Ewigkeit durchdringen" (Karl Heim, Das Wesen des evangelischen Christentums, Leipzig 1926, 102)

4 "Der Christ diskutiert nicht, er gibt Zeugnis.

5 Das Problem des Bösen findet seine Lösung in der Liebestätigkeit jener, die dagegen kämpfen . . . Die Rettung zeigt sich in dem, was Walter Kern die Eschatopraxis nennt: die Aktion jener, die mit der auf Gott gesetzten Hoffnung gegen das Böse kämpfen." (Andres Torres Queiruga, Recuperar la salvación, Madrid 1979, 141f.)

21GT2D

1 "Das wenige, das wir tun können, ist viel", tröstet Albert Schweitzer.

2 "Von dem in der Menschheit vorhandenen idealen Wollen kann immer nur ein kleiner Teil zu öffentlich auftretender Tat werden. Allem übrigen ist es bestimmt, sich in vielem Unscheinbaren zu verwirklichen." (Albert Schweitzer)

3 Denken wir stets daran: "Der Herr sieht nicht so sehr auf die Größe der Werke als auf die Liebe, mit der sie verrichtet werden." (Teresa von Avila, ähnlich Meister Eckhardt, Mutter Teresa)

4 "Alles, was der Mensch denkt, spricht und tut, hat in sich etwas Lebendiges, das fortwirkt zum Guten oder zum Bösen." (Anna Katharina Emmerich, V 48)

5 Dies soll uns ein Ansporn sein: "Was ein Mensch an Gütigkeit in die Welt hinausgibt, arbeitet an den Herzen und an dem Denken der Menschen." (Albert Schweitzer)

21GT2E

1 Unsere Gesellschaft erstickt an der Grausamkeit und Lieblosigkeit.

2 Heute müssen wir sowohl der geistigen Umweltverschmutzung als auch der Zerstörung unseres Lebensraumes Einhalt gebieten.

3 Nur die Rückkehr zum einfachen Leben, Herzen voll Liebe und Mitleid sowie gerechtes Handeln können die nötige Wende herbeiführen.

4 Unablässiges Gebet muß all unser Tun begleiten.

5 Denn allein von Gott kommt alles Gute, und ohne ihn gibt es nichts Gutes (Franziskus von Assisi).

6 Wir haben Gott zu sehr beleidigt, indem wir seine Liebe verschmäht haben.

7 Buße und Verzicht auf alles Überflüssige sind unumgänglich, um einen Neuanfang zu ermöglichen.

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