ETIKA

EHE / RATGEBER

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12.10-2004

30EH3

Mahnungen an die Eheleute

Hl. Johannes Chrysostomus, in: Dienst am Glauben, Innsbruck, Heft 3, 1999

 

1. Mahnung an die Ehemänner

"Verlange nicht von deiner Frau, was nicht in ihrer Macht steht!

Wende dich von deiner Frau nicht ab, weil es ihr an Schönheit gebricht - was kann die Frau dafür?

Lobe sie nicht wegen ihrer Schönheit! - Lob und Abneigung solcher Art sind ein Merkmal ungeordneter Seele. Verlange vielmehr nach seelischer Schönheit.

Ahme hier den Bräutigam der Kirche nach!

Äußere Schönheit ist eine reiche Quelle von Prahlerei und Torheit!

Einwand: Aber man hat doch an ihr seine Lust!

Anwort: Ja, aber nur in der ersten Zeit der Ehe. Dann nicht mehr. Infolge des Zusammenlebens schwindet der Reiz.

Kommt dann gar noch eine Krankheit dazu, dann ist die ganze Herrlichkeit verflogen.

Suche bei deiner Frau

Das sind die wahren Kennzeichen der Schönheit.

Auf körperliche Reize wollen wir nicht viel geben, noch der Frau über etwas Vorwürfe machen, was nicht in ihrer Macht steht; oder besser gesagt: Wir wollen ihr überhaupt keine Vorwürfe machen. Denn das tun nur rücksichtslose Menschen.

Oder seht ihr nicht, wie viele, die mit reizenden Frauen verheiratet waren, ein klägliches Ende genommen haben?

Und andrerseits, wie viele mit nicht besonders schönen Frauen ganz vergnügt bis ins höchste Greisenalter gelebt haben.

Die inneren Flecken laßt uns abwaschen!

Die inneren Falten laßt uns glätten!

Die Schäden der Seele beheben!

Das ist die Schönheit, die Gott sucht!

Für Gott, nicht für uns wollen wir sie (die Frau) schön machen!

Suchen wir nicht den äußeren Adel, sondern den Adel der Seele.

Den ganzen Tag widmest du dich deinen Freunden.

Der Frau schenkst du kaum die Abende. Wenn die Frau dir darüber Vorwürfe macht, so nimm es ihr nicht übel. Es ist ein Zeichen der Liebe, nicht der Anmaßung."

(BKV Johannes Chrysostomus, Bd. VIII, 416, 428)

2. Mahnung an die Ehefrauen

"Aber auch die Frau sage zu ihrem Mann nicht:
Du saumseliger Mensch! - Der und der hat sich durch kühne Unternehmungen ein großes Vermögen erworben - und seine Frau trägt jetzt goldenen Schmuck. Du aber traust dir gar nichts zu!

Solche und ähnliche Reden führe die Frau nicht!

Sie stelle Vergleiche mit Frauen an, die noch ärmer sind! Und überhaupt, wenn sie ihren Mann herzlich lieb hat, wird sie in keiner Weise derartiges reden.

3. Mahnungen an Ehemänner und -frauen

Doch auch der Mann, der solche Reden hört, mache von der ihm zustehenden Gewalt nicht in der Weise Gebrauch, daß er zu Schimpfworten und Schlägen greift, sondern er weise sie zurecht und suche sie in Güte zu belehren.

Sie sei stets reinlich und ordentlich gekleidet, aber die Anmut arte nicht aus in freche Üppigkeit.

Liebet einander!

Die Liebe ist Sache der Männer.

Nachgiebigkeit Sache der Frauen.

Erfährt die Frau Liebe, wird sie anhänglich und fügsam.

Findet der Mann Fügsamkeit, wird er milde.

Wenn nämlich der Regierende das Regierte liebt, dann ist das Ganze fest gefügt.

Schon die Tatsache, daß der Frau der Liebreiz . dem Manne die Begierde danach eigen ist, weist ja auf nichts anderes hin, als daß diese Einrichtung um der Liebe willen getroffen wurde.

Deshalb hat Gott die Frau unterwürfig gemacht, damit sie um so mehr geliebt werde.

Deshalb hat er, o Frau, dich mit Liebe bedacht, damit du die Unterwürfigkeit leichter ertragest.

Denn Unterwürfigkeit gegen den, der uns liebt, ist mit keiner Schwierigkeit verbunden.

Und du: Mann. Erweise ohne Furcht deiner Frau alle Liebe!

Denn sie lohnt es dir durch Nachgiebigkeit!

(Ebenda Band VII, 370)

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