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ETIKA |
EHE / RATGEBER |
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30EH3 |
Mahnungen an die Eheleute |
Hl. Johannes Chrysostomus, in: Dienst am Glauben, Innsbruck, Heft 3, 1999 |
1. Mahnung an
die Ehemänner
"Verlange nicht
von deiner Frau, was nicht in ihrer Macht steht!
Wende dich von
deiner Frau nicht ab, weil es ihr an Schönheit gebricht - was kann die Frau
dafür?
Lobe sie nicht
wegen ihrer Schönheit! - Lob und Abneigung solcher Art sind ein Merkmal
ungeordneter Seele. Verlange vielmehr nach seelischer Schönheit.
Ahme hier den
Bräutigam der Kirche nach!
Äußere Schönheit
ist eine reiche Quelle von Prahlerei und Torheit!
Einwand: Aber man
hat doch an ihr seine Lust!
Anwort: Ja, aber
nur in der ersten Zeit der Ehe. Dann nicht mehr. Infolge des Zusammenlebens
schwindet der Reiz.
Kommt dann gar noch
eine Krankheit dazu, dann ist die ganze Herrlichkeit verflogen.
Suche bei deiner
Frau
Das sind die
wahren Kennzeichen der Schönheit.
Auf
körperliche Reize wollen wir nicht viel geben, noch der Frau über etwas
Vorwürfe machen, was nicht in ihrer Macht steht; oder besser gesagt: Wir wollen
ihr überhaupt keine Vorwürfe machen. Denn das tun nur rücksichtslose Menschen.
Oder seht ihr
nicht, wie viele, die mit reizenden Frauen verheiratet waren, ein klägliches
Ende genommen haben?
Und andrerseits,
wie viele mit nicht besonders schönen Frauen ganz vergnügt bis ins höchste
Greisenalter gelebt haben.
Die inneren Flecken laßt uns abwaschen!
Die inneren Falten
laßt uns glätten!
Die Schäden der
Seele beheben!
Das ist die
Schönheit, die Gott sucht!
Für Gott, nicht für
uns wollen wir sie (die Frau) schön machen!
Suchen wir nicht
den äußeren Adel, sondern den Adel der Seele.
Den ganzen Tag
widmest du dich deinen Freunden.
Der Frau schenkst
du kaum die Abende. Wenn die Frau dir darüber Vorwürfe macht, so nimm es ihr
nicht übel. Es ist ein Zeichen der Liebe, nicht der Anmaßung."
(BKV Johannes
Chrysostomus, Bd. VIII,
416, 428)
2. Mahnung an
die Ehefrauen
"Aber auch die
Frau sage zu ihrem Mann nicht:
Du saumseliger Mensch! - Der und der hat sich durch kühne Unternehmungen ein
großes Vermögen erworben - und seine Frau trägt jetzt goldenen Schmuck. Du aber
traust dir gar nichts zu!
Solche und ähnliche
Reden führe die Frau nicht!
Sie stelle
Vergleiche mit Frauen an, die noch ärmer sind! Und überhaupt, wenn sie ihren
Mann herzlich lieb hat, wird sie in keiner Weise derartiges reden.
3. Mahnungen an
Ehemänner und -frauen
Doch auch der Mann,
der solche Reden hört, mache von der ihm zustehenden Gewalt nicht in der Weise
Gebrauch, daß er zu Schimpfworten und Schlägen greift, sondern er weise sie
zurecht und suche sie in Güte zu belehren.
Sie sei stets
reinlich und ordentlich gekleidet, aber die Anmut arte nicht aus in freche
Üppigkeit.
Liebet
einander!
Die Liebe ist Sache
der Männer.
Nachgiebigkeit
Sache der Frauen.
Erfährt die Frau
Liebe, wird sie anhänglich und fügsam.
Findet der Mann
Fügsamkeit, wird er milde.
Wenn nämlich der
Regierende das Regierte liebt, dann ist das Ganze fest gefügt.
Schon die
Tatsache, daß der Frau der Liebreiz . dem Manne die Begierde danach eigen ist,
weist ja auf nichts anderes hin, als daß diese Einrichtung um der Liebe willen
getroffen wurde.
Deshalb hat Gott
die Frau unterwürfig gemacht, damit sie um so mehr geliebt werde.
Deshalb hat er,
o Frau, dich mit Liebe bedacht, damit du die Unterwürfigkeit leichter
ertragest.
Denn
Unterwürfigkeit gegen den, der uns liebt, ist mit keiner Schwierigkeit
verbunden.
Und du: Mann.
Erweise ohne Furcht deiner Frau alle Liebe!
Denn sie lohnt es
dir durch Nachgiebigkeit!
(Ebenda Band VII, 370)
Dienst am Glauben
Höttinger
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