
Gemälde von Defregger
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ETIKA |
AUFGABEN |
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31ER2 |
Erziehung |
Handbuch des
einfachen Lebens, Kapitel 52 |
31ER2A
Die
Eltern sollen "selbst der Tugend ergeben" sein (Teresa von Avila, Leben, Kap. 1), sollen
"nicht nur die Körper der Kinder ernähren, wie dies die Tiere tun",
sondern, "soweit es in ihrer Macht steht, die Seele nähren in der Gnade,
in der Tugend und in den heiligen Geboten Gottes" (Katharina von Siena, Brief 116), kurzum
sie "mögen ihr Kind zu einem Kind Gottes und Erben des Himmels
erziehen" (Luis de Granada, Guía de
Pecadores XIII 1).
31ER2B
Erziehung
soll nicht nur darin bestehen, das Erkenntnis- und Gefühlsvermögen zu
entwickeln, sondern laut Don Bosco vor allem
auch darin, "den Willen zu stärken... mittels einer klugen
Disziplin..., das Gewissen durch schlichte Unterweisungen und ansprechende
Beispiele zu bilden, im Kinde die Hingabe für das Gute und die Abneigung
gegen das Böse zu entwickeln, das eine oder das andere im Hinblick darauf
zu erklären, ob es mit dem Willen Gottes gleichförmig ist oder nicht, so zwar,
daß das Gute als Gehorsam und das Böse als Ungehorsam gegen Gott erscheint, auf
diese Art die ganze sittliche Leitung in dem einen Grundprinzip
zusammenzufassen, Gott für alles, in allem und alles seinetwegen, in ihm und
für ihn zu lieben."
31ER2C
VOR SCHLECHTEN EINFLÜSSEN SCHÜTZEN. Hart
klingt der Rat, den Luis von Granada den
Vätern gibt, aber er ist gut gemeint:
(Guía de Pecadores XIII 1)
31ER2D
Don Bosco empfahl den von ihm betreuten Jungen "Zügelung der Phantasie (keine gefährlichen Bilder und Bücher),
Beherrschung der Eßlust, einfache, natürliche Ernährung und allgemeine
Abhärtung (keinen Mittagsschlaf). Schlechte
Gefährten und gefährliche Bekanntschaften sollten absolut gemieden werden.
Sobald Don Bosco einen Verführer entdeckt hatte oder jemanden, der
schlechte Reden führte, sorgte er für dessen
Entfernung aus dem Oratorium. Dagegen sorgte er für gute Beispiele,
für allgemeine Sittsamkeit und anständiges Benehmen."
31ER2E
Ähnlich
strenge, aber richtige Auffassungen hatte Gandhi.
"Alle unsaubere Literatur sollte man meiden.
Das Gegengift gegen unreine Gedanken sind reine Gedanken. Man soll keine
Theater und Kinos besuchen, die den Leidenschaften schmeicheln. Körper und
Geist sollten fortwährend in gesunder Weise beschäftigt werden. Knaben und Mädchen
sollten in aller Einfachheit und Natürlichkeit erzogen werden und in dem
ungestörten Glauben, daß sie unschuldig sind und bleiben können."
(Young India 13.10.1920)
31ER2F
Warum
aber immer diese Strenge? Aus Sorge um das Kind, aus Liebe zu ihm. Die Eltern
kennen die Gefahren, das Kind nicht. Die Eltern wissen besser, was dem Kind
nützt und was ihm schadet (es ist wie beim Verhältnis Gott - Mensch) als das
unerfahrene Kind.
31ER2G
Deshalb
schreibt Martin Luther: "Muß doch ein Vater... seinem Kinde... nicht
geben, wie das Kind bittet, sondern wie er weiß, daß sein Kind bitten sollte;
obgleich das Kind drüber weinet, das schadet nicht, es ist seine Bitte darum
nicht desto unangenehmer bei dem Vater, ob der Vater nicht tut auf das Mal oder
auf die Weise, wie das Kind will oder bittet. Also muß oft ein Arzt nicht tun,
wie, was, wenn, wo der Kranke will, und hat doch den Kranken lieb, und gedenkt
ihm treulich zu helfen..." (Brief an Joachim, Fürsten von
Anhalt, 23.6.1534)
31ER2H
GESUNDE
ABLENKUNGEN. Im Jugendheim Don Boscos "sollte immer eine Atmosphäre
echter Freude, die auf wirklichem Werterleben beruht, herrschen und offenes
Vertrauen zwischen Erzieher und Zögling... Ferner sorgte Don Bosco für immer
neue Anregung und Beschäftigung der Phantasie, für gut geregelte Arbeit und
gewissenhafte Aausnützung der Zeit, für Sport und gesunde Müdigkeit."
(Burg) Seine Anweisungen lauteten: "Man gewähre weitreichende Freiheiten,
lasse nach Belieben laufen, springen und reden. Turnen, Musik und Gesang,
Bühnenspiele, Spaziergänge und festliche Stunden sind höchst wirksame Mittel
zur Bewahrung der Disziplin, zur Förderung der Sittlichkeit und der
Gesundheit."
31ER2I
DIE
GEISTESBILDUNG SOLL DER HERZENSBILDUNG UNTERGEORDNET SEIN.
(Heinrich Pestalozzi) Dies ist auch bei der Schulerziehung zu berücksichtigen.
31ER2J
Von
großem Nutzen ist es, wenn Jugendgruppen sich ein Motto wählen, wie zum
Beispiel das der evangelischen Jungschar: "Wir wollen sein eine Jugend mit
der Bibel, die gehorsam und treu im Elternhaus, wahrhaftig und fleißig in der
Schule, willig und dienstbereit unter Kameraden ihr junges Leben Jesus Christus
weiht. Mutig voran!"
31ER2U
ÜBUNGEN
1. Kinder zur Liebe zu Jesus, zur Ehrfurcht vor Gott, zu Gehorsam und
Opferbereitschaft, zur Schamhaftigkeit erziehen und vor den Gefahren des
Wohlstandes und der Massenmedien, besonders des Fernsehens, schützen (Bischof Antonius Hofmann)
2. Kinder und Jugendliche von schlechter Gesellschaft fernhalten und
sie mit Liebe und Strenge auf den Weg des Guten führen
3. für gesunde Ablenkungen sorgen