Gemälde von Defregger

ETIKA

AUFGABEN

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5.5.2002

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Erziehung

Handbuch des einfachen Lebens, Kapitel 52

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Die Eltern sollen "selbst der Tugend ergeben" sein (Teresa von Avila, Leben, Kap. 1), sollen "nicht nur die Körper der Kinder ernähren, wie dies die Tiere tun", sondern, "soweit es in ihrer Macht steht, die Seele nähren in der Gnade, in der Tugend und in den heiligen Geboten Gottes" (Katharina von Siena, Brief 116), kurzum sie "mögen ihr Kind zu einem Kind Gottes und Erben des Himmels erziehen" (Luis de Granada, Guía de Pecadores XIII 1).

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Erziehung soll nicht nur darin bestehen, das Erkenntnis- und Gefühlsvermögen zu entwickeln, sondern laut Don Bosco vor allem auch darin, "den Willen zu stärken... mittels einer klugen Disziplin..., das Gewissen durch schlichte Unterweisungen und ansprechende Beispiele zu bilden, im Kinde die Hingabe für das Gute und die Abneigung gegen das Böse zu entwickeln, das eine oder das andere im Hinblick darauf zu erklären, ob es mit dem Willen Gottes gleichförmig ist oder nicht, so zwar, daß das Gute als Gehorsam und das Böse als Ungehorsam gegen Gott erscheint, auf diese Art die ganze sittliche Leitung in dem einen Grundprinzip zusammenzufassen, Gott für alles, in allem und alles seinetwegen, in ihm und für ihn zu lieben."

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VOR SCHLECHTEN EINFLÜSSEN SCHÜTZEN. Hart klingt der Rat, den Luis von Granada den Vätern gibt, aber er ist gut gemeint:

(Guía de Pecadores XIII 1)

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Don Bosco empfahl den von ihm betreuten Jungen "Zügelung der Phantasie (keine gefährlichen Bilder und Bücher), Beherrschung der Eßlust, einfache, natürliche Ernährung und allgemeine Abhärtung (keinen Mittagsschlaf). Schlechte Gefährten und gefährliche Bekanntschaften sollten absolut gemieden werden. Sobald Don Bosco einen Verführer entdeckt hatte oder jemanden, der schlechte Reden führte, sorgte er für dessen Entfernung aus dem Oratorium. Dagegen sorgte er für gute Beispiele, für allgemeine Sittsamkeit und anständiges Benehmen."

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Ähnlich strenge, aber richtige Auffassungen hatte Gandhi. "Alle unsaubere Literatur sollte man meiden. Das Gegengift gegen unreine Gedanken sind reine Gedanken. Man soll keine Theater und Kinos besuchen, die den Leidenschaften schmeicheln. Körper und Geist sollten fortwährend in gesunder Weise beschäftigt werden. Knaben und Mädchen sollten in aller Einfachheit und Natürlichkeit erzogen werden und in dem ungestörten Glauben, daß sie unschuldig sind und bleiben können." (Young India 13.10.1920)

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Warum aber immer diese Strenge? Aus Sorge um das Kind, aus Liebe zu ihm. Die Eltern kennen die Gefahren, das Kind nicht. Die Eltern wissen besser, was dem Kind nützt und was ihm schadet (es ist wie beim Verhältnis Gott - Mensch) als das unerfahrene Kind.

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Deshalb schreibt Martin Luther: "Muß doch ein Vater... seinem Kinde... nicht geben, wie das Kind bittet, sondern wie er weiß, daß sein Kind bitten sollte; obgleich das Kind drüber weinet, das schadet nicht, es ist seine Bitte darum nicht desto unangenehmer bei dem Vater, ob der Vater nicht tut auf das Mal oder auf die Weise, wie das Kind will oder bittet. Also muß oft ein Arzt nicht tun, wie, was, wenn, wo der Kranke will, und hat doch den Kranken lieb, und gedenkt ihm treulich zu helfen..." (Brief an Joachim, Fürsten von Anhalt, 23.6.1534)

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GESUNDE ABLENKUNGEN. Im Jugendheim Don Boscos "sollte immer eine Atmosphäre echter Freude, die auf wirklichem Werterleben beruht, herrschen und offenes Vertrauen zwischen Erzieher und Zögling... Ferner sorgte Don Bosco für immer neue Anregung und Beschäftigung der Phantasie, für gut geregelte Arbeit und gewissenhafte Aausnützung der Zeit, für Sport und gesunde Müdigkeit." (Burg) Seine Anweisungen lauteten: "Man gewähre weitreichende Freiheiten, lasse nach Belieben laufen, springen und reden. Turnen, Musik und Gesang, Bühnenspiele, Spaziergänge und festliche Stunden sind höchst wirksame Mittel zur Bewahrung der Disziplin, zur Förderung der Sittlichkeit und der Gesundheit."

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DIE GEISTESBILDUNG SOLL DER HERZENSBILDUNG UNTERGEORDNET SEIN. (Heinrich Pestalozzi) Dies ist auch bei der Schulerziehung zu berücksichtigen.

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Von großem Nutzen ist es, wenn Jugendgruppen sich ein Motto wählen, wie zum Beispiel das der evangelischen Jungschar: "Wir wollen sein eine Jugend mit der Bibel, die gehorsam und treu im Elternhaus, wahrhaftig und fleißig in der Schule, willig und dienstbereit unter Kameraden ihr junges Leben Jesus Christus weiht. Mutig voran!"


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ÜBUNGEN

1.  Kinder zur Liebe zu Jesus, zur Ehrfurcht vor Gott, zu Gehorsam und Opferbereitschaft, zur Schamhaftigkeit erziehen und vor den Gefahren des Wohlstandes und der Massenmedien, besonders des Fernsehens, schützen (Bischof Antonius Hofmann)

2.  Kinder und Jugendliche von schlechter Gesellschaft fernhalten und sie mit Liebe und Strenge auf den Weg des Guten führen

3.  für gesunde Ablenkungen sorgen

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