ETIKA

FRAUEN

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11.12.2002

32F9

Sexy Frauen

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I Amor y muerte – Liebe und Tod
II Sinnliche Liebe und Begierlichkeit
III Deine Bestimmung – Sexuelle Ungleichheit - Frauenvergleich
IV Die dämonische Venus – Illusion und Verderben
V Was kommt nach dem verbotenen Genuß? Die Hölle
VI Umgang mit Frauen: Distanz und Indifferentia

 

ETIKA 32F9B

Sinnliche Liebe und Begierlichkeit

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Dieses Kapitel ist mehr zur Meditation als zur Information bestimmt, als Vorbereitung zu dem Schrecklichen, das kommt.

Zunächst erinnern wir an den Apostel Paulus, der gleich wie wir so sehr unter seinem „Pfahl im Fleisch“ litt. Er schrieb in seinem Brief an die Römer:

7,14 Wir wissen, dass das Gesetz geistlich ist; ich aber bin fleischlich, unter die Sünde verkauft.

15 Denn ich weiß nicht, was ich tue. Denn ich tue nicht, was ich will; sondern was ich hasse, das tue ich.

16 Wenn ich aber das tue, was ich nicht will, so gebe ich zu, dass das Gesetz gut ist.

17 So tue nun nicht ich es, sondern die Sünde, die in mir wohnt.

18 Denn ich weiß, dass in mir, das heißt in meinem Fleisch, nichts Gutes wohnt. Wollen habe ich wohl, aber das Gute vollbringen kann ich nicht.

19 Denn das Gute, das ich will, das tue ich nicht; sondern das Böse, das ich nicht will, das tue ich.

20 Wenn ich aber tue, was ich nicht will, so tue nicht ich es, sondern die Sünde, die in mir wohnt.

21 So finde ich nun das Gesetz, dass mir, der ich das Gute tun will, das Böse anhängt.

22 Denn ich habe Lust an Gottes Gesetz nach dem inwendigen Menschen.

23 Ich sehe aber ein anderes Gesetz in meinen Gliedern, das widerstreitet dem Gesetz in meinem Gemüt und hält mich gefangen im Gesetz der Sünde, das in meinen Gliedern ist.

24 Ich elender Mensch! Wer wird mich erlösen von dem todverfallenen Leibe?

 

Wenn so der Apostel Paulus spricht und wenn wir an unsere eigenen Sünden denken, die fast so zahlreich sind wie die Tropfen des Meeres – wie können wir uns da erheben über Sünderinnen, die solche Worte nie gehört haben, die Heiden gleich ihre eigene Schönheit verherrlichen und verherrlichen lassen?

 

„Hasse die Sünde und nicht den Sünder“ – an dieses Gebot mahnt Mahatma Gandhi in seiner Autobiographie (Alber Verlag, Freiburg/München, 1960, 248, zitiert in: Francisco: Kinder retten die Welt, ETIKA 1991, 164f.). Er schreibt dort:

 

„Der Mensch und sein Tun sind zweierlei. Während eine gute Tat Billigung und eine schlechte Tat Missbilligung finden sollte, verdient der Täter der Tat, ob gut oder schlecht, stets Achtung oder Mitleid, je nach Lage des Falles.“

 

Genau dasselbe legte uns Kurat Otto Schwienbacher aus St. Oswald bei Seis am Schlern ans Herz:

 

„Die Sünde hassen, den reuigen Sünder wie Jesus barmherzig umfassen“
(was in dem Fall, um den es hier geht, freilich nicht möglich ist).

 

Warum ist Sex an sich nichts Böses?

 

"Nach christlicher Lehre ist der Leib mit seinem sinnlichen Begehren  nichts Gottwidriges, wie die Platoniker, Gnostiker, Manichäer und andere es sich dachten. Der christliche Glaube betrachtet Leib und Seele, wie vor allem die Auferstehung deutlich zeigt, vielmehr als zwei notwendig zusammengehörende und sich gegenseitig ergänzende Bundesgenossen. Da aber das Sinnliche die vordergründige und mächtigere Schicht im Menschen ist, die im Tierleib als führende Macht nicht zu dienen braucht, besteht schon rein naturhaft die Gefahr, daß das sinnliche Streben das Verlangen des Geistes überspielt und vergewaltigt. Das Sinnenleben reagiert auf Lust und Unlust völlig automatisch, fast wie eine Maschine. Kein Mensch kann verhindern, daß eine wohlschmeckende Speise Wohlbehagen auslöst oder eine sexuelle Regung ein wonniges Gefühl wachruft. Solche spontan aufsteigende Lustgefühle sind noch keine Sünde... Lustgefühle spornen das Strebevermögen zur Tätigkeit an, befeuern und heben somit die Lebensenergie..." (P. Peter Morant OFMCAP., Unser Weg zu Gott - Das Vollkommenheitsstreben im Geiste des hl. Franziskus, Thomas Verlag Zürich, Verlag Ferdinand Schöningh, München, Paderborn, Wien, 1965, Seite 40; ein Geschenk von P. Petrus Pavlicek, dem Gründer des Rosenkranz-Sühnekreuzzuges um den Frieden der Welt, 4.4.1975)

 

Aber wir sind Menschen, keine Tiere. Was ist der Unterschied? Dazu Friedrich Schiller, Deutschlands größter Dichter:

„Alle anderen Dinge müssen, der Mensch ist das Wesen, welches will.“ (Über das Erhabene)

 

Und worauf kommt es an? Dazu der bedeutendste Vertreter des Deutschen Idealismus:

„Wendet sich der Wille an die Vernunft, ehe er das Verlangen des Triebes genehmigt, so handelt er sittlich; entscheidet er sich aber unmittelbar, so handelt er sinnlich. So oft also die Natur eine Forderung macht und den Willen durch die blinde Gewalt des Affekts überraschen will, kommt es diesem zu, ihr solange Stillstand zu gebieten, bis die Vernunft gesprochen hat.“ (Über Anmut und Würde, zitiert im Handbuch des einfachen Lebens, ETIKA 2000, Kapitel 107 Selbstbeherrschung, Seite 148)

 

Zu den Gefahren der Begierlichkeit schreibt Morant auf Seite 41, daß dieser den Menschen beschwerende "Sog ins Nichts" nur erklärlich sei durch die Erbsünde, "wodurch aus der Triebhaftigkeit des Menschen die ,böse´ Begierlichkeit geworden ist, welche die Unterordnung des niedern Menschen erschwert..." "Sie (die böse Begierlichkeit) ist aus der Sünde und neigt zur Sünde", wie das Konzil von Trient sich bündig ausdrückt.

 

Zur körperlichen Anziehung schreibt Christa Meves:

"... Bei den jugendlichen Männern ist die Anziehungskraft durch körperliche Merkmale noch offenkundiger. (7) ... der rote Mund, die dekolletierte Brust, die wiegenden Hüften ...(8) ... Wurde die Faszination durch biologische Auslöser hervorgerufen, so pflegt sie auch nicht von langer Dauer zu sein. ... Es ist auf die Dauer nicht befriedigend, ein Schmetterlingsdasein dieser Art zu führen. Der Mensch ist ja kein Tier... Geht er über Jahre und Jahrzehnte ausschließlich seinen biologischen Bedürfnissen nach, so unterschätzt er sich und seine Aufgaben als Mensch, ein Irrtum, der schwere Lebenskrisen heraufbeschwört... (9) Unser Körper altert und mit ihm nimmt  die Faszination durch das Äußere ab." (Christa Meves: Wer paßt zu mir, Verlag Weißes Kreuz, Kassel, 1980, 9f.)

 

Meves spricht zu recht von einer "Narretei biologischer Auslöser" (11) – wir erinnern an die Geschichte von Edgar Allan Poe, in der ein Mann in der Oper eine Frau von hinten sah, sich in sie unsterblich verliebte und später eine recht unangenehme Entdeckung machen musste, sowie an Hinweise anderer Autoren auf Schultern usw.

 

Christa Meves weist auch auf die Männer hin, die ihre Ehefrau im Stich lassen, um eine jüngere zu heiraten, dann aber, weil bald selbst zu alt, von dieser verlassen werden und "ihr Alter in vereinsamter Hilflosigkeit verbringen müssen". (aaO 11) Beispiele dafür gibt es zuhauf auch in den Altersheimen.

 

Wir verneigen uns vor Indiens geistiger Größe

 

Wir Christen brauchen uns nicht einbilden, niemand außer uns sei im Besitze der Wahrheit. Der Allmächtige hat die Heiden nicht in totaler Umnachtung gelassen, sondern ihnen durch den Heiligen Geist wichtige Erkenntnisse geschenkt, die jedes Volk zum Überleben braucht. Wir zitieren Beispiele aus dem Büchlein "Der Tag mit Yoga, Verlag J. Fink, Stuttgart, 1958):

 

"Jener, der das Weib mit den Augen der Lust betrachtet, hat den Zustand der Roheit noch nicht überwunden. Nur jener, der in ihr die Mutter sieht, ist aus der tierischen und menschlichen zur göttlichen Ebene emporgestiegen." (Yesudian, 24)

 

"Der Körper ist nur die äußere Hölle des Geistes. Er muß tun, was ihm der Geist diktiert." (Vivekananda, 24)

 

"Absolute Beherrschung der Natur, und sonst nichts, muß das Ziel sein. Wir müssen Herr über die Natur und nicht ihr Sklave sein." (Vivekananda, 27)

 

"Das Selbst wird nicht von Schwachen erreicht." (Vivekananda, 31)

 

"Habe den Mut, zur Wahrheit zu kommen, auch wenn es durch die Hölle geht." (Vivekananda, 37

 

"Nur der Starke kommt in große Versuchung, damit er dadurch noch stärker wird." (Saretni, 37)

 

"Böse Gedanken (Anmerkung: an Ehebruch) sind Krankheitsstifter, denn jeder Gedanke ist ein kleiner Hammerschlag auf dem Metall unserer Körper und schlägt das heraus, was wir sein werden." (Vivekananda, 40)

 

"Wer Glauben hat, hat alles, und wem er fehlt, dem fehlt alles." (Ramakrishna, 51)

 

"Die Vergeltung für Gut und Böse ist wie der Schatten, der dem Körper folgt." (Aus China, 68)

 

"Zusammenziehung bedeutet Tod. Selbstsucht ist Zusammenziehung. Wer selbstsüchtig ist, stirbt." (Vivekananda, 70)

 

"Man selbst muß ausdauernder sein als die Schwierigkeiten, es gibt keinen anderen Ausweg." (Aurobindo, 70)

 

Anmerkung etika.com: Diese Zitate seien nicht nur eine Verneigung vor dem großen Indien, sondern mögen auch als Wiedergutmachung dafür dienen, daß unsere geliebte Schwester in Christo, die tapfere Tatjana Goritschewa, einst atheistische Dozentin des Marxismus-Leninismus, in einem Yoga-Buch ein Vaterunser gefunden hat und dadurch zu einer glühenden Vorkämpferin und fast schon zu einer Märtyrerin des Christentums geworden ist.

 

Index 3