ETIKA

GESCHICHTEN

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28.12.1997 – 28.2.2007

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Jugendkraft

U. Kerwer: Goldene Jünglingszeit 

Rustem war ein gewaltiger Kriegsmann, so stark, daß ihm seine eigene Kraft zur Last ward. Wenn er mit Beute beladen einherschritt, drückte er seine Füße nicht allein in Sand und Land, sondern selbst in die Felsen ein.

Da machte er sich eines Tages auf zu einem alten Berggeist und bat ihn, er möchte ihm einen Teil seiner Kraft aufheben, bis er sie später brauche. Der Geist ging auf die Bitte ein, nahm die Kraft an und verschloß sie in einer Felsspalte.

Als Rustem alt und grau geworden und seine Kraft zur Neige gegangen war, mußte er noch einmal zum Kampf mit einem mächtigen jungen Gegner ausziehen. Da ging er zuvor in jenes Felstal und erbat sich vom Geist die bei ihm niedergelegte Kraft wieder. Mit ihr angetan, focht er sieghaft seinen Streit aus.

Wenn´s doch alle Jünglinge mit ihrer Jugendkraft und Gesundheit so machten, sie aufheben würden, statt sie in Jugendlüsten zu vergeuden und zu verschleudern. Wir haben ja einen Felsen, der unsre Jugendkraft gerne wohl verwahrt, Jesus Christus. Wer zu ihm naht und sich von ihm mäßig, nüchtern, keusch, arbeitsam machen läßt, dessen Alter wird sein wie seine Jugend.

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