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38LC11 |
Jugendkraft |
U. Kerwer: Goldene Jünglingszeit |
Rustem war ein gewaltiger
Kriegsmann, so stark, daß ihm seine eigene Kraft zur Last ward. Wenn er mit
Beute beladen einherschritt, drückte er seine Füße nicht allein in Sand und
Land, sondern selbst in die Felsen ein.
Da machte er sich eines Tages auf
zu einem alten Berggeist und bat ihn, er möchte ihm einen Teil seiner Kraft
aufheben, bis er sie später brauche. Der Geist ging auf die Bitte ein, nahm die
Kraft an und verschloß sie in einer Felsspalte.
Als Rustem alt und grau geworden
und seine Kraft zur Neige gegangen war, mußte er noch einmal zum Kampf mit einem
mächtigen jungen Gegner ausziehen. Da ging er zuvor in jenes Felstal und erbat
sich vom Geist die bei ihm niedergelegte Kraft wieder. Mit ihr angetan, focht
er sieghaft seinen Streit aus.
Wenn´s doch alle Jünglinge mit
ihrer Jugendkraft und Gesundheit so machten, sie aufheben würden, statt sie in
Jugendlüsten zu vergeuden und zu verschleudern. Wir haben ja einen Felsen, der
unsre Jugendkraft gerne wohl verwahrt, Jesus Christus. Wer zu ihm naht und sich
von ihm mäßig, nüchtern, keusch, arbeitsam machen läßt, dessen Alter wird sein
wie seine Jugend.