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38LC21 |
Wie vom Blitz
getroffen - Universitäts-Professor trennt sich auf der Stelle von seiner
Geliebten |
PRO VERITATE |
Eine glückliche
Ehe
Als Akademiker hatten sie vor Gott
den Bund fürs Leben am Traualtar besiegelt. Zwei Kinder wurden ihnen geschenkt.
Der Mann hatte sich durch Fleiss und Tüchtigkeit zum Höhepunkt seiner Laufbahn
emporgearbeitet. Er wurde als anerkannter Fachmann auf den Lehrstuhl für
Architektur an die Universität Parma berufen.
Die Familie lebte nach
christlichen Grundsätzen. Sie besuchte gemeinsam den Sonntagsgottesdienst, wie
es in katholischen Orten selbstverständlicher Brauch war. Die Kinder wuchsen
heran. Nichts schien das Glück der gutsituierten Familie zu trüben.
Die Versuchung
Immer, wenn der Mensch alles
erlangt hat, was ihn unabhängig von Not und Bedrängnis und Sorgen macht, lässt
Gott die Prüfung durch den Versucher zu, damit der Mensch sich entscheide für
den Weg der Tugend, der durch Gebet, Opfer und Verzicht zum Himmel führt - oder
den breiten Weg gegen Gottes Gebote.
Dem Professor wurde seine
erfolgreiche Karriere zum Verhängnis. Er hatte ob seiner vielseitigen,
anerkannten Beschäftigung in finanziell gesicherter Lage keine Zeit mehr für
das Gebet. Da er alles hatte, hatte er Gott nicht mehr nötig. So meinte er es
wenigstens und entäusserte sich des Schutzschildes eines täglichen Aufblicks zu
gott.
Umso mehr aber erwachte in ihm das
Verlangen nach sinnlichen Vergnügungen. Es ging ihm wie Dr. Faust, der in alle
Wissenschaften eingedrungen, in Bergen von Büchern und Akten und
Experimentierwinkeln seit Jahren eingefangen war. - Aufgespürt durch Mephisto
(Satan in Menschengestalt) verlässt er seine muffige Studierstube und folgt
seinem Verführer in alle Vergnügungen und Niederungen dieser Welt, wie es
Goethe in seinem Hauptwerk beschreibt.
Der Fall
So schweiften die Augen des
Erfolgreichen nicht nur hin zu den attraktiven Schönen, sondern er selbst wurde
umgarnt von Frauen, die durch ihre Annäherung Erfolg und Prestige für sich
erstrebten. Mit weiblicher List gelang es der einen, den Professor für sich zu
gewinnen, indes er wohl meinte, er hätte sie erobert.
Natürlich geschah alles in
grösster Diskretion und heimlich. Unter keinen Umständen sollte es zur Kenntnis
seiner Frau oder gar an die Öffentlichkeit gelangen.
Nach aussen liessen sie sich
nichts anmerken. Sie spielten ein doppeltes Spiel: Sie wurde seine Geliebte und
gab sich offenbar jede erdenkliche Mühe, das vorerst geheim zu halten. Ihm aber
wurde die eigene Familie zur Last.
Die betrogene
Gattin
Immer bedrückter verfolgte die
betrogene Gattin den Wandel ihres Mannes. Immer mehr entschuldigte er sich,
wegen unaufschiebbaren Projekten erst sehr spät, oder selbst erst nach
erforderlichen Reisen nach Hause zurückkehren zu können.
Den Gottesdienst besuchte er nicht
mehr, denn einmal musste er doch ausschlafen und sich von den grossen
Anstrengungen des Berufes erholen. Sie lebten nebeneinander und schienen sich
doch in unendliche Fernen gerückt, als ob sie einander nichts mehr angehen
würden.
Mit jener fraulichen
Feinfühligkeit wusste sie, dass der Mann sie betrügt. Eine Welt brach für sie
zusammen. Sie wusste aber auch beim Charakter ihres Mannes, dass er sie
verlassen würde, wenn sie rebellieren würde. In unsagbarem Schmerz suchte sie
ihre Hilfe im Gebet und schöpfte immer wieder Kraft bei Maria, der
Schmerzensreichen, und hielt durch.
Die unerwartete
Wende
Das Ringen um die Seeles des
Mannes währte nicht Monate, sondern Jahre. Die Not der Gattin war
unbeschreiblich. Aber sie hielt aus, betete und schwieg, obschon der Himmel für
ihr Flehen verschlossen schien. Eines Sonntags begleitete sie der Mann, der
seit Jahren keine Kirche mehr betrat, zu einem Ausflug nach Montichiari bei
Brescia. Etwa drei Kilometer ausserhalb der Stadt kannte die Frau hinter einem
abgelegenenen Bauerngehöft bei einem kleinen Wäldchen das kleine Kapellchen
Fontanelle mit der Statue der "Rosa mystica", der "geheimnisvollen
Rose", wie Maria angerufen wird. Arrogant und spöttisch entsprach der
Professor der Bitte seiner Frau und betrat mit ihr die Kapelle.
Wie vom Blitz
getroffen
Da, wie vom Blitz getroffen wird
der Professor vor den Augen seiner Frau starr und schneeweiss, fängt dann an zu
zittern und von einer Wand zur andern wie ein Wahnsinniger hin- und
herzurennen. Dann sinkt er in die Knie und heult wie ein Kind. Erst nach einer
Zeitspanne verlässt er, gefolgt von der Gattin, schweigend die Kapelle zum
Auto. Ohne essen und trinken schliesst er sich drei Tage und Nächte in sein
Zimmer. Dann verlässt er das Haus, trennt sich auf der Stelle von seiner
Geliebten und legt eine ganz gründliche Lebensbeichte ab und eröffnet sich
seiner Gattin mit der zuversichtlichen Hoffnung, dass Gott ihm verzeiht, und
bittet sie um Vergebung für das unermessliche Leid, das er ihr angetan.
Er sah die Hölle
Was der Professor in furchtbar
entsetzlichen Momenten erlebte, bekannte er nach seiner Bekehrung vor der
gesamten Studenten- und Professorenschaft seiner Universität: "Die grosse
Muttergottesstatue wurde vor mir lebendig. In unsäglicher Trauer stand Maria in
Tränen vor mir. Dann hat sie mir die Hölle gezeigt, mein Gefängnis mit der nie
mehr endenden Qual und Verzweiflung. Es ist der Ort, der für mich bestimmt ist,
wenn ich nicht umkehre. Ich war ob des Anblicks völlig verzweifelt! Dann aber
schaute sie mich mit so mütterlicher Liebe an, dass ich Vertrauen fasste auf
die unendliche Barmherzigkeit Gottes und eine lebendige Reue mich erfüllte..."
So hat das
jahrelange, scheinbar fruchtlose Gebet der frommen Gattin durch Gottes Gnade
die Bekehrung erwirkt.
(Dies geschah vor rund 30 Jahren.
Das betreffende Ehepaar erzählte es dem deutschen Pater Laux.)
Wer
daher umkehrt, solange noch Zeit ist, wird Gnade finden.
PRO
VERITATE
Bonaventur Meyer
Postfach
CH-4632 Trimbach/Olten
PRO
VERITATE ist eine schweizerische Vereinigung zur Verteidigung der von GOTT
gesetzten Sittenordnung.
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