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3.2.2001

Deutsch 4
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Denkfehler lösen New-Economy-Debakel aus

 

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Zur Meldung New-Economy-Debakel von Ende Januar 2001

Das Debakel der New Economy kommt nicht aus heiterem Himmel.

Bei den Medien war die Entwicklung vorherzusehen.

1.    sind die allerwenigsten Internet-Nutzer bereit, für das Anschauen von Seiten Geld zu zahlen;

2.    durften sich die Verlage nie auf die Versprechungen der Medien-Gurus verlassen, dass sie ihre Ausgaben hauptsächlich mit Werbung würden finanzieren können. Denn das Internet bietet ja jedem Unternehmer selbst die Möglichkeit, Werbung für sich zu machen.

So liegt die Bedeutung des Internets in erster Linie darin, neue Leser für die Zeitungen etc. zu gewinnen. Die Zeitung ist und bleibt das Hauptstandbein, das Internet ist Beigabe, nicht umgekehrt.

Im Handel:

Nur wenige Branchen können ihre Waren über Internet gut absetzen. Bei den übrigen Wirtschaftszweigen wird ein niedriger Prozentsatz nicht überschritten, der das Ganze unrentabel macht.

Die flächendeckende Auslieferung von bestellten Waren bleibt auf dem Lande eine Utopie. Wenn schon kleine Lebensmittelläden nicht mehr von den Ketten beliefert werden, wie sollte da ein Lkw wegen ein paar Salatköpfen, Nudelschachteln und Joghurtbechern nach Kleinbärenweiler fahren? Im Gegenteil bietet sich den noch existierenden Tante-Emma-Läden möglicherweise eine neue Chance, vielleicht auch mit der Auslieferung oder Aushändigung von Artikeln, die z. B. von der Edeka-Zentrale kommen. Eine Krise – um nur an eine Benzinknappheit zu denken – könnte die Großmärkte „auf der grünen Wiese“ über Nacht zum Verschwinden bringen.

Und was die Auslieferung von Nahrungsmitteln in den Städten betrifft: Die Leute, heute oft alleinstehend, sind selten zu Hause, und im Kriminalitätszeitalter geht es nicht mehr an, die per Internet bestellten Warenpakete einfach vor der Tür abzustellen.

Allzu viele ließen sich von der Euphorie der Gurus der „Neuen Märkte“, der „New Economy“, des Internet-Zeitalters etc. mitreißen. Allzu viele werden dies büßen müssen.

Denn die „boomende“ Wirtschaft wird auf den Boden zurückgeholt werden. Eine sanfte Landung wird es nicht geben.

etika.com 1.2.2001
Nachdruck honorarfrei gestattet

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