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Denkfehler
lösen New-Economy-Debakel aus |
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Index Kommentare zur
Gesellschaft, Wirtschaft, Kultur (geplant)
Zur
Meldung New-Economy-Debakel von
Ende Januar 2001
Das
Debakel der New Economy kommt nicht aus heiterem Himmel.
Bei
den Medien war die Entwicklung vorherzusehen.
1.
sind die allerwenigsten Internet-Nutzer bereit, für das
Anschauen von Seiten Geld zu zahlen;
2.
durften sich die Verlage nie auf die Versprechungen der Medien-Gurus
verlassen, dass sie ihre Ausgaben hauptsächlich mit Werbung würden finanzieren
können. Denn das Internet bietet ja jedem Unternehmer selbst die Möglichkeit,
Werbung für sich zu machen.
So liegt die Bedeutung des Internets in erster Linie
darin, neue Leser für die Zeitungen etc. zu gewinnen. Die Zeitung ist und
bleibt das Hauptstandbein, das Internet ist Beigabe, nicht umgekehrt.
Im
Handel:
Nur
wenige Branchen können ihre Waren über Internet gut absetzen. Bei den übrigen
Wirtschaftszweigen wird ein niedriger Prozentsatz nicht überschritten, der das
Ganze unrentabel macht.
Die
flächendeckende Auslieferung von bestellten Waren bleibt auf dem Lande
eine Utopie. Wenn schon kleine Lebensmittelläden nicht mehr von den Ketten
beliefert werden, wie sollte da ein Lkw wegen ein paar Salatköpfen,
Nudelschachteln und Joghurtbechern nach Kleinbärenweiler fahren? Im Gegenteil
bietet sich den noch existierenden Tante-Emma-Läden möglicherweise eine neue
Chance, vielleicht auch mit der Auslieferung oder Aushändigung von Artikeln,
die z. B. von der Edeka-Zentrale kommen. Eine Krise – um nur an eine
Benzinknappheit zu denken – könnte die Großmärkte „auf der grünen Wiese“ über
Nacht zum Verschwinden bringen.
Und
was die Auslieferung von Nahrungsmitteln in den Städten betrifft: Die
Leute, heute oft alleinstehend, sind selten zu Hause, und im
Kriminalitätszeitalter geht es nicht mehr an, die per Internet bestellten
Warenpakete einfach vor der Tür abzustellen.
Allzu
viele ließen sich von der Euphorie der Gurus der „Neuen Märkte“, der „New
Economy“, des Internet-Zeitalters etc. mitreißen. Allzu viele werden dies büßen
müssen.
Denn
die „boomende“ Wirtschaft wird auf den Boden zurückgeholt werden. Eine sanfte
Landung wird es nicht geben.
etika.com
1.2.2001
Nachdruck honorarfrei gestattet