ETIKA

SPRACHE

www.etika.com
23.1.2007

40SP2007

Rechtschreibung so einfach wie möglich

ETIKA-Reform 2007

 

ETIKA reformiert Rechtschreibung: so einfach wie möglich

Angesichts des heutigen Chaos, hervorgerufen durch die komplizierte, oft unlogische und immer wieder abgeänderte offizielle Rechtschreibreform, schreiben wir künftig so einfach wie möglich. Schluss mit der Belastung der Schüler, die in den vergangenen Jahren ständig umlernen mussten. Dies auch mit Rücksicht auf die vielen Menschen anderer Völker, die deutsch lernen oder mit deutschen Texten arbeiten müssen; die Schwierigkeiten mit der deutschen Tastatur werden mit unserem System entschärft. So einfach sind die 7 ETIKA-Regeln:

 

1.    Die alte Rechtschreibung wird nach den Gesetzen der Einfachheit, Klarheit, Logik und Verständlichkeit erneuert. Außer in den nachstehend aufgeführten Fällen sind die Ausgaben von Duden und Wahrig vor der amtlichen Rechtschreibreform sowie das Werk „Stilkunst“ von Ludwig Reiners verbindlich oder zumindest zu Rate zu ziehen. Die Schreibung in Zweifelsfällen wird in das Ermessen des Einzelnen gestellt.

2.    ß fällt ganz weg und wird immer ersetzt durch ss wie in der Schweiz.

3.    Getrennt- und Zusammenschreibung: Jeder wähle die Variante, die einfacher, klarer, logischer ist und nicht das Verstehen erschwert wie die neue amtliche Rechtschreibung. Wenn eine Zusammenschreibung zweier Wörter nicht notwendig ist, getrennt schreiben; Ausländer haben es dann leichter. Deshalb auch mehr Bindestriche verwenden, wie dpa dies seit Jahrzehnten tut.

4.    Gross- und Kleinschreibung: Es gilt die alte Rechtschreibung, wobei jedem frei gestellt ist, Wörter, die klar als Substantive (Hauptwörter) erkenntlich sind, gross zu schreiben. *

5.    Fremdwörter werden in der Regel so belassen, wie sie in der fremden Sprache lauten, ausser in den Fällen, in denen sich die eingedeutschte Form durchgesetzt hat. Jeder sollte sich heutzutage bemühen, mehrere Fremdsprachen zu erlernen. Das Eindeutschen ist ein Unfug, den leider schon Einsiedlerpfarrer Hermann Aufenanger mit „karl de fuko“ statt Charles de Foucauld gemacht hat.

6.    Zeichensetzung: Es gelten die Regeln vor der Rechtschreibreform. Vor dem erweiterten Infinitiv mit zu hat ein Beistrich zu stehen, also: Ich bete, um zu überleben.

7.    Die alte Rechtschreibung, in Millionen Büchern der vergangenen Jahrhunderte lebendig, bleibt weiterhin gültig und darf in den Schulen nicht als falsch angestrichen werden. Wer dies trotzdem tut, ist ein ignoranter Sprachzerstörer.

 

* Grossschreibung: Zu Beginn unserer Reform schrieben wir: „Wörter, die klar als Substantive (Hauptwörter) erkenntlich sind, werden gross geschrieben. Dies war schon früher üblich, zum Beispiel schrieb Erzherzog Rainer von Österreich das Wort Niemand gross. Dasselbe gilt für: Keiner, Jeder, Jemand, der Andere, Alle, Viele, Einzelne, wenn diese Wörter allein stehen. Ausnahme: ich, du, wir usw. bleiben klein, weil diese Wörter so häufig vorkommen. Die Großschreibung dient ja dazu, dass sich der Leser besser zurecht findet.“ Wir haben auf diese Weise das Buch „Jedem nach seinen Taten“ umgeschrieben, aber dabei gesehen, dass das Schriftbild sich stark verändert und den Leser eher verwirrt, der gewohnt ist, Wörter wie alle, andere, niemand usw. mit kleinen Anfangsbuchstaben zu sehen. Auch sind viele Zweifelsfälle aufgetaucht, z. B.: „Was tue ich mit all dem?“ Deshalb kehren wir zur Schreibweise zurück, die vor der Reform üblich war, lassen aber dem Einzelnen viel Freiheit.

 

Nachdem nach der Wiener „Presse“ auch die „Frankfurter Allgemeine“ die Segel gestrichen hat, wollen wenigstens wir auf eine vernünftige Standard-Rechtschreibung hinarbeiten, denn den Unsinn der von Politikern erlassenen Rechtschreibreform sollten alle so schnell wie möglichst vergessen.

Wer am Computer Korrekturen machen will, wähle bei Microsoft Word unter Extras, Rechtschreibung und Grammatik als Wörterbuchsprache Deutsch (Schweiz) - falls dies funktionieren sollte. Falls nicht, gibt es eine Notlösung: unter Optionen wegen der ss die neue deutsche Rechtschreibung wählen - und die restlichen Änderungen von Hand vornehmen.

(16.1.2007 www.etika.com)

 

Vernichtender Schlag durch Rechtschreibreform.
“Diejenigen, die das (Rechtschreibreform) angerichtet haben, haben der ganzen deutschen Geistesgeschichte einen tödlichen Stoß versetzt.“ (Dr. Josef Rampold, Südtiroler Heimatkundler, Germanist und früherer Chefredakteur der Tageszeitung „Dolomiten, in seiner Sendung „An Eisack, Etsch und Rienz“, RAI Sender Bozen, 17.10.2006, 20 h)


Unser Vorschlag von 2004:

„Uns kann es als Verlagen nicht gleichgültig sein, wenn Schreib- und Lesefähigkeit
und damit die Sprachfähigkeit in diesem Land abnehmen.“
(Mathias Döpfner, Vorstandsvorsitzender der Axel Springer AG,und Stefan Aust, Chefredakteur des „Spiegel“)

In momentaner Verblendung tun Menschen manchmal etwas Idiotisches. Sie erkennen erst später, was sie angerichtet haben. Dann zeigt sich, aus welchem Holz sie geschnitzt sind. Die Vernünftigen sehen ihre Fehler ein, bemühen sich um Wiedergutmachung. Die Unvernünftigen beharren darauf: „Wir haben richtig gehandelt.“ Doch Arroganz in Verbindung mit Ignoranz kann ganze Völker ruinieren. Die Geschichte ist reich an Beispielen, um nur die beiden Weltkriege zu erwähnen (auch Kaiser Wilhelm II. war arrogant!) und das Gehabe der heutigen Supermächte auf fremden Territorien (die USA in Afghanistan und im Irak, die Russen in Tschetschenien).

Das eigene Volk ruiniert man am besten, indem man die Kultur zerstört. Zur Kultur gehört auch die Sprache, und zu den Hütern der Sprache gehören die Rechtschreibregeln. Wer da mit den Sprachverhunzern heult, macht sich mitschuldig. Jene, die übereifrig die Rechtschreibreform bejubelt und durchgesetzt haben, sollten jedem der bedauernswerten Schüler, denen sie solchen Unsinn (nur ein Beispiel: „Grisli“ statt „Grizzly“) zugemutet haben, 500 Euro Entschädigung zahlen – bar auf die Hand. Das wäre die richtige Motivation für die Schüler, dass sie dann wieder die alten Regeln erlernen.

Denn jetzt ist die Lage so schlimm wie nie zuvor, und alle Kinder tun einem leid, ebenso jene Ausländer, die Deutsch lernen. Die von Bürokraten verordnete Rechtschreibreform hat ein Chaos sondergleichen hervorgerufen.

„Die Deppen unseres Fachs haben uns das etwas Schlimmes eingebrockt“, sagt der Münsteraner Sprachwissenschaftler Elmar Neuss. „Ich zweifle am linguistischen Verstand der Beteiligten.“ Neuss meint, dass das neue Regelwerk einer alten Regel folgt, die da lautet: „Die Rechtschreibregeln werden mit jeder neuen Reform komplizierter.“ („Dolomiten“, 11.8.2004, Seite 3)

Frankfurter Allgemeine, „Der Spiegel“, die Zeitungen und Zeitschriften des Springer-Verlages sowie die Süddeutsche Zeitung wollen den Unsinn nicht mehr mitmachen. Die Kultusminister sowie die beiden Bundeskanzler Schröder und Schüssel verweigern sich jedem vernünftigen Argument. Der Karren ist total verfahren.

Sinnlos ist es, wenn der Vernünftige dem Verrückten Vernunft beibringen will. Deshalb Appell an die Gesamtheit der Dummen und Gescheiten:

·        Streitet nicht länger! Geht getrennte Wege! Jeder schreibe, wie er will!

Dann erkennt man sofort den jeweiligen Bildungsstand und stuft ihn ein als Menschen mit oder ohne Bildung; so offenbart jeder, wes Geistes Kind er ist (wie man auf den ersten Blick bei einem Mann mit Pferdeschwanz und Ohrring oder einer Frau mit entblösster Brust die verwerfliche moralische Einstellung und mangelnde Bibelkenntnis erkennt). Vor allem soll sich der Staat nicht unterstehen, in den Schulen die Regeln der alten Rechtschreibung für falsch und verboten zu erklären. Denn dann ist Krieg!

Allen Vernünftigen raten wir:

·        Bleiben wir bei der alten Rechtschreibung

·        Vereinfachen wir diese nach den Gesetzen der Logik!

·        Bei der Getrennt- sowie Gross- und Kleinschreibung sowie bei der Zeichensetzung lassen wir in Zweifelsfällen beide Versionen gelten.

Was uns nicht gefällt, das ändern wir selbst, ohne lange auf die Konferenzen blasierter Kultusminister und Ministerpräsidenten und absonderlicher Experten vierten Grades zu warten:

·        Wem das scharfe s (ss) nicht gefällt, der schreibe einfach überall ss wie in der Schweiz.

·        Wer Schwierigkeiten hat mit der Zusammen- und Getrenntschreibung, der schreibe nach Gefühl (ETIKA-Leser wissen, dass es in den vergangenen Jahrhunderten ein Hin und Her gab bei Worten wie irgend ein/irgendein.) Und es ist doch klar, dass „Schüler auseinander setzen“ etwas anderes ist als „sich mit einer Sache auseinandersetzen“. Da verhalten wir uns eben nach den Gesetzen der Logik.

·        Dasselbe gilt für die Gross- und Kleinschreibung. „Jung und Alt“ sind im Grunde Hauptwörter (Substantive), wären also gross zu schreiben. „Im grossen und ganzen“ empfinden wir nicht als Hauptwörter, deshalb klein, weil im übertragenen Sinn gebraucht.

·        Wenn der Leser den Wortursprung erkennt, kann er sich leichter orientieren. Fremdwörter sind so ungeheuer wichtig heute und wir lassen sie, wie sie sind, ausgenommen sie sind schon lange eingedeutscht. Es wäre einleuchtender, wenn man in der Mehrzahl Babies schreiben würde, als Babys, wie es der Duden vorschreibt. Die neuen Duden lassen wir überhaupt nicht mehr gelten, nur die alten. Welch Horror, wenn man Grisli schreiben muss statt Grizzly. Nur Stümper wie die modernen Rechtschreibreformer können sich eine solche Verstümmelung ausgedacht haben. Dabei sind sie „falschen Etymologien“ (Götz Fischer) aufgesessen wie beim Wort Tolpatsch, das von ungarisch „talpas“ (Fusssoldat) kommt.

·        Die alten Beistrichregeln behalten wir bei. Ganz wichtig, dass beim erweiterten Infinitiv mit zu (erweiterte Grundform) ein Komma steht. Richtig also: Ich hoffe, dich zu treffen. An diesem Beispiel unterscheidet man – unter anderem - die Banausen von den Gebildeten. In Zweifelsfällen lassen wir auch beim Komma beides gelten: mit oder ohne. Damit man nicht ewig nachschauen muss.

Das wäre eine neue Reform, die eine Erleichterung bringt. Aber das herrschende „Sammelsurium krauser Einfälle“ (Götz Fischer, Schriftleiter der „Wiener Sprachblätter“) tut es nicht. Millionen schlucken diesen „Murks“ (Kai Dieckmann)  blindgläubig – weil sie kein Empfinden für die deutsche Sprache haben, auch wenn sie sich Kanzler, Minister, Akademiker, Lehrer, Journalisten usw. nennen. Jedem, der sein Volk, seine Heimat, seine Sprache liebt, tut es in der Seele weh, was die Reformer in den Schulen anrichten.

„Die Schüler sind die Hauptleidtragenden des Sprachstreits. Die Kritiker werfen den Reformern vor, sie hätten die Kinder mit den unausgegorenen Änderungen zu Versuchskaninchen gemacht, und fordern nun, den Kindern zuliebe das verunglückte Experiment abzubrechen.“ („Dolomiten“, Bozen, 10.8.2004, Seite 3) Wenn dies wie zu erwarten nicht geschieht – die Welt ist nun einmal ein Narrenhaus -, dann empfehlen wir die ETIKA-Reform von unten her, um die Sprache zu retten.

Man darf doch nicht vergessen, dass die meisten Texte, mit denen Kinder später zu tun haben, in der alten Rechtschreibung verfasst sind: die Bücher ihrer Eltern und Grosseltern und jene Millionen wichtiger Werke in den Bibliotheken der Gemeinden, höheren Schulen und Universitäten. Wenn die Schulbücher anders geschrieben sind, führt das zu einer Zerrissenheit. Die Schüler wissen schliesslich überhaupt nicht mehr, was richtig und falsch ist, wenn sie ständig mit zwei Schreibweisen konfrontiert werden. Also Schluss mit dem Unsinn der von eigensinnigen Kultusministern aufgezwungenen, total verunglückten Rechtschreibreform. Rette sich, wer kann! Wie? Zu guten Büchern in alter Rechtschreibung greifen! Und nach einer Übergangszeit von ein paar Jahren, in der sich die Verleger für oder gegen die „kulturpolitische Barbarei“ (SWR-Intendant Peter Voss) entscheiden sollen, Zeitungen und Zeitschriften mit falschem Geschreibsel meiden!

Die überwiegende Mehrheit der Bevölkerung ist den Umfragen zufolge – bis zu mehr als 75 Prozent - gegen die neue Rechtschreibung. Wir zitieren nur ein Beispiel.

Leser der Südtiroler Tageszeitung „Dolomiten“ konnten telefonisch ihre Meinung kundtun. Ergebnis: „Die meisten wollen wieder die alte Rechtschreibung“ (12. 8. 2004, Seite 11). Nachstehend die Meinung eines Anrufers:

Für Stefan Tretter aus Meran, der selbst zwei Bücher geschrieben hat, ist die Rechtschreibreform ein „Nonsens, der nichts gebracht hat. Im Unterschied zum Englischen, das eine reine Funktionalsprache ist, ist das Deutsche eine Bewusstseinssprache: Sie bietet einen guten Zugang ins Seelische. Nicht umsonst habe Deutschland die grössten Dichter hervorgebracht. Rechtschreibung könne man nicht von Sprache abkoppeln: „Wenn die Rechtschreibung nicht mehr stimmt, stimmt die Sprache auch nicht mehr, denn Sprache bestimmt unser Denken.“ Er glaubt nicht, dass die Kinder grosse Schwierigkeiten hätten, wieder umzulernen, „eher wohl die Lehrer“. Er befürchtet sogar, dass die Kinder, die nach der neuen Rechtschreibung schreiben lernen, „eines Tages vielleicht Schiller oder Novalis gar nicht mehr verstehen“.

·        Wo bleibt da die Demokratie, wenn eine Clique von Verschwörern der Mehrheit diktiert, wie sie zu schreiben hat?

·        Fehlt nur noch, dass sie einem auch die Gedanken vorschreiben.

Aber das kommt auch noch. Weltdiktatur total. Herrschaft des Antichrist. Rette sich, wer kann.

ETIKA Index 4