ETIKA

Gedichte

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48LP10

Lazarus und der Reiche. Lk 16,19-26

18.3.2013

Der Schlüssel zum Verständnis des Weltgeschehens

Ein Reicher lebte alle Tag´
herrlich und in Freuden.
Vor seiner Tür ein Armer lag;
sein Leben war nur Leiden.

Von Geschwüren ganz entstellt,
teilt er sich mit den Hunden,
was von des Reichen Tische fällt;
sie lecken seine Wunden.

Die Szene wechselt mit dem Tod.
Engel führen heim den Armen.
Er wird befreit aus aller Not.
Der Reiche findet kein Erbarmen.

Er schmachtet in der Hölle Flamm´,
sieht Lazarus beim Blick nach oben
ruhn im Schoß des Abraham
und hört ihn den Gerechten loben.

„O Abraham, hier ist all´s Rauch.
Schick Lazarus, Erbarmen fühle,
damit er seinen Finger tauch´
ins Wasser, meine Zunge kühle.“

Abraham drauf sagt: „Mein Sohn,
du hast in deinem ersten Leben
dein Gutes ja empfangen schon ‒
und hast davon nichts abgegeben.

Nun leidest du des Feuers Pein.
Doch ihm war Schlechtes nur beschieden.
Es muss ja wohl ein Ausgleich sein.
Hier erfährt er Trost und Frieden.

Auch trennt uns eine tiefe Kluft,
und Niemand kann hinüber.“
Nimm dies Gleichnis nicht für Luft,
sorg vor dem Höllenfieber!

Rainer Lechner, etika.com

A n m e r k u n g :

Bei dieser Bibelstelle handelt es sich dem Kirchenlehrer Thomas von Aquin zufolge um eine wahre Geschichte und nicht um eine Parabel.

“Sto. Tomás ...aduciendo en prueba la historia (que segun Estio in 4. q. ult. §. 3. autorizado por S. Agustin y S. Gregorio, es realmente una historia verdadera y no una parábola) del rico condenado á quien dijo Abraham: Fili, recordare quia recipisti bona in vita tua. (Luc. XVI, 25.)”

San Alfonso M. de Ligorio: Que cosas recordarán los condenados.

Index 4