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Gedichte

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48LP17

Musikterroristen

25.3.2014

 

Musikterroristen

Das, was ihnen einst ergötzlich,
empfinden jetzt sie als entsetzlich.
Sie marterten ihr Publikum
mit Pop und Rock, tak-tak, bum-bum,

verdrängten Heimatmelodien
mit Sängern, die wie Irre schrieen.
Englisch musste alles sein.
Spott galt dem, was schön und rein.

Mit destruktiven Dissonanzen
Unkraut in die Herzen pflanzen
machte ihnen furchtbar Spaß.
Woher stammte nur ihr Hass

auf die heile Welt der Braven?
Ihre gift´gen Pfeile trafen
das Denkvermögen und Gemüt.
Doch gibt es Gott, der Alles sieht.

„Ihr macht gar viele Leut´ zu Narren.
Auch euch soll dieses widerfahren!
Ihr wollt den Rhythmus möglichst schnell?
Ihr findet ihn im Lärm der Höll´.“

Rainer Lechner, etika.com

 

Ein nicht zu unterschätzender Teil der älteren Generation regt sich jeden Tag furchtbar auf über die unpassende, meist englische Musik in RAI Südtirol.

Dieses Gedicht wurde am 21.3.2014 auf der Leserbriefseite der Tageszeitung „Dolomiten“ abgedruckt.

Nachtrag: Glückliches Südtirol! Am 5.4.2014 zeigten junge Musikanten beim 2. Südtiroler Volksmusik-Wettbewerb in Klausen, dass noch im ganzen Land die echte, schöne Volksmusik gepflegt wird. Stellvertretend für die meisten Teilnehmer, die ein erstaunlich hohes Niveau aufwiesen, seien hier genannt: Josef Pöll, Harmonika, die Gruppe „Sarner Saitenwind“ mit Hackbrettern, Harfe und Gitarre, sowie die Geschwister Hannah und Josef Lanzinger mit Harmonika und Harfe. Am Abend desselben Tages erfreuten die AVS-Singgemeinschaft Unterland unter Marlene Zwerger Matzneller, die jungen Mataner Plattler, Grundschüler und Bläser der Bürgerkapelle das Publikum im überfüllten Bürgerhaus Tramin beim Benefizabend für den verunglückten Bergsteiger Oskar Andreaus.

Weitere provokante Gedichte in dem Band „Empor aus der Scheinwelt“, siehe Titelseite von www.etika.com

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