ETIKA

Gedichte

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48LP18

Politiker

25.3.2014

 

Pensionsvorschüsse

Politiker

O wie viele sind nur Drohnen,
scheffeln hurtig Millionen
aus den öffentlichen Kassen 1,
solang die Wähler sie nur lassen.

Raffinierte Bürokraten
sinnen stets auf neue Taten,
um die Bürger auszuplündern. 2
Wehe diesen Menschenschindern!

Geld und Macht nicht ewig währen,
zeitbegrenzt sind Ruhm und Ehren.
Einmal kommt der höchste Richter
und räumt auf mit dem Gelichter.

Rainer Lechner, etika.com

Anmerkungen

1 „Dolomiten“-Chefredakteur Toni Ebner kommentierte die an die Südtiroler Landtagsabgeordneten gezahlten Pensionsvorschüsse wie folgt: „Wie erklärt man den 5000 Armen, dass für sie acht Millionen Euro nicht gefunden werden, für 130 Politiker 90 Millionen aber sofort?“ (22.2.2014) Manche Politiker kassieren eine Million und mehr, ohne sich zu schämen.

Dem „Corriere dell´Alto Adige“ vom 8.3.2014 entnehmen wir: „Il settimanale economico Südtiroler Wirtschaftszeitung ha fatto qualche conto in tasca a Claudi Emeri, marito di Andreina Emeri, consigliera (regionale) tra il 1983 ed il 1985, che in quasi trent´anni ha incassato oltre un milione di euro in vitalizi.“

Der Volkszorn ist gewaltig, und eine Leserbriefschreiberin gab bekannt: „In Zukunft glaube ich nur noch an Gott.“ (Dolomiten, F. S., G., 8.3.2014)

Ein Leserbriefschreiber macht darauf aufmerksam: „Überhaupt wird immer von einer Mindestrente von 500 bis 700 Euro gesprochen. Das ist die größte Lüge, die es überhaupt gibt.“ (O. O., B., 14.3.2014). Ein Anderer weiß: „Die Politikerrenten sind ja eine Bagatelle im Vergleich zu all den Geldern, welche jährlich verheizt, veruntreut oder unterschlagen werden.“ (N. L., S., 14.3.2014) Einer der neun Rentenmillionäre, H. M., hat einen Antrag auf Arbeitslosengeld über 1100 Euro monatlich gestellt. (Dolomiten, 20.3.2014)

2 Der Dezemberausgabe 2013 der Zeitschrift „wir Kapuziner“ (Innsbruck, 60. Folge) entnehmen wir: „Philippinen. Das Fass zum Überlaufen brachte der sogenannte „Pork-Barrel-Funds-Skandal“, in dem es um einen Betrug in der Größenordnung von 230 Millionen US-Dollar geht. Ein beträchtlicher Teil der Parlamentarier und Senatoren hat Gelder, die sie in Entwicklungsprojekte ihres Wahlkreises investieren sollten, zum Großteil in die eigene Tasche gesteckt.“

Obiges Gedicht wurde am 27.1.2014 auf der Leserbriefseite der Tageszeitung „Dolomiten“ veröffentlicht.

Weitere provokante Gedichte in dem Band „Empor aus der Scheinwelt“, siehe Titelseite von www.etika.com

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