ETIKA

Die Weisheit der Welt

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48LS1

GESELLSCHAFT

17.9.2016

Achtung vor dem Mitmenschen
Die Beziehungen zwischen den Menschen ließen sich leicht und ganz einfach verbessern, wenn jeder, der etwas Negatives sagt, sich in die Rolle des Andern versetzte und dächte: Wie würde ich darauf reagieren? Alle würden viel empfindsamer und hüteten sich vor bösen Worten. Wir haben eine große Verantwortung bei allem was wir sagen, denn jeder Gedanke wirkt fort.
ETIKA

Alter
Das Alter ist verehrungswürdiger als Rang und Jugend.
Aus Nigeria

Wir sehn mit Grausen ringsherum
die Leute werden alt und dumm.
Nur wir allein im weiten Kreise
wir bleiben jung und werden weise.
Eugen Roth

Amt
Wem Gott ein Amt gibt, dem gibt er auch Verstand – ist ein alter Scherz, den man wohl in unseren Zeiten nicht gar für Ernst wird behaupten wollen.
Georg Wilhelm Friedrich Hegel: Grundlinien der Philosophie des Rechts. Vorrede

Arbeit
Geh irgendeiner Arbeit nach, damit der Teufel dich immer beschäftigt findet.
hl. Hieronymus, zit. Lorit: Verzeiht 191

Viele Menschen erkaufen sich die Hölle mit so großer und schwerer Arbeit, dass sie mit der Hälfte davon den Himmel hätten erkaufen können.
hl. Thomas Morus, zit. Neues Groschenblatt April 198?

Es ist eine Gefahr, wenn wir vergessen, für wen wir unsere Arbeit tun.
Mutter Teresa

Arbeiten wir nur für materiellen Gewinn, so bauen wir uns selbst ein Gefängnis.
Antoine de Saint Exupéry, 1900 – 1940, Flieger und Schriftsteller

Arbeitslose
Warum kommt eigentlich niemand auf den Gedanken, die Arbeitslosen (gegen Entgelt natürlich) zur Reinigung von Bächen, Flüssen, Wäldern und Straßenrändern und dergleichen Umweltschutzaufgaben einzusetzen?
ETIKA schon 1978

Aufbauen
Münster wird man keine mehr bauen... aber einen Teil der Menschheit aufzuerbauen im Herrn, das hat etwas Lebendiges, Praktisches bei all seiner hohen Erhabenheit...
Jeremias Gotthelf

Autorität. Wehe dem, der eine Autorität sein will und sein soll, und er untergräbt die Autorität dessen, von dem er seine Autorität hat, und auf dem dieselbe beruht.
Jeremias Gotthelf, 1797 - 1854

Bedeutung
Kaum jemand, von dem Sie je in den Zeitungen lesen, ist von irgend einer Bedeutung.
G. K. Chesterton, Der Schnelle, die Meinung von Inspektor Greenwood, in: Father Browns Skandal, Haffmanns Verlag, Zürich,  999, S. 46; The Quick One, The Scandal of Father Brown, 1929

Bruderschaft
Die Brüderschaft der vom Schmerz Gezeichneten. Die, die an sich erfuhren, was Angst und körperliches Weh sind, gehören in der ganzen Welt zusammen. Ein geheimnisvolles Band verbindet sie. Miteinander kennen sie das Grausige, dem der Mensch unterworfen sein kann, und miteinander die Sehnsucht, vom Schmerze frei zu werden. Wer vom Schmerz erlöst wurde, darf nicht meinen, er sei nun wieder frei und könne unbefangen ins Leben zurücktreten, wie er vordem stand. Wissend geworden über Schmerz und Angst, muß er mithelfen, dem Schmerz und der Angst zu begegnen, soweit Menschenmacht etwas über sie vermag, und anderen Erlösung bringen, wie ihm Erlösung ward.
Albert Schweitzer, der Urwaldarzt von Lambarene

Bücherverbrennung
„Dort, wo man Bücher verbrennt, verbrennt man auch am Ende Menschen.“ Dieses Wort von Heinrich Heine ist nicht nur auf Kommunisten und Nationalsozialisten gemünzt, sondern auch auf die anderen, die wir hier natürlich nicht nennen dürfen.

Demokratie – Meinungsdiktatur – Diktatur
Glaubt nicht allen, die sich Demokraten nennen, daß sie es sind.
Demokratie = Meinungs- und Pressefreiheit
Meinungsdiktatur = Hetzjagd auf Andersdenkende
Diktatur = Gefangennahme und Tötung Andersdenkender

Die Masse der Einflußlosen beruhigt sich mit dem Schein des Einflusses
Leistritz

Was ist Mehrheit? Mehrheit ist der Unsinn; Verstand ist stets bei wen´gen nur gewesen.
Friedrich Schiller

Die Alleinherrschaft wird leicht zur Tyrannis, die Herrschaft einer bevorrechtigten Schicht mit Leichtigkeit zur Oligarchie und die Demokratie artet unschwer zur Anarchie aus.
Niccolo Machiavelli, 1469-1527, florentinischer Politiker, Historiker und Dichter, Zeitgenosse Savonarolas, Discorsi I, 2

Diskussion
Vinzenz von Paul war kein Mann der Theorie, sondern der Tat. Er haßte nichts mehr als langatmige, geistreiche Diskussionen.
Prälat Franz Sales Müller, „Werkbrief“ 4/1981, zit. im 511. Vinzenzbrief Bozen, 25.3.1982

Die Wahrheit ist so kostbar für mich, und so selten, daß ich sie, wenn ich sie wirklich einmal gefunden habe, nur sehr ungern den Zufällen einer Debatte aussetze; ich fürchte, daß ihr Licht erlischt, wenn es bewegt wird.
Tocqueville, Erinnerungen, S. 134

Mai discutere con i cretini. La regola d´oro sta nelle leggi di Murphy: “Non discutere mai con un idiota: ti trascina al suo livello e ti batte con l´esperienza”.
Liberazione, Roma, 22.5.2011

Dummheit
Der Gescheitere gibt nach! Ein unsterbliches Wort. Es begründet die Weltherrschaft der Dummen.
Marie von Ebner-Eschenbach, 1830-1916, Dichterin

Das Publikum ist so einfältig, lieber das Neue als das Gute zu lesen.
Arthur Schopenhauer, 1788-1860, Philosoph

Einwanderer
Verantwortungslos ist es, Einwanderer ins Land zu holen, ohne ihnen Arbeit und Wohnungen zu geben; man treibt sie ins Elend oder in die Kriminalität.
ETIKA

Erfolg
Es ist keine neue Wahrheit - denn die findet man nur selten-, daß der Erfolg den Menschen Bedeutung und den Unternehmungen Nachdruck verleiht. Wie viele galten für dumm, ohne es zu sein, wie viele für gescheit, ohne es zu verdienen, weil es dem Glück gefiel, sich über die Gerechtigkeit lustig zu machen.
Fernan Caballero (* 1797 Morges, + 1877 Sevilla), Glück und Glas, 443

Ertragen
Selig der Mensch, der seinen Nächsten in seiner Unzulänglichkeit genau so erträgt, wie er von ihm ertragen werden möchte, wenn er in ganz ähnlicher Lage wäre.
hl. Franziskus von Assisi, 1181/2-1226, Ordensgründer, Ermahnungen, 18

Fernsehen
Das Fernsehen stiehlt deine Lebenszeit.

Wer das Gefühl hat, von seinem Fernsehgerät versklavt zu werden, verzichte zumindest einige Zeit aufs Fernsehen, oder verkaufe den Apparat oder werfe ihn weg. Als Mahatma Gandhi wegen eines Fernglases oft Streit mit einem Freund (K.) hatte, mit dem er gerade übers Meer fuhr, machte er der Versklavung durch den wertvollen Gegenstand dadurch ein Ende, dass er den Feldstecher in hohem Bogen ins Meer warf. „Ethik der Zerstörung“ nannte er das.
(siehe Young India).

Das Fernsehen erfolgt in Wirklichkeit umgekehrt. Wir sind nicht die Zuschauer, sondern die Akteure. Wie reagieren wir? Wie wirkt sich das Gesehene auf unser Denken und Verhalten aus? Zuschauer sind Himmel und Hölle, Gott mit den Engeln und Heiligen auf der Empore, der Teufel und die Dämonen im Parkett.
D. E. R.

Freiheit
Die schönsten Träume von Freiheit werden im Kerker geträumt.
Friedrich Schiller

Freude

Willst du glücklich sein im Leben,
trage bei zu andrer Glück.
Denn die Freude, die wir geben,
strahlt ins eigne Herz zurück.
Altes Lebensgesetz

Freund
Ein Freund erzieht den anderen.
Novalis

Frieden
Der Friede ist der Friede Gottes oder es ist keiner. Wollen wir die Welt retten und zum Frieden führen, dann müssen wir die Gottesliebe als oberstes Gesetz anerkennen.
P. Eugen Berthold, Betendes Gottesvolk Nr. 107, September 1976

Nicht die Abwesenheit von Gewalt bedeutet Friede, sondern die unzertrennliche Beziehung zu Gott.
WCa im evangelischen Konstanzer Großdruckkalender, 4.10.1990

Friede auf Erden ist nichtt möglich, wenn Gott unter den Menschen bedeutungslos wird … Deshalb hat christliche Friedensarbeit vor allem darin zu bestehen, einerseits den Glauben an Gott und die Rangordnung der Werte, andererseits die Wurzel des Übels sichtbar zu machen.
Emmeram Ritter, Bote von Fatima, 13.1.1984, Jg. 41/Nr. 1, S. 2

Wir wollen einen wirklichen Frieden, nicht einen, der nur die Bemäntelung des Krieges ist; einen Frieden, der sich auf Gerechtigkeit gründet. (Anmerkung ETIKA: betrifft auch die auf dem Kolonialismus und den Weltkriegen aufgebaute heutige ungerechte Weltordnung.)
hl. Hieronymus, Brief an Archelaus, Statthalter von Palästina, zit. Lorit 130

Nie dürfen wir für einen faulen Frieden eintreten,wenn es um Dinge geht, die Gott gebietet, auch wenn es Kampf und Streit gibt. Wo die Interessen Gottes in Frage stehen, hört der Friede auf.  (Anm. ETIKA: und die Toleranz!)
P. Rupert Mayer, Märtyrer, zit. im Neuen Groschenblatt 4/1983

Es kann der Frömmste nicht in Frieden leben, wenn es dem bösen Nachbarn nicht gefällt.
Friedrich Schiller

Es gibt eine Friedensliebe, welche unchristlich und sündhaft ist; nämlich wenn man des Friedens wegen  das Böse duldet, dazu schweigt, Alles gehen läßt, wo man doch Beruf hat, dem Bösen entgegenzutreten. Das ist eine faule Friedensliebe aus Weichlichkeit und Feigheit. So gutmüthig und friedfertig auch jeder Heilige ist, so entschlossen und tapfer opfert er den Frieden und die Beliebtheit, wenn das Böse ausgereutet werden muß und die liebreichen Vorstellungen nicht ausreichen.
Legende, von Alban Stolz. Aerntemonat. Herder Freiburg i. Br., 1857, 8. August seliger Altmann, S. 61

Furcht
Niemand fürchtet sich mehr als derjenige, den man am meisten fürchtet.
Aus Persien

Gemeinschaft
Ich wünschte, daß wir fünf, die wir jetzt in Christo einander lieben, uns verbündeten. Gleichwie nämlich andere in diesen Zeiten sich heimlich zusammentun, um sich gegen die göttliche Majestät zu erheben und Bosheiten und Ketzereien anzustiften. So sollten auch wir manchmal im geheimen uns zu versammeln trachten, um uns gegenseitig unsere Fehler aufzudecken und einander mitzuteilen, worin wir uns bessern und Gott wohlgefallen könnten; denn niemand kennt sich selbst so gut, wie diejenigen uns kennen, die uns beobachten, wenn nur die Liebe und die Sorge, uns zu nützen sie leitet.
hl. Teresa von Avila, Leben 17, S. 195f

Es gibt Menschen, die Worte haben wie Jesus, die Herzen und Hände haben wie er. Zu denen sollen wir gehen … Solche Jesusmenschen gehören meistens zu Gemeinden oder Gemeinschaften (oft zahlenmäßig kleine), in denen der Geist Jesu, der Geist des Vertrauens und des Glücks zu spüren ist.
Johannes Haspelmath im 93. Rundbrief der Gemeinschaft christlicher Vegetarier, Ostern 1984

Gerechte
Ist jemand gerecht, so handelt er nach Recht und Gerechtigkeit. Er blickt nicht zu den Götzen … auf ... Er unterdrückt niemand. … Er begeht keinen Raub … Dem Hungrigen gibt er von seinem Brot …
Ezechiel/Hesekiel 18, 5-9

Wie kann man gerecht sein, ohne klug, stark und mäßig zu sein? Gerechtigkeit ist nichts anderes als ein dauernder, starker und beharrlicher Wille, jedem das zu geben, was ihm gehört.
hl. Franz von Sales: Abhandlung über die Gottesliebe II, 244

Gerechtigkeit
Unsere Welt sehnt sich nach Gerechtigkeit und Frieden, wie die Wüste nach Wasser dürstet. Bewässern wir unsere eigene Umgebung, und wir werden eine kleine Oase wachsen sehen. Isolde Kostner, Skirennfahrerin aus Gröden, in den "Dolomiten" vom 13.12.1999, Wunsch für das 3. Jahrtausend

Geschichte
Die christliche Botschaft in der Geschichte: Jeder will seine Feinde vernichten. Soll die Geschichte ewig so weitergehen? Dann sind wir zum Schluss alle vernichtet. Ausweg: Den anderen, wer es auch sei, in seiner Lage zu verstehen suchen, mit ihm durch psychischen Druck (Gandhi) gerechte Lösungen aushandeln (z. B. Unabhängigkeit für die Kurden), nach Liebe und Frieden streben (wie Karl May von Ardistan nach Dschinnistan): Das ist die christliche Botschaft. Sie wird noch über der Erdkugel schweben, wenn sie vielleicht einmal eine atomare Wüste ist.
ETIKA

Geschwätz

Flieh der Leute dumm´ Geschwätz,
gewinne dir die Himmelsschätz!

Gesellschaft
Machen wir uns frei von Bedürfnissen, die uns die Gesellschaft aufschwatzt.
ETIKA

Schmeichle den Reichen nicht und erscheine nicht gern vor den Großen. Geselle dich lieber zu denen, die sich durch Einfalt und Demut, durch Andacht, Züchtigkeit und Sittsamkeit deinem Herzen empfehlen, und rede mit ihnen von Dingen, die erbauen.
Nachfolge Christi, I, 8. Kapitel

Gesetz

Weil man den Gesetzen vertraute und mit ihnen für alles gesorgt zu haben glaubte und die Gesetze dem Buchstaben nach handhabte, so vergass man, dass der Arme ein Mensch, ein Bruder sei, vergass über den Gesetzen die Liebe, die einzige Mutter aller Gaben, die Segen bringen, vergass über dem Leib die Seele. Jeremias Gotthelf, 1797 - 1854

Das Gesetz ist der Freund des Schwachen.
Friedrich Schiller, 1759-1805, Dichter

Gespräche
Mische in alle Unterhaltungen und Gespräche immer einige geistige Dinge; damit lassen sich unnütze Worte und Klatsch vermeiden.
hl. Teresa von Avila, Avisos 14, 699

Gleichheit
All animals are equal, but some animals are more equal than others. – Alle Tiere sind gleich, aber manche Tiere sind gleicher als die übrigen.
George Orwell, gestorben 1950, Schriftsteller, Animal´s farm

Glück
Willst du glücklich sein im Leben, trage bei zu andrer Glück. Denn die Freude, die wir geben, strahlt ins eigne Herz zurück.
Alter Spruch

Große fressen Kleine
Padre Antonio Vieira „tadelt die Freßgier der Fische; die großen Fische fressen die kleinen, wie ja auch die Menschen schon einander bei Lebzeiten zu verschlingen trachten: einer beutet den anderen aus, jeder sucht auf Kosten der anderen zu leben. Die Mächtigen sind die schlimmsten, sie fressen das einfache Volk wie das tägliche Brot, ohne an die Allmacht des rächenden Gottes zu denken.“
Gerhard Desczyk im Nachwort zu Padre Antonio Vieira: Die Predigt des heiligen Antonius an die Fische, Union Verlag Berlin, DDR, 1968, S. 87

Großraumbüro
Wer in einem Großraumbüroarbeitet, ist häufiger krank. Einer Schweizer Studie zufolge wirken sich negativ aus: Lärm (Gespräche im Hintergrund, Telefonate, Geräte), trockene, schlechte, stickige Luft, unpassende Temperaturen, zu wenig Licht, Zugluft. (NWZ 8.5.2010) Nichts über kleine Büros mit höchstens zwei oder drei Personen.

Handeln. Es ist keine Zeit zu jammern, sondern es ist Zeit zu handeln.
Adolph Kolping

Hilfsbereitschaft.
Was der Welt am meisten fehlt, sind Menschen, die sich mit den Nöten anderer beschäftigen.
Albert Schweitzer

Die Menschen helfen lieber dem, der ihrer Hilfe nicht bedarf, als dem, welchem sie nötig ist. Friedrich Hebbel, 1813-1863, Dichter

Horizont
Die Leutchen haben alle nicht genug zu tun, sehn nichts als ihre eigene Nase und üben ihre Schwimmkunst auf der stürmischen Welle der Phrase. Mit den Feinden wird man fertig, aber die Freunde! Sie tragen alle Scheuklappen und sehn nur einen Fleck von der Welt.
Otto von Bismarck, 1815-1898, Reichskanzler, zit. bei Wilhelm Mommsen: Otto von Bismarck, rororo 1966, 74

Identität. „Mit Heavy Metal gegen den Verlust der kulturellen Identität“
zebra, Die Straßenzeitung für Südtirol, luglio&August 2014. Von uns als der dümmste Spruch der Woche eingestuft.

Intellektuelle
Die Menschheit wird niedergehalten durch eine Bande von Intellektuellen. Wären diese Leute mit ihrem Wissen guten Willens, so müßte es ihnen ein Leichtes sein, Hunger, Elend, Krieg fernzuhalten.
D. E. R.

Wieso haben die Intellektuellen, wenn sie scharenweise zusammenkommen, unweigerlich etwas Komisches?
Max Frisch, 1911-1991, Schweizer Schriftsteller, Tagebuch 1946-1949

Journalisten
Journalisten und Geistliche haben allein der Wahrheit zu dienen und nicht einem Regime oder einer Ideologie, weder der kommunistischen noch der nationalsozialistischen noch der liberal-multikulturellen.
ETIKA

KGB
Die KGBler sind am meisten versklavt. In ihrer Seele ist alles Menschliche abgestorben. An ihren Gesichtern konnte ich lesen, daß sie keine Menschen mehr sind. Man muß zwar nicht die These vertreten, sie wären verkörperte Dämonen, aber es ist nicht daran zu zweifeln, daß sie sich im Grenzbereich der Unterwelt befinden.
Tatjana Goritschewa, russische Schriftstellerin und Dissidentin, das Neue Groschenblatt 10/1984

Kunst. Die wahre Kunst besteht nicht darin, das Irdische abzubilden, sondern das Himmlische im Irdischen nachzuweisen.
Karl May: Winnetous Erben, Karl May Verlag Bamberg, S. 470

„Nun sollen wir die Natur, weil sie von Gott gelenkt wird, nachahmen, wie es ja sogar auch die Kunst thut, die in der Natur ihr untrügliches Muster sieht.“
Verfassername leider verloren gegangen

Langeweile. Blasierte Leute haben gewöhnlich grausame Langeweile. Es sind gewöhnlich Leute, die sich für nichts interessieren als für ihre eigene Person, und da diese sehr langweilig ist, so müssen sie Langeweile haben, begreiflich.
Jeremias Gotthelf, 1797 - 1854

Leid – Sünde. Wer das Leid bekämpfen will, aber nicht seine Hauptursache, die Sünde, wird wenig Erfolg haben.
ETIKA

Liebe
Viele Gaben und Gnaden der Tugend und von Anderem, geistig und körperlich (ich sage körperlich wegen der notwendigen Dinge für das Leben des Menschen), sie alle habe Ich (Gott) so unterschiedlich verteilt und nicht Einem allein gegeben, damit der Eine gezwungenermaßen Anlass hat, gegenüber dem Anderen Liebe walten zu lassen. Ich wollte, dass der Eine auf den Andern angewiesen ist, und daß sie meine Verwalter wären, die die Gnaden und Gaben, die sie von mir erhalten haben, austeilen. Dies zeigt euch, dass mein Haus viele Wohnungen hat, und dass ich nichts Anderes will als Liebe.
hl. Caterina von Siena, Il Libro, Kapitel 7

Mehrheit
„Was 1000 Wichte sagen, bekommt Gewicht und wird gewichtig, weil die Wichte 1000 sind und die Ehrenmänner, die´s nicht glauben, höchstens zehn. Auch haben die Schufte in der Regel bessere Lungen als die Ehrenmänner, sie schreien mehr, und nichts bewirkt auf der Welt mehr als Geschrei.“
Johann Nestroy, DWZ 10.12.1976

Meinungen. Eine der erstaunlichsten Erscheinungen ist, daß man sich einbildet, von abhängigen Menschen unabhängige Meinungen erwarten zu dürfen.
Sigmund Graff, 1898-1979, Schriftsteller und Bühnenautor

Mitleid. Dass ein Mensch dem andern helfe in seiner Not, ist ein Naturgesetz, den es liegt in unserer Natur, die der Mitleids, der Barmherzigkeit fähig ist; diese Fähigkeit zum Mitleid, der Trieb zur Barmherzigkeit ist aber auch ein Zeugnis unserer höhern Abkunft, unserer Verwandtschaft mit Gott.
Jeremias Gotthelf, 1797 – 1854, Schweizer Dichter

Mitleid ist die höchste Form der Liebe – vielleicht die Liebe selbst.
Heinrich Heine, 1797-1856, Dichter

Aber wozu ist denn unseren Herzen gegeben, Mitleid fühlen zu können? Oder sollte der Himmel grausam sein? Und warum kommt niemand von dort herab und unterweist uns, wie die Menschen ihr Leben besser machen könnten, damit es keine Ausgestoßnen mehr gäbe und wiederum auch keine Hochmütigen und Übersättigten und auch keine Bettler mehr? Oh, wenn doch nur ein solcher Lehrer von dort herabkäme, wenn es doch nur einen solchen Menschen gäbe, wie gern wollte sie (Anm.: die Ägypterin, die ihr Haus verschenkt hatte, um eine Familie zu retten, und ins Elend gefallen - zur Dirne geworden - war) zu seinen Füßen schluchzen und während ihres ganzen Lebens das erfüllen, was er ihr befehlen würde!
Nikolai Lesskow, 1831-1895, russischer Dichter, Legendäre Charaktere, 26, 281

Multikulturell. Wenn schon in so vielen Familien Zwietracht herrscht, wie kann man dann den Leuten vorlügen, in einer multikulturellen, multireligiösen Gesellschaft aus Angehörigen verschiedenster Völkerschaften gebe es Frieden? Christen wissen: Dahinter steckt der Durcheinanderwerfer.
etika.com 17.6.2008

Musiker
Musiker, sagt euch denn niemand, dass ihr einem großen Teil der Zuhörer auf die Nerven geht oder ihn langweilt? Überlasst das Komponieren Genies, die göttliche Inspirationen haben. Weltweit ist die Bevölkerung Stümpern und böswilligen Manipulatoren in Radiostationen etc. ausgeliefert – und kaum jemand wehrt sich gegen die Unkultur.
ETIKA

Nachtleben
Welche Nächte scheinen dir wohl den Vorzug zu verdienen, solche (des Gebets und der göttlichen Tröstungen) oder die der Kinder dieser Welt, die um diese Zeit umherwandeln, der Keuschheit unschuldiger Jungfrauen nachstellend, um ihnen mit ihrer Ehre auch ihre Seele zu rauben! Während Mord, Furcht und Angst sie umgeben, setzen sie Ehre und Leben auf´s Spiel und häufen den Zorn Gottes bis zu jenem Tage des Zorns, der ihnen ewiges Verderben bringt.
Luis von Granada, Führer für Sünder, Aachen 1853, S. 250

Nächstenliebe
Versäume nicht, für deine Nächsten um die Gnade Gottes zu flehen. Du trägst Verantwortung auch für sie. Keine Fürbitte ist vergeblich.
F. G. Aymara: Wege zu Gott

Es ist leichter, alle zu lieben, als einen! Die Liebe zur ganzen Menschheit kostet gewöhnlich nichts als eine Phrase, die Liebe zum Nächsten fordert Opfer.
Peter Rosegger, Dichter

Die meisten Menschen brauchen mehr Liebe, als sie verdienen.
Marie von Ebner-Eschenbach, 1830-1916, Dichterin

Niemand verdient Liebe als allein wegen der Tugend, die in ihm wohnt.
hl. Johannes vom Kreuz

Nebenamt
Schafft euch ein Nebenamt, ein unscheinbares, womöglich ein geheimes Nebenamt° Tut die Augen auf und suchet, wo ein Mensch ein bißchen Zeit, ein bißchen Teilnahme, ein bißchen Gesellschaft, ein bißchen Fürsorge braucht. Vielleicht ist es ein Einsamer, ein Verbitterter, ein Kranker, ein Ungeschickter, dem du etwas sein kannst. Vielleicht ist´s ein Greis, vielleicht ein Kind. … Darum suche, ob sich nicht eine Anlage für dein Menschentum findet. Laß dich nicht abschrecken, wenn du warten oder experimentieren mußt. Auch auf Enttäuschungen sei gefaßt.
Albert Schweitzer, Freundeskreis 1930/57, Dokumente, Heidenheim, 1965, S. 14; 33. Rundbrief, 10.10.1970

Öffentliche Meinung
Die öffentliche Meinung ist die größte Lüge der Welt.
Thomas Carlyle, 1795-1881, schottischer Philosoph

„Die gefährlichste strategische Waffe, die am Ende dieses Jahrhunderts im Kampf um die Weltherrschaft eingesetzt wird, befindet sich in den Händen einer Hochfinanzelite, die damit ihre „One World“ oder „Neue Weltordnung“ verwirklichen will. Diese Waffe heißt Medienpropaganda und besteht aus Zeitungen, Zeitschriften, Büchern, Radio, Fernsehen, Schulen, Universitäten und allem anderen, was Informationen und Wissen vermittelt. Ihr Ziel ist die Zerstörung des Selbstvertrauens der Völker in ihre eigene nationale Kraft und Fähigkeit. Mit aufgebauschten Schreckensgeschichten … soll die Bevölkerung verunsichert und ihr eingeredet werden, daß nur noch globale Institutionen in der Lage sind, den Erdball vor der totalen Zerstörung zu retten. In vielen Fällen hat man es mit Hilfe der Medien geschafft, völlig unfähige, korrupte und gleichgültige Männer an die Spitze von Regierungen zu bringen, die ihre Länder ruinieren …“
Insider 12/1996; zit. im Neuen Groschenblatt 12/1996

Parlament
Von parler, parlare stammt Parlament – Schwatzkasten manʾs darum verteutschen könnt!
Heinrich Vierordt (1855-1935), Schriftsteller

Pflicht
Was unerreichbar ist, das rührt uns nicht; / doch was erreichbar /sei uns goldne Pflicht.
Gottfried Keller, Schweizer Dichter

Politik
Die moderne Politik besteht gut zur Hälfte darin, daß reiche Leute das einfache Volk erpressen.
Gilbert Keith Chesterton: Vaudreys Verschwinden

Politiker
Idealismus in der Politik ist ebenso selten wie andere Naturwunder!
Gunnar Gunnarsson, 1889-1975, isländischer Schriftsteller, Der Geächtete, 1928

„Sooft die Politiker eingreifen, sinkt (und zwar sogar fast unvermeidlich) die Moralität merklich...“
George Sorel: Über die Gewalt, Suhrkamp Verlag Frankfurt am Main 1969, S. 256

Radio
Der verschlafenste aller Sender, die wir kennen, ist RAI Südtirol. Er brachte das Kunststück fertig, bei der Fußball-Europameisterschaft an den Tagen nach den Vorrundenspielen (mit wenigen Ausnahmen) vormittags nur eines von den drei Spielergebnissen zu nennen und die anderen beiden totzuschweigen. Dafür wurden in den Nachrichten gebetsmühlenartig völlig unwichtige Lokalmeldungen wiederholt. Der oder die Chefredakteure klammern sich wahrscheinlich an den Unsinn, dass alle Zuhörer Fernsehen und Internet-Smartphone besitzen und die Ergebnisse bereits kennen. Sie sind aus dem gleichen Holz geschnitzt wie jene Zeitungsredakteure, die verlangen, dass die Zeitungen am nächsten Tag nicht mehr über Unfälle und andere Ereignisse berichten, wenn diese am Vorabend im Fernsehen gezeigt wurden. Verrückte Welt!
ETIKA

Der Höllenlärm im Radio
macht nur verwirrte Geister froh.

Recht
Die rechtliche Ordnung muß sich an die sittliche Ordnung gebunden fühlen und darf sich nicht erlauben, deren Grenzen zu überschreiten.
Papst Pius XII. am 13.11.1949, zit. Bote von Fatima 13.5.1980

Mancher vergißt nur dadurch seine Pflichten, daß er stets an seine Rechte denkt.

Redner
„Es gibt Referenten, die durch ihre Rede Verwirrung anrichten. Sie sprechen geschwollen und benutzen Fremdwörter, um zu zeigen, dass sie etwas studiert haben … Diese Menschen haben eine Ausbildung … erhalten, doch geblieben ist nur die Einbildung. … Ein guter Redner weiß, was er zu sagen hat, er fasst sich kurz, klar und verständlich.“
Leserbrief in den „Dolomiten“ vom 20.3.2014, R. W., V.

Regierungen
Jedes Volk hat die Regierung, die es verdient. – Toute nation a le gouvernement qu íl mérite.
Spruch aus dem frühen 19. Jahrhundert

Heutzutage laufen die Absichten der Regierungen darauf hinaus, das Leben so verwirrend und kompliziert wie möglich zu machen.
John Dickson Carr: In Spite of Thunder. Rombi di tuono per il Dottor Fell. Mondadori Milano, 2014, 155

Wer in der Regierung sitzt,
oft des Volkes Kass´ stibitzt.

Reiche

O ihr Reichen, hütet euch,
werdet bald den Armen gleich.

„Nennen Sie mir jemanden, der zehn Millionen auf ehrliche Weise erworben hat.“
Inspektor Elk in dem Kriminalroman von Edgar Wallace „The Joker – Der Joker“, Wilhelm Goldmann Verlag, München, S. 19

So reich waren wir nie wie heute – so habgierig waren wir auch nie wie heute. So viel Kleider hatten wir nie wie heute – so ausgezogen, so nackt aber waren wir auch nie wie heute. … So viel gesehen haben wir nie wie heute – so blind aber waren wir nie wie heute. So viel Licht hatten wir nie wie heute – so dunkel aber war es nie wie heute.
Wilhelm Willms: der geerdete himmel, Butzon & Bercker 1981

Rettung der Seelen
Unser Herr hat es eilig. Die Tage – gegeben, um Ihn zu lieben, Ihn nachzuahmen, mit Ihm die Seelen zu retten – fließen dahin, und man liebt Ihn nicht, man ahmt Ihn nicht nach, man rettet nicht.
Charles de Foucauld, Missionar in der Sahara

Es gibt nichts Unnützeres als einen Christen, der sich nicht bemüht, andere Menschen zu retten. Sage nicht: Es ist mir unmöglich, andere zu beeinflussen. Wenn du wirklich Christ bist, sollte es unmöglich sein, daß nichts geschieht. Das Apostolat gehört zur Wesensart des Christen, und die Behauptung, daß ein Christ seinen Mitmenschen nicht helfen könne, wäre ebenso unsinnig wie die andere, die Sonne könne kein Licht spenden. Ich kann nicht glauben, daß einer die Seligkeit erlangt, der sich nicht um das Heil seines Nächsten bemüht.
hl. Johannes Chrysostomus, zit. im Neuen Groschenblatt 3/1982

Ritterlichkeit
Wenn ihr euer Land schützen und und bei edlen Frauen Ehre einlegen wollt, so müßt Ihr Entbehrungen ertragen und Wunden gelassen hinnehmen können. Wer dem Ritterorden angehört, der muß beständig und treu, gegen Frauen stets ehrerbietig, im Kampfe tapfer, gegen Arme gütig und freigebig sein; der muß immer Gott vor Augen haben und alles Böse meiden! Wer diese Gebote befolgt, ist schon auf Erden ein seliger Mann!"
Waffenmeister Hildebrand zu König Dietrich von Bern, Deutsche Heldensagen, Boje-Verlag Stuttgart, 1955, Seite 163

Satire
„Satire darf alles.“
Tucholsky, NWZ 11.1.2012

Schwätzer
Die Schwätzer, Blender und Machtmenschen herrschen in dieser Welt,
die Schweiger, Leider und Beter in der kommenden.
ETIKA

Die Diktatur der Schnellschwätzer. Man läßt niemand mehr Zeit zum Denken. Bei Interviews sollen die Partner sofort wie aus der Pistole geschossen antworten, und so reden sie allzuviel Seichtes und Blödsinn statt tief Durchdachtes.
ETIKA

Sprechen

„Sprechen hindert den Menschen am Denken.“
Hercule Poirot in: Die Morde des Herrn ABC, von Agatha Christie, Bern 1980, S. 163

Strafen

Schützet euer Gut und Hab!
Strenge Strafen schrecken ab.

Tapferkeit
Man ist kräftig, wenn man fähig ist, den Angriffen der Feinde mächtigen Widerstand zu leisten – und tapfer, wenn man sich nicht nur zu Kampf und Widerstand im gegebenen Augenblick bereithält, sondern auch den Feind angreift, wenn er am wenigsten daran denkt.
hl. Franz von Sales, Geistliche Gespräche, 300

Teilen
Das Reich Gottes sorgt für die neue Wirtschaftsordnung dadurch, daß seine Grundlage heißt: Verteilung „nach dem jedermann not war“ (Apg. 2,45).
Stanley Jones, zit. Melzer: Indische Weisheit, 212

Die Hälfte unseres Einkommens gehört bei dem jetzigen Zustand der Welt in die Hände unserer Missionare, die unter Verhungernden das Christentum ausbreiten.
Hermann Aufenanger, Einsiedlerpfarrer, das glück der weltweiten einfachheit, 1966, 11

Theater
All the world´s a stage.
Die ganze Welt ist ein Theater.
William Shakespeare, 1564-1616, Wie es euch gefällt, Akt II, Szene 7

Toleranz
Die Grenze der in einer Gesellschaft möglichen und insoweit auch gebotenen Toleranz liegt dort, wo es um deren Selbsterhaltung gibt.
Prof. Dr. Peter R. Hofstätter, Psychologe, Rheinischer Merkur 2.3.1984

Toleranz ist gut, wir müssen aber auch den Mut haben zu widersprechen. Wir müssen jeden Menschen lieben, aber Falsches, Vergiftendes in seinen Ideen und Werken aufdecken und bekämpfen.
j. b. im Wiener Kirchenblatt, 22.5.1983, zit. im 526. Vinzenzbrief

Toleranz darf nicht verklärt werden. Sie ist kein positiver Wert an sich.
Rainer Forst, Professor für Politische Theorie und Philosophie, Johann-Wolfgang-Goethe-Universität Frankfurt/Main, NWZ, 19.2.2011, kna

Treue
Wenn alle untreu werden, So bleiben wir doch treu!
Novalis

Dem traue nie, der einmal Treue brach. – For trust not him, that hath once broken faith.
William Shakespeare, König Heinrich VI., IV, 4

Überstunden sind ungesund. Vor allem das Herz nimmt zuviel Arbeit übel.
Langzeitstudie Whitehall II, London, European Heart Journal, dpa, NWZ 12.5.2010

Unrecht
Durch Unrecht niemals Recht. Durch Recht niemals Unrecht.
Dag Hammarskjöld, 1905-1961, schwedischer Politiker, UNO-Generalsekretär, getötet bei mysteriösem Flugzeugabsturz

Untreue
Wer im Kleinen ungetreu ist, wird der treu im Grossen werden, und, wer an Vater und Mutter, an Weib und Kindern ein Schelm ist, kann der ein Ehrenmann sein gegenüber der Gemeinde oder gar dem Staate?
Jeremias Gotthelf, 1797 - 1854

Unzufriedenheit
Wer mit sich selbst nicht zufrieden sein kann, der kehrt gerne diese Unzufriedenheit gegen alle andern Leute statt gegen sich selbst.
Jeremias Gotthelf

Verantwortung
Wir sind nicht nur verantwortlich für das, was wir tun, sondern auch für das, was wir nicht tun.
J. Molière

Versöhnung
Es gebe keinen größeren und wichtigeren Dienst als den der Versöhnung, sagte Bischof Karl Golser am Seminartag in Brixen vor Seminaristen und Schülern des Vinzentinums. (RAI Sender Bozen, 14.3.2010, Mittagsnachrichten) ETIKA-Kommentar: Liebe und Gerechtigkeit sind weitaus höhere Werte. Lieben kann man jemand wegen seiner Tugend, seiner inneren oder/und äußeren Schönheit. Und die Gerechtigkeit ist die Wiederherstellung der Ordnung Gottes. Versöhnung hat nur einen Sinn, wenn die Ordnung Gottes dabei wiederhergestellt wird. Warum soll sich das Rotkäppchen mit dem bösen Wolf versöhnen, der sich anschickt, das Mädchen zu fressen?

Der Ton der Versöhnung kann nur echt sein, wenn er frei vom Mißton des Unrechts ist.
Josef Rampold, Schriftsteller und Chefredakteur der „Dolomiten“ von 1981-1995

Verstand

Der Mangel an Verstand
hat alles abgebrannt:
Familien, Volk und Land.
Man geht am Rattenfängerband.

Verzeihen
Selbstverständlich hebt die Forderung, hochherzig zu verzeihen, die objektiven Forderungen der Gerechtigkeit nicht auf. Die richtig verstandene Gerechtigkeit ist sozusagen der Zweck des Verzeihens. An keiner Stelle der Frohen Botschaft bedeutet das Verzeihen, noch seine Quelle, das Erbarmen, ein Kapitulieren vor dem Bösen, dem Ärgernis, vor der erlittenen Schädigung oder Beleidigung. In jedem Fall sind Wiedergutmachung des Bösen und des Ärgernisses, Behebung des Schadens, Genugtuung für die Beleidigung Bedingungen der Vergebung.
Papst Johannes Paul II., Enzyklika „Dives in misericordia“, Über das göttliche Erbarmen, Christiana-Verlag Stein am Rhein, 1981, S. 38

Die Voraussetzung für die Vergebung ist, daß der andere seine Schuld bekennt und um Vergebung bittet.
Evangelischer Konstanzer Großdruckkalender, 13.10.1992

Verzicht
„Wirf weg, damit du nicht verlierst!“ ist die beste Lebensregel.
Friedrich Hebbel, 1813-1863, Dramatiker

Was über das hinausgeht, was nötig ist, um einen angemessenen Lebensaufwand zu bestreiten, ist an die Armen zu verteilen.
Girolamo Savonarola, SVC IV, 6, S. 156

Gäben wir die Hälfte dessen,
Was wir, krank uns machend, essen,
Denen, die macht Mangel krank,
Könnten wir und sie gesunden
Und uns für die frohen Stunden
Gegenseitig sagen Dank.
Rückert, zit. „Dolomiten“, 5.5.1934

Wahrhaftigkeit
Obsequium amicos, veritas odium parit.
Gefälligkeit schafft Freunde, Wahrhaftigkeit Hass.
Publius Terentius Afer, römischer Komödiendichter, 184-159 vor Christi Geburt

Wahrheit
Wenn ich die Wahrheit sage, wenn die Menschen die Wahrheit lesen und die häßlichen Dinge um sie herum sehen, wird ihr Bewußtsein geweckt. Sie werden aus dem Schlaf gerissen, in dem sie Tag für Tag dahindämmern. Damit wird auch ihr Gefühl für Gerechtigkeit entwickelt.
Nadine Gordimer, Schriftstellerin

Die Wahrheit schweigt nicht, wenn es Zeit ist zu reden, denn sie fürchtet nicht die Menschen der Welt noch fürchtet sie, ihr Leben zu verlieren; sie fürchtet nur Gott.
hl. Caterina von Siena, Lettere 284, Pensieri 407

Die Wahrheit hat nichts zu tun mit der Zahl der Leute, die von ihr überzeugt sind.
Paul Claudel

Auch die berufsmäßigen Manipulatoren bei den Medien müssen, um glaubwürdig zu bleiben, immer wieder Teile der Wahrheit preisgeben.
ETIKA

Auch die größte Liebe zum Sünder darf nicht auf Kosten der Wahrheit gehen.
B. Günther, Satan 32

Warnungen
Es ist eine beunruhigende Frage, wieviel Verantwortung den trifft, der zu einer notwendigen … Warnung zu feige war.
Ida Friederike Görres in der bildpost vom 19.3.1972

Weisheit
O wie viel Leeres in der Welt! O quantum est in rebus inane.
Persius, gestorben 62 n. Chr., Satire 1, 1

Weltreise
Wenn du einmal nicht weißt, was du tun sollst, dann unternimm eine Reise: eine Reise, die dich durch die ganze Welt führt und die dich doch nichts kostet, denn sie findet in deinem Innern statt. Suche Jene auf, die der Hilfe bedürfen: im Kreis deiner Verwandten, deiner Bekannten, in deinem Volk, in anderen Völkern (nimm ruhig eine Landkarte zur Hand), im ganzen Reich der Schöpfung. Entdecke die Notleidenden und hilf ihnen wenigstens in Gedanken, ihr Schicksal zu meistern. Nimm sie an als Freunde, auch wenn ihr euch nicht kennt. Bitte für sie, denn das Gebet ist eine Himmelsmacht, die stärkste Waffe des Guten. So kannst du vereinigt sein mit der ganzen Welt – und mit Gott.
F. G. Aymara: Wege zu Gott

Wissenschaft
Die Wissenschaft ist gut; sie muß aber eine höhere Flamme von oben in ihrem Marke tragen, soll sie nicht zum Irrlichte werden, das hinaus ins Wilde führt.
Joseph von Görres, 1776-1848, Universalgelehrter

Wissenschaft ist Macht. – Knowledge is power.
Francis Bacon, 1561-1626, englischer Philosoph und Staatsmann, Essayes

Wissenschaft und Religion auf verschiedenen Ebenen: Das Übersinnliche, die Religion, lässt sich nicht mit Maßstäben bewerten, die für das Irdische gelten. Das Unsichtbare lässt sich nicht so beweisen wie etwas Materielles, und doch existiert es – wie jeder in seinem Leben erfährt und in der Welt beobachten kann. Dies hängt davon ab, wie weit sein Horizont reicht.
ETIKA

Zeit
Denn nichts ist schwerer und nichts erfordert mehr Charakter, als sich in offenem Gegensatz zu seiner Zeit zu befinden und laut zu sagen: Nein.“
Kurt Tucholsky

Zerreden
Wenn man darüber redet, wird auch das Einfachste gleich kompliziert und unverständlich.
Hermann Hesse, 1877-1962, Dichter

Alles wird zerredet, vor allem im Radio.
ETIKA

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