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STAAT

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28.9.2002

49ST3

Der gottlose Staat: Widerstand ist Pflicht

Papst Leo XIII.

 

Papst Leo XIII.
Apostolisches Rundschreiben SAPIENTIAE CHRISTIANAE
vom 10.1.1890 über die Pflichten der Christen gegen Kirche und Staat
abgedruckt in:
Freude an der Wahrheit Nr. 114, Karl Haselböck, Wien, 1992, S. 4 und 8

 

2. EIN GOTTLOSER STAAT IST NUR TRÜGERISCHER SCHEIN EINES GEMEINWESENS.

 

Dies gilt von den einzelnen Menschen; es gilt aber ebenso von der (menschlichen) Gesellschaft, von der Familie wie vom Staate. Denn die Gesellschaft ist von Natur nicht zu dem Zweck geschaffen, des Menschen Endziel zu sein. Vielmehr soll er in ihr und durch sie nur geeignete Hilfsmittel finden, um zu seiner Vollkommenheit zu gelangen.

 

·        Wenn darum ein Staat nur auf äußerliche Annehmlichkeiten und Verschaffung eines behaglichen und ungestörten Lebensgenusses abzielt;

·        wenn er bei der Ordnung der öffentlichen Angelegenheiten Gott außerachtlassen und für die Gesetze der Sittlichkeit nicht Sorge tragen wollte;

so verfehlt dieser Staat in der schlimmsten Weise seinen Zweck und seine natürliche Bestimmung; eine solche Gesellschaft unter Menschen ist als keine Gemeinschaft mehr anzusehen, sondern als Nachäffung und trügerischer Schein eines Gemeinwesens.

 

Anmerkung etika.com: Dies gilt heutzutage auch für Staatenzusammenschlüsse wie EU und UNO.

 

5. DIE LEHRE JESU CHRISTI UND DER APOSTEL ÜBER DIE PFLICHT
ZUM UNTERTÄNIGEN GEHORSAM UND GEGEBENENFALLS ZUM WIDERSTAND.

 

Heilig ist also den Christen der Name der öffentlichen Gewalt, und auch in deren unwürdigem Träger erkennen sie in gewisser Weise den Abglanz und das Bild der Göttlichen Majestät. Sie achten die Gesetze in gerechter und gebührender Ehrfurcht, nicht aus Furcht vor Gewalt und Strafe, sondern als Pflicht des Gewissens: denn Gott hat uns nicht den Geist der Furcht gegeben (2 Tim 1,7).

 

·        Wenn aber die Gesetze des Staates mit dem göttlichen Recht in klarer Weise nicht übereinstimmen;

·        wenn dieselben der Kirche Unrecht zufügen;

·        wenn sie in Widerspruch stehen zu Verpflichtungen aus der Religion;

·        oder wenn sie die Autorität Jesu Christi in Seinem Hohenpriester (lat.: Pontifex Maximus! - Anm. K. H.) verletzen:

dann ist wahrhaft der Widerstand Pflicht, und der Gehorsam ein Verbrechen; und es stellt dies auch zugleich eine Entehrung des Staates selbst dar: denn was immer der Religion zum Schaden gereicht, ist auch ein Frevel gegen den Staat.

 

Hieraus ergibt sich aber auch, mit welchem Unrecht diese Anschauung der Auflehnung beschuldigt wird, da man doch keinem Staatsoberen und keiner Gesetzgebung den schuldigen Gehorsam verweigert, sondern man nur jene Befehle unbeachtet läßt, zu deren Verfügung keine Gewalt zuständig ist: denn da sie unter Verletzung des göttlichen Rechtes erteilt wurden, sind sie ohne Gerechtigkeit und eher alles andere als Gesetze.

 

Das ist, wie Ihr wohl wißt, Ehrwürdige Brüder, die genaue Lehre des heiligen Apostels Paulus. Darum mahnt er im Briefe an Titus die Christen, sie sollten den Fürsten und Gewalthabern untertan sein und ihrem Gebote gehorchen. Er fügt aber sofort folgendes bei: sie sollten zu jedem guten Werke bereit sein (Tit. 3,1). – So besteht offenbar gegenüber Gesetzen der Menschen, die irgendetwas wider das ewige Gesetz Gottes bestimmen, der Ungehorsam zu Recht.

Anmerkung etika.com: Dies betrifft natürlich auch Gesetze und behördliche Regelungen in Fragen der Abtreibung, unchristlichen Sexualerziehung, Duldung der Prostitution und Pornographie usw.

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