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49ST3 |
Der gottlose Staat: Widerstand ist Pflicht |
Papst Leo XIII. |
Papst Leo XIII.
Apostolisches Rundschreiben SAPIENTIAE CHRISTIANAE
vom 10.1.1890 über die Pflichten der Christen gegen Kirche und Staat
abgedruckt in: Freude an der Wahrheit Nr. 114, Karl Haselböck, Wien, 1992,
S. 4 und 8
2. EIN GOTTLOSER STAAT
IST NUR TRÜGERISCHER SCHEIN EINES GEMEINWESENS.
Dies gilt von den
einzelnen Menschen; es gilt aber ebenso von der (menschlichen) Gesellschaft,
von der Familie wie vom Staate. Denn die Gesellschaft ist von Natur nicht zu
dem Zweck geschaffen, des Menschen Endziel zu sein. Vielmehr soll er in ihr und
durch sie nur geeignete Hilfsmittel finden, um zu seiner Vollkommenheit zu gelangen.
·
Wenn darum ein Staat nur
auf äußerliche Annehmlichkeiten und Verschaffung eines behaglichen und ungestörten
Lebensgenusses abzielt;
·
wenn er bei der
Ordnung der öffentlichen Angelegenheiten Gott
außerachtlassen und für die Gesetze der
Sittlichkeit nicht Sorge tragen wollte;
so verfehlt dieser
Staat in der schlimmsten Weise seinen Zweck und seine natürliche Bestimmung;
eine solche Gesellschaft unter Menschen ist als keine Gemeinschaft mehr
anzusehen, sondern als Nachäffung und trügerischer Schein eines Gemeinwesens.
Anmerkung etika.com: Dies gilt heutzutage auch für Staatenzusammenschlüsse
wie EU und UNO.
5. DIE LEHRE JESU CHRISTI
UND DER APOSTEL ÜBER DIE PFLICHT
ZUM UNTERTÄNIGEN GEHORSAM UND GEGEBENENFALLS ZUM WIDERSTAND.
Heilig ist also den
Christen der Name der öffentlichen Gewalt, und auch in deren unwürdigem Träger
erkennen sie in gewisser Weise den Abglanz und das Bild der Göttlichen
Majestät. Sie achten die Gesetze in gerechter und gebührender Ehrfurcht, nicht
aus Furcht vor Gewalt und Strafe, sondern als Pflicht des Gewissens: denn Gott
hat uns nicht den Geist der Furcht gegeben (2 Tim 1,7).
·
Wenn aber die
Gesetze des Staates mit dem göttlichen Recht in klarer Weise nicht
übereinstimmen;
·
wenn dieselben der
Kirche Unrecht zufügen;
·
wenn sie in
Widerspruch stehen zu Verpflichtungen aus der Religion;
·
oder wenn sie die
Autorität Jesu Christi in Seinem Hohenpriester (lat.: Pontifex Maximus!
- Anm. K. H.) verletzen:
dann ist wahrhaft der
Widerstand Pflicht, und der Gehorsam ein Verbrechen; und es stellt dies auch
zugleich eine Entehrung des Staates selbst dar: denn was immer der Religion
zum Schaden gereicht, ist auch ein Frevel gegen den Staat.
Hieraus ergibt sich
aber auch, mit welchem Unrecht diese Anschauung der Auflehnung beschuldigt
wird, da man doch keinem Staatsoberen und keiner Gesetzgebung den schuldigen
Gehorsam verweigert, sondern man nur jene Befehle unbeachtet läßt, zu deren Verfügung
keine Gewalt zuständig ist: denn da sie unter Verletzung des göttlichen Rechtes
erteilt wurden, sind sie ohne Gerechtigkeit und eher alles andere als
Gesetze.
Das ist, wie Ihr wohl
wißt, Ehrwürdige Brüder, die genaue Lehre des heiligen Apostels Paulus. Darum
mahnt er im Briefe an Titus die Christen, sie sollten den Fürsten und
Gewalthabern untertan sein und ihrem Gebote gehorchen. Er fügt aber sofort
folgendes bei: sie sollten zu jedem guten Werke bereit sein (Tit. 3,1). – So besteht
offenbar gegenüber Gesetzen der Menschen, die irgendetwas wider das ewige
Gesetz Gottes bestimmen, der Ungehorsam zu Recht.
Anmerkung etika.com: Dies betrifft
natürlich auch Gesetze und behördliche Regelungen in Fragen der Abtreibung,
unchristlichen Sexualerziehung, Duldung der Prostitution und Pornographie usw.