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Gott
in der Geschichte: Philister züchtigen abtrünniges Israel |
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Unheimliche Zusammenhänge
Der Zorn Gottes
Herbert Butterfield: Christentum
und Geschichte
Aus dem Englischen übertragen von Dr. Sylvia Erdmann, Engelhornverlag,
Stuttgart, 1952, 165 Seiten
In der Frankfurter Allgemeinen Zeitung erschien am 24.1.1953 eine Rezension
von Heinrich Gremmels, der wir folgende Gedanken entnehmen. Wir fassen
zusammen:
Prophetische
Geschichtsdeutung
Herbert
Butterfield stellt die Geschichtswissenschaft theologisch in Frage und stellt
Christus als Anfang, Mitte und Ende aller Geschichte heraus. Das ist dann zugleich
ein frontaler Angriff gegen alle Geschichtsphilosophie, insbesondere gegen Hegel...
Ebenso
heftig ist die Gegnerschaft gegen den Fortschrittsglauben, insbesondere gegen
Jean Jacques Rousseau und seine Lehre vom guten Menschen, wie sie zur Grundlage
der modernen Demokratie geworden ist. So zerschlägt uns Butterfield alle
Bilder, die den Menschen größer erscheinen lassen, als er vor Gott ist. ...
So
wundert es uns nicht, wenn im Mittelpunkt der Erörterung ein Kapitel über „Das
Gericht in der Geschichte“ steht, das die weltgeschichtlichen Katastrophen des
20. Jahrhunderts im Geist und mit dem Pathos der großen hebräischen Propheten
als Zorn Gottes deutet.
Danach
ist auf einmal nicht mehr Deutschland und sein Militarismus allein an allem
schuld, „die Wahrheit ist vielmehr, daß Gott, der sogar die Philister
gebrauchen konnte, um sein auserwähltes Volk zu züchtigen, uns (die
Engländer)
(Anm.
etika.com: oder die Amerikaner oder Russen oder Tschetschenen usw.)
in
ähnlicher Weise gebrauchen kann, um Deutschland
(Anm.
etika.com: weil es andere Völker gering achtete, die Juden in die KZ schickte
und den Herrn vergaß,
oder Afghanistan wegen des Prozesses gegen die Christen und des
Opiumanbaus,
oder Tschetschenien wegen der traditionellen Räubereien, Entführungen
und Erpressungen
oder den Irak wegen der Verfolgung von Kurden, Schiiten und Jeziden
oder die Russen wegen der jahrhundertelangen Unterdrückung vieler Völker
und ethnischer Minderheiten
oder die Amerikaner wegen der weltweiten Verbreitung von Unmoral und
Unkultur
usw.)
zu
züchtigen, während er es einer späteren Zeit vorbehält, uns selber einem
strengen Gericht zuzuführen“.
·
Eine solche prophetische Geschichtsdeutung zwingt
die Völker und die einzelnen, reuevoll an die eigene Brust zu schlagen, und
führt zum gegenseitigen menschlichen Verständnis über nationale und soziale
Schranken hinweg.
Anmerkung
etika.com: Das ist die Lösung. Allseitige Anerkennung der Wahrheit, Reue, Buße,
gerechte Lösungen und Versöhnung statt Konfrontation, Krieg und Aufwärmen alter
Lügen. Hier treffen wir uns in der Wahrheit: Christen und orthodoxe Juden,
Herbert Butterfield und Ovadia Joseph (punktuell) sowie die weiteren mutigen,
aufrichtigen Juden wie Yehuda Bauer, Shraga Elam und Norman Finkelstein.