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51E3 |
Franziskus von Assisi |
Handbuch des
einfachen Lebens |
Sämtlichen Machthabern und
Volksvertretern, Richtern sowie verantwortlichen Politikern und Beamten überall
auf der Erde und allen anderen, welche dieser Brief erreicht, wünscht Bruder
Franziskus, Euer geringer und verachtenswerter Diener in Gott dem Herrn, Heil
und Frieden.
Denkt nach und zieht in Betracht,
daß der Tag des Todes näherrückt. Soweit es mir zusteht, bitte ich Euch deshalb
mit Ehrerbietung, wegen der Probleme und der Geschäfte dieser Welt, in denen
Ihr mitten drinnen steckt, nicht den Herrn zu vergessen und von seinen Geboten abzuweichen, weil all jene, die ihn
vergessen und von seinen Geboten abirren, verflucht sind und Er ihrer
auch nicht gedenken wird.
Und wenn der Tag des Todes kommt,
wird ihnen alles, was sie zu besitzen wähnten, weggenommen werden. Und je
intelligenter und mächtiger sie in dieser Welt waren, desto größer werden die
Qualen sein, die sie in der Hölle auszustehen haben.
Daher rate ich euch mit Nachdruck,
meine Herren, daß Ihr jedes Problem und jedes Geschäft hintanstellt und in
Demut das heiligste Blut unseres Herrn Jesus Christus zu seinem heiligen
Gedächtnis empfangt.
Und erweist Gott in dem Euch
anvertrauten Volk soviel Ehre, daß Ihr jeden Abend
durch einen Ausrufer oder durch ein anderes Zeichen das ganze Volk dazu
auffordert, Gott, dem allmächtigen Herrn, Lob und Dank zu sagen. Und
wenn Ihr dies nicht tut, so wisset, daß Ihr vor eurem Herrn und Gott, Jesus
Christus, am Tag des Gerichts Rechenschaft ablegen müsset.
Wer dieses Schreiben bei sich
behält und die Konsequenzen daraus zieht, darf sicher sein, daß der Segen
Gottes, des Herrn, auf ihm ruht.

Die Kirche im zerstörten Belchite (Teruel),
Nationaldenkmal des spanischen Bürgerkriegs. Foto: Rainer Lechner. Weiteres Foto