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WELT

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2.3.2003

51E3

Franziskus von Assisi
an die Führer der Völker

Handbuch des einfachen Lebens
= D12FA / 12F15

Sämtlichen Machthabern und Volksvertretern, Richtern sowie verantwortlichen Politikern und Beamten überall auf der Erde und allen anderen, welche dieser Brief erreicht, wünscht Bruder Franziskus, Euer geringer und verachtenswerter Diener in Gott dem Herrn, Heil und Frieden.

Denkt nach und zieht in Betracht, daß der Tag des Todes näherrückt. Soweit es mir zusteht, bitte ich Euch deshalb mit Ehrerbietung, wegen der Probleme und der Geschäfte dieser Welt, in denen Ihr mitten drinnen steckt, nicht den Herrn zu vergessen und von seinen Geboten abzuweichen, weil all jene, die ihn vergessen und von seinen Geboten abirren, verflucht sind und Er ihrer auch nicht gedenken wird.

Und wenn der Tag des Todes kommt, wird ihnen alles, was sie zu besitzen wähnten, weggenommen werden. Und je intelligenter und mächtiger sie in dieser Welt waren, desto größer werden die Qualen sein, die sie in der Hölle auszustehen haben.

Daher rate ich euch mit Nachdruck, meine Herren, daß Ihr jedes Problem und jedes Geschäft hintanstellt und in Demut das heiligste Blut unseres Herrn Jesus Christus zu seinem heiligen Gedächtnis empfangt.

Und erweist Gott in dem Euch anvertrauten Volk soviel Ehre, daß Ihr jeden Abend durch einen Ausrufer oder durch ein anderes Zeichen das ganze Volk dazu auffordert, Gott, dem allmächtigen Herrn, Lob und Dank zu sagen. Und wenn Ihr dies nicht tut, so wisset, daß Ihr vor eurem Herrn und Gott, Jesus Christus, am Tag des Gerichts Rechenschaft ablegen müsset.

Wer dieses Schreiben bei sich behält und die Konsequenzen daraus zieht, darf sicher sein, daß der Segen Gottes, des Herrn, auf ihm ruht.

Die Kirche im zerstörten Belchite (Teruel), Nationaldenkmal des spanischen Bürgerkriegs. Foto: Rainer Lechner. Weiteres Foto

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