ETIKA

EUROPA / Kritisches

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14.1.2001

54EU901
Mahatma Gandhi

Europa versteht Jesus falsch

 

„Europa hat den weisen, kühnen und tapferen Widerstand Jesu von Nazareth als passiven Widerstand missdeutet, wie wenn es sich um die Tat eines Schwächlings handelte. Als ich das Neue Testament zum erstenmal las, fand ich nichts von Passivität oder Schwäche an Jesus in den Schilderungen, die die vier Evangelien von ihm geben.“

Mohandas Karamchand Gandhi (geboren am 2. 10. 1869 in Porbandar, ermordet am 30. 1. 1948 von einem fanatischen Hindu), Harijan, 7. 12. 1947

 

54EU909
Mahatma Gandhi

Europa verwirklicht den Geist Satans

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14.1.2001

„Ich bin davon überzeugt, dass das Europa von heute nicht den Geist Gottes oder des Christentums verwirklicht, sondern den Geist Satans. Und der Satan hat den größten Erfolg, wo er mit dem Namen Gottes auf den Lippen auftritt. Europa ist heute nur noch dem Namen nach christlich. In Wirklichkeit betet es den Mammon an.

„Leichter kommt ein Kamel durch ein Nadelöhr, als ein Reicher in das Reich Gottes.“ Das sind Worte Christi. Seine sogenannten Anhänger messen ihren moralischen Fortschritt an ihrem materiellen Besitz.“

M. K. Gandhi, Young India, 8.9.1920

Zitiert in: Mahatma Gandhi: Worte des Friedens, Herder Verlag Freiburg, Basel, Wien, 2. Auflage, S. 39 und 26. Copyright bei Herder Verlag und Navajivan Trust, Ahmedabad, 380014 India

Wenn Gandhi das schon 1920 sagte, als Deutschland am Boden lag und die Engländer und Franzosen die halbe Welt unter sich aufgeteilt hatten und alle nach Freiheit strebenden Völkerschaften mit Billigung der Amerikaner brutal unterjochten, was würde er erst heute sagen, zur Epoche der systematischen Zerstörung der Religion, Ethik, Völker, Familien und Individuen, die von den Spießgesellen Mammons und As(h)modis in den USA und Europa ausgeht und weltweit die größten Verheerungen anrichtet?!

Ein Gespenst geht um in Europa

Zu der Erkenntnis Gandhis paßt ein Gedanke Moltmanns, den der Geistliche Ségur in seiner Rubrik „In die Zeit gesprochen“ in der Tageszeitung „Dolomiten“ (30.6.1973, Seite 6) zitiert:

„Ein Gespenst geht um in Europa, nicht mehr nur das ,Gespenst des Kommunismus’, sondern das Gespenst der vollkommen mechanisierten Gesellschaft, beherrscht vom Zwang maximaler Produktion und Konsumation, geleitet von Computern, gebildet von Menschen, die zu reibungslos angepaßten Teilen dieser Megamaschine gemacht sind, gut genährt, pausenlos unterhalten, total erfaßt, aber – gemessen an den bisherigen Idealen der Menschheit – passiv, unlebendig, und kalt … man lebt, ohne das Leben zu erleben.“

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