ETIKA

KURZBOTSCHAFTEN

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30.11.2003

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Untergehende Völker

Adalbert Stifter: Bunte Steine

Wie es mit dem Aufwärtssteigen des menschlichen Geschlechts ist, so ist es auch mit seinem Abwärtssteigen.
Untergehenden Völkern verschwindet zuerst das Maß.
Sie gehen nach Einzelnem aus, sie werfen sich mir kurzem Blicke auf das Beschränkte und Unbedeutende, sie setzen das Bedingte über das Allgemeine; dann suchen sie den Genuß und das Sinnliche, sie suchen Befriedigung ihres Hasses und Neides gegen den Nachbar, in ihrer Kunst wird das Einseitige geschildert, das nur von einem Standpunkt Gültige, dann das Zerfahrene, Unstimmende, Abenteuerliche, endlich das Sinnenreizende, Aufregende und zuletzt die Unsitte und das Laster, in der Religion sinkt das Innere zur bloßen Gestalt oder zur üppigen Schwärmerei herab, der Unterschied zwischen Gut und Böse verliert sich, der Einzelne verachtet das Ganze und geht seiner Lust und seinem Verderben nach, und so wird das Volk eine Beute seiner inneren Zerwirrung, oder die eines äußeren, wilderen, aber kräftigeren Feindes.

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Bald untergangsreif?

Martin Humer, A-4730 Waizenkirchen, in: das Neue Groschenblatt 11/1999

Unzucht ist zur größten Industrie Europas geworden. Ihr Zweck ist die Zerstörung des christlichen Menschenbildes.

Der englische Kulturwissenschaftler I. D. Unwin hat das Buch "Sex and Culture" (Oxford Press 1936) geschrieben. Er erforschte die Geschichte von 23 Hochkulturen und machte dabei die Entdeckung, daß von diesen 23 Hochkulturen 16 durch sexuelle Ausschweifung und 7 durch Kriege und Seuchen zugrunde gingen.

Zur Ausprägung einer Hochkultur kam es jeweils nur dann, wenn mindestens drei Generationen lang die Frauen in einem Volk eine besondere Hochachtung und Wertschätzung genossen, Jungfräulichkeit und sexuelle Enthaltsamkeit allgemeine Bedeutung hatten. Dauerte die Zeit sexueller Verwilderung und Ausschweifung an die drei Generationen lang, so verschwand das Volk aus der Geschichte.

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Göttlicher Strom fließt durch ein Volk

Ernst Moritz Arndt

Es gibt einen göttlichen Strom des Lebens und der Liebe, der als der innigste und heiligste durch ein ganzes Volk fließt und alles, was das Volk empfindet, denkt, bildet und schafft, begeisternd und beseeligend durchdringt und von innen her als Feuerseele des Ganzen zuweilen herausschlägt. Wenn es gelingt, diesen Strom abzuleiten oder auszutrocken, so ist es auch gelungen, die Kraft des Volkes zu zerbrechen oder zu entmannen.

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