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Auch Engländer und Schwarze waren Rassisten

23.1.2008

Der geschichtlichen Wahrheit zuliebe

Auch Engländer und Schwarze waren Rassisten, nicht nur die Deutschen, die heute in der ganzen Welt als Bösewichte schlechthin für alles herhalten müssen, obwohl am jetzigen Elend der Menschheit sowie der Umwelt wirklich nicht nur sie, sondern auch andere schuld sind, die man nicht nennen darf, ohne eliminiert zu werden.

Wir beweisen obige Behauptung mit einem Auszug aus einem Werk des berühmten englischen Schriftstellers Edgar Wallace. In den Kapiteln „Der Aufstieg des Kaisers“ und „Der Sturz des Kaisers“ des Buches „Unter Buschniggern. Geschichten aus dem afrikanischen Urwald“, Deutsche Buch-Gemeinschaft, Berlin, um 1930 (wohlweislich in dem neu aufgelegten Band „Sanders vom Strom“ weggelassen) fanden wir folgende Stellen:

S. 306 Eine Besucherin bei Bezirksamtmann Sanders: „Ich bin Millie Tavish.“ 307 „Ich bin die Königin.“

308 „Sie — sind hierhergekommen, um ihn (Tobolaka) — zu heiraten? — Einen Schwarzen?“ fragte Sanders, mühsam nach Atem ringend. … „… was die Leute sagen würden, wenn ich Ihnen erlaubte, ins Innere zu gehen und einen Schwarzen zu heiraten, das nähme mir meine Nachtruhe.“

309 Er war bereit, die Dinge jetzt zu überstürzen, Verträge zu verletzen, Krisen heraufzubeschwören, aber er war nicht bereit, etwas zuzulassen, was er als eine Schmach empfand.

313 Telegramm für Bezirksamtmann Sanders aus London.Washington drahtet: ,Wir erfahren, amerikanisches Mädchen nach Isisi, Westafrika, gegangen, um eingeborenen König zu heiraten. Regierung bittet, Behörden anzuweisen, sie unter allen Umständen zurückzuweisen. Wir entschädigen Sie für jede Handlung, die sie verhindert, ihre Absicht auszuführen … Kolonialamt.“

Mit einem schnellen Kanu fährt man vom Sitz des Bezirksamts bis Isisi drei Tage. Von Isisi bis nach Ochoristadt ist es eine Tagereise. Tobolaka (ein von einem Baptisten nach Amerika mitgenommener und auf einem College erzogener Isisi, der mit Billigung der britischen Regierung König der Isisis, Ochoris, N’Gombis und Akasavas werden sollte) hatte Zeit (314) genug zu einem letzten Versuche, seinem Hochzeitsfest einen glänzenden Anstrich zu geben. Er ließ seinen Ratgeber Cala holen (und teilte ihm mit, daß sein neues Weib eine Weiße sei).

Der Alte war wie vor den Kopf geschlagen. „Ein weißes Weib?“ sagte er ungläubig. „Herr, das ist eine Schande.“ … „Sandi (Bezirksamtmann Sanders) will das nicht haben. Ebensowenig wir, das Volk. Wenn du schwarz bist und sie weiß ist, welche Farbe werden dann die Kinder Eurer (315) Herrlichkeit haben? Beim Tode! Sie werden weder schwarz noch weiß sein, sondern ein Volk für sich.“

Tobolakas Philosophie ging zum Teufel. Er war sprachlos vor Wut. Er, ein Bakkalaureus der freien Künste, der Günstling von Ministern, ein großer Lateiner, einer, der wie die Weißen gekleidet ging, kritisiert von einem Barbaren, von einem Wilden, von einem, der nackt herumlief und überdies ein Anbeter von Teufeln war! Auf seinen Befehl wurde Cala ergriffen und gepeitscht… Und da Cala ein alter Mann war, starb er.

Tobolaka … empfand bei diesem Anblick ein außerordentliches Vergnügen … In ihm unbewußt schlummerndes Unkraut grundlosen Hasses und der Grausamkeit wucherte innerhalb einiger Sekunden zum Leben empor. … Dann riß er sich, als ob er einer inneren Gewalt gehorchen müsse, zuerst die Jacke, dann die seidene Weste vom Leibe … So stand er da, barhäuptig und nackt bis an die Hüften. …

S. 318 Ein Isisi-Bote teilt Bosambo, dem Herrscher der Ochoris (entlaufener Sträfling aus Liberia und Freund von Sanders), mit, daß Tobolaka ein weißes Weib heiraten wolle. „Mag er in der Hölle braten“, antwortete Bosambo, erschrocken bis zur Gottlosigkeit. „Aber zu welcher Hundesorte gehört denn dein Herr, daß er solche Schamlosigkeit tut? Denn zwischen Nacht und Tag gibt es eine (319) Dämmerung! Und Dämmerung ist das Licht des Bösen, da sie weder das eine noch das andere ist. Und genauso verhält es sich mit den Menschen. Schwarz ist schwarz und weiß ist weiß, aber alles, was dazwischenliegt, ist faul und furchtbar. …“

Bosambo weiter: „Ich sage dir, Kilimini … ich habe Völker gesehen, bei denen sich Weiße und Schwarze vermischt haben. Und diese Völker sind ohne Scham, ohne Stolz; denn das Halbe an ihnen, das stolz ist, wird von dem anderen Halben, das niedrig und gemein ist, verschlungen. Und es bleibt nichts übrig als die Kleider eines Weißen und die Gedanken eines Schwarzen.“

Wir stellen objektiv und unparteiisch fest: Diese Gedanken der amerikanischen Regierung, des britischen Bezirksamtmannes Sanders, des Isisi-Beraters Cala und des Ochori-Häuptlings Bosambo sind rassistisch. Offenbar war diese Einstellung zumindest bis zur Jahrhundertwende weit verbreitet.

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