ETIKA

Gedichte

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58LP10

Der Fluch von Palmyra

27.6.2015

Ruine ist die Wüstenstadt,
wo kreuzten sich die Karawanen.
Bel und Jupiter, Alat
wirkten als des Fluches Ahnen,
ergötzten sich am Opferblut
unschuld´ger Tiere, ganzer Herden.
Vierfach war der Feinde Flut,
die die stolze Stadt zerstörten.

Zenobia, die Königin,
fuhr durch Rom in schweren Ketten;
sie traf der Fluch von Baal-Schamin.
Niemand konnt´ Palmyra retten.
Nochmals legten sie in Schutt
Beni Arab, eh die Türken
vergossen der Bewohner Blut.
Nicht hört auf der Feind zu wirken.

Die Köpfe roll´n, es grinst der Tod.
Diesmal sind´s die Islamisten.
Der Wüstensand ist wieder rot.
Gott, vernichte die Sadisten!

Gewidmet dem armen, ehrlichen, alten Mann aus Palmyra, der dem Verfasser dieser Zeilen vor den antiken Säulen die ortsübliche Kopfbedeckung, eine Keffiye, verkauft hat und der sich hoffentlich nicht unter den neuesten IS-Opfern befindet. Sollte er aber ermordet worden sein, so komme sein Blut über die Häupter seiner Schlächter.

Fotos aus Palmyra

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Fotos: Rainer Lechner, etika.com

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