ETIKA

Gedichte

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58LP9

Scheintiroler

6.6.2015 – 12.11.2015

Sie reden zwar im Dialekt,
doch ist´s Tirolertum defekt.
Weder Kirchgang, Bergbesteigung,
nein, sie haben andre Neigung:
Koma-Saufen, Rockmusik.
Der Tradition gilt die Kritik.

Das Schönste vom Tiroler Land
ist ihnen gänzlich unbekannt:
Reimmichls grandiose Welt,
die dunkle Stunden uns erhellt.
Er beschwört des Glaubens Kraft,
die überall das Gute schafft,
die stets den Lebenskampf gewinnt,
obwohl der Feinde viele sind.
Der Seele Freud´ sind Lieb´ und Treu´,
die Pflichterfüllung täglich neu.

Reimmichl bringt die heile Welt,
die uns allen so sehr fehlt.
Viel Gutes der Kalender sät,
gehört an jedes Gästebett!

Rainer Lechner

 

Die Tageszeitung „Dolomiten“ druckte dieses Gedicht am 26.9.2015 auf der Leserbriefseite ab.

Nachdruck bis Dezember 2015 honorarfrei erlaubt.

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