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5ARD3 |
Arabisch-deutsche Freundschaft |
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Wie sehr den Deutschen daran liegt, die Freundschaft mit
den Arabern aufrechtzuerhalten, können sie beweisen, indem sie beim
amerikanischen Angriff auf den Irak nicht mitmachen! Leider wird Bundeskanzler
Gerhard Schröder nach den Wahlen wohl umfallen und unter irgendeinem Vorwand –
vielleicht ein Attentat oder plötzlich aufgetauchte „neue Beweise“ – der
Entsendung der Bundeswehr doch zustimmen; dies halten zumindest politische
Beobachter für wahrscheinlich. Stoiber ist wie Adenauer und Strauß und die
anderen Kanzler alle sowieso ein Transatlantiker und denkt in Schablonen einer
überholten Zeit.
"Zur pro-deutschen Haltung der Araber trug einerseits der Umstand bei, daß man sich in der arabischen Welt jahrzehntelang von der Zuverlässigkeit der Deutschen ebenso wie von der Qualität der deutschen Waren überzeugt hatte, andererseits die Tatsache, daß die Deutschen seit Beginn des Ersten Weltkrieges von allen unter dem Einfluß westlicher Kolonialmächte stehenden arabischen Völkern als natürliche Verbündete angesehen wurden.
... Sie erhofften sich von der Vertiefung der Beziehungen zu Deutschland als ihrem traditionellen Freund in Europa jene politische und wirtschaftliche Stärkung, die es ihnen erlauben würde, sich aus einem Objekt der Weltpolitik in einen mitbestimmenden Faktor der internationalen Politik zu verwandeln.
Deutschland erschien den Arabern trotz seiner Niederlage immer noch als geheimer Verbündeter aus der Zeit des "gemeinsamen Kampfes" gegen die Kolonialmächte. Lag es da nicht nahe, sich erneut mit diesem Freund zu verbünden, um gemeinsam den Kampf für die Unabhängigkeit fortzusetzen?"
(Mohammed Abediseid: Die deutsch-arabischen Beziehungen - Probleme und Krisen, Seewald Verlag Stuttgart 1976, Schriftenreihe der Studiengesellschaft für Zeitprobleme e. V. Bonn-Bad Godesberg, S. 45)
(Anmerkung: Laut Behauptung
eines Kursteilnehmers könnte der Verein als Kaderschmiede für die
bundesdeutschen Geheimdienste gedient haben, was aber keineswegs erwiesen ist;
der Berichterstatter hat selbst an einem Kurs für Studenten teilgenommen, ohne
danach zu irgend etwas aufgefordert zu werden; freundlicherweise bekam er
etliche Bücher zugesandt, meist zu militär-strategischen oder ideologischen
Fragen, zuerst gratis, dann gegen Portoersatz. Der Verein dürfte wohl eher eine
staatspolitische Bildungseinrichtung gewesen sein.)
Wir sind sehr dafür, gemeinsam den Kampf für die Unabhängigkeit von den USA etc. fortzusetzen. Es lebe die deutsch-arabische Freundschaft!
Es hat schon in den 50er Jahren Araber gegeben, die sich für die Verbesserung der Beziehungen zu den Deutschen eingesetzt haben. Einer davon ist der Syrer Dr. Sami Assassa. Sein Buch, das der Verlag Hohe Warte in Pähl herausgegeben hat, trägt den Titel "Der Schlüssel der Alten Welt". Gewisse Dinge sind heute überholt. Die Grundkonstellation (von der die Deutschen in arabischen Augen damals profitierten) war damals folgende:
"Wer ist daran schuld, daß wir diese schwachen Seiten dem Kommunismus gegenüber haben? Zweifellos und ausschließlich ist die Antwort: Der Westen!
1. Der Westen beutet uns aus.
2. Um die Ausbeutung zu sichern, unterdrückt er jedes Bestreben von unserer Seite nach Einigkeit und unterstützt das Feudalsystem, dessen Interesse es ist, die Zerstückelung der Araber in mehr als zwanzig politische Teile beizubehalten.
3. Um unser Gebiet noch sicherer in der Hand zu behalten und um den militärischen Gürtel um Rußland vollständig zu machen, will der Westen um jeden Preis Stützpunkte bei uns errichten, was zwangsläufig und automatisch aus uns ein Ziel der russischen Raketen und Atombomben macht." (S. 128)
Blicken wir zurück auf den Sechs-Tage-Krieg, der am 5. Juni 1967 begann. Gibt es Parallelen zu den Angriffen der USA auf den Irak? Dazu lesen wir bei Günther Wagenlehner:
"Für die arabischen Länder ist durch die Absprache
zwischen den USA und der Sowjetunion der Eindruck eines sowjetischen
Doppelspiels entstanden."
(Eskalation im Nahen Osten, Die politische und psychologische Problematik eines
Konflikts, Seewald Verlag Stuttgart 1968, Schriftenreihe der
Studiengesellschaft für Zeitprobleme e. V., Bonn-Bad Godesberg, S. 37)
Hat sich heute etwas geändert? Man frage nach in Bagdad,
Teheran usw.