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Früher Obervolta |
Hilfe
für Arme in Burkina Faso
www.bund-der-freunde-der-engel-ev.de
Spende für Arme in Burkina Faso:
Bund der Freunde der Engel e. V., Alfred Saillant, Engelschwand 74, D-79733 Görwihl
Tel. 07754 / 7451 , Telefax 7499
Sparkasse Hochrhein Konto Nr. 05-515622, Bankleitzahl 684
522 90
für Überweisungen aus dem Ausland (in EU
Inlandsgebühr):
IBAN DE04 6845 2290 0005 5156 22 – BIC SOLADES1WHT
Schweiz: Neue Aargauer Bank, Stein, Konto 934546-71, BC 5886, PC 50-1083-6
„Hiermit versichere ich an Eides Statt, dass
meine Helferinnen* und ich aus Liebe zur Immaculata
lediglich für Gotteslohn und völlig unentgeltlich tätig sind.“ (Papa Alfred Saillant)
* Sr. Marie Denise Guissou und ihre Mitschwestern von
der Gemeinschaft der Schwestern von der Unbefleckten Empfängnis in Ouagadougou
in Burkina Faso
Katholische
Witwen sollen Polygamisten heiraten
In
Burkina Faso sind die katholischen Witwen mit einem immer wiederkehrenden
Problem konfrontiert. Sie müssen einen Mann, der schon eine oder zwei Frauen
hat, heiraten. Ihr katholischer Glaube erlaubt ihnen das nicht und sie
verweigern sich. Eine Witwe berichtet:
„Dann
beginnt für uns eine unmenschliche Folter. Viele Witwen haben Nächte für Nächte
unter den Bäumen geschlafen oder in den Ställen bei den Schafen oder Ziegen
oder, wenn ein bisschen Glück dabei war, bei einer
Nachbarin, die helfen wollte.
Manch
einer Frau werden die Kleider vom Leib gezogen und sie wird vor allen Augen nackt ausgestellt. Alles,
was sie hatte, wurde ihr weggenommen: Möbel, Wäsche, alles. Manchen werden ihre
Kinder weggenommen.
Sie
werden mit Dornenzweigen blutig
geschlagen, verjagt und als Hexe angesehen.
Andere werden mit ihren Kindern ausgeschlossen und wie wilde Tiere behandelt.
Wir
schreiben das Jahr 2006 nach CHRISTI Geburt und in vielen Ländern Afrikas
herrschen noch Zustände, die schlimmer sind als
bei uns im Mittelalter.
Wir
kommen im Namen JESUS zu Ihnen, kniend um Ihre Hilfe zu bitten. O bitte, wenn
Sie unsere ängstlichen, verzweifelten
Hilferufe hören, verschließen Sie Ihr Herz
bitte nicht, hören Sie unser Stöhnen, unser Wehgeschrei, sehen Sie die bitteren
Tränen, die aus den Augen der verwitweten Frauen und deren Kinder fließen?
Welches Herz bleibt da ungerührt?
Wir
bitten Euch demütig und inständig und senden Ihnen diesen S.O.S.-Hilferuf.
Manche
unter uns haben die Qual und die Folter nicht überlebt, andere sind wahnsinnig
geworden.
Auch
wir wollen unsere menschliche Würde verteidigen, wir wollen nur als freie Menschen
leben und nicht als Lustobjekt gezwungen sein, zu dienen.
Wir
vertrauen auf Ihre Hilfe. Möge GOTT Sie segnen.
Madame
Anne“
(Aus der Kleinschrift: Auf den Spuren von Msgr. Joanny Thevenoud
SMA, herausgegeben von Papa Alfred)
Christus statt
Naturgötter - Witwe wie Gespenst
5 erschütternde Schicksale, für Christen
und andere Menschen zum Nachdenken und Handeln. Zitiert aus dem „Engelsboten“,
Nr. 3, 2006:
Schicksal
1: Wie ein Tier verfolgt
Ich bin
Hélène Sawadogo. Vor 7 Jahren habe ich meinen Mann
verloren und ich habe zwei Kinder.
Als
mein Mann an Aids gestorben ist, habe ich mich und meine zwei Kinder sofort
testen lassen. Das Ergebnis war positiv, bei den Kindern aber negativ. Ich habe
mit einer Behandlung angefangen und erwartete trotzdem das Ende meines Lebens.
Ich
habe aber sehr viel zu GOTT gebetet und IHN angefleht, ER solle mir noch ein bisschen Zeit geben, um meine Kinder zu erziehen.
Tage,
Wochen, Monate gingen vorüber und ich merkte, dass
mein Zustand sich besserte. Ich betete weiter und eines Tages ließ ich wieder
einen Test machen. Der Ergebnis war negativ. Ja, durch
ein Wunder war die Krankheit verschwunden. Ich war wieder gesund und dann bekam
ich große Schwierigkeiten, denn die Familie meines Mannes wollte mich zwingen,
den Bruder meines verstorbenen Mannes, der nicht Christ ist und schon mehrere
Frauen hat, zu heiraten. Ich habe es abgelehnt, anschließend wurde ich wie ein
Tier verfolgt. GOTT stand mir aber zur Seite und ich bin mit meinen zwei
Kindern nach Ouagadougou geflohen.
Mit
Ihren 1200 € (Brief an Papa Alfred Saillant) haben die Schwestern ein Grundstück gekauft
und ein Häuschen bauen lassen. Ich habe einen Vorrat an Lebensmitteln bekommen
und das Schulgeld für meine Kinder wurde bezahlt. Mit dem restlichen Geld habe
ich ein kleines Geschäft angefangen, ich stelle "Dolo"
(örtliches Bier) her, koche und verkaufe Suppe.
Als
Zeichen meiner Dankbarkeit zu GOTT und um mich zu bedanken, habe ich zwei
Waisenkinder übernommen, denn ich habe mir gedacht: "Ich möchte helfen, so
wie man mir geholfen hat. Ich bin glücklich, denn ich darf mit meinem
christlichen Glauben leben und für andere nützlich sein".
Bei
dieser Gelegenheit möchte ich mich bei meinen großen Wohltätern bedanken. Ich
war physisch und moralisch mit meinen Kindern tot, aber jetzt lebe ich wieder.
Ich war traurig und ohne Hoffnung. Jetzt bin ich glücklich und aufgeblüht. Ich
habe Freude am Leben. Ich bitte Sie, verbindet euch mit mir in GOTT für das,
was ER für mich und für meine Kinder getan hat, um zu danken.
Schicksal
2: Der verzweifelte Vater
Ein
Mann war seit 10 Jahren verheiratet. Die Familie hatte 4 Kinder. Auf einmal hat
er seine Arbeit verloren und es gab nichts mehr zu essen. Die Frau verließ ihn
mit den Kindern und sie essen wilde Pflanzen und Blätter wie die Tiere. Jetzt
sind die Kinder krank und brauchen Medikamente. Er bettelt und sucht nach Essbarem in den Mülleimern in der Stadt. Seine Frau hatte
nämlich gesagt: Ich kann das nicht mehr mit ansehen und die einzige Lösung ist,
sich zu trennen.
Das letzte
Kind ist erst 6 Monate alt. Der Mann kam dann zu uns, um sich einen Rat zu
holen. Er möchte mit seinem Leben Schluss machen,
denn er sieht keinen Ausweg. Das Leid seiner Kinder zu sehen, ist für ihn
unerträglich. Ich habe ihn für den nächsten Tag bestellt, denn ich wollte die
Lage mit Angélique besprechen. Sie hat mich informiert und gesagt, dass dank der Hilfe aus Deutschland den Kindern mit
Lebensmitteln geholfen werden könne, und so geschah es auch. Am nächsten Tag,
gleich in der Frühe war der Vater wieder da. Er hielt sein Jüngstes auf den
Armen. Ich muss schon sagen, dass
das Kind wie eine noch lebende Leiche ausgesehen hat. Es war sogar zu schwach
zum Weinen. Ich habe sofort Essen bereitet für diese Armen und ihnen noch
Lebensmittel mitgegeben.
(Soeur Jeanne N’
Po)
Schicksal
3: Vom Mann verraten an die Naturgötter
Die
Witwe Julienne Ouedraogo schreibt:
Ich bin
erst seit 6 Monaten Witwe. Zuerst haben mein Mann und ich unser Dorf mit
unseren zwei Kindern verlassen. Mein Mann hatte eine Augenkrankheit.
Mein
Schwiegervater wollte unbedingt, dass ich mich den
Naturgöttern opfere, indem ich meinen christlichen Glauben verleugne. Ich habe
es kategorisch abgelehnt. Schon seit längerer Zeit war es ihm ein Dom im Auge
und es hieß, dass meine Ablehnung Unglück in der
Familie verursache.
Mein
Mann war auch Christ und er hat mich sehr in meinem Glauben unterstützt.
Hier in
Ouagadougou sind wir den Schwestern von der Unbefleckten Empfängnis begegnet,
die uns sehr viel geholfen haben, und nach und nach wurde mein Mann wieder
gesund. Eines Tages in der Früh kam mein Schwiegervater aus dem Dorf zu uns. Er
hatte einen Sack voller Erde dabei und sagte zu meinen Mann. " Wenn du die
Rückkehr mit mir verweigerst, nimm diesen Sack voll Erde zu dir und von nun an
wird sie deine Familie sein. Ich will dich dann nicht mehr sehen. Du bist
verbannt und verflucht von der ganze Familie, und wenn
dich ein Familienmitglied trifft, dann hat es das Recht dich zu töten."
Nach mehreren Stunden Überlegung ging mein Mann mit seinem Vater fort, er hatte
Tränen in den Augen. Bevor sein Vater ging, sagte er zu mir: "Du kannst
deine zwei Kinder einstampfen und sie mit Sauce vermischen, weil du nicht mit
uns kommen willst. Ich will weder dich noch deine Kinder noch einmal sehen.
Einen
Monat später starb mein Mann in den Armen seines Vaters. Jetzt fing mein
Martyrium erst richtig an. Ich wurde zum Spielzeug der Nachbarn, die sich wegen
meines Glaubens über mich lustig machten.
Ich
hatte meinen Schwiegereltern den Gehorsam verweigert und hatte weder ein Dach
über dem Kopf, noch Essen und Pflege für mich und meine Kinder.
Dann
haben mich die Schwestern aufgenommen. Mit den 1200 € haben sie ein Grundstück
gekauft und ein kleines Haus für mich und meine kleine Familie bauen lassen.
Dann waren die Tränen, die ich zuvor den ganzen Tag vergossen habe, getrocknet.
Ich bettelte auf den Märkten und ging von Haus zu Haus. Das brauche ich jetzt
nicht mehr zu tun.
Dank
Ihrer Hilfe wurde die (verrückte) Frau, die ich war, wieder normal. Zur Stunde,
in der ich schreibe, kann ich behaupten, dass mein
Leben sich ganz verändert hat. Ich verdiene unser Essen, meine Kinder gehen zu
Schule. Von dem Rest des Geldes, der als Darlehen dient, habe ich ein kleines
Geschäft angefangen und werde den Kredit nach und nach zurückerstatten. Ich
verdiene ordentlich unseren Lebensunterhalt.
Sie
haben meine Tränen getrocknet und mich vom falschen Weg bewahrt. Sie haben
meine Seele aus dem Maul des Löwen und von den Hörnern des Büffels gerissen.
Jetzt lebe ich wie eine normale Frau, denn meine Augen haben die Rettung, die
Sie mir zugedacht haben, gesehen.
Ich
möchte mich herzlich für Ihre großzügige Hilfe … Ich bitte GOTT, Er möge Ihnen
die Gnade schenken, den Armen unter Ihnen weiter dienen zu dürfen.
Schicksal
4: Treusorgender Vater
Eines
Tages kam ein fremder Mann zu mir und sagte: "Schwester, wollen Sie nicht
ein Kind haben?" Ich antwortete "Ja ich nehme es!" Er hielt mir
sein ungefähr sechs Monate altes Baby, das er in seinen Armen trug, entgegen.
Ich fragte:" Wo ist seine Mutter?" Er senkte den Kopf und fing zu
weinen an. Ich nahm das Kind auf meinen Schoß, und er weinte eine Viertelstunde
lang. Ich ließ ihn in Ruhe weinen. Als er einigermaßen beruhigt war, sagte er:
"Mein Kind ist Halbwaise, als es geboren wurde, hatte ich nichts, um die
Mutter zu ernähren, zwei Wochen nach der Niederkunft starb sie. Ich nahm das
Kind und brachte es zu meiner Mutter, die nach vier Monaten in Folge der
Hungersnot auch starb. Jetzt gehe ich hin und her, um jemanden zu finden, der
mein Kind zu sich nehmen möchte. Ich möchte es hergeben und verschwinden, denn
ich kann nicht zusehen wie es verhungert.“
Jetzt
ist das Kind in unserem Kinderheim und es gedeiht prächtig. (Sr. Angélique)
Schicksal
5: Witwe wie Gespenst
Eine
Witwe kam zu mir. Als ich sie sah, bin ich beinahe geflüchtet, denn sie sah wie
ein Monster aus, wahrhaftig wie ein Gespenst. Sie bestand nur noch aus Haut und
Knochen. Ich ging zu ihr und dachte "JESUS schickt sie zu dir". Und
doch fürchtete ich mich, während ich ihr zuhörte. Sie sagte, sie habe 11
Kinder, und bis auf ein Mädchen von 7 Jahren seien sie alle verhungert. Auch
ihr Mann müsse sterben und sie und ihre Tochter leiden an Unterernährung. Wenn
sie betteln gehe, hätten die Leute Angst und fliehen. Denn sie hat nicht das
Aussehen eines menschlichen Wesens. Sie hat soviel geweint und soviel gelitten,
dass sie nicht mehr über ihre geistigen Kräfte
verfügt. Das sind die Folgen der Hungersnöte. (Sr. Angélique)
Soweit diese typischen Schicksale im armen
Afrika. Nun zu dir, lieber Leser, im reichen Europa. Papa Alfred hat eine
Lösung. Denn er ist einer Eingebung gefolgt:
„Besorge dir
wundertätige Medaillen, fahre nach Paris und lege sie auf die Altarstufen der
„Kapelle der Erscheinungen“ in der Rue du Bac, wo am
27. November 1830 die Allerseligste Jungfrau
Maria der Novizin Katharina Labouré erschienen
ist und ihr den Auftrag gab, diese Medaillen prägen zu lassen.“
Papa Alfred berichtet: 2. September 2006.
… ich konnte die heilige Kommunion als Mundkommunion, kniend und andächtig
empfangen. Nach der Messe habe ich die mitgebrachten Medaillen und Bilder auf
die Stufen des Altarraums gelegt und mich daneben gekniet. Über mir stand auf
einem großen Bogen in Französisch: „Kommt zu Füßen dieses Altars, wo die Gnaden
ausgeschüttet werden!“
Dann bat ich die liebe Gottesmutter inbrünstig, sie möge alle Menschen, die eine dieser vor mir
liegenden Medaillen und Bildchen anfordern, segnen, mit Gnaden überhäufen und
ihre Anliegen erhören, und zwar besonders dann, wenn sie das Bildchen
betrachten, während sie die hochgesegnete Medaille mit Liebe in ihren Händen
halten, andächtig die Novene beten sowie ein Almosen geben für die armen Witwen
in Burkina Faso, die aus Liebe und Treue zu JESUS ein regelrechtes Martyrium
erdulden und selbst den Tod nicht scheuen.
(Engelsbote Nr. 3-2006, Bund der Freunde
der Engel e. V.)
Aus dem Alltag unserer
afrikanischen Schwestern
(Der Engelsbote Nr. 1,
2005)
In einer Familie war der Vater geistesgestört. Seit drei
Jahren ist er bereits verschwunden und man hat nichts mehr von ihm gehört. Ob
er noch am Leben ist, weiß niemand. Seine Frau lebt mit ihren Kindern in einer
unvorstellbaren Not. Sie haben kein Dach über dem Kopf und leben im Freien. Die tapfere Mutter deckt ihre Kinder mit Lumpen zu oder lässt sie unter den Blättern, die von den Bäumen fallen,
schlafen. Sie haben weder
etwas zu essen, noch etwas zum Anziehen. Die Frau fertigt auch Lehmziegel an,
um sie zu verkaufen. Auch gräbt sie tiefe Löcher, die als W.C. dienen sollen.
Dafür bekommt sie ein paar Cent. Davon kauft sie ein bisschen
Essen für ihre Kinder. Diese Frau ist eine ganz liebe und auch fleißige Frau,
die allerdings wegen Unterernährung kaum noch Kraft hat, um die Arbeit zu
schaffen. (Sr. Angélique) (Anm.: Beim Übersetzen dieser Zeilen war ich sehr sehr traurig und habe zu JESUS gebetet: "JESUS,
Heiland, habe Erbarmen."
Zwei jüngere Frauen haben durch
die riesige Hungersnot einen Schock erlitten und sind fast geisteskrank
geworden. Die eine hat fünf
Kinder, die andere vier. Die Ehemänner haben versucht, ihre Frauen gesund zu pflegen - leider vergebens. In Anbetracht des
Zustandes ihrer Gattinnen haben sie ihnen vorgeschlagen, dass
sie vom katholischen Glauben zum protestantischen wechseln sollten, denn - so
behaupteten die Männer - ihre Religion mache geisteskrank und habe noch nie
einen Menschen geheilt. Beide Frauen gaben einhellig zur Antwort: "Selbst
wenn wir unsere Köpfe durchschlagen lassen müssten,
würden wir niemals unseren Glauben aufgeben."
Daraufhin haben die Männer ihre Frauen verlassen und die
ihre Not fing erst richtig an. Die Kinder wurden von der Schule verwiesen und ernähren sich von bitteren Blättern und Wurzeln. Trotz ihres großen Leides sind die
beiden Mütter und ihre Kinder glücklich, vereint im Gebet und dank Ihrer Hilfe
auf dem Weg der Besserung. "Wend na roolé."
In einer Familie mit neun Kindern starben der Vater und die
Mutter kurz hintereinander den Hungertod. Ja, meine Lieben, sie sind
buchstäblich verhungert. Das älteste Mädchen, das an einer schweren
Augenerkrankung leidet, bettelt den ganzen Tag, damit ihre kleineren
Geschwister etwas zu essen haben. Sie leben in einem Raum, der nicht größer ist
als 15 qm. Sie wurden von ihren Verwandten verlassen, denn sie gelten als Unglücksbringer. Oft werden sie wie wilde
Tiere von den Leuten verjagt, dann suchen sie ihr Essen im Mülleimer. Sie essen sogar weggeworfene
Bananenschalen.
Anm.: Am Marktplatz ging ich an einem
fast vollen sog. Abfallkorb vorbei, und zu oberst
lagen zwei halbierte, noch ganz frische Brötchen. Eines davon war ein reichlich
mit, Butter und Wurst belegtes Mohnbrötchen, und auf dem anderen waren Butter
und Käse. Wahrscheinlich hatte eine Mama diese Brötchen mit viel Liebe
hergerichtet, und nun lagen sie da, weggeworfen, im Müll! Ich konnte mich der
Tränen nicht erwehren, auch wegen meiner Machtlosigkeit. Ich dachte bei
diesem Anblick an meine Schützlinge in der Sahel; denn mit dem Gegenwert dieser beiden
Brötchen hätte ich dort mindestens 25 Kindern einen Tag lang den Hunger stillen
können. Oh mein Gott, wie viele hungernde, unterernährte, todgeweihte Kinder würden mit
einem Bruchteil unseres Überflusses gesättigt! Ihr Papa Alfred)
Lies
diese Berichte – und handle!
Feuerwerk – Alkohol...
Erinnern
sie sich noch an den Anfang des Jahres? An die Silvesternacht, in der um Punkt
24.00 Uhr nicht nur der Krach losging, sondern auch über 100 Millionen Euro sinnlos
abgefeuert worden sind. Fast ebenso viel wurde für den Alkoholkonsum ausgegeben.
Oh liebe Freunde, wie
viele hungernde Mäuler hätten wir mit diesen Summe füttern können. Wie viel Kinderleben hätten wir retten können. Ich bin
nicht gegen Feiern und Fröhlichsein, doch alles mit
Maß und im christlichen Sinne.
Von
der großen Not in
der Sahelzone haben wir in den Medien nichts erfahren, denn sie ist ein Dauerzustand. Unsere Hilfe
ist zwar nur der Tropfen auf dem heißen Stein, dafür aber kommt er an. Zur
hundertprozentigen Sicherheit überweise ich das Geld an den Provinzial der
Weißen Väter in Ouagadougou und er übergibt es Sr. Angélique. (Papa Alfred Saillant, Der Engelsbote 3/2004)
Armut Erbe der
Kolonialzeit
Man
darf nicht die Augen davor verschließen, dass die
Ursachen für die derzeitigen Unruhen ein unseliges Erbe der europäischen
Kolonialpolitik sind. Die Kolonialverwaltungen haben sich bei der Ziehung der
Grenzen nicht an die sinnvollen, vorgegebenen Strukturen gehalten und
Volksstämme, die zusammengehören, nicht beieinander gelassen, sondern einfach
nach Lust, Laune und Willkür ihre Vorstellungen durchgedrückt. (Martin
Schultes, Landpfarrer, Der Engelsbote 3/2004)
Verhungern oder
Prostitution
Brief
aus Ouaga, September 2004
Leider ist die Lage in den überwiegenden Teilen unseres Landes katastrophaler
denn je zuvor. Zahlreich sind die vielen Armen, die täglich zu uns kommen, um
Essen zu erbetteln. ... Schlimm ist auch die Situation eines jungen Mädchens, das von der
Elfenbeinküste wieder nach Burkina zurückgekommen ist. Wenn sie nicht verhungern will, muss sie sich der Prostitution hingeben, denn sie hat
kein Geld für Nahrungsmittel. (Der Engelsbote 3/2004. Anmerkung ETIKA: Also
gibt es auch dort Männer, die Geld haben für den Missbrauch
von Frauen, statt ihr Geld mit den Verhungernden zu teilen. Gott wird bald für
Gerechtigkeit sorgen. Er erbarme sich der Armen!)
Die vier reichsten
US-Bürger haben mehr Geld als die eine Milliarde der Ärmsten. (Martin
Schultes, Landpfarrer, Der Engelsbote 3/2004) Muß das sein? Müssen wir Christen
alles dulden?
Ich
habe eine extrem arme Familie kennen gelernt. Eine Familie mit fünf Kindern
begnügt sich mit einer Mahlzeit an jedem dritten Tag, damit sie auch an andere
noch etwas von ihrer Hirse abgeben können. Ihre Hütte mit Strohdach ist verfallen
und die Leute schlafen ohne Matte auf dem nackten Boden. Das älteste Kind ist
behindert und unterernährt. Sie besitzen weder Kleidung noch Geschirr noch
Töpfe. (Sr. Adelaide Sandwidi S.I.C., Der Engelsbote 3/2004)
Was
mich besonders schmerzt, ist, dass einerseits auf
unserer Erde Kinder verhungern und andererseits Tausende von Tonnen an Lebensmitteln vernichtet werden. ...
Ihr trauriger Papa Alfred, der nicht vergessen hat, was er als junger Mensch im
Krieg gesehen hat, nämlich wie die kleinen deutschen Kinder und die alten Leute
unter Hunger litten. Das ist meine tägliche Motivation, mich zu engagieren. (Alfred
Saillant, Der Engelsbote 3/2004)
Durch die Hungersnot gedrängt, floh eine
junge Familie ins Nachbarland an die Elfenbeinküste. Dann wurde die junge Frau
krank. Während ihr Mann sie nach Hause begleitete, blieben die zwei Kinder bei
einer benachbarten Familie. Seine Frau verstarb, und er wollte seine Kinder
zurückholen. Doch inzwischen hatte im Nachbarland ein Bürgerkrieg angefangen zu
wüten. Auf dem Weg zu seinen Kindern wurde er beraubt und gefangen genommen. Es gelang
ihm jedoch zu flüchten, und zu Fuß setzte er seinen Weg fort. An Ort und Stelle
angekommen, nahm er seine zwei Kinder mit sich und machte sich auf den Rückweg.
Wiederum wurde er mit seinen Kindern gefasst. Eines
Nachts gelang ihm erneut die Flucht. Seine Kinder waren noch zu klein, um den
weiten Weg zu Fuß gehen zu können, deshalb trug er eins auf den Schultern und
das andere auf seinem Arm. Eines Nachts, als sie sich mit Blättern zugedeckt
unter einem Baum schlafen gelegt hatten, wurden sie von den Rebellen überrascht und die
Gewehrkugeln flogen über ihr Köpfe hinweg. GOTT sei dank
wurden sie nicht getroffen. Zwei Monate waren sie unterwegs, bis sie Burkina
Faso erreicht hatten. Völlig erschöpft wie wandelnde Leichen kamen sie
hier an. Die Kinder waren nur noch Haut und Knochen. Ich bin gerade dabei sie zu
pflegen. Der Vater versucht inzwischen, für sich etwas Essen zu ergattern.
Auf manchen Tümpeln wachsen Pflanzen,
die Seerosen ähneln. Manche Menschen ernähren sich vom Samen dieser
Pflanzen. Andere suchen nach Körnern, die die Termiten und Ameisen gesammelt
haben, um sich zu ernähren. Ist das nicht grausam?
In einer Familie mit 9 Kindern starb ein
Kind, woraufhin die Mutter
geisteskrank wurde. Dann brannte auch noch das Haus nieder und alles
wurde zu Asche. In ihrem Wahn isst die Mutter nun wie
ein Tier Gras und trinkt aus den Tümpeln das Wasser.
Angesichts
der Kräfte in der Natur sind wir hilflos. Dieses Jahr war auch für viele
Menschen nördlich der Sahelzone unbarmherzig. Kein Regen, keine Ernte und als Folge davon Hungersnöte. Die Anzahl der Hungernden wird
immer größer und vor unserer Tür wird ununterbrochen gebettelt. Es ist für
uns sehr schmerzlich, wenn wir sie mit leerem Magen weiterschicken müssen. Wir
dürfen die Kleinbauern in den
Dörfern nicht verurteilen, denn sie arbeiten bis zur Erschöpfung, aber leider
vergebens, denn es regnet kaum oder gar nicht und die Böden sind ausgelaugt. Wo
die Armut am größten ist, haben Krankheiten und Seuchen ein leichtes Spiel. Wir bedanken uns, dass Sie uns zur Hilfe kommen. (Sr. Jeanne N'PO, S.Le., Der Engelsbote
3/2004)
Im Namen JESUS und durch SEINE
Barmherzigkeit werden
wir über die Kräfte des Bösen siegen. Zur Zeit
jedoch sind wir wieder in einer sehr dramatischen, durch Hunger und Not
bedingten Lage. "Man stirbt nur noch durch Verhungern".
Die Hungersnot ist bei uns voll im
Gange. Kandidia ist wahrhaftig eine arme Frau. Sie hatte drei
Kinder und nichts um sie zu ernähren. Die Kinder
waren dabei zu verhungern. Die Mutter wollte sie nicht in eine
Pflegestation bringen, denn sie hat kein Geld, die Medikamente zu bezahlen. Als
sie sah, dass ihre Jüngsten im Todeskampf waren, beschloss sie, in unsere Pflegestation zu kommen. Die
Kinder waren am Ende ihrer Kräfte. Ihr Bauch berührte das Rückgrat. Die Augen waren ganz
ausgehöhlt. Und der offene Mund schien zu schreien: "Ich verhungere, . ich sterbe den Hungertod." Unsere
Nonnen, die Krankenschwestern sind, gaben sich große Mühe, die Kinder zu retten
- aber vergeblich, denn zwei Kinder starben, eins nach dem anderen. Die
hungernde Mutter kauerte sich in eine Ecke, ihr Blick war in die Feme gerichtet
und sie schien zu fragen. "Ist GOTT wirklich hier?" Das ist nur ein
Fall von vielen.
In den Dörfern stehen die Mütter früh auf, um bereits um vier Uhr in den Dschungel zu gehen, um Blätter zu pflücken. Diese kochen sie dann
und ernähren damit ihre Kinder. Menschen und
Tiere streiten sich um die Früchte der Bäume. Das alles klingt übertrieben, doch es sind Tatsachen und
wir müssen jeden Tag damit leben. Zur Zeit würde ich
mich am liebsten verstecken, um die Frauen, die an unserer Tür klopfen, nicht
anschauen zu müssen. Das ist ein trauriges Schauspiel. Euch, liebe Freunde und
Dich, Papa Alfred bitte ich erneut und dringend um Hilfe. Wir befinden uns
schon wieder in einer Sackgasse, denn die Regenzeit war in manchen Gegenden
unzureichend, in anderen ist sie ganz ausgeblieben. Das nächste Jahr ist nicht viel versprechend. Dennoch vertrauen wir auf die
barmherzige Güte GOTTES, unseren Vater im Himmel. (Sr. Marie
Denise Guissou, S.I.C., Der Engelsbote 3/2004)
Kirche, wo bist du?
Christen, wo seid ihr?
Satt und vergnügungssüchtig und erbarmungslos?
Schrei der Hungernden aus Burkina Faso
Leid – Leid – Leid ohne Ende
Schwestern von der Unbefleckten
Empfängnis (S.I.C.) aus Burkina Faso berichten Papa Alfred (in: Der Engelsbote,
Nr. 3-2003):
Eine Familie war arm, aber glücklich. Eines Tages ging der Vater in ein
Nachbarland. Während seiner Abwesenheit kam die Hungersnot. Die Familie hatte
drei Kinder und die Frau war schwanger. Sie ging von Markthalle zu Markthalle,
von Dorf zu Dorf und bettelte, um ihre Kinder ernähren zu können. Sie brachte
ihr viertes Kind zur Welt. Einige Monate später kam der Vater wieder heim und
fand seine Frau und seine Kinder wie lebende Skelette vor. Er war verzweifelt und seine
Gattin wollte ihn aufmuntern, doch er sagte: "Ich kann diese schwierige
Lage nicht aushalten." Er ging fort und beging Selbstmord. Die Frau war am Ende ihrer
Kräfte und brachte uns heimlich ihre Kinder und ging weg. Wir haben
sie gesucht und gefunden. Sie ist aber infolge der Hungersnot sehr krank und
wir wissen nicht, ob sie und die Kinder überleben werden.
In einer anderen Familie schämte sich der Vater betteln zu
gehen, lieber wollte er sterben, was er dann auch in die Tat umsetzte. Seine
Frau sucht mit ihren Kindern in den Mülleimern nach etwas Essbarem
oder sie bitten an
den Häusern, ob sie nicht die Böden der Kochtöpfe auskratzen dürfen. Das geht
nun schon vier Jahre so. Die Kinder fangen zu stehlen an, wenn sie nichts Essbares finden. Die Frau wird bald sterben, denn ihr Mann hatte sie, bevor
er starb, mit Aids
infiziert. Was wird aus den Kindern werden? Sie haben kaum etwas zu essen, sind
krank und niemand will sie haben.
Und noch ein trauriges Schicksal einer
Mutter mit drei Kindern. Ihr Mann starb vor drei Jahren. Seine Familie hat ihr
alles weggenommen, einschließlich das Häuschen, das
sie verkauft haben. Die Frau ging von Haus zu Haus, um für die Leute zu waschen. Sie bekam
eine Krankheit, die ihre Fingernägel vollkommen löste. Daraufhin ging sie in
den Dschungel, um Holz zu
fällen, um es anschließend zu verkaufen. Von dieser Arbeit bekam sie eine
andere Krankheit, ihr Kopf wurde voller Wunden. Doch sie gab nicht auf. Sie begann Granitsteine zu zerkleinern, die sie
für 300 Fr. (ca. 45 Cent) verkaufte. Von dieser schweren Arbeit bekam sie
Schmerzen im Brustkorb. Was tun? Sie hat uns ihre Kinder anvertraut und möchte
nunmehr sterben.
Eine Witwe stand nach dem Tod ihres
Mannes mit ihren vier Kindern allein da, denn die Familie ihres Mannes hatte
sie auf die Straße gesetzt. Sie heiratete einen anderen Mann, der versprach,
sich auch ihrer Kinder anzunehmen. Nach der Heirat
jedoch entpuppte
er sich als Tyrann und das Leben wurde für sie und für die Kinder zur Hölle.
Sie bekamen nichts zu essen und wurden misshandelt.
Die Kinder flohen zu ihrem Onkel, von dem sie aber wie wilde Tiere verjagt
wurden. Sie kehrten zu ihrer Mutter zurück, doch im Haus war für sie kein Platz
mehr und sie mussten im Schweinestall schlafen. Inzwischen waren sie auch von
der Schule verwiesen worden. Die Mutter sucht für ihre Kinder essbare
Blätter im Dschungel und versucht sie nachts bei Nachbarn
unterzubringen.
Direkthilfe ist so leicht möglich:
Kompostanlage – Pflug - Hirse
Das Land gehört zu den bestregiertesten
Ländern Afrikas. Die Bewohner sind liebenswürdig und fleißig, doch der Dürre sind sie ohnmächtig ausgeliefert. Sie werden wohl
noch lange auf unsere Almosen angewiesen sein.
Ein Silberstreif am Horizont sind die einfachen Hilfsmittel wie Kompostanlage,
Esel, Pflug und Karren.
Ich möchte Ihnen erklären, wie diese eingesetzt werden:
Mit dem Esel und dem Minipflug machen
die Bauern ca. 14 cm tiefe Löcher in Abständen von 50 cm in das Feld. Diese
Löcher werden vertieft, bis sie 15 cm tief sind und einen Durchmesser von 20 cm
haben, dann werden sie mit Kompost gefüllt. Darauf werden die Hirsekörner gesät
und die Löcher anschließend verschlossen. So wächst die Hirse schneller, blüht
schneller und kommt schneller zur Reife, da der Boden seine Feuchtigkeit viel
länger behält. Die Hirsepflanzen blühen bereits, bevor die große Dürre kommt.
Ich kann mich nur wiederholen, wenn ich
sage, dass jene Bauern, die auf diese Art ihren Boden
bearbeitet haben, eine gute Ernte erzielt haben und ihre Vorratsspeicher voll
waren.
Eine Kompostanlage herzustellen ist
Knochenarbeit, die sich allerdings lohnt. Hierfür werden Blätter und Stängel aus dem Dschungel geholt, die in ein ca. 1 bis 1
1/2 m tiefes Loch gelegt werden, das zuvor mit Steinen und Betonmörtel
befestigt wurde Um den Zersetzungsprozess zu
beschleunigen, werden 4 bis 5 Säcke Phosphat auf die Blätter gestreut. Die
Bauern holen in einer Tonne mit Hilfe des Karrens, der von einem Esel gezogen
wird, Wasser aus entfernt gelegenen Tümpeln und befeuchten den Kompost, so dass der Kompostierungsvorgang schnell voran schreitet. Der
fertige Kompost wird auf die Äcker gefahren, in Plastikeimer abgefüllt und in
die gegrabenen Löcher verteilt.
Dank der großzügigen Spenden meiner
lieben Freunde in Deutschland und in der Schweiz konnten wir dieses Projekt ins
Leben rufen und es entwickelt sich zur vollen Zufriedenheit. Einige Hundert
Esel und Pflüge konnten wir verteilen. Die Menschen sind völlig überzeugt, dass diese Bewirtschaftungsmethode die Lösung ihrer
Probleme bedeutet, und es gibt Abertausende von Anfragen nach dieser Art der
Hilfe. Ich kann nur beten, beten und nochmals beten, dass
diese Wünsche in Erfüllung gehen mögen. Doch ich bin zuversichtlich, denn der
HERR erhört unsere Gebete. Zudem wissen Sie, dass
Ihre Spende dort ungekürzt ankommt, wo sie gebraucht wird. Einen Teil der
Spendengelder verwenden wir für Nahrungsmittel, um die Hungersnot zu bekämpfen,
der andere Teil fließt in unser Projekt "Esel und Pflug", in unsere
Aktion "Hilfe zur Selbsthilfe"!
Möge der HERR Ihnen ihre
Liebenswürdigkeit und Opferbereitschaft tausendmal vergelten.
Alfred Saillant (Papa Alfred)
Heiß? In Burkina Faso ist es heißer. Und es gibt kein Wasser...
Sr.
Angélique berichtet:
Wie jedes Jahr
herrscht über Burkina Faso eine Hungersnot und die Lage ist wie immer durch
Wassermangel bedingt. Wie immer flüchten die
Leute aus den Dörfern in den Dschungel, um dort eßbare Beeren und Blätter zu finden.
Die Trauben
mancher Gewächse sind noch unreif, aber die Menschen pflücken sie und
lutschen den Saft heraus. Manche essen sogar die Körnchen in den Trauben. Diese
unreifen Beeren verursachen große Bauchschmerzen. Manche fallen beim Pflücken
von den Bäumen, brechen sich das Kreuz und sterben an Ort und Stelle, andere
tragen schwere Verletzungen davon.
In der Stadt
bilden Jugendliche und Kinder Banden. Sie stehlen und bekämpfen sich
gegenseitig, so daß Todesfälle nicht selten sind.
Manche Männer
und Frauen kommen daher wie wandelnde Leichname. Sie sind nur noch Knochengerüste. Eine Pflegestation können sie wegen Geldmangel nicht besuchen.
Bei der
übergroßen Hitze leiden die älteren Menschen an Kopfschmerzen und sie sind müde, viele überleben die
große Hitze nicht.
Tagtäglich sind Jugendliche und Kinder
vor unserer Tür
anzutreffen. Sie betteln um Arbeit und um Eßbares. Der Durst verschlimmert ihre
Situation.
Unsere Regierung
macht zwar viel, aber es ist am Ende viel zu wenig. Die Frauen stehen Tag für
Tag Schlange vor einem Brunnen. Die Fahrzeuge werden nicht gewaschen, in den
Gärten wächst nichts mehr, denn es gibt kein Wasser zum Gießen. Alles
vertrocknet. Die Wäsche kann nicht mehr gewaschen werden, es kann nicht mehr
gekocht werden, weil es kein Wasser gibt. Die Kinder sind voller Dreck und die Hygiene läßt sehr zu wünschen übrig. Die Märkte sind voller hungriger Bettler.
Wir warten
sehnsüchtig auf Regen und vertrauen auf die Vorsehung.
Erschütternde Einzelschicksale (weich nicht
aus!)
Die große Hungersnot machte einen Mann geisteskrank. Seine Frau ist gehbehindert. Er spricht den ganzen Tag vor sich hin und sie geht auf Krücken mit ihren Kindern betteln. Sie befinden sich in großer Not. Ihre Kinder sind sehr traurig, weil sie die Schule verlassen mussten und weil sie mit ansehen müssen, dass beide Elternteile behindert sind. Sie gehen von Haus zu Haus und kratzen die Reste von den Topfböden ab. Oftmals werden sie einfach wie Tiere, sogar mit Schlägen, weggejagt.
Sr. Angélique erzählt weiter: Eine Familie mit acht Kindern hatte
nichts mehr zu essen. Der Mann konnte das Elend nicht mehr mit ansehen. Aus
Verzweiflung lief er davon. Die Mutter leidet unter Bluthochdruck. Gestern ist
ihre armselige Hütte zusammengebrochen. Nun haben sie weder zu essen noch ein
Dach über dem Kopf. Sie halten sich unter den Bäumen auf und schlafen auf der
Schulveranda. Sie betteln und suchen in den Mülleimern nach Essbarem.
Zur Zeit ist der älteste Junge sehr krank, aber er
erhält keinerlei Hilfe. Das ist schlimm!
Ein weiterer Fall unter vielen: In einer Familie starb der älteste Sohn
im Alter von 13 Jahren. Daraufhin beschuldigte der Mann seine Frau, eine Hexe zu
sein, und warf sie aus dem Haus. Mit ihren sieben Kindern steht sie nun auf der
Straße. Sie ist eine sehr gläubige Frau und betet viel. Als sie sah, dass ihre Kinder zum Sterben verurteilt waren, wollte sie
ihnen durch Freitod vorauseilen und nahm Gift zu sich, das sie allerdings
erbrach, so dass sie gerettet wurde. .
Eine Frau, so schreibt Sr. Angélique, hatte ihren Mann
verloren und heiratete noch einmal. Als auch ihr zweiter Mann starb, wurde sie
von der Familie hinausgeworfen und war mit ihren vier Kindern plötzlich
obdachlos. Sie hat zwar versucht, sich und ihre Kinder über Wasser zu halten,
aber sie sind alle sehr geschwächt und krank und drohen alle zu verhungern.
Diese brave Mutter hatte beschlossen, Lehmziegel
zu fabrizieren und diese
dann zu verkaufen, aber sie hatte nicht die Kraft dazu und so wurde sie krank.
Jetzt ist sie fast verrückt, denn sie weiß nicht mehr, was sie
macht. Die Kinder stehen um sie herum und weinen
ohne Unterlass.
Nun erzählt uns Sr. Angelique eine typisch afrikanische Geschichte, die für Europäer kaum nachvollziehbar ist, aber dennoch möchte ich (Papa Alfred) sie Ihnen nicht vorenthalten:
Eine sehr religiöse, gut situierte Familie lebte in einer
sehr christlichen Atmosphäre. Dem Teufel aber gefiel das nicht und er brachte
Unruhe und Unheil in die Familie. Der Vater verlor seine Anstellung als Lehrer
und die Mutter, die ein kleines Geschäft führte, wurde ausgeplündert. Nun
stehen sie vor dem Nichts und können nicht einmal mehr ihre Kinder ernähren.
Aber das ist noch lange nicht alles, denn jede Nacht zwischen Mitternacht und
drei Uhr in der Frühe entsteht ein unerträglicher Lärm im Haus, der sich wie
starker Wind mit Geschrei und poltrig anhört. Die Nachbarn aber merken davon
nichts. Die Leute betteln um Nahrung und das erbettelte Geld müssen sie sofort
ausgeben, weil es ansonsten sofort verschwunden ist. Das Ehepaar suchte mich
auf und ich habe fünfzig Mal im Namen JESUS Gebete gesprochen, aber der Teufel
belästigt sie noch zweimal in der Woche. Die Kinder wurden von der Schule
verwiesen und die Eltern sind inzwischen abgemagert und krank.
Das Fax von Sr. Angelique Sawadogo vom 3. Juni 2003 enthält ein weiteres trauriges
Beispiel:
Eine Familie mit fünf Kindern lebte recht ordentlich von
ihrer Arbeit in der Landwirtschaft. Da es aber längere Zeit nicht geregnet
hatte, konnten sie nichts ernten und hatten nichts mehr zu essen. Das hat der
Mann nicht verkraftet und er wurde geisteskrank. Bevor er starb, verkaufte er seine
Hütte. Nach seinem Tod konnte die Frau nicht mehr in dem Haus leben, weil man
sie hinausgeworfen hatte. Sie ging für sich und die Familie betteln. Ihre
älteste Tochter, die noch zur Schule ging, sah, dass
die Lage aussichtslos war und beging Selbstmord. Am Tag darauf starb ihr
Jüngster, der bereits krank war. Ein Onkel hat
Sr. Angélique Sawadogo
Wer noch nie geweint hat, hier lernt er es!
etika.com-Alternative zur UN-Konferenz in Johannnesburg mit 40.000 palavernden Teilnehmern, die
ungeheure Kosten verursachen und bei den Flugzeugreisen die Luft verpesten:
Hilfe zur Selbsthilfe für Afrikaner
Ein Esel, ein Mini-Pflug, ein Eselkarren und eine Kompostanlage bieten dem
Kleinbauern in Burkina Faso eine Chance zu überleben
90 Prozent der Bevölkerung Burkina Fasos sind
arme Kleinbauern, die ums Überleben kämpfen. Seit Anfang 2002 leisten mehr als
40 Esel ihren Dienst. Mit Hilfe des Bundes der Freunde der Engel wurden bis
jetzt 15 Kompostanlagen gebaut, die den Ernteertrag verdoppeln. Mit einem von
einem Esel gezogenen Karren wird Wasser in einer 200 Liter fassenden Tonne zum
Befeuchten des Komposts und zum Bewässern der Pflanzen aus weit entfernten
Tümpeln herangeschafft.
|
Liebe
Freunde, Wie
einfach sind Probleme zu lösen: Ein kleiner Pflug bearbeitet den Boden
tiefer, Kompost macht ihn fruchtbarer und hält ihn länger feucht. Die
Hirsepflanzen blühen reichhaltiger und die Ernteerträge sind größer. Mit
großen Steinen, Sand, Wasser und Zement und viel Muskelkraft entsteht eine
Kompostanlage. Die Zugabe von Phosphat sorgt für den Verrottungsprozess.
Karren und Pflüge bleiben Eigentum der Schwestern. So ist eine kontrollierte
und allgemeinnützige Verwendung im Dorf gesichert. Ca. 30 Kleinbauern
benötigen 4 Esel, 4 Pflüge und einen Karren. Die
Dorfgemeinschaft verpflichtet sich, einen Teil des erwirtschafteten Ertrages
an die allerärmsten Menschen abzugeben, denn leider wird es immer noch
notwendig sein, einigen Menschen mit einer Hirsegabe das Leben zu retten,
bevor sie in der Lage sein werden, für ihren Lebensunterhalt selbst zu
sorgen. Papa
Alfred |
Die S.I.C.-Schwestern schreiben, dass Kompostanlage, Esel, Pflug und Karren wichtige Waffen
sind, mit denen erfolgreich gegen die Hungersnot angekämpft werden kann. Die
Nonnen vertrauen auf „Papa Alfred“, auf mitfühlende Menschen und auf Gottes
Erbarmen.
Preise:
1 kleiner Esel 75 Euro
1 Pflug 37 €
1 Karren 265 €
1 Sack Zement 8 €
1 Sack Phosphat 6 €
Weiteres Projekt zusammen mit dem
norddeutschen Verein „Misericordia e.V.“:
250 Euro für eine Nähmaschine
125 Euro für Stoffe
125 Euro Lohn für eine Näherin für 5 Monate
Und hier Horrormeldungen, die aus Dir
einen besseren Menschen machen sollen:
Nachts Alpträume: Was soll aus meiner
Familie werden?
Es ist
schon eine Woche her, seit ich einen Kochtopf auf das Feuer gestellt habe. Die
drei Talsperren, die um die Stadt Ouagadougou liegen, sind ausgetrocknet. Rings
um den Brunnen herum warten Trauben von Menschen, die versuchen zehn oder
zwanzig Liter Wasser zu bekommen.
Nachts
habe ich Alpträume und kann nicht schlafen. Was soll aus meiner Familie werden?
Ich warte auf Regen. Gestern, heute, aber kein einziger Tropfen fällt. Kein
Zeichen am Himmel zu sehen, der Himmel bleibt unbarmherzig. Alle richten
ihre Blicke nach oben. Doch keine Wolke ist zu sehen, nur die Sandstürme lassen
ihren roten feinen Sand auf uns niederfallen.
Keine
warme Speise, mangelhafte Körperpflege, keine Toiletten. Diese Zustände
verursachen schwere Krankheiten. Wir sind schon froh, wenn wir ein wenig Trinkwasser haben, um
unseren Durst zu stillen. Am Brunnen kommt es auch zu Streitereien, denn die
Menschen warten zu jeder Tag- und Nachtzeit. Das macht sie nervös und es kommt
zu Raufereien, bei denen der eine oder andere auch schon mal eine Verletzung
davon trägt. Und das alles wegen ein paar Liter Wasser. Manche Leute gehen bis
zu zwanzig Kilometer weit, um Trinkwasser zu besorgen, denn Hunger ist leichter
als Durst zu ertragen.
Ja,
liebe Freunde, die Lage ist schlimm in Burkina, denn nach der schlimmen Meningitisepidemie kommt die Hungersnot wieder einmal mit
Riesenschritten auf uns zu. Das ist Besorgnis erregend,
zumal die Lebensmittelpreise wieder in die Höhe klettern.
Blätter, die genießbar sind, die die Menschen in
der Feuchtsavanne pflücken, werden im rohen Zustand gegessen. Jeden Tag
dasselbe. Tagsüber sind nur die Alten in den Dörfern und man könnte meinen,
dass die Dörfer ganz verlassen sind.
In den
Städten ist alles noch viel schlimmer: Kinder und Erwachsene wühlen in den
Mülleimern. Der Hunger zwingt sie dazu. Viele sterben unerwartet und kein
Mensch weiß, an welcher Krankheit sie gestorben sind. Unser Schwesternhaus
gleicht einem Theater, an dem jeden Tag die gleiche Vorstellung aufgeführt
wird. Und das Stück heißt "unvorstellbare Not und unvorstellbares
Leid".
Hier
eine Szene: Eine Mutter kam mit ihren vier Buben zu uns, um zu betteln. Ihr
Mann ist wegen der großen Not geisteskrank geworden. Die fünf waren 20 km
gelaufen. Ich habe ihnen eine Schüssel voll Reis gegeben. Es dauerte nur einen
Augenblick und sie war leer, aber satt waren sie nicht.
Wir
haben bei uns drei Vollwaisen aufgenommen, denn sie wurden überall
verstoßen. Ein Nachbar hatte sich zuvor ihrer erbarmt, aber auch er musste bald sterben. Als sie zu uns kamen waren sie krank.
Und die Eltern? Sie sind ganz einfach verhungert. Auch einer Frau mit acht
Kindern haben wir auf diese Weise, dank des Geldes, das Sie uns zukommen
lassen, liebe Freunde, helfen können.
Ein
alter Mann hatte sein Feld bestellt, doch die Ernte blieb leider aus, so dass Hungersnot die Folge war. Dank Ihrer Hilfe konnten wir
ihm Hirse geben und die Todesfälle in seiner Familie auf vier beschränken.
Meine
Mitschwestern und ich, wir bedanken uns von ganzem Herzen.
Ihre Sr.
Angelique
Ouagadogou, den 23. Mai 2002
Zur Ehre
GOTTES und zur Rettung der Seelen
Lieber
Papa, ein Monat folgt dem anderen und die Not vieler Menschen wird von Tag zu
Tag größer. In unserer Gegend ist sie besonders schlimm. Diese, Woche war
unsere Krankenstation überfüllt, am meisten mit Kindern. Diese sind nur noch
Haut und Knochen und sie weinen und schreien. Die Meningitisepidemie
ist so schlimm, dass die Bevölkerung in Panik geraten
ist, denn es gibt nicht genügend Impfstoffe. Es sind bereits 5000 erkrankte
Fälle bekannt und es gab bislang über 500 Tote.
Manche
Frauen müssten dringen operiert werden, doch ihnen
fehlen die finanziellen Mittel. obwohl eine Operation nur-ca. 130 Euro
(85.000,00 Fcfa) kostet. Zudem sind sie auch zu schwach
und die Ärzte meinen, sie sollten zunächst einmal richtig essen.
Manche
Frauen wagen es nicht mehr, unter ihre Mitmenschen zu gehen, denn sie riechen
zu unangenehm, weil sie sich kein Stück Seife kaufen können. Möge der EWIGE
VATER diesen Frauen ihre Würde wiedergeben!
Nun zu
etwas anderem: Die Kompostanlagen mehren sich. Die Anfragen sind jedoch so
zahlreich, dass ich nicht allen entsprechen kann.
Gerade im Süden Burkinas sind die Hilfsmittel wie
Esel, Kleinpflug und Eselkarren wichtige Waffen gegen den Hunger, um die Ernte
ertragreicher zu machen, zumal es in diesem Landesteil ab und zu reg-
net.
Lieber
Papa, möge der auferstandene CHRISTUS großzügige Seelen an deinen Weg stellen,
die uns helfen den Kampf gegen die Not der Benachteiligten in unserem Land
weiterführen zu können.
Wend na roole, Vergelt's
GOTT
Sr. Angelique
Unsere
S.I.C. berichten
Liebe
Patinnen und Paten, liebe Wohltäterinnen und Wohltäter, ich vermute, dass Sie gerne wissen möchten, was mit Ihren Geldern
geschieht, die Sie uns zukommen lassen. Mit Geld können wir viele Probleme
lösen. Doch zuerst müssen die Armen auch lernen, wie man mit Geld umgehen
sollte.
Deshalb
werden Ihre Spenden vorrangig für den Kauf von Lebensmitteln verwendet,
wie z.B. Hirse und Mais. Je nach Saison kaufen wir sie ein. Wenn sie am
billigsten sind, kaufen wir mehrere Tonnen davon und lagern sie für Notzeiten
ein, um sie dann, so lange die Vorräte reichen, an die Armen zu
verteilen. Zu Zeit ist alles besonders teuer, denn ein Doppelzentner Hirse
kostet zwischen 18.000 und 20.000 Fcfa (27,50 und
30,80 Euro), und ein Fass Wasser mit 200 Litern
kostet umgerechnet 1,50 bis 3,80 Euro. Wir kaufen auch Wasser ein und
verteilen es an die Bedürftigen. Glücklich sind diejenigen, die dank unserer
Freunde in Deutschland und in der Schweiz einen Karren haben und mit einem Esel
Wasser von einem weit entfernt gelegenen Tümpel holen können.
Ihren
Gaben haben wir es zu verdanken, liebe Patinnen und Paten, dass
Ihre Schützlinge in die Schule gehen und die älteren einen Beruf
erlernen.
Dieses
Jahr, liebe Wohltäterinnen und Wohltäter, waren viele Kinder nicht nur von der
schlimmen Meningitisepidemie bedroht, sondern auch
von Typhus, Malaria, Masern und anderen Krankheiten. Viele verdanken
Ihnen ihr Leben. Viele unterernährte Kinder konnten durch Ihre wertvolle Hilfe
am Leben bleiben.
Mit
Ihrer Hilfe konnten wir, die S.I.C., ein paar Lehmhütten
mit Blechdach herstellen lassen, so dass
obdachlose Familien mit ihren Kindern ein Dach über dem Kopf haben. So eine
Hütte kostet ca. 750,- Euro.
Sr.
Angélique Sawadogo
Bis hierher sind es neue Texte: 27.8.2002
Hirse aus Termitenhügeln – Verrückt vor
Hunger – Blind vor lauter Weinen
Burkina Faso gehört zu den ärmsten
Ländern der Welt. Das Land kennt Jahr für Jahr Dürre und Hungersnöte. Der
Winter 2001 war jämmerlich. Gerade als die Hirse in voller Blüte stand, hat es
aufgehört zu regnen, und die Ernte fiel wieder aus, und die Hungersnöte nehmen kein Ende.
In den Monaten Februar, März, April und
Mai herrscht bei uns große Hitze – 40 Grad und mehr im Schatten sind an der
Tagesordnung. Es ist eine schwere Zeit für Mensch und Tier, denn es gibt kaum
etwas zu essen und zu trinken, dazu kommen die Meningitis-Epidemien, die viele, besonders die bereits geschwächten
Menschen umbringen, vor allem Jugendliche, alte Leute und Kinder. Manche
Menschen sterben an Hitzschlag.
Eine große Schar junger Witwen kommt zu
uns mit zwei, drei oder gar vier Kindern, um etwas Essbares
zu erbetteln. Gerade komme ich von der Beerdigung einer Frau, die eine sehr
fleißige Katechetin in unserer Pfarrei war. Sie hinterlässt
ein 14 Monate altes Baby. Es wäre schön, wenn sich jemand fände, der bereit
ist, für das Kind zu sorgen.
Wenn wir durch das Land reisen, sehen
wir viele Skelette - Opfer der Hungersnöte. Oft sehen wir Kinder, die in den Mülltonnen nach Essbarem suchen; andere stehlen, rauben, ziehen den Frauen
die Handtasche aus der Hand – viele unserer Schwestern fielen dieser Art von
Räuberei zum Opfer. Kinder schließen sich zu
Räuberbanden zusammen, um zu
stehlen. All dies, um ein bisschen Essen besorgen zu können.
Man begegnet auch Frauen, die ihr
mageres Kind tragen. Sie haben nur mehr Haut und
Knochen. Die Frauen sind
entmutigt und weinen soviel, dass
sie erblinden.
Viele bewältigen täglich große Strecken,
um wilde Früchte und Blätter zu finden. Manche Frauen schlafen nicht mehr in
ihren Hütten, sondern draußen bei den Brunnen, um ein paar Liter Wasser zu
bekommen. Andere verbringen den ganzen Tag in der sengenden Sonne, um Sand oder
Kleinkies zu sammeln, den sie dann verkaufen, und holen sich anschließend von
dem Geld etwas zu essen. Oft bieten sich Frauen als Wäscherin an, für 15
Pfennige. Von dem schwer verdienten Geld kaufen sie ein paar Kilo Hirse für
eine Mahlzeit für ihre Kinder.
Viele Männer fliehen in den Dschungel und ernähren sich von
Wurzeln und Wildkräutern. Manche
sammeln Holz, um es zu verkaufen. Von dem Erlös kaufen sie dann ein bisschen Reis für die Familie. Überall auf den Märkten und
auf den Straßen sind Bettler anzutreffen.
100 Kilogramm Hirse kosteten 9000 F (ca.
27 DM), jetzt müssen wir 15 000 F (45
DM) dafür bezahlen, in manchen Gegenden sogar mehr.
Manche Menschen zerstören sogar die Termitenbauten, um an
die von den Tieren gesammelten Hirsekörner zu gelangen.
Von Dezember 2000 bis heute sind in dem
Dorf, in dem ich geboren wurde, über 50 Menschen als Folge der Hungersnot
gestorben. Es ist keine Seltenheit, dass manche
Menschen es nicht mehr aushalten und verrückt
werden.
Die große Hungersnot bringt noch andere
Probleme mit sich, diese sind: Raub, Jugendkriminalität, Prostitution, Satanismus...
GOTT sei gedankt, gibt es auch
großzügige Menschen, die an uns denken und uns helfen. Möge der HERR Sie segnen
und Sie über Ihre Erwartungen belohnen. Mit dem Geld, das Sie uns zur Verfügung
stellen, konnten wir manch ein sterbendes Baby retten. Wir kaufen Hirse,
Aufbaupräparate, Medikamente und kleiden die Kinder der Armen.
Wënd na
roolé (Vergelt´s Gott)!
Sr. Angélique Sawadogo – S.I.C. -
Anruf von
Papa Alfred Sommer 2001:
Ein
uns unbekannter etika.com-Leser hat insgesamt 10.000 DM für die Verhungernden
in Burkina Faso gespendet!!!
Vergelt´s Gott tausendfach! Seine guten Werke werden
diesen Christen am Himmelstor erwarten. Papa Alfred hat mit seinen „Freunden
der Engel“ und Spendern über die Schwestern in Afrika schätzungsweise 18.000
Kindern das Leben gerettet.
NOSTRA CULPA 4 CLIMA CHANGE 4MISERY!
Weil WIR
v unnütze
Dinge konsumieren, die von weither geholt werden müssen,
v zuviel
mit dem Auto fahren,
v in
der ganzen Welt zum Spaß herumfliegen,
v zu
Hause alle Räume heizen,
gibt es in vielen
Ländern immer mehr Dürren, Stürme, Überschwemmungen, Hungersnöte.
WIR Europäer und die Amerikaner tragen die Hauptschuld am
Klima-Chaos und am wachsenden Elend in der Dritten Welt.
Hölle in
Burkina Faso ...
... und wir sind noch einmal mit schuld, weil wir zu wenig helfen und Geld für
Tabak, Alkohol und zweifelhafte Vergnügungen verschwenden. Wie viele bei uns
gönnen sich doch ein Leben in Saus und Braus!
Schwester Angélique soll nicht mehr
weinen
„Wir essen Blätter und Beeren, von denen wir Durchfall bekommen“
“Der Mann, der mich zeugte, hatte sich maskiert“
Kinder, von denen manche bald sterben werden, erzählen
(aus: Der Engelsbote, Nr. 1- 2001)
Eine schwarze Nonne, etwa 55 Jahre alt, sitzt da, ihre
Ellenbogen stürzt sie auf den Tisch und ihren Kopf hält sie zwischen beiden
Händen und sie weint ganz leise vor sich hin. Sie weint, weil sie weiß, dass viele Kinder ihres Landes hungern müssen und dass sie ohne Hilfe von außen machtlos ist. Sie schrieb
„Papa Alfred“ Saillant Anfang März 2001:
„Die Hungersnot mit ihrer
Gefolgschaft von anderen Nöten wie Meningitis, Geschwüre, Herzleiden, Malaria
und vieles mehr wütet bei uns nach wie vor. Dank Ihrer Hilfe haben wir vielen
Menschen etwas zu essen geben können. Leider werden unsere Reserven von Tag zu
Tag weniger und manchmal sind wir gezwungen, mit dem Verteilen aufzuhören,
obwohl die Leute ihre Kräfte nötig haben, um die Äcker mit der neuen Saat zu
bestellen (leider vermutlich wieder vergeblich).
Das Wasser ist rar und die
Frauen warten stundenlang bei den Brunnen. Ein Eimer Wasser kostet 100 FCFA (30
Pfennig, zwei Schilling) und ein Faß voll kostet bis zu 2500 FCFA (ca. 7,50 DM)
– das ist ein Vermögen hier.“
In anderen Briefen erzählt Schwester Angélique aus ihrer
Arbeit. So kam am 15. Januar dieses Jahres eine Frau zu ihr, die mit ihren drei Babys – Drillinge – 180
Kilometer zu Fuß gegangen war. Zwei trug sie selbst und eins trug ihre Tochter,
alle erschöpft und ausgehungert. „Ich habe
sie angesehen und bitter geweint und dann habe ich ihnen zu essen gegeben und
sie gepflegt...“
Ein zehnjähriges Kind sagte zu Sr. Angélique:
„Ich habe drei kleine Brüder
und oft gehen wir mit der Mama in den
Dschungel, um essbare wilde Blätter und Beeren zu pflücken. Wenn sie gekocht
sind, schmecken sie aber bitter und dann bekommen wir oft Bauchweh. Meine Mama
weint und ich weine auch. Wir haben Hunger und wir sind oft krank. Wir haben
das Spielen verlernt und können uns nicht mehr freuen. Werden wir überleben? Wir wissen nicht, wo unser Papa steckt.“
Ein anderes Kind erzählt ihr:
„Ich bin Vollwaise und habe
fünf Geschwister. Wir sind auf uns selbst gestellt, denn der Onkel behauptet, dass
wir Unglück bringen würden. Wir holen uns unser Essen aus dem Mülleimer und schlafen vor den Türen der Kirche – ab und zu bekommen wir
Essen von den SIC (Anm.: Schwestern von der Unbefleckten Empfängnis). Manchmal
möchte ich Schluß machen, doch mein Gewissen sagt mir: „Du darfst es nicht
tun.““
„Noch sind wir in Ouaga“, sagt
ein anderes Kind, „ohne Eltern, wer wird uns zu essen geben? Wir betteln und wir werden die Herde der
Straftäter vergrößern, noch können wir leicht drei oder vier Tage ohne Essen
aushalten.“
„In unserem Dorf hat es seit
längerer Zeit keinen Tropfen Wasser mehr geregnet. Die Folgen sind, dass die Menschen und die Tiere verhungern. Es gab viele (unfreiwillige)
Abtreibungen und viele alte Menschen sind schon gestorben. Die Leute in unserem Dorf haben beschlossen, dass sie in eine andere Gegend auswandern wollen, um Land
zu bestellen und um sich ernähren zu können. Viele Kinder werden ausgesetzt. Was tun? Wir essen wilde Blätter und Beeren, von denen wir
Durchfall bekommen...“
v
Das sind
Äußerungen von Kindern, von denen manche bald sterben werden, denn sie haben
kein Essen, andere werden geisteskrank oder behindert und deshalb sehen manche
Väter keinen anderen Ausweg, als sich selbst umzubringen.
Und hier noch eine traurige und leider wahre Geschichte aus
Burkina. Ein junger Bursche erzählte uns:
„Ich bin ein verwaistes Kind.
Der Mann, der mich zeugte, hatte sich maskiert, um unbekannt meine Mama vergewaltigen
zu können. Ich kenne weder Vater noch Mutter. Meine Mutter hat mich bei den
Großeltern zurückgelassen, als sie uns verließ. Die Großeltern sind gestorben
und niemand wollte mich haben. Mit 15 Jahren
habe ich mich einer Bande von gleichaltrigen Jungen angeschlossen. Wir haben
gestohlen, denn wie sonst hätten wir etwas zu essen bekommen. Meine Kameraden
wurden dabei erwischt und erschossen. Und ich war wieder allein.
Ich habe
beschlossen, zu arbeiten. Obwohl ich noch sehr jung bin, habe ich einen großen
Acker bestellt und Hirse angepflanzt. Ich aß wilde Pflanzen und Früchte und
bettelte, denn ich brauchte Kraft, um das Land zu bearbeiten... Ich rechnete
damit, etwa 1000 Kilogramm ernten zu können. Dann, während der Blütezeit, hörte
es auf zu regnen und der Ertrag betrug ganze 15 Kilogramm. Ich will nicht mehr
stehlen, aber was werde ich bis zur nächsten Ernte des nächsten Jahres essen?“
Das sind Aussagen von Kindern. Noch härter trifft die Not die Menschen in den Krankenhäusern,
die dort wegen Nahrungsmangel wie Mücken sterben.
Schwester Angélique und ihre Mitschwestern brauchen unsere
Hilfe, um Kinderleben zu retten. Können wir mit gutem Gewissen diese Hilfe
verweigern? Nein, Schwester Angélique soll nicht mehr weinen.
An Eides Statt versichere ich Ihnen, dass
die uns zur Verfügung gestellten Spenden die hungernden Kinder ohne Abzug für
Löhne und Verwaltungskosten erreichen.
Ihr „Papa Alfred“
(Alfred Saillant)
Trockne die Tränen und bring Freude!
Yes nintâm n wa ne laado!
Bund der Freunde der Engel e. V., Engelschwand 74, D-79733 Görwihl
Lies auch: Flucht
vor dem Marabu durch den Dschungel
Hundeleben in Burkina Faso
(aus: Der Engelsbote, Nr. 1- 2001)
Die Familie Ouédraogo ist eine
Großfamilie. Der Opa, ein Witwer, hat viel Lebenserfahrung und deshalb gilt
sein Wort. Er wird von jedem Familienmitglied mit viel Respekt behandelt.
Sein Sohn Joseph ist Kleinbauer. Mit seiner Gattin Marie
Jeanne hat er sieben Kinder. Nicht zu vergessen – den Hund Mirza: ein
mittelgroßes Exemplar von unbekannter Abstammung. Nun werden Sie sich denken, dass sie sich verlesen haben und fragen ganz erstaunt: Was?
Die Leute haben einen Hund, obwohl sie selbst kaum etwas zu essen haben?
Ja, es ist notwendig, die Familie braucht ihn, denn er
meldet, wenn Fremde oder Banditen sich nähern. Und außerdem haben die Ouédraogos keine Toilette mit Wasserspülung. Sie verrichten
ihre Notdurft draußen. Was das mit dem Hund zu tun hat? Nun, ganz einfach, er
beseitigt den Unrat, indem er ihn auffrisst, und das
funktioniert.
Die Ouédraogos sind schwarz wie
Ebenholz, aber mit perlweißen Zähnen, denn diese werden oft mit einem Stück „Numesholz“ geputzt, das sie kauen.
Eine Wasserleitung gibt es nicht. Um das Trinkwasser zu
besorgen, geht die Ehefrau Marie Jeanne, begleitet von ihren Kindern, bis zu
einem Tümpel, der eine gelbe Brühe enthält. Sie schöpft es mit einer Kalabasse,
lässt das Wasser durch ein Sieb in einen Kanister laufen.,
bis er voll ist. Anschließend stellt sie ihn auf den Kopf. Mit diesem schweren
Gewicht tritt sie den langen Rückweg an. Die Kinder machen sich nützlich, indem
sie kleinere Mengen Wasser tragen. Die Hitze ist groß, der Wind bläst und
wirbelt den feinen Sand hoch, der auf der nassen Haut kleben bleibt. Und
dennoch wird auf dem beschwerlichen Heimweg gesungen.
Alle Kleinbauern sind Selbstversorger und leben in
Lehmhütten, die mit Stroh gedeckt sind. Sie schlafen auf Matten, die sie auf
dem Boden ausrollen. Gekocht wird in einem großen Topf über einem Holzfeuer im
Freien.
Mitten im Hof liegt ein großer Stein mit flacher
Oberfläche. Marie Jeanne legt eine Handvoll Hirsekörner, die sie zuvor
gereinigt hat, auf diesen Stein. Mit einem kleineren Stein, den sie mit beiden
Händen hält, mahlt sie die Körner so lange, bis sie zu Mehl geworden sind.
Diesen Vorgang wiederholt sie so oft, bis sie genügend Mehl für eine Mahlzeit
hat. Nebenbei bemerkt: In manchen Familien wird die Hirse noch gestampft, Die
Spreu bekommen die Tiere.
Nun bereitet Marie Jeanne den Hirsebrei zu oder macht eine
Art Polenta oder auch Fladen. Dazu gibt es eine Sauce aus Wildkräutern.
Beim Essen sitzen alle im Kreis auf dem Boden. In der Mitte
steht die Schüssel mit der Hirsespeise und jeder nimmt sich etwas mit den
Fingern heraus. Tisch und Stühle, ebenso Bestecke gibt es in der Familie Ouédraogo nicht.
Es gibt nur eine Mahlzeit am Tag. Als Getränk dient Wasser,
das aus einer Kalabasse getrunken wird. Reis ist Luxus und Fleisch gibt es
vielleicht einmal zu Weihnachten und einmal zu Ostern.
Die Familie Ouédraogo benötigt
ca. 100 Kilogramm Hirse im Monat. Diese Menge könnte leicht von den Äckern
geerntet werden, wenn... Ja, wenn es während der Blütezeit regnen würde. Aber
es regnet eben nicht. Die Ouédraogos sind
verzweifelt: Sie haben den Boden bestellt, Körner gesät, die Jungpflanzen
gepflegt, und jetzt verkümmern die Pflanzen mangels Wasser – alles war umsonst.
Es wird wieder keine Ernte geben und eine Hungersnot
kommt auf die uns liebgewordene Familie zu. Und so geht es vielen afrikanischen
Freunden.
Wenn diese Menschen in einem Land mit gemäßigtem Klima
lebten, hätten sie keine Probleme, denn sie sind fleißig, liebenswert und sehr
gastfreundlich, aber im Sahel sind die klimatischen und geographischen Umstände
sehr schwierig.
Das Jahr 2000 war wieder besonders schlimm, denn schon sehr
früh zeichneten sich die kommenden Missernten ab- Und
trotz alledem vertraut Joseph Ouédraogo und vertrauen
viele andere Familien auf den HERRGOTT, denn sie alle wissen, wenn die Not am
größten ist, ist GOTT am nächsten, denn es gibt die Nonnen – die S.I.C. –
unsere S.I.C. und die werden helfen.
Und die Schwestern wissen aus Erfahrung, dass „Papa Alfred“ in Deutschland (en Allemagne)
viele liebe Freunde hat, die die Familie Ouédraogo
nicht verhungern lassen und viele andere bemitleidenswerte Mitmenschen auch
nicht.
Die Schwestern vertrauen darauf, dass
wir ihnen in größter Not beistehen, denn unsere Hilfe, alle Ihre Spenden sind
bei den Schwestern und nicht zuletzt bei den Notleidenden angekommen.
Im Spätherbst 2000 konnten wir von den Spendengeldern sage
und schreibe 100 Tonnen Hirse kaufen und an die Schwesterngemeinschaften im
Land verteilen. Die uns riesig erscheinende Menge müssen sich 55
Schwesterngemeinschaften im Lande teilen, und das heißt nach Adam Riese 1800 kg
pro Station.
Im April bin ich 77 Jahre alt geworden und ich habe nur
einen einzigen Wunsch, und der heißt: Möge der HERRGOTT mich noch ein paar
Jahre auf Erden weilen lassen, damit ich mit Hilfe meiner Freunde noch etliche
Tonnen Hirse für die hungernden Menschen in Burkina Faso anschaffen lassen
kann.
Papa Alfred
Bund der Freunde der Engel, Alfred Saillant,
Engelschwand 74, D-79733 Görwihl
Postgirokonto München 293 03-808
Brief von Schwester Angélique Sawadogo:
Ø
„Dank Ihrer Hilfe haben wir
hungrige Kinder satt bekommen, haben wir Medikamente für Kranke kaufen können,
haben wir Hütten gebaut oder repariert, ja durch den Ausdruck Ihrer Liebe
wurden sogar Sterbende gerettet.
Ø
Eine Mutter
sagte zu mir: „Schwester, ich wollte mich aufhängen, aber Ihre Hilfe hat mich
davor bewahrt“ und eine andere „Ohne Sie, Schwester, wäre ich gezwungen, als
Prostituierte zu gehen, um meine Kinder ernähren zu können...“
Apokalypse in Burkina Faso
Mit leeren Händen wegschicken. Brief von Sr.
Angélique S.I.C. aus Burkina Faso am 18. Mai 2000 an Papa Alfred, Gründer des
Bundes der Freunde der Engel, Engelschwand 74, D-79733 Görwihl,
Postgirokonto München 293 03-808. Abgedruckt in: Der Engelsbote, Nr. 2-2000:
Über
95 Prozent der Bevölkerung sind Landwirte und müssen von dem Ertrag, den ihre
Äcker erzielen, leben. Bleibt der Regen aber aus, gibt es auch
keine Ernte und es gibt Hungersnöte. Dieser Zustand war in den letzten
zehn Jahren an der Tagesordnung.
Papa,
wir vertrauen auf die Großzügigkeit unserer deutschen Schwestern und Brüder und
auf deren Hife. Wenna Rollé i yel somdé - Ewiges Vergelt´s Gott an alle. Sr. Angélique
Kommentar etika.com:
Wir erinnern an die Tomatenschlachten im spanischen Buñol bei Valencia, wo sich jedes Jahr im August
gleichgültige Menschen mit 120 Tonnen Tomaten bewerfen, so daß die Straßen in
einer roten Soße schwimmen. (24.8.2000)
Hilfsorganisationen gibt es in Masse, aber wie viel Geld benötigen sie doch für ihr eigenes Personal,
so daß nur wenig für die Armen übrig bleibt! Der Skandal um
die UN-Flüchtlingshilfsorganisation UNHCR ist nur die Spitze des Eisberges.
Norbert Blüm und Rupert Neudeck, Gründer der Hilfsorganisation Cap Anamur, kritisierten die "Expertokratie",
wonach die UNO von den Regierungen große Summen einsammelt, die Flüchtlinge
aber nur verwaltet würden und im Verhältnis zu den gespendeten Riesenbeträgen
recht wenig Hilfe bekämen. (24.8.2000)
Die Idealisten wie Papa Alfred vom Bund der Freunde der
Engel bekommen fast nichts, die großen Organisationen, die im Fernsehen
auftreten, fast alles.
Einmal wird abgerechnet...
2000 Hungersnot.
Brief
von Sr. Marie Denise Guissou S.I.C. an den Bund der
Freunde der Engel: Jahr für Jahr geben sich unsere Landwirte (es sind ca 98 % der Bevölkerung) große Mühe und bestellen mit viel
Tatkraft ihre Felder, in der Hoffnung, daß der Ertrag für ihren täglichen
Bedarf ausreichen wird.
Aber
leider ist uns die Natur feindlich gesinnt, und wir sind von den Launen dieser
Natur abhängig. Mehrere Jahre lang mangelte es an Regen, und es herrschte eine
gefährliche Dürre. Die folge davon war eine
ununterbrochene Hungersnot.
Während der Regenzeit 1999 hatte es zuviel geregnet, die
Pflanzen wurden überschwemmt und die Hütten fielen zusammen. Wiederum war die
Folge: Hungersnot.
Und je mehr wir in das Jahr 2000 schreiten, desto schlimmer
wird es. Die Lebensmittelpreise klettern nach oben und die Armen können nichts
mehr kaufen. Etwas tun? Die Mütter kommen wieder zu uns, um Hirse zu
erbetteln, es ist ein ewiger Vorbeimarsch. Sonderbar ist die Tatsache, daß sie
dieses Jahr alle ihre Kinder mitbringen. Manche Kinder sind oft krank und alle
sind sehr traurig, denn sie haben Hunger.
Wenn
es uns gelingt, ihren Hunger zu stillen, fangen sie an zu spielen, zu lachen
und zu springen. Eine von unseren Nonnen, die als Krankenschwester ausgebildet
ist, stellte fest, daß die Anzahl der unterernährten Kinder um ein Vierfaches
gestiegen ist, denn für viele gibt es kaum noch etwas zu essen.
Erneut
appellieren wir an Ihre Großzügigkeit, um Hunderte von Menschen, vor allem
Kinder, miteinander retten zu können. Möge GOTT Ihre Opferbereitschaft
hundertfach vergelten.
Ouagadougou,
den 1. März 2000
Hilfekonto: Bund der Freunde der Engel,
Alfred Saillant, Postgirokonto München 293 03-808
Die Kirche in Burkina Faso feiert mit dem Jahr 2000
gleichzeitig die Hundertjahrfeier der Evangelisierung des Landes. Am 22. Januar
1900 war eine Gruppe von Weißen Vätern (drei Priester, zwei Laienbrüder und
drei Schwestern) unter Leitung von Msgr. Hacquard in das Land gekommen und hatte die erste Mission
in Koupèla gegründet. Heute zählt die Kirche eine
Erzdiözese und zehn Diözesen. Ein Erzbischof, zehn Diözesanbischöfe und fünf
emeritierte Bischöfe stehen zur Verfügung. Es gibt 500 Priester und über 1000
Schwestern. Für die Seminaristen in Bobo Dioulasso ist Deutsch Pflichtunterricht; vielleicht wird
einer dieser schwarzen Pfarrer eine verwaiste Pfarrei bei uns übernehmen.
Ordensleute aus Burkina Faso sind als Missionare in Niger und Mali tätig. In
100 Jahren hat sich über eine Million Einwohner zum
Christentum bekehrt, so daß die Katholiken heute rund 13 % der Bevölkerung
ausmachen.
(Martin Schultes, Landpfarrer, in "Der Engelsbote" Nr. 1-2000,
Engelschwand 74, D-79733 Görwihl)
1999 Hungersnot.
Brief
der Schwestern von der Unbefleckten Empfängnis in Ouagadougou vom 25.6.1999:
"Leider müssen wir wieder mit einer großen Hungersnot, die schon viele
Dörfer unseres Landes mit ganzer Härte heimsucht, fertig
werden. Unsere jungen Leute fliehen in die Städte oder wandern in
Richtung elfenbeinküste aus. Dort werden sie mit
allen erdenklichen Erniedrigungen konfrontiert. Beleidigungen, Schmähungen,
Schläge, Verletzungen, Verachtung und vieles mehr sind die Regel. So
mißhandelt, werden sie zu Bettlern oder Dieben, um überleben zu können.
Der
Mangel an Wasser bringt Arbeitslosigkeit mit sich, obwohl unsere Leute sehr
fleißig sind. Sie verlassen das Land, um woanders ihr Glück zu suchen. Sie
denken, daß das Leben in der Fremde nicht so unbarmherzig ist wie daheim. Sie
kommen dann nach einer gewissen Zeit enttäuscht und krank nach Hause zurück,
denn in allen fremden Ländern gibt es für diese Auswanderer große
Schwierigkeiten, sie werden ausgenutzt und müssen wie richtige Sklaven auf den
Feldern arbeiten.
Die
Hirsepflanzen, die schon zu wachsen begonnen, sind vertrocknet. Wir haben Ende
Juni, und es fiel noch kein Regen. In vielen Familien gibt es nur mehr eine
Mahlzeit pro Tag, in anderen sogar nur jeden zweiten Tag. Die Leute haben kein
Geld, um Bhnen, Reis usw. zu kaufen, sie werden nur
einmal am Tag mit Hirse satt. Das erklärt auch, warum sehr viele Kinder sehr
schwach sind. (Sr. H. O. S.I.C.)
Bei
uns in Burkina gibt es wieder keinen Tropfen Regen. Unsere Hirsereserven gehen
langsam zur Neige. Man findet schon wieder keine Wildkräuter mehr, um die
Hirsespeisen zubereiten zu können. (Sr. M. D. G. S.I.C.)
Papa Alfred geht betteln
Aus: Der Engelsbote,
Nr. 2 – 1999
Spenden erbeten an:
Bund der Freunde der Engel e. V.,
Engelschwand 74, D-79733 Görwihl
Postgirokonto München 293 03-808
Sparkasse Hochrhein Konto Nr. 551 5622,
Bankleitzahl 684 522 90