ETIKA

BURKINA FASO

www.etika.com
24.9.2009

5BF0

Hunger aktuell

Früher Obervolta

Hilfe für Arme in Burkina Faso
www.bund-der-freunde-der-engel-ev.de

Spende für Arme in Burkina Faso:
Bund der Freunde der Engel e. V., Alfred Saillant, Engelschwand 74, D-79733 Görwihl
Tel. 07754 / 7451 , Telefax 7499
Sparkasse Hochrhein Konto Nr. 05-515622, Bankleitzahl 684 522 90
für Überweisungen aus dem Ausland (in EU Inlandsgebühr):
IBAN DE04 6845 2290 0005 5156 22 – BIC SOLADES1WHT
Schweiz: Neue Aargauer Bank, Stein, Konto 934546-71, BC 5886, PC 50-1083-6

„Hiermit versichere ich an Eides Statt, dass meine Helferinnen* und ich aus Liebe zur Immaculata
lediglich für Gotteslohn und völlig unentgeltlich tätig sind.“ (Papa Alfred Saillant)
* Sr. Marie Denise Guissou und ihre Mitschwestern von der Gemeinschaft der Schwestern von der Unbefleckten Empfängnis in Ouagadougou in Burkina Faso

Katholische Witwen sollen Polygamisten heiraten

In Burkina Faso sind die katholischen Witwen mit einem immer wiederkehrenden Problem konfrontiert. Sie müssen einen Mann, der schon eine oder zwei Frauen hat, heiraten. Ihr katholischer Glaube erlaubt ihnen das nicht und sie verweigern sich. Eine Witwe berichtet:

„Dann beginnt für uns eine unmenschliche Folter. Viele Witwen haben Nächte für Nächte unter den Bäumen geschlafen oder in den Ställen bei den Schafen oder Ziegen oder, wenn ein bisschen Glück dabei war, bei einer Nachbarin, die helfen wollte.

Manch einer Frau werden die Kleider vom Leib gezogen und sie wird vor allen Augen nackt ausgestellt. Alles, was sie hatte, wurde ihr weggenommen: Möbel, Wäsche, alles. Manchen werden ihre Kinder weggenommen.

Sie werden mit Dornenzweigen blutig geschlagen, verjagt und als Hexe angesehen. Andere werden mit ihren Kindern ausgeschlossen und wie wilde Tiere behandelt.

Wir schreiben das Jahr 2006 nach CHRISTI Geburt und in vielen Ländern Afrikas herrschen noch Zustände, die schlimmer sind als bei uns im Mittelalter.

Wir kommen im Namen JESUS zu Ihnen, kniend um Ihre Hilfe zu bitten. O bitte, wenn Sie unsere ängstlichen, verzweifelten Hilferufe hören, verschließen Sie Ihr Herz bitte nicht, hören Sie unser Stöhnen, unser Wehgeschrei, sehen Sie die bitteren Tränen, die aus den Augen der verwitweten Frauen und deren Kinder fließen? Welches Herz bleibt da ungerührt?

Wir bitten Euch demütig und inständig und senden Ihnen diesen S.O.S.-Hilferuf.

Manche unter uns haben die Qual und die Folter nicht überlebt, andere sind wahnsinnig geworden.

Auch wir wollen unsere menschliche Würde verteidigen, wir wollen nur als freie Menschen leben und nicht als Lustobjekt gezwungen sein, zu dienen.

Wir vertrauen auf Ihre Hilfe. Möge GOTT Sie segnen.

Madame Anne“

(Aus der Kleinschrift: Auf den Spuren von Msgr. Joanny Thevenoud SMA, herausgegeben von Papa Alfred)

 

Christus statt Naturgötter - Witwe wie Gespenst
5 erschütternde Schicksale, für Christen und andere Menschen zum Nachdenken und Handeln. Zitiert aus dem „Engelsboten“, Nr. 3, 2006:

 

Schicksal 1: Wie ein Tier verfolgt

Ich bin Hélène Sawadogo. Vor 7 Jahren habe ich meinen Mann verloren und ich habe zwei Kinder.

Als mein Mann an Aids gestorben ist, habe ich mich und meine zwei Kinder sofort testen lassen. Das Ergebnis war positiv, bei den Kindern aber negativ. Ich habe mit einer Behandlung angefangen und erwartete trotzdem das Ende meines Lebens.

Ich habe aber sehr viel zu GOTT gebetet und IHN angefleht, ER solle mir noch ein bisschen Zeit geben, um meine Kinder zu erziehen.

Tage, Wochen, Monate gingen vorüber und ich merkte, dass mein Zustand sich besserte. Ich betete weiter und eines Tages ließ ich wieder einen Test machen. Der Ergebnis war negativ. Ja, durch ein Wunder war die Krankheit verschwunden. Ich war wieder gesund und dann bekam ich große Schwierigkeiten, denn die Familie meines Mannes wollte mich zwingen, den Bruder meines verstorbenen Mannes, der nicht Christ ist und schon mehrere Frauen hat, zu heiraten. Ich habe es abgelehnt, anschließend wurde ich wie ein Tier verfolgt. GOTT stand mir aber zur Seite und ich bin mit meinen zwei Kindern nach Ouagadougou geflohen.

Mit Ihren 1200 € (Brief an Papa Alfred Saillant) haben die Schwestern ein Grundstück gekauft und ein Häuschen bauen lassen. Ich habe einen Vorrat an Lebensmitteln bekommen und das Schulgeld für meine Kinder wurde bezahlt. Mit dem restlichen Geld habe ich ein kleines Geschäft angefangen, ich stelle "Dolo" (örtliches Bier) her, koche und verkaufe Suppe.

Als Zeichen meiner Dankbarkeit zu GOTT und um mich zu bedanken, habe ich zwei Waisenkinder übernommen, denn ich habe mir gedacht: "Ich möchte helfen, so wie man mir geholfen hat. Ich bin glücklich, denn ich darf mit meinem christlichen Glauben leben und für andere nützlich sein".

Bei dieser Gelegenheit möchte ich mich bei meinen großen Wohltätern bedanken. Ich war physisch und moralisch mit meinen Kindern tot, aber jetzt lebe ich wieder. Ich war traurig und ohne Hoffnung. Jetzt bin ich glücklich und aufgeblüht. Ich habe Freude am Leben. Ich bitte Sie, verbindet euch mit mir in GOTT für das, was ER für mich und für meine Kinder getan hat, um zu danken.

 

Schicksal 2: Der verzweifelte Vater

Ein Mann war seit 10 Jahren verheiratet. Die Familie hatte 4 Kinder. Auf einmal hat er seine Arbeit verloren und es gab nichts mehr zu essen. Die Frau verließ ihn mit den Kindern und sie essen wilde Pflanzen und Blätter wie die Tiere. Jetzt sind die Kinder krank und brauchen Medikamente. Er bettelt und sucht nach Essbarem in den Mülleimern in der Stadt. Seine Frau hatte nämlich gesagt: Ich kann das nicht mehr mit ansehen und die einzige Lösung ist, sich zu trennen.

Das letzte Kind ist erst 6 Monate alt. Der Mann kam dann zu uns, um sich einen Rat zu holen. Er möchte mit seinem Leben Schluss machen, denn er sieht keinen Ausweg. Das Leid seiner Kinder zu sehen, ist für ihn unerträglich. Ich habe ihn für den nächsten Tag bestellt, denn ich wollte die Lage mit Angélique besprechen. Sie hat mich informiert und gesagt, dass dank der Hilfe aus Deutschland den Kindern mit Lebensmitteln geholfen werden könne, und so geschah es auch. Am nächsten Tag, gleich in der Frühe war der Vater wieder da. Er hielt sein Jüngstes auf den Armen. Ich muss schon sagen, dass das Kind wie eine noch lebende Leiche ausgesehen hat. Es war sogar zu schwach zum Weinen. Ich habe sofort Essen bereitet für diese Armen und ihnen noch Lebensmittel mitgegeben.

(Soeur Jeanne N’ Po)

 

Schicksal 3: Vom Mann verraten an die Naturgötter

Die Witwe Julienne Ouedraogo schreibt:

Ich bin erst seit 6 Monaten Witwe. Zuerst haben mein Mann und ich unser Dorf mit unseren zwei Kindern verlassen. Mein Mann hatte eine Augenkrankheit.

Mein Schwiegervater wollte unbedingt, dass ich mich den Naturgöttern opfere, indem ich meinen christlichen Glauben verleugne. Ich habe es kategorisch abgelehnt. Schon seit längerer Zeit war es ihm ein Dom im Auge und es hieß, dass meine Ablehnung Unglück in der Familie verursache.

Mein Mann war auch Christ und er hat mich sehr in meinem Glauben unterstützt.

Hier in Ouagadougou sind wir den Schwestern von der Unbefleckten Empfängnis begegnet, die uns sehr viel geholfen haben, und nach und nach wurde mein Mann wieder gesund. Eines Tages in der Früh kam mein Schwiegervater aus dem Dorf zu uns. Er hatte einen Sack voller Erde dabei und sagte zu meinen Mann. " Wenn du die Rückkehr mit mir verweigerst, nimm diesen Sack voll Erde zu dir und von nun an wird sie deine Familie sein. Ich will dich dann nicht mehr sehen. Du bist verbannt und verflucht von der ganze Familie, und wenn dich ein Familienmitglied trifft, dann hat es das Recht dich zu töten." Nach mehreren Stunden Überlegung ging mein Mann mit seinem Vater fort, er hatte Tränen in den Augen. Bevor sein Vater ging, sagte er zu mir: "Du kannst deine zwei Kinder einstampfen und sie mit Sauce vermischen, weil du nicht mit uns kommen willst. Ich will weder dich noch deine Kinder noch einmal sehen.

Einen Monat später starb mein Mann in den Armen seines Vaters. Jetzt fing mein Martyrium erst richtig an. Ich wurde zum Spielzeug der Nachbarn, die sich wegen meines Glaubens über mich lustig machten.

Ich hatte meinen Schwiegereltern den Gehorsam verweigert und hatte weder ein Dach über dem Kopf, noch Essen und Pflege für mich und meine Kinder.

Dann haben mich die Schwestern aufgenommen. Mit den 1200 € haben sie ein Grundstück gekauft und ein kleines Haus für mich und meine kleine Familie bauen lassen. Dann waren die Tränen, die ich zuvor den ganzen Tag vergossen habe, getrocknet. Ich bettelte auf den Märkten und ging von Haus zu Haus. Das brauche ich jetzt nicht mehr zu tun.

Dank Ihrer Hilfe wurde die (verrückte) Frau, die ich war, wieder normal. Zur Stunde, in der ich schreibe, kann ich behaupten, dass mein Leben sich ganz verändert hat. Ich verdiene unser Essen, meine Kinder gehen zu Schule. Von dem Rest des Geldes, der als Darlehen dient, habe ich ein kleines Geschäft angefangen und werde den Kredit nach und nach zurückerstatten. Ich verdiene ordentlich unseren Lebensunterhalt.

Sie haben meine Tränen getrocknet und mich vom falschen Weg bewahrt. Sie haben meine Seele aus dem Maul des Löwen und von den Hörnern des Büffels gerissen. Jetzt lebe ich wie eine normale Frau, denn meine Augen haben die Rettung, die Sie mir zugedacht haben, gesehen.

Ich möchte mich herzlich für Ihre großzügige Hilfe … Ich bitte GOTT, Er möge Ihnen die Gnade schenken, den Armen unter Ihnen weiter dienen zu dürfen.

 

Schicksal 4: Treusorgender Vater

Eines Tages kam ein fremder Mann zu mir und sagte: "Schwester, wollen Sie nicht ein Kind haben?" Ich antwortete "Ja ich nehme es!" Er hielt mir sein ungefähr sechs Monate altes Baby, das er in seinen Armen trug, entgegen. Ich fragte:" Wo ist seine Mutter?" Er senkte den Kopf und fing zu weinen an. Ich nahm das Kind auf meinen Schoß, und er weinte eine Viertelstunde lang. Ich ließ ihn in Ruhe weinen. Als er einigermaßen beruhigt war, sagte er: "Mein Kind ist Halbwaise, als es geboren wurde, hatte ich nichts, um die Mutter zu ernähren, zwei Wochen nach der Niederkunft starb sie. Ich nahm das Kind und brachte es zu meiner Mutter, die nach vier Monaten in Folge der Hungersnot auch starb. Jetzt gehe ich hin und her, um jemanden zu finden, der mein Kind zu sich nehmen möchte. Ich möchte es hergeben und verschwinden, denn ich kann nicht zusehen wie es verhungert.“

Jetzt ist das Kind in unserem Kinderheim und es gedeiht prächtig. (Sr. Angélique)

 

Schicksal 5: Witwe wie Gespenst

Eine Witwe kam zu mir. Als ich sie sah, bin ich beinahe geflüchtet, denn sie sah wie ein Monster aus, wahrhaftig wie ein Gespenst. Sie bestand nur noch aus Haut und Knochen. Ich ging zu ihr und dachte "JESUS schickt sie zu dir". Und doch fürchtete ich mich, während ich ihr zuhörte. Sie sagte, sie habe 11 Kinder, und bis auf ein Mädchen von 7 Jahren seien sie alle verhungert. Auch ihr Mann müsse sterben und sie und ihre Tochter leiden an Unterernährung. Wenn sie betteln gehe, hätten die Leute Angst und fliehen. Denn sie hat nicht das Aussehen eines menschlichen Wesens. Sie hat soviel geweint und soviel gelitten, dass sie nicht mehr über ihre geistigen Kräfte verfügt. Das sind die Folgen der Hungersnöte. (Sr. Angélique)

 

Soweit diese typischen Schicksale im armen Afrika. Nun zu dir, lieber Leser, im reichen Europa. Papa Alfred hat eine Lösung. Denn er ist einer Eingebung gefolgt:

„Besorge dir wundertätige Medaillen, fahre nach Paris und lege sie auf die Altarstufen der „Kapelle der Erscheinungen“ in der Rue du Bac, wo am 27. November 1830 die Allerseligste Jungfrau  Maria der Novizin Katharina Labouré erschienen ist und ihr den Auftrag gab, diese Medaillen prägen zu lassen.“

Papa Alfred berichtet: 2. September 2006. … ich konnte die heilige Kommunion als Mundkommunion, kniend und andächtig empfangen. Nach der Messe habe ich die mitgebrachten Medaillen und Bilder auf die Stufen des Altarraums gelegt und mich daneben gekniet. Über mir stand auf einem großen Bogen in Französisch: „Kommt zu Füßen dieses Altars, wo die Gnaden ausgeschüttet werden!“

Dann bat ich die liebe Gottesmutter inbrünstig, sie möge alle Menschen, die eine dieser vor mir liegenden Medaillen und Bildchen anfordern, segnen, mit Gnaden überhäufen und ihre Anliegen erhören, und zwar besonders dann, wenn sie das Bildchen betrachten, während sie die hochgesegnete Medaille mit Liebe in ihren Händen halten, andächtig die Novene beten sowie ein Almosen geben für die armen Witwen in Burkina Faso, die aus Liebe und Treue zu JESUS ein regelrechtes Martyrium erdulden und selbst den Tod nicht scheuen.

(Engelsbote Nr. 3-2006, Bund der Freunde der Engel e. V.)

 


Aus dem Alltag unserer afrikanischen Schwestern
(Der Engelsbote Nr. 1, 2005)

In einer Familie war der Vater geistesgestört. Seit drei Jahren ist er bereits verschwunden und man hat nichts mehr von ihm gehört. Ob er noch am Leben ist, weiß niemand. Seine Frau lebt mit ihren Kindern in einer unvorstellbaren Not. Sie haben kein Dach über dem Kopf und leben im Freien. Die tapfere Mutter deckt ihre Kinder mit Lumpen zu oder lässt sie unter den Blättern, die von den Bäumen fallen, schlafen. Sie haben weder etwas zu essen, noch etwas zum Anziehen. Die Frau fertigt auch Lehmziegel an, um sie zu verkaufen. Auch gräbt sie tiefe Löcher, die als W.C. dienen sollen. Dafür bekommt sie ein paar Cent. Davon kauft sie ein bisschen Essen für ihre Kinder. Diese Frau ist eine ganz liebe und auch fleißige Frau, die allerdings wegen Unterernährung kaum noch Kraft hat, um die Arbeit zu schaffen. (Sr. Angélique) (Anm.: Beim Übersetzen dieser Zeilen war ich sehr sehr traurig und habe zu JESUS gebetet: "JESUS, Heiland, habe Erbarmen."

 

Zwei jüngere Frauen haben durch die riesige Hungersnot einen Schock erlitten und sind fast geisteskrank geworden. Die eine hat fünf Kinder, die andere vier. Die Ehemänner haben versucht, ihre Frauen gesund zu pflegen - leider vergebens. In Anbetracht des Zustandes ihrer Gattinnen haben sie ihnen vorgeschlagen, dass sie vom katholischen Glauben zum protestantischen wechseln sollten, denn - so behaupteten die Männer - ihre Religion mache geisteskrank und habe noch nie einen Menschen geheilt. Beide Frauen gaben einhellig zur Antwort: "Selbst wenn wir unsere Köpfe durchschlagen lassen müssten, würden wir niemals unseren Glauben aufgeben."

Daraufhin haben die Männer ihre Frauen verlassen und die ihre Not fing erst richtig an. Die Kinder wurden von der Schule verwiesen und ernähren sich von bitteren Blättern und Wurzeln. Trotz ihres großen Leides sind die beiden Mütter und ihre Kinder glücklich, vereint im Gebet und dank Ihrer Hilfe auf dem Weg der Besserung. "Wend na roolé."

 

In einer Familie mit neun Kindern starben der Vater und die Mutter kurz hintereinander den Hungertod. Ja, meine Lieben, sie sind buchstäblich verhungert. Das älteste Mädchen, das an einer schweren Augenerkrankung leidet, bettelt den ganzen Tag, damit ihre kleineren Geschwister etwas zu essen haben. Sie leben in einem Raum, der nicht größer ist als 15 qm. Sie wurden von ihren Verwandten verlassen, denn sie gelten als Unglücksbringer. Oft werden sie wie wilde Tiere von den Leuten verjagt, dann suchen sie ihr Essen im Mülleimer. Sie essen sogar weggeworfene Bananenschalen.

 

Anm.: Am Marktplatz ging ich an einem fast vollen sog. Abfallkorb vorbei, und zu oberst lagen zwei halbierte, noch ganz frische Brötchen. Eines davon war ein reichlich mit, Butter und Wurst belegtes Mohnbrötchen, und auf dem anderen waren Butter und Käse. Wahrscheinlich hatte eine Mama diese Brötchen mit viel Liebe hergerichtet, und nun lagen sie da, weggeworfen, im Müll! Ich konnte mich der Tränen nicht erwehren, auch wegen meiner Machtlosigkeit. Ich dachte bei diesem Anblick an meine Schützlinge in der Sahel; denn mit dem Gegenwert dieser beiden Brötchen hätte ich dort mindestens 25 Kindern einen Tag lang den Hunger stillen können. Oh mein Gott, wie viele hungernde, unterernährte, todgeweihte Kinder würden mit einem Bruchteil unseres Überflusses gesättigt! Ihr Papa Alfred)

Lies diese Berichte – und handle!

Feuerwerk – Alkohol...
Erinnern sie sich noch an den Anfang des Jahres? An die Silvesternacht, in der um Punkt 24.00 Uhr nicht nur der Krach losging, sondern auch über 100 Millionen Euro sinnlos abgefeuert worden sind. Fast ebenso viel wurde für den Alkoholkonsum ausgegeben. Oh liebe Freunde, wie viele hungernde Mäuler hätten wir mit diesen Summe füttern können. Wie viel Kinderleben hätten wir retten können. Ich bin nicht gegen Feiern und Fröhlichsein, doch alles mit Maß und im christlichen Sinne.

Von der großen Not in der Sahelzone haben wir in den Medien nichts erfahren, denn sie ist ein Dauerzustand. Unsere Hilfe ist zwar nur der Tropfen auf dem heißen Stein, dafür aber kommt er an. Zur hundertprozentigen Sicherheit überweise ich das Geld an den Provinzial der Weißen Väter in Ouagadougou und er übergibt es Sr. Angélique. (Papa Alfred Saillant, Der Engelsbote 3/2004)

Armut Erbe der Kolonialzeit
Man darf nicht die Augen davor verschließen, dass die Ursachen für die derzeitigen Unruhen ein unseliges Erbe der europäischen Kolonialpolitik sind. Die Kolonialverwaltungen haben sich bei der Ziehung der Grenzen nicht an die sinnvollen, vorgegebenen Strukturen gehalten und Volksstämme, die zusammengehören, nicht beieinander gelassen, sondern einfach nach Lust, Laune und Willkür ihre Vorstellungen durchgedrückt. (Martin Schultes, Landpfarrer, Der Engelsbote 3/2004)

Verhungern oder Prostitution
Brief aus Ouaga, September 2004
Leider ist die Lage in den überwiegenden Teilen unseres Landes katastrophaler denn je zuvor. Zahlreich sind die vielen Armen, die täglich zu uns kommen, um Essen zu erbetteln. ... Schlimm ist auch die Situation eines jungen
Mädchens, das von der Elfenbeinküste wieder nach Burkina zurückgekommen ist. Wenn sie nicht verhungern will, muss sie sich der Prostitution hingeben, denn sie hat kein Geld für Nahrungsmittel. (Der Engelsbote 3/2004. Anmerkung ETIKA: Also gibt es auch dort Männer, die Geld haben für den Missbrauch von Frauen, statt ihr Geld mit den Verhungernden zu teilen. Gott wird bald für Gerechtigkeit sorgen. Er erbarme sich der Armen!)

Die vier reichsten US-Bürger haben mehr Geld als die eine Milliarde der Ärmsten. (Martin Schultes, Landpfarrer, Der Engelsbote 3/2004) Muß das sein? Müssen wir Christen alles dulden?

Ich habe eine extrem arme Familie kennen gelernt. Eine Familie mit fünf Kindern begnügt sich mit einer Mahlzeit an jedem dritten Tag, damit sie auch an andere noch etwas von ihrer Hirse abgeben können. Ihre Hütte mit Strohdach ist verfallen und die Leute schlafen ohne Matte auf dem nackten Boden. Das älteste Kind ist behindert und unterernährt. Sie besitzen weder Kleidung noch Geschirr noch Töpfe. (Sr. Adelaide  Sandwidi S.I.C., Der Engelsbote 3/2004)

Was mich besonders schmerzt, ist, dass einerseits auf unserer Erde Kinder verhungern und andererseits Tausende von Tonnen an Lebensmitteln vernichtet werden. ... Ihr trauriger Papa Alfred, der nicht vergessen hat, was er als junger Mensch im Krieg gesehen hat, nämlich wie die kleinen deutschen Kinder und die alten Leute unter Hunger litten. Das ist meine tägliche Motivation, mich zu engagieren. (Alfred Saillant, Der Engelsbote 3/2004)

Viel Leid. Schwester Angelique wird tagein, tagaus mit viel Leid konfrontiert. Wie hält sie das bloß aus? Es gibt nur eine Antwort: mit Beten, mit Nächstenliebe und nicht zuletzt mit unserer Hilfe. Sie schreibt:

Durch die Hungersnot gedrängt, floh eine junge Familie ins Nachbarland an die Elfenbeinküste. Dann wurde die junge Frau krank. Während ihr Mann sie nach Hause begleitete, blieben die zwei Kinder bei einer benachbarten Familie. Seine Frau verstarb, und er wollte seine Kinder zurückholen. Doch inzwischen hatte im Nachbarland ein Bürgerkrieg angefangen zu wüten. Auf dem Weg zu seinen Kindern wurde er beraubt und gefangen genommen. Es gelang ihm jedoch zu flüchten, und zu Fuß setzte er seinen Weg fort. An Ort und Stelle angekommen, nahm er seine zwei Kinder mit sich und machte sich auf den Rückweg. Wiederum wurde er mit seinen Kindern gefasst. Eines Nachts gelang ihm erneut die Flucht. Seine Kinder waren noch zu klein, um den weiten Weg zu Fuß gehen zu können, deshalb trug er eins auf den Schultern und das andere auf seinem Arm. Eines Nachts, als sie sich mit Blättern zugedeckt unter einem Baum schlafen gelegt hatten, wurden sie von den Rebellen überrascht und die Gewehrkugeln flogen über ihr Köpfe hinweg. GOTT sei dank wurden sie nicht getroffen. Zwei Monate waren sie unterwegs, bis sie Burkina Faso erreicht hatten. Völlig erschöpft wie wandelnde Leichen kamen sie hier an. Die Kinder waren nur noch Haut und Knochen. Ich bin gerade dabei sie zu pflegen. Der Vater versucht inzwischen, für sich etwas Essen zu ergattern.

 

Auf manchen Tümpeln wachsen Pflanzen, die Seerosen ähneln. Manche Menschen ernähren sich vom Samen dieser Pflanzen. Andere suchen nach Körnern, die die Termiten und Ameisen gesammelt haben, um sich zu ernähren. Ist das nicht grausam?

 

In einer Familie mit 9 Kindern starb ein Kind, woraufhin die Mutter geisteskrank wurde. Dann brannte auch noch das Haus nieder und alles wurde zu Asche. In ihrem Wahn isst die Mutter nun wie ein Tier Gras und trinkt aus den Tümpeln das Wasser.

Angesichts der Kräfte in der Natur sind wir hilflos. Dieses Jahr war auch für viele Menschen nördlich der Sahelzone unbarmherzig. Kein Regen, keine Ernte und  als Folge davon Hungersnöte. Die Anzahl der Hungernden wird immer größer und vor unserer Tür wird ununterbrochen gebettelt. Es ist für uns sehr schmerzlich, wenn wir sie mit leerem Magen weiterschicken müssen. Wir dürfen die Kleinbauern in den Dörfern nicht verurteilen, denn sie arbeiten bis zur Erschöpfung, aber leider vergebens, denn es regnet kaum oder gar nicht und die Böden sind ausgelaugt. Wo die Armut am größten ist, haben Krankheiten und Seuchen ein leichtes Spiel. Wir bedanken uns, dass Sie uns zur Hilfe kommen. (Sr. Jeanne N'PO, S.Le., Der Engelsbote 3/2004)

Im Namen JESUS und durch SEINE Barmherzigkeit werden wir über die Kräfte des Bösen siegen. Zur Zeit jedoch sind wir wieder in einer sehr dramatischen, durch Hunger und Not bedingten Lage. "Man stirbt nur noch durch Verhungern".

Die Hungersnot ist bei uns voll im Gange. Kandidia ist wahrhaftig eine arme Frau. Sie hatte drei Kinder und nichts um sie zu ernähren. Die Kinder waren dabei zu verhungern. Die Mutter wollte sie nicht in eine Pflegestation bringen, denn sie hat kein Geld, die Medikamente zu bezahlen. Als sie sah, dass ihre Jüngsten im Todeskampf waren, beschloss sie, in unsere Pflegestation zu kommen. Die Kinder waren am Ende ihrer Kräfte. Ihr Bauch berührte das Rückgrat. Die Augen waren ganz ausgehöhlt. Und der offene Mund schien zu schreien: "Ich verhungere, . ich sterbe den Hungertod." Unsere Nonnen, die Krankenschwestern sind, gaben sich große Mühe, die Kinder zu retten - aber vergeblich, denn zwei Kinder starben, eins nach dem anderen. Die hungernde Mutter kauerte sich in eine Ecke, ihr Blick war in die Feme gerichtet und sie schien zu fragen. "Ist GOTT wirklich hier?" Das ist nur ein Fall von vielen.

 

In den Dörfern stehen die Mütter früh auf, um bereits um vier Uhr in den Dschungel zu gehen, um Blätter zu pflücken. Diese kochen sie dann und ernähren damit ihre Kinder. Menschen und Tiere streiten sich um die Früchte der Bäume. Das alles klingt übertrieben, doch es sind Tatsachen und wir müssen jeden Tag damit leben. Zur Zeit würde ich mich am liebsten verstecken, um die Frauen, die an unserer Tür klopfen, nicht anschauen zu müssen. Das ist ein trauriges Schauspiel. Euch, liebe Freunde und Dich, Papa Alfred bitte ich erneut und dringend um Hilfe. Wir befinden uns schon wieder in einer Sackgasse, denn die Regenzeit war in manchen Gegenden unzureichend, in anderen ist sie ganz ausgeblieben. Das nächste Jahr ist nicht viel versprechend. Dennoch vertrauen wir auf die barmherzige Güte GOTTES, unseren Vater im Himmel. (Sr. Marie Denise Guissou, S.I.C., Der Engelsbote 3/2004)


Kirche, wo bist du?
Christen, wo seid ihr?
Satt und vergnügungssüchtig und erbarmungslos?
Schrei der Hungernden aus Burkina Faso
Leid – Leid – Leid ohne Ende

Schwestern von der Unbefleckten Empfängnis (S.I.C.) aus Burkina Faso berichten Papa Alfred (in: Der Engelsbote, Nr. 3-2003):
Eine Familie war arm, aber glücklich. Eines Tages ging der Vater in ein Nachbarland. Während seiner Abwesenheit kam die Hungersnot. Die Familie hatte drei Kinder und die Frau war schwanger. Sie ging von Markthalle zu Markthalle, von Dorf zu Dorf und bettelte, um ihre Kinder ernähren zu können. Sie brachte ihr viertes Kind zur Welt. Einige Monate später kam der Vater wieder heim und fand seine Frau und seine Kinder wie lebende Skelette vor. Er war verzweifelt und seine Gattin wollte ihn aufmuntern, doch er sagte: "Ich kann diese schwierige Lage nicht aushalten." Er ging fort und beging Selbstmord. Die Frau war am Ende ihrer Kräfte und brachte uns heimlich ihre Kinder und ging weg. Wir haben sie gesucht und gefunden. Sie ist aber infolge der Hungersnot sehr krank und wir wissen nicht, ob sie und die Kinder überleben werden.

 

In einer anderen Familie schämte sich der Vater betteln zu gehen, lieber wollte er sterben, was er dann auch in die Tat umsetzte. Seine Frau sucht mit ihren Kindern in den Mülleimern nach etwas Essbarem oder sie bitten an den Häusern, ob sie nicht die Böden der Kochtöpfe auskratzen dürfen. Das geht nun schon vier Jahre so. Die Kinder fangen zu stehlen an, wenn sie nichts Essbares finden. Die Frau wird bald sterben, denn ihr Mann hatte sie, bevor er starb, mit Aids infiziert. Was wird aus den Kindern werden? Sie haben kaum etwas zu essen, sind krank und niemand will sie haben.

 

Und noch ein trauriges Schicksal einer Mutter mit drei Kindern. Ihr Mann starb vor drei Jahren. Seine Familie hat ihr alles weggenommen, einschließlich das Häuschen, das sie verkauft haben. Die Frau ging von Haus zu Haus, um für die Leute zu waschen. Sie bekam eine Krankheit, die ihre Fingernägel vollkommen löste. Daraufhin ging sie in den Dschungel, um Holz zu fällen, um es anschließend zu verkaufen. Von dieser Arbeit bekam sie eine andere Krankheit, ihr Kopf wurde voller Wunden. Doch sie gab nicht auf. Sie begann Granitsteine zu zerkleinern, die sie für 300 Fr. (ca. 45 Cent) verkaufte. Von dieser schweren Arbeit bekam sie Schmerzen im Brustkorb. Was tun? Sie hat uns ihre Kinder anvertraut und möchte nunmehr sterben.

 

Eine Witwe stand nach dem Tod ihres Mannes mit ihren vier Kindern allein da, denn die Familie ihres Mannes hatte sie auf die Straße gesetzt. Sie heiratete einen anderen Mann, der versprach, sich auch ihrer Kinder anzunehmen. Nach der Heirat jedoch entpuppte er sich als Tyrann und das Leben wurde für sie und für die Kinder zur Hölle. Sie bekamen nichts zu essen und wurden misshandelt. Die Kinder flohen zu ihrem Onkel, von dem sie aber wie wilde Tiere verjagt wurden. Sie kehrten zu ihrer Mutter zurück, doch im Haus war für sie kein Platz mehr und sie mussten im Schweinestall schlafen. Inzwischen waren sie auch von der Schule verwiesen worden. Die Mutter sucht für ihre Kinder essbare Blätter im Dschungel und versucht sie nachts bei Nachbarn unterzubringen.

Direkthilfe ist so leicht möglich:
Kompostanlage – Pflug - Hirse

Das Land gehört zu den bestregiertesten Ländern Afrikas. Die Bewohner sind liebenswürdig und fleißig, doch der Dürre sind sie ohnmächtig ausgeliefert. Sie werden wohl noch lange auf unsere Almosen angewiesen sein.
Ein Silberstreif am Horizont sind die einfachen Hilfsmittel wie Kompostanlage, Esel, Pflug und Karren.
Ich möchte Ihnen erklären, wie diese eingesetzt werden:

 

Mit dem Esel und dem Minipflug machen die Bauern ca. 14 cm tiefe Löcher in Abständen von 50 cm in das Feld. Diese Löcher werden vertieft, bis sie 15 cm tief sind und einen Durchmesser von 20 cm haben, dann werden sie mit Kompost gefüllt. Darauf werden die Hirsekörner gesät und die Löcher anschließend verschlossen. So wächst die Hirse schneller, blüht schneller und kommt schneller zur Reife, da der Boden seine Feuchtigkeit viel länger behält. Die Hirsepflanzen blühen bereits, bevor die große Dürre kommt.

 

Ich kann mich nur wiederholen, wenn ich sage, dass jene Bauern, die auf diese Art ihren Boden bearbeitet haben, eine gute Ernte erzielt haben und ihre Vorratsspeicher voll waren.

Eine Kompostanlage herzustellen ist Knochenarbeit, die sich allerdings lohnt. Hierfür werden Blätter und Stängel aus dem Dschungel geholt, die in ein ca. 1 bis 1 1/2 m tiefes Loch gelegt werden, das zuvor mit Steinen und Betonmörtel befestigt wurde Um den Zersetzungsprozess zu beschleunigen, werden 4 bis 5 Säcke Phosphat auf die Blätter gestreut. Die Bauern holen in einer Tonne mit Hilfe des Karrens, der von einem Esel gezogen wird, Wasser aus entfernt gelegenen Tümpeln und befeuchten den Kompost, so dass der Kompostierungsvorgang schnell voran schreitet. Der fertige Kompost wird auf die Äcker gefahren, in Plastikeimer abgefüllt und in die gegrabenen Löcher verteilt.

Dank der großzügigen Spenden meiner lieben Freunde in Deutschland und in der Schweiz konnten wir dieses Projekt ins Leben rufen und es entwickelt sich zur vollen Zufriedenheit. Einige Hundert Esel und Pflüge konnten wir verteilen. Die Menschen sind völlig überzeugt, dass diese Bewirtschaftungsmethode die Lösung ihrer Probleme bedeutet, und es gibt Abertausende von Anfragen nach dieser Art der Hilfe. Ich kann nur beten, beten und nochmals beten, dass diese Wünsche in Erfüllung gehen mögen. Doch ich bin zuversichtlich, denn der HERR erhört unsere Gebete. Zudem wissen Sie, dass Ihre Spende dort ungekürzt ankommt, wo sie gebraucht wird. Einen Teil der Spendengelder verwenden wir für Nahrungsmittel, um die Hungersnot zu bekämpfen, der andere Teil fließt in unser Projekt "Esel und Pflug", in unsere Aktion "Hilfe zur Selbsthilfe"!

Möge der HERR Ihnen ihre Liebenswürdigkeit und Opferbereitschaft tausendmal vergelten.

Alfred Saillant (Papa Alfred)

Heiß? In Burkina Faso ist es heißer. Und es gibt kein Wasser...

Wandelnde Leichname

Sr. Angélique berichtet:

 

Wie jedes Jahr herrscht über Burkina Faso eine Hungersnot und die Lage ist wie immer durch Wassermangel bedingt. Wie immer flüchten die Leute aus den Dörfern in den Dschungel, um dort eßbare Beeren und Blätter zu finden.

 

Die Trauben mancher Gewächse sind noch unreif, aber die Menschen pflücken sie und lutschen den Saft heraus. Manche essen sogar die Körnchen in den Trauben. Diese unreifen Beeren verursachen große Bauchschmerzen. Manche fallen beim Pflücken von den Bäumen, brechen sich das Kreuz und sterben an Ort und Stelle, andere tragen schwere Verletzungen davon.

 

In der Stadt bilden Jugendliche und Kinder Banden. Sie stehlen und bekämpfen sich gegenseitig, so daß Todesfälle nicht selten sind.

 

Manche Männer und Frauen kommen daher wie wandelnde Leichname. Sie sind nur noch Knochengerüste. Eine Pflegestation können sie wegen Geldmangel nicht besuchen.

 

Bei der übergroßen Hitze leiden die älteren Menschen an Kopfschmerzen und sie sind müde, viele überleben die große Hitze nicht.

 

Tagtäglich sind Jugendliche und Kinder vor unserer Tür anzutreffen. Sie betteln um Arbeit und um Eßbares. Der Durst verschlimmert ihre Situation.

 

Unsere Regierung macht zwar viel, aber es ist am Ende viel zu wenig. Die Frauen stehen Tag für Tag Schlange vor einem Brunnen. Die Fahrzeuge werden nicht gewaschen, in den Gärten wächst nichts mehr, denn es gibt kein Wasser zum Gießen. Alles vertrocknet. Die Wäsche kann nicht mehr gewaschen werden, es kann nicht mehr gekocht werden, weil es kein Wasser gibt. Die Kinder sind voller Dreck und die Hygiene läßt sehr zu wünschen übrig. Die Märkte sind voller hungriger Bettler.

 

Wir warten sehnsüchtig auf Regen und vertrauen auf die Vorsehung.

 

Erschütternde Einzelschicksale (weich nicht aus!)

Die große Hungersnot machte einen Mann geisteskrank. Seine Frau ist gehbehindert. Er spricht den ganzen Tag vor sich hin und sie geht auf Krücken mit ihren Kindern betteln. Sie befinden sich in großer Not. Ihre Kinder sind sehr traurig, weil sie die Schule verlassen mussten und weil sie mit ansehen müssen, dass beide Elternteile behindert sind. Sie gehen von Haus zu Haus und kratzen die Reste von den Topfböden ab. Oftmals werden sie einfach wie Tiere, sogar mit Schlägen, weggejagt.

 

Sr. Angélique erzählt weiter: Eine Familie mit acht Kindern hatte nichts mehr zu essen. Der Mann konnte das Elend nicht mehr mit ansehen. Aus Verzweiflung lief er davon. Die Mutter leidet unter Bluthochdruck. Gestern ist ihre armselige Hütte zusammengebrochen. Nun haben sie weder zu essen noch ein Dach über dem Kopf. Sie halten sich unter den Bäumen auf und schlafen auf der Schulveranda. Sie betteln und suchen in den Mülleimern nach Essbarem. Zur Zeit ist der älteste Junge sehr krank, aber er erhält keinerlei Hilfe. Das ist schlimm!

 

Ein weiterer Fall unter vielen: In einer Familie starb der älteste Sohn im Alter von 13 Jahren. Daraufhin beschuldigte der Mann seine Frau, eine Hexe zu sein, und warf sie aus dem Haus. Mit ihren sieben Kindern steht sie nun auf der Straße. Sie ist eine sehr gläubige Frau und betet viel. Als sie sah, dass ihre Kinder zum Sterben verurteilt waren, wollte sie ihnen durch Freitod vorauseilen und nahm Gift zu sich, das sie allerdings erbrach, so dass sie gerettet wurde. .

 

Leid - Leid - Leid ohne Ende

Eine Frau, so schreibt Sr. Angélique, hatte ihren Mann verloren und heiratete noch einmal. Als auch ihr zweiter Mann starb, wurde sie von der Familie hinausgeworfen und war mit ihren vier Kindern plötzlich obdachlos. Sie hat zwar versucht, sich und ihre Kinder über Wasser zu halten, aber sie sind alle sehr geschwächt und krank und drohen alle zu verhungern. Diese brave Mutter hatte beschlossen, Lehmziegel zu fabrizieren und diese dann zu verkaufen, aber sie hatte nicht die Kraft dazu und so wurde sie krank. Jetzt ist sie fast verrückt, denn sie weiß nicht mehr, was sie macht. Die Kinder stehen um sie herum und weinen ohne Unterlass.

 

Nun erzählt uns Sr. Angelique eine typisch afrikanische Geschichte, die für Europäer kaum nachvollziehbar ist, aber dennoch möchte ich (Papa Alfred) sie Ihnen nicht vorenthalten:

Eine sehr religiöse, gut situierte Familie lebte in einer sehr christlichen Atmosphäre. Dem Teufel aber gefiel das nicht und er brachte Unruhe und Unheil in die Familie. Der Vater verlor seine Anstellung als Lehrer und die Mutter, die ein kleines Geschäft führte, wurde ausgeplündert. Nun stehen sie vor dem Nichts und können nicht einmal mehr ihre Kinder ernähren. Aber das ist noch lange nicht alles, denn jede Nacht zwischen Mitternacht und drei Uhr in der Frühe entsteht ein unerträglicher Lärm im Haus, der sich wie starker Wind mit Geschrei und poltrig anhört. Die Nachbarn aber merken davon nichts. Die Leute betteln um Nahrung und das erbettelte Geld müssen sie sofort ausgeben, weil es ansonsten sofort verschwunden ist. Das Ehepaar suchte mich auf und ich habe fünfzig Mal im Namen JESUS Gebete gesprochen, aber der Teufel belästigt sie noch zweimal in der Woche. Die Kinder wurden von der Schule verwiesen und die Eltern sind inzwischen abgemagert und krank.

 

Das Fax von Sr. Angelique Sawadogo vom 3. Juni 2003 enthält ein weiteres trauriges Beispiel:

Eine Familie mit fünf Kindern lebte recht ordentlich von ihrer Arbeit in der Landwirtschaft. Da es aber längere Zeit nicht geregnet hatte, konnten sie nichts ernten und hatten nichts mehr zu essen. Das hat der Mann nicht verkraftet und er wurde geisteskrank. Bevor er starb, verkaufte er seine Hütte. Nach seinem Tod konnte die Frau nicht mehr in dem Haus leben, weil man sie hinausgeworfen hatte. Sie ging für sich und die Familie betteln. Ihre älteste Tochter, die noch zur Schule ging, sah, dass die Lage aussichtslos war und beging Selbstmord. Am Tag darauf starb ihr Jüngster, der bereits krank war. Ein Onkel hat

Sr. Angélique Sawadogo

Wer noch nie geweint hat, hier lernt er es!

etika.com-Alternative zur UN-Konferenz in Johannnesburg mit 40.000 palavernden Teilnehmern, die ungeheure Kosten verursachen und bei den Flugzeugreisen die Luft verpesten:

Hilfe zur Selbsthilfe für Afrikaner
Ein Esel, ein Mini-Pflug, ein Eselkarren und eine Kompostanlage bieten dem Kleinbauern in Burkina Faso eine Chance zu überleben

90 Prozent der Bevölkerung Burkina Fasos sind arme Kleinbauern, die ums Überleben kämpfen. Seit Anfang 2002 leisten mehr als 40 Esel ihren Dienst. Mit Hilfe des Bundes der Freunde der Engel wurden bis jetzt 15 Kompostanlagen gebaut, die den Ernteertrag verdoppeln. Mit einem von einem Esel gezogenen Karren wird Wasser in einer 200 Liter fassenden Tonne zum Befeuchten des Komposts und zum Bewässern der Pflanzen aus weit entfernten Tümpeln herangeschafft.

Liebe Freunde,
ich bin überzeugt, Sie lassen sich für dieses kleine landwirtschaftliche Projekt begeistern, und der Enthusiasmus der Schwestern ergreift uns alle, denn diese sind Feuer und Flamme, wenn sie den armen Kleinbauern Hilfsmittel zur Verfügung stellen können, die eine große Chance zum Überleben sind.

Wie einfach sind Probleme zu lösen: Ein kleiner Pflug bearbeitet den Boden tiefer, Kompost macht ihn fruchtbarer und hält ihn länger feucht. Die Hirsepflanzen blühen reichhaltiger und die Ernteerträge sind größer. Mit großen Steinen, Sand, Wasser und Zement und viel Muskelkraft entsteht eine Kompostanlage. Die Zugabe von Phosphat sorgt für den Verrottungsprozess. Karren und Pflüge bleiben Eigentum der Schwestern. So ist eine kontrollierte und allgemeinnützige Verwendung im Dorf gesichert. Ca. 30 Kleinbauern benötigen 4 Esel, 4 Pflüge und einen Karren.

Die Dorfgemeinschaft verpflichtet sich, einen Teil des erwirtschafteten Ertrages an die allerärmsten Menschen abzugeben, denn leider wird es immer noch notwendig sein, einigen Menschen mit einer Hirsegabe das Leben zu retten, bevor sie in der Lage sein werden, für ihren Lebensunterhalt selbst zu sorgen.

Papa Alfred

Die S.I.C.-Schwestern schreiben, dass Kompostanlage, Esel, Pflug und Karren wichtige Waffen sind, mit denen erfolgreich gegen die Hungersnot angekämpft werden kann. Die Nonnen vertrauen auf „Papa Alfred“, auf mitfühlende Menschen und auf Gottes Erbarmen.

Preise:
1 kleiner Esel 75 Euro
1 Pflug 37 €
1 Karren 265 €
1 Sack Zement 8 €
1 Sack Phosphat 6 €

Weiteres Projekt zusammen mit dem norddeutschen Verein „Misericordia e.V.“:
250 Euro für eine Nähmaschine
125 Euro für Stoffe
125 Euro Lohn für eine Näherin für 5 Monate

Und hier Horrormeldungen, die aus Dir einen besseren Menschen machen sollen:

Nachts Alpträume: Was soll aus meiner Familie werden?

Es ist schon eine Woche her, seit ich einen Kochtopf auf das Feuer gestellt habe. Die drei Talsperren, die um die Stadt Ouagadougou liegen, sind ausgetrocknet. Rings um den Brunnen herum warten Trauben von Menschen, die versuchen zehn oder zwanzig Liter Wasser zu bekommen.

 

Nachts habe ich Alpträume und kann nicht schlafen. Was soll aus meiner Familie werden? Ich warte auf Regen. Gestern, heute, aber kein einziger Tropfen fällt. Kein Zeichen am Himmel zu sehen, der Himmel bleibt unbarmherzig. Alle richten ihre Blicke nach oben. Doch keine Wolke ist zu sehen, nur die Sandstürme lassen ihren roten feinen Sand auf uns niederfallen.

 

Keine warme Speise, mangelhafte Körperpflege, keine Toiletten. Diese Zustände verursachen schwere Krankheiten. Wir sind schon froh, wenn wir ein wenig Trinkwasser haben, um unseren Durst zu stillen. Am Brunnen kommt es auch zu Streitereien, denn die Menschen warten zu jeder Tag- und Nachtzeit. Das macht sie nervös und es kommt zu Raufereien, bei denen der eine oder andere auch schon mal eine Verletzung davon trägt. Und das alles wegen ein paar Liter Wasser. Manche Leute gehen bis zu zwanzig Kilometer weit, um Trinkwasser zu besorgen, denn Hunger ist leichter als Durst zu ertragen.

 

Ja, liebe Freunde, die Lage ist schlimm in Burkina, denn nach der schlimmen Meningitisepidemie kommt die Hungersnot wieder einmal mit Riesenschritten auf uns zu. Das ist Besorgnis erregend, zumal die Lebensmittelpreise wieder in die Höhe klettern.

 

Blätter, die genießbar sind, die die Menschen in der Feuchtsavanne pflücken, werden im rohen Zustand gegessen. Jeden Tag dasselbe. Tagsüber sind nur die Alten in den Dörfern und man könnte meinen, dass die Dörfer ganz verlassen sind.

 

In den Städten ist alles noch viel schlimmer: Kinder und Erwachsene wühlen in den Mülleimern. Der Hunger zwingt sie dazu. Viele sterben unerwartet und kein Mensch weiß, an welcher Krankheit sie gestorben sind. Unser Schwesternhaus gleicht einem Theater, an dem jeden Tag die gleiche Vorstellung aufgeführt wird. Und das Stück heißt "unvorstellbare Not und unvorstellbares Leid".

 

Hier eine Szene: Eine Mutter kam mit ihren vier Buben zu uns, um zu betteln. Ihr Mann ist wegen der großen Not geisteskrank geworden. Die fünf waren 20 km gelaufen. Ich habe ihnen eine Schüssel voll Reis gegeben. Es dauerte nur einen Augenblick und sie war leer, aber satt waren sie nicht.

 

Wir haben bei uns drei Vollwaisen aufgenommen, denn sie wurden überall verstoßen. Ein Nachbar hatte sich zuvor ihrer erbarmt, aber auch er musste bald sterben. Als sie zu uns kamen waren sie krank. Und die Eltern? Sie sind ganz einfach verhungert. Auch einer Frau mit acht Kindern haben wir auf diese Weise, dank des Geldes, das Sie uns zukommen lassen, liebe Freunde, helfen können.

 

Ein alter Mann hatte sein Feld bestellt, doch die Ernte blieb leider aus, so dass Hungersnot die Folge war. Dank Ihrer Hilfe konnten wir ihm Hirse geben und die Todesfälle in seiner Familie auf vier beschränken.

Meine Mitschwestern und ich, wir bedanken uns von ganzem Herzen.

Ihre Sr. Angelique


 

Ouagadogou, den 23. Mai 2002

Zur Ehre GOTTES und zur Rettung der Seelen

Lieber Papa, ein Monat folgt dem anderen und die Not vieler Menschen wird von Tag zu Tag größer. In unserer Gegend ist sie besonders schlimm. Diese, Woche war unsere Krankenstation überfüllt, am meisten mit Kindern. Diese sind nur noch Haut und Knochen und sie weinen und schreien. Die Meningitisepidemie ist so schlimm, dass die Bevölkerung in Panik geraten ist, denn es gibt nicht genügend Impfstoffe. Es sind bereits 5000 erkrankte Fälle bekannt und es gab bislang über 500 Tote.

 

Manche Frauen müssten dringen operiert werden, doch ihnen fehlen die finanziellen Mittel. obwohl eine Operation nur-ca. 130 Euro (85.000,00 Fcfa) kostet. Zudem sind sie auch zu schwach und die Ärzte meinen, sie sollten zunächst einmal richtig essen.

 

Manche Frauen wagen es nicht mehr, unter ihre Mitmenschen zu gehen, denn sie riechen zu unangenehm, weil sie sich kein Stück Seife kaufen können. Möge der EWIGE VATER diesen Frauen ihre Würde wiedergeben!

 

Nun zu etwas anderem: Die Kompostanlagen mehren sich. Die Anfragen sind jedoch so zahlreich, dass ich nicht allen entsprechen kann. Gerade im Süden Burkinas sind die Hilfsmittel wie Esel, Kleinpflug und Eselkarren wichtige Waffen gegen den Hunger, um die Ernte ertragreicher zu machen, zumal es in diesem Landesteil ab und zu reg-

net.

Lieber Papa, möge der auferstandene CHRISTUS großzügige Seelen an deinen Weg stellen, die uns helfen den Kampf gegen die Not der Benachteiligten in unserem Land weiterführen zu können.
Wend na roole, Vergelt's GOTT
Sr. Angelique


Unsere S.I.C. berichten

Liebe Patinnen und Paten, liebe Wohltäterinnen und Wohltäter, ich vermute, dass Sie gerne wissen möchten, was mit Ihren Geldern geschieht, die Sie uns zukommen lassen. Mit Geld können wir viele Probleme lösen. Doch zuerst müssen die Armen auch lernen, wie man mit Geld umgehen sollte.

Deshalb werden Ihre Spenden vorrangig für den Kauf von Lebensmitteln verwendet, wie z.B. Hirse und Mais. Je nach Saison kaufen wir sie ein. Wenn sie am billigsten sind, kaufen wir mehrere Tonnen davon und lagern sie für Notzeiten ein, um sie dann, so lange die Vorräte reichen, an die Armen zu verteilen. Zu Zeit ist alles besonders teuer, denn ein Doppelzentner Hirse kostet zwischen 18.000 und 20.000 Fcfa (27,50 und 30,80 Euro), und ein Fass Wasser mit 200 Litern kostet umgerechnet 1,50 bis 3,80 Euro. Wir kaufen auch Wasser ein und verteilen es an die Bedürftigen. Glücklich sind diejenigen, die dank unserer Freunde in Deutschland und in der Schweiz einen Karren haben und mit einem Esel Wasser von einem weit entfernt gelegenen Tümpel holen können.

Ihren Gaben haben wir es zu verdanken, liebe Patinnen und Paten, dass Ihre Schützlinge in die Schule gehen und die älteren einen Beruf erlernen.

 

Dieses Jahr, liebe Wohltäterinnen und Wohltäter, waren viele Kinder nicht nur von der schlimmen Meningitisepidemie bedroht, sondern auch von Typhus, Malaria, Masern und anderen Krankheiten. Viele verdanken Ihnen ihr Leben. Viele unterernährte Kinder konnten durch Ihre wertvolle Hilfe am Leben bleiben.

 

Mit Ihrer Hilfe konnten wir, die S.I.C., ein paar Lehmhütten mit Blechdach herstellen lassen, so dass obdachlose Familien mit ihren Kindern ein Dach über dem Kopf haben. So eine Hütte kostet ca. 750,- Euro.

Sr. Angélique Sawadogo

Bis hierher sind es neue Texte: 27.8.2002


Hirse aus Termitenhügeln – Verrückt vor Hunger – Blind vor lauter Weinen

Burkina Faso gehört zu den ärmsten Ländern der Welt. Das Land kennt Jahr für Jahr Dürre und Hungersnöte. Der Winter 2001 war jämmerlich. Gerade als die Hirse in voller Blüte stand, hat es aufgehört zu regnen, und die Ernte fiel wieder aus, und die Hungersnöte nehmen kein Ende.

In den Monaten Februar, März, April und Mai herrscht bei uns große Hitze – 40 Grad und mehr im Schatten sind an der Tagesordnung. Es ist eine schwere Zeit für Mensch und Tier, denn es gibt kaum etwas zu essen und zu trinken, dazu kommen die Meningitis-Epidemien, die viele, besonders die bereits geschwächten Menschen umbringen, vor allem Jugendliche, alte Leute und Kinder. Manche Menschen sterben an Hitzschlag.

Eine große Schar junger Witwen kommt zu uns mit zwei, drei oder gar vier Kindern, um etwas Essbares zu erbetteln. Gerade komme ich von der Beerdigung einer Frau, die eine sehr fleißige Katechetin in unserer Pfarrei war. Sie hinterlässt ein 14 Monate altes Baby. Es wäre schön, wenn sich jemand fände, der bereit ist, für das Kind zu sorgen.

Wenn wir durch das Land reisen, sehen wir viele Skelette - Opfer der Hungersnöte. Oft sehen wir Kinder, die in den Mülltonnen nach Essbarem suchen; andere stehlen, rauben, ziehen den Frauen die Handtasche aus der Hand – viele unserer Schwestern fielen dieser Art von Räuberei zum Opfer. Kinder schließen sich zu Räuberbanden zusammen, um zu stehlen. All dies, um ein bisschen Essen besorgen zu können.

Man begegnet auch Frauen, die ihr mageres Kind tragen. Sie haben nur mehr Haut und Knochen. Die Frauen sind entmutigt und weinen soviel, dass sie erblinden.

Viele bewältigen täglich große Strecken, um wilde Früchte und Blätter zu finden. Manche Frauen schlafen nicht mehr in ihren Hütten, sondern draußen bei den Brunnen, um ein paar Liter Wasser zu bekommen. Andere verbringen den ganzen Tag in der sengenden Sonne, um Sand oder Kleinkies zu sammeln, den sie dann verkaufen, und holen sich anschließend von dem Geld etwas zu essen. Oft bieten sich Frauen als Wäscherin an, für 15 Pfennige. Von dem schwer verdienten Geld kaufen sie ein paar Kilo Hirse für eine Mahlzeit für ihre Kinder.

Viele Männer fliehen in den Dschungel und ernähren sich von Wurzeln und Wildkräutern. Manche sammeln Holz, um es zu verkaufen. Von dem Erlös kaufen sie dann ein bisschen Reis für die Familie. Überall auf den Märkten und auf den Straßen sind Bettler anzutreffen.

100 Kilogramm Hirse kosteten 9000 F (ca. 27 DM), jetzt müssen wir 15 000  F (45 DM) dafür bezahlen, in manchen Gegenden sogar mehr.

Manche Menschen zerstören sogar die Termitenbauten, um an die von den Tieren gesammelten Hirsekörner zu gelangen.

Von Dezember 2000 bis heute sind in dem Dorf, in dem ich geboren wurde, über 50 Menschen als Folge der Hungersnot gestorben. Es ist keine Seltenheit, dass manche Menschen es nicht mehr aushalten und verrückt werden.

Die große Hungersnot bringt noch andere Probleme mit sich, diese sind: Raub, Jugendkriminalität, Prostitution, Satanismus...

GOTT sei gedankt, gibt es auch großzügige Menschen, die an uns denken und uns helfen. Möge der HERR Sie segnen und Sie über Ihre Erwartungen belohnen. Mit dem Geld, das Sie uns zur Verfügung stellen, konnten wir manch ein sterbendes Baby retten. Wir kaufen Hirse, Aufbaupräparate, Medikamente und kleiden die Kinder der Armen.

Wënd na roolé (Vergelt´s Gott)!

Sr. Angélique Sawadogo – S.I.C. -


Anruf von Papa Alfred Sommer 2001:
Ein uns unbekannter etika.com-Leser hat insgesamt 10.000 DM für die Verhungernden in Burkina Faso gespendet!!!
Vergelt´s Gott tausendfach! Seine guten Werke werden diesen Christen am Himmelstor erwarten. Papa Alfred hat mit seinen „Freunden der Engel“ und Spendern über die Schwestern in Afrika schätzungsweise 18.000 Kindern das Leben gerettet.


NOSTRA CULPA 4 CLIMA CHANGE 4MISERY!

Weil WIR

v unnütze Dinge konsumieren, die von weither geholt werden müssen,

v zuviel mit dem Auto fahren,

v in der ganzen Welt zum Spaß herumfliegen,

v zu Hause alle Räume heizen,

gibt es in vielen Ländern immer mehr Dürren, Stürme, Überschwemmungen, Hungersnöte.

WIR Europäer und die Amerikaner tragen die Hauptschuld am Klima-Chaos und am wachsenden Elend in der Dritten Welt.


Hölle in Burkina Faso ...
... und wir sind noch einmal mit schuld, weil wir zu wenig helfen und Geld für Tabak, Alkohol und zweifelhafte Vergnügungen verschwenden. Wie viele bei uns gönnen sich doch ein Leben in Saus und Braus!

Schwester Angélique soll nicht mehr weinen
„Wir essen Blätter und Beeren, von denen wir Durchfall bekommen“
“Der Mann, der mich zeugte, hatte sich maskiert“
Kinder, von denen manche bald sterben werden, erzählen
(aus: Der Engelsbote, Nr. 1- 2001)

Eine schwarze Nonne, etwa 55 Jahre alt, sitzt da, ihre Ellenbogen stürzt sie auf den Tisch und ihren Kopf hält sie zwischen beiden Händen und sie weint ganz leise vor sich hin. Sie weint, weil sie weiß, dass viele Kinder ihres Landes hungern müssen und dass sie ohne Hilfe von außen machtlos ist. Sie schrieb „Papa Alfred“ Saillant Anfang März 2001:

„Die Hungersnot mit ihrer Gefolgschaft von anderen Nöten wie Meningitis, Geschwüre, Herzleiden, Malaria und vieles mehr wütet bei uns nach wie vor. Dank Ihrer Hilfe haben wir vielen Menschen etwas zu essen geben können. Leider werden unsere Reserven von Tag zu Tag weniger und manchmal sind wir gezwungen, mit dem Verteilen aufzuhören, obwohl die Leute ihre Kräfte nötig haben, um die Äcker mit der neuen Saat zu bestellen (leider vermutlich wieder vergeblich).

Das Wasser ist rar und die Frauen warten stundenlang bei den Brunnen. Ein Eimer Wasser kostet 100 FCFA (30 Pfennig, zwei Schilling) und ein Faß voll kostet bis zu 2500 FCFA (ca. 7,50 DM) – das ist ein Vermögen hier.“

In anderen Briefen erzählt Schwester Angélique aus ihrer Arbeit. So kam am 15. Januar dieses Jahres eine Frau zu ihr, die mit ihren drei Babys – Drillinge – 180 Kilometer zu Fuß gegangen war. Zwei trug sie selbst und eins trug ihre Tochter, alle erschöpft und ausgehungert. „Ich habe sie angesehen und bitter geweint und dann habe ich ihnen zu essen gegeben und sie gepflegt...“

Ein zehnjähriges Kind sagte zu Sr. Angélique:

„Ich habe drei kleine Brüder und oft gehen wir mit der Mama in den Dschungel, um essbare wilde Blätter und Beeren zu pflücken. Wenn sie gekocht sind, schmecken sie aber bitter und dann bekommen wir oft Bauchweh. Meine Mama weint und ich weine auch. Wir haben Hunger und wir sind oft krank. Wir haben das Spielen verlernt und können uns nicht mehr freuen. Werden wir überleben? Wir wissen nicht, wo unser Papa steckt.“

Ein anderes Kind erzählt ihr:

„Ich bin Vollwaise und habe fünf Geschwister. Wir sind auf uns selbst gestellt, denn der Onkel behauptet, dass wir Unglück bringen würden. Wir holen uns unser Essen aus dem Mülleimer und schlafen vor den Türen der Kirche – ab und zu bekommen wir Essen von den SIC (Anm.: Schwestern von der Unbefleckten Empfängnis). Manchmal möchte ich Schluß machen, doch mein Gewissen sagt mir: „Du darfst es nicht tun.““

„Noch sind wir in Ouaga“, sagt ein anderes Kind, „ohne Eltern, wer wird uns zu essen geben? Wir betteln und wir werden die Herde der Straftäter vergrößern, noch können wir leicht drei oder vier Tage ohne Essen aushalten.

„In unserem Dorf hat es seit längerer Zeit keinen Tropfen Wasser mehr geregnet. Die Folgen sind, dass die Menschen und die Tiere verhungern. Es gab viele (unfreiwillige) Abtreibungen und viele alte Menschen sind schon gestorben. Die Leute in unserem Dorf haben beschlossen, dass sie in eine andere Gegend auswandern wollen, um Land zu bestellen und um sich ernähren zu können. Viele Kinder werden ausgesetzt. Was tun? Wir essen wilde Blätter und Beeren, von denen wir Durchfall bekommen...“

v Das sind Äußerungen von Kindern, von denen manche bald sterben werden, denn sie haben kein Essen, andere werden geisteskrank oder behindert und deshalb sehen manche Väter keinen anderen Ausweg, als sich selbst umzubringen.

Und hier noch eine traurige und leider wahre Geschichte aus Burkina. Ein junger Bursche erzählte uns:

„Ich bin ein verwaistes Kind. Der Mann, der mich zeugte, hatte sich maskiert, um unbekannt meine Mama vergewaltigen zu können. Ich kenne weder Vater noch Mutter. Meine Mutter hat mich bei den Großeltern zurückgelassen, als sie uns verließ. Die Großeltern sind gestorben und niemand wollte mich haben. Mit 15 Jahren habe ich mich einer Bande von gleichaltrigen Jungen angeschlossen. Wir haben gestohlen, denn wie sonst hätten wir etwas zu essen bekommen. Meine Kameraden wurden dabei erwischt und erschossen. Und ich war wieder allein.

Ich habe beschlossen, zu arbeiten. Obwohl ich noch sehr jung bin, habe ich einen großen Acker bestellt und Hirse angepflanzt. Ich aß wilde Pflanzen und Früchte und bettelte, denn ich brauchte Kraft, um das Land zu bearbeiten... Ich rechnete damit, etwa 1000 Kilogramm ernten zu können. Dann, während der Blütezeit, hörte es auf zu regnen und der Ertrag betrug ganze 15 Kilogramm. Ich will nicht mehr stehlen, aber was werde ich bis zur nächsten Ernte des nächsten Jahres essen?“

Das sind Aussagen von Kindern. Noch härter trifft die Not die Menschen in den Krankenhäusern, die dort wegen Nahrungsmangel wie Mücken sterben.

Schwester Angélique und ihre Mitschwestern brauchen unsere Hilfe, um Kinderleben zu retten. Können wir mit gutem Gewissen diese Hilfe verweigern? Nein, Schwester Angélique soll nicht mehr weinen.

An Eides Statt versichere ich Ihnen, dass die uns zur Verfügung gestellten Spenden die hungernden Kinder ohne Abzug für Löhne und Verwaltungskosten erreichen.

Ihr „Papa Alfred“
(Alfred Saillant)

Trockne die Tränen und bring Freude!
Yes nintâm n wa ne laado!

Bund der Freunde der Engel e. V., Engelschwand 74, D-79733 Görwihl

Lies auch: Flucht vor dem Marabu durch den Dschungel


Hundeleben in Burkina Faso
(aus: Der Engelsbote, Nr. 1- 2001)

Die Familie Ouédraogo ist eine Großfamilie. Der Opa, ein Witwer, hat viel Lebenserfahrung und deshalb gilt sein Wort. Er wird von jedem Familienmitglied mit viel Respekt behandelt.

Sein Sohn Joseph ist Kleinbauer. Mit seiner Gattin Marie Jeanne hat er sieben Kinder. Nicht zu vergessen – den Hund Mirza: ein mittelgroßes Exemplar von unbekannter Abstammung. Nun werden Sie sich denken, dass sie sich verlesen haben und fragen ganz erstaunt: Was? Die Leute haben einen Hund, obwohl sie selbst kaum etwas zu essen haben?

Ja, es ist notwendig, die Familie braucht ihn, denn er meldet, wenn Fremde oder Banditen sich nähern. Und außerdem haben die Ouédraogos keine Toilette mit Wasserspülung. Sie verrichten ihre Notdurft draußen. Was das mit dem Hund zu tun hat? Nun, ganz einfach, er beseitigt den Unrat, indem er ihn auffrisst, und das funktioniert.

Die Ouédraogos sind schwarz wie Ebenholz, aber mit perlweißen Zähnen, denn diese werden oft mit einem Stück „Numesholz“ geputzt, das sie kauen.

Eine Wasserleitung gibt es nicht. Um das Trinkwasser zu besorgen, geht die Ehefrau Marie Jeanne, begleitet von ihren Kindern, bis zu einem Tümpel, der eine gelbe Brühe enthält. Sie schöpft es mit einer Kalabasse, lässt das Wasser durch ein Sieb in einen Kanister laufen., bis er voll ist. Anschließend stellt sie ihn auf den Kopf. Mit diesem schweren Gewicht tritt sie den langen Rückweg an. Die Kinder machen sich nützlich, indem sie kleinere Mengen Wasser tragen. Die Hitze ist groß, der Wind bläst und wirbelt den feinen Sand hoch, der auf der nassen Haut kleben bleibt. Und dennoch wird auf dem beschwerlichen Heimweg gesungen.

Alle Kleinbauern sind Selbstversorger und leben in Lehmhütten, die mit Stroh gedeckt sind. Sie schlafen auf Matten, die sie auf dem Boden ausrollen. Gekocht wird in einem großen Topf über einem Holzfeuer im Freien.

Mitten im Hof liegt ein großer Stein mit flacher Oberfläche. Marie Jeanne legt eine Handvoll Hirsekörner, die sie zuvor gereinigt hat, auf diesen Stein. Mit einem kleineren Stein, den sie mit beiden Händen hält, mahlt sie die Körner so lange, bis sie zu Mehl geworden sind. Diesen Vorgang wiederholt sie so oft, bis sie genügend Mehl für eine Mahlzeit hat. Nebenbei bemerkt: In manchen Familien wird die Hirse noch gestampft, Die Spreu bekommen die Tiere.

Nun bereitet Marie Jeanne den Hirsebrei zu oder macht eine Art Polenta oder auch Fladen. Dazu gibt es eine Sauce aus Wildkräutern.

Beim Essen sitzen alle im Kreis auf dem Boden. In der Mitte steht die Schüssel mit der Hirsespeise und jeder nimmt sich etwas mit den Fingern heraus. Tisch und Stühle, ebenso Bestecke gibt es in der Familie Ouédraogo nicht.

Es gibt nur eine Mahlzeit am Tag. Als Getränk dient Wasser, das aus einer Kalabasse getrunken wird. Reis ist Luxus und Fleisch gibt es vielleicht einmal zu Weihnachten und einmal zu Ostern.

Die Familie Ouédraogo benötigt ca. 100 Kilogramm Hirse im Monat. Diese Menge könnte leicht von den Äckern geerntet werden, wenn... Ja, wenn es während der Blütezeit regnen würde. Aber es regnet eben nicht. Die Ouédraogos sind verzweifelt: Sie haben den Boden bestellt, Körner gesät, die Jungpflanzen gepflegt, und jetzt verkümmern die Pflanzen mangels Wasser – alles war umsonst. Es wird wieder keine Ernte geben und eine Hungersnot kommt auf die uns liebgewordene Familie zu. Und so geht es vielen afrikanischen Freunden.

Wenn diese Menschen in einem Land mit gemäßigtem Klima lebten, hätten sie keine Probleme, denn sie sind fleißig, liebenswert und sehr gastfreundlich, aber im Sahel sind die klimatischen und geographischen Umstände sehr schwierig.

Das Jahr 2000 war wieder besonders schlimm, denn schon sehr früh zeichneten sich die kommenden Missernten ab- Und trotz alledem vertraut Joseph Ouédraogo und vertrauen viele andere Familien auf den HERRGOTT, denn sie alle wissen, wenn die Not am größten ist, ist GOTT am nächsten, denn es gibt die Nonnen – die S.I.C. – unsere S.I.C. und die werden helfen.

Und die Schwestern wissen aus Erfahrung, dass „Papa Alfred“ in Deutschland (en Allemagne) viele liebe Freunde hat, die die Familie Ouédraogo nicht verhungern lassen und viele andere bemitleidenswerte Mitmenschen auch nicht.

Die Schwestern vertrauen darauf, dass wir ihnen in größter Not beistehen, denn unsere Hilfe, alle Ihre Spenden sind bei den Schwestern und nicht zuletzt bei den Notleidenden angekommen.

Im Spätherbst 2000 konnten wir von den Spendengeldern sage und schreibe 100 Tonnen Hirse kaufen und an die Schwesterngemeinschaften im Land verteilen. Die uns riesig erscheinende Menge müssen sich 55 Schwesterngemeinschaften im Lande teilen, und das heißt nach Adam Riese 1800 kg pro Station.

Im April bin ich 77 Jahre alt geworden und ich habe nur einen einzigen Wunsch, und der heißt: Möge der HERRGOTT mich noch ein paar Jahre auf Erden weilen lassen, damit ich mit Hilfe meiner Freunde noch etliche Tonnen Hirse für die hungernden Menschen in Burkina Faso anschaffen lassen kann.

Papa Alfred

Bund der Freunde der Engel, Alfred Saillant, Engelschwand 74, D-79733 Görwihl
Postgirokonto München 293 03-808

Brief von Schwester Angélique Sawadogo:

Ø  „Dank Ihrer Hilfe haben wir hungrige Kinder satt bekommen, haben wir Medikamente für Kranke kaufen können, haben wir Hütten gebaut oder repariert, ja durch den Ausdruck Ihrer Liebe wurden sogar Sterbende gerettet.

Ø  Eine Mutter sagte zu mir: „Schwester, ich wollte mich aufhängen, aber Ihre Hilfe hat mich davor bewahrt“ und eine andere „Ohne Sie, Schwester, wäre ich gezwungen, als Prostituierte zu gehen, um meine Kinder ernähren zu können...“


Apokalypse in Burkina Faso
Mit leeren Händen wegschicken. Brief von Sr. Angélique S.I.C. aus Burkina Faso am 18. Mai 2000 an Papa Alfred, Gründer des Bundes der Freunde der Engel, Engelschwand 74, D-79733 Görwihl, Postgirokonto München 293 03-808. Abgedruckt in: Der Engelsbote, Nr. 2-2000:

Über 95 Prozent der Bevölkerung sind Landwirte und müssen von dem Ertrag, den ihre Äcker erzielen, leben. Bleibt der Regen aber aus, gibt es auch keine Ernte und es gibt Hungersnöte. Dieser Zustand war in den letzten zehn Jahren an der Tagesordnung.

Papa, wir vertrauen auf die Großzügigkeit unserer deutschen Schwestern und Brüder und auf deren Hife. Wenna Rollé i yel somdé - Ewiges Vergelt´s Gott an alle. Sr. Angélique

Kommentar etika.com:
Wir erinnern an die Tomatenschlachten im spanischen Buñol bei Valencia, wo sich jedes Jahr im August gleichgültige Menschen mit 120 Tonnen Tomaten bewerfen, so daß die Straßen in einer roten Soße schwimmen. (24.8.2000)

Hilfsorganisationen gibt es in Masse, aber wie viel Geld benötigen sie doch für ihr eigenes Personal, so daß nur wenig für die Armen übrig bleibt! Der Skandal um die UN-Flüchtlingshilfsorganisation UNHCR ist nur die Spitze des Eisberges. Norbert Blüm und Rupert Neudeck, Gründer der Hilfsorganisation Cap Anamur, kritisierten die "Expertokratie", wonach die UNO von den Regierungen große Summen einsammelt, die Flüchtlinge aber nur verwaltet würden und im Verhältnis zu den gespendeten Riesenbeträgen recht wenig Hilfe bekämen. (24.8.2000)

Die Idealisten wie Papa Alfred vom Bund der Freunde der Engel bekommen fast nichts, die großen Organisationen, die im Fernsehen auftreten, fast alles.

Einmal wird abgerechnet...


2000 Hungersnot.
Brief von Sr. Marie Denise Guissou S.I.C. an den Bund der Freunde der Engel: Jahr für Jahr geben sich unsere Landwirte (es sind ca 98 % der Bevölkerung) große Mühe und bestellen mit viel Tatkraft ihre Felder, in der Hoffnung, daß der Ertrag für ihren täglichen Bedarf ausreichen wird.

Aber leider ist uns die Natur feindlich gesinnt, und wir sind von den Launen dieser Natur abhängig. Mehrere Jahre lang mangelte es an Regen, und es herrschte eine gefährliche Dürre. Die folge davon war eine ununterbrochene Hungersnot.

Während der Regenzeit 1999 hatte es zuviel geregnet, die Pflanzen wurden überschwemmt und die Hütten fielen zusammen. Wiederum war die Folge: Hungersnot.

Und je mehr wir in das Jahr 2000 schreiten, desto schlimmer wird es. Die Lebensmittelpreise klettern nach oben und die Armen können nichts mehr kaufen. Etwas tun? Die Mütter kommen wieder zu uns, um Hirse zu erbetteln, es ist ein ewiger Vorbeimarsch. Sonderbar ist die Tatsache, daß sie dieses Jahr alle ihre Kinder mitbringen. Manche Kinder sind oft krank und alle sind sehr traurig, denn sie haben Hunger.

Wenn es uns gelingt, ihren Hunger zu stillen, fangen sie an zu spielen, zu lachen und zu springen. Eine von unseren Nonnen, die als Krankenschwester ausgebildet ist, stellte fest, daß die Anzahl der unterernährten Kinder um ein Vierfaches gestiegen ist, denn für viele gibt es kaum noch etwas zu essen.

Erneut appellieren wir an Ihre Großzügigkeit, um Hunderte von Menschen, vor allem Kinder, miteinander retten zu können. Möge GOTT Ihre Opferbereitschaft hundertfach vergelten.

Ouagadougou, den 1. März 2000

Hilfekonto: Bund der Freunde der Engel,
Alfred Saillant, Postgirokonto München 293 03-808

Die Kirche in Burkina Faso feiert mit dem Jahr 2000 gleichzeitig die Hundertjahrfeier der Evangelisierung des Landes. Am 22. Januar 1900 war eine Gruppe von Weißen Vätern (drei Priester, zwei Laienbrüder und drei Schwestern) unter Leitung von Msgr. Hacquard in das Land gekommen und hatte die erste Mission in Koupèla gegründet. Heute zählt die Kirche eine Erzdiözese und zehn Diözesen. Ein Erzbischof, zehn Diözesanbischöfe und fünf emeritierte Bischöfe stehen zur Verfügung. Es gibt 500 Priester und über 1000 Schwestern. Für die Seminaristen in Bobo Dioulasso ist Deutsch Pflichtunterricht; vielleicht wird einer dieser schwarzen Pfarrer eine verwaiste Pfarrei bei uns übernehmen. Ordensleute aus Burkina Faso sind als Missionare in Niger und Mali tätig. In 100 Jahren hat sich über eine Million Einwohner zum Christentum bekehrt, so daß die Katholiken heute rund 13 % der Bevölkerung ausmachen.
(Martin Schultes, Landpfarrer, in "Der Engelsbote" Nr. 1-2000, Engelschwand 74, D-79733 Görwihl)


1999 Hungersnot.
Brief der Schwestern von der Unbefleckten Empfängnis in Ouagadougou vom 25.6.1999: "Leider müssen wir wieder mit einer großen Hungersnot, die schon viele Dörfer unseres Landes mit ganzer Härte heimsucht, fertig werden. Unsere jungen Leute fliehen in die Städte oder wandern in Richtung elfenbeinküste aus. Dort werden sie mit allen erdenklichen Erniedrigungen konfrontiert. Beleidigungen, Schmähungen, Schläge, Verletzungen, Verachtung und vieles mehr sind die Regel. So mißhandelt, werden sie zu Bettlern oder Dieben, um überleben zu können.

Der Mangel an Wasser bringt Arbeitslosigkeit mit sich, obwohl unsere Leute sehr fleißig sind. Sie verlassen das Land, um woanders ihr Glück zu suchen. Sie denken, daß das Leben in der Fremde nicht so unbarmherzig ist wie daheim. Sie kommen dann nach einer gewissen Zeit enttäuscht und krank nach Hause zurück, denn in allen fremden Ländern gibt es für diese Auswanderer große Schwierigkeiten, sie werden ausgenutzt und müssen wie richtige Sklaven auf den Feldern arbeiten.

Die Hirsepflanzen, die schon zu wachsen begonnen, sind vertrocknet. Wir haben Ende Juni, und es fiel noch kein Regen. In vielen Familien gibt es nur mehr eine Mahlzeit pro Tag, in anderen sogar nur jeden zweiten Tag. Die Leute haben kein Geld, um Bhnen, Reis usw. zu kaufen, sie werden nur einmal am Tag mit Hirse satt. Das erklärt auch, warum sehr viele Kinder sehr schwach sind. (Sr. H. O. S.I.C.)

Bei uns in Burkina gibt es wieder keinen Tropfen Regen. Unsere Hirsereserven gehen langsam zur Neige. Man findet schon wieder keine Wildkräuter mehr, um die Hirsespeisen zubereiten zu können. (Sr. M. D. G. S.I.C.)
Papa Alfred geht betteln

Aus: Der Engelsbote, Nr. 2 – 1999


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