ETIKA 

Erster Weltkrieg

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5D51914

Tageschronik 1914

2.12.2014

Zusammenfassung: Um den multikulturellen Staat Österreich-Ungarn zu retten, wurde das Selbstbestimmungsrecht der Völker, zuerst der Serben (später der Armenier, zuletzt der Südtiroler usw.) mit Füßen getreten, und der Weltkrieg brach aus, auf den die Gegner schon lange hingearbeitet hatten. (etika.com)

Aus Gründen der Gerechtigkeit, um nämlich der einseitigen Geschichtsschreibung der Siegermächte entgegenzuwirken, veröffentlichen wir ein paar Auszüge aus dem Büchlein „Tages-Chronik des Weltkrieges. Das Jahr 1914.“, herausgegeben vom Verlag Heinrich Hugendubel, München. Es ist unseres Wissens von Google nicht fürs Internet reproduziert worden.

Vielvölkerstaat Österreich verweigerte Serben Selbstbestimmungsrecht

Unserer persönlichen Ansicht nach war der Auslöser des Krieges das Festhalten Österreichs an seinem Multinationenstaat oder Vielvölkerstaat. Wien hätte allen Völkern, auch seinen Serben, das Selbstbestimmungsrecht zugestehen sollen, dann wären der Welt die vielen Millionen Toten erspart geblieben. Jedem Volk seine Freiheit und Unabhängigkeit: Weil dieser Grundsatz nicht beachtet wird, kommt es zu solchen verheerenden Kriegen. Auch heute werden Völker und Stämme, die nicht zusammenleben wollen, in Staaten zusammengepresst, um nur die Stichworte Irak, Kurdistan, Syrien, Nigeria, Südsudan zu erwähnen. Meist handelt es sich um das unselige Erbe der Kolonialstaaten Großbritannien, Frankreich, Belgien, Niederlande usw.

Am Ausbruch des Krieges waren zwar Österreich und Deutschland – wie arrogant war doch Kaiser Wilhelm II.! -  mitschuld, aber die Alliierten können keineswegs als weniger kriegstreibend eingestuft werden. Jedenfalls waren es die Herrschenden, angestiftet von geheimen Mächten und bestochen von Waffenfabrikanten und Finanzleuten, den späteren „Kriegsgewinnlern“, die ihre Völker in Krieg, Tod und Elend hetzten.

Wir gehen davon aus, dass die auszugsweise Wiedergabe nicht mehr unter das Urheberrecht fällt und würden die Web-Seite selbstverständlich sofort zurückziehen, sollte der Verlag noch Ansprüche gelten machen. Trotzdem wollen wir uns auf wenige Details beschränken.

Tages-Chronik des Weltkrieges.
Die Ereignisse jedes Tages in kurzen Merk-Worten (Auszüge)
Das Jahr 1914
Verlag von Heinrich Hugendubel, München, Salvatorstr. 18.

Vorgeschichte.

28. Juni: Ermordung des österreichischen Thronfolgers Franz Ferdinand und seiner Gemahlin in Serajewo (Bosnien) durch serbische Verschwörer.

23. Juli: Österreichs Ultimatum an Serbien.

25. Juli: Russische Rüstungen werden bekannt.

28.-31. Juli: Depeschenwechsel zwischen dem deutschen Kaiser und dem Zaren.

31. Juli: Erklärung des Kriegszustandes in Deutschland. Eine deutsche Patrouille an der russischen Grenze bei Prostken wird von den Russen ohne Verluste beschossen.

Sonntag, 2. August:  In der Nacht vom 1. zum 2. August überschreiten russische Truppen die deutsche Grenze. Deutschland erklärt Rußland den Krieg. Der Kreuzer „Augsburg“ beschießt den russischen Kriegshafen Libau. Luxemburg wird durch deutsche Truppen besetzt. Über Krakau wird ein russischer Flieger von den Österreichern heruntergeschossen.

3. August: Kriegserklärung Deutschlands an Frankreich. Deutsche Truppen haben die russische Grenze überschritten und besetzen Tschenstochau und Kalisch. Die Deutschen marschieren in Belgien ein.

4. August: England erklärt Deutschland den Krieg. Deutsche Kriegsschiffe beschießen die Küste von Algier.

5. August: Mißglückter Handstreich der Deutschen auf Lüttich. Neutralitätserklärung der Vereinigten Staaten. Der deutsche Dampfer „Kronprinzessin Cecilie“ mit 3 Millionen Dollar Gold an Bord rettet sich in einen nordamerikanischen Hafen.

6. August: Kriegserklärung Österreichs an Rußland. Plünderung der deutschen Botschaft in Petersburg und Ermordung des Botschafts-Sekretärs. Ausschreitungen und Greueltaten der Belgier gegen Deutsche, besonders in Antwerpen. Z VI wirft Bomben auf Lüttich.

7. August: Lüttich ist von den deutschen Truppen im Sturm genommen worden. Französische Truppen gehen gegen Altkirch im Oberelsaß vor. Montenegero erklärt den Krieg an Österreich-Ungarn.

8. August: Der deutsche Dampfer „Königin Luise“ wird beim Minenlegen in der Themsemündung von englischen Torpedos zum Sinken gebracht. Der englische Kreuzer „Amphion“ ist auf eine von der „Königin Luise“ gelegte Mine gestoßen und gesunken. Die Russen gehen über die deutsche Grenze bei Eydtkuhnen vor. Französische Autos mit großen Summen Gold für Rußland werden in Schlesien abgefangen. Auftreten von Franktireurs in Belgien und Frankreich und hinterlistige Beteiligung der Einwohner an den Kämpfen. Ausschreitungen in Frankreich gegen Deutsche.

12. August: Deutsche Unterseeboote dringen bis zur Küste von Schottland vor. Die Engländer greifen den deutschen Hafen Dar-es-Salaam in Ostafrika an.

13. August: Kriegserklärung Englands an Österreich-Ungarn. Die Engländer haben sich die Herrschaft über Ägypten angeeignet.

14. August: Die österreichischen Truppen rücken an mehreren Stellen in Serbien ein.

15. August: Der Landsturm wird aufgerufen (mit Ausnahme von Bayern).

16. August: Der Kaiser verläßt Berlin und begibt sich zur Armee ins Feld.

17. August: Sieg deutscher Truppen über die Russen bei Stallupönen. Über 3000 Gefangene. Neutralitätserklärung Spaniens.

18. August: Der 84. Geburtstag des Kaisers Franz Joseph von Österreich. Die deutschen Kreuzer „Goeben“ und „Breslau“ sind für 80 Millionen Mark an die Türkei verkauft worden.

19. August: Japan stellt an Deutschland ein Ultimatum betr. die Übergabe von Kiautschau.

20. August: Großer Sieg der Deutschen unter dem Kronprinzen Rupprecht von Bayern über 8 französische Armeekorps zwischen Metz und den Vogesen. 10 000 Gefangene. Die deutschen Truppen rücken in Brüssel ein. Bei Gumbinnen werden die Russen zurückgeworfen. 8000 Gefangene. 1 Uhr nachts ist Papst Pius X. gestorben.

21. August: Aus Ostindien werden aufständische Bewegungen gegen England gemeldet.

22. August: Großer Sieg der Deutschen unter dem deutschen Kronprinzen nördlich von Metz bei Longwy. Die Montenegriner beschießen Cattaro.

24. August: Die Armeee des Herzogs Albrecht von Württemberg schlägt eine über den Semois vorgedrungene französische Armee vollständig. Die Russen sind in Ostpreußen bis Insterburg vorgedrungen. Die japanische Flotte hat den Kampf um Tsingtau begonnen. (Anmerkung ETIKA: In chinesischen Restaurants in Europa wird noch heute Bier aus der einstigen deutschen Kolonie Tsingtau angeboten. Die Brauerei ist 1903 von den Deutschen gegründet worden.)

25. August: Hinterlistiger Überfall der Bewohner von Löwen auf deutsche Truppen

26. August: Ein Zeppelin-Luftschiff wirft Bomben auf Antwerpen.

27. August: Die Armeen der Generale von Bülow und von Hausen schlugen 8 Armeekorps französischer und belgischer Truppen zwischen Sambre-Namur und der Maas vollständig.

28. August: Die englische Armee und drei französische Divisionen sind nördlich von St. Quentin vollständig geschlagen worden. Schweres Seegefecht in der Nordsee bei Helgoland gegen die Engländer. Die Verwendung von Dum-Dum-Geschossen bei den Franzosen und den Engländern wird festgestellt.

29. August: Großer vollständiger Sieg der Deutschen unter General von Hindenburg über etwa 8 russische Armeekorps bei Tannenburg. Die Russen werden in die masurischen Sümpfe getrieben und völlig vernichtet. Über 90 000 Gefangene.

30. August: Ein deutscher Flieger über Paris wirft Bomben in die Stadt. Der deutsche Schnelldampfer „Kaiser Wilhelm der Große“ wird an der Küste von Südamerika von englischen Schiffen versenkt.

31. August: Die Engländer haben Apia in Deutsch-Samoa genommen.

2. September: Die Franzosen werde in der Stärke von 10 Armeekorps zwischen Reims und Verdun zurückgeworfen. Vollständiger Sieg der Armee Auffenbergs in Polen und Zurückwerfung der Russen über den Bug. 30 000 Gefangene. Die Japaner haben beginnen, Truppen in Tsingtau zu landen.

3. September: Kardinal Della Chiessa wird als Papst Benedikt XV. gewählt.

5. September: Die Österreicher haben Lemberg geräumt, das von den Russen ohne Kampf besetzt wird.

6. September: Die Regierungen von England, Frankreich und Rußland haben sich verpflichtet, nicht einzeln Frieden zu schließen.

7. September: Maubeuge hat kapituliert. 40 000 Gefangene, darunter 4 Generale.

8. September: Telegramm des deutschen Kaisers an den Präsidenten Wilson der Vereinigten Staaten als Protest gegen die feindlichen Greuel (Dum-Dum-Geschosse, Franktireurs, Nichtachtung des Roten Kreuzes, Mißhandlung der Verwundeten und Gefangenen und sonstige Ausschreitungen).

10. September: General von Hindenburg hat die russische Armee in Ostpreußen völlig geschlagen. 30 000 Gefangene. Die Deutschen besetzen die Walfischbai in Süd-Westafrika.

11. September: Bis heute sind in Deutschland rund 220 000 Kriegsgefangene untergebracht.

13. September: Die Österreicher machen in den Kämpfen bei Lemberg 10 000 Gefangene. Die Engländer besetzen Herbertshöhe auf der deutschen Insel Neupommern im Bismarck-Archipel.

15. September: Der englische Dampfer „Clan Matheson“ wird von dem deutschen Kreuzer „Emden“ versenkt.

18. September: Der englische kleine Kreuzer „Pegasus“ zerstörte Dar-es-Salaam in Ostafrika und versenkte daselbst das deutsche Vermessungsschiff „Möwe“. „Pegasus“ wurde darauf von dem kleinen Kreuzer „Königsberg“ angegriffen und kampfunfähig gemacht.

19. September: Lüderitzbucht wurde von den Engländern besetzt. In London werden aus Angst vor deutschen Fliegern und Luftschiffen Abwehrmaßregeln getroffen.

21. September: Die Kathedrale von Reims ist von einigen deutschen Kugeln getroffen worden, da auf dem Turm ein französischer Beobachtungsposten errichtet war und der Dom von französischen Geschützen als Deckung benutzt wurde.

22. September: Das deutsche Unterseeboot „U9“ unter Kapitän Weddigen schoß ganz allein innerhalb zwei Stunden die drei englischen Panzerkreuzer „Aboukir“, „Hogue“ und „Cressy“ bei Hoek van Holland in den Grund. Der deutsche Kreuzer „Emden“ hat in der Bai von Bengalen 6 feindliche Dampfer versenkt.

23. September: Auf die deutsche Kriegsanleihe sind viereinhalb Milliarden gezeichnet worden.

27. September: Ein deutsche Flieger über Paris wirft Bomben in der Umgebung des Eiffelturms. Der türkische Prinz Edin Effendi wird zum König von Albanien proklamiert.

29. September: Die verbündeten deutschen und österreichischen Streitkräfte in Galizien und Polen gehen nunmehr zur Offensive über und rücken gegen die Weichsel vor.

2. Oktober: Der kleine Kreuzer „Karlsruhe“ hat im Atlantischen Ozean 7 englische Dampfer versenkt. Aus Persien und Afghanistan werden Kämpfe aufständischer Eingeborener gegen die russischen Truppen gemeldet.

4. Oktober: Der Kreuzer „Leipzig“ hat an der Küste von Peru den englischen Dampfer „Bankfielt“ mit einer Ladung von 6000 Tonnen Zucker im Wert von 2 ½ Millionen Mark versenkt. Die englische Regierung verbot etwa 250 geplante Massenversammlungen der Arbeiter gegen den Krieg.

6. Oktober: Beim Sturm auf die deutschen Stellungen von Tsingtau sind die japanischen und englischen Truppen abgewiesen worden und verloren etwa 2500 Mann. An der Grenze von Südwestafrika sind die Engländer unter Verlust von etwa 100 Mann von den deutschen Truppen geschlagen worden.

7. Oktober: Den Behörden von Antwerpen wird die bevorstehende Beschießung der Stadt durch die Deutschen angekündigt. Das belgische Königspaar verläßt die Stadt nach Ostende zu, die Einwohner flüchten in großen Massen nach Holland. In Kairo und Alexandrien kommt es zu Zusammenstößen zwischen den englischen Truppen und den Ägyptern.

8. Oktober: 32 deutsche, im Hafen von Antwerpen liegende Handelsschiffe werden von den Engländern durch Zerstörung ihrer Maschinen unbrauchbar gemacht. Der große Dampfer „Gneisenau“ wird versenkt.

9. Oktober: Die Stadt Antwerpen ist in deutschem Besitz.

11. Oktober: Der deutsche Kreuzer „Emden“ hat im malaischen Archipel japanische Reisschiffe zerstört.

15. Oktober: Die deutschen Truppen stehen vor Warschau. In Südafrika haben eine Anzahl Buren sich gegen die Engländer aufgelehnt und deren Truppen angegriffen. In England sind bis jetzt etwa 125 000 Flüchtlinge aus Belgien eingetroffen.

18. Oktober: In Holland befinden sich über eine Million belgischer Flüchtlinge.

19. Oktober: Die Engländer nehmen das deutsche Hospitalschiff „Ophelia“, das nach dem Untergang der vier deutschen Torpedoboote zur Hilfe ausgesandt war und unter der Roten Kreuzflagge segelte, gefangen. Die Japaner haben die deutschen Marschall-, Mariannen- und Karolinen-Inseln in der Südsee besetzt.

20. Oktober: Die deutsche Regierung hat eine Denkschrift über die Greueltaten der Franzosen gegen Verwundete und Gefangene herausgegeben.

21. Oktober: Die Italiener haben im Einverständnis mit den Großmächten, besonders auch Österreichs, Valona in Albanien besetzt. Bis heute sind in Deutschland 296 869 Kriegsgefangene in den Gefangenenlagern untergebracht.

24. Oktober: In Algier weigern sich die Eingeborenen, für Frankreich in den Krieg zu ziehen. Es kommt zu blutigen Kämpfen der Aufständischen mit den französischen Truppen.

25. Oktober: Im Kongogebiet sind belgische Kolonialtruppen von den Deutschen vollständig geschlagen worden.

26. Oktober: In dem Kämpfen vor Iwangorod sind von den Österreichern bisher 10 000 Russen gefangfen genommen worden. Nach den Feststellungen Londoner Zeitungen hat der deutsche Kreuzer „Emden“ bis heute 51 Dampfer vsenkt, und zwar 34 englische, 10 französische und 7 japanische. In Alexandrien weigern sich die dort befindlichen indischen Truppen, den Engländern als Mitkämpfer nach Europa zu folgen. In Österreich-Ungarn sind bis heute 73 828 Kriegsgefangene untergebracht.

27. Oktober: Der englische Überdreadnought „Audacious“, eins der größten modernen Panzerschiffe, ist an der Nordküste von Irland auf eine Mine gelaufen und gesunken. Die in England gefangen gehaltenen Deutschen werden in schrecklicher Weise behandelt und mißhandelt. Der Aufstand der Buren nimmt immer größere Ausdehnung an. General Dewet hat die Führung der Buren übernommen.

28. Oktober: Bei einer Ausfahrt ins Schwarze Meer werden am Eingang des Bosporus türkische Schiffe von der russischen Flotte angegriffen.

1. November: Die deutschen Kreuzer „Dresden“, „Leipzig“, „Gneisenau“ und „Scharnhorst“ haben unter der Führung des Grafen Spee in einer Seeschlacht bei Santa Maria an der Küste von Chile ein englisches Geschwader von vier Schiffen geschlagen und die Panzerkreuzer „Monmouth“ und „Good Hope“ vernichtet. Bis zum 1. November sind in Deutschland 433 247 Kriegsgefangene untergebracht und zwar 191 756 Franzosen, 189 900 Russen, 35 444 Belgier und 16147 Engländer.

3. November: Deutsche Schiffe beschießen die englische Ostküste bei Yarmouth.

4. November: England hat die Nordsee von Island bis Schottland gesperrt.

5. November: Englands Kriegserklärung gegen die Türkei.

7. November: Tsingtau hat nach heldenhaftem über zwei Monate langem Widerstand gegen die Japaner kapituliert. Der Burengeneral Dewel hat die Oranje-Republik proklamiert.

9. November: Der berühmte Kreuzer „Emden“ wird bei den Coco-Inseln im Indischen Ozean von dem australischen Kreuzers „Sidney“ in Brand geschossen und von der eigenen Besatzung auf den Strand gesetzt. Der tapfere Kommandant von Müller wird mit der überlebenden Besatzung gefangen genommen.

12. November: Eine Proklamation des Sultans verkündet den „Heiligen Krieg“ für alle Muselmanen. Die deutsche Kolonie in Täbris (Persien) wird von den Russen mit Frauen und Kindern gefangen genommen.

19. November: Die Marokkaner greifen die französische Besatzung in Tanger an.

21. November: In Täbris (Persien) überfielen eingeborene Kurden die dort weilenden Russen, die sämtlich, etwa 2000 an der Zahl, niedergemetzelt wurden.

25. November: Das gewaltige Ringen in Russisch-Polen dauert fort.

1. Dezember: Die deutsche Ostarmee hat in den Kämpfen bei WloclawekKutno – Lodz und Lowicz über 80 000 unverwundete Russen gefangen genommen.

2. Dezember: Die Stadt Belgrad ist von den österreichisch-ungarischen Truppen in Besitz genommen worden. Der deutsche Kaiser trifft in Breslau mit dem Oberstkommandierenden des österreichisch-ungarischen Heeres, Erzherzog Friedrich, sowie dem Chef des Generalstabs von Hötzendorff zusammen. Der deutsche Reichstag genehmigt weitere 5 Milliarden Kriegsanleihe.

3. Dezember: Die italienische Regierung erklärt erneut in einer Sitzung der Gesamtkammer ihre Neutralität.

6. Dezember: Die Stadt Lodz in Polen ist von den Deutschen genommen worden.

8. Dezember: Das aus 5 Schiffen bestehende deutsche Kreuzergeschwader in den südamerikanischen Gewässern (unter Graf Spee), das zuletzt von 43 feindlichen Schiffen verfolgt wurde, wird von englischen und japanischen Kriegsschiffen in der Nähe der Falklandinseln angegriffen. Nach schwerem Kampf sind die vier Kreuzer „Scharnhorst“, „Gneisenau“, „Leipzig“ und „Nürnberg“ gesunken. Dem Kreuzer „Dresden“ gelang es, zu entkommen. – Der deutsche Hilfskreuzer „Prinz Eitel Friedrich“ hat bei Valparaiso (Chile) den englischen Dampfer „Charcas“ in den Grund gebohrt.

9. Dezember: Der deutsche Generalfeldmarschall von der Goltz begibt sich als Ehrenadjutant an den Hof des Sultans.

10. Dezember: Der Papst schlägt den kriegführenden Mächten vor, am Weihnachtstag einen Waffenstillstand eintreten zu lassen, infolge der ablehnenden Haltung Rußlands ist aber keine Einigung zu erzielen.

13. Dezember: Die bisherigen Verluste der Russen werden von der französischen Zeitung „Le Temps“ auf über 1 ½ Million Mann an Toten, Verwundeten und Gefangenen berechnet.

15. Dezember: Belgrad muß von den österreichisch-ungarischen Truppen wieder geräumt werden.

16. Dezember: Mehrere deutsche Schiffe beschießen die befestigten Küstenorte Scarborough, Hartlepool und Whitby an der englischen Ostküste. Viele Einwohner werden getötet, zahlreiche Gebäude zerstört.

17. Dezember: Die russische Offensive gegen Schlesien und Posen ist völlig zusammengebrochen.

19. Dezember: Ägypten wird als englisches Protektorat erklärt.  Der Oheim des bisherigen Khediven, Prinz Hussein Kamel, wird von den Engländern als neuer ägyptischer Sultan eingesetzt. Der deutsche Hilfskreuzer „Cormoran“ wurde in Guam, einer amerikanischen Besitzung im stillen Ozean, abgerüstet.

20. Dezember: Die österreichisch-ungarischen Truppen haben vom 11. bis 20. Dezember 43,000 Russen gefangen genommen.

21. Dezember: Das österreichische Unterseeboot „12“ griff die aus 16 Schiffen bestehende französische Flotte im Adriatischen Meer in der Straße von Otranto an und schoß das französische Admiralschiff „Courbet“ in den Grund. Das französische Unterseeboot „Bernoulli“ ist ebenfalls gesunken.

22. Dezember: Ein feindlicher Flieger wirft Bomben auf Straßburg i. E. Russische Truppen werden im Kaukasus bei Olty und Id von den Türken in die Flucht geschlagen.

24. Dezember: In Österreich-Ungarn sind bis jetzt 200,000 Kriegsgefangene untergebracht.

25. Dezember: Englische Schiffe machen in der Nordsee einen Vorstoß auf die Elbemündung. Am Weihnachtstag und in der Christnacht ist es auf allen Kriegsschauplätzen zu Gefechten gekommen, besonders die Russen entwickelten rege Tätigkeit.

31. Dezember: Die Gesamtzahl der in Deutschland befindlichen Kriegsgefangenen (ohne Zivilgefangene) beträgt: 586 013 Mann (davon 8138 Offiziere) und zwar: Franzosen 219,364, Russen 309,869, Belgier 37,464, Engländer 19,316.

Ende

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Aktuelle Nachträge:

Christian W. aus D. macht am 2.9.2014 in einem Leserbrief der „Dolomiten“ auf folgendes aufmerksam: „Professor Steininger beschreibt die Versenkung der „Lusitania“ in sehr einseitiger Weise … „Made in Germany“ … England in seinem Größenwahn fürchtete um seine Vormachtstellung in der Welt. England hat im Namen der Krone jahrhundertelang beinahe die ganze Welt versklavt, ausgeraubt, unterdrückt und bestohlen. … Die Warnung vor einem deutschen U-Boot wurde von Churchill unterschlagen … Alles nur, um die USA in den 1. Weltkrieg zu zwingen … Churchill opferte also wissentlich die Passagiere der „Lusitania“.“ Man sieht, dass es nicht nur Historiker gibt, die auf der Welle der Herrschenden mitschwimmen.

 

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