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EUZKADI

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29.2.2004

5EUZ401

Selbstbestimmung für die Basken

 

Da wir telefonisch vernahmen, daß etika.com in Euzkadi mit einem Preis ausgezeichnet wurde, haben wir uns auf einen alten Artikel besonnen, der immer noch aktuell ist und den wir nachstehend veröffentlichen.

5EUZ Euskara - baskisch

5EUZ501 Baskische Geschichte, Land, Herkunft, Sprache, Bevölkerung
5EUZ502 Im Schatten der ETA

5EUZ801 Dokumente von ETA und José Antonio

 

Lasst die Basken selbst sprechen!
von Raoul Inazagui (Pseudonym), September 1977

 

Die Unnachgiebigkeit der spanischen Verwaltung gegenüber berechtigten Forderungen nach mehr Autonomie und die Radikalisierung der ETA führte im letzten Jahrzehnt zu einer Eskalation der Gewalt im Baskenland. Eine Aussöhnung schien undenkbar, seit ein Femekommando der ETA das Todesurteil gegen den Chef der politischen Polizei von Irún, Manzanas, vollstreckte.

 

In der Zeit des darauf folgenden Ausnahmezustandes wurden Hunderte von Basken in Sicherungsverwahrung genommen. Ein beträchtlicher Teil der Gefangenen bestand aus katholischen Geistlichen, welche die Nationalistenbewegung von der Kanzel aus unterstützt haben.

 

Um eine Trennung der vier baskischen Provinzen von Spanien erreichen zu können - die anderen drei auf französischem Territorium liegenden Provinzen werden meist vergessen - bejahte die ETA die Anwendung totalen Terrors, wenigstens bis vor kurzer Zeit. Im Gegensatz zu anderen europäischen Befreiungsorganisationen, die nur "Gewalt gegen Sachen" anwendeten (Beispiel: die Südtiroler Freiheitskämpfer in den 60er Jahren), scheute die baskische Untergrundorganisation vor der Vernichtung von Menschenleben nicht zurück. Zahlreiche baskische und spanische Gendarmen der "Guardia Civil" und der politischen Polizei wurden bereits von Heckenschützen ermordet, Kasernen wurden in die Luft gesprengt, Polizistenehefrauen bedroht, ihre Männer würden enthauptet, wenn sie ihren Beruf nicht aufgäben.

 

Das in ethnologischer Hinsicht in Europa völlig isoliert dastehende, 750 000 Angehörige zählende Volk der Basken, aus dem außergewöhnliche Männer wie Ignatius von Loyola, der Ordensgründer, Simon Bolivar, der südamerikanische Freiheitsheld (Anm. 2002: er wird heute noch in Teilen Südamerikas wie ein Erlöser verehrt, wir haben es selbst am Nationalfeiertag in einem abgelegenen Gebirgsdorf der Anden mit Erstaunen zur Kenntnis genommen) oder auch der frühere spanische Außenminister Castiella hervorgegangen sind, verwahrt sich einerseits gegen die Bevormundung durch Madrid, ist aber auch nur zum Teil mit der brutalen und - wie ihre Gegner sagen - von außen gesteuerten Aktivität der ETA einverstanden. Unleugbar besitzt es eine eigene Kultur und Sprache und kann nicht zum eigentlichen spanischen Volk wie etwa die Kastilier, Asturier oder Andalusier gerechnet werden.

 

Nachdem der spanische Ministerrat bereits Jahre vor dem Tode von Generalissimus Francisco Franco-Bahamonde eine Generalamnestie für alle Straftaten erlassen hat, die vor und während des Bürgerkrieges begangen wurden, und nach der Ablösung des undurchsichtigen Ministerpräsidenten Carlos Arias Navarro, unter dem die "Apertura" Platz griff, durch den Demokraten Adolfo Suárez scheint die Möglichkeit zur Gewährung einer totalen Autonomie an die Basken gegeben, die in ihrem Umfang weit über die Zugeständnisse hinausgehen müßte, welche Madrid etwa den Katalanen und Galiziern zu geben gezwungen sein wird.

 

Ende unseres Artikels von 1977

 

Ø     Heute gehen wir weiter und verlangen Selbstbestimmung für die Basken mit allen Konsequenzen. Wenn sie die volle Unabhängigkeit wollen, sollen sie sie bekommen. Dann soll es eben ein freies Baskenland geben, bestehend aus den vier Provinzen auf spanischem Staatsgebiet und den drei baskischen Provinzen auf französischem Territorium.  Damit befinden wir uns in voller Übereinstimmung mit Eva Klotz (siehe diverse Zitate auf anderen Seiten über die Basken) und der Union für Südtirol.

 

Zu beachten: Unsere spanischen Freunde versichern uns, daß Navarra bis auf einen kleinen Teil im Norden immer spanisch war und nicht zum Baskenland gehört. Wir schließen uns dieser Meinung an.

 

5EUZ40SP

Sprache
Euskara

 

Palabras vascas:

Agur = Adios

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