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5EUZ501 |
Geschichte der Basken, Land, Herkunft,
Sprache |
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5EUZ401
Selbstbestimmung für die Basken!
5EUZ502
Im Schatten der ETA
5EUZ801
Dokumente von ETA und José Antonio
Drei Provinzen im Nordwesten Spaniens, und zwar Biscaya,
Guipuzcoa, Alava bzw. Nord-Navarra am Atlantik bzw. in den Pyrenäen, aber
ebenso Teile Südfrankreichs, wie Labourd, Soule, Navarre, sind von Basken
bewohnt. (Deutsche Wochen-Zeitung, 21.5.2002, Nr. 22)
LAURAK BAT "Vier sind Eins" lautete
der Schlachtruf der Nationalisten, wurde später abgewandelt in ZAZPIAK
BAT ("Sieben sind Eins"). (konkret 10.3.1969)
Auf der spanischen Seite der Grenze (einer Grenze, die seit
den Zeiten der Römer fast immer existiert hat) befinden sich die Provinzen
Guipuzcoa (Hauptstadt: San Sebastián),
und Vizcaya (Hauptstadt: Bilbao). Die Provinz Alava, die ebenfalls
baskisch ist, hat seit Jahrhunderten ihre Sprache fast ganz eingebüßt. Außerdem
ist das alte Königreich Navarra baskisch in seinem nördlichen Teil. Die Grenzen
von Navarra sind identisch mit denen des alten Stammes der Vaskonen, wie sie
Ptolemaios beschrieb. Nördlich der Pyrenäen sind drei Gebiete des französischen
Departements Basses-Pyrénées baskisch: Labourd, an der Küste, bis Biarritz;
Soule, östlich um Tardets, und in der Mitte Niedernavarra, der Teil des alten
Königreiches, der französisch wurde, als Navarra von Ferdinand dem Katholischen
dem spanischen Staat einverleibt wurde (1512). (Antonio Tovar: Das Volk der
Euskaldunak, Stuttgarter Zeitung 9.1.1971; Tovar war 1941 Unterstaatssekretär
in Madrid für das Pressewesen, 1951 - 1956 Rektor der Universität Salamanca,
emigrierte aus Protest in die USA, seit 1967 in Tübingen Professor für
Vergleichende Sprachwissenschaft)
Auf spanischer Seite gelten etwa 500.000 Einwohner als
Basken und auf französischer Seite etwa 120.000. (Deutsche Wochen-Zeitung,
21.5.1976, Nr. 22)
Rund 970 000 spanische Basken (Der Spiegel Nr. 33/1969,
11.8.1969)
Zahl zwischen 700 000 und 900 000. Alle, die baskisch
reden, fühlen sich als Angehörige eines baskischen Volkes, aber politisch hat
es für sie selten eine Einheit gegeben. Im elften Jahrhundert werden die Basken
von einem französischen Pilger, der nach Santiago de Compostela reiste, noch
als teilweise heidnisch beschrieben. (Antonio Tovar, Stuttgarter Zeitung,
9.1.1971)
... große Männer wie Unamuno, Bolivar, Ignatius von Loyola
und Franz Xavier hervorgebracht. Die Basken waren Initiatoren auf vielen
Gebieten: Sie verpflanzten den Mais nach Europa, wagten sich als erste an den
Walfischfang und erfanden das moderne Steuerruder, ganz abgesehen von ihren
seefahrerischen Leistungen und wirtschaftlichen Initiativen. (Eva Klotz, in:
Dolomiten, Bozen, 30.6.1990, Seite 43 Minderheiten)
Noch immer ist die genaue Herkunft dieses Volkes ungeklärt.
Seine Sprache - die nach einer baskischen Legende selbst der Teufel in sieben
Jahren nicht lernte - ist mit keiner anderen indogermanischen Mundart verwandt.
(Der Spiegel 12.8.1978, Nr. 33)
Die Herkunft der Basken als nichtindogermanische Europäer,
ist in Dunkel gehüllt, ihre Sprache ein noch immer nicht beantwortetes Rätsel,
genauso wie der Ursprung des Finnischen, Ungarischen und Georgischen. Die
Basken sprechen in ebenso zahlreichen Dialekten, wie sie aus den
verschiedensten Sippen und Stämmen entsprangen. Die Basken hatten sich seit dem
3. Jahrhundert der Zeitrechnung innerhalb der römischen Geschichtsschreibung
nachweisen lassen, manche behaupten, sie seien Nachkommen der Iberer, der
Ureinwohner der Halbinsel. (Deutsche Wochen-Zeitung 21.5.1976, Nr. 22)
Mit ihrer eigentümlichen Struktur und ihrem originellen
Wortschatz ist die baskische Sprache ein Unikum. Viele glauben, daß sie von den
paläolithischen Menschen der Höhlen von Altamira und Lascaux stammt. ... Nach
älteren, von baskischen Gelehrten entwickelten Vorstellungen war das Baskische
die Ursprache der Iberischen Halbinsel.
euskera = baskisch
euskaldun = Sprecher des Baskischen
Euskalleria = Baskenland (im 19. Jahrhundert
gebraucht)
Diese Wörter haben wahrscheinlich etwas mit dem antiken
Stammesnamen "Ausci" zu tun, der in dem Namen der südfranzösischen
Stadt Auch erhalten ist.. Das deutsche Wort "Baske" ist - ebenso wie
die spanischen Wörter - vascuence" (für
die Sprache) und "Vascongadas" (für
die drei Provinzen Guipuzcoa, Vizcaya und Alava) - vom alten Stammesnamen
"Vascones" abgeleitet.
Der Begriff "Euzkadi" wurde
von dem Gründer der baskischen Nationalpartei, Sabino de Arana Goiri, geprägt.
Und auf Euzkadi (Baskenland) verweist der erste Buchstabe in der jetzt
berühmt-berüchtigten Chiffre "ETA". Die übrigen zwei Lettern meinen
die Konjunktion "e(t)ta" = "und" sowie das Substantiv
"askatasuna" (Freiheit).
(Antonio Tovar, Stuttgarter Zeitung, 9.1.1971)
Wir haben es mit der wohl ältesten Sprache Europas zu tun.
Das Altertum zeigt uns die Basken, wie sie ihre Freiheit mit Hartnäckigkeit
verteidigten. Sie hatten immer ihre eigenen Strukturen, auch zur Zeit der
karthagischen Herrschaft. Die Römer haben dann wohl einige Garnisonen an den Pyrenäenstraßen
errichtet. Es folgten nacheinander die Invasionen der Sueben, Vandalen,
Westgoten und Franken, die sich allerdings keine Herrschaft sichern konnten.
Die Mauren zogen vorbei und nahmen dann ihren Weg wieder zurück. ... (Eva
Klotz, in: Dolomiten, Bozen, 30.6.1990, Seite 43 Minderheiten)
Das Land der Basken war jahrhundertelang ein souveräner
Staat, der auch unter der Oberhoheit der kastilischen Krone (seit 1200) seine
eigenen Rechte und Gesetze behielt und seine eigene Sprache hatte. Erst im
vergangenen (19.) Jahrhundert wurde es spanische Provinz. Eine
1882 gegründete Autonomie-Bewegung suchte die verlorene Souveränität
zurückzuerobern. (Der Spiegel, Nr. 33/1969, 11.8.1969)
778: Nachhut Karls des Großen besiegt
778 Come
rappresaglia della vastazione di Irunea i baschi distruggono le retroguardie
della spedizione di Carlo Magno: una battaglia che ebbe un´importante
ripercussione sulla cultura europea.
Nachdem die Raufbolde Karls des Großen Iruñea (Pamplona)
dem Erdboden gleichgemacht hatten, rieben die Basken als Vergeltung die Nachhut
des fränkischen Heeres auf. (David
Casagranda, Skolast, SH, 2/1983)
Bereits mit dem 3. Jahrhundert hatte die Christianisierung
des Baskenlandes begonnen. Zeugnis aus der frühchristlichen Zeit: Kirche von
Leire. (Eva Klotz, in: Dolomiten, Bozen, 30.6.1990, Seite 43 Minderheiten)
Für das Baskenland gab es keine Konflikte - bis ins
neunzehnte Jahrhundert. ... Der Karlismus, der besonders in den baskischen
Provinzen und in Navarra wie auch in Katalonien Anhänger fand, verteidigte die
traditionelle Selbständigkeit der Länder gegen die unitarischen Liberalen. Aus
der legitimistischen Tradition der Karlisten kamen die frühesten Autonomisten
und baskischen Nationalisten. Und diese Verfechter der Autonomie waren in den
baskischen Provinzen wie in Navarra streng katholisch. Auch später hat sich
diese Tendenz bei den Navarresen innerhalb des monarchistischen Karlismus gehalten,
weshalb Navarra im letzten Bürgerkrieg auf der Seite des Franquismus kämpfte.
In Vizcaya und Guipuzcoa dagegen sind die Karlisten zu nationalistischen Basken
geworden. ... Die katholische Kirche war seit dem Karlismus in die Entwicklung
der autonomistischen Ideen verwickelt, und vor allem die Kirche wurde zum
Bollwerk der baskischen Sprache. Von Geistlichen stammen die meisten baskischen
Bücher. (Antonio Tovar, Stuttgarter Zeitung 9.1.1971)
Ihr Separatismus lebte zu Ende des 19. Jahrhunderts neu
auf, weil sie von ihren katholischen Priestern fanatisch auf ihren Glauben und
ihr Volkstum eingeschworen, gegen die Tendenzen des Liberalismus aus Paris, des
antiklerikalen Denkens zu Felde zogen. (Deutsche Wochen-Zeitung, 21.5.2002, Nr.
22)
Ein unbändiges Unabhängigkeitsgefühl erfüllte schon immer
das knorrige Bergvolk der Basken; das organisierte Streben nach politischer
Autonomie ist jedoch erst rund achtzig Jahre alt. 1893 gründete Sabino Arana
Goiri in Bilbao die "Nationalistische Baskische Partei". Ihre
Forderung war die Schaffung eines unabhängigen baskischen Staates: Euzkadi.
(Anton Dieterich in der Stuttgarter Zeitung, 3.12.1970)
1856 legte die französisch-spanische Konvention die
Pyrenäengrenze quer durch das Baskenland als die endgültige Grenze zwischen
Frankreich und Spanien fest - eine Demarkationslinie... Wenig später verlor die
spanisch regierte baskische Minderheit ihre traditionellen Fueros, ihre Privilegien gegenüber der Krone in Madrid. Reaktion:
Gründung der separatistischen Baskischen Nationalpartei um die
Jahrhundertwende. Politisches Instrument der Großbourgeoisie im Kampf gegen
Madrid... (konkret 10.3.1969)
Noch in den republikanischen Cortes (dem Ständeparlament)
von 1931 bildeten Basken und Navarresen gemeinsam die fast einzige Fraktion,
welche der Kirche half. Aber in den folgenden Jahren kamen die Basken den
republikanischen Parteien näher, und in den letzten Monaten der Republik
erhielten die baskischen Provinzen eine autonome Verfassung. Am Bürgerkrieg
haben die Basken mit eigenen Truppen teilgenommen, und es gab ein baskisches
Parlament, eine eigene baskische Regierung mit einem Präsidenten, José Antonio
de Aguirre. (Antonio Tovar, Stuttgarter Zeitung 9.1.1971)
... ging der Traum vom eigenen Staat noch einmal in
Erfüllung - freilich nur vom Oktober 1936 bis zum Juni 1937. Mit Einverständnis
der Regierung der Zweiten Spanischen Republik entstand, mitten im Bürgerkrieg,
die baskische Republik "Euzkadi". Sie brach zusammen, nachdem
deutsche Bomber das traditionsreiche Guernica zerstört hatten und Francos
Truppen in Bilbao einmarschiert waren. (Der Spiegel, Nr. 33/1969, 11.8.1969)
Am 7. Oktober 1936 ... riefen die Basken in Guernica die Republik EUZKADI aus.
(konkret 10.3.1969)