ETIKA

EUSKAL HERRIA

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29.2.2004

5EUZ501

Geschichte der Basken, Land, Herkunft, Sprache
Historia, lengua

multilingual

Baskenland - Baskisch

5EUZ401 Selbstbestimmung für die Basken!
5EUZ502 Im Schatten der ETA

5EUZ801 Dokumente von ETA und José Antonio

 

Territorium auf Spanien und Frankreich aufgeteilt

Drei Provinzen im Nordwesten Spaniens, und zwar Biscaya, Guipuzcoa, Alava bzw. Nord-Navarra am Atlantik bzw. in den Pyrenäen, aber ebenso Teile Südfrankreichs, wie Labourd, Soule, Navarre, sind von Basken bewohnt. (Deutsche Wochen-Zeitung, 21.5.2002, Nr. 22)
LAURAK BAT "Vier sind Eins" lautete  der Schlachtruf der Nationalisten, wurde später abgewandelt in
ZAZPIAK BAT ("Sieben sind Eins"). (konkret 10.3.1969)

Auf der spanischen Seite der Grenze (einer Grenze, die seit den Zeiten der Römer fast immer existiert hat) befinden sich die Provinzen Guipuzcoa (Hauptstadt: San Sebastián),  und Vizcaya (Hauptstadt: Bilbao). Die Provinz Alava, die ebenfalls baskisch ist, hat seit Jahrhunderten ihre Sprache fast ganz eingebüßt. Außerdem ist das alte Königreich Navarra baskisch in seinem nördlichen Teil. Die Grenzen von Navarra sind identisch mit denen des alten Stammes der Vaskonen, wie sie Ptolemaios beschrieb. Nördlich der Pyrenäen sind drei Gebiete des französischen Departements Basses-Pyrénées baskisch: Labourd, an der Küste, bis Biarritz; Soule, östlich um Tardets, und in der Mitte Niedernavarra, der Teil des alten Königreiches, der französisch wurde, als Navarra von Ferdinand dem Katholischen dem spanischen Staat einverleibt wurde (1512). (Antonio Tovar: Das Volk der Euskaldunak, Stuttgarter Zeitung 9.1.1971; Tovar war 1941 Unterstaatssekretär in Madrid für das Pressewesen, 1951 - 1956 Rektor der Universität Salamanca, emigrierte aus Protest in die USA, seit 1967 in Tübingen Professor für Vergleichende Sprachwissenschaft)

 

Bevölkerung: Eine Million Basken

Auf spanischer Seite gelten etwa 500.000 Einwohner als Basken und auf französischer Seite etwa 120.000. (Deutsche Wochen-Zeitung, 21.5.1976, Nr. 22)

Rund 970 000 spanische Basken (Der Spiegel Nr. 33/1969, 11.8.1969)

Zahl zwischen 700 000 und 900 000. Alle, die baskisch reden, fühlen sich als Angehörige eines baskischen Volkes, aber politisch hat es für sie selten eine Einheit gegeben. Im elften Jahrhundert werden die Basken von einem französischen Pilger, der nach Santiago de Compostela reiste, noch als teilweise heidnisch beschrieben. (Antonio Tovar, Stuttgarter Zeitung, 9.1.1971)

... große Männer wie Unamuno, Bolivar, Ignatius von Loyola und Franz Xavier hervorgebracht. Die Basken waren Initiatoren auf vielen Gebieten: Sie verpflanzten den Mais nach Europa, wagten sich als erste an den Walfischfang und erfanden das moderne Steuerruder, ganz abgesehen von ihren seefahrerischen Leistungen und wirtschaftlichen Initiativen. (Eva Klotz, in: Dolomiten, Bozen, 30.6.1990, Seite 43 Minderheiten)

 

Rätselhafte Herkunft und Sprache

Noch immer ist die genaue Herkunft dieses Volkes ungeklärt. Seine Sprache - die nach einer baskischen Legende selbst der Teufel in sieben Jahren nicht lernte - ist mit keiner anderen indogermanischen Mundart verwandt. (Der Spiegel 12.8.1978, Nr. 33)

Die Herkunft der Basken als nichtindogermanische Europäer, ist in Dunkel gehüllt, ihre Sprache ein noch immer nicht beantwortetes Rätsel, genauso wie der Ursprung des Finnischen, Ungarischen und Georgischen. Die Basken sprechen in ebenso zahlreichen Dialekten, wie sie aus den verschiedensten Sippen und Stämmen entsprangen. Die Basken hatten sich seit dem 3. Jahrhundert der Zeitrechnung innerhalb der römischen Geschichtsschreibung nachweisen lassen, manche behaupten, sie seien Nachkommen der Iberer, der Ureinwohner der Halbinsel. (Deutsche Wochen-Zeitung 21.5.1976, Nr. 22)

Mit ihrer eigentümlichen Struktur und ihrem originellen Wortschatz ist die baskische Sprache ein Unikum. Viele glauben, daß sie von den paläolithischen Menschen der Höhlen von Altamira und Lascaux stammt. ... Nach älteren, von baskischen Gelehrten entwickelten Vorstellungen war das Baskische die Ursprache der Iberischen Halbinsel.

euskera = baskisch

euskaldun = Sprecher des Baskischen

Euskalleria = Baskenland (im 19. Jahrhundert gebraucht)

Diese Wörter haben wahrscheinlich etwas mit dem antiken Stammesnamen "Ausci" zu tun, der in dem Namen der südfranzösischen Stadt Auch erhalten ist.. Das deutsche Wort "Baske" ist - ebenso wie die spanischen Wörter - vascuence" (für die Sprache) und "Vascongadas" (für die drei Provinzen Guipuzcoa, Vizcaya und Alava) - vom alten Stammesnamen "Vascones" abgeleitet.

Der Begriff "Euzkadi" wurde von dem Gründer der baskischen Nationalpartei, Sabino de Arana Goiri, geprägt. Und auf Euzkadi (Baskenland) verweist der erste Buchstabe in der jetzt berühmt-berüchtigten Chiffre "ETA". Die übrigen zwei Lettern meinen die Konjunktion "e(t)ta" = "und" sowie das Substantiv "askatasuna" (Freiheit).  (Antonio Tovar, Stuttgarter Zeitung, 9.1.1971)

Wir haben es mit der wohl ältesten Sprache Europas zu tun. Das Altertum zeigt uns die Basken, wie sie ihre Freiheit mit Hartnäckigkeit verteidigten. Sie hatten immer ihre eigenen Strukturen, auch zur Zeit der karthagischen Herrschaft. Die Römer haben dann wohl einige Garnisonen an den Pyrenäenstraßen errichtet. Es folgten nacheinander die Invasionen der Sueben, Vandalen, Westgoten und Franken, die sich allerdings keine Herrschaft sichern konnten. Die Mauren zogen vorbei und nahmen dann ihren Weg wieder zurück. ... (Eva Klotz, in: Dolomiten, Bozen, 30.6.1990, Seite 43 Minderheiten)

 

Souverän, erst ab 12. Jahrhundert unter kastilischer Oberhoheit

Das Land der Basken war jahrhundertelang ein souveräner Staat, der auch unter der Oberhoheit der kastilischen Krone (seit 1200) seine eigenen Rechte und Gesetze behielt und seine eigene Sprache hatte. Erst im vergangenen (19.)  Jahrhundert wurde es spanische Provinz. Eine 1882 gegründete Autonomie-Bewegung suchte die verlorene Souveränität zurückzuerobern. (Der Spiegel, Nr. 33/1969, 11.8.1969)
778: Nachhut Karls des Großen besiegt

778 Come rappresaglia della vastazione di Irunea i baschi distruggono le retroguardie della spedizione di Carlo Magno: una battaglia che ebbe un´importante ripercussione sulla cultura europea.

Nachdem die Raufbolde Karls des Großen Iruñea (Pamplona) dem Erdboden gleichgemacht hatten, rieben die Basken als Vergeltung die Nachhut des fränkischen Heeres auf. (David Casagranda, Skolast, SH, 2/1983)

 

Nationalistische katholische Kirche

Bereits mit dem 3. Jahrhundert hatte die Christianisierung des Baskenlandes begonnen. Zeugnis aus der frühchristlichen Zeit: Kirche von Leire. (Eva Klotz, in: Dolomiten, Bozen, 30.6.1990, Seite 43 Minderheiten)

Für das Baskenland gab es keine Konflikte - bis ins neunzehnte Jahrhundert. ... Der Karlismus, der besonders in den baskischen Provinzen und in Navarra wie auch in Katalonien Anhänger fand, verteidigte die traditionelle Selbständigkeit der Länder gegen die unitarischen Liberalen. Aus der legitimistischen Tradition der Karlisten kamen die frühesten Autonomisten und baskischen Nationalisten. Und diese Verfechter der Autonomie waren in den baskischen Provinzen wie in Navarra streng katholisch. Auch später hat sich diese Tendenz bei den Navarresen innerhalb des monarchistischen Karlismus gehalten, weshalb Navarra im letzten Bürgerkrieg auf der Seite des Franquismus kämpfte. In Vizcaya und Guipuzcoa dagegen sind die Karlisten zu nationalistischen Basken geworden. ... Die katholische Kirche war seit dem Karlismus in die Entwicklung der autonomistischen Ideen verwickelt, und vor allem die Kirche wurde zum Bollwerk der baskischen Sprache. Von Geistlichen stammen die meisten baskischen Bücher. (Antonio Tovar, Stuttgarter Zeitung 9.1.1971)

Ihr Separatismus lebte zu Ende des 19. Jahrhunderts neu auf, weil sie von ihren katholischen Priestern fanatisch auf ihren Glauben und ihr Volkstum eingeschworen, gegen die Tendenzen des Liberalismus aus Paris, des antiklerikalen Denkens zu Felde zogen. (Deutsche Wochen-Zeitung, 21.5.2002, Nr. 22)

 

80 Jahre Autonomiebestrebungen

Ein unbändiges Unabhängigkeitsgefühl erfüllte schon immer das knorrige Bergvolk der Basken; das organisierte Streben nach politischer Autonomie ist jedoch erst rund achtzig Jahre alt. 1893 gründete Sabino Arana Goiri in Bilbao die "Nationalistische Baskische Partei". Ihre Forderung war die Schaffung eines unabhängigen baskischen Staates: Euzkadi. (Anton Dieterich in der Stuttgarter Zeitung, 3.12.1970)

 

1856 legte die französisch-spanische Konvention die Pyrenäengrenze quer durch das Baskenland als die endgültige Grenze zwischen Frankreich und Spanien fest - eine Demarkationslinie... Wenig später verlor die spanisch regierte baskische Minderheit ihre traditionellen Fueros, ihre Privilegien gegenüber der Krone in Madrid. Reaktion: Gründung der separatistischen Baskischen Nationalpartei um die Jahrhundertwende. Politisches Instrument der Großbourgeoisie im Kampf gegen Madrid... (konkret 10.3.1969)

 

Basken wenden sich den Republikanern zu

Noch in den republikanischen Cortes (dem Ständeparlament) von 1931 bildeten Basken und Navarresen gemeinsam die fast einzige Fraktion, welche der Kirche half. Aber in den folgenden Jahren kamen die Basken den republikanischen Parteien näher, und in den letzten Monaten der Republik erhielten die baskischen Provinzen eine autonome Verfassung. Am Bürgerkrieg haben die Basken mit eigenen Truppen teilgenommen, und es gab ein baskisches Parlament, eine eigene baskische Regierung mit einem Präsidenten, José Antonio de Aguirre. (Antonio Tovar, Stuttgarter Zeitung 9.1.1971)

 

 

Die baskische Republik Euzkadi 1936-1937

... ging der Traum vom eigenen Staat noch einmal in Erfüllung - freilich nur vom Oktober 1936 bis zum Juni 1937. Mit Einverständnis der Regierung der Zweiten Spanischen Republik entstand, mitten im Bürgerkrieg, die baskische Republik "Euzkadi". Sie brach zusammen, nachdem deutsche Bomber das traditionsreiche Guernica zerstört hatten und Francos Truppen in Bilbao einmarschiert waren. (Der Spiegel, Nr. 33/1969, 11.8.1969)
Am 7. Oktober 1936 ... riefen die Basken in Guernica die Republik EUZKADI aus. (konkret 10.3.1969)

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