ETIKA

EUZKADI

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11.6.2002

5EUZ502

Im Schatten der ETA

Zeitgeschichte seit Beginn der ETA-Ära

 

5EUZ401 Selbstbestimmung für die Basken

5EUZ501 Geschichte der Basken

5EUZ801 Dokumente von ETA und José Antonio

0/0I5 Cossiga beleidigt Aznar als Faschisten und stellt sich auf die Seite der baskischen Bischöfe (6.6.2002)

Textos en castellano más a derecha

 

Gründung der ETA - Lenin - Erpressungen

Weil die Exilführer des Baskentums nicht radikal genug waren - so die Meinung der Jugend -, entstand unter Studenten 1958 in Frankreich die ETA. 1962 entstand die militante Gruppe. Die Gründer waren Emperanza, Irigaray, Maderiaga und Benito de Valle. Sie bildeten ein Exekutivkomitee und erst 1968 militante, bewaffnete Kommandos. Sie forderten einen unabhängigen Staat. Die ETA nennt sich einmal international und bekennt sich zum sozialistischen Programm Lenins und Stalins,, dann wieder ist sie eine "nationale Armee".

Attentatsopfer der IRA in Ulster 1975: 255 Tote.
Attentatsopfer der ETA von 1958 bis 1975: 83 Tote.
Dazu kommen immer mehr Entführungen und Erpressungen, die der ETA den Ruf eines brutalen "Mafia-Systems" eingetragen haben. Man bedroht und erpreßt laufend die Unternehmer der baskischen Provinzen. Diese Erpressungen reichen bis tief in den Bereich der Gewerkschaften und der Arbeiterschaft. (Deutsche Wochen-Zeitung, 21.5.2002, Nr. 22)

Als Stoßtrupp der Revolte gegen das Regime von Madrid hatten sich im Jahre 1962 Kommandos der ETA formiert. In ihnen sammelten sich vorwiegend marxistisch-leninistisch orientierte Guevara-Anhänger, die Plastikbomben in Polizeistuben und Molotow-Cocktails gegen Bürgerkriegs-Denkmäler warfen. (Der Spiegel Nr. 33/1969, 11.8.1969)

 

Das Attentat auf den Polizeichef von Irún

Kalter Regen pladderte vom grauen Biskaya-Himmel auf das spanische Grenzstädtchen Irún, als Don Melitón Manzanas González, 59, ... von der Arbeit kam. Durchnäßt stieg der Chefinspektor der politischen Polizei (Brigada de Investigación Social) von San Sebastián die Treppe zu seiner Wohnung im ersten Stock der "Villa Arana" hinauf. Es war 15,20 Uhr. Sekunden später krachten Schüsse durch das Vierfamilienhaus: Von drei Kugeln aus unmittelbarer Nähe in den Kopf getroffen, sackte Manzanas auf den letzten Stufen zusammen. Viermal noch feuerte der Täter seine 7,65 Millimeter-Pistole auf das reglose Opfer ab, dann flüchtete er. ... Manzanas galt als der Verantwortliche für die Verhaftung und Mißhandlung von Freiheitskämpfern des Baskenlandes. (Der Spiegel Nr. 33,68, 12.8.1968)

Am Abend nach der Hinrichtung des Polizeichefs von Irun war nach übereinstimmenden Berichten der Champagner in der Stadt und der Umgebung ausverkauft. (konkret 10.3.1969)

 

"Rote Basken-Priester"
Während in Madrid ein Prozeß gegen fünf Angehörige des baskischen Separatistenbundes ETA ... begann, setzten die fünf "roten Priester" des Baskenlandes ihren Hungerstreik im Bischofssitz von Bilbao fort. Der Aufforderung des Bischofs Cirarda, das Gebäude zu verlassen, sind sie ... nicht nachgekommen. (Süddeutsche Zeitung, München, Bericht aus Madrid vom 2.6.1969)

 

Sentencia de la Jurisdicción militar contra cinco sacerdotes vascos.
Burgos. Por la Oficina de Prensa de Capitanía General de la VI Región Militar ha sido facilitada a los informadores, según la agencia Cifra, la siguiente nota:
"En fecha 30 de mayo próximo pasado un grupo de cinco sacerdotes se encerraron voluntariamente en las oficinas del Obispado de Bilbao. ... habían enviado escritos al excelentísimo señor ministro de Justicia, a la O.N.U., a la Cruz Roja Internacional ... Estima el Consejo que el escrito es falso en su contenido, tergiversando en su exposición, tendencioso en la forma y subversivo en su finalidad, ya que está en su contexto y redacción claramente dirigido a promover la rebeldía contra las instituciones básicas - Gobierno, Ejército, leyes vigentes y todo tipo de autoridad - y tendente a desprestigiar a los órganos del Estado, subvertir la paz social así como incitar y promover acciones directas y violentas contra la unidad de la patria, estimulando el separatismo y desmembración de la nación.

Ha estimado el Consejo, en su consecuencia, que los procesados han incurrido en el delito de rebelión militar del artículo segundo del decreto de ..., por lo que ha impuesto las penas siguientes: a los procesados J.N.N. y A.G.M., doce años y un día de reclusión; a los procesados J.C.A.Z., J.C.U. y N.T. M. diez años de prisión ..." (Edición Semanal Aerea de ABC, Madrid, 19-6-1969)

 

Ausnahmezustand

Um den Terror zu legalisieren, greift Franco bisweilen auf seine Notstandsgesetze zurück. Viermal wurde in den letzten Jahren der Ausnahmezustand über baskische Provinzen verhängt, einmal über ganz Spanien. Er setzt u.a. die Artikel 15 (Unverletzlichkeit der Wohnung), 14 (Freizügigkeit) und 18 (Verbot grundloser Inhaftierung) außer Kraft. (konkret 16/1970)

 

ETA in Frankreich - Bankraub - ENBATA

An der französisch-spanischen Grenze sprachen KONKRET-Reporter Wolfgang Röhl und G. P. Reichelt mit Vertretern der baskischen Befreiungsorganisationen.

Seit 34 Jahren terrorisiert Franco ein Zweieinhalb-Millionen-Volk.

In St. Jean de Luiz, einem kleinen französischen Badeot nahe der spanischen Grenze, laufen viele der Fäden zusammen, die die in Spanien kämpfenden E.T.A.-Leute mit ihren ins Exil geflüchteten Genossen verbinden. Auf einem Bauernhof in der Nähe von St. Jean sprach  KONKRET mit Javier Z., einem der Verantwortlichen für die militärische Sektion der E.T.A. (Anmerkung etika.com: Aus der Konkret-Redaktion kam das prominenteste Mitglied der Baader-Meinhof-Bande alias Rote-Armee-Fraktion, die Deutschlands Führung jahrelang in Angst und Schrecken versetzte, deshalb können diese Ausführungen auch für Insider von Interesse sein.)

In abgelegenen Pyrenäentälern, so berichtet Javier, proben die auf der französischen Seite arbeitenden E.T.A.-Leute den Guerillakrieg. Die meisten von ihnen sind Männer zwischen 18 und 30 Jahren. In Trainingslagern üben sie Schießen, Nahkampf, Umgang mit Sprengstoff, Sabotage u. a. Aus gegebenem Anlaß wird besonders intensiv geübt, wie man Folterungen übersteht, ohne etwas auszusagen. Die Waffen der Männer: kleinkaliberige, teils mit Zielfernrohren ausgestattete Gewehre aus den USA, Maschinenpistolen aus der CSSR und Revolver und Pistolen, die bei Überfällen auf spanische Polizeibeamte erbeutet wurden. Eine andere Quelle für Waffen sind ehemalige französische Widerstandskämpfer, die ihre Waffen aufgehoben haben und aus Sympathie der E.T.A. geben.

Das Geld, das die Organisation kostet, erhält man auf die verschiedenste Weise: ... Sammlungen ... Spenden ... Schmuggel. Wenn das Geld dennoch nicht reichen will, nimmt man eine Anleihe beim spanischen Staat auf. Stolz zieht Javier eine Liste hervor, auf der die erfolgreichsten Banküberfälle der letzten Jahre vermerkt sind...

... können geflüchtete E.T.A.-Leute auf die Hilfe der ANBATA rechnen, einer Organisation, die in Frankreich propagandistisch für ein befreites und autonomes Baskenland eintritt. Sie beschafft den Flüchtlingen Geld, Arbeit und Aufenthaltsgenehmigungen.

In St. Jean de Luz sprach KONKRET mit einem prominenten ENBATA-Mitglied. Es bekleidet in der baskischen Exilregierung den Posten des Innenministers. Monsieur D. ist vorsichtig. Er möchte vermeiden, daß seine Mitgliedschaft in der Organisation bekannt wird. Er ist Spanienflüchtling. Sein Besitz, von dem man in St. Jean munkelt, er sei größer als drei französische Departements gewesen, wurde enteignet. Geblieben ist Monsieur D. ein immer noch recht feudales Haus in Frankreich und ein unauslöschlicher Haß auf Franco. "Hier in Frankreich leben nur 200 000 Basken... Die französische Regierung ist schlauer als Franco: Man läßt die Basken gewähren und versucht, sie langsam zu assimilieren."
(konkret 16/1970 Bomben in Bilbao)

 

Schlagzeilensalat November/Dezember 1970
Burgos-Prozeß und Beihl-Entführung

Zusammenfassung: Das Attentat auf den Geheimpolizeichef Manzanas von San Sebastian wurde der Ausgangspunkt für den Prozeß gegen 16 ETA-Angehörige vor dem Kriegsgericht in Burgos. Um diesen zu verhindern, hat eine ETA-Gruppe den deutschen Konsul in San Sebastian, Eugen Beihl, gewaltsam entführt. (Anton Dieterich, Stuttgarter Zeitung, 3.12.1970)

Spanische Bischöfe gegen Sonderjustiz. Angeklagte Basken sollen von einem ordentlichen Gericht abgeurteilt werden. (Süddeutsche Zeitung, München, 25.11.1970, ab sofort: SZ)

Prozeß von Burgos schlägt Wellen (SZ 28.11.1970)

Todesstrafe beantragt gegen die baskischen Widerstandskämpfer Izko, Larena, Onaindia, Uriarte, Gorostidi, Dorronsoro. Unpräzise Anklageschrift über Morde. (SZ 11.12.1970)

ETA-Prozeß verursacht Unruhen. Weiter massive Proteste gegen das Franco-Regime vor Eröffnung des Verfahrens. (SZ 2.12.1970)

Honorarkonsul Eugen Beihl in San Sebastian von baskischen Separatisten entführt. Sondersitzungen in Madrid und Bonn. Scheel spricht mit Lopez Bravo über die Entführung. Korrespondentenbericht von Anton Dieterich, Madrid: Der Ruf nach Unabhängigkeit in den baskischen Bergen. Die mächtigsten und zuverlässigsten Bundesgenossen sind die Geistlichen. Entführung Tagesgespräch in murr. Wahlkonsul Eugen Beihl stammt aus einer Murrer Weingärtnerfamilie (Stuttgarter Zeitung 3.12.1970)

Deutscher Konsul in Spanien entführt. Zurückhaltung bei der Exilregierung, Hektik im AA. Demonstrationen im Exil, Paris. (SZ 3.12.1970)

Basken-Prozeß in Burgos eröffnet. Korrespondent Manfred von Conta: Ein Ruf nach Härte in den Nebel von Burgos. Ausfälle des Anklägers. (SZ 4.12.1970)

El Cónsul alemán en San Sebastián secuestrado por la ETA. Le vieron salir, acompañado por varias personas, en su propio automovil. Consejo de Guerra en Burgos. Están acusados de la muerte del Señor Manzanas, Jefe de la Brigada Social de San Sebastian. Se piden seis penas de muerte. Entre los encartados hay dos mujeres y dos sacerdotes. (El Caso, Madrid, 5-12-1970)

Noch keine Spur von Konsul Beihl. Kontakte mit der ETA erfolglos. Blutige Demonstrationen im Baskenland. (SZ 5.12.1970)

Erstes Lebenszeichen von Beihl. Konsul berichtet über gute Behandlung. Hat Izco den Polizeichef erschossen? Der Burgos-Prozeß entscheidet über Tod oder Leben des entführten deutschen Wahlkonsuls. Folterprotokoll und Drohung mit Tränengas. (SZ 7.12.1970)

ETA für und gegen Gewaltanwendung. Vom Nationalismus zum Marxismus. Wandlung und Spaltung der baskischen Widerstandsorganisation. - Neue Spuren. Brief Beihls an deutschen Botschafter. Der Prozeß als Tribunal gegen das Regime. (SZ 8.12.1970)

Standgericht schränkt Verteidigung ein. Angeklagte Basken dürfen ihre Motive nicht darlegen. Baskischer Demonstrant erliegt Schußverletzung. (SZ 9.12.1970)

Werden die Urteile zur Anklage? Der Burgos-Prozeß spaltet Spaniens Mächtige. Minister, Militärs, Bischöfe und intellektuelle Stützen des Regimes reagieren mit Unbehagen. - Die Militärrichter beraten. Urteilspruch wird nach der heutigen Kabinettssitzung in Madrid erwartet.(SZ 11.12.1970)

La E.T.A. contra la unidad de España - Normas que rigen en España durante el estado de excepción. Artículos del Fuero de los Españoles suspendidos. Los dieciséis procesados. El Consejo. 28 secuestros políticos. Vicente Royo: ... entre los procesados, dos sacerdotes, uno de los cuales confesó haber ido armado con una pistola. Mal entienden estos sacerdotes separatistas las enseñanzas de la Iglesia, cuando consideran que el crímen y el enfrentamiento a tiros con la autoridad, pueden tener una justificación

Strikte Geheimhaltung in Spanien. Noch kein Urteil in Burgos. (SZ 12.12.1970)

Sondervollmachten für Spaniens Polizei. Neuer Brief von Beihl. (SZ 16.12.1970)

Das sind Beihls Entführer. Spanische Generale baten Staatschef Franco: "Begnadigen Sie die Basken". (Bild, München, 17.12.1970)

Eine Million Dollar Lösegeld für Beihl geboten? Spanisches Kabinett unter Vorsitz Francos berät. Proteste gegen den Burgos-Prozeß häufen sich. (Stuttgarter Zeitung 19.12.1970)

Kollegen! Collegni! (?) Amigos y Compagneros! (?) Türklar!  Solidarität mit den baskischen Freiheitskämpfern! In Burgos hat ein spanisches Militärgericht gegen baskische Freiheitskämpfer Todesurteile ausgesprochen, andere wurden zu hohen, bis zu 70 Jahre gehenden Freiheitsstrafen verurteilt, die Todesurteilen gleichkommen. ... Deshalb rufen wir auf zu einer Demonstration, die am Samstag, den 19.12.1970 um 11.00 Uhr am Ostbahnhof zum spanischen Konsulat.

Solidaridad con los vascos que luchan por la libertad. Un Tribunal militar ha sentenciado en Burgos a seis vascos a la pena de muerte, otros diez vascos han sido condenados a 70 años de prisión... Por ello llamamos a una manifestación desde la Ostbahnhof hasta el consulado español.

VVN, Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes, SDAJ, Sozialistische Deutsche Arbeiterjugend, Spartakus, Assoziation marxistischer Studenten, DKP-Deutsche Kommunistische Partei
Offenbar eine bewußte Falschmeldung zwecks Aufhetzung der Studenten, wie aus der nächsten Zeitungsmeldung hervorgeht:

Urteilsverkündung in Burgos am Samstag? Im Militärgerichtsprozeß gegen 16 Angehörige der baskischen Untergrundorganisation ETA werden den Verteidigern wahrscheinlich am Samstag die Urteile zugestellt. Falls Todesurteile ausgesprochen werden, besteht die Möglichkeit von Gnadengesuchen an Staatschef Franco. In mehreren spanischen Städten - so in Barcelona, Valencia, Murcia (?, geschrieben Burcia) , Sevilla, Toledo und Granada - fanden wieder Massenversammlungen statt, mit denen Loyalität zu Franco und "Protest gegen die antispanische Kampagne im Ausland" bekundet wurde. Geschäftsleute aus Burgos protestierten ... gegen die "Kampagne der Falschheit", die Frankreich gegen Spanien führe. (SZ Weihnachten, 24./25./26./27.12.1970)

Konsul Beihl wieder in San Sebastian. Das Auswärtige Amt in Bonn dankt allen "Regierungen und Personen" für die geleistete Hilfe. Heute Urteilsverkündung in Burgos. In Spanien hofft man auf ein milderes Urteil im Basken-Prozeß - Deutsche Millionen für die ETA? (SZ 28.12.1970)

Beihl: "Ich wurde Zeuge von gewissen Dingen, über die ich nichts sagen darf." Die baskischen Separatisten seien seiner Ansicht nach "keine Verbrecher", sondern vielmehr "politische Idealisten", vielleicht "eher "Fanatiker" (Stuttgarter Zeitung 28.12.1970)

Konsul Beihl erhebt Vorwürfe gegen das ZDF. Interview mit der Madrider Zeitung "ABC". ... Entführung wesentlich dramatischer, als seine ersten darüber veröffentlichten Auskünfte vermuten ließen. Nach ihnen konnte der Eindruck entstehen, Entführer und Entführten habe ein fast freundschaftliches Verhältnis verbunden. Jetzt weiß man, daß Beihl von seinen Entführern hart angepackt worden ist: ... gezwungen, bis zum Bauch im Wasser einen Fluß zu überqueren ... trat in den Hungerstreik ... Nacht für Nacht mit gefesselten Händen und Füßen ... Am 14. Dezember wurde er ohne Socken, ohne Hemd und ohne Mantel bei starker Kälte in ein neues Versteck transportiert ... offen bedroht. Beihl: "Meine Aussagen vor dem Deutschen Fernsehen wurden in skandalöser Weise gekürzt!" In seinem Gespräch mit mem Zweiten Deutschen Fernsehen habe er erklärt, er könne seine Entführer nicht hassen. Sie seien Fanatiker, die nicht wissen, was sie tun. Er habe versucht, mit ihnen zu diskutieren und ihnen die Absurdität ihrer Idee eines selbständigen baskischen Staates zu beweisen. ... Er sei dann nur noch als "schmutziger Kapitalist" behandelt worden. Das Zweite Deutsche Fernsehen habe all dies aus dem Gespräch mit ihm herausgeschnitten und nur den Satz stehenlassen, er könne seine Entführer nicht hassen. (Stuttgarter Zeitung 11.2.1971, von Korrespondent Dieterich =  dch.)

Leider fehlt uns eine Notiz über das Urteil. Höchstwahrscheinlich wurde aber kein Todesurteil verhängt, wie aus einer Bemerkung im "Deutschen Studenten-Anzeiger" vom Januar 1971, "daß die Begnadigung als großer Sieg der Baskenbewegung gefeiert wurde", sowie aus nachstehendem Zeitungsbericht hervorgeht:

Um den Kriegsgerichtsprozeß von Burgos ist es still geworden. Die Verurteilten wurden in verschiedene Gefängnisse fern den Baskenlanden eingeliefert. (Stuttgarter Zeitung 30.3.1971)

 

Schnappschüsse 1972 - 2002

Fabrikant entführt. Basken drohen mit Mord. (tz, München, 20.1.1972)

Suche nach Attentätern von Saragossa. Französischer Wahlkonsul Roger Tour durch Brandsatz schwer verletzt. Gegen schlechte Behandlung baskischer Einwanderer in Frankreich protestieren Mitglieder der "anti-rassistischen Front" in Brüssel. (SZ 4.11.1972)

 

Navarra no es Euzkadi, porque éste no existió jamás. Euzkadi es un mito. Navarra, Viejo Reino, con sus monarcas propios, con sus Cortes, Tribunales, moneda y fronteras, no podrá formar parte de ese ente político fruto de la demencial imaginación de algunos vizcainos y guipuzcoanos que tienen (es lógico) una santa envidia a lo que Navarra fue e a y lo que Navarra quiere recuperar. En toda Navarra la población vasco parlante apenas llega al 3 por 100. ( Carta de Ignacio R., Pamplona, al editor de Blanco y Negro, Madrid, 30.11.1977

 

"Navarra no es España" Según los concejales de Herri Batasuna en el Ayuntamiento de Pamplona. Osteriz, de HB, afirmó: "No somos españoles y decirnos españoles es insultarnos" La coalición "abertzale" votó en contra de una moción contra el terrorismo. - ... Si el Señor Zabaleta no es español, ? a qué espera la autoridad para requerirle la correspondiente documentación y en caso que no pueda exhibirla, proceder a la oportuna aplicación de la ley. "O acabamos nosotros con ellos o ellos acabarán con nosotros." (El Alcázar, 16-8-1979)

 

ETA-Massaker verhindert. Terroristen wollten Gebäude mit 300 Soldaten sprengen. Sprengstofftunnel von 87 Meter Länge unter einem Komplex von Militärwohnungen in Barcelona. (Dolomiten 26.10.1979)

 

El vicealmirante Fausto Escrigas (Madrid) y un subcomisario de Policía (Vitoria), asesinados por ETA. (Ideal, Granada, 30.7.1985)

 

Euskadi - Das Land der Basken. Eine Reise in Geschichte und Politik des freiheitsliebenden Volkes. Gerechter Friede ist im Baskenland bis heute noch nicht eingekehrt, mit Fortsetzung der Fremdbestimmung gehen gewaltsamer Widerstand und dessen Folgen Hand in Hand: Tod, Verfolgung und Gefangenschaft. In den von Spanien besetzten Baskenprovinzen wurden rund 500 ETA-Aktivisten gefangengenommen, die bis heute ihre Strafen unter teilweise unmenschlichen Bedingungen (Folter, Isolationshaft) in den berüchtigtsten Gefängnissen auf den Inseln verbüßen, dazu kommen die über 50 ETA-Gefangenen in französischen Straflagern. -  Von den sieben steinernen Sitzen de Tempels im Schatten des Baumes von Gernika (Guernica) aus pflegten die baskischen Führer Gesetze zu erlassen und Recht zu sprechen. ... Europa ist nicht nur historisch, sondern vor allem rechtlich und moralisch verpflichtet, den Basken alle jene Strukturen zurückzugeben oder neu zu schaffen, die ihre Identität garantieren, damit dieses liebenswerte und leidgeprüfte Volk endlich zu gerechtem Frieden kommt und als wertvoller Partner in der Gemeinschaft gleichberechtigter Völker seinen ganz besonderen Beitrag zu leisten vermag. (Eva Klotz, in: Dolomiten, Bozen, 30.6.1990, Seite 43 Minderheiten)

 

ETA: Erst Gewalt - dann  Politik. Seit Jahrzehnten verbreitet "Euskadi ta Askatasuna" in Spanien Angst und Schrecken. Die Basken müssen in den Jahren der Diktatur des Caudillo hart für ihren Widerstand bezahlen. Es wird ihnen verboten, ihre Traditionen und Bräuche auszuüben und ihre Sprache zu sprechen. Erste radikalnationale Organisation: "Jagi - Jagi - erhebe dich!" Zu Beginn der fünfziger Jahre macht sich die junge Generation des Partido Nacional Vasco (PNV) selbständig und gründet eine Gruppierung namens EKIN (= handeln). Diese Gruppe gründet schließlich am 31. Juli 1959 die terroristische Einheit ETA. Zu Beginn erklärt sich die Gruppe als antimarxistisch und orientiert sich an Sabino Arana, dessen Weltbild von Xenophobie und Radikalismus geprägt ist. Seiner Meinung nach sind die Basken ein von Gott auserwähltes Volk. Baske sein bedeute in der Nähe Gottes sein, und er ist der Überzeugung, die Basken stammen direkt von Tubal, einem Enkel Noas ab. 1952 veröffentlicht ein französischer Baske, Frederico Krutwig, sein Werk "Vasconia", das sich als "Bibel" der radikalen Rechten herausstellt. "Jagi -Jagi", die rassische Weltsicht Aranas und Krutwigs Werk sind die drei Wurzeln der ETA.  Der sechste Zweig der ETA wurde der wichtigste: der militärische. Hinwendung zum Marxismus in der zweiten Hälfte der sechziger Jahre. Beim fünften Treffen vertritt die Organisation die Auffassung, die herrschende Klasse im Baskenland, d.h. die reichen Unternehmer, gehörten nicht zum spanischen Volk, sondern zur spanischen Oligarchie. (Anmerkung: eine interessante Argumentation auch im Hinblick auf andere Minderheiten) Mord an Carrero Blanco mittels Autobombe am 20.12.1973. Die Affäre GAL. In den 38 Jahren ihres Bestehens verschuldete die ETA den Tod von über 800 Menschen.  (Markus Warasin in: Dolomiten, Bozen, 19.2.1997, Seite 32 Minderheiten)

 

"Der Staat wird niemals einer Terrororganisation einen Waffenstillstand erklären." Innenminister Jaime Mayor Oreja im TV-Sender "Antena 3" (Dolomiten 19.9.1998, dpa)

 

Im September 1998 kündigte die ETA einen "unbegrenzten und bedingungslosen Waffenstillstand" an. Es begann ein indirekter Dialog mit der spanischen Regierung, bis die ETA die Waffenruhe im Dezember 1999 nach 14 Monaten für beendet erklärte. (Dolomiten, Bozen,  9.8.2000 AFP/APA)

 

La nueva generación de ETA: hijos de la impunidad de la época Atucha. No pocos niños y adolsecentes han respirado durante veinte días una atmósfera viciada, cargada de apología a ETA. Exaltación etarra. Dignidad frente a odio. Una niña en el cementerio: Todavía no ha cumplido un año,  es rubia, y sobre los hombros de su padre asiste en el homenaje que se rinde en Derio al etarra Urko Gerrekabeitia.  El sello de ETA en la Iglesia. Impunidad en las "Txoznas" (casetas) con símbolos paraterroristas, las consignas a favor de la "kale borroka", de los pistoleros, demanada de amnistía para los etarras... Todo ello con la impunidad que permiten las instituciones. (ABC, Madrid, domingo 27-8-2000)

 

ETA erschießt den konservativen spanischen Kommunalpolitiker José Luis Ruiz Casado (42, PP), Vater von zwei Kindern, vor seiner Wohnung in Sant Adria del Besos. Das Attentat dürfte ein Racheakt der ETA für die Festnahme von 17 mutmaßlichen ETA-Aktivisten gewesen sein. Die französische Polizei hatte unter anderen die angebliche "Nummer eins" der ETA, Ignacio Gracia Arregui, in Haft genommen und wichtige Bombenwerkstätten und Sprengstoffdepots ausgehoben. (Dolomiten 22.9.2000 dpa)

 

Eine ähnliche Serie wird irgendwann einmal über den Südtiroler Freiheitskampf veröffentlicht.

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