ETIKA

INDIEN

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19.12.1999 – 5.2.2008

5IN442

FIDES: Hilfe zur Selbsthilfe in Bangalore

Aus einem Rundschreiben, ohne Verfasserangabe, vermutlich von Dr. Haidi Romen. Aktualisiert

FIDES heißt Hoffnung
Ein Partnerschaftsprojekt in Bangalore / Indien

FIDES = Family Integral Development Education Scheme (Integriertes Familienentwicklungsprogramm) ist ein Hilfsprojekt für die Armutsviertel in der südindischen Stadt Bangalore und den umliegenden Dörfern.

Beispiel für ein Projekt: In einem Trainingszentrum in Bangalore werden Näh- und Stickkurse für Frauen abgehalten. Die Teilnehmerinnen kommen aus den ärmsten Familien.

FIDES hilft ihnen auf dreierlei Weise:

1.    werden die Kurse kostenlos angeboten

2.    bekommen die Teilnehmerinnen einen Spesenersatz täglich, damit sie ihrer Familie trotzdem ein warmes Essen garantieren können und den Verdienstausfall kompensieren

3.    wird ihnen nach erfolgreichem Abschluß des Kurses eine Arbeitsstelle garantiert.

FIDES ist ein Projekt zur Selbsthilfe. Hier wird nicht geschenkt, sondern gearbeitet.

Was wird alles getan?

Werdende Mütter werden in Hygiene- und Erziehungsfragen beraten, Säuglinge ordentlich versorgt, Kinder von der Straße geholt und in den Kindergarten oder eine Schule geschickt, Jugendliche bekommen eine Ausbildung und eine Hilfe bei der Arbeitssuche. Frauen werden unterrichtet, damit sie ihren Kindern bei den Schulaufgaben helfen können.

Auch die Trunksucht, die in den Slums weit verbreitet ist, wird bekämpft.

Dann wird den Leuten beigebracht, etwas von dem verdienten Geld zur Seite zu legen, um für Notfälle gewappnet zu sein. Wer etwas gespart hat, kann sich bei FIDES einen günstigen Kredit besorgen und damit einen eigenen kleinen Laden oder Handwerksbetrieb eröffnen.

Bauern werden mit Landwirtschaftsprogrammen vertraut gemacht. Ihre Frauen werden zum Gemüse- und Champignonanbau angehalten. Weiters werden Kurse zum Einkochen von Marmelade und zum Konservieren des Gemüses angeboten, Wasserquellen erschlossen, um die Felder zu bewässern, Kredite für den Saatgutankauf vergebe und, und, und.

Schwester Nancy hat die Aufsicht

Das Projekt wird von den katholischen Salesianerschwestern in Bangalore betreut. Leiterin von FIDES ist Schwester Nancy Pereira, eine indische Ordensfrau, die in Europa zur Sozialassistentin ausgebildet wurde. Sie leitete jahrzehntelang ein Waisenhaus in Pallikonda und "räumte den Slum von Madras auf". Dafür wurden sie auch von der indischen Regierung ausgezeichnet und vom Erzbischof als "Champion of the poor", als ein Engel der Armen geehrt. Sie hat 18 Mitarbeiterinnen, alles Einheimische.

Alle Spendengelder kommen zur Gänze nach Indien. Es entstehen keine Verwaltungsspesen. Bei uns dürfen Hilfsorganisationen bis zu 20 Prozent der Spendengelder für Verwaltungszwecke ausgeben und gelten laut Gesetz trotzdem noch als gemeinnützig. In Bangalore gibt es Verwaltungsangestellte. Aber das sind Einheimische. Menschen, die einen Arbeitsplatz dringend nötig haben. Damit sind folglich die Verwaltungskosten eine Art von Entwicklungshilfe.

Schwester Nancy gibt Bettlern auf der Straße allgemeinen nichts, denn sie sagt: "Wenn ich Geschenke verteile, lernen die Menschen nur, die Hand aufzuhalten und zu betteln. Ich aber möchte sie zu verantwortungsbewußten Bürgern erziehen."

In Indien kann eine sechsköpfige Familie mit einem Euro einen Tag lang leben. Das erscheint vielen Europäern unglaublich. Es wird erst begreiflich, wenn man einen Blick in indische Hütten tun kann. Dort gibt es weder Möbel noch einen Herd, und alles, was auf den kargen Tisch kommt, ist eine Handvoll Reis mit einer Pfefferschote.

Spenden erbeten an:

Verwendungszweck: Sr. Nancy Pereira, Bangalore, FIDES