ETIKA

Völkerverständigung

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18.12.2002

5KUR5G
= 58B74

Als Deutsche den Kurden zur Freiheit verhelfen wollten (VII)

Wir danken Gottfried Müller für die freundliche Erlaubnis vom 9.10.2002, den Text im Internet zu verbreiten

Teil 1 Unternehmen Mammut

Teil 2: Das Hohe Lied der Treue. Es heißt: Ramzi Naafi Raschid
Teil 3: Mit Ramzi nach Erbil
Teil 4 Die Schmugglerbande
Teil 5 Maadi
Teil 6 Als Gottfried Müller starb
Teil 7 In Bagdad (nachstehend)

 

In Bagdad – Gebet für Ramzi und Kurdistan

 

(144) Eines Abends wird meine Zellentür aufgerissen; der Wachtposten bleibt an der offenen Tür wartend stehen. Dann kommt ein Offizier und bringt Zivilkleidung, die ich anziehen soll. Was soll denn das bedeuten? Sollte ich jetzt doch noch...? Man führt mich vor das Verhörlager hinaus.

 

Dann geht es in einem Auto durch den Ort Maadi und durch Kairo. Ich sitze wie benommen zwischen den Wächtern und weiß nicht, wie mir geschieht, noch wohin es gehen soll.

 

Da sind Lichter und Menschen! Menschen! Ich habe beinahe vergessen wie der "Bruder" Mensch aussieht. Das ist trotz der bedrückenden Ungewißheit über mein Schicksal einer der allerglücklichsten Tage meines Lebens gewesen, als ich wieder Menschen sah.

 

Ich komme in ein "besseres" Gefängnis. Erhalte Essen. Nach so langer Zeit darf ich wieder auf einem weißen Teller und mit Messer und Gabel essen. Bisher erhielt man seinen "Fraß" auf rostigen Blechtellern.

 

Am andern Morgen werde ich wieder auf einen Flugplatz gebracht und aufs Neue irgendwohin geflogen. . . Schließlich landen wir auf einem Wüstenflugplatz und nach einer Stunde Fahrt sehe ich Bagdad vor mir. Vor einer arabischen Polizeistation wird gehalten - und ich werde der Regierungsgewalt des Staates Irak zurückgegeben.

 

Anscheinend betrachtet mich der Irak als "seinen" Gefangenen und übergab mich den Engländern nur leihweise, eben zu einem hochnotpeinlichen Verhör, und dies ist letztlich der Grund, daß der Tommy mich nicht aufhängen konnte. Bald stelle ich auch fest, dass die Gefahr des Todes von Seiten des Irak ziemlich vorbei ist, obwohl der Krieg immer noch andauert.

 

Man behandelt uns nunmehr als "Internierte". Dies drückt sich darin aus, daß uns in einem neuerbauten Viertel Bagdads ein für orientalische Begriffe ordentliches Haus eingerichtet wird. Nach der langen Haft in Ägypten ist das das Köstlichste, daß ich mich wieder sattessen kann. Noch bin ich in (146) Einzelhaft und das Zimmer ist klein. Zu meiner Freude entdecke ich bald, daß meine deutschen Kameraden auch hier sind. Sie dürfen wegen des geistigen Zusammenbruchs des Einen beieinander sein, für den Gesundgebliebenen eine ungeheure Belastung. Nur Ramzi fehlt noch.

 

Wann hatte ich ihn das .letztemal gesehen? Es war im Verhörlager von Maadi. Zwei kleine Plätze, in denen die "fortgeschritteneren" Gefangenen herumgehen durften, waren durch eine hohe Sackleinwand voneinander getrennt, so daß einer den andern nicht sehen konnte. Nun geschah es aber einmal, daß die Sonne derart auf den Rupfen (Anmerkung etika.com: laut Duden Jutegewebe) fiel, daß der andere Teil des Platzes hell beleuchtet war.

 

Da sah ich einen zusammengebrochenen Menschen im Schneckentempo auf und ab gehen; schmalbrüstig, gesenkten Hauptes und mit ganz, ganz dünnen Ärmchen. . . Haut schlohweiß, ein Zeichen, dass jener monatelang in der Zelle gesessen hatte.

 

Da kehrte sich jenes arme menschliche Wrack um und kam auf mich zu. Ein Schrei des Entsetzens blieb mir in der Kehle stecken: Ramzi! Du armer Kerl! Was haben sie mit dir getrieben. ..

 

Ich verstehe und lasse meinen Tränen freien Lauf. Der gute Gott, den du Allah nennst, segne dich und errette dich aus der furchtbaren Not, in der du jetzt  bist. Das Verhör hatte auch ihm den Geist umnachtet.

 

 

Einige Wochen nach unserer Ankunft in Bagdad verrät mir der Wächter, daß Ramzi nun auch da sei. Er habe einen Raum für sich allein. Gleichzeitig vernehme ich, daß mein deutscher Freund, der Kranke, zur Behandlung weggekommen sei. Du liebe Zeit! Der Orient ist nicht Europa und gerade die Behandlung derart schwieriger Dinge traue ich einem dortigen Arzt ganz und gar nicht zu. Da wird nur noch mehr verdorben. Eher glaube ich, daß ich selbst dazu beitragen könnte, den Zustand (147) zu bessern. Man gibt mir keine Auskunft, was mit dem Freunde los ist.

 

So trete ich in den Hungerstreik, aber in den absoluten und nehme weder Speise noch Trank zu mir. Das kann ein Orientale nicht gebrauchen; das ist eine Waffe, der er hilflos gegenübersteht: So bittet mich der wachhabende Polizeioffizier eindringlichst, ich soll doch den Streik aufgeben. Der Kamerad sei in bester Behandlung. Ich verlange zu ihm gebracht zu werden, schließlich wird mir dies für den nächsten Tag fest versprochen.

 

Aber das Versprechen eines Orientalen hat leider oft nicht viel Wert. Bei diesem Urteil muß ich allerdings die Beduinen und ähnliche Stämme, die ausgeprägte Ehrbegriffe haben, ausschließen. Vom Morgen wurde ich auf den Abend und von einem Tag auf den nächsten vertröstet. Inzwischen war die Erlaubnis gekommen, daß ich mit den anderen Freunden tagsüber zusammen sein dürfte. Was war das für ein Wiedersehen!

 

Ramzi hatte sich erfreulicherweise fast gänzlich von seiner Umnachtung erholt. Wie rührend sich der gute Kurde beim ersten Wiedersehen verhielt, habe ich schon erzählt.

 

"Never mind, Herr Kommandant, never mind" hatte er geantwortet, als ich seine Verzeihung erbat.

 

Rückschau auf Seite 119:

Ich fürchtete mich ein Jahr später vor dem Wiedersehen. Mein schlechtes Gewissen sagte mir: Ramzi wird dir wie ein Tiger an die Gurgel springen und dich erdrosseln... Mich aber werden sie wie einen räudigen Hund verscharren. „I´m sorry, Ramzi!“ brachte ich heraus; als ich ihn ... wiedersah: „Es tut mir leid!“ – und er antwortete gütig, freundlich, ausgeglichen mit Gott und der Welt: „Nevermind, Herr Kommandant, nevermind!“ – „Macht nichts aus, denke nicht daran, vergiß es!“ Mir stiegen die Tränen in die Augen, und ich stand fassungslos vor soviel Treue da. Er wollte mich nicht beschämen und tat, als sähe er es nicht...

 

(weiter 147) Für ihn war es "Kismet" (Schicksal) gewesen und es gab nichts zu entschuldigen. Wir hörten, daß der kranke Kamerad in Fesseln liege, ein Polizist, der das Essen brachte, hatte es angedeutet. Das war nun zuviel für mich und ich fastete wieder.

 

Gleichzeitig gaben die Freunde laufend Auskunft über mich an die Bewachung, nämlich daß sich mein Zustand verschlechtere. Sicher haben sie enorm aufgeschnitten, (148) obwohl es nicht leicht ist, in der heißesten Jahreszeit auf Trinken zu verzichten. Äußerster Wille und absolute Ruhestellung von Körper und Geist ermöglichten es mir. Nach drei Tagen wurde uns zugesagt, daß der behandelnde Arzt zu uns käme, um uns eingehend über Zustand und Behandlungsmethoden zu unterrichten. Ich gab die Resistenz auf, erklärte aber ausdrücklich, daß ich den Hungerstreik fortsetzen würde, falls ich wie der betrogen würde. Dann würde es aber gefährlich.

 

Tatsächlich erschien am anderen Morgen ein Arzt, sah europäisch aus und redete uns in gemütlichem Wiener Dialekt an. Ein emigrierter Jude. Er hatte im Zentrum von New York ein Sanatorium für mentale Störungen geleitet, kam dann aber als amerikanischer Militärarzt mit der Truppe nach Bagdad, arbeitete dort hauptsächlich aus Propagandagründen zugunsten der USA am Regierungshospital mit und hatte enorme Erfolge. Somit kam unser Freund in die damals modernste Behandlung und ausgerechnet in die Hand des größten Deutschen-Feindes: Einem Judenemigranten, der aber völlig als Arzt arbeitete und unsern Freund ohne Haß behandelte. Die Erläuterungen des Arztes befriedigten uns, und wir hofften alle, daß der Erfolg nun auch tatsächlich eintreten würde.

 

Nach etwa 14 Tagen kam ein blasser, aufgedunsener Mann vom Hospital zurück, teilnahmslos und mit stierem Blick saß er da; unser Freund. Nun bemühten wir uns mit Liebe und Energie, ihn an seiner Umgebung wieder zu interessieren. Er saß da, sah einen beim Gespräch an. Nach Beendigung eines Satzes aber merkte man, daß er nichts verstanden hatte.

 

Eine Idee kam mir: Wenn ich ihn dazu bringen (149) könnte, kleinere oder größere Gedichte auswendig zu lernen!? Das half, wenn auch nur nach gemeinsamer langer Mühe und Ausdauer. Schließlich kam es doch soweit, daß der Geist nicht immer wieder zurücksank in die Nacht, sondern "bei der Sache" blieb. Natürlich durfte man keinen Vergleich zu dem Freund von früher ziehen, dem robusten, humorvollen, lebensfrohen, einsatzbereiten Mann. Aber das Schlimmste war überwunden. Gott sei Dank!

 

Der Aufenthalt in Bagdad wäre erträglich gewesen, wenn wir nicht zu viele Wächter um uns herum gehabt hätten. Stets waren um das Haus, in den Gängen und vor den Türen insgesamt 30-40 Polizisten, die täglich gewechselt wurden. Dieses Wachkommando war für die Leutchen jedesmal die Gelegenheit, sich ausgiebig alle möglichen Geschichten zu erzählen, und Orientalen pflegen dies in einer sehr lauten Weise tun.

 

Wir Gefangenen dagegen saßen in unseren vier Wänden, mit den Nerven reichlich herunter und litten tagsüber unter der Hitze und Unruhe, dazu konnte man die ganze Nacht nicht schlafen, weil die Polizisten dauernd Krach machten.

 

Mit der Zeit war es nicht auszuhalten, und ich war drauf und dran, bei Gelegenheit eines Sandsturmes zu entfliehen. Ich hätte nichts weiter getan, als mich in eine neutrale Gesandtschaft begeben, um dort zu bitten, man möge doch für meine Kameraden und mich beim irakischen Gouvernement Fürsprache einlegen, damit wir wenigstens unsere Nachtruhe hätten.

 

Von einem der Wächter hörten wir etwas Interessantes über die Gegend, in der wir abgesetzt werden sollten. Dabei kam uns aufs Neue die ganze Tragik unseres gescheiterten Unternehmens zum Bewußtsein.

 

(150) Ganz genau in jenem Gebiet war wiederum ganz genau zur selben Zeit, da wir nach Kurdistan flogen, ein kurdischer Aufstand gegen Araber und Engländer, die Feinde der Kurden, ausgebrochen. Nun wäre es, wenn alles programmgemäß verlaufen wäre, folgendermaßen gegangen: Wir wären genau in .den Aufstand hineingesprungen. Mit unseren Kenntnissen der Organisation, der Waffen, mit unserem Material, das wir mit uns führten und das wir per Funk und unserem Nachschubflugzeug laufend und in größtem Stile hätten kommen lassen können, wären wir den Aufständischen wie gerufen gekommen.

 

Hatten wir nicht alles bestens vorbereitet gehabt? Stand nicht damals ein eigenes Flugzeug in der Heimat bereit, um uns Nachschub zu bringen, sobald Funkverbindung aufgenommen und ein Landeplatz für die Maschine hergerichtet gewesen wäre?

 

·        Doch vor allem hätten wir den Kurden das geben können, was ihnen bisher immer fehlte, und wodurch in jenem Land jeder Aufstand schließlich zusammenbrach: Es fehlt das für alle Kurden gemeinsame Ziel: Ein einiges, gesamt freies Kurdistan. (Anmerkung etika.com: Heute ist es nicht anders, und die gestern, 17.12.2002 in London „erfolgreich“ beendete Konferenz der irakischen Opposition gegen Saddam Hussein mit maßgeblicher kurdischer Beteiligung durch Barsani und Talabani führt eher von diesem Ziel der kurdischen Freiheit weg.) Es versucht zwar hier mal ein Stamm und dann dort wieder einer, seine Freiheit zu erringen, aber zu einer Gesamterhebung kann es wegen der Eigenart der stammlichen und feudalen Konstruktion nicht kommen.

 

Es würde auch nie für längere Zeit irgendein Fürst als Oberhaupt des gesamten Kurdistan anerkannt, da wären schon wieder zu viele Neider. Der einzige Groß-Fürst, der einmal ein größeres Gebiet zusammengeschlossen und unabhängig gemacht hatte, war Scheich Mahmud. Zwar gilt er heute noch als "König der Kurden", aber sein Einflußbereich ist auf irakischen Boden begrenzt, während das ganze kurdische Gebiet noch weit nach Persien und ,in die Türkei hineinreicht. Wir hätten sagen können:

 

"Erhebt Euch Alle! Wir (151) führen Euch zum Ziel! Kurdistan, ganz Kurdistan soll frei sein! Wir helfen Euch, Ihr helft uns. Eine einfache Rechnung, bei der jeder seinen Vorteil hat."

 

Nun, wir wissen, daß es nicht so hat sein sollen. Es sollte der Orient nicht aufflammen zugunsten Deutschlands und doch wäre er beinahe aufgeflammt! Es sollte unser Unternehmen nicht gelingen, wie auch Deutschland scheinbar den Krieg nicht gewinnen durfte.

 

Beim Ausbruch des Aufstandes wurde damals auch unser Wachoffizier mit seiner Polizeiabteilung in jenes Gebiet geschickt. Es dauerte Monate, bis der Aufstand zu Ende war. Solange eben, bis die Kurden ihre Munition verschossen hatten. Nachschub kam keiner und da zogen sie sich wieder in ihre Berge zurück. Die Polizei war darüber heilfroh, denn sie hatte mächtig Angst vor jenen Meisterschützen und Banditen. Aber, als sie außer Schußweite war, berichtete sie von ihren Kämpfen und ihren Siegen, daß sich die Balken bogen.

 

Unter der Hand hörten wir jedoch, wie es mit unserem Polizeioffizier in Wirklichkeit gewesen war: Draußen in den Bergen war ihm das Herz eine Etage tiefer gerutscht. Er war so aufgeregt, daß selbst die aufständischen Kurden davon hörten. Sie machten sich nun den Spaß (die Kurden haben Humor) und fingen ihn eines Nachts aus seinen Leuten heraus und nahmen ihn mit. Dann zogen sie ihn splitternackt aus und ließen ihn in diesem Kostüm - dies aber am hellichten Tag - zu seiner Abteilung zurückkehren.

 

Ramzi wachte von Tag zu Tag mehr auf. Tagsüber durften wir zusammen sein und so erzählten wir uns gegenseitig viele Geschichten. Am meisten aber liebten wir es, wenn Ramzi von seiner Heimat berichtete. Kurdistan, (152)  das ich doch schon seit Jahren kennen und lieben gelemt habe, erstand vor mir durch diesen edelsten Sohn des Landes aufs neue.

 

Er erzählt von Sitten und Gebräuchen in den verschiedenen Stämmen, von Fehden und Heldentaten, von Religionen und Sekten, von Bodenschätzen und von den Möglichkeiten - - - und da sind wir mitten drin im Thema Nummer eins: Aufbau Kurdistans. Wir machen Pläne und Berechnungen, forsten hier auf und legen dort Straßen an. Da muß ein Elektrizitätswerk hin, dort eine Stadt, ein wirtschaftliches und kulturelles Zentrum erstehen.

 

Untermalt wird diese glückliche Zeit des Zusammenseindürfens durch einen Kurden, der durch irgendeinen Umstand zur Polizei gekommen war. Er wollte Ramzi einen Gruß aus der Heimat bringen und spielte unten im Hof, in einer Ecke kauernd, stundenlang kurdische Liebes- und Heldenlieder. Er spielte sie auf einer kurdischen Hirtenflöte, die ganz merkwürdig geblasen wird. Der Spieler kann ohne weiteres eine halbe Stunde lang blasen, ohne abzusetzen. Auch gehen die Töne ununterbrochen ineinander über. Es gibt also keine einzige Pause, bei der der Mann absetzen und Luft einatmen könnte. Und dennoch spielt und spielt er, eine Technik, hinter die ich noch nicht gekommen bin.

 

Dem europäischen Ohr fällt es schwer, sich an türkische oder arabische Musik zu gewöhnen,  da diese für unser Gefühl überaus atonal, also unmelodisch ist. Dies kommt besonders auch durch die verwendeten nicht nur halben, sondern auch Viertels- und Achtels-Zwischentöne.

 

Hören wir dagegen kurdische Musik, so fühlen wir uns gleich von ihr angesprochen. Sie ist zwar etwas anders als die unsrige, aber wir fühlen, daß gewisse Zusammenhänge bestehen, sind doch die Kurden, genau wie wir Europäer, Indogermanen.

 

(153) Auch die kurdische Sprache ist der unsrigen verwandt, während die arabische Sprache keinerlei Anklänge an deutsch hat.

Kurdisch "Da" heißt auf deutsch „Ja“; no = nein; Mader heißt Mutter und pedar = Vater (Abu ist vom Arabischen entlehnt).

 

Wenn der kurdische Polizist seine Hirtenflöte blies, dann saß Ramzi tief in sich versunken da und träumte von den wilden kurdischen Bergen und armseligen Dörfern, - es waren ja doch seine Berge und seine Dörfer, seine Brüder und Schwestern, für die er Leib und Leben gewagt hatte, wohnten darin.

 

Eines Mittags stürzte er zu mir ins Zimmer und verabschiedete sich. Er käme ins irakische Gefängnis.

 

Ich konnte ihm nur noch rasch und fest die Hand drücken, ihm tief .in die Augen sehen - dann war er fort.

 

"Gott segne und behüte und begleite dich, Ramzi", rief ich ihm aus heißem Herzen heraus nach.

 

Viel später hörte ich, daß Ramzi wegen Hochverrats von einem irakischen Kriegsgericht zu 20 Jahren Zuchthaus verurteilt wurde.

 

Noch viel mehr erschütterte mich die Nachricht, dass der liebe Freund wieder in die geistige Umnachtung zurückgesunken sei.

 

Ramzi wurde sicherlich nach Kriegsende sofort begnadigt und durfte in seine Heimat zurückkehren. Seine Tat war seinerzeit in aller Kurden Munde, und wenn auch sein Plan, Kurdistan selbständig zu machen, damals nicht gelang, so wußten dennoch alle Kurden darum. Vom ersten Augenblick an galt er als der kurdische Volksheld, dessen Absichten in allen Teilen des Landes besungen werden.

 

Mit der Freiheit wird auch die Gesundheit wieder (154) gekommen sein. Ich habe oft für Ramzi, meinen Freund und „Blutsbruder“, Gott gebeten, Er möge ihm seine Gesundheit wiedergeben.

 

etika.com: Auch wir, alle Menschen deutscher Zunge, die dies lesen, beten jetzt für Ramzi und das Volk Marah Durimehs, die stolzen und tapferen Kurden: Gott, erbarme Dich Ramzis und der Kurden. Gib ihnen Freiheit! Möge der Engel Kurdistans sie zu Dir in Deine Herrlichkeit führen!

 

Möge es  mir auch vergönnt sein, den lieben Freund bald einmal wiederzusehen. Dann werden wir über Kurdistan sprechen und von seiner Freiheit träumen.

 

(Anmerkung: Macht es das Internet möglich? Unsere Adresse: aihs@etika.com )

 

Fortsetzung: Im Heiligen Land

 

Friede auf Erden allen Menschen, die guten Willens sind!

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