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ETIKA |
Völkerverständigung |
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5KUR5G |
Als
Deutsche den Kurden zur Freiheit verhelfen wollten (VII) |
Wir danken
Gottfried Müller für die freundliche Erlaubnis vom 9.10.2002, den Text im
Internet zu verbreiten |
Teil 2: Das Hohe Lied der Treue.
Es heißt: Ramzi Naafi Raschid
Teil 3: Mit Ramzi nach Erbil
Teil 4 Die Schmugglerbande
Teil 5 Maadi
Teil 6 Als Gottfried Müller
starb
Teil 7 In Bagdad (nachstehend)
In Bagdad – Gebet für Ramzi und
Kurdistan
(144)
Eines Abends wird meine Zellentür aufgerissen; der Wachtposten bleibt an der
offenen Tür wartend stehen. Dann kommt ein Offizier und bringt Zivilkleidung,
die ich anziehen soll. Was soll denn das bedeuten? Sollte ich jetzt doch
noch...? Man führt mich vor das Verhörlager hinaus.
Dann geht
es in einem Auto durch den Ort Maadi und
durch Kairo. Ich sitze wie benommen zwischen den Wächtern und weiß nicht, wie
mir geschieht, noch wohin es gehen soll.
Da sind Lichter und
Menschen! Menschen! Ich habe beinahe vergessen wie der "Bruder"
Mensch aussieht. Das ist trotz der bedrückenden Ungewißheit über mein Schicksal
einer der allerglücklichsten Tage meines Lebens gewesen, als ich wieder
Menschen sah.
Ich komme in ein
"besseres" Gefängnis. Erhalte Essen. Nach so langer Zeit darf ich
wieder auf einem weißen Teller und mit Messer und Gabel essen. Bisher erhielt
man seinen "Fraß" auf rostigen Blechtellern.
Am andern Morgen werde
ich wieder auf einen Flugplatz gebracht und aufs Neue irgendwohin geflogen. . .
Schließlich landen wir auf einem Wüstenflugplatz und nach einer Stunde Fahrt
sehe ich Bagdad vor mir. Vor einer arabischen Polizeistation wird gehalten -
und ich werde der Regierungsgewalt des Staates Irak zurückgegeben.
Anscheinend betrachtet
mich der Irak als "seinen" Gefangenen und übergab mich den Engländern
nur leihweise, eben zu einem hochnotpeinlichen Verhör, und dies ist
letztlich der Grund, daß der Tommy mich nicht aufhängen konnte. Bald stelle ich
auch fest, dass die Gefahr des Todes von Seiten des Irak ziemlich vorbei ist,
obwohl der Krieg immer noch andauert.
Man behandelt uns
nunmehr als "Internierte". Dies drückt sich darin aus, daß uns
in einem neuerbauten Viertel Bagdads ein für orientalische Begriffe
ordentliches Haus eingerichtet wird. Nach der langen Haft in Ägypten ist das
das Köstlichste, daß ich mich wieder sattessen kann. Noch bin ich in (146)
Einzelhaft und das Zimmer ist klein. Zu meiner Freude entdecke ich bald, daß
meine deutschen Kameraden auch hier sind. Sie dürfen wegen des geistigen Zusammenbruchs
des Einen beieinander sein, für den Gesundgebliebenen eine ungeheure Belastung.
Nur Ramzi fehlt noch.
Wann hatte ich ihn das
.letztemal gesehen? Es war im Verhörlager von Maadi. Zwei kleine Plätze,
in denen die "fortgeschritteneren" Gefangenen herumgehen durften,
waren durch eine hohe Sackleinwand voneinander getrennt, so daß einer den
andern nicht sehen konnte. Nun geschah es aber einmal, daß die Sonne derart auf
den Rupfen (Anmerkung etika.com: laut Duden Jutegewebe) fiel, daß der
andere Teil des Platzes hell beleuchtet war.
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Da sah ich einen zusammengebrochenen Menschen im Schneckentempo
auf und ab gehen; schmalbrüstig, gesenkten Hauptes und mit ganz, ganz dünnen
Ärmchen. . . Haut schlohweiß, ein Zeichen, dass jener monatelang in der Zelle
gesessen hatte. |
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Da kehrte sich jenes
arme menschliche Wrack um und kam auf mich zu. Ein Schrei des Entsetzens
blieb mir in der Kehle stecken: Ramzi!
Du armer Kerl! Was haben sie mit dir getrieben. .. |
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Ich verstehe und lasse
meinen Tränen freien Lauf. Der gute Gott, den du Allah
nennst, segne dich und errette dich aus der furchtbaren Not, in der du
jetzt bist. Das Verhör hatte auch ihm
den Geist umnachtet. |
Einige Wochen nach unserer
Ankunft in Bagdad verrät mir der Wächter, daß Ramzi nun auch da sei. Er habe
einen Raum für sich allein. Gleichzeitig vernehme ich, daß mein deutscher
Freund, der Kranke, zur Behandlung weggekommen sei. Du liebe Zeit! Der Orient
ist nicht Europa und gerade die Behandlung derart schwieriger Dinge traue ich
einem dortigen Arzt ganz und gar nicht zu. Da wird nur noch mehr verdorben.
Eher glaube ich, daß ich selbst dazu beitragen könnte, den Zustand (147) zu
bessern. Man gibt mir keine Auskunft, was mit dem Freunde los ist.
So trete ich in den Hungerstreik,
aber in den absoluten und nehme weder Speise noch Trank zu mir. Das kann ein
Orientale nicht gebrauchen; das ist eine Waffe, der er hilflos gegenübersteht:
So bittet mich der wachhabende Polizeioffizier eindringlichst, ich soll doch
den Streik aufgeben. Der Kamerad sei in bester Behandlung. Ich verlange zu ihm
gebracht zu werden, schließlich wird mir dies für den nächsten Tag fest
versprochen.
Aber das Versprechen
eines Orientalen hat leider oft nicht viel Wert. Bei diesem Urteil muß ich
allerdings die Beduinen und ähnliche Stämme, die ausgeprägte Ehrbegriffe
haben, ausschließen. Vom Morgen wurde ich auf den Abend und von einem Tag
auf den nächsten vertröstet. Inzwischen war die Erlaubnis gekommen, daß ich mit
den anderen Freunden tagsüber zusammen sein dürfte. Was war das für ein
Wiedersehen!
Ramzi hatte sich
erfreulicherweise fast gänzlich von seiner Umnachtung erholt. Wie rührend sich der gute Kurde beim
ersten Wiedersehen verhielt, habe ich schon erzählt.
"Never mind, Herr Kommandant, never mind" hatte er
geantwortet, als ich seine Verzeihung erbat.
Rückschau auf Seite 119:
Ich
fürchtete mich ein Jahr später vor dem Wiedersehen. Mein schlechtes Gewissen
sagte mir: Ramzi wird dir wie ein Tiger an die Gurgel springen und dich
erdrosseln... Mich aber werden sie wie einen räudigen Hund verscharren. „I´m
sorry, Ramzi!“ brachte ich heraus; als ich ihn ... wiedersah: „Es tut mir
leid!“ – und er antwortete gütig, freundlich, ausgeglichen mit Gott und der Welt:
„Nevermind, Herr Kommandant, nevermind!“ – „Macht nichts aus, denke nicht
daran, vergiß es!“ Mir stiegen die Tränen in die Augen, und ich stand
fassungslos vor soviel Treue da. Er wollte mich nicht beschämen und tat, als
sähe er es nicht...
(weiter 147) Für ihn war es "Kismet"
(Schicksal) gewesen und es gab nichts zu entschuldigen. Wir hörten, daß der
kranke Kamerad in Fesseln liege, ein Polizist, der das Essen brachte, hatte es
angedeutet. Das war nun zuviel für mich und ich fastete wieder.
Gleichzeitig gaben die
Freunde laufend Auskunft über mich an die Bewachung, nämlich daß sich mein
Zustand verschlechtere. Sicher haben sie enorm aufgeschnitten, (148) obwohl es
nicht leicht ist, in der heißesten Jahreszeit auf Trinken zu verzichten.
Äußerster Wille und absolute Ruhestellung von Körper und Geist ermöglichten es
mir. Nach drei Tagen wurde uns zugesagt, daß der behandelnde Arzt zu uns käme,
um uns eingehend über Zustand und Behandlungsmethoden zu unterrichten. Ich gab
die Resistenz auf, erklärte aber ausdrücklich, daß ich den Hungerstreik
fortsetzen würde, falls ich wie der betrogen würde. Dann würde es aber
gefährlich.
Tatsächlich erschien am
anderen Morgen ein Arzt, sah europäisch aus und redete uns in gemütlichem
Wiener Dialekt an. Ein emigrierter Jude. Er hatte im Zentrum von New
York ein Sanatorium für mentale Störungen geleitet, kam dann aber als
amerikanischer Militärarzt mit der Truppe nach Bagdad, arbeitete dort
hauptsächlich aus Propagandagründen zugunsten der USA am Regierungshospital mit
und hatte enorme Erfolge. Somit kam unser Freund in die damals modernste
Behandlung und ausgerechnet in die Hand des größten Deutschen-Feindes: Einem
Judenemigranten, der aber völlig als Arzt arbeitete und unsern Freund ohne Haß
behandelte. Die Erläuterungen des Arztes befriedigten uns, und wir hofften
alle, daß der Erfolg nun auch tatsächlich eintreten würde.
Nach etwa 14 Tagen kam
ein blasser, aufgedunsener Mann vom Hospital zurück, teilnahmslos und mit
stierem Blick saß er da; unser Freund. Nun bemühten wir uns mit Liebe und
Energie, ihn an seiner Umgebung wieder zu interessieren. Er saß da, sah einen
beim Gespräch an. Nach Beendigung eines Satzes aber merkte man, daß er nichts
verstanden hatte.
Eine Idee kam mir: Wenn
ich ihn dazu bringen (149) könnte, kleinere oder größere Gedichte auswendig
zu lernen!? Das half, wenn auch nur nach gemeinsamer langer Mühe und
Ausdauer. Schließlich kam es doch soweit, daß der Geist nicht immer wieder
zurücksank in die Nacht, sondern "bei der Sache" blieb. Natürlich
durfte man keinen Vergleich zu dem Freund von früher ziehen, dem robusten,
humorvollen, lebensfrohen, einsatzbereiten Mann. Aber das Schlimmste war
überwunden. Gott sei Dank!
Der Aufenthalt in
Bagdad wäre erträglich gewesen, wenn wir nicht zu viele Wächter um uns herum
gehabt hätten. Stets waren um das Haus, in den Gängen und vor den Türen
insgesamt 30-40 Polizisten, die täglich gewechselt wurden. Dieses Wachkommando
war für die Leutchen jedesmal die Gelegenheit, sich ausgiebig alle möglichen
Geschichten zu erzählen, und Orientalen pflegen dies in einer sehr lauten
Weise tun.
Wir Gefangenen dagegen
saßen in unseren vier Wänden, mit den Nerven reichlich herunter und litten
tagsüber unter der Hitze und Unruhe, dazu konnte man die ganze Nacht nicht schlafen,
weil die Polizisten dauernd Krach machten.
Mit der Zeit war es
nicht auszuhalten, und ich war drauf und dran, bei Gelegenheit eines
Sandsturmes zu entfliehen. Ich hätte nichts weiter getan, als mich in eine
neutrale Gesandtschaft begeben, um dort zu bitten, man möge doch für meine
Kameraden und mich beim irakischen Gouvernement Fürsprache einlegen, damit wir
wenigstens unsere Nachtruhe hätten.
Von einem der Wächter
hörten wir etwas Interessantes über die Gegend, in der wir abgesetzt werden sollten.
Dabei kam uns aufs Neue die ganze Tragik unseres gescheiterten Unternehmens zum
Bewußtsein.
(150) Ganz genau in
jenem Gebiet war wiederum ganz genau zur selben Zeit, da wir nach Kurdistan
flogen, ein kurdischer Aufstand gegen Araber und
Engländer, die Feinde der Kurden, ausgebrochen. Nun wäre es, wenn
alles programmgemäß verlaufen wäre, folgendermaßen gegangen: Wir wären genau in
.den Aufstand hineingesprungen. Mit unseren Kenntnissen der Organisation, der
Waffen, mit unserem Material, das wir mit uns führten und das wir per Funk und
unserem Nachschubflugzeug laufend und in größtem Stile hätten kommen lassen
können, wären wir den Aufständischen wie gerufen gekommen.
Hatten wir nicht alles
bestens vorbereitet gehabt? Stand nicht damals ein eigenes Flugzeug in der
Heimat bereit, um uns Nachschub zu bringen, sobald Funkverbindung aufgenommen
und ein Landeplatz für die Maschine hergerichtet gewesen wäre?
·
Doch vor allem hätten
wir den Kurden das geben können, was ihnen bisher immer fehlte, und wodurch in
jenem Land jeder Aufstand schließlich zusammenbrach: Es fehlt das für alle Kurden gemeinsame Ziel: Ein einiges, gesamt freies
Kurdistan. (Anmerkung etika.com: Heute ist es nicht anders, und
die gestern, 17.12.2002 in London „erfolgreich“ beendete Konferenz der
irakischen Opposition gegen Saddam Hussein mit maßgeblicher kurdischer
Beteiligung durch Barsani und Talabani führt eher von diesem Ziel der
kurdischen Freiheit weg.) Es versucht zwar hier mal ein Stamm und dann dort
wieder einer, seine Freiheit zu erringen, aber zu einer Gesamterhebung kann es
wegen der Eigenart der stammlichen und feudalen Konstruktion nicht kommen.
Es würde auch nie für
längere Zeit irgendein Fürst als Oberhaupt des gesamten Kurdistan anerkannt, da
wären schon wieder zu viele Neider. Der einzige Groß-Fürst, der einmal ein
größeres Gebiet zusammengeschlossen und unabhängig gemacht hatte, war Scheich
Mahmud. Zwar gilt er heute noch als "König der Kurden", aber sein
Einflußbereich ist auf irakischen Boden begrenzt, während das ganze kurdische
Gebiet noch weit nach Persien und ,in die Türkei hineinreicht. Wir hätten sagen
können:
"Erhebt Euch Alle! Wir (151) führen Euch zum Ziel!
Kurdistan, ganz Kurdistan soll frei sein! Wir helfen Euch, Ihr helft uns. Eine
einfache Rechnung, bei der jeder seinen Vorteil hat."
Nun, wir wissen, daß es
nicht so hat sein sollen. Es sollte der Orient nicht aufflammen zugunsten
Deutschlands und doch wäre er beinahe aufgeflammt! Es sollte unser Unternehmen
nicht gelingen, wie auch Deutschland scheinbar den Krieg nicht gewinnen durfte.
Beim Ausbruch des
Aufstandes wurde damals auch unser Wachoffizier mit seiner
Polizeiabteilung in jenes Gebiet geschickt. Es dauerte Monate, bis der Aufstand
zu Ende war. Solange eben, bis die Kurden ihre Munition verschossen hatten.
Nachschub kam keiner und da zogen sie sich wieder in ihre Berge zurück. Die
Polizei war darüber heilfroh, denn sie hatte mächtig Angst vor jenen
Meisterschützen und Banditen. Aber, als sie außer Schußweite war, berichtete
sie von ihren Kämpfen und ihren Siegen, daß sich die Balken bogen.
Unter der Hand hörten
wir jedoch, wie es mit unserem Polizeioffizier in Wirklichkeit gewesen war:
Draußen in den Bergen war ihm das Herz eine Etage tiefer gerutscht. Er war so
aufgeregt, daß selbst die aufständischen Kurden davon hörten. Sie machten sich
nun den Spaß (die Kurden haben Humor) und fingen ihn eines Nachts aus
seinen Leuten heraus und nahmen ihn mit. Dann zogen sie ihn splitternackt aus
und ließen ihn in diesem Kostüm - dies aber am hellichten Tag - zu seiner
Abteilung zurückkehren.
Ramzi wachte von Tag zu
Tag mehr auf. Tagsüber durften wir zusammen sein und so erzählten wir uns
gegenseitig viele Geschichten. Am meisten aber liebten wir es, wenn Ramzi
von seiner Heimat berichtete. Kurdistan, (152) das ich doch schon seit Jahren kennen und lieben gelemt habe,
erstand vor mir durch diesen edelsten Sohn des Landes aufs neue.
Er erzählt von Sitten
und Gebräuchen in den verschiedenen Stämmen, von Fehden und Heldentaten, von
Religionen und Sekten, von Bodenschätzen und von den Möglichkeiten - - -
und da sind wir mitten drin im Thema Nummer eins: Aufbau Kurdistans. Wir machen
Pläne und Berechnungen, forsten hier auf und legen dort Straßen an. Da muß ein
Elektrizitätswerk hin, dort eine Stadt, ein wirtschaftliches und kulturelles
Zentrum erstehen.
Untermalt wird diese
glückliche Zeit des Zusammenseindürfens durch einen Kurden, der durch
irgendeinen Umstand zur Polizei gekommen war. Er wollte Ramzi einen Gruß aus
der Heimat bringen und spielte unten im Hof, in einer Ecke kauernd, stundenlang
kurdische Liebes- und Heldenlieder. Er spielte sie auf einer kurdischen
Hirtenflöte, die ganz merkwürdig geblasen wird. Der Spieler kann ohne weiteres
eine halbe Stunde lang blasen, ohne abzusetzen. Auch gehen die Töne ununterbrochen
ineinander über. Es gibt also keine einzige Pause, bei der der Mann absetzen
und Luft einatmen könnte. Und dennoch spielt und spielt er, eine Technik,
hinter die ich noch nicht gekommen bin.
Dem europäischen Ohr
fällt es schwer, sich an türkische oder arabische Musik zu gewöhnen, da diese für unser Gefühl überaus atonal,
also unmelodisch ist. Dies kommt besonders auch durch die verwendeten nicht nur
halben, sondern auch Viertels- und Achtels-Zwischentöne.
Hören wir dagegen kurdische
Musik, so fühlen wir uns gleich von ihr angesprochen. Sie ist zwar
etwas anders als die unsrige, aber wir fühlen, daß gewisse Zusammenhänge
bestehen, sind doch die Kurden, genau wie wir Europäer, Indogermanen.
(153) Auch die
kurdische Sprache ist der unsrigen verwandt, während die arabische
Sprache keinerlei Anklänge an deutsch hat.
Kurdisch "Da"
heißt auf deutsch „Ja“; no = nein; Mader heißt Mutter und pedar
= Vater (Abu ist vom Arabischen entlehnt).
Wenn der kurdische
Polizist seine Hirtenflöte blies, dann saß Ramzi tief in sich versunken da und
träumte von den wilden kurdischen Bergen und armseligen Dörfern, - es waren ja
doch seine Berge und seine Dörfer, seine Brüder und Schwestern, für die er Leib
und Leben gewagt hatte, wohnten darin.
Eines Mittags stürzte
er zu mir ins Zimmer und verabschiedete sich. Er käme ins irakische Gefängnis.
Ich konnte ihm nur noch
rasch und fest die Hand drücken, ihm tief .in die Augen sehen - dann war er
fort.
"Gott
segne und behüte und begleite dich, Ramzi", rief ich ihm aus heißem Herzen
heraus nach.
Viel später hörte ich,
daß Ramzi wegen Hochverrats von einem irakischen
Kriegsgericht zu 20 Jahren Zuchthaus verurteilt wurde.
Noch viel mehr
erschütterte mich die Nachricht, dass der liebe Freund wieder in die geistige Umnachtung zurückgesunken sei.
Ramzi wurde sicherlich
nach Kriegsende sofort begnadigt und durfte in seine Heimat zurückkehren. Seine Tat war seinerzeit in aller Kurden Munde, und wenn
auch sein Plan, Kurdistan selbständig zu machen, damals nicht gelang, so wußten
dennoch alle Kurden darum. Vom ersten Augenblick an galt er als der kurdische
Volksheld, dessen Absichten in allen Teilen des Landes besungen werden.
Mit der Freiheit wird
auch die Gesundheit wieder (154) gekommen sein. Ich
habe oft für Ramzi, meinen Freund und „Blutsbruder“, Gott gebeten, Er möge ihm
seine Gesundheit wiedergeben.
etika.com: Auch wir, alle Menschen deutscher Zunge, die
dies lesen, beten jetzt für Ramzi und das Volk Marah Durimehs, die stolzen und
tapferen Kurden: Gott, erbarme Dich Ramzis und der Kurden. Gib ihnen Freiheit!
Möge der Engel Kurdistans sie zu Dir in Deine Herrlichkeit führen!
Möge es mir auch
vergönnt sein, den lieben Freund bald einmal wiederzusehen. Dann werden wir
über Kurdistan sprechen und von seiner Freiheit träumen.
(Anmerkung: Macht es das Internet möglich? Unsere
Adresse: aihs@etika.com )
Fortsetzung: Im Heiligen Land
Friede
auf Erden allen Menschen, die guten Willens sind!