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ETIKA |
Völkerverständigung |
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5KUR5H |
Als Deutsche
den Kurden zur Freiheit verhelfen wollten (VIII) |
Wir danken Gottfried
Müller für die freundliche Erlaubnis vom 9.10.2002, den Text im Internet zu
verbreiten |
Teil
2: Das Hohe Lied der Treue. Es heißt: Ramzi Naafi Raschid
Teil
3: Mit Ramzi nach Erbil
Teil
4 Die Schmugglerbande
Teil
5 Maadi
Teil
6 Als Gottfried Müller starb
Teil
7 In Bagdad
Eingekerkert im Heiligen Land
Mit Exkursen: Perser warteten vergeblich
auf deutschen Vormarsch – Jüdische Terroristen
(154) Kurze
Zeit, nachdem Ramzi vor das Kriegsgericht kam, wurden wir vom Engländer wieder
abgeholt und weggebracht. Diesmal alle zusammen im Flugzeug. Ueber ein Jahr
waren wir in Haft gewesen und waren froh, dass wir dieses jammervolle,
nervenzermürbende Leben hinter uns hatten.
Landung auf dem
Flugplatz Lydda in Palästina.
Dort Verfrachtung in einen Lastkraftwagen... da hält das Fahrzeug vor einem mit
einem mit riesigem Stacheldrahtverhau umgebenen großen Steingebäude... wir sind
Gefangene der Engländer.
Innerhalb des
Gebäudes ... eine Spezial-Abteilung, in der Schwerverbrecher, wie wir es sind,
eingekerkert sind. ... 14 Mann, die auf
engstem Raum zusammengepfercht vierzehn Monate lang leben müssen.
(155) ... wenn
so viele Leute auf einem so außerordentlich kleinen Raum zusammengedrängt sind,
dann ist es beim besten Willen nicht anders möglich, als dass bald einer des
andern Nase nicht mehr sehen kann.
Was taten wir
alles, um die Zeit totzuschlagen! Einer lernte vom andern, was nur möglich war:
persisch, französisch, russisch... Jeder versuchte krampfhaft, sich zu
beschäftigen. Täglich erhielten wir eine Zeitung, die „Palestine Post“. ...
„Hier, seht diese
Zeichnung an: Dieser Maulbeerbaum, dieses Hammam (Badehaus), dieser
Zypressenhain... Genau dasselbe wie hier draußen!“ Der Dicke hatte recht: Wir
waren in Emmaus.
Für mich selbst war diese Feststellung insofern merkwürdig, als ich Jahre zuvor
schon einmal (156) hier in diesem Haus war. Damals hatte ich eine Wanderung von
Jerusalem nach Emmaus gemacht. Als Gast Pater Müllers, der Superior dieses
Klosters war, weilte und speiste ich in genau denselben Räumen, wo wir jetzt
inhaftiert waren. Bei Kriegsbeginn hatten die Mönche das Kloster räumen müssen
und man hatte daraus ein Internierungslager gemacht.
Hier sperrten
die Engländer „undurchsichtige Elemente“
ein, das heißt solche Menschen, die illegal nach Palästina kamen und keiner
gegen England kriegführenden Macht angehörten, z. B. Türken, Griechen usw.
Außerdem wurden hier führende Persönlichkeiten der Araber, Drusen, Kurden usw., bei denen man
Englandfeindlichkeit vermutete, festgehalten. ...
Man kann sich
vorstellen, wie es zuging, wenn so viele verschiedenartige Menschen zusammen
waren, darunter hauptsächlich Orientalen, also Naturburschen mit den „eigenen
Gesetzen“ ihrer Heimat, der Wüste oder der Berge.
Eines Tages
fühlte sich ein Abu von einem anderen Lagerinsassen beleidigt. Er saß gerade
auf seinem Feldbett mit untergeschlagenen Beinen, die Wangen leicht gerötet,
sonst aber vollkommen ruhig.
Er klatschte in
die Hände und rief: „Hassan!“
Dann klatschte
er nochmals in die Hände und rief: “Ibrahim!“
Die Söhne kamen
gelaufen und verneigten sich, indem (157) sie die rechte Hand an Brust und
Stirn legten, vor ihrem Vater.
Dieser deutete
auf den Mann, der ahnungslos in der
Ecke saß und etwas las und den der Abu einer Beleidigung bezichtigte. Dann
sagte er nur: „Aufhängen!“
Gehorsam holten
Hassan und Ibrahim ein geeignetes Stück Stoff, drehten daraus einen Strick und
legten diesen über den Querbalken der Tür, von der das „Oberlicht“
herausgenommen war. Die Tür selbst stand sperrangelweit offen.
Dann gingen die
beiden von hinten auf den Mann in der Ecke zu. Hassan schob ihm einen Knebel in
den Mund und Ibrahim zerrte ihn zur Türe. Schon hatte er den „Strick“ um den
Hals und Hassan zog den armen Kerl hoch - - -
In diesem Augenblick
kam jedoch ein Wachtposten vorbei; er riß seine Pistole heraus und bedrohte den
verdutzten Hassan und Ibrahim; dann ließen sie den Todeskandidaten unwillig
herunter und waren traurig, dass sie den Befehl des Abu nicht hatten
pflichtgemäß ausführen können. ...
Wenn man so
lange Zeit so eng zusammengesperrt ist, (158) stößt und reibt man sich
natürlich bei jeder Gelegenheit, ja, „man reibt sich auf“. Einer den andern.
Gegenseitig. Es ist diese Art der Internierung eine Strafe besonders übler Art.
Deutsche in
Persien
(Exkurs. Ende 1945 sollten wir
nach Aegypten in die Kriegsgefangenschaft gebracht werden.)
Die Kameraden hatten teilweise ähnliche Schicksale erlebt wie ich. Während
jedoch mein Einsatz von vornherein schief ging, hatten jene eine geraume Zeit
lang in Persien „frei“ arbeiten können, das heißt, sie waren dort monatelang,
teilweise jahrelang untergrundartig tätig und zwar mit Hilfe
deutsch-freundlicher Perser.
Die einen waren
in ... Teheran, Schiras, Isfahan und
Täbris tätig, andere bei den „Stämmen“ des Südens. Solange es
einigermaßen ging, deckten die Perser die Deutschen unter Einsatz ihres eigenen
Lebens. Als sie aber mit der Zeit sahen, dass die deutschen Truppen
hoffnungslos auf dem Rückmarsch sahen, spielten sie die Deutschen den Engländern,
die ja dazumal die „Herren“ im Lande waren, in die Hände. Allerdings verlangten
sie zuvor, dass diese Deutschen nicht zum Tod verurteilt werden sollten. Da es
sich teilweise um hohe persische Persönlichkeiten handelte, mussten sich die
Engländer daran halten, denn sie wollten die ohnehin nicht allzu
englandfreundlichen Perser nicht unnötig reizen.
Zwei markante
Abteilungen gab es: Die eine war im Gebiet von Teheran und Isfahan, die andere
in Südpersien bei den „Stämmen“, den Luren,
Kaschgaris und Bakhtiaren eingesetzt. ... Es ist dies ähnlich wie bei den
Kurden. Kein Fremder hat Zutritt in diese Gebiete.
(159) Meine
deutschen Kameraden ... fungierten bei den Stammesoberhäuptern als militärische Berater.
Alle Stammeshäuptlinge, Stammesgenossen ... warteten darauf, dass die deutschen
Kaukasustruppen noch etwas weiter nach dem Süden vordrängen.
In Südpersien
war alles so vorbereitet, dass es eine ganz große Erhebung gegen die Engländer
zugunsten der Deutschen gegeben hätte. ... Beide Gruppen hatten Funkverbindung
mit der Heimat.
(160) Die
„Gruppe Teheran“ scheint gut gearbeitet zu haben. Unzählig viele Perser hielten
sich zu ihr, fast ganz Persien, kann man ruhig sagen, war pro-deutsch, (161)
außer der damals unter dem Druck der Verhältnisse eingesetzten
englandfreundlichen Regierung. ...
Jüdische
Terroristen
(162) (Zurück ins
„Kloster“ Emmaus)
Zu Hause bricht
die Front äußerlich und innerlich zusammen. Man hat die Juden bis aufs Blut gehasst
und bekämpft, ja, wollte sie mit Stumpf und
Stiel ausrotten.
Hier aber, in
Palästina regen und rühren sich die Juden allenthalben. Immer mehr Juden
wandern ein, legal und illegal. Sie wollen ihr Land wieder haben, wollen nach
den Jahrhunderten Gejagt- und Gehetztseins
wieder ihr eigenes Plätzchen Erde haben. ...
Vor mir, einige
Kilometer entfernt, ist ein riesengroßes Gefangenenlager, Latrun. Dort in der Ferne sehe ich
nochmals eines. In diesen Lagern sind durch die Engländer jüdische
„Terroristen“ eingesperrt ...
(163) ...
hörten wir noch viel Interessantes... erfuhren wir, dass die inhaftierten Führer der Terroristenbanden vom Lager aus
mittels Funkgerät und anderer Nachrichtenmittel ihre Organisationen leiteten
und Einsatzbefehle gaben.
... fest entschlossen... dieses Ziel hieß: Palästina den Juden. ... kein
Engländer getraut sich mehr in das Lager hinein. Mit aller Wahrscheinlichkeit
kommt er nicht ohne einen Schädelbruch oder zusammenge- (164) hauen heraus.
So steht der Tommy
einer Macht gegenüber, der er nichts anhaben kann. Fassungslos erlebt er, wie
seine Transporte überfallen und ausgeplündert werden; wie das Hotel „King David“ in Jerusalem mit einem
englischen Stab in die Luft fliegt. Wie ganze Abteilungen umkommen.
Ein jüdischer Saboteur wird hingerichtet. Zehn Engländer
baumeln dafür an einem Ast.
(Anmerkung: Wir
erinnern bei dieser Gelegenheit natürlich an das Attentat italienischer
Partisanen in der römischen Via Rasella auf das Polizeiregiment Bozen; für
jeden ermordeten deutschen Soldaten wurden nach den damaligen – barbarischen,
aber anscheinend üblichen - Regeln zehn
Italiener hingerichtet, und weil es einige mehr waren, kam es dann zu
Kriegsverbrecherprozessen. Aber anscheinend wurden nur die Deutschen diesbezüglich
– zu Recht – bestraft, die Sieger und die anderen, die dieselben Repressalien
begingen, bis heute nicht. Unser Trost: Beim Jüngsten Gericht wird alles
nachgeholt.)
Waffen und
Munition werden aus aller Welt und mit allen nur erdenklichen Mitteln hereingeschmuggelt
zu Land, zu Wasser und durch die Luft. ... erst seitdem die Engländer selbst
die Juden militärisch ausgebildet und im Kriegsdienst gegen Deutschland
eingesetzt haben, wissen diese um die Macht
der Waffe ..
Sie holen sich
Waffen, wo und wie immer sie es können. Neben dem Schmuggel aus dem Ausland (Anmerkung
ETIKA: Frontsoldaten erzählen, wie Juden im Osten sich an Wehrmachtsangehörigen
heranmachten mit dem Angebot: „Willste Frau?“, um dafür Waffen einzutauschen) wird der Bedarf hauptsächlich von den
Engländern und Arabern bezogen. Allerdings auf eine diesen nicht angenehme Art,
nämlich durch Ueberfälle.
Ein ungeheures Nachrichtennetz ist aufgebaut
und Mann und Frau, reich und arm, darin verworben. ... wissen ... genauestens
Bescheid über alle Vorgänge in und außerhalb des Landes.
So ist es
möglich, dass ein englischer Kraftwagen auf einer ganz kurzen freien Strecke
von einem in englischer Uniform gekleideten Juden angehalten wird. Kaum hält
der Wagen, sieht sich der Chauffeur mehreren Juden und ebenso vielen Pistolen
gegenüber. Er muß aussteigen, wird gefesselt und in den Straßengraben geworfen.
Die Juden setzen sich in aller Ruhe ans Steuer und fahren den Wagen fort.
Oder es fahren
Abteilungen solcher in englische Uniformen verkleidete Juden bei sämtlichen arabischen
Polizeistationen einer Gegend vor...
Fortsetzung: Des
Rätsels Auflösung (erst später)