ETIKA

MALAWI

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Das warme Herz Afrikas

19.11.2009

Der Afrika-Missionar Pater Gerhard Knühl hat ein 80 Seiten umfassendes Büchlein herausgegeben, das wir allen Lesern wärmstens empfehlen. Es führt die Lage des armen Landes sowie der Mission eindrucksvoll vor Augen. Aus der Fülle seiner Erlebnisse hat er die wichtigsten und interessantesten Ereignisse zusammengetragen. Denn was geschehen ist, soll nicht verlorengehen. Bei allem, was Pater Knühl erlebt hat, war immer die Hand Gottes mit im Spiel. Die Saat ist aufgegangen, weil sie auf guten Boden gefallen ist. Die arme Kirche von Malawi wächst und gedeiht auf allen Ebenen.

Das Gleichnis vom Senfkorn zeigt, daß auch aus kleinen Anfängen Großes werden kann. Aus 40 000 Katholiken zur Zeit, als P. Gerhard wirkte, sind nun 200 000 Katholiken geworden. Die Afrikamissionare, die früher 11 Pfarreien in der Diözese Mzuzu betreut haben, haben sich zurückgezogen und die ganze pastorale Arbeit in einheimische Hände gelegt. Orden aus Indien und Nigeria sind hinzugekommen, um bei der Ausbereitung des Glaubens zu helfen.

P. Gerhard Knühl ist auch im Ruhestand nicht untätig. Der von ihm gegründete „Treffpunkt Malawi“ aus Hörstel kümmert sich um Kolpingsfamilien in Mzambazi und Waisenkinder in Karonga. Neu hinzugekommen sind die Hungerprojekte DAMRA und Chadongo von Rumphi, die 200 Mustergärten umfassen und für mehrere Tausend Menschen das tägliche Brot sicherstellen.

·       Das Büchlein ist 2009 im FE-Medienverlag, Hauptstraße 22, D-88353 Kisslegg erschienen und sowohl dort als auch im Buchhandel erhältlich.
ISBN 978-3-939684-57-2. Preis 5.80 Euro.

Das Buch ist äußerst aufschlußreich, flott und fesselnd geschrieben. Wir erfahren viel über Afrika, was jung und alt wissen sollten. Wer den Afrikanern wirklich helfen will, sollte sich dieses Werk beschaffen. Er findet dann die richtigen Rezepte. Hier einige Auszüge zum Kaufanreiz, zusammenfassend redigiert:

Seite 6: Am Hof von Häuptling Mponda hielten sich immer wieder arabische Sklavenhändler auf. Sie mussten den Häuptling mit Gewehren und Stoffen versorgen. Für ihre Dienste durften sie Sklaven fangen und Elefanten jagen, denn Elfenbein war damals wie heute beliebt. Erst durch den Druck der britischen Missionare und Geschäftsleute konnte England 1899 den Sklavenhandel endgültig unterbinden.

S. 14: Der Gottesdienst dauert in Malawi immer zwei Stunden. Ich hatte sehr viele Beichten zu hören, eine Sitte, die in Deutschland fast ganz verschwunden ist. Es wurden sehr schöne einheimische Gesänge immer vielstimmig gesungen. Einige Christen, die von weit her gekommen waren, verlangten nach Trinkwasser. Gott sei Dank hatte ich einen großen Plastikkanister dabei, sodass sie ihren Hunger stillen konnten. Hunger kann man einige Zeit oder sogar Tage verkraften, aber der Durst muss in den Tropen noch am Tag gestillt werden, ansonsten wird man verrückt oder stirbt.

S. 16: Der Speisezettel der allermeisten Familien in Malawi ist fast immer fleischlos.

S. 16: Mir fiel auf, dass an mondhellen Tagen die ganze Nacht hindurch riesige Trommeln geschlagen wurden, so dass man nicht schlafen konnte. Man erzählte mir vom „Gule wa Magule“ der Wachewa. Die Eingeweihten treffen sich zu einem Geheimtanz in einem „heiligen Wald“. …

S. 17 Nicht weit von der Mission entfernt entdeckte ich eine Gruppe von Menschen mit Tiermasken, Fellen, Trommeln und Knüppeln. Sie rannten auf mein Auto zu, stießen furchtbare, ja teuflisch klingende Laute aus und trommelten auf meinen Wagen. … Auf dem Heimweg wollten mir meine Ministranten nicht erklären, warum sie zitterten. Später stellte ich fest, wenn die Nyao-Tänzer des „Gule wa Magule“ unterwegs waren, flüchteten die Menschen in ihre Hütten. Sie hatten Angst, dass sie erpresst werden, Geld zu geben, oder dass der Zauber des Nyao-Tanzes auf sie gehen könnte. Die alten Traditionen der Wachewa sind nicht erloschen. Sie bringen so manchen Christen in Gewissensängste.

S. 18 Der Oberhäuptling tat mir leid, weil er ein aufrechter und bekennender Katholik sein wollte, aber auf der anderen Seite Mitglied einer Geheimgesellschaft sein musste, der man Giftmorde, Drogensucht, Alkoholismus und sexuelle Ausschweifungen nachsagte. … Bei großen Parteiversammlungen durften die Nyao-Tänzer in Schautänzen auftreten.

S. 21 Malawi hat viele touristische Schönheiten, die längst nicht ausgeschöpft sind.

S. 23 Neben Schulen entstanden auf Wunsch der lokalen Bevölkerung an vielen Stellen im Gebiet von Nkhamenya Kapellen. Die Christen halfen eifrig mit, indem sie Backsteine machten und brannten und indem sie Wasser und Sand trugen. Die Mission half diesen Außenstellen, indem sie Holz, Zement und Wellblechplatten stellte. Die kleineren Kapellen nannten wir „Masynagogs“. Dort versammelten sich die Leute jeden Sonntag zu einem priesterlosen Gottesdienst, der von den (in vierjährigen Kursen ausgebildeten) Wasopeski-Gebetsleitern oder den Katechisten gehalten wurde. Die Gottesdienste bestanden aus vielen Gesängen, zwei oder drei Lesungen, einer oft langen Predigt, dem Credo, den Fürbitten und dem Vaterunser.

S. 27 Der Tod war unseren Watumbuka immer sehr nahe, wegen der schlechten medizinischen Versorgung vor allem in den Außengebieten starben viele Menschen an tropischen Krankheiten wie der Malaria, Bilharziose, Tuberkulose und später auch Aids. Bei einer Masernepidemie starben täglich 10 bis 15 Kleinkinder. Die Missionsschwestern waren die ersten, die hier Krankenhäuser gründeten. Sie sind zu Inseln des Friedens, des Lichts und der Hoffnung geworden.

S. 29 Ein schwer behinderter 15jähriger Junge, der sich vor unser Auto warf, suchte Liebe und Aufmerksamkeit. Er hat uns gehetzten Missionaren eine gute Lektion erteilt:

Hetzt nicht durch den Tag, nehmt euch Zeit ganz besonders für die Unterprivilegierten. Fragt nicht am Abend danach, was ihr alles erledigt habt, fragt besser danach, wie viele Menschen ihr glücklich gemacht habt!

Wer den Hungernden in Malawi helfen möchte, setze sich mit dem Pater über folgende Telefonnummer in Verbindung

(0049) 0651 97533 25

oder benutze das Internet: gerhett@aol.com

Empfohlene Webseiten des Paters:

www.hungerprojekt-malawi.de

www.spurensuche.gg

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