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ETIKA |
RUSSLAND |
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5R503 |
Die religiöse
Wiedergeburt Rußlands |
Tatjana Goritschewa, Viktor Antonow |
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5R503C |
Gut und Böse
eng beieinander |
Tatjana Goritschewa am 4.5.2000 in Meran |
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Tatjana Goritschewa hielt am 4.5.2000 im Haus des Lebens in Meran
einen Vortrag. Nachstehend Aufzeichnungen eines Zuhörers über die zweite Hälfte
des Vortrags, der bei der Bewegung für das Leben (E-Mail
bfl@dnet.it) auf Tonband erhältlich ist.
Alle Kirchen in Rußland sind überfüllt.
Das Böse und das Gute sind in keinem Land so dicht
zusammengedrängt wie in Rußland.
90 Prozent der Russen sind arm.
Die Zahl der registrierten Klöster ist von 18 beim Ende des
Kommunismus auf 500 angestiegen.
So viele Wunder, Charismen habe ich in keinem Land der Welt
gesehen. (Es folgen Beispiele,
etwa:) Eine Freundin von mir wurde beim ersten Sprung
in ein kaltes Heilwasser von Brustkrebs geheilt.
Der heilige Wahnsinn ist immer da.
Viele gefährliche Sekten gibt es. Schwarze Messen überall (mit furchtbaren, hier unbeschriebenen Greueltaten). Gorbatschow holte den Sektenführer Moon, um eine Eisenbahn zu
bauen.
Was kann uns Rußland anbieten?
Geld macht uns kaputt. Vom Geld sind wir dumm geworden.
Abtreibung
Im Durchschnitt macht jede russische Frau fünf bis acht
Abtreibungen. Lenin hat alle möglichen Verhütungsmittel verboten, aber die
Abtreibung zugelassen. Heute ist es noch schlimmer geworden. Die Abtreibung
eines Kindes mit sieben Monaten ist fast gratis. Embryonen, Föten werden verkauft, meist nach Amerika "für wissenschaftliche Zwecke". Wir Christen haben
protestiert. Keine Reaktion. Es ist großes Geld. Die Kommunisten haben
wenigstens ihre Grenzen gekannt. Eine Million Russen verschwindet jedes Jahr.
Man kann überleben. Gott hilft.
Ich versuche den Ärmsten der Armen zu helfen, den Straßenkindern (in St. Petersburg) etc.
In Deutschland zerfällt jede zweite Familie. In Rußland ist es
schlimmer. Man lebt bei den Eltern, kleine Wohnung, wo
alles erschwert wird. Scheidung. Kind wird verwöhnt. Für die Mutter ist das
Kind alles. Kenne sehr wenige Familien, die "in Ordnung" sind.
Zwischen Deutschen und Russen gibt es eine besondere
Beziehung. Zum Beispiel waren alle Prinzessinnen, die die Zaren als Frauen
geholt haben, Deutsche. Der russische Adel war zu 50 Prozent deutsch.
Menschlich unerklärbar: Es besteht eine ganz tiefe Verbindung zwischen Russen
und Deutschen, trotz Hasses gegen das Bürgerliche und den Stumpfsinn der
Deutschen. Die ersten russischen Heiligen waren Deutsche. Deutsche Kaufleute
spielten eine große Rolle.
Das Fernsehen bestimmt alles
Wie bei Ihnen. Hier werden etwa die albanischen und
tschetschenischen Frauen als gut hingestellt, die serbischen als schlecht.
In fünf Minuten ändert man seine Meinung. Kritisch sein! Die
Dummheiten im Fernsehen nicht hinnehmen! Die Russen sind genauso naiv wie
die Leute hier.
Die Besessenheit in der Welt wächst, die satanische Besessenheit. Immer mehr, sogar viele Kinder
trifft es. Vor 20 Jahren gab es das nicht. Unschuldige Kinder - eine besondere
Qual. Nicht jeder Priester kann Dämonen austreiben. Ich selbst habe Angst. Wir
haben Spione zu Scientology geschickt. Zu den Satanisten ist niemand gegangen,
weil kein Segen erteilt wurde. Dämonen in den besten Klöstern: Die Leute
schreien unmenschlich während der ganzen Liturgie. (Es folgt eine Geschichte
von drei Frauen, die so schrieen, daß sich Kosaken bekehrten.)
Die Klöster: sie haben zuviel Geld wegen der Heilungen, weil die
Geheilten viel spenden.
Fatima
Habe als erste Russin Schwester Lucia gesehen. Junges
Gesicht, klein von Gestalt. Sie sagte zu mir:
"Tatjana, die Muttergottes liebt Rußland so sehr, aber man
muß geistig viel arbeiten."
Maria verbindet uns.
Die heutige Zeit ist zynisch. Geld, keine
Werte. Wir wollen keine Politik machen. Das Wichtigste ist, in der Stille zu
sein. Wir können nichts ändern in dieser Welt, in der alles verdorben ist.
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5R503B |
Leiden reinigt die Seelen |
Dolomiten-Interview |
Titel: Rußland:
Leiden reinigt die Seelen
Untertitel: Tatjana Goritschewa: Volk von der Politik enttäuscht - Rückkehr zu
den inneren Werten
Meran/Paris (le) - Die russische
Philosophin Tatjana Goritschewa (52) sprach kürzlich in Meran über die
religiöse Renaissance in ihrer Heimat. Die Bewegung für das Leben hatte
die frühere kommunistische Dozentin eingeladen, die zur Dissidentin geworden
und nach vielen Verhaftungen ausgewiesen worden war. Die "Dolomiten"
stellten der orthodoxen Christin, die heute in St. Petersburg und Paris lebt
und zahlreiche Bücher veröffentlicht hat, vier Fragen:
"Dolomiten": Rußland erlebt
eine religiöse Renaissance. Wird es sich aus seiner jetzigen gesellschaftlichen
und wirtschaftlichen Krise erheben?
Tatjana Goritschewa: Ich glaube, der russische Mensch braucht
immer eine Idee (und eine große Idee). Er wird sich niemals wegen des Geldes
bemühen (wohl besser: einspannen) lassen. "Menschenrechte", menschliche Gesetze sind ihm
oft auch nur Demagogie.
Nur Gott, nur die höchsten religiösen Werte können ihn beleben.
Dann kann er alles opfern. Man öffnet heute viele Klöster und
Kirchen in Rußland. Das von der Politik enttäuschte Volk lernt allmählich,
gläubig zu sein. In der Kirche wird man ein neuer Mensch. Das ist unsere
Hoffnung. Wenn man die Würde (in Gott) findet, wird man auch in dieser Welt
wieder kein Räuber, kein Dieb, sondern Diener und Arbeiter sein.
"Dolomiten": Sie waren oft in
sowjetischen Gefängnissen. Gibt es etwas, was unter dem Kommunismus besser war
als unter dem heutigen Neoliberalismus mit seiner Korruption?
Tatjana Goritschewa: Der Kommunismus war für uns eine bessere
Zeit. Alle haben alles umsonst gehabt. Den Hunger hatte man nicht. Die
sowjetische Bildung war eine der besten in der Welt (auch umsonst). Wenn man
verhaftet war (wie ich, z. B.), hat man gewußt warum. Jetzt werden die
Menschen auf der Straße erschossen und niemand weiß, wer der Täter ist.
Hunderttausende verschwinden spurlos. Die Gefängnisse sind überfüllt mit
Unschuldigen (vor allem), die Verhältnisse dort sind schlimmer als in der Zeit
des Kommunismus. An die Stelle des Nihilismus ist der grausame Zynismus
getreten.
"Dolomiten": Können Christen
gemeinsam die Welt verändern? Oder sollen sie sich aus der Politik
heraushalten?
Tatjana Goritschewa: "Ich glaube, daß die Christen, wenn sie
zusammenhalten, unsere Welt ständig verändern und besser machen. Die Politik
ist immer weniger christlich und immer mehr korrupt. Aber wenn man auch in der
Politik erwas Gutes machen kann, darf man diese Möglichkeiten nicht (aus dem Auge) verlieren (oder:
ungenutzt lassen).
"Dolomiten": Was kann Rußland
der Welt geben?
Tatjana Goritschewa: Rußland geht weiter den Weg des Leidens.
Das macht die Menschen klüger. Sie wissen, daß allein ihr himmlischer Vater
ihre Rettung ist, deswegen sind sie stark im Gebet, im Vertrauen und in der
Reue.
Die westliche Welt ist durch Wohlstand und Bequemlichkeit (Komfort, Luxus) oberflächlich geworden. Das Geld kann alles,
nur nicht das einzig Wichtige - die Liebe, die Freundschaft, das Leben, die
Wahrheit, die Freiheit, die Schönheit haben keinen Preis.
Ich bitte Sie alle, für mein Land Rußland zu beten. Wir können
auch nur mit Gebet und Liebe antworten.
Ihre Tatjana
Goritschewa
Bücher von Tatjana Goritschewa:
Die Kraft der Ohnmächtigen - Weisheit aus dem
Leiden, Brockhaus, 112 Seiten
Unverhoffte Freude - Erfahrungen einer
christlichen Philosophin, Brockhaus, 120 Seiten
Nur Gott kann Rußland retten -
Aufzeichnungen in bewegter Zeit, Herder, 140 Seiten
Von Gott zu reden ist gefährlich - Meine
Erfahrungen im Osten und im Westen, Herder, 128 Seiten
Unaufhörlich sucht der Mensch das Glück, Eine Reise der Seele, Herderbücherei 1772, 176 Seiten
Die Rettung der Verlorenen - Bekenntnisse,
Brockhaus, 96 Seiten
Heilige Mutter Erde, Kösel Verlag, 128
Seiten, gebunden
Hiobs Töchter, Herder Frauenforum, 144 Seiten
Die Kraft christlicher Torheit - Meine
Erfahrungen, Herder, 128 Seiten
Broschüren:
Die Gottesmutter in Ost und West - ihre
Hilfe bei der Überwindung des Kommunismus und beim Wiederaufblühen der Kirche,
16 Seiten
Die Starzen als Herausforderung an den Westen, 24 Seiten
Die Starzen als geistliche Väter, 64
Seiten
Religiöser Aufbruch in der Sowjetunion,
32 Seiten
Befähigt zum Zeugnis in dieser Welt,
Kirchenerfahrung in Ost und West, 32 Seiten
Gedanken über das Leiden und das
Märtyrertum, 30 Seiten
Der Kommunismus ist out - was kommt
danach?, 12 Seiten
Bedeutung russischer Zentralfiguren aus
Werken Dostojewskis, Tolstois und Gontscharows
Zu beziehen beim:
Sekretariat Tatjana Goritschewa,
Sieglinde Fiedler
Königsberger Str. 11
D-67071 Ludwigshafen
Spenden für Straßenkinder:
Diözese Speyer
Aktion - T. Goritschewa -
Postbank Ludwigshafen
Konto Nr. 1748 51-679, Bankleitzahl 545
100 67
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Die religiöse Renaissance Rußlands |
Viktor Antonow in Bozen; |